Unterm Rad (Taschenbuch) / Hermann Hesse Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- man gewinnt Verständnis für den Autor, nicht sehr dick
Nachteile / Kritik
- Sprache, nicht mehr ganz aktuell
Tests und Erfahrungsberichte
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Facharbeit zum Thema: Hermann Hesse - Unterm Rad
16.03.2004, 21:05 Uhr von
Juliane18
Salut!Ich bin Juliane und ich spiele Theater aus Leidenschaft. Außerdem interessiere ich mich für...4Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Das Thema meiner Facharbeit ist der Roman „Unterm Rad“ von Hermann Hesse, bei welchem der autobiografische Hintergrund und die gesellschaftspolitischen Intentionen stark berücksichtigt werden sollen.
Nach dem ersten Blick auf meine Facharbeit hatte ich keinen Bezug zu diesem Thema, doch dieser entwickelte sich im Laufe der Anfangszeit sehr schnell. Nachdem ich den Roman gelesen und mich mit verschiedenen Büchern und Quellen auseinander gesetzt habe, wurde mir mein Thema gleich viel vertrauter und schien mir sehr interessant zu sein. Schlagwörter meines Themas sind Erziehung, Schulsystem, Autorität und Individualität, zu denen ich aus eigener Erfahrung einen persönlichen Bezug habe.
Ich werde also, nachdem ich eine kurze Biographie verfasse und den Inhalt des Romans veranschauliche, die Zusammenhänge zwischen Hesses Leben und der Handlung erarbeiten.
Von Bedeutsamkeit sind der Entstehungsprozess, der auf den geschichtlichen und persönlichen Hintergrund basiert, und die Funktion des Romans, nämlich eine Art von Verarbeitung des eigenen Lebens, für den Autor. Diese Aspekte werde ich im Weiteren näher erläutern.
Was bedeutet es „unters Rad“ zu gelangen und inwiefern übt Hermann Hesse Kritik auf die Gesellschaft und auf das autoritäre Erziehungssystem aus? Meine Absicht ist diese Zusammenhänge verständlich zu machen und dem Leser Hesses Intentionen in Bezug auf die Gesellschaft und die Politik zu vermitteln.
2 Biographie
Hermann Hesse wird am 2. Juli 1877 in Calw/Württemberg geboren. Er wohnt mit seinem Vater Johannes Hesse, dem baltischen Missionar und späteren Leiter des “Calwer Verlagsvereins “ und seiner Mutter Marie, geb. Gundert, bis 1886 in Basel.
Als die Familie nach Calw zurückkehrt, besucht Hermann die Lateinschule. Im Jahr 1890 wird er gründlich auf das Württenbergische Landesexamen vorbereitet, welches ihm ein kostenloses theologisches Seminar im Kloster Maulbronn ermöglicht. Ein Jahr später, im Juli, besteht Hermann dieses Landesexamen und tritt somit im Herbst in das Kloster Maulbronn ein. Aus diesem flüchtet er bereits nach sieben Monaten wieder, weil er entweder „Dichter oder gar nichts“ werden will.
Nach einem Selbstmordversuch wird er in die Heilanstalt Stetten eingeliefert. Im Oktober 1893 beginnt Hermann eine Lehre als Buchhändler in Eßlingen, die er nach drei Tagen wiederum abbricht. Im Jahr darauf macht er eine Lehre zum Mechaniker in der Calwer Turmuhrenfabrik Perrot und überwindet in dieser Zeit seine psychische Krise. In Tübingen wird er als Lehrling und später als Sortimentsgehilfe in der Buchhandlung Heckenhauer angestellt. In der Zeitschrift „Deutsches Dichterheim“ werden erste Gedichte Hesses gedruckt. Es erscheinen von ihm weitere Gedichte und die „Romantischen Lieder“. 1904 erscheint sein erster Roman „Peter Camenzind“. In demselben Jahr heiratet er Maria Bernoulli, mit der er drei Kinder hat, und von der er sich 1919 wieder trennt. 1906 erscheint Hesses Roman „Unterm Rad“, mit welchem er anhand eines Schülers demonstriert, wie dieser „[…] ,unter die Räder´ des mächtigen Erziehungsapparates der wilhelmschen Ära gerät.“
Hesses Vater stirbt 1916. Mit dem Tod seines Vaters erleidet Hesse einen Nervenzusammenbruch und bekommt eine psychotherapeutische Behandlung. Er veröffentlicht in den folgenden Jahren seines Lebens noch weitere bedeutende Werke wie Gertrud (1910), Rosshalde (1914), Demian (1917), Siddartha (1922), Der Steppenwolf (1927), Narziß und Goldmund (1930) und das Glasperlenspiel (1932-1943), aber ebenso weitere Gedichte. 1939-1945 sind mehrere seiner Werke unerwünscht und dürfen nicht mehr nach gedruckt werden. Er erhält 1946 den Nobelpreis und 1955 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Hermann Hesse stirbt am 9. August 1962 in Montagnola an einer Gehirnblutung.
3 Unterm Rad
Der Roman „Unterm Rad“ von Hermann Hesse erschien vom 5. April bis zum 17. Mai 1904 im Vorabdruck der Neuen Zürcher Zeitung als Fortsetzungsroman. Die überarbeitete Fassung erschien 1906 im S. Fischer Verlag in Buchform.
3.1 Inhaltsangabe
Der Roman handelt von dem Schüler Hans Giebenrath, der von seinem Vater, der Schule und der Gesellschaft gehindert wird sich zu einer individuellen Persönlichkeit zu entwickeln und aufgrund seiner Unfähigkeit sich der Gesellschaft anzupassen scheitert.
Hans, der sehr begabt und ehrgeizig ist, wird aufgrund dessen als einziger Schüler zum Landesexamen nach Stuttgart geschickt. Er besteht dieses als Zweitbester und wird somit kostenlos als Stipendiat in ein Seminar und später in der Tübinger Universität aufgenommen. Im Kloster Maulbronn teilt er sich mit anderen Schülern die Stube „Hellas“ und bleibt zunächst ein Außenseiter bis er sich schließlich mit dem Schüler Hermann Heilner anfreundet. Dieser, „[…] hatte eigene Gedanken und Worte, er lebte wärmer und freier, litt seltsame Leiden und schien seine ganze Umgebung zu verachten.“ Heilner grenzt sich durch seine Eigenwilligkeit von den anderen Schülern ab. Als er jedoch eine Karzerstrafe bekommt, steht Hans Giebenrath nicht hinter ihm sondern beschließt sich ausgiebig auf seine Seminarskarriere zu konzentrieren und entscheidet sich gegen die Freundschaft zu Hermann Heilner. Nachdem ein Mitschüler ertrunken ist, sehnt sich Hans nach seinem Freund und hat ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen. Er bittet Hermann um Verzeihung. Hans genießt die Freundschaft zu Hermann und beginnt die Welt mit anderen Augen zu sehen. Er wird „gefühlsvoller“ und distanziert sich von der Schule. Seine Leistungen verschlechtern sich erheblich, worauf ihm der Umgang mit Hermann verboten wird. Hans leidet unter Konzentrationsschwächen, Halluzinationen und immer stärkeren Kopfschmerzen. Nachdem Hermann nach einer weiteren Strafe aus dem Kloster flüchtet und entlassen wird, versucht Hans mit letzter Kraft den Leistungsanforderungen des Klosters gerecht zu werden. Da sein Ruf bei den Lehrern nicht zu retten ist, muss er ständig Demütigungen und Moralpredigten ertragen. Er erleidet einen Nervenzusammenbruch und wird nach ärztlicher Bestimmung nach Haus geschickt. Hans ist psychisch am Ende, weil er von seinem Vater keine Unterstützung bekommt, und er wird von Selbstmordgedanken geplagt bis er ein Mädchen kennen lernt, in welches er sich verliebt. Als dieses die Stadt verlässt, ist er erneut verzweifelt und traurig. Er beginnt eine Lehre zum Mechaniker, die ihm noch sehr schwer fällt. Er versucht sich seinem neuen Leben anzupassen und besucht mit mehreren Gesellen ein Wirtshaus und betrinkt sich dort.
Der Heimweg ist das Ende seines Lebens.
„Vielleicht hatte der Anblick des schönen Wassers ihn gelockt, dass er sich darüberbeugte, und da ihm Nacht und Mondblässe so voll Frieden und tiefer Rast entgegenblickten, trieb ihn Müdigkeit und Angst mit stillem Zwang in den Schatten des Tode“ . Hans wird am nächsten Tag tot im Fluss gefunden.
3.1.1 Biographische Parallelen
Hesses autobiographische Züge in „Unterm Rad“ sind unverkennbar. Er spiegelt seine Persönlichkeit in der Hauptromanfigur Hans Giebenrath, aber auch in der Romanfigur Hermann Heilner, wieder.
Hans Giebenrath besteht wie Hesse zuvor das Landesexamen in Stuttgart. Nach den Sommerferien besucht der Schüler Hans das Kloster Maulbronn, das auch Hesse auf Staatskosten besuchen durfte. Hans und Hesse wurden in denselben Schlafraum gelegt und teilten sich dieselben Freunde. Auch die gleichen Vorlieben wie Latein und Geschichte führt er auf Hans zurück. Die Figur Hans Giebenrath spiegelt den Musterknaben in Hesse wieder, der fleißig und ordentlich ist. Als er aus dem Kloster ausreist, übernimmt Hermann Heilner seine Rolle. Dieser ist „ […] besonders der rebellische Hesse von Bad Boll, Stetten und Cannstatt. […] Er spielt ebenfalls Geige und schreibt Gedichte, wie es Hesse in Maulbronn getan hatte, und sein Ausreißen entspricht dem Hesses“ Auch aus der psychischen Verfassung Giebenraths lassen sich eindeutig die Parallelen zu Hesses damaliger Verzweiflung erkennen, als dieser einen Zusammenbruch erlitt. Hans Giebenrath macht, nachdem er gescheitert war eine Lehre zum Mechaniker. Auch Hesse machte ein Praktikum in einer Turmuhrenfabrik.
Parallelen lassen sich auch in Bezug auf Hesses Bruder erkennen. Hesses Romanfigur Hans Giebenrath trägt den Vornamen seines Bruders, der sich 1935 das Leben nahm, weil er von der Schule unterdrückt wurde und dem nicht mehr standhalten konnte . Die Indizien H.H. stehen im Roman für Hermann Heilner, jedoch stimmen sowohl Vorname als auch diese Indizien mit denen des Autors „Hermann Hesse“ überein. Daraus lässt sich schließen, dass der Autor auch seinen Bruder im Roman mit einbezieht. Hans Hesse gelangt wie Hans Giebenrath unter die Räder des autoritären Erziehungssystems und nimmt sich ebenfalls das Leben. Hermann Hesse war zwar auch einer starken psychischen Krise ausgeliefert und spielte mit den Gedanken sich umzubringen, jedoch konnte er mit viel Mühe die schwere Zeit überwinden. Er überlebt ebenso wie Hermann Heilner und wendet sich wie dieser der Dichtung zu.
Hesse beschreibt in „Unterm Rad“ seine Vergangenheit und Entwicklung als Schüler und reflektiert seine eigene Persönlichkeit in den Romanfiguren Hans und Hermann. „[…] Giebenrath ist das, was Hesse war, und Heilner ist das, was er werden musste, wenn er etwas aus seinem Leben machen wollte. Der Tod des einen und das Überleben des andern waren Hesses symbolische Darstellung einer tatsächlichen Veränderung in seinem Leben.“ Im Roman wird Hans tot im Fluss entdeckt. Die Frage, ob er seine Selbstmordgedanken, von denen auch Hesse geplagt war, realisiert, oder in der Trunkenheit ertrinkt, bleibt offen. Jedenfalls ist sein Leben gescheitert und seine Zukunft verbaut . Mit dem schockierenden Tod Giebenraths und den offensichtlichen Parallelen der Romanhauptfigur zu Hesse, demonstriert dieser, dass er auch wie Hans hätte „unter die Räder“ gelangen können, wenn er sich nicht als Individuum hätte durchsetzen können. Diesen Aspekt werde ich im letzen Teil meiner Facharbeit noch intensiv behandeln und verdeutlichen, warum man damals scheiterte, wenn man sich der Gesellschaft nicht anpasste und gehorsam war.
3.2 Entstehungsgeschichte
Der Roman „Unterm Rad“ ist zwischen 1903 und 1904 entstanden. Die Entstehung des Romans ist auf zeitgeschichtliche und persönliche Hintergrunde zurückzuführen.
3.2.1 Geschichtlicher Hintergrund
Zur Entstehungszeit des Romans war Wilhelm II. (1859-1941) deutscher Kaiser und König von Preußen. Er regierte das deutsche Reich von 1888 und trat 1918, nach dem Zusammenbruch des deutschen. Reiches im ersten Weltkrieg und nach der Novemberrevolution, auf Rat Hindenburgs zurück. Während seiner Regierungszeit führte es zu vielen Veränderungen im Deutschen Kaiserreich. Wilhelm II. zwang den Reichskanzler Bismarck zum Rücktritt, worauf sich das Bündnissystem auflöste.
Positive Veränderungen des Kaisers waren eine verbesserte Sozialpolitik, die Aufhebung des Sozialistengesetzes und die Verabschiedung des Bürgerlichen Gesetzbuches. Nach der Auflösung des Bündnissystems entwickelte sich im Deutschen Kaiserreich ein Nationalismus um sich wirtschaftlich und politisch behaupten zu können. Deutschland wurde in der wilhelmschen Ära (Regierungszeit des dt. Kaisers Wilhelm II.) zu einem der fortgeschrittensten Industrieländer. Die Gesellschaftsstruktur blieb jedoch unverändert. Der Adel hatte die Macht und das Bürgertum versuchte sich dem alten Lebensstil anzupassen. Militarismus und übersteigerter Nationalismus verstärkten sich im Kaiserreich. Besonders die Jugend der damaligen Zeit bekam dies zu spüren, denn „das totalitäre politische System schlug sich besonders im Erziehungswesen nieder […]“ Gehorsamkeit, Anpassungsvermögen und Vaterlandsliebe stand an erster Stelle und wurde der Jugend in der Erziehung vermittelt. Demnach gab die Politik der Jugend nicht die Chance sich als Individuum zu entwickeln und die eigene Persönlichkeit zu verwirklichen.
Auf dieses „totalitäre Erziehungssystem“ führt auch Hesses Roman „Unterm Rad“ zurück. Der Schüler Hans Giebenrath ist sein gesamtes Leben den autoritären Mächten, nämlich der Schule und dem Vater, ausgeliefert. Werte wie Disziplin und Ordnung und Autoritätshörigkeit werden ihm im übertriebenen Maße gelehrt.
3.2.2 „Unterm Rad“ als Befreiung schmerzlicher Erinnerungen
Hesses Roman war für ihn auch eine Art von Selbsttherapie. „Obgleich der im Geiste des schwäbischen Pietismus erzogene Hesse[…] aus dem evangelisch-theologischen Seminar im Kloster Maulbronn fortlief und in dem Roman Unterm Rad (1906) mit seinen dogmatischen Lehrern abrechnete, blieb er auf dem pietistischen ,Weg nach Innen´ und schrieb aus ,religiösem Antrieb´ autobiographisch geprägte „Seelenbiographien“ […]“ . Er erlebte seine Jugend ja, wie bereits gesagt, ganz ähnlich wie seine Romanfigur Hans Giebenrath. Beim Lesen des Romans kann der Leser die Emotionen von Hans gut nachvollziehen. Der Leser bekommt ein Gespür dafür, welchem Druck und damit folgenden Angst der Schüler ausgesetzt ist. Als die Leistungen des sehr guten Schülers sinken, kann er dem Druck nicht mehr standhalten und verliert seinen strebsamen Ruf. Hans kann sich der Gesellschaft nicht mehr anpassen und merkt, dass er nicht der Mensch ist, für den man ihn hält, sondern ein ganz anderer Mensch, den man nicht akzeptiert und „sterben“ lässt. Genau dieses Drama hat der Autor selbst durchleben müssen und nur schwer verkraftet.
Dieser Roman verfügt über eine sehr große Aussagekraft, weil er nebenbei bestimmte Ziele verfolgt, indem er mittels der Satire Kritik auf die Gesellschaft und die Erziehenden ausübt, was im letzten Teil der Facharbeit bearbeitet wird. Außerdem sagt er viel über Hesses Leben selbst aus. „Hesse ging es weniger darum, soziale Institutionen bloßzustellen, als darum, sich von schmerzlichen Erinnerungen zu befreien und seinen latenten Ärger Luft zu machen“
Er schrieb also den Roman in erster Hinsicht um seine Vergangenheit zu bewältigen. Hesses Methode zur Bewältigung besteht darin, dass er sich an seine Jugend erinnert, sich direkt mit seiner Angst auseinander setzt und seine Persönlichkeit im Roman „Unterm Rad“ in den Romanfiguren Hans Giebenrath und Hermann Heilner widerspiegelt.
Aber auch für seinen Bruder, der ebenfalls Hans hieß, wie seine Romanhauptfigur, wurde die Schule zur Tragödie. Hesse schreibt in einem seiner Briefe, dass er mit der Schule habe abrechnen wollen. Der Grund dafür wäre das „leidenschwere Schülertum“ seines Bruders und sein eigenes. Auch aus diesem Grund verfasste Hesse den Roman „Unterm Rad“ um nicht nur sein Leben zu verarbeiten, sondern auch das Schicksal seines Bruders Hans.
3.3 Bedeutung und Intentionen des Romans
Hermann Hesse verfolgte anhand seines Romans „Unterm Rad“ verschiedene Ziele.
Anhand der Figur Hans Giebenrath in „Unterm Rad“ demonstriert Herman Hesse wie dieser in der Wilhelmschen Ära durch die Engstirnigkeit und Oberflächlichkeit der Gesellschaft, und der strengen Pflicht zur Gehorsamkeit unter das Rad gelangt.
Der Titel „Unterm Rad“ ist ein bildlicher Ausdruck für eine Zerstörung durch äußere Gewalt, für ein Überrolltwerden von einem Wagen, so dass man der Situation hilflos ausgeliefert ist. Durch die äußere Gewalt, nämlich das Elternhaus, die Schule und die Gesellschaft zerbricht die Persönlichkeit des Hans Giebenraths. Er scheitert letztendlich auch aufgrund seiner psychischen Labilität.
3.3.1 Hesses Kritik an der Gesellschaft
Hesse kritisiert die Gesellschaft im erheblichen Maße. Bereits zu Beginn des Romans demonstriert er anhand Hans Vater Joseph Giebenrath die oberflächliche Gesellschaft dieser Zeit.
„Er [Joseph Giebenrath] besaß […] eine etwas aufgeklärte und fadenscheinig gewordene Kirchlichkeit, angemessenen Respekt vor Gott und der Obrigkeit und blinde Unterwürfigkeit gegen die ehernen Gebote der bürgerlichen Wohlständigkeit.“ Die Figur Joseph richtet sich nach den vorgeschriebenen Werte und Normen, passt sich der Gesellschaft an und glaubt das, was ihm gelehrt wird. Deutlich wird auch, dass diese Einstellung fast alle Menschen mit ihm teilen. „Er [Joseph Giebenrath] hätte mit jedem beliebigen Nachbarn Namen und Wohnung vertauschen können, ohne dass irgend etwas anders geworden wäre. Auch das Tiefste seiner Seele, das schlummerlose Misstrauen gegen jede überlegende Kraft und Persönlichkeit und die instinktive aus Neid erwachsene Feindseligkeit gegen alles Unalltägliche, Freiere, Geistige teilte er mit sämtlichen übrigen Hausvätern der Stadt.“ Josephs Leben und somit das Leben der Allgemeinheit wird mit dem eines Philisters verglichen, was einen engstirnigen Menschen, einen Spießbürger, bedingt . Kritik übt Hermann Hesse in dem Sinn aus, dass die Grundlage jedes Lebens und Persönlichkeitsentwicklung diese in Normen erstarrte Gesellschaft ist. Die Gesellschaft behindert also die Entwicklung einer Individualität. Überleben konnten nur diejenigen, die sich nach den Normen richteten und sich anpassten. Hesse kritisiert die Gesellschaft, indem er seine kritische Einstellung indirekt über seine Figuren äußert. Hans Giebenrath verkörpert im Roman diejenige Minderheit, die es nicht schafft den Anforderungen und Lebensvorstellungen gerecht zu werden und aufgrund dessen zum Opfer der engstirnigen Gesellschaft wird. Als Hans in das Kloster Maulbronn geschickt wird, kommt er anfangs seiner Pflichten nach, richtet sich nach vorgegebenen Regeln und ordnet sich strebsam und überzeugt dem Schulsystem unter. Im Laufe der Freundschaft zu Hermann Heilner, der ein „Schwärmer“ und „Dichter“ ist, verändert sich seine grundsätzliche, durch Erziehung und Gesellschaft geprägte, Einstellung: „Hans war zärtlicher, wärmer, schwärmerischer geworden[…]“ Er entwickelte außerdem ein Interesse für die Dichtung. Auch Hesse interessierte sich schon früh für die Dichtung. In seinen „Biographischen Notizen“ verdeutlicht Hesse, dass er Dichter habe werden wollen, doch gewusst habe, dass er mit der Dichtung kein Geld verdienen könne, weil der Beruf nicht anerkannt werden würde. Auch Hans Giebenrath verschafft sich einen schlechten Ruf, wenn er sich der Dichtung zuwendet. Die Dichtung besteht aus Fantasie, Gefühlen und einen eigenen Willen/ Überzeugtheit. Die Gesellschaft behindert damit die Individualität, was wieder für die Oberflächlichkeit steht und Hesse versucht zu kritisieren.Hans Veränderung hat zur Folge, dass sich seine Leistungen mit der Zeit rapide verschlechtern und er eines Tages dem Druck der Lehrer nicht mehr standhalten kann und aufgrund seines Nervenzusammenbruchs nach Haus geschickt wird.
„Warum hatte er in den empfindlichsten und gefährlichsten Knabenjahren täglich bis in die Nacht hinein arbeiten müssen? Warum hatte man […] ihm das hohle, gemeine Ideal eines schäbigen, aufreibenden Ehrgeizes eingeimpft? Warum hatte man ihm selbst nach dem Examen die wohlverdienten Ferien nicht gegönnt? Nun lag das überhetzte Rösslein am Weg und war nicht mehr zu brauchen“ Der auktoriale Erzähler greift kommentierend in das Geschehen ein und Kritik wird zu meist mittels der Satire vom Autor geäußert. Auch mittels dieser rethorischen Fragen kritisiert Hesse durch seinen Erzähler die Gesellschaft. Er macht diese auf indirekte Weise für den Nervenzusammenbruch und späteren Selbstmord verantwortlich.
Als Hans nach ärztlicher Anweisung dann nach Haus kommt, erwartet dieser die schwere Enttäuschung des Vaters. Doch der Vater fürchtet sich nur vor der Nervenkrankheit seines Jungens, von welcher der Arzt und der Euphorus (Leiter eines evangelischen Seminars) in dem letzten Brief geschrieben haben, denn „[…] man hatte von solchen Kranken immer mit verständnislosem Spott oder mit einem verächtlichen Mitleid wie von Irrenhäuslern gesprochen, und nun kam ihm sein Hans mit solchen Geschichten heim.“ Der Vater sorgt sich nicht um die Zerrüttung seines Kindes sondern nur um die bestehende Gefahr von der Gesellschaft nicht mehr angesehen und akzeptiert zu werden. Diese Situation spiegelt die oberflächliche Denkweise der Gesellschaft wieder. Diese Einstellung des Vaters hat wiederum zur Folge, dass er Hans schonend, beobachtend gegenüber steht und ihn auf verlogene Weise behandelt, indem er ihm die Harmonie vorspielt und seinem Sohn nicht in seiner Verzweiflung zur Seite steht. Dieses Verhalten erkennt Hans schnell und verängstlicht und deprimiert ihn nur noch intensiver.
Diese elterliche Erziehung, die von der Gesellschaft geprägt wird, kritisiert Hesse aufgrund eigener Erfahrung und Schmerz. In dem Brief vom 14.9.1982, den er an seinen Vater aus der Heilanstalt Stetten schrieb, erwähnt Hesse, dass er sich sehr danach sehnte einen Vater zu haben, den man lieben könne. Er wirft seinem Vater vor, dass sich die Beziehung zu seinen Eltern verschlechtere, weil man ihn nicht als Mensch akzeptiere sondern nur als einen Pietisten.( Pietisten sind Anhänger einer im 17. Jahrhundert entstandenen religiösen Bewegung im Protestantismus zur Erneuerung des frommen Lebens und einer im dienenden Reform der Kirche) Hesse macht den Vater ebenfalls für seine geringe Lebenslust verantwortlich und fordert ihn auf ihn einmal zu besuchen.
Hesse wirft seinen Eltern vor, dass sie wahre Pietisten seien, weil sie fehlerlos seien, andere Anschauungen, Hoffnungen und Ideale haben als Hesse und ihm das zum Verhängnis wird. Seinen Zusammenbruch und Untergang verarbeitet er in seinem Roman „Unterm Rad“ und macht die Gesellschaft und das Erziehungssystem für das Scheitern von Hans Giebenrath und damit auch für seine Vergangenheit verantwortlich.
3.3.2 Hesses Kritik an dem Erziehungssystem der Schule
Hesse stand nicht nur der Zivilisation kritisch und widerwillig gegenüber sondern ebenso hatte er eine ablehnende Meinung zum Bildungsbürgertum und Schulsystem.
Dies demonstriert er im Schulroman „Unterm Rad“ sehr deutlich. Die Schule besaß in Hesses Jugend eine gewaltige Macht und löste bei den Schülern Furcht aber zum Teil auch Hass aus. Diese Macht äußerte sich auch in unmenschlichen und unwürdigen gewaltsamen Bestrafungen bei Schülern, wobei manchmal das Blut floss. Wie bereits erwähnt wurden den Schülern Werte wie Autorität, Gehorsamkeit, Anpassung und Disziplin eingetrichtert. Unter der gesamten Situationen hatte Hesse zu leiden. Er schreibt ein Jahr vor der Veröffentlichung des Romans „Unter Rad“: „ Die Schule ist die einzige moderne Kulturfrage, die ich ernst nehme und die mich gelegentlich aufregt. An mir hat die Schule viel kaputtgemacht, und ich kenne wenig bedeutendere Persönlichkeiten, denen es nicht ähnlich ging. Gelernt habe ich dort nur Latein und Lügen“ Aufgrund persönlicher Ablehnung des autoritärem Erziehungssystems verfasst Hesse den Roman und schildert auf schockierende Weise, wie der anständige begabte Junge Hans Giebenrath von der Schule zerbrochen und in die Verzweiflung getrieben wird und von den Lehrern durch übersteigerten Ehrgeiz und zuviel Lernstoff überfordert wird. Man kann den Schüler mit einem Pflänzchen vergleichen, dem die Wurzeln abgeschnitten wurden und sich noch mit letzter Kraft versucht am Leben zu halten bis es stirbt. Außerdem sagt Hesse, dass er im Roman nun den Mächten gegenüber, denen Hans Giebenrath unterworfen ist und die ihm selber fast zum Verhängnis wurden, Ankläger und Kritiker spiele. Diese Mächte seien die Schule, die Theologie, die Tradition und die Autorität.
Hesse äußert seine Kritik über seine Romanfiguren mittels der Ironie und Satire. Er wechselt oft die Perspektiven und berichtet aus verschiedenen Sichten. Beispielsweise schreibt er im Roman, dass die Lehrer des Maulbronner Klosters die Pflicht hätten „[…] in dem jungen Knaben die rohen die hohen Kräfte und Begierden der Natur zu bändigen und auszurotten und an ihre Stelle stille, mäßige und staatlich anerkannte Ideale zu pflanzen.“ Diese Erziehungsmaßnahme der Schule wäre notwendig damit sich das Kind nicht zum „Träumer“ entwickelt. Außerdem sei der Mensch etwas Unberechenbares und teilweise wie eine Flamme, die man erst löschen müsse. Es ist deutlich zu erkennen, dass Hesse hier Ironie einsetzt um seine Kritik an der Schule zu verdeutlichen, die mit viel Wut auf die Institution verbunden ist.
Es beginnt schon damit, dass Hans von seinen Lehrern und Vater zum übersteigerten Ehrgeiz angestiftet wird pausenlos bis in die Nacht hinein für das Landesexamen zu lernen. Dabei wird seine Freizeit vollkommen eingeschränkt und auch in den Ferien hat er nicht die Gelegenheit sich zu erholen, sondern befolgt den Rat der Lehrer zu lernen, um sich gut auf das Seminar vorbereiten zu können. Im Kloster Maulbronn lernt Hans zuerst fleißig und übernimmt die Rolle des Musterknaben während sein Freund Heilner den Ruf eines Genies bekommt. „Ein Schulmeister hat lieber einige Esel als ein Genie in seiner Klasse […], denn seine Aufgabe ist es nicht extravagante Geister heranzubilden, sondern gute Lateiner, Rechner und Biedermänner.“ Einen unschuldigen, ahnungslosen Schüler wünschen sich die Lehrer lieber als einen Genie, der eigenständig denkt und Theorien entwickelt. Ein solcher konnte in der wilhelmschen Zeit nicht lange mit der Schule harmonisch kommunizieren, was Hesse in der Figur Heilner verständlich macht und kritisiert. Diese Einstellung der Schule verhindert die persönliche Entwicklung und Individualität eines Menschen. Hesse kritisiert das System, weil er der Meinung ist, dass es keinen Sinn ergebe, wenn man der Jugend keine Möglichkeit zu einer seelischen Entwicklung gebe, sondern dieser nur die Gehorsamkeit und Anpassung erzwingt.
Nachdem sich die Freundschaft zu Heilner intensiver entwickelt, werden auch die Leistungen von Hans viel schlechter und sein Gesundheitszustand verschlechtert sich ebenfalls. Die Lehrer führen dies auf die Freundschaft mit Heilner zurück, der nach einer weiteren Strafe entlassen wird. Nachdem sich Hans noch einmal bemüht seine Leistungen zu verbessern, gelingt dies ihm nicht. „Wie ein Hamster mit aufgespeicherten Vorräten, so erhielt sich Hans mit seiner früher erworbenen Gelehrsamkeit noch einige Frist am Leben.“ Mit dieser Metapher stellt Hesse das Schulsystem in Frage. Er veranschaulicht, dass Hans der autoritären Schule und der Gesellschaft psychisch nicht mehr standhalten kann und deutet auf einen baldigen Tod des Schülers hin. Die Lehrer treiben Hans immer mehr in die Verzweiflung und zerstören seine Persönlichkeit, denn sein Ruf sinkt bei den Lehrern stufenweise und er wird bis er nervlich zusammenbricht von den Lehrern gedemütigt und mit Moralpredigten überfallen. Hesse gelingt es die Lehrer des Kloster Maulbronn und damit das gesamte autoritäre Schulsystem bloßzustellen und anhand des Romans „Unterm Rad“ in sarkastischer Weise zu kritisieren, weil sie die Einzigartigkeit, die Natürlichkeit des Menschen zuerst zerbrechen und ihn darauf zu einem sozial angepassten Bürger erziehen.
Der Tod Giebenraths zeigt eindeutig, dass er es nicht geschafft hat sich der Gesellschaft anzupassen, weil er von dem Vater, Lehrern, und der Gesellschaft unter die Räder gedrängt wurde und sich aus eigener psychischen Verfassung nicht mehr retten konnte. Mit dem Tod des Opfers der Wilhelmschen Ära verstärkt sich Hesses Kritik und Intention an die Gesellschaft sich das Fehlverhalten bewusst zu machen.
4 Fazit
Aus meinen Ausarbeiten zu Hermann Hesses „Unterm Rad“ lassen sich folgende Schlüsse ziehen:
Die autobiographische Züge des Romans sind eindeutig. Hesse spiegelt seine Vergangenheit in den Hauptromanfiguren Giebenrath und Heilner wieder und beschreibt seine schmerzhaften Erfahrungen. Er setzt sich somit mit seinem Leben auseinander und versucht dieses zu verarbeiten.
Hesse bringt außerdem seine Gefühle und Gedanken, nämlich seine Wut, seine Verzweiflung und seinen Schmerz, mittels der wechselnden Erzählperspektive und den sarkastischen Anspielungen zum Ausdruck.
Hesse versuchte 1906 durch seinem Roman appellierend und vor allem warnend auf den Leser einzuwirken. Er kritisiert die oberflächliche Gesellschaft der Wilhelmschen Zeit und das Erziehungssystem, das der Jugend einen Willen und ein Denken bezwingt und damit die Persönlichkeit zerstört. Er demonstriert in seinem Roman, was diese Abstufung des Individuums zur Folge haben könnte und stellt die Werte und Normen der Gesellschaft und der Erzieher zur Diskussion.
Große Wirkung hatte Hesse auf die Jugend, da diese sich in der Persönlichkeitsentwicklung befanden und nach Idealen und Werte suchten.
Zum Schluss meiner Facharbeit kann ich behaupten, dass dies eine sehr interessante Erfahrung war, aber auch eine ausführliche Arbeit, die ohne Zweifel viel Zeit und Aufwendung erfordert. Mit den Büchern über den Autor und den Roman habe ich eigentlich keine Schwierigkeiten gehabt. Die Problematik, die mir widerfahren ist, bestand darin, dass zum Teil widersprüchliche Aussagen vorhanden waren.
Ich denke, dass der Roman ein wichtiges und wohl auch immer aktuelles Thema anspricht, dass auch in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist. Auch heutzutage wird man gerade in der pubertären Phase des Lebens mit der Anpassung sozialer Werte und Normen konfrontiert. Zu dieser Zeit ist man oftmals rebellisch Autoritäten und Regeln gegenüber und weniger bereit gehorsam zu sein. Aus diesem Grund ist der Prozess der Sozialisation ein immer aktuelles Thema. Es ist wichtig ein soziales Verhalten zu erlernen, sich in die Gesellschaft einzugliedern und sich nach gewissen Normen zu richten.
Die Sozialisation ist die Voraussetzung für das Zusammenleben von Menschen. Jedoch ist der Prozess der Personalisation in der heutigen Gesellschaft auch von großer Bedeutung. Die Selbstverwirklichung spielt hierbei eine wichtige Rolle. Man kann sich nicht nur unterordnen, sondern muss lernen sich als Individuum zu begreifen und zu akzeptieren. Im 19. Jahrhundert wurde, wie beispielsweise im Roman „Unterm Rad“ dieser Prozess der Personalisation stark unterdrückt. Gerade im jugendlichen Alter entwickelt sich die Persönlichkeit noch, denn sie sind auch auf der Suche nach neuen Idealen.
In der Moderne hat sich die Idee der autonomen Persönlichkeit realisiert und der Prozess der Sozialisation und der Personalisation sollte ausgeglichen sein. weiterlesen schließen -
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Hesse läßt tief blicken
Pro:
man gewinnt Verständnis für den Autor, nicht sehr dick
Kontra:
Sprache, nicht mehr ganz aktuell
Empfehlung:
Ja
Da ich schon einiges von Hesse gelesenen hatte, freute ich mich sehr, als mir durch Zufall Hermann Hesses “Unterem Rad” in die Hände fiel. Ich habe es für 2 Euro gebraucht von einer Freundin gekauft die es mal für die Schule lesen mußte.
Hier einige Fakten zu dem Buch
Erschienen im Surkamp Verlag
als Taschenbuch.
Kostet neu 6,50 Euro und hat die
ISBN 3-518-36552-5.
Das Buch hat 165 Seiten.
Inhalt
Hans Giebenrath ist der Klassenprimus in seinem kleinen Dorf. Unangefochten an der Spitze setzen alle große Hoffnungen in ihn. So wird er als Einziger zum Aufnahmetest für das elitäre, angesehene Priesterseminar geschickt. Mit seinem ehrgeizigen Vater hat er einen Förderer, jedoch keinen emotionalen Halt. Dieser fehlt ihm auch ansonsten, da seine Mutter früh gestorben ist. Allerdings verbindet ihn eine tiefe Freudschaft mit dem Schuhmacher des Dorfes, der sehr fromm ist. Dieser hat eine Aversion gegen den modern eingestellten Dorfpfarrer und warnt Hans eindringlich vor ihm als dieser sich zu ihm begibt um in den Ferien zu lernen.
Nach einigem Zittern wird er in das Seminar aufgenommen, wo er auf allerlei eigentümliche Menschen stößt. Insgesamt schließt er jedoch mit wenigen der jungs auf seiner Stube Freundschaft, er bleibt isoliert. Einer jedoch, der senibelste, unbodenständigste von allen auf der Stube gewinnt seine Freundschaft. Er übt jedoch einen negativen Einfluß auf den einstigen Primus aus, der auch im Seminar weiter die Führung wollte und nun, durch eben diesen Einfluß, einen anderen Weg wählt. Als sein Freund zum Auftrührer wird und ihn mit in seine Misere hineinzieht beginnt sich in der Beziehung der beiden Jungen ein Burch abzuzueichnen, denn der sensible Dichter wird an den Pranger gestellt wegen seines ungebührlichen Verhaltens, und hier wird Hans Loyalität auf eine harte Probe gestellt, da dieser sich aber nicht ganz von seinem Wunsch Klassenprimus zu sein lösen kann, verrät er den Freund, jedoch ist dieser Bruch nur von kurzer Dauer.
Nun will ich aber nicht weiter auf den Inhalt eingehen, ihr solltet es selbst lesen
Über Hermann Hesse
der Vollständigkeit halber hier einige biographische Daten des Autors
1877 als Sohn eines Missionars geboren
1890-1891 Lateinschule in Göppingen als Vorbereitung auf das Landexamen
1895-1898 Buchhändlerlehre
1902 Gedichte erscheint
1904 Peter Camenzid erscheint
1906 erscheint Unterm Rad
1916 Tod des Vaters und beginnende Schizophrenie seiner Frau
1927 Steppenwolf
1930 Naziß und Goldmund
1932 -1943 Entstehung des Glasperlenspiels
1962 Tod Hermann Hesse
Meine Meinung
dieses Buch ist leicht zu lesen, allerdings enthält es einige Worte die mir nicht sofort begreiflich waren, wo ich erstmal stutzte. Mit 165 Seiten gehört es außerdem auch nicht gerade zu den dicksten Büchern, so dass es mir erträglich war es zu lesen.
Die Geschichte gefiehl mir beim Lesen sehr gut, man fand sich in Teilen wieder, in Teilen war es jedoch einfach nur interessant dem Protagonisten bei seiner Entwicklung zu verfolgen.
Über Nutzen und ähnliches kann man ja streiten, warum heute noch Klassiker lesen? Ich jedoch möchte hier wirklich mal eine Lanze für die Literatur brechen, denn der Aufwand ist finanziell und zeitlich begrenzt, der Nutzen jedoch weit aus größer. Denn neben Selbsterkenntnis und Wissenszuwachs gewinnt man auch eine spannende Reise in eine andere Welt, gänzlich ohne Fernseher, der einem die Phantasie raubt.
Nun zur Bewertung, kann man dieses Buch empfehlen und wenn ja – warum denn? Ich kann Bücher, wenn sie mit Herz oder Grips geschrieben sind immer empfehlen, jedoch weiß ich leider auch wie wenig Interesse viele Menschen am Lesen haben. Dieses Buch trät viele biografische des Autors, da es auch die Wandlung vom Jungen zum Mann darstellt. Es ist nicht sehr dick und von einigen, etwas komplizierten Wörtern abgesehen, lohnt sich die Lektüre sehr. Vor allem aber hat dieses Buch starke autobiographische Züge, so dass jeder, der etwas über Hesse wissen will mit diesem Buch gut bedient ist. weiterlesen schließen
Informationen
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