Pro:
Story/ Dakota Fanning/ Robert De Niro
Kontra:
vorhersehbar/ wenige Schockmomente
Empfehlung:
Ja
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Manchmal gibt es Samstage, an denen man abends wirklich so gar nichts anzustellen weiß. So ein Samstag war der letzte wieder einmal. Da mein Freund und ich gestern auf einem Konzert waren, wollten wir uns aber ohnehin einen ruhigen Abend machen. Was liegt da näher als eine DVD auszuleihen und sich auf die Couch zu kuscheln?
So gingen wir also los und ich hatte diesmal die freie Entscheidung für einen Film. Natürlich fiel diese mir nicht sonderlich leicht in Anbetracht der vielen Horrorfilme in unserer Videothek. Doch als ich einen Film sah, den ich im Kino nicht sehen konnte, stand eigentlich für mich schon fest: Den oder keinen. Über diesen Film möchte ich euch heute berichten. Es handelt sich um
>> Hide & Seek
-------------------->Die Story--------------------------
Der Film beginnt damit, dass Emily, ein kleines Mädchen, von ihrer Mutter mit den Worten: "Ich habe dich mehr als alles andere lieb" ins Bett gebracht wird. Kurz darauf ist ein kurzes, aber wichtig scheinendes Gespräch mit Emilys Mutter und ihrem Vater zu sehen.
Als beide kurz darauf ins Bett gehen, sieht man eine kurze Szene von einer Art Feier oder einem Ball. Es ist 2:06 Uhr in der Nacht und Emilys Vater, David Callaway, wacht auf. Er stellt fest, dass seine Frau nicht mehr neben ihm liegt und macht sich auf, sie zu suchen. Seine Suche führt ihn ins Badezimmer, wo er seine Frau mit aufgeschnittenen Pulsadern in der vollen Wanne findet. Währenddessen sieht man Emily im Hintergrund stehen, die alles geschockt beobachtet...
Weil Emily durch den Tod ihrer Mutter ein schweres Trauma davon getragen hat, beschließt David mit ihr in ein abgelegenes Haus zu ziehen. Er geht davon aus, dass dies gut für sie sei. Doch nichts wird gut. Das kleine Mädchen verschließt sich immer mehr. Schließlich erfindet sie einen scheinbaren Phantasiefreund namens Charlie. David hält das zunächst für normal für ein traumatisiertes Kind. Doch es bleibt nicht bei den harmlosen Erzählungen über Charlie. Bald schon wacht David wieder um 2:06 Uhr nachts auf und findet die Badezimmerwand mit einer Aufschrift versehen. - "Du hast sie sterben lassen!". Natürlich fällt der Verdacht sofort auf Emily, doch diese schiebt alles auf ihren neuen "Freund" Charly. Als David aber bald die Katze der beiden ertränkt in der Badewanne findet, nimmt er das ganze Verhalten seiner Tochter nicht mehr auf die leichte Schulter.
Als David dann auch noch eine attraktive Frau namens Elizabeth kennen lernt, scheint sich die Situation zuzuspitzen, denn Emily berichtet, dass Charly Elizabeth nicht leiden kann - was auch bald schwere Folgen nach sich zieht.
Den Höhepunkt nimmt die ganze Sache, als Elizabeth in das Haus der Callaways geht um mit Emily zu spielen...
Wer ist Charly?
War es vielleicht Emily, die die Katze getötet hat?
Was hat David, Emilys Vater, mit der ganzen Sache zutun?
Schaut ihn euch an, dann findet ihr es heraus. ;)
------------------------->Technische Eckdaten-----------------------------
Schauspieler
.....................
David Callaway: Robert De Niro
Emily Callaway: Dakota Fanning
Alison Callaway: Amy Irving
Elizabeth: Elisabeth Shue
Daten zum Film
…………………………
Titel: Hide & Seek - Du kannst dich nicht verstecken
Erscheinungsjahr: 2005
Dauer: 101 min.
FSK: ab 16
Land: USA
Genre: Drama/ Horror/ Thriller
Regie: John Polson
Drehbuch: Ari Schlossberg
-------------------->Schauspieler& Umsetzung-------------------------
Wie ihr ja sicherlich bereits in dem oberen Punkt gelesen habt, spielt in diesem Film ja kein Geringerer als Robert De Niro eine der Hauptrollen.
Ich finde, dass er seiner Rolle als besorgter Vater sehr gut gerecht wird. Sie passt ganz einfach zu ihm und so souverän spielt er sie auch. Was ich allerdings etwas merkwürdig finde, was aber von den Machern gewollt sein könnte ist, dass die Trauer um seine Frau nicht wirklich zum Ausdruck kommt. Ich meine, immerhin hat sie sich ja selbst umgebracht und er hat sie gefunden. Jeder andere Mensch würde sicherlich ein riesiges Loch fallen und sich dementsprechend benehmen. Bei ihm kommt dies nicht wirklich rüber. Aber ich denke, dass das auch sehr viel damit zutun hat, dass er ja möchte, dass es seiner Tochter wieder gut geht.
Womit ich auch schon bei Dakota Fanning wäre. Sie kenne ich ja mittlerweile schon aus mehreren Filmen wie z.B. "Signs - Zeichen". Bisher war ich immer so richtig begeistert von dem kleinen Mädchen und ihrer Schauspielkunst. So wurde ich auch in diesem Film nicht enttäuscht. Sie bringt die Rolle des total verstörten Mädchens, dass bald einen unsichtbaren Freund hat, so dermaßen überzeugend rüber, dass man fast Angst vor ihr kriegen könnte. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass sie immer solche merkwürdigen Rollen spielt, in denen sie nicht ganz dicht rüberkommt. In "Hide & Seek" passt das aber wieder vollkommen in die Story und zu ihrem Charakter Emily Callaway. Auch die Stimmungsschwankungen, die sie an den Tag legt sind durchaus realistisch, wenn auch natürlich nicht nachvollziehbar. So fällt mir z.B. eine Szene ein, in der sie ganz fröhlich und ausgelassen mit dem Nachbarn spielt. Mit ihm geht sie ganz normal um und zeigt keine Scheu und Hemmungen - bei ihrem Vater hingegen ist sie stets ruhig und sagt kaum etwas.
Alle anderen Schauspieler waren eigentlich nicht so wirklich der Rede wert, was aber natürlich nicht heißen soll, dass sie schlecht waren. So fand ich Famke Janssen in der Rolle der Katherine ziemlich klasse, die ja Emily in einer Klinik betreut und mit David zusammen gearbeitet hat. Nebenbei erwähnt ist sie Psychologin und auch eine gute Freundin für Emily, denn auch bei ihr verschließt sie sich nicht so sehr, wie sie es bei ihrem Vater tut. Da Katherine aber nicht so sehr oft zu sehen ist und die Rolle auch nicht wirklich prägnant ist, kann ich eigentlich nur sagen, dass sie ihre Sache ebenfalls gut gemacht hat. Genauso wie Elisabeth Shue. Sie spielt ja die Bekanntschaft von David in dem kleinen Nest, wo Vater und Tochter hingezogen sind. Aber auch sie ist nicht wirklich oft zu sehen und meines Erachtens nach auch kein wirklicher Bestandteil des Films. Natürlich spielt sie zum Ende hin noch eine Rolle. Dennoch würde ich sie eher als normale Nebendarstellerin sehen, die ihren Job, ebenso wie Famke Janssen sehr gut gemacht hat, trotz der seltenen Auftritte.
Was bleibt bei diese Punkt also noch zu sagen?
Mir ist noch gut im Gedächtnis geblieben, dass ich die Kameraführung ziemlich gut fand. Unter dem Punkt ,Die Story' hatte ich ja beschrieben, wie David nachts durch einen Traum oder Ähnliches wach wird. Diesen sieht man ganz kurz mal. Das ist dieses Fest oder dieser Ball, den ich oben meinte. Diese sehr kurze Szene hat in meinen Augen ein gutes Schockpotential. Zwar könnte man meinen, dass sie an Spannung verliert, da sie noch zweimal auftritt, dem ist aber definitiv nicht so.
-------------------------->Meine Meinung---------------------------------
Ich muss ehrlich und schon mal vorweg sagen, dass ich mir nach dem Kinotrailer einiges mehr erhofft hatte, von diesem Film. Zu Anfang zieht er sich einfach zu sehr hin und gibt so gut wie keine Schockmomente, die ich von Filmen dieser Art eigentlich gewohnt bin. Denn in meinen Augen fällt "Hide & Seek" in dieselbe Kategorie wie Filme wie "The Grudge" oder "The Ring" - wenig bis gar kein Blut aber viele in-die-Hose-mach-Momente. Es ist schade, dass das hier ein wenig zu kurz kommt. So richtig spannend wird es eigentlich erst zum Ende hin. Obwohl ich sagen muss, dass der Film bzw. ja die Story irgendwann zu absehbar wird in Bezug auf den ominösen Charlie.
-----SPOILER ANFANG-----
Kurz vor dem absehbaren Showdown meinte ich zu meinem Freund, dass David sicherlich das alles selbst gemacht hat mit der Katze und so. Eben halt, dass er eine gespaltene Persönlichkeit hat. Das meinte ich zwar nur im Scherz, aber dennoch wurde meine Vermutung bald bestätigt. Es stellt sich kurz vor Ende heraus, dass David selbst Charlie ist. Einfacher gesagt: Er ist schizophren.
Als der Zuschauer diese Erkenntnis hat, bekommt er auch heraus, was es mit dieser so kurzen Szene auf sich hat, die nach einer Fete oder ähnlichem aussieht. David hat seine Frau Alison nämlich dabei erwischt, wie sie mit einem anderen Mann herumgemacht hat. Daraufhin hat er sie mit einem Kopfkissen erstickt und sie so in der Badewanne platziert, dass es nach Suizid aussah. Allein diese Tatsache erinnert mich zu sehr an "Haute Tension". Nur, dass es hier nicht soviel Blut gibt.
Zum Ende hin werden auch die so bedeutungsschwangeren Szenen aufgeklärt, die man am Anfang sieht. Als da wäre z.B. diese eine Szene, wo Emily sich grade im Wald rumtreibt, einem Schmetterling folgend und zu einer Art Höhle gelangt. Just in diesem Moment sieht man David, wie er über seinem Tagebuch über Emily sitzt und sich einen kleinen schwarzen Fleck von der Hand wischt. Zunächst einmal soll dies wohl wie Tinte wirken, mir war aber von Anfang an klar, dass das einen tiefern Sinn haben muss.
Was mir noch sehr gut gefallen hat, war das Ende. Dort sieht man, wie Emily, inzwischen etwas "normaler" bei Katherine wohnt oder zu wohnen scheint und ein Bild malt. Als sie aber zur Schule muss, gehen die beiden aus dem Haus - aber die Kamera bleibt da und blendet auf das Bild. Dort sind Katherine und Emily zu sehen - nur hat Emily sich selbst zwei Köpfe gemalt... Das sagt wohl so ziemlich alles, denke ich. ;)
----SPOILER ENDE----
Dennoch gibt es neben der Spannung, die mir hier etwas fehlt auch wieder mal einige Ungereimtheiten. Aber vielleicht habe ich auch einfach nicht richtig aufgepasst. ;)
Als die Pointe am Ende heraus kommt, sieht man David z.B. durch's Haus eilen und in einen Raum rennen, in dem sehr viele große Umzugskartons stehen. Komischerweise hat er die aber schon zu Beginn ausgeräumt. Auch in Zusammenhang mit der Pointe des Films kann ich darin keinen Sinn erkennen. Schön fand ich auch nicht, dass meines Erachtens nach bei "Shining" ein wenig gekupfert wurde. Zum Ende hin ist Emily nämlich die Gejagte und muss ich verstecken. Ihr Verfolger schlägt, während sie sich versteckt mit einem Küchenmesser gegen die Tür. Das erinnert doch ein wenig zu sehr an die Axt - Szene mit Jack Nicholson.
Nun gut, der Film war aber natürlich trotzdem nicht schlecht. Ich denke mal, wenn ich ihn im Kino gesehen hätte, hätte ich mich sicherlich das eine oder andere Mal gut erschrocken. Aber bei vollem Licht und über TV wirken gewisse Effekte halt eben nicht und deswegen will ich das dem Film auch nicht negativ zukommen lassen. Alles in allem ist "Hide & Seek" ein guter Film mit ausdrucksvollen Schauspielern, den man sich auf jeden Fall mal ansehen kann. Aber ein zweites Mal muss dann nicht mehr sein. Aus diesem Grunde vergebe ich vier Sterne und eine allgemeine Empfehlung.
Danke, für's Lesen und Bewerten
-blessed be- weiterlesen schließen
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