Pro:
macht nachdenklich, spricht viele interessante Themen an, es steckt viel Wahrheit und Weisheit drinnen
Kontra:
Ich weiß kein Kontra
Empfehlung:
Ja
Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so sehr schwer?
Als Hermann Hesse "Demian" schrieb, machte er gerade ein Trauma durch. Es war 1917 während des ersten Weltkrieges. Hesse war zu der Zeit in der Schweiz, wo er jahrelang aktiv war in der Gefängnisfürsorge. Das Trauma, das Hesse beeinflusste, war an eine Reihe von persönlichen Fällen gebunden: der Tod seines Vaters 1916, die ernste Krankheit seines Sohnes und der Geisteszusammenbruch seiner Frau. Er machte eineinhalb Jahre lang Therapie bei Dr. J.B. Lang, einem Mitarbeiter des Schweizer Tiefenpsychologen C.G. Jung.
1919 veröffentliche Hermann Hesse sein Buch unter dem Synonym Emil Sinclair. Das Synonym wählte Hesse, weil nicht der Name eines "alten Onkels" die Jugend vom Lesen des Buchs abhalten sollte. Er war damals 42 Jahre alt. 1920 erscheint das Buch erstmalig unter Hesses Namen.
Hermann Hesse sagt zu Demian folgendes: "Der diese Dichtung schrieb, war nicht ich, war nicht Hesse, der Autor so und so vieler Bücher, sondern ein anderer Mensch, der Neues erlebt hatte und Neuem entgegenging"
Infos zum Buch:
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Taschenbuch, 163 Seiten
Copyright 1925 by S. Fischer Verlag
Preis: 6,50 Euro
Infos zum Autor:
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Hermann Hese, am 2. Juli 1877 in Calw/ Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Misionars und einer württembergischen Missionarstochter geboren, 1946 ausgezeichnet mit dem Nobelpreis für Literatur, starb am 9. August 1962 in Montagnola bei Lugano. Seine Bücher, Romane, Erzählungen, Betrachtungen, Gedichte, politischen, literatur- und kulturkritischen Schriften sind mittlerweile in einer Auflage von mehr als 50 Millionen Exemplaren in aller Welt verbreitet und haben ihn zum meistgelesen europäischen Autor des 20. Jahrhunderts in den USA und in Japan gemacht.
Inhalt:
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Im Vorwort deutet Hesse darauf hin, dass die Geschichte, die er erzählen wird, von einem wirklich lebenden Menschen handelt und das dieser Mensch Aufmerksamkeit verdient. Er versucht zu erklären, was ein Mensch ist, was er sein kann und wonach er strebt.
Emil Sinclair war 10 Jahre alt und entdeckte bereits, dass es zwei Welten gab. Die eine war die schön geordnete, geradlinige, behütete Welt des Vaterhauses, die andere war voll von ungeheuren, furchtbaren und rätselhaften Dingen. Die dunkle Welt grenzte an die helle Welt an und war für den Jungen sehr verlockend, weil sie nicht so langweilig erschien.
Eines Tages trieb ihn seine Angst zu einer folgenschweren Lüge. Franz Kromer, ein älterer, kräftiger Junge aus seiner Schule, nutzte das aus, um Sinclair zu erpressen. Von nun an wurde er von Kromer verfolgt, der entweder Geld oder Arbeiten von ihm verlangte. Er wurde so richtig abhängig von Kromer, bis von ganz unerwarteter Seite Rettung kam. Es war Max Demian, der mehrere Jahre älter war als er, der ihm nicht nur die Geschichte von Kain und Abel interpretierte, sondern ihn auch durch ein einziges Gespräch von seinem Peiniger Kromer befreite.
Emil Sinclair machte die schwierige Zeit der Pubertät durch. Er ging gemeinsam mit Demian zum Konfirmationsunterricht und spürte eine besondere Verbindung, eine gewisse Zusammengehörigkeit zu ihm. Sie wurden Freunde und waren oft zusammen, bis Sinclair in eine Knabenpension weg von der Heimat kam. Dort wurde er erst zum einsamen Eigenbrötler, dann zum angesehenen Kneipenheld und schließlich zum "Heiligen". Er wandelte sich durch die Anbetung eines älteren Mädchens, welches er Beatrice nannte. Er bekam Lust am Malen und stellte ein Bild her von einer Frau, die Demians Gesichtszüge hatte. Dieses Bild war von besonderer Wichtigkeit für ihn. Es war sein Traumbild, mit dem eine Aufgabe in seinem Leben verbunden war.
Kurz, bevor Sinclair studieren ging, traf er auf einen weiteren Führer, den Organisten Pristorius. Mit ihm philosophierte er viel und alles, was er bei ihm lernte, war ein weiterer Schritt auf dem Weg zu sich selbst.
Als er in den Ferien wieder nach Hause kam, wurde sein Kontakt zu Demian wieder stärker, und er lernte auch dessen Mutter kennen.......
Charakterisierung der Hauptpersonen:
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Emil Sinclair:
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Der Ich- Erzähler ist Emil Sinclair. Als Kind ist er ängstlich, froh über die Sicherheit und den Frieden zu Hause. Er lässt sich leicht unterwerfen und macht sich abhängig von Franz Kromer. Er ist voller Zwiespältigkeit und Ängste. Später ist er Einzelgänger, träumerisch. In seiner "Trink"periode ist er hart und gleichgültig. Mit seiner Bekehrung wird er kreativ und phantasiereich. Im Allgemeinen ist er jemand, der sich selbst sucht und danach strebt, bei sich selbst anzukommen.
Franz Kromer:
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Er ist der Sohn eines Schneiders, dessen Familie durch das Trinken seines Vaters in Verruf kam. Kromer ist groß und kräftig, sieht aus wie ein Mann und markiert gerne den Boss. Sein Verhalten ist kühl, verächtlich und grob. Er ist so was wie die Verkörperung des Bösen.
Max Demian:
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Er ist klug, geistvoll, selbstsicher, furchtlos und hat den Ausdruck der Erwachsenen. Sein Auftreten ist höflich und freundlich, aber imposant. Er hat etwas Mystisches und etwas Unnahbares, Fremdartiges. Er strahlt Kraft und Ruhe aus. Er lebt nach seinen eigenen Gesetzen. Er tut nichts, um Anderen zu gefallen. Er ist ganz er selbst. Er spricht Emil Sinclair oft aus der Seele, man könnte auch sagen er stellt sein Unterbewusstsein dar. Max Demian ist eine merkwürdige Figur, weil er alle anderen Menschen zu kennen scheint. Er ist das Kluge, ähnlich wie der Fluss in Siddhartha.
Der Name Demian bedeutet übersetzt übrigens so viel wie bezwingen, bezähmen, besiegen.
Frau Eva:
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Sie ist die Mutter von Max Demian. Sie ist eine ältere, weise und großherzige Frau. Sie stellt eine Art Mutterabbildung dar, die Urmutter Eva sozusagen. Im gemalten Bild von Sinclair ist sie zugleich Mutter, Geliebte und Göttin.
Pristorius:
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Er ist der Organist einer Kirche und wollte früher wie sein Vater Pfarrer werden, hat sich aber dem ihm zu biederen Theologiestudium abgewandt. Er glaubt an Abraxas (Vereinigung von Gott und Teufel) und philosophiert viel mit Sinclair herum. Er lehrt Sinclair, wie man seine Träume leben und sich seine eigene Traumwelt erschaffen kann. Sinclair wendet sich von ihm ab, als er zu viel Belehrendes in seinen Worten und das Gelehrte mit der Zeit zu antiquarisch findet.
Anmerkung: Die Figur Demian könnte u.U. auch "nur" eine Art Dämon sein, also nicht wirklich eine Person, sondern eine Vorstellung von Emil Sinclair. Seine Mutter "Frau Eva" könnte ebenso evtl. nur das in der Vorstellung Sinclairs lebendig gewordene Traumbild sein.
Autobiographie:
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"Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend" steht als Untertitel auf dem Buch, und im Vorwort wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Emil Sinclair ein echter Mensch ist. Das Leben Sinclairs zeigt eindeutig Parallelen zu dem Leben Hesses auf. Am Geschriebenen merkt man auch, dass der Autor aus eigener Erfahrung schreibt. Die Angst und Ungewissheit, die der Krieg auslöst, ist deutlich spürbar. Ich denke nur jemand, der diese Hoffnungslosigkeit und die Gefühle, die er so treffend beschreibt, kennt, kann so glaubhaft schreiben. Seine Worte kommen nicht nur aus dem Kopf, sondern aus der Seele. Kennzeichen einer Autobiographie bestehen ebenso darin, dass die Geschichte als Rückblick in Ich-Form geschrieben ist.
Schreibstil:
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Die Schreibweise von Hesse ist ansich einfach zu lesen und demnach der Inhalt auch leicht verständlich. Dennoch muss ich mich beim Lesen konzentrieren, da so vieles erst mal verinnerlicht werden muss, um dem Nächsten, das kommt, folgen zu können. Einige Dinge, die vorkommen, sind in symbolisierter Sprache; auch diese gilt es erst einmal zu deuten.
Themen des Buches:
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Jugend:
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Die Jugend ist die Zeit der Entwicklung. Die gesamte Geschichte im Buch ist eine Entwicklung. In der Zeit der Jugend reift man heran, begibt sich auf die Suche nach sich selbst, probiert aus, streift man die Kindheit ab und erlebt eine neue Welt. In der neuen Welt begegnet man Angst, Unsicherheit, Befremden, Zweifel... Man sucht seinen Weg. Viele Wege sind offen, man muss sich selbst austesten, experimentieren. Man bildet seinen Geist, nicht nur während der Schule oder der Uni, sondern auch allgemein. Der Geist stellt Fragen über Fragen. Viel Verwirrung zeigt sich, besonders in der Pubertät. Dies ist für jeden Menschen eine ganz persönliche Identitätskrise. Auch auf die Probleme des Erwachens der Sexualität wird eingegangen. Die Geschichte im Buch handelt vom Suchen, Heranbilden und Entdecken, und dafür ist diese Zeit besonders wichtig.
Krieg:
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"Es wird vielleicht ein großer Krieg werden, ein sehr großer Krieg. Aber auch das ist bloß der Anfang. Das Neue beginnt, und das Neue wird für die, die am Alten hängen, entsetzlich sein." Das klingt ziemlich aussichtslos. Hesse kommt klar auf die Gefühle zu sprechen, die eine Kriegssituation mit sich bringen. Gleichzeitig schafft er es, in so einer schrecklichen, chaotischen Zeit trotzdem Mut zu machen. Er macht deutlich, dass es trotz äußeren und inneren Konflikten möglich ist, seinen Weg zu gehen. Der Leser bekommt trotz vieler Hoffnungslosigkeit eine Aussicht auf ein gutes Leben.
Kain und Abel:
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Die Geschichte von Kain und Abel ist von tiefer Bedeutung im Buch. Hesse erklärt durch Demian, dass diese Geschichte, anders als die Bibel sie auslegt, gedeutet werden kann. Das Zeichen auf der Stirn von Kain tragen nach seiner Auffassung Menschen, die "ein wenig mehr Geist und Kühnheit im Blick als die Leute gewohnt waren...Leute mit Mut und Charakter sind anderen Leuten immer sehr unheimlich."
Aber auch böse und gehässige Menschen tragen dieses Zeichen, welches die anderen Menschen oft davon abhält, ihnen näher zu kommen, weil sie sich vor ihnen fürchten. Diese Menschen halten sich für überlegener, erhabener und glauben, sie hätten Macht über Andere.
Im Zusammenhang mit der Geschichte von Kain und Abel stellen sich viele Fragen. Was ist richtig, was ist falsch? Was ist gut und was ist böse?.....
Abraxas:
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Abraxas ist zugleich Gott und Teufel. Es ist ein neuer Glaube mit dem Wort verbunden. "Man darf nichts fürchten und nichts für verboten halten, was die Seele in uns wünscht." Das bedeutet z.B. dass der Hass auf andere, die Aufregung über etwas, ein Spiegelbild unserer Selbst ist. Es ist die eigene Welt in einem drinnen, die wichtig ist. So gibt es in dem Buch die gute und die böse Welt. Wir können in der einen oder der anderen leben, und wir müssen in Beiden gelebt haben, um in uns zu spüren mit was wir glücklich sind.
"Mit Abraxas bezeichnete der ägyptische Häretiker / Gnostiker Basilides um das 2. Jahrhundert das Symbol des höchsten Urwesens, aus dem die fünf Urkräfte Geist, Wort, Vorsehung, Weisheit und Macht hervorgingen." (Quelle: wikipedia.de)
Selbstentdeckung:
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Emil Sinclair ist auf der Suche nach sich selbst. Er bekommt Eindrücke von der guten und der schlechten Welt und versucht, seinen Platz zu finden. Bis zum Ende der Geschichte entdeckt er, dass die Welt beide dieser Welten haben muss. Demian hat Sinclair einmal herausgeholfen aus seinem ruinierten Leben und ihm Freiheit gegeben. Demian könnte auch als freier Geist bezeichnet werden oder für die Wahrnehmung eines erleuchteten Auftrages stehen. Denn hinter Demian steckt ein Prinzip, das bedeutet, sich selbst wahrnehmen als sein Ich und ganz das tun, was einem selbst entspricht. Das Innere besiegt sozusagen das Äußere und wird sich bewusst. Emil Sinclair ist durch all seine Erlebnisse und Erfahrungen gewachsen, hat sich daran gebildet und sich schließlich neu entdeckt. Der Tod von Demian bedeutet auch die Ausführung seines Ziels. Sinclair wird so klug wie Demian, also braucht er ihn nicht mehr. Und wenn doch, dann ist er in ihm drinnen. Das Thema der Selbstentdeckung wurde offensichtlich durch Einflüsse von C.G. Jung geprägt.
Meine Gedanken:
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Hermann Hesses Demian ist ein Klassiker, der wahrscheinlich schon unzählige Male interpretiert worden ist. Ich habe jedoch bis vor kurzem noch nie was von diesem Werk gehört. Nachdem ich es gelesen hatte, war mir einfach klar, dass ich einen Bericht darüber schreiben möchte, egal wie viele es schon gibt. Es lädt so sehr zum Nachdenken ein, dass ich meine Gedanken dazu einfach zu Papier bringen möchte.
Ich bin sehr beeindruckt über die Vielschichtigkeit dieses Buches. Jeder Satz ist klug und ausgefeilt und erscheint mir sinnvoll. Es steckt so viel tiefere Bedeutung in der Geschichte.
Während die Geschichte sich entwickelt, verliert sich der Erzähler (Sinclair) in seinen Träumen und vermischt häufig die Grenzen zwischen Phantasie und Wirklichkeit.
Die Gemälde, die Sinclair erschaffen hat, waren sehr symbolisch. Sie wandelten sich von einem zum anderen Mal. Einmal war es die Abbildung von Beatrice, einmal war es die von Demian, die sich wandelte zur Mutter Demians und zum Vogel. Es gab auch Perioden, da zeigte das Gemälde alle vier dieser Abbildungen in einem, sie sind zu einem Bild zusammengeflossen.
Im allgemeinen glaubte der Autor, dass man, um sich selbst zu entdecken, zuerst die Welt um sich zerstören muss, die dann wieder langsam und schmerzlich aufgebaut werden muss. Dieser Glaube wurde in den Bildern des Vogels symbolisiert , sein Wegbrechen von seinem Ei. Sinclair wurde von diesen Gedanken verfolgt. Er hat geträumt von ihm, hat ihn gemalt und ihn in der Stadt gesehen.
"Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören. Der Vogel fliegt zu Gott. Der Gott heißt Abraxas."
Hesse hat mit Emil Sinclair einen Menschen dargestellt, der jeder von uns sein könnte und was somit wohl jeden anspricht, der es zulässt und jeder die Situation nachempfinden kann, besonders was die Suche zu sich selbst betrifft.
Das Buch ist von einem Suchenden für Suchende geschrieben. Es steckt viel Wahrheit und Erfahrungswert drinnen. Es ist viel Philosophie enthalten u.a. auch von Nietzsche, zu dessen Person und Ansichten Hesse einen wohl bedeutenden Stellenwert aufkommen lässt.
Ich denke, das Buch ist für Leser ab 10 Jahren geeignet. Das Buch hat an Aktualität nicht verloren, besonders was die Probleme der Jugend betrifft.
Ich persönlich habe aus dem Buch "Demian" vieles für mich Wichtiges herausholen können. Ich beginne zu begreifen, was mich als Mensch ausmacht.
Einige besondere Zitate:
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"Heim kommt man nie", sagte sie freundlich.
"Aber wo befreundete Wege sich kreuzen da sieht die Welt für eine Stunde wie Heimat aus."
"Das Leben jedes Menschen ist ein Weg zu sich selber hin, der Versuch eines Weges, die Andeutung eines Pfades. Kein Mensch ist jemals ganz und gar er selbst gewesen; jeder strebt dennoch, es zu werden, einer dumpf, einer lichter, jeder wie er kann. Jeder trägt Reste von seiner Geburt, Schleim und Eischalen einer Urwelt, bis zum Ende mit sich hin. Mancher wird niemals Mensch, bleibt Frosch, bleibt Eidechse, bleibt Ameise. Mancher ist oben Mensch und unten Fisch. Aber jeder ist ein Wurf der Natur nach dem Menschen hin. Und allen sind die Herkünfte gemeinsam, die Mütter, wie alle kommen aus demselben Schlunde; aber jeder strebt, ein Versuch und Wurf aus den Tiefen, seinem eigenen Ziel zu. Wir können einander verstehen; aber deuten kann jeder nur sich selbst."
"Und wir empfanden einzig das als Pflicht und Schicksal: dass jeder von uns so ganz er selbst werde, so ganz dem in ihm wirksamen Keim der Natur gerecht werde und zu Willen lebe, dass die ungewisse Zukunft uns zu allem und jedem bereit finde, was sie bringen möchte."
"Wer nicht "in die Welt passt", der ist immer nahe daran sich selbst zu finden"
"Es gibt keine Wirklichkeit als die, die wir in uns haben."
"Zum erstenmal klang die äußere Welt mit meiner innern rein zusammen - dann ist Feiertag der Seele, dann lohnt es sich zu leben. " weiterlesen schließen
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