Pro:
Die Musik, kranke und bedrückende Atmosphäre, die Machart, für mich alles an dem Film
Kontra:
Leider wird der Film vielerorts in der Luft zerissen, es gibt keine ungeschnittene Verkaufs - DVD
Empfehlung:
Ja
"House of 1000 corpses" von Rob Zombie ist ein Film, den ich vor längerer Zeit schonmal gesehen habe und seither habe ich den Film einfach nichtmehr aus dem Kopf bekommen. So war es für mich eine große Freude, dass ich gestern die Möglichkeit geboten bekam, mir den Film noch einmal anzuschauen - ungeschniten versteht sich. Was ich von diesem Film halte und was genau mich an ihm so fasziniert, das erfahrt ihr jetzt.
Story
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Der Anfang des Films wirft den Zuschauer eigentlich gleich mitten ins Geschehen: Wir befinden uns im inneren einer merkwürdigen Mischung aus Tankstelle und Gruselkabinett, die von dem seltsamen Captain Spaulding betrieben wird, der sich gerne wie ein Clown bemalt und etwas für kranke Serienkiller übrig hat. Als sich Spaulding gerade mit einem Kunden über irgend einen Dorftrottel unterhält, wird der Laden plötzlich von 2 maskierten und bewaffneten Männern überfallen, die Captain Spaulding auch sogleich bedrohen. Dieser jedoch bleibt überraschend cool und fängt, genau wie der Kunde, der auch noch im Laden ist, an, die Gangster zu beleidigen. Das ganze artet soweit aus, dass einer der Gangster fast auf Spaulding schießt, würde nicht auf einmal ein Mann von hinten kommen und einen der Gangster zu Boden schlagen. Spaulding zieht darauf seine Knarre und tötet die wehrlosen Gangster, natürlich nicht ohne einen lockeren Spruch auf den Lippen. Spätestens jetzt wird dem Zuschauer klar, dass man es hier mit völlig irren zu tun hat.
Es ist Halloween im Jahre 1977. 4 Leute, Mary, Jerry, Denise und Bill fahren über eine einsame Landstraße, als sie plötzlich bemerken, dass ihnen der Sprit ausgeht. Wie gerufen kommt da ihnen da die Tankstelle "Captain Spaulding´s", die sie natürlich sogleich ansteuern. Die männlichen unter den 4 sind von dem Gruselkabinett, dass sich ihnen bietet, natürlich sofort begeistert. Als sie darauf von Captain Spaulding zu einer Fahrt auf seiner selbstgebauten Geisterbahn eingeladen werden, lehnen sie natürlich nicht ab. Die Geisterbahn selbst ist alles andere als jene, die man vom Rummel kennt. Anstatt Horrorfiguren wie Vampiren und Werwölfe sind viele Irre Serienkiller darin zu sehen. So etwa Ed Gein oder ein gewisser Irrer Namens Dr. Satan, der angeblich früher in dieser Gegend sein Unwesen getrieben haben soll. Wie man sich erzählt wurde er eines Tages an einem Baum, garnicht weit von der Tankstelle aufgehängt, seine Leiche war am nächsten Tag jedoch verschwunden..
Einer der Jungen, Bill lässt sich von Spaulding den Weg zum Baum beschreiben und so machen sich die 4 dann auch auf. Unterwegs nehmen sie die Anhalterin "Baby" mit, eine hübsche, aber anscheinend etwas gestörte, junge Frau. Als den nun 5 Personen ein Reifen platzt, bietet Baby den 4 an, sie mögen doch mit zu ihr nach Hause, dort würde sich ihr Bruder um das Auto kümmern. Allein der Freundlichkeit wegen gehen die 4 Hauptprotagonisten auf die Einladung ein, nichtsahnend, wer wirklich hinter der Familie steckt: Durch und durch irre Sadisten und Nekrophile, die es nur auf eins abgesehen haben: Die 4 jungen Menschen auf höchst grausame und brutale Weise zu
quälen. Als dann später auch noch der legendäre Dr. Satan ins Spiel kommt, erreicht das Gemetzel und der Terror seinen Höhepunkt..
Schauspieler
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Kommen wir gleich mal zu dem meiner Meinung nach besten Darsteller im Film: Sid Haig als komplett durchgeknallter Captain Spaulding. Dieser betreibt eine Tankstelle, welche er als Horrorshow dekoriert hat. So sind zum Beispiel in seiner eigenen Geisterbahn viele Vergewaltiger & Mörder zu sehen, zu denen er die jeweilige Geschichte erzählt. Auch wenn man als Zuschauer Captain Spaulding mit seinem aufgemalten Clownsgesicht am Anfang noch als harmlosen Verrückten abstempelt, merkt man schnell, dass mehr hinter dieser Figur steckt - spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem Spaulding ohne Probleme die beiden Gangster erschießt und dabei äußerst diabolisch lacht. Am interessantesten fand ich, dass man nie sagen konnte, ob Spaulding denn nun zu der irren Psychopatenfamilie gehört, oder nicht. Das erfährt man erst zum Schluß. Wie schon gesagt, Sid Haig spielt genial, sehr, sehr sadistisch und ziemlich fies kommt seine Rolle daher.
Alle anderen Schauspieler sind einer besonderen Hervorhebung eigentlich nicht wert, da ihre Darstellungsweise Standard ist: Die 4 Jugendlichen spielen gewohnt ängstlich und leicht überdreht und die Familie gehört wohl zu den gestörtesten Irren, die man seit langem auf der Leinwand bstaunen konnte. Richtig schlecht gespielt hat niemand, jeder wirkte in seiner Rolle äußerst glaubhaft und teilweise sogar symphatisch.
Karen Black, Jeanne Carmen, Erin Daniels, Sid Haig, Chris Hardwick, Jennifer Jostyn, Irwin Keyes, Sheri Moon, Bill Moseley, Michael J. Pollard, David Reynolds, Rainn Wilson
Daten zum Film
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Originaltitel: House of 1000 Corpses
Alternativtitel: -
Land: USA (2002)
Regie: Rob Zombie
Länge: ca 90 Min.
Freigabe: SPIO/JK
Indiziert: Ja
@ Realjackass
Die Deutsche DVD
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An dieser Stelle sollte jetzt aufgepasst werden, denn: Nur die Deutsche Verleih-DVD mit der SPIO/JK Freigabe ist ungekürzt und leider seit kurzem auch indiziert, die Deutsche Verkaufs-DVD mit der "Keine Jugendfreigabe" Kennzeichnung hingegen ist an einigen Stellen sehr gekürzt geworden. Klar, es ist blöd, dass man sich einen Film ausleihen muss, wenn man ihn uncut sehen will, aber immer noch besser, als wie wenn es den Streifen garnicht uncut in Germany geben würde.
Kritik
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Als erstes sollten jetzt mal ein paar wichtige Dinge geklärt werden, bevor näher auf den Film eingegangen werden kann:
Dieser Film wurde von einem Mann gedreht, dessen Namen garnicht passender sein könnte: Rob Zombie. Sollte jetzt manch einer denken: "Hey, das habe ich doch schonmal gehört!", dann ist das nicht verwunderlich, denn Rob Zombie macht nicht nur Filme, sondern ist auch Solo-Musiker und spielte vor einigen Jahren in einer Band Namens White Zombie. Wie man sich eigentlich denken kann, geht die Musik Zombie´s sehr in die Richtung Horror und so sah er in einem Film eine Möglichkeit seine Gedanken zu Visualisieren. Im Jahr 2000 begann Rob Zombie diesen Film zu drehen, was von den Universal Studios finanziert wurde, da Zombie im Gegenzug eine Attraktion ihrer Themenparks entworfen hatte. Nachdem der Film dann fertig war, zog sich Universal allerdings wieder aus dem Projekt zurück, denn der Film war anscheinend "zu dunkel und zu verstörend für einen Kinostart unter ihrem Namen".
Nachdem Zombie danach bei MGM auch keinen Erfolg hatte und den Film mittlerweile um rund 15 Minuten geschnitten war, wurde mit Lions Gate Entertainment endlich ein Label gefunden, das den Film unter seine Fittiche nahm und ihn Weltweit bekannt machte.
Ich muss zugeben, dass ich selten solch einen Film wie "Haus der 1000 Leichen" gesehen habe, erst recht nicht im Horrorgenre. Der einzige Regisseur, der Filme in ähnlicher Machart dreht und produziert ist Quentin Tarantino, deswegen auch meine Überschrift. Wer mir nicht glaubt, was die beiden Regisseure für eine Ähnlichkeit haben, kann gerne mal folgenden Dialog zwischen Spaulding und einem der Gangster lesen und sich selbst überzeugen:
Spaulding: "Du verkommener Arschfic*er, ich sollte über den Tresen springen und dir deine Eier zermatschen!
Gangster: "Ok Großmaul, schieb die scheiß Kasse rüber, dann lasse ich möglicherweise dein verfic*tes Hirn in deinem kranken Schädel!"
Spaulding: "Ich sag dir jetzt mal was, wieso bringst du deiner Mammi nicht etwas Hähnchen, dann muss ich dir nämlich nicht meine Stiefel in den Arsch stopfen!"
Gangster: "Ich zähle jetzt bis 10 und du rückst die komplette Kohle raus, oder deine Fettfresse spritzt in hohem Bogen über die Staatsgrenze hinaus! 1!"
Spaulding: "Fic* deine Mammi!"
Gangster: "2!"
Spaulding: "Fic* deine Schwester!"
Gangster: "3!"
Spaulding: "Fic* deine Großmutter"
Und so geht der Dialog munter weiter und wird sogar NOCH kränker, was man einfach nicht anders ausdrücken kann. Und das beste: Der KOMPLETTE Film strotzt nur von solchen Dialogen, was eine wahre Freude ist. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich mir gerne Niveauloses ansehe, aber die Art und Weise wie Rob Zombie solche Gespräche inszeniert erinnern einen wirklich sehr stark an Tarantino, weswegen man sie einfach nur als "klasse" bezeichnen kann.
Doch nicht nur die Gespräche erinnern an den Macher von "From Dusk Till Dawn", sondern auch die komplette Machart des Films, welche ABSOLUT NICHTS mit dem zu tun hat, was man sonst gewohnt ist. Bei dem Film ist es keine Seltenheit, dass plötzlich Bilder & Szenen eingeblendet werden, die rein garnichts mit dem eigentlichen Streifen zu tun haben. So zum Beispiel Filmschnipsel aus alten Horrorfilmen, Musikvideos, Sexfilmchen usw.. Die völlig grelle & bunte Farbe tut ihr übrigens, um den Film total krank und wirr erscheinen zu lassen. Doch was soll ich sagen? Ich mag diese Machart, die so ähnlich auch in "Natural Born Killers" zu sehen ist sehr!
Was der Film angeblich auch sein soll, ist absolut pervers und brutal. Naja, dem ersten muss selbst ich recht geben. Selten habe ich Filme gesehen, in denen die Sexszenen, die in diesem Fall ja garnicht zum Film gehören, sinnloser waren. Da sieht man das kranke Mädchen Baby, wie sie mit den 4 Teens redet und plötzlich sieht man in grell verzerrten Farben, wie Baby sich mit einem Skelett selbst befriedigt. Wer glaubt und hofft, so etwas wäre nicht zu oft zu sehen, der irrt, denn sowas gehört zum Film wie Sand in die Wüste.
Doch an einer Stelle muss ich dem Film mal unter die Arme greifen: Es stimmt absolut nicht, dass er so brutal ist, wie es vielerorts heißt. Dadurch, dass Zombie seinen Film um über eine Viertelstunde schneiden musste, ist in Sachen Splatter fast nichts mehr übrig geblieben, doch das schadet nicht, denn der Streifen ist auch so schon krank genug, da braucht er übermäßig viel Blut eigentlich garnicht.
Im Prinzip ist der Film so etwas wie eine auf modern getrimmte Kopie des Klassikers "Texas Chainsaw Massacre", weswegen viele ihn auch in der Luft zerissen haben. Ich persönlich kenne beide Filme und muss sagen, dass zwar einige Aspekte von Rob Zombie kopiert wurden, doch das macht nichts. "Haus der 1000 Leichen" bietet nämlich auch viel Innovation, was vor allem an der bunten und überdrehten Machart liegt.
Fazit
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"Haus der 1000 Leichen" ist ein Film, der sehr, sehr oft nur schlechte Kritiken einsacken konnte. So auch hier auf den Websiten ciao und yopi, was mich persönlich etwas wundert. Denn wenn man mit etwas Hintergrundinformationen an den Film hernageht, düfte einem eigentlich klar sein, was einen erwartet und dass das dann alles andere als normal ist. Meiner Meinung nach ist dieser Streifen kurz davor in seiner Art perfekt zu sein, wenn man so will eine abstruse Mischung aus "Natural Born Killers" und "Texas Chainsaw Massacre". Wer damit etwas anfangen kann, sollte den Film auf jeden Fall schauen, denn er bietet: Ebenso kranke wie lustige Gespräche, eine bedrückende Atmosphäre, geniale Musik von Rob Zombie himself und eine Machart die in dieser Art und Weise einmalig und schwer zu erreichen ist.
Mfg
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