Pro:
Idee des Infotainments gut.
Kontra:
Umsetzung, Preis, Enge, Wartezeit...
Empfehlung:
Nein
Wie im Titel erwähnt: Au weia! Auch wenn ich von vornherein skeptisch war, ob ein derartiges Spektakel für mich die richtige Art der Unterhaltung oder der zu erwartende Informationsgewinn meinem (offenbar zu hohem) Anspruch genügen würde, so gab ich dem Wunsch meiner Freundin nach, dem HH Dungeon einen Besuch abzustatten. Sie versprach sich davon eine Mischung aus Kurzweil und Aufklärung über die spannende Geschichte Hamburgs und wurde nur enttäuscht. Immerhin ist die Idee, Geschichte mit etwas Lebendigkeit zu würzen nicht verkehrt, um sie so auch Menschen nahe zu bringen, die von einem Museumsbesuch eher absehen würden. Aber das!?!
Die Details des Spektakels sollen hier keine Erwähnung finden; die sind in anderen Meinungen auf dieser Seite ausführlich wiedergegeben. Meines Erachtens reicht deren Lektüre auch aus, um einen Eindruck des Debakels zu bekommen - Letzteres selbst sollte man sich eh sparen.
Nun, vielleicht denken Sie jetzt: wer sich das nicht antun will, kann ja zuhause bleiben. Stimmt. Hinterher ist man eben immer schlauer. Damit das anderen nicht auch passiert, schreibe ich diese Zeilen. Nun will ich aber nicht lediglich herumnörgeln, sondern meine Kritik auch begründen, indem ich meine heute gemachte Erfahrung im Hamburger Dungeon kurz untermauere:
Das erste Erlebnis war definitiv nicht von Kurz- sondern von Langeweile geprägt – wir standen etwa 1 Stunde in einer Schlange aus (noch) mehr oder weniger erwartungsfrohen Besuchern an, um uns dann, als wir endlich bis ins Vestibül vorgerückt waren, mit dem mäßig penetranten Gebaren eines Gesellen konfrontiert zu sehen der uns zu einem gestellten Schnappschuss animieren wollte. Na ja – immerhin konnten wir uns ihm ohne Androhung physischer Gewalt entziehen.
Um es vorweg zu nehmen: der größte Schrecken dürfte Ihnen an der Kasse begegnen; der Eintritt beträgt saftige 16,50 € pro Person (Schüler, Studenten und Senioren zahlen dagegen nur 15,50 € - super!); weiterer Grusel bleibt Ihnen erspart. Sie müssen durch das, was jetzt folgt, aber durch; es gibt keine Möglichkeit, sich dem Unsinn zu entziehen. Vielleicht haben Sie ja Glück und ein Technikausfall lässt die Tour früher enden; in unserem Fall funktionierte die letzte Station (Sturmflut…) nicht, und wir durften die zuvor bestiegenen Rettungsboote (haha) wieder verlassen. Das ersparte uns allerdings nicht den Schmu zwischen Ein- und Ausgang, der, gespickt mit mäßiger bis schlechter Schauspielerei und Effekten gleicher Qualität, etwa anderthalb Stunden währte.
Der Informationsgehalt der Veranstaltung war dürftig; die wenigen Erläuterungen, die hie und da an den Wänden hingen, aufgrund des viehtriebartigen Geschiebes und der Enge kaum lesbar – man hatte schlicht nicht die Zeit oder wurde durch das bedauernswürdige Agierenden der im Dungeon beschäftigten Komparsen daran gehindert. Apropos Enge; wer sich in beengten Verhältnissen nicht wohl fühlt oder gar klaustrophobisch veranlagt ist, sollte den Dungeon meiden. Die Veranstaltung würde durch ein geringeres Maß des Zusammenferchens sicher ein wenig mehr an Qualität gewinnen können – wir wurden immerhin mit etwa 25 anderen Personen umhergeschoben.
Als letztes mussten wir uns noch durch die Kommerzabteilung (Café und Nippes-Shop) kämpfen, den Ausgang finden und das Auto befreien, alles in allem zwar um eine Erfahrung reicher, primär jedoch um etwa 35 € und zwei Stunden Lebenszeit ärmer.
Tipp: Wenn Sie etwas über die Geschichte Hamburgs erfahren und eindrucksvolle Informationen sammeln möchten, dann besuchen Sie doch das Städtische Museum (hamburgmuseum.de); dort können Sie selbst über Tempo und Inhalt entscheiden, finden nicht nur langweilige Texttafeln, sonder anschauliche Modelle, Ausstellungen und kurzweilige Information in Form von Videovorführungen; auch für Kinder bestens geeignet. Es gibt dort sogar eine Modelleisenbahnanlage, die auch die kleinen Besucher begeistern wird. Der Eintritt beträgt übrigens nur 6 und nicht 16,50 € - auch das ein Gewinn!
Fazit: Ich würde den Hamburger Dungeon selbst dann nicht (noch einmal) besuchen, würde man mir 16,50 € zahlen. weiterlesen schließen
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