Pro:
Lage und Einrichtung
Kontra:
Service, Aufmerksamkeit und Personal
Empfehlung:
Nein
Das "Bett & Bahn" Angebot der DB brachte uns auf die Idee, doch endlich mal unseren Wunsch auf ein Wochenende in Köln zu erfüllen.
Für damals noch 119EUR ohne Bahncard pro Person fuhren wir im ICE erster Klasse nach Köln und zurück und genossen eine Nacht im 5 Sterne Hotel "Hilton Cologne".
Es braucht jetzt aber keiner hektisch werden. Für den gleichen Preis kann man jetzt nur noch zweiter Klasse fahren und in 3 oder 4 Sterne Hotels übernachten.
Ich glaube, das rechnet sich nicht mehr.
Die Lage
Das Hotel befindet sich etwas versteckt in Bahnhofs- und Domnähe. Man verlässt den Bahnhof Richtung Dom und lässt diesen dann links liegen. Rechter Hand geht man in die erste Querstraße bis zum Kreisverkehr und dort wieder rechts rein. 200 Meter weiter öffnet sich ganz unscheinbar die Lobby des Hauses
Außen
Das Hotel ist in - sich zur Straße öffnender - U-Form gebaut. Die Lobby ist verglast und befindet sich in der Mitte des Us. Drum herum sind die 296 Zimmer auf 7 Etagen verteilt.
Das Ganzen wirkt sehr nüchtern und sachlich. Es gibt zwar auch einen Doorman, aber keine standesgemäße Auffahrt. Im besten Falle kann man in der schmalen Straße seine Mitfahrer rauswerfen, um dann schnell im Parkhaus zu verschwinden.
Innen
Die Lobby des erst im März 2002 wirkt sachlich nüchtern, aber auch aufgeräumt, hell und freundlich. Chrom und Glas kontrastieren mit dem kräftigem Rot und Schwarz der Rezeption sowie dem hellen Holz des angrenzenden Cafés. Weitere Akzente setzt der Boden aus Granit und die Oberlichter. Verschönt wurde die Halle noch durch einen riesigen, herrliche geschmückten Weihnachtsbaum.
Das macht deutlich, dass sich Hilton durch neue Sachlichkeit verbunden mit nüchterner und doch warmer Eleganz von der Konkurrenz abheben möchte.
Trotzdem wir schon vor 11 Uhr im Hotel einchecken wollen, werden wir freundlichst empfangen und auch unser Zimmer ist schon bereit.
Für die eine Nacht haben wir nur Handgepäck, aber sonst wird das Gepäck natürlich gebracht.
Zimmer
Wir waren in der 3. Etage mit Blick auf einen Hof untergebracht. Die Stores waren glücklicherweise so dicht, dass man davon nicht viel sah.
Schon der Weg zum Zimmer hat mich begeistert. Dicker, bunter Teppich dämpft unsere Schritte. Die helle und freundliche Maserung des Furniers an den Türen läuft quer und vermittelt ein Gefühl, etwas neues zu erleben.
Das setzt sich dann beim Öffnen des Zimmers fort. Denn auch hier ist die Maserung aller Holzeinrichtungen querlaufend – unterbrochen durch Chrom und grünliches Milchglas. Die Wände sind schlicht weiß. Aber von denen sieht man eh nicht allzu viel, das Zimmer ist nämlich winzig.
Im kleinen Vorraum, von dem auch das Bad abgeht, befindet sich der Einbauschrank, der Hauslatschen und Bademäntel enthält. Im folgenden, eigentlichen Zimmer ist gerade so Platz für ein Doppelbett und Schreibtisch mit Minibar. Trotzdem wurde noch ein kleiner Tisch mit Sessel reingequetscht. Auf den schmalen Wegen zwischen Bett und Tisch oder Bett und Wand, dürfen sich aber keine zwei Leute ins Gehege kommen.
Trotz dieser offensichtlichen Enge habe ich wirklich gestaunt, denn das Zimmer wirkte nicht beengend, sondern irgendwie leicht und aufgeräumt. Wir hatten nicht das Gefühl, eingesperrt zu sein.
Vermutlich liegt das an dem asiatisch angehauchten Einrichtungsstil.
Das Bad ist im Verhältnis erstaunlich groß und durch eine Klinkerwand mit Glasbausteinen vom Bett getrennt. Das ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber passt zur restlichen Einrichtung – alles aus grünlichem Milchglas. Als Akzent steht auf dem Waschtisch eine Orchidee. Statt einer Wanne gibt es eine großzügige Duschkabine. Das finde ich sehr angenehm, ich bade nicht gerne in Hotels und zum Duschen ist so ein Kabine schöner als Wanne mit Vorhang.
Enttäuscht war ich dann schon etwas über den Zustand der Einrichtung. Über dem Bett sind Strahler angebracht, ein hübsches Detail. Leider funktionierte nur einer. Der Schnapper der Badtür blieb immer stecken und musste zum Schließen der Tür von uns wieder rausgepult werden. Der Bewegungsmelder für die Strahler in der Duschkabine funktionierte auch nicht so richtig. Dafür konnte man mit dem Handtuchwärmer immerhin ruckzuck das Bad mollig warm aufheizen.
Ich muß sagen, dass sich Hotels im 5 Sterne Bereich kaum noch in der Ausstattung unterscheiden, so dass solche Faux Pas, die ja jeder Zeit durch die Zimmermädchen gemeldet und danach repariert werden könnten, besonders peinlich ins Auge stechen und natürlich auch besonders ärgerlich sind.
Als Annehmlichkeiten stehen Fernseher mit Internetzugang, Klimaanlage, Fön, Safe, Minibar, Hauslatschen, Bademäntel und ein Wasserkocher mit Tee und löslichem Kaffee zur Verfügung
Das Personal
Schien mir auch in diesem Hotel nicht unbedingt dem erwarteten Standard zu entsprechen. Oder hatte ich nur zu hohe Erwartungen? Als Beispiel möchte ich den Nachtportier erwähnen. Wir waren etwas entsetzt als wir in der Hotelmappe lasen, dass es Frühstück nur bis 10 Uhr gäbe. Da wir erst sehr "früh" von unserem Kneipenbummel zurück kamen, fragten wir vorsichtshalber noch mal beim Portier an, ob das stimme. Darauf hin wurde ich angeblafft, dass in der Mappe doch stände bis 11 – nach dem Motto, warum hast Du Blödmann das denn nicht gelesen. Auf meinen Hinweis, dass in unserer Mappe eine andere Angabe stände, bestand der Gute auf seiner Aussage und suchte nun krampfhaft nach einer Mappe, wo das drin steht. Wir sind dann gegangen. Morgens um 5 hat man keine Lust auf solche Diskussionen.
Ein anderes Beispiel ist, dass an betreffendem Wochenende in Köln die lange Nacht der Bars stattfand, wo auch die Eisbar (im Tresen ist eine Schicht Eis eingelassen) des Hilton dran teilnahm. Leider wurden wir weder am Empfang noch im Zimmer darauf hingewiesen noch wurden uns Karten angeboten.
Am nächsten Morgen
Traf uns der Schlag! Als wir gegen 10:15 unausgeschlafen zum Essen im Restaurant erscheinen, hat sich dort eine lange Schlage gebildet. Wir stehen in einem 5 Sterne Hotel sage und schreibe 20 Minuten an, um zu Frühstücken!!
Das Personal ist völlig überfordert. Die Kolleginnen, die eigentlich platzieren sollen, haben keinen Überblick. Die Bedienung kommt weder mit Kaffee noch mit dem Abräumen hinterher. Der gesamte Raum ist unglaublich laut. Aber die eigentliche Krönung ist das geplünderte Buffet. Die kleine Stellfläche verheißt schon nicht viel Auswahl. Wir sehen jedoch noch ein Brötchen, leere Wurst oder Käseplatten, zwei Joghurts, zwei leere Saftkaraffen und Reste vom Obst.
Ein Koch versucht der Schlange nach Spiegeleiern Herr zu werden. Das Waffeln-Machen hat er ganz aufgegeben. Auf dem Servierteller sieht man noch eine angekohlte liegen.
Wir geben resigniert auf und nehmen zwei von den nachgelegten Brötchen, einige Actimel Drinks und Joghurts sowie Marmelade und Saft. Die Reste werden pünktlich um 11 Uhr abgeräumt. Der Tag ist gelaufen!
Als ich mich bei Auschecken an der Rezeption nach einem Kundenservice erkundige, wird die Kollegin hektisch, bedauert das "kleine Problem" und will mich mit 100g Pralinen abspeisen (haben übrigens nicht mal geschmeckt).
Zu Hause hatte ich mir dann eine Email Adresse über die Homepage rausgesucht und mich über diese Erfahrung beschwert. Man bedauerte einige Tage später das "kleine Problem" mit fast identischen Worten wie an der Rezeption und bot mir beim nächsten Besuch ein Upgrade an.
Aber ich denke mal, es wird kein nächstes Mal geben. Dazu hat Köln zu viele andere schöne First Class Häuser.
Den Wellness Bereich konnten wir aus Zeitmangel nicht erkunden. Und im Hotel haben wir auch weder das Café noch Restaurant oder Bar besucht.
Fazit: Das Hilton Cologne möchte ein wahres Luxushotel sein. Was die Einrichtung und die Preise angeht, kommt das sicher hin. Aber ich war insbesondere vom Service, von der Aufmerksamkeit und dem Personal herb enttäuscht. Das habe ich in 3 Sterne Hotels schon besser erlebt.
Marzellenstrasse 13-17
50668 Köln
Tel: 0221/130 71- 0
[email protected]
http://www.hilton.de weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben