Indien Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- Wunderbar andere Kultur
- Indien erweitert deinen Horizont ungemein, riesiges Kulturangebot, sehr geringe Preise, hohe Gastfreundlichkeit
Nachteile / Kritik
- teilweise sehr arm
- Pass auf, was du isst! Kulturschock ist garantiert.
Tests und Erfahrungsberichte
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Nosianai packt aus: Überlebenstaktiken für die nächste Indienreise
5Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Diesen Bericht hatte ich bereits im August letzten Jahres verfasst, als ich noch auf dem Subkontinent verweilte und mir die Sonne auf den Bauch scheinen ließ. Und weil sich der gute Touri ja auch immer fein an die Gewohnheiten des besuchten Landes gewöhnt und ein paar Dinge als Souvenir mit nach Hause nimmt, habe ich auch eine besonders ausgefeilte, gewählte Sprache, die mir doch bitte verziehen werden sollte.
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Nach den ersten zweieinhalb Monaten tun sich mir neue Welten auf und ich bin mit einigen Erfahrungen geschlagen… Manchmal tat‘s weh, manchmal war der Schock recht gross, aber alles in allem bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich mich mitteilen muss, um anderen Indienreisenden das Leben leichter zu machen und die Vorfreude zu steigern.
Also, aufmerksam lesen und Notizen machen:
Erstensmal hat sich der Reisende von überflüssigen Nebensächlichkeiten des täglichen Lebens zu verabschieden. Schliesslich sind wir auf Reisen und da muss man schon mal auf diversen Klimbim verzichten…. So zum Beispiel das Klopapier…..
Kein Mensch realisiert doch, wie sehr man daran hängt, an diesem weichen Krepp, was einem dann doch glatt am A**** vorbei geht….
Aber in Indien dreht sich die Welt in die andere Richtung, und wenn man nicht gerade in einem Staubzucker-von-vorn-und-hinten-für-unsere-Gäste-für-„viel“DM-Hotel absteigt, dann findet man eben dieses Utensil nicht.
Im Restaurant? Hahahaha! Auf öffentlichen Toiletten? Nicht wirklich….
Also, mental auf diesen Verlust vorbereiten.
Zum Essen?
Ich halte mich zur Zeit in Südindien auf. Es gibt hier einige interessante Restaurants, die Blechwerkzeug wie Besteck rigoros ablehnen, und manchmal wird Reis und dergleichen gar auf Bananenblättern serviert, was dem Reisenden ein Gefühl von Exotik vermittelt und so lange angenehm ist, bis man einige der Einheimischen der Nahrungsaufnahme beobachtet.
Dass, wenn kein Besteck verfügbar ist, mit den Fingern gegessen wird, ist schon klar und auch üblich, und dementsprechend weit verbreitet. Allerdings schmanden und manschen einige Leute dermassen auf ihrem Blechtablett herum und schmieren den Reis durch die Gegend, stopfen sich die ganze Hand in den Mund und krümeln und kleckern, als ob sie einen Preis für die größte Sauerei gewinnen könnten, dass einem das Essen wirklich und wahrhaftig vergeht.
Weiterhin muss man sich von der Idee verabschieden, dass das Essen aus einer Nahrungsumverteilung zwischen Teller und Mund besteht, denn wo immer man hingeht, in ein Restaurant oder zu einer Familie – spiel keine Rolle: Nach der Mahlzeit sieht der Tisch aus wie ein Schlachtfeld.
Ich habe das jetzt mit mehreren Begleitpersonen ausprobiert, an den unterschiedlichsten Plätzen, und es funktioniert wirklich IMMER!
Es scheint auch keinen zu interessieren und von Schamgefühl ist auch keine Spur. Der hypersensible Europäer bekommt ja gewöhnlich schon einen Schreikrampf, wenn man ein Krümel neben dem Teller landet, also sollte man sich auf alle Fälle Blutdrucksenkende Medikamente ins Reisegepäck packen…..
Selbstverständlich gibt es trotzdem so etwas wie Geschirr in Restaurants, die die Notwendigkeit erkannt haben, dass manche Touristen sich nicht wirklich mit dem Verlust desselben anfreunden können… Manchmal greift man allerdings doch auf recht spartanische Mittel zurück, und wir landen – in kleinen, abgelegenen Restaurants zum Beispiel – beim Thema: Essen aus dem Blechnapf…
Alles, ich wiederhole dies noch einmal für meine langsamen Leser: ALLES aus Belch. Tabeltt, die mit den diversen Gängen gefüllten Näpfe…..
Aber daran gewöhnt man sich auch mit der Zeit…
Aber kommen wir doch mal weg vom Essen… Es gibt noch mehr Dinge, die es zu erwähnen lohnt:
So zum Beispiel ein paar indische Angewohnheiten…
Erst war ich belustigt, als ich ein Schild in einem Bus las:
„Do not spit!“ (Nicht spucken)
Es leuchtet einem der Gedanke im Hirn auf, wer denn um Himmels Willen im Bus spucken würde? Aber solcherlei Ideen werden sofort wieder verworfen, wenn man mit offenen Augen durch das Land geht: Nach einer gewissen Weile fragt man sich schon viel eher, wer denn NICHT spuckt…
Wo man geht und steht: Es wird gespuckt und – tschuldigung – gerotzt und geasselt, was die Schleimhäute hergeben…
Läuft man ahnungslos durch die Einkaufspassage, klingt es recht spanisch im Hintergrund… Nicht wundern, da befreit sich nur einer von überflüssigem Schleim…
Oder auf‘m Fahrrad: Mal kurz die Geschwindigkeit drosseln und sich von der Spucke befreien – schon kann‘s weitergehen…
(Ich sage das nicht einfach nur so: Meine Aussagen beruhen auf Augenzeugenberichten… MEINEN Augen!)
Auch geht dies nicht so schnell von statten, wie man annehemen sollte. Erst wird genug im Hals gesammelt, da geht‘s „Grrrrrrrrrrrrr“, „schniiiiiiiieeeeeeeef“ und so weiter und so fort… Und erst dann wird geasselt!
Nur nicht unauffällig sein!
Na, schliessen wir dieses leidige Kapitel… Kommen wir zu etwas viel besseren…
An einer Friedhofsmauer las ich „Do not urinate“ und ich fragte mich sogleich: Wieso sollte jemand in aller Öffentlichkeit an eine Wand pissen wollen? Da war kein Busch, kein Baum, kein Schutz vor anderen neugierigen Augen…
Ca. 5m später erhielt ich die Antwort: Es interessiert nämlich überhaupt keinen, ob er gesehen werden kann…
Vom Streuner zum Straßenhändler bis hin zum besseren Angestellten: Wenn‘s dir in der Hose juckt, dann schiff an eine beliebige Wand.
Im Park, neben der Hauptstrasse… Wo dir‘s am besten gefällt.
Die Inder sind wie Hunde, die ihr Territorium markieren…
Und wie sieht‘s mit‘m Popeln aus? Wer überall schiffen und rotzen kann, dem dürfte es doch auch nicht stören, wenn er mal den Drang verspürt, seine Nase reinigen zu wollen.
Volle Punktzahl, denn genau so ist es auch!
Erst neulich sah ich in meinem Lieblingsrestaurant (Restaurantliste) den Kellner, der unsere Bestellung aufnahm, mal eben popeln… Ei der Dauss! Das hätt ich echt nicht erwartet!
Aber, um dieses Thema nun wirklich mal zum Abschluss zu bringen: Hier eine letzte Begebenheit, die sich ereignete, als wir auf dem Moped über eine Kreuzung fuhren…
Während der Rotphase kann es einem schon mal langweilig werden (zumindest, wenn man schon in der ersten Reihe steht und sich nicht mehr vorarbeiten muss… Dazu einfach meinen „Fünf Monate Kühe über den Haufen fahren“-Text lesen) ….
Und um der Langeweile zu entgehen, bleiben einem nicht viele Optionen offen…
Einer allerdings schoss den Vogel ab und hat sich mit Hilfe seines Spiegels auf dem Moped erst mal vergewissert, dass er auch nichts zwischen den Zähnen hat… Und als er doch was fand… Na was glaubt ihr? Er hat natürlich nicht gezögert sich davon zu befreien…
Aber da fallen mir, wo wir beim Verkehr sind, ja noch ein paar Sachen ein, die ich als Tipps loswerden muss:
Wenn einem ein Fahrradfahrer auf der Strasse begegnet, und das ist nicht selten, dann muss man diesen als seinen größten Feind im Kampf um den vordersten Platz zum Beispiel an einer Ampel betrachten.
Diese Fahrradstrampler sind nämlich die schlimmsten von allen, und sie geben keinen Deut um irgendwas…
Letzens passierte folgendes:
Wir steckten im Stau fest… Jawolll, auch mit dem Moped kann‘s mal schief gehen und man kommt nicht mehr voran… Da kam neben uns ein Fahrradfahrer angesaust, und als er bemerkte, dass es kein Entkommen gab, dass es weder vor- noch rückwärts ging, hob er sein Fahrrad über die Mittelleitplanke und fuhr auf der Gegenfahrbahn weiter…
Ist das der Dank?
Auch sollte man aufpassen, wenn man in Indien unterwegs ist und irgendwo ist eine Seitenstrasse oder Kreuzung…
Die Fahrradfahrer kommen aus derselben geschossen wie eine Rakete.
Neulich sah ich einen besonders mutigen, der fuhr einfach weiter und musste auf der Strassenmitte aufgeben, weil der Gegenverkehr zu schnell war und partout nicht anhalten wollte.. Also sprang er ab und fuchtelte wie wild mit den Armen, um sich bemerkbar zu machen und sein Leben zu retten…
Solche Aufkleber wie im heimatlichen Deutschland:
„Ich bremse auch für Tiere“ würde sich in Indien schliesslich keiner auf‘s Gefährt kleben… Hier wäre schon „Ich bremse auch für Menschen“ eine absolute Ausnahme…
Nun, an dieser Stelle schliesse ich meine Tipp-Sammlung und wünsche viel Spaß auf Reisen!
2001 (c) Nosianai
[Da ich diesen Bericht im Word-Programm verfasst habe und Yopi vor einiger Zeit damit ja bei der Umsetzung Probleme hatte (hinsichtlich der Sonderzeichen), kann ich nur hoffen, dass der Text jetzt nicht vor Unleserlichkeiten à la &%$ strotzt... sonst werde ich das umgehend beheben.]
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-18 20:40:03 mit dem Titel Die Sonnenverätzung meines Lebens
Mein erster Ausflug während meines fünfmonatigen Aufenthalts in Indien sollte mich an einen alten Tempelort führen, eine ehemals reiche, hoch entwickelte Stadt im Norden des Bundeslandes Karnataka.
Obwohl leicht kränkelnd, ließ ich mich auf das Abenteuer ein ... Das besonders zweischneidige Schwert fordert nun seinen Tribut:
Hampi erreicht man am besten mit dem Zug nach Hospet, und schnappt sich von dort ein Taxi direkt in die alte Tempelstadt, was sich über 20min hinzieht. Doch in dieser Zeit wird man von einer berauschenden Kulisse verwöhnt:
Palmenhaine und Reisfelder umgeben die Felsformationen, die durch die Witterung ausgewaschen und zu kleinen und monumentalen Kunstwerken geformt worden sind.
Während man also verzweifelt versucht, alles mit der Kamera festzuhalten, obwohl das Taxi in atemberaubendem Tempo über die Holperstraßen stauben wird, sollte man sich gut am Sitz festkrallen, denn nicht alle Taxen haben Türen!
Die Ruinen von Vijayanagar in der Nähe des Dorfes Hampi stellen eine der beliebtesten und bekanntesten Ziele für In- und Auslandstouristen dar.
Zu den Tempelruinen gibt es zwei Eingänge: Zum einen Hampi Bazaar und das kleine Dorf Kamalapuram im Süden.
Die Taxen und Busse von Hospet steuern jedoch Hampi Bazaar an, ein von Touristen, Reiseführern und Verkaufsständen angefülltes Örtchen, das direkt zu einem Tempelkomplex führt: Der Virupaksha Tempel ist eine der frühesten Strukturen des Ortes und wurde 1442 gebaut. Der Shrine ist Virupaksha gewidmet, einer Form des Gottes Shiva.
Fotografieren ist innerhalb dieses Tempels nicht erlaubt, aber es sieht ja keiner. Das haben sich vor allem diejenigen gedacht, die unsere kleine Reisegruppe für sich posieren ließen. Das spricht für unsere sagenumwobene Schönheit, nehme ich doch mal an. ;-)
Da dies zwar das erste aber bei weitem nicht letzte Mal war, dass uns jemand in Indien um Fotos bat, sollte man sich auf sowas einfach einstellen und nicht zickig davon rennen. Was soll's...
Um Hampi Bazaar zu überblicken, kann man den kurzen Weg zum Hemakuta Hill hinaufkraxeln. Dieser liegt am Ende der Hauptstrasse, welche das gesamte Leben Hampis ausmacht, direkt gegenüber des Virupaksha Tempels am anderen Ende der Strasse.
Verlässt man Hampi Bazaar gen Nordwesten, um den Vittala Tempel zu sehen, offenbart sich einem die bezaubernde Flusslandschaft, geschmückt mit den schon erwähnten Felsbrocken. Dies lädt nicht nur zu einem Foto ein.
Unterwegs passiert man The King's Balance, ein recht interessanter Torbogen, der mitten in der Botanik herumsteht. (um es mal mit Touristenworten auszudrücken)
Der Vittala Tempel selbst, den man nur zu Fuss erreichen kann, liegt 2km vom Hampi Bazaar entfernt und man folgt den steinigen [(c)nosianai] Wegen bis dort hin, nur um festzustellen, dass man ausländische Toursten mit US$ 10 abzockt, damit sie in den Tempel dürfen. Da interessiert es recht wenig, ob dieser Tempel zum World Heritage gehört oder nicht, oder ob er in einem guten Zustand ist.
Meine Meinung zu dieser Touristenmelkerei ist eindeutig:
Ich find's Scheiße! Indien ist voller Tempel, und da muss man ganz bestimmt keine 10Euro für ausgeben. Der Urlauber mag das Geld ja locker sitzen haben, aber man sollte auch bedenken, dass dieser Eintrittspreis das 50fache (!!!) des Eintrittspreises für indische Staatsbürger ausmacht, und da hört für mich der Spaß auf. Ich habe genug Tempel gesehen, um auf diesen Vittala Tempel verzichten zu können, und es finden sich auch jede Menge frei zugängliche Tempel und weitere Ruinen in dieser Landschaft.
Den Touristen sei also geraten, einfach mal in irgendeiner Stadt anzuhalten um auf Gut Glück Tempelluft zu schnuppern. Zwar wird in Reiseführern häufig erwähnt, diese seien nur für Hindus zugänglich, aber wenn man anständig, möglichst indisch, gekleidet ist, wird sich keiner beschweren, wenn man das Heiligtum dennoch betritt.
(In Kanyakumari (Südspitze Indiens, Tamil Nadu) wurde ich sogar ins Herz des Tempels vorgelassen. Die kurze Segnung und der Rundgang durch den tausende Jahre alten Tempel kostete 20 Rupien, und es hat keinen interessiert, woher ich kam und wohin ich ging. Aber dazu in einem gesonderten Bericht mehr.)
Man muss nur die Umgebung auskundschaften, um weitere Denkmäler zu finden...
Dazu empfehle ich allerdings unbedingt sich ein Fahrrad zu mieten. Leider waren wir nicht clever genug für diesen geistreichen Schachzug und wanderten herum. Das kann ganz schnell in eine bezaubernde Odyssee ausarten, denn die Felsformationen lassen einen nicht los. Auch findet man sich plötzlich - wenn man die Touristentrampelpfade verlässt - neben Bananenwäldern wieder und kraxelt über Steine hinweg oder überquert Ministröme.
Alles in allem eine tolle Erfahrung, wenn da nur die Sonne nicht wäre! Wer sagte gleich noch mal, man soll sich der Sonne zu wenden und sie wird für einen scheinen?
Ich tat so... und sie gehorchte ebenfalls.
So trug ich den schlimmsten Sonnenbrand davon, den ich je hatte. Meinen Reisebegleitern ging es nicht besser, und von allen, die bisher dort waren, höre ich nichts anderes. Ohne Sonnenhut-Brille-Creme und -Schutzanzug sollte man sich nicht in diese Gefilde begeben. - Ausrufezeichen -
Auch Wasser darf nicht im Rucksack fehlen, denn die Getränkestände halten sich in Grenzen und es werden auch nur Freshlime-Soda oder warme Cold-Drinks verhökert. Aber es ist immer besser, auf eine fast kochende Cola zurückzugreifen anstatt auf das Wasser, was dort angeboten wird (wir reden nur von den kleinen Wanderständen), denn die Siegel, die dort auf den Flaschen sind, sehen nicht wirklich authentisch aus. Will heißen: Könnte genauso gut abgefülltes Flusswasser sein! Man sollte sich als Tourist nicht für das Maß aller Dinge halten und lieber für einen pingeligen Fuzzi gehalten werden anstatt sich eine Vergiftung einzuhandeln.
Das Royal Centre.
Ganz bestimmt ein brillanter Platz, beherbergt dieses königliche Zentrum doch das Lotus Mahal, Elephant Stables, den Underground Virupaksha Tempel und das grossartige Queen's Bath. Der Tempel wiederum war durch den US$ 10-Eintritt blockiert....
Des weiteren bietet das Archäologische Museum in Kamalapuram täglich von 10 bis 17 Uhr (außer Freitags) seine Skulpturen und ein Model der Vijayanagar Ruins für's interessierte Auge an.
Von Sonne und ein paar Wanderstrapazen IN der Sonne einmal abgesehen ist Hampi in jedem Fall einen Besuch wert. Besonders wenn man 2 bis 3 Tage [(c)nosianai] einplant, um sich die Gegend in Ruhe anzugucken und nicht wie von der Tarantel gestochen durch die Botanik jagt, wie ich das gemacht habe.
Von Bangalore aus kann man Hampi in 8 1/2 Stunden mit dem Zug erreichen.
Für sleeper class bezahlt man dabei rund RS.300 (return-ticket).
Bilder aus Hampi bzw. Hospet unter
http://www.geocities.com/jagaree/foto1.html und
http://www.geocities.com/jagaree/hospet1.html
- Um noch einmal kurz auf die Überschrift zurück zu kommen: Ich spaße nicht. Ich habe meine Arme (puderrot) tagelang in Wassereimer gehalten, um das Brennen zu lindern. Wenig später konnte ich mir die Haut fetzenweise abziehen. Der Grundstein für einen ordentlichen Hautkrebs ist gelegt. Man sollte die Sonne Indiens nie unterschätzen. _
Schönen Urlaub.
Nosianai
05-09-2002
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-06 12:43:36 mit dem Titel Alles Auf Einmal - Nosianai erlebt 5 Monate Indien
1. Indien allgemein
2. Bangalore
(a) Restaurants
(b) Pubs
(c) Shopping-Möglichkeiten
(d) Stadtbild
3. Kurz notiert
4. Hindi-Filme
1. INDIEN ALLGEMEIN
Diesen Abschnitt werde ich recht kurz halten, denn ich schreibe hier keinen Reiseführer sondern einen -bericht.
Zum Wetter sage ich nur so viel: Zur Regenzeit [Mai-August/September] ist Bombay unerträglich schwülwarm, dass es Schweissbäche auf dem Rücken gibt.
Um das zu erfahren, hat mir schon der mitternächtliche Kurzaufenthalt auf dem Flughafen gereicht. Wer also vorhat, [(c)nosianai] sich zu dieser Jahreszeit in den Schmelzofen zu begeben, sollte die Yopi-Kategorien nach einem leistungsstarken Deo durchforsten.
In Bangalore allerdings, Südindien und im Landesinneren, kommt außer ein paar Regenbächen nicht viel zustande, was natürlich erfreulich ist, denn so bleiben die Temperaturen angenehm kühl bei 25 bis 35Grad.
Allgemein bekannt dürften wohl die Standards sein, über die man sich informiert, wenn man ein Land bereist. Ich schneide darum nur noch die Landeswährung (Rupees und Paisa) - Kurs 1:47 - an.
Sowie die Kleidung. Es bedarf wohl keiner Erklärung, dass Indien trotz allem noch recht konservativ eingestellt ist, und mit Ausnahme der Grosstädte sollte man sich besonders als Frau zurückhalten, was die luftig-leichten Einblick-Oberteile und kurzen ich-verdecke-nur-spärlich-den-Po-Röcke anbelangt.
Impfungen und weitere Vorsichtsmassnahmen schenk’ ich mir an dieser Stelle.
VORSICHT:
Wer Zeit hat, wer nach Indien fliegen möchte, um das Land kennenzulernen und wer kein Pauschal-2-Wochen-Rundfahrt-durch-halb-Indien-Urlauber ist (sorry, aber bei Indien ist so eine Reise wirklich große Sch....), der soll sich ja um das richtige Visa kümmern.
Es gibt Touristenvisa für 14 Tage sowie für 6 Monate... Und für ein Jahr, auch wenn viele Leute gern was anderes erzählen.
Einmal in Indien mit einem 6Monats-Visa ist alles zu spät. Kein Mensch wird euch das Visa verlängern, aber einen Antrag stellen könnt ihr ja trotzdem... wem's Spaß macht.
14tägige visas hingegen kann man verlängern, auch wenn das eine schwierige, kostenspielige, langwierige Prozedur ist.
2. BANGALORE
ERSTE IMPRESSIONEN
So bezeichne ich einfach mal die erste Fahrt durch Bangalore vom Flughafen bis zu meiner Unterkunft.
Indien ist nie das, was man sich vorher vorgestellt hatte, und da mir dies von mehreren Personen immer wieder gesagt worden war, hatte ich ohne besondere Erwartungen sein wollen, doch selbst dann ist der Schock erst mal groß.
An jeder Ecke gibt es etwas, was man SO nicht gedacht hätte. Die Farben und Gerüche sind genau so, wie sie in sämtlichen Reiseberichten geschildert werden: Reich, prall und prächtig.
Das größte Erlebnis war zunächst einmal der Straßenverkehr, dem ich mich ausführlich in einem anderen Bericht hingegeben habe, da dieser Bericht sonst gar keine Ende finden würde.
RESTAURANTS
Das indische Essen ist selbstverfreilich Geschmackssache, wenn man denn nach den scharfen Gewürzen überhaupt noch was schmecken kann.
Davon einmal abgesehen gibt es jede Menge Restaurants, wobei man natürlich immer darauf achten sollte, dass man nicht überall das Wasser trinken kann, welches generell auf dem Platz landet. Es ist nicht gesagt, dass ein chices Restaurant gefilteres Wasser anbietet, dafür kann man in "weniger gutem Ambiente" hingegen gefiltertes Wasser kriegen. Am besten, man bestellt gleich Wasser in versiegelten Flaschen, um böse Überraschungen zu vermeiden.
Nicht mit den Fingern zu essen ist meist unmöglich, reicht man doch zum Hühnchen .... oder Gemüse"brei" immer ein Fladenbrot, welches sehr wohl mit den Fingern zu essen ist.
... Die Speisekarten sind unerschöpflich, und so spare ich es mir, hier irgendwelche Auszüge daraus aufzuzählen.
Eine Liste empfehlenswerter Restaurants in Bangalore gibt es unter
http://www.geocities.com/jagaree/restliste.html
[Jawohl, das ist Schleichwerbung für meine Homepage. Aber die Liste ist lang und würde hier den Rahmen sprengen.]
Die Preise bewegen sich in einem unvorstellbar niedrigen Level.
In einem weniger chicen Restaurant kann man für DM 7,- proppevoll werden, oder man lässt sich im Edelrestaurant bewirten und berappt für ein komplettes Menu mit allem drum und dran für zwei Personen DM 30,-
PUBS
....findet man in großer Anzahl beinahe überall, und es ist nicht wirklich sinnvoll, hier eine Litanei an Kneipen aufzuzählen.
Um allerdings böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man, bevor man sich einen Cocktail bestellt, lieber nachfragen, mit welcher Größe man zu rechnen hat, denn mein "Sex under Stars" kam in einem Reagenzglas daher (böse Erinnerungen an Chemiestunden werden wach) und war preismäßig der glatte Wucher.
Passiert im:
Purple Haze
(17/1 Residency Road)
- einem chicen Pub, laut und dunkel und sehr angenehm.
SHOPPING-MÖGLICHKEITEN
...sind selbstverständlich jede Menge gegeben. Man wird nicht nur auf den Strassen von Händlern verfolgt, sondern kann in den Geschäften alles finden, was man braucht oder auch nicht. Die populärsten Shopping-Meilen:
Brigade Road und M.G. Road
Commercial Street
Jayanagar - 4th Block
Auch kann man noch um 22Uhr in den Geschäften herumschlawenzeln, ohne von "Wir machen jetzt dicht"-Angestellten verfolgt zu werden.
Die meisten Läden bieten außerdem an, die Taschen anzunehmen, während man einkaufen geht. Service und Freundlichkeit lassen keine Wünsche offen.
Besonders empfehlenswert sind sicherlich die Basarähnlichen Einkaufslabyrinthe, in denen es nach Gewürzen und Blumen duftet und alles dichtgedrängt ist. Nach Indien kommt man ja schließlich nicht, um sich vor solchen Eindrücken zu verstecken.
Außerdem sollte man unbedingt einen Abstecher in einen der Sari-Shops machen. Die Auswahl ist betörend ... Ich habe jede Menge Kurtas, Saris und dergleichen erstanden. Von diesen farbenprächtigen Sachen in allerfeinster Qualität kann man eigentlich nicht genug haben - mein Koffer beinhaltet jetzt bald mehr indische Kleidung als meine üblichen Sachen... Und das ist es wirklich wert!
STADTBILD
Da Bangalore keine "so" große Stadt ist wie vergleichsweise Mumbai oder Delhi (gerade mal 6 Mio. Einwohner), trifft man auch nicht auf solcherlei Ausmaße an Armut und Elend. Dennoch kann man die Augen vor auf der Strasse lebenden Menschen nicht verschließen, auch sind kleine Bretterbuden und andere Notbehausungen sowohl in den outskirts als auch in der Innenstadt mitten im Tumult anzutreffen.
Die Fabeln von Kühen, die am Straßenrand auf schönes Wetter warten, sind ebenso wahr wie die der Unmengen an Straßenhunden, die durch die Gegend streunen.
Das ist eine Seite Bangalores, genauso gut kann man sich aber an die "prächtigen" Seiten der Gartenstadt halten und ausgebaute Strassen, Parkanlagen und dergleichen bewundern.
Empfehlenswert sind daher der Botanische Garten, oder (außerhalb der Stadt): der Bannerghatta National Park mit der Möglichkeit zur Safari, wobei die Landschaft dabei faszinierender ist als die Löwen und Tiger.
Bemerkenswert dabei ist die Abzocke für Touristen, die Rs.200 blechen dürfen (umgerechnet DM10,-), was mehr als das vierfache des Eintrittspreises für Landsleute ausmacht.
Dennoch ein Erlebnis wert.
Ebenso kann die Stadt mit einer Reihe von Museen und ähnlichen öffentlichen Einrichtungen aufwarten, und wer in die Verlegenheit kommt, in das Visvesvaraya Industrial & Technological Museum eingeladen zu werden (Kasturba Road), sollte sich das schon mal antun, denn ...
Fall 1.
Man im Unterricht anno dazumal immer erfolgreich weggehört, wenn die Lehrer ihr bestes gegeben haben, Langeweile zu verbreiten, dann kann man wenigstens jetzt noch was lernen.
Fall 2.
Man hat nicht weggehört, ist ein Technik-Genie und hat trotzdem seinen Spaß, weil man zwar nix neues lernt, aber dafür an allen möglichen Erfindungen herumschrauben kann, was ich für belustigend befunden habe und darum weiterempfehle.
Eintrittspreis: Rs.20 (DM1,-)
Wie schon eingangs erwähnt: Ja, ich mache Schleichwerbung für meine Homepage, und nein, ihr seid nicht verpflichtet, meine Besucherzahlen in die Höhe schnellen zu lassen. Aber ein bisschen Bildmaterial (abgesehen von diesen computerbearbeiteten Reiseführer - und -Magazinbildern) sollte schon verfügbar sein. - Meine Meinung.
Kurz und schmerzlos:
http://www.geocities.com/jagaree/bang1.html
3. KURZ NOTIERT
Zu den Eindrücken, die man auf alle Fälle mitbekommt, zählt die außerordentliche Freundlichkeit der Inder, die mir bisher zuteil geworden ist. Es soll auch Örtlichkeiten geben, wo dies nicht der Fall ist, da denke ich nur mal an meinen Italienausflug letztes Jahr zurück, wo ich mich nicht wirklich willkommen gefühlt habe. Dies ist hier zu keinem Zeitpunkt der Fall gewesen.
Dann gibt es allerdings noch ein paar Kuriositäten.
Zum Beispiel so alltägliche Dinge wie das gute alte Klopapier. Dieses welches ist nicht wirklich überall vorhanden. In Restaurants zum Beispiel - keine Chance. Es ist mir bisher nur ein einziges Mal passiert, dass mir eine Rolle dieses Notfallpapiers entgegengrinste, und das auch noch, als ich mich vorsorglich mit Servietten eingedeckt hatte.
Das war nicht wirklich peinlich.
*grins*
Im Übrigen allerdings findet man einen extra Wasserhahn in Kniekehlenhöhe vor und einen Eimer, was dann wohl Handarbeit bedeutet. Ich persönlich kann mich da nicht wirklich dran gewöhnen, aber was soll's.
Mehr "Andersartigkeiten"? Gern:
"Don't spit" macht schon einen sonderbaren Eindruck. Aber den Inder kümmert es wenig, spuckt er doch, wo er geht und steht.
Auch die Schilder, die deutlich davor warnen, an diverse Wände in der Stadt zu urinieren, werden frei übersehen, und wohin man sieht, kann man die gelben Strahlen gegen die Wände gerichtet beobachten.
Auch ist es im ländlichen Indien keinesfalls unüblich, dass man zur Morgenstunde die Menschen auf dem Felde hocken ihr Geschäft verrichten sehen kann. Besonders während meiner letzten Zugfahrt durch die "Prärie" bin ich in diesen visuellen Genuss gekommen.
Dabei kann ich Zugfahrten nur empfehlen. Nirgends sonst bekommt man gleichzeitig in und außerhalb so viel geboten. Zum einen kann man die Menschen im Zug beobachten, was nie langweilig wird, und zum anderen bekommt man draußen eine zumeist atemberaubende Landschaft geboten.
***
Zugfahren ist auch eines der indischen Hobbies, und so kommt es schnell vor, dass man keine Tickets mehr bekommt, wenn man eine längere Reise plant.
Am schönsten (?!) ist die Fahrt in der Sleeper Class. Kaum Komfort auf den Pseudo-weich Brettern mit Plastikbezug, aber dafür reist dort der Durchschnittsinder mit, und Leute beobachten machte Nosianai ja schon immer Spaß.
Merke: Reisen in Indien niemals mit dem Bus oder Flugzeug machen. Ist rausgehauenes Geld und man verpasst das wirkliche Leben.
Meiner Meinung kann man in Indien sowieso nicht in der Touristen-Schaumstoff-Welt leben.
***
Essen von Bananenblättern:
In Andhra-Style-Restaurants wird das Essen auf Bananenblättern serviert. Besteck gibt's auch keins. Dafür kann man sich ein vegetarisches Menu bestellen und bekommt dann für einen Preis, der je Restaurant zwischen einer und drei Mark liegt, unbegrenzt Reis und die verschiedenen "Gemüsebreis". Dann kann man richtig schön mit den Fingern im Essen herumschmanden, obwohl Mutti und Vati das gar nicht gern sehen!
***
Armut:
Man darf sie nicht unter den Tisch kehren, aber genauso wenig sollte man jemanden Geld in die Hand drücken, wenn man sich an Orten befindet, wo viele Bettler herumlaufen, denn die kommen dann plötzlich alle zu einem und man lernt die Definition von Hartnäckigkeit kennen.
Bewegt man sich nicht in Touristenhochburgen und es kommt jemand auf einen zu, so ist es kein Beinbruch, mal ein oder zwei Rupees zu geben.
Doch auch da gibt es feine Unterschiede.
Manche Leute haben gar nicht die Intention, ihren Lebensunterhalt auf diese bedauernswerte Art und Weise zu verdienen, aber wenn sie Touristen sehen, laufen sie plötzlich gebückt und kommen angelatscht.
Auch diejenigen, die den ganzen Tag irgendwo zu sitzen scheinen und ihre Kinder mit in den Smog nehmen sind mir persönlich zwielichtig und wir geben denen nie was.
Wie gesagt, alte Menschen sind die einzige Ausnahme.
Wenn man so lange wie ich in Indien ist, kriegt man den Dreh irgendwie raus. Auch ist es nicht verkehrt, die Leute, die einen an die Klamotten gehen wegzuschubsen. Wo kommen wir denn da hin?
Kommen wir aber zu etwas erfreulicherem, denn letztlich wird man an der Situation in Indien eh nicht viel ändern können.
4. HINDI-FILME
Wer in Indien landet, sollte sich auf alle Fälle einen Film aus der indischen Filmfabrik Bollywood ansehen. Denn auch ohne Hindi kann man ja genügend Eindrücke sammeln.
Selber gesehen habe ich jede Menge Hindi-Filme, ob bloß ansatzweise oder ganz oder mehrmals, sei mal dahingestellt. An den Titel erinnern kann ich mich noch bei:
(1) Satya
(2) Gadar (war mein erster...)
(3) Dil Chahta Hai (Popcorn-Kino)
(4) Lagaan (war als ausländischer Film bei der diesjährigen Oscar-Verleihung dabei gewesen, wenn sich noch jemand daran erinnern sollte)
(5) Ashoka
...und noch jede Menge andere. Ich kann sie alle weiterempfehlen. Und die Kinos sind auch viel bequemer, auch wenn sie nicht so aussehen. Man kann mit den Kinosesseln in jede beliebige Position rutschen. Nach dem Motto: Vor, zurück, zur Seite, ran.
Und hey, wer in den Genuß meines „Kino Zum Kotzen“-Beitrages gekommen ist: Alle dort angesprochenen Widrigkeiten gibt es in indischen Kinos NICHT!
Wer also die Gelegenheit hat, sollte sich auf alle Fälle einen Film ansehen. Ich selbst verstehe ja auch nicht wirklich was, aber Spaß macht's trotzdem.
Der Kinoeintritt sollte mit Rs. 70 (z.Z. 3,50DM) für Balkonsitze wohl erschwinglich sein, und in beinahe jedem Örtchen gibt es ein Kino, wo es doch des Inders liebstes öffentliches Plätzchen zu sein scheint.
Auch auf VideoCD (NEIN, keine DVD!!!) kann man sich die Filme ansehen. Die "Videotheken" finden sich an jeder Ecke. (Raubkopien, direkt von der Kinoleinwand per Camcorder kopierte Filme)
Nur eines: gesundes Sitzfleisch und was warmes Anzuziehen mitbringen, denn zum einen sind die Filme uuuuuunwahrscheinlich lang. (In Indien scheint es keine Überlänge, höchstens Unterlänge zu geben) Zudem ist es in den Kinos oftmals sehr kühl, da die A/Cs laufen und dazu noch Ventilatoren.
In der obligatorischen Pause, die jeden Film für 10min in zwei Hälften zerschnippelt, kann man sich aber mit Kaffee auftanken....
**************
Noch mal was zum Schluss:
Um den Bericht dann doch nicht ins Unendliche ausarten zu lassen, habe ich noch weitere Berichte vor:
1. Hampi - Die Sonnenverätzung meines Lebens
2. Pondicherry, Mahabalipuram und Chennai - Über knausrige Gaststätten, die Ashram-Sekte und das Ozean-Klo
3. Kerala - God's Own Country im Nosianai-Test
4. Goa – Fischstrände, wunderschöne Eisenbahnfahrten und verschwitzte Axelhöhlen im Bus
5. Delhi - Smog & Verkehr
6. Straßenverkehr in Indien (das Thema ist weitaus lustiger, als es hier klingen mag)
7. Ausflug auf’s Land – Meine Verfolgungsjagd
8. Mysore und Ooty – Die höllische Taxifahrer und ein ausgedorrter Magen, keine funktionierende Klospühlung aber ein riesiges Mückengeschwader...
In diesem Sinne,
Nosianai
06-09-02
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-28 11:25:53 mit dem Titel Freilicht-Klos mit Salzwasserspülung und die Ashram-Sekte
Es begann mit Kakerlaken, die unter einer ernsten Sehschwäche litten, und wie bekloppt gegen die Wände im *Reisebüro* flogen. Weiter gings dann mit einem bequemen Bus und sieben Stunden Fahrt nach Pondicherry.
Samstagmorgen. 6:30Uhr. Nosianai schon wach? Rekord!
___Lektion Eins: Zähneputzen schwer gemacht___
Hüpfe in ein Restaurant deiner Wahl. Diese welche Wahl wird auf Grund der unmenschlichen Uhrzeit sehr stark eingeschränkt sein. Lächle, und sei froh, denn gleich kommts noch viel schlimmer.
Essen fassen. Sich durch die brodelnd heiße Küche des Restaurants eine alte Treppe hoch zur *Toilette* hangeln und dann die braune Brühe in Klosett bemerken. Hm, woher kommt die braune Farbe? Betätige Klospülung. Nix besser. Waschbecken irgendwo? Wasserhahn ... tropf... gurgel... würg... Kein Wasser.
Merke: Gehe in einem Restaurant niemals nicht hinter die Kulissen. Es könnte dir allllles verderben. Siehst du ein Waschbecken im Restaurant drin, dann benutze es. Glaube (außer in einem Edelladen) nie daran, dass es irgendwo noch ein besseres geben könnte.
___Lektion Zwei: Wozu gab der liebe Gott dir zwei Füße?___
Damit du die Pedale des Rollers betätigen kannst, welchen du dir ausleihst, um Pondicherry zu erkunden. Die Sonne brennt schon morgens um acht. Vor deinem geistigen Auge schwimmen braune Bröckchen in Kloschüsseln. Vor deinem anderen Auge liegt der Ozean, glitzert das Wasser, liegt der Sandstrand, stehen Palmenhaine... wunder, wunderschön.
Lust zu baden? Dann geh ins Hotelzimmer, denn der Strand wird von vorn bis hinten zugemüllt sein, wie weit du auch fährst mit deinem für 100 Rupien (und 500 Kaution) geliehenen Blechroller.
(Wir fuhren sehr lange, vielleicht eine halbe Stunde nördlich von Pondicherry, fanden dann ein Stück Strand, welches nur leicht zugemüllt war. Ich tauchte nur kurz die Füße ins Wasser und war gleich von oben bis unten patschnass. Merke: Kein Badestrand. Die Wellen sind wahrlich hinreißend...)
___Lektion Drei: Die Ashram-Sekte___
Wo auch immer du in Pondicherry hingehst. The Mother und Sri Aurobindo werden dich verfolgen. Ihnen gehört der Ashram, das Hotel, in dem wir für 400 Rupien ein sexy Zimmer bekamen (während meiner 5 Monate Indien übrigens das beste). Ihnen gehört die sehr sehr sehenswerte Papierfabrik, der Fresstempel (den ich nicht empfehle, da man da SCHWEIGEN muss, auch wenns Essen für 20 Rupien gibt) ... Und was ihnen nicht gehört, das wird von ihren Bildern verziert...
Am ersten Tag wars noch lustig. Am zweiten Tag musste ich frühstücken mit The Mother und ihrem grimmig-bösen Guck-auf-deinen-Teller-und-iss-und-halt-den-Mund-und-nachher wird-gespendet!-Blick... Es gruselt mich noch heute! Ihre *Bibel* war auszugsweise auf das Platzdeckchen gedruckt, hing als Gesamtwerk von der Wand. ... Ehrlich gesagt.. ich hatte Angst...
(Na ja, Spaß beiseite. Da ich ein dummer Tourist bin, habe ich inzwischen vergessen, was hinter den zwei Leutels steckt, aber sie waren wohl Antialkoholiker und strikt gegens Rauchen, denn beides ist überall verpönt.
Man sollte aber in Pondicherry darauf gefasst sein, mit dem Flair einer Sekte konfrontiert zu werden. Prädikat: Gewöhnungsgedürftig.)
___Lektion Vier: Was lange währt, muss noch lange nicht fertig sein___
Ausflug nach Auroville
Der Weg ist lang und staubig. Mein Verlobter fährt schnell. Zu schnell, um eine zu rauchen (ich probierte es trotzdem... jetzt hab ich Staublunge...)
Auroville, diese unüberschaubare Sekte, ist ruhig, abgelegen, groß und ... na ja, schön. Man kann auf dem Gebiet herumschlawenzeln, in die Boutique gehen, sich Vorlesungen anhören, bei Gebeten und Meditationen dabei sein... oder sich der/die/das Matrimandir anschauen. Außen Gold. Innen seit mind. 20 Jahren Baustelle. (darum: Lektion vier) Was da drin ist, verrate ich nicht. Von wegen Spannung und so...
Schön wars allemal, obwohl alles SCHWEIGEND vonstatten gingen musste. Und Nosianai musste mit ihren zarten Füßen Barfuss auf dem Schotter laufen.. Aua!
Merke: In Pondicherry ist alles schön. Ruhige Stadt. Golf von Bengalen. Lecker Essen. Papierfabrik, wo aus Stoff, Reis, Abfall etc. Papier gemacht wird. Der Ashram (SCHWEIG!). Tempel en mass.... und man merkt den französischen Einfluss sehhhr stark. Es ist ruhiger, mediterraner, Straßen sind enger. Ich sah die erste Frau auf einem Fahrrad in ganz Indien. Leise. Vergnüglich. Pondicherry ist anders als der Rest von Indien.
(Mein persönliches Highlight war ein internationales Abendessen in Pondicherry. Unsere Studentengruppe: Deutsch. Irisch. Spanisch. Indisch. Französisch. So viel Spaß kann man nicht buchen. Schade, ich kanns nur jedem empfehlen, besonders wenn die Französin dem Inder erklärt, dass das, was sie da auf dem Teller hat, nicht richtig gemacht ist....)
___Lektion Fünf: Stirb langsam. Im Bus durch Indien.___
Nosianai, schlimmer wie ein kleines Kind, muss alles mal sehen und ausprobieren. Fahrradrickshawfahren zum Beispiel. MITfahren! Später tat es mir in der Seele weh, wie sich der arme Kerl da vor mir auf dem Rad einen abstrampelte, während ich faul auf der Pritsche saß und mir wild Luft zufächelte, weil es schon in der Morgenstunde so unmenschlich warm war...
Merke: Hochleistungsdeo nicht vergessen!
Später im Bus saßen wir auf dem besten Platz: nämlich in der ersten Reihe. Freier Blick auf den Gegenverkehr, der uns entgegen bretterte. Freier Blick auf die im Weg herumschlendernden Kühe, für die eine Notbremse fällig war. Freier Blick leider auch auf die armen herumstreunenden Hunde, für die hingegen keiner bremste.
Nach endlos langer Zeit, gut geschüttelt, traumatisiert von an der Windschutzscheibe zerschellenden Tierknochen, aufblitzendem Gegenverkehr und stark verängstigt durch die Wettrennen des Busfahrers, krochen wir dann in Mahabalipuram aus dem Blechvehikel.
Dass wir das überleben durften!
Pferdeäpfel am Strand. Betteln für Servietten. Sowie Die Rettung durch Jasmin folgt in einem gesonderten Bericht über
Mahabalipuram und Chennai
___Noch ein paar Kurzlektionen___
Pondicherry ist super geeignet für einen Kurztrip, das heißt also, wenn man es sich schon andernorts in Indien bequem gemacht hat und plötzlich denkt: hey, könnt mir ja auch mal noch was anderes angucken.
Pondicherry, das kleine Frankreich in Indien, ist klein, relativ sauber, gut organisiert, kennt zwei Ampelkreuzungen (Stand: Herbst 2001) und wird von einem frommen Völkchen besiedelt, welches seit Jahren seinen Idolen The Mother und Sri Aurobindo huldigt und den geneigten Gast gern in deren Leben einführt.
Selbst ohne Reiseführer ist man in Pondicherry bestens bedient, denn alles ist übersichtlich und ruhig. Nirgendwo in Indien sieht man so viele Käsegesichter herumspringen wie dort (die arbeiten bzw. leben in Auroville). Nirgendwo sonst wäre es ratsam, mal selbst aktiv am indischen Straßenverkehr teilzunehmen.
Einkaufsmöglichkeiten sind super. Mit den Gaststätten haben sies allerdings nicht so, da muss man für die Suche schon mal etwas mehr Zeit einplanen.
Hotel: Park Guest House mit Blick auf den Golf von Bengalen. 400Rupien pro Zimmer. Prima Service. Bisschen streng (abends um zehn wird das Haupttor geschlossen, da gehts dann weder ein noch raus).
Badesachen kann man zu Hause lassen. Sonnencreme, Hut und Entdeckerlust mitbringen.
Pondicherry? Immer wieder!
2001/2002 © Nosianai weiterlesen schließen -
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Zurück ins Mittelalter nach : Fatepur Sikri bei Agra
18.11.2002, 13:22 Uhr von
Schlingel62
Liebe Leserinnen und Leser! Also hier soll ich etwas über mich hineinschreiben. Tja also ich...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Vorwort
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Mit dem „Shantabti-Express“ sind wir fast wie im Flug in knapp drei Stunden von Dehli nach Agra gefahren. (820 Rupien hat dies gekostet!).Was soll´s dachten wir uns, denn die vielen „Schlepper“ und Rikschafahrer verbreiteten am Bahnhof in Agra etwas Stress. So landeten wir im „Akbar-Hotel“ und machten uns Gedanken, wie wir den angefangen Tag noch verbringen. „Komm wir fahren am Nachmittag nach „Fatehpur Sikri“, sagte ich, denn wir hatten von der Stadt Agra (ca 1,3 Millionen Einwohner) nicht gerade einen sympathischen Eindruck.
Erster Eindruck von Agra
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In keiner anderen Stadt Indiens ist das „Schlepperwesen“ derart ausgeprägt wie in Agra. Sobald man den Zug verlässt, wird man von Rikschafahrern umstellt, die einem in das für sie lukrativste Hotel fahren möchten, denn dort kassieren sie die höchste Provision. Wir „deuteten“ vor der Ankunft auch ein Hotel aus, landeten aber letztendlich ganz wo anders. Kurzum es war einfach stressig früh um 8 Uhr unendliche Diskussionen zu führen. Dennoch waren wir mit dem „Hotel Akbar-Inn“ sehr zufrieden, schöner Garten, geräumige, einigermaßen saubere Zimmer. Also was machen wir noch mit dem angefangen Tag fragte ich meinen Kumpel. „Auf wir gehen noch nach Fatepur Sikri“, schlug ich vor und eine halbe Stunde später machten wir uns auf den Weg.
Wie komm ich da hin?
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Nach Fatehpur Sikri fahren die Busse vom Igdah-Busbahnhof an der Ajmer Road ab. Dort hinzukommen ist recht einfach. Man nimmt einen der unzähligen Riksafahrer die ständig vorhanden sind und lässt sich hinfahren. Doch aufgepasst mit dem Preis, den sollte man vorher wissen (im Hotel fragen), sonst wird man gnadenlos über´s Ohr gehauen. Am Busbahnhof stehen dann so etwas 30 Busse herum. Irgendwelche Hinweisschilder welcher Bus wohinfährt gibt es nicht. Man wird ganz automatisch gefragt, wo man herkommt, wo man hinwill, wie man heisst und weshalb man in Indien ist. (Dazu werde ich in einem anderen Bericht was darüber schreiben).. So ist es kein größeres Problem dass man in einem Bus landet. Dort sicherheitshalber nachfragen wo der Bus hinfährt und schon geht das Abenteuer los.
FATEHPUR SIKRI
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Treffend hat man die auf einem Felsrücken knapp 40 km südwestlich von Agra gelegene Geisterstadt einmal als „imposantes Monument der Macht und gleichzeitig der Ohnmacht des Mogul Reiches bezeichnet“. Ich kam mir nach der Ankunft erst einmal vor als hätte mich eine Zeitmaschine zurück ins Mittelalter versetzt.
Glaubt man der Legende kam „Akhbar der Große“ nach Sikri um bei einem „Einsiedler“ den Segen für die Geburt eines männlichen Nachfolgers zu bitten. Dieser Wunsch ging wohl in Erfüllung. So entschloß er sich dafür zu Sorgen, dass die „Einsiedelei“ zu Ende ist und „Sikri“ zum Standort einer neuen Hauptstadt des Mogulreiches wird.
Die Bauarbeiten begannen 1571. Wie wir von einem kundigen „Guide“ erfuhren, baute man zunächst die 10 km lange Stadtmauer. Die Moschee wurde auf dem höchsten Punkt des Felsens errichtet. Nach einem erfolgreichen Feldzug in Gujarat benannte Akhbar die neue Hauptstadt in Fatepur (Stadt des Sieges) um.
Doch ebenso abrupt wie die Geschichte 1571 begonnen hatte, endete sie kaum 15 Jahre später auch wieder. Die problematische Wasserversorgung brach zusammen, so verließ der gesamte Hofstaat den Ort und zog einfach nach Pakistan um. Man muss sich dies heutzutage einmal vorstellen.
Um die Moschee sowie die gesamte Palastanlage zu besichtigen benötigt man mindestens zwei Stunden. Interessant ist dabei nicht nur der „Haremsbereich“ und die Privatgemächer des Kaisers.
Gut erinnern kann ich mich heute (knapp neun Monate nachdem ich es besichtigte) an ein Wasserbecken. Auf der durch Stege mit dem Ufer verbundenen Plattform sollen in Vollmondnächsten musikalische Darbietungen stattgefunden haben.
TIPP:
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Was man sich nicht entgehen lassen sollte ist der „Bazar“ direkt unter der großen Festungsanlage.
Organisierte Touren fahren hier direkt vorbei und so verpaßt man wirklich was. „Mittelalter pur“, hab ich in mein Tagebuch geschrieben. Hier ließen wir uns treiben und fingen langsam an zu überlegen. „Wie kommen wir von hier überhaupt wieder weiter?“ Denn uns teilte jemand so ganz beiläufig mit, dass kein Bus zurück nach Agra fährt.
Dafür sahen plötzlich wie sich Menschen in vorbeikommende Jeeps drängen.....
Eine Coca-Cola und eine halbe Stunde war es soweit: ein Jeep, besetzt mit 15 Personen, rast über die Hauptstraße. Wir sitzen hinten auf den Notsitzen, der Fahrer vorne drückt Kupplung, Gas und Bremse, an lenken ist nicht zu denken, das macht der junge Bursche (war wohl kaum 15!) direkt neben dem Fahrer.
„Nichts denken die Landschaft ansehen und fragen, wann wir aussteigen müssen“, sagte ich mir, denn unser Ziel war nicht Agra, sondern der „Keoladeo-Nationalpark“.
FAZIT:
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Mit den Busverbindungen von Fatehpur Sikri zurück nach Agra zurück zu kommen ist nicht ganz einfach, denn hier fahren seit Mitte 2001 mit Sicherheit keine Busse mehr. In Indien ist jedoch alles zu jeder Tages und Nachtzeit möglich, das war uns schon nach wenigen Tagen in dem Land klar. Allerdings ist solche eine Jeepfahrt nichts für schwache Nerven, ausserdem ist die Fahrt etwa viermal so teuer wie mit dem Bus. Hat aber Spass gemacht, wenn ich mich so zurück erinnere.
Also: wer in Agra ist sollte sich Fatepur Sikri nicht entgehen lassen.
Viel Spass bei dem Abenteuer wünscht Euch
©Schlingel62
auch bei CIAO, dort unter Linsenrainer, sowie dooyoo (schlingel62)veröffentlicht
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-23 16:05:00 mit dem Titel Das heißeste Abenteuer: Kamelsafari in die Wüste "Thar" in Nordindien
Vorwort
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Früher Morgen in Bikaner (Nordindien). Vor zwei Stunde sind wir mit dem Nachtbus aus Pushkar angekommen. Nur unter schwierigsten Bedingungen schafften wir es um 5 Uhr unsren „Tuk-Tuk-Fahrer“ mit seinem Moped zu dem von uns ausgesuchtem Hotel zu „dirigieren“. Es sieht recht trostlos aus in der 550.000 Einwohner zählender Stadt. „Hier sind wir, nur hergekommen um eine Kamelsafari zu machen“, versuche ich unserem „Guide“ dies klar zu machen. „Auf fahre uns zu Vino-Desert-Safari-Lodge“, bin ich schon etwas geladen, als er uns vor einer Nobelherberge unbedingt absetzten will. „Na ja, da muss man wieder mal durch, das kennen wir schon“, denke ich mir, aber daran hat man sich schon gewöhnt, wenn man einige Tage in Indien unterwegs ist. So blieb uns nichts anders übrig, als unserem Fahrer den Weg zu „Vino“ zu weisen. „Wir sind nur aus einem einzigen Grund hier hergekommen“, versuche ich ihm weiter zu erklären, „ es ist eine Kamelsafari in die Wüste Thar“. Dabei grinst er nur und sieht schon die „Dollars“ in den Augen, die er allerdings nicht von uns erhält, als wir nach übe einer Stunde letztendlich doch bei der Lodge angekommen sind. Es hat sich gelohnt, denn wir sollten uns hier nicht täuschen.
Wie ging es weiter?
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Mehrtägige Kamelsafaris in die Wüste Thar mit Ausgangs- und Endpunkt finden normalerweise in Jaisalmer statt und gehören für die allermeisten Individualtouristen zu den Höhepunkten. Wer aber vom „klassischen Lawrence-von Arabien.-Klischee“ den menschenleeren, sich endlos bis zum Horizont erstreckenden Sanddünen ausgeht, wird in Jaisalmer enttäuscht. Wir informierten uns schon „daheim in Deutschland“ über die diversen Möglichkeiten und entschieden uns die Tour vor Ort in Bikaner bei „Vino“ zu buchen. Hier sollten wir auch nicht enttäuscht werden.
Szenenwechsel: Es ist der 10. November, 8 Uhr am Morgen, wir trinken frisch aufgebrühten Tee bei Vino in der Safari-Lodge und warten. Denn innerhalb von einer halben Stunde haben wir alles perfekt gemacht für eine 2,5 tägige Tour in die Wüste Thar. Bis 12 Uhr haben wir Zeit. Bis dorthin muss noch eingekauft werden, also können wir auch noch einen Abstecher in die Altstadt von Bikaner machen. Also hat sich auch jeder noch einen Turban gekauft. „Es wird heiß in der Wüste“, erklärt uns „Ganesh“, der uns später begleiten wird. So lernen wir auch noch schnell wie man sich am besten einen Turban bindet.
Fast pünktlich geht es dann los. Die Plane des Jeeps schützt uns vor der sengenden Sonne Nordindiens. Vorbei an kleinen Ortschafen wage ich einen Blick nach draußen, sehe die ersten Kamele. „ Noch eine Stunde, dann treffen wir auf ein Pärchen aus Australien, sie sind gestern hier los, wir schließen uns ihnen an, dann wird die Karawane noch größer“, freut sich auch unser Tour-Guide darauf, dass er noch zwei weitere Touristen, das Leben mit und in der Wüste etwas näher bringen kann.
Eines wurde schnell klar: Die vielen Kleinbauern, die wir mit ihren Kamelen sahen leben oft kapp an der Grenze des Überlebens, denn die Kamele vertilgen die letzten Halme die es hier noch gibt.
Pünktlich zum „Sonnenuntergang“ trafen wir an einer großen Sanddüne auf unsere „Karawane“. Insgesamt waren es fünf Kamele, zwei davon mit einem Ziehwagen, was sich später als großen Vorteil herausstellen sollte. Doch zurück zu unserem „Nachtlager“ mitten im großen „Sandhaufen“. Drei Steine in einem Dreieck sind die Herdstelle. Davor sitzen die Kameltreiber, kneten, rollen und welgen den Teig, das später zum leckeren Fladenbrot wird. „Die Chapatis sind wirklich genial“, bestätige Ganesh, der uns einiges über die Probleme der Wüstenbewohner und das Leben mit der Wüste erzählt. Wir erfahren dies später, am nächsten Tag am eigenen Körper. Denn Kamelreiten sieht zwar romantisch aus, ist jedoch sehr anstrengend, besonders für den Rücken und dessen Verlängerung. Es gibt nicht wenige, dies deswegen nach euphorischem Beginn bereits am zweiten Tag aufgeben. Wir hatten zum Glück unseren „Zieh und Transportwagen“ mit dabei. So konnte man nach zwei Stunden von den Wüstenschiffen hinunter auf den Wagen steigen und gemütlich sich durch die Gegend schaukeln lassen.
Unvergesslich waren für mich, wenn ich mich heute, vier Monate später zurück erinnere nicht nur die sternenklaren Nächte, als wir, eingemummelt in den Schlafsack über eine stinkende Kameldecke die Sternschnuppen zählten, sondern vor allem die Menschen, denen wir begegneten, mit denen wir kochten, lachten und spielten.
Nach dem Mittagessen auf einem „Kartoffelacker“ sehe ich unserem Kamelführer im Schatten zu, wie er sich über einer Schüssel wäscht: ER reibt sich geklärte Butter ins Haar und füllt dann eine Schüssel mit Wasser und ein weinig Buttermilch. Dann zieht er sich bis auf die Unterhose aus, behält sie während der ganzen Prozedur an. Der Kamelführer (leider hab ich seinen Namen nicht in mein Tagebuch geschrieben) gießt die Mischung über Kopf und Rücken. Wäscht dann seinen Oberkörper und eine Beine und Füße, dann hockt er sich über die Schüssel. Nach dem Bad kämmt er seine Harre, die sich in der Sonne ringeln...“Hm“ denk ich mir, „der genießt förmlich das Bad in der Wüste, das könne ich unter diesen Umständen nicht, morgen dusche ich auch wieder....“
Vier Stunden später halfen auch wir den schnell trocknenden Dung der Kamele aufzusammeln, den diesen benötigt man als „Heizmaterial“. So gibt es wieder ein vorzügliches vegetarisches Abendessen. Müde fallen wir kurz nach Sonnenuntergang auf unsere „stinkenden Kameldecken“. Ich sehe wieder hoch in den Sternenhimmel und finde das Sternenbild „Kassiopeia“ und den „großen Wagen“. „Ja so muss es wohl gewesen sein bei „Lawrence-von Arabien“ gewesen sein. Weitere Touristen haben wir während unsere Tour in die Wüste Thar nicht getroffen.
Fazit
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Es war für uns ein Glücksgriff nach Bikaner gekommen zu sein und die Tour bei Vino gebucht zu haben. Hier die genaue Adresse: Vino Desert Safari, Gagashahar, Bikaner. E-Mail: [email protected], Hompage: www.vinodesertsafari.com .
Man bekommt übrigens zum Schluss noch ein kleines Highlight zu sehen: den Rattentempel in Deshnok, den sogenannten Karni-Mata-Tempel.
Ach hab ich mich geekelt, als ich drin war. Abscheu und Neugierde waren wohl die beherrschenden Gefühle beim Ganz durch die Eingangstür. Ein ekelerregender Gestank und tausendfaches Gequieke beherrschen das Innere des Tempels. Hervorgerufen wird dies von tausender von Ratten, die im Tempelkomplex verehrt und gefüttert werden. Aber zurück zur Wüste rund um Bikaner: Wer eine Kamelsafari machten möchte, sollte dies in und um Bikaner in Nordindien machen, dies kann ich „wärmstens“ empfehlen. Es sind unvergessliche Momente, die man hier hautnah erleben kann.
Viel Spaß wünscht Euch
Euer
Schlingel62
geschrieben auch für ciao und doyoo
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-26 12:37:52 mit dem Titel TAJ MAHAL: Das schönste Gebäude der Welt!
Vorwort
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Reisen als Sinnesrausch: Steinskulpturen lieben sich in allen Verrenkungen des Kamasutra, Festen beginnen als Farborgien, der Tee wird mit Blick auf den Himalaya serviert und ein goldener Tempel schwebt über dem Wasser. Drogen? Nein ich bin nicht im „Drogenrausch“, Nein ich bin im Norden von Indien. In diesem Bericht möchte ich über Agra, genauer gesagt über das Taj Mahal, für mich das schönste Gebäude für alle, die an die wahre Liebe glauben berichten.
Agra
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Indienreisende werden es spätestens nach ihrer Ankunft feststellen, dass in Agra die aufdringlichsten Rikschafahrer zu finden sind. Mit den Fahrern und Händlern zu verhandeln kostet allerhand Geduld und Verhandlungsgeschick. Die einst prächtige Mogul Stadt, nur zweieinhalb Zugstunden von Dehli entfernt (Wenn man den Shantabti-Express nimmt) ist heue zu einem geschichtslosen und verschmutzen Industriestandort verkommen. Ich möchte hier gar nicht näher darauf eingehen. Dafür hat Agra zwei Attraktionen die zu dem Schönsten zählen was Indien zu bieten hat. Zum einen „das rote Fort“ und nicht nur für mich das „sagenhafte Taj Mahal“.
Taj Mahal
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Wir haben bereits kurz nach unserer Ankunft in Agra darüber diskutiert, zu welchem Zeitpunkt wir denn das „Taj“ besuchen: Zum Sonnenaufgang oder zum Sonnenuntergang. Jede Zeit hat seine Reize. Es war im November, etwas diesig, wir wussten am Abend zuvor immer noch nicht so recht was wir tun sollten, da ließen wir wieder einmal den „Zufall“ als Schicksal walten und die eine Rupie Münze entschied nach zwei Bier, dass wir am nächsten Morgen uns auf dem Weg zum „Taj“ machen.
Auszug aus meinem Tagebuch: „Heute klingelte bereits um 5:30 Uhr der Wecker, denn wir wollten uns auf dem Weg zum „schönsten Gebäude der Welt machen“. Nachdem wir uns mit Pfannkuchen und Tee gestärkt hatten brachte uns der „Rikschafahrer“ in 20 Minuten zum Eingang am Taj.“ Soweit, so gut, jetzt kam die erste Überraschung,, es war nicht der Eintrittspreis, wir wussten, dass wir stolze 800 Rupien zu bezahlen hatten. (19€´!), sondern dass man fast alles was man dabei hat, abzugeben hat. Kurzum der Tagesrucksack mit Taschenmesser, Wasserflasche, Kulis, Müsliriegel, halt alles was irgendwie das „Taj“ beschädigen und schädigen kann muss abgegeben werden- So stellt man sich an zwei Schlangen an, an der Schlange um die Eintrittskarte zu kaufen, und an der Gepäckaufbewahrung. Es waren relativ wenig „Touristen“ kurz nach 6 Uhr da. , Nur rund 20 Personen freuten sich den „Eintritt“ zu berappen. Das überraschte uns auch, aber im letzen Jahr waren ja 70 Prozent weniger Touristen im Land, erfuhren wir von verschiedenen „Hotelmanagern“, doch zurück zum Taj Mahal.
„Eine Träne auf dem Angesicht der Ewigkeit“. So beschrieb Indiens berühmtester Dichter Rabindranath Tagore das Taj Mahal. Das Gebäude ist für mich der Beweis dafür, dass Schönheit universell ist. Europäer, Chinesen, Amerikaner und Inder und zwei Touristen aus „badisch Sibirien“ (mein Kumpel und ich), alle stehen ergriffen vor diesem letzen Liebesbeweis des Mogul Kaiser Shah Jahnan an seine fünfte Frau Mumtaz Mahal. Sie starb mit 39 Jahren nach der Geburt ihres 14. Kindes. 20000 Menschen arbeiteten von 1631 bis 1653 an dem Grabmahl. 1000 Elefanten zogen den Marmor aus Rajastan heran. Damit ruinierte Sha Jahan die Staatsfinanzen.
Ich ließ das Taj Mahal ganz einfach auf mich wirken. Die besten Bilder macht man,wenn man direkt durch das Tor tritt und das Gebäude in etwa 200 Meter Entfernung vor einem steht. Die „Münze“ die wir warfen um zu entscheiden zu welcher Tageszeit wir das „Taj“ besuchen hat uns Glück gebracht, denn es war die richtige Entscheidung es am Morgen zu machen. Die Magie des Taj zeigt sich an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten. Bei uns war es im Morgengrauen, wenn sich die Türme langsam aus dem Nebel lösen. Der weiße Marmor schimmert, ja er beginnt fast zu glühen, so hatte ich zumindestens den Eindruck. Ich denke heute noch an die Frauen, die ich sah, als sie am Fluss in ihren Saris in der Reflektion des Palastes beim Waschen der Wäsche waren. Uns hat unser „Hotelmanager“ in unserer Unterkunft erzählt, das Taj Mahal am sinnlichsten wirkt, wenn es regnet. Dann strömen die Touristen in die Busse, Pärchen, schmiegen sich aneinander und Kinder tollen herum. Dabei steht für einen Augenblick außer Frage: Es gibt die unendliche Liebe, und hier ist sie zu Hause.
Leider gab es für mich am Taj Mahal einen kleinen Wehrmutstropen, denn meine „wahre Liebe“, meine Freundin war leider nicht dabei, aber ich war fast die ganze Zeit in Gedanken bei ihr. Einen Logenplatz für Romantiker haben wir später auch noch entdeckt: von allen Palästen am Fluss Jamuna ist das Taj zu sehen. Das ist wirklich zu empfehlen den Abstecher dorthin zu machen.
Natürlich sind wir von „selbsternannten Tour-Guides“ beim Taj Mahal nicht verschont geblieben. Obwohl wir gewarnt wurden, dass wir bestimmt von einem „Studenten“ angequatscht werden, der uns zeigen möchte, von wo aus man die besten Aufnahmen des „Taj“ machen kann, konnten wir irgendwie nicht widerstehen. Er zeigte uns auch von wo aus man die „Diamanten“ im Marmor zu „blitzen“ sieht. Und in der Tat von ganz bestimmten Positionen aus „blinkerte“ es im Marmor. Also: Teleobjektiv nicht vergessen. Dies geht alles recht schnell, es waren wohl nur 10 Minuten in der uns der „Guide“ von einer Position zur anderen hetze und wir dann die Aufnahmen „schossen“: Dann war der ganze „Spuk“ vorbei und wir auch um 50 Rupien ärmer. „Was soll´s, dachte ich das ist eben Entwicklungshilfe direkt vor Ort“!
Schnitt/Andere Szene/gleicher Tag: Baby Taj:
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Auf das sogenannte „Baby Taj“ möchte ich nur ganz kurz eingehen. Wer in Agra ist und noch etwas Zeit hat, sollte sich dies nicht entgehen lassen. Da wir fast den ganzen Tag noch vor uns hatten, „gönnten“ wir uns auch diesen Besuch. Das „Baby Taj“ richtiger Name: „I`TIMAD UT DAULAN“, liegt auf der gegenüberliegenden Flussseite, etwas außerhalb des Stadtzentrums. Es wurde 1622 von einer Frau des Kaiser Jahangir für ihren persischen Vater erbaut. Kleiner als das Taj, aber auch dafür viel intimer und feminier in seiner Bauweise. Hier ist man fast unter sich bleibt also auch von den Tour-Guides verschont.
FAZIT
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Der Besuch des Taj Mahal ist sicherlich ein Höhepunkt jeder Indienreise. Dies war es auch für uns, obwohl in den nächsten drei Wochen unserer Tour noch viel passierte. So lohnt es, obwohl die Eintrittspreise fast schon utopisch hoch sind. Jetzt erinnere ich mich auch was noch in meinem Reiseführer stand, ein Zitat, als unser alter Bundespräsident Heinrich Lübke mit seiner Frau beim Fototermin vor dem Taj Mahal stand: „Wilhemine, ich sag nur Sauerland, bleibt Sauerland“. Na ja, das ist zum schmunzeln, ich bin aber nicht dieser Meinung. Für mich ist das Taj Mahal das schönste Gebäude für alle, die an die wahre Liebe glauben, Zyniker haben hier nichts zu suchen.
Ich wünsch Euch viel Spaß beim Besuch und freu mich darauf, wenn ich nächste Woche mal meine Dias anschaue...
Euer Schingel62
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-03 17:00:20 mit dem Titel KEINE WELTENTRÜCKTEN JOGIS, DAFÜR PALÄSTE UND MEHR....
Vorwort
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"Was ihr geht nach Indien, das ist doch viel zu gefährlich, was wollt ihr da?". Diese Kommentare mußten wir oft hören. Unsere Familie, Freunde und Bekannt waren nahezu entsetzt, als sie davon erfuhren, dass wir uns im November 2001 doch auf den Weg machten. Wir hatten uns gut auf das Land eingestellt, und ahnten was hier auf uns zukommt. Aber meistens kommt es anders als man denkt und "vor Ort" sieht die Situation sowie wieder ganz anders aus. So landeten wir ganz früh am Morgen in der Hauptstadt Dehli.
Eine erwartungsvolle Vorfreude hatten wir auf "Dehli" nicht, ja überhaupt nicht, erinnere ich mich gut. Mit der braucht man in dieser Stadt nicht zurechnen. "Ich bin jetzt gespannt was kommt", sagte ich zu meinem Kumpel, als wir vom Flughafen in die Stadt fuhren. So gab es für uns zumindestens keine unliebsame Überraschung.
Nicht märchenhafte Paläste, weltentrückte Yogis oder meditative Ruhe, sondern der geballte Lärm, Dreck und die Hektik einer Großstadt mit gut 11 Millionen Einwohnern, die aus allen Nähten platzt empfängt einen. Dem Ansturm von täglich Tausenden von Zuwanderern aus verarmten Regionen und den Belastungen des unkontrollierten Wirtschaftswachstums scheint die Stadt heute weniger gewachsen sein denn je.
Was sehe ich zuerst?
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Der Flughafen sieht ja noch ganz gut aus, den habe ich mir in meinen Vorstellungen weitaus schlimmer vorgestellt. Auch sind nicht so viele "Fänger" vor Ort, die einem unbedingt die beste und günstigste Unterkunft aufschwätzen wollen.
Dann kommt es aber: Unzählige Obdachlose, die jede Nacht mit einer dreckverkrusteten Decke ihr Nachtlager auf den Gehsteigen aufschlagen, sowie eine Smogglocke die das ganze Jahr über Dehli lastet
Luftverschmutzung:
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Was sich vor allem bei mir einprägte ist die starke Luftverschmutzung. Ich war ja schon in einigen Städten in der dritten Welt. Dehli übertraf bisher alles. So gehört die Stadt wie auch Kalkutta zu den sieben am meisten verschmutzen Städten in der Welt. Kein Wunder, dass die Hauptstadt Indiens bei Touristen keinen guten Ruf hat.
Doch bevor ich darüber schreib was wir in Dehli erlebten. Zunächst ein Blick in die Geschichte:
Geschichte:
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Delhi - die Hauptstadt Indiens mit seiner tausendjährigen Geschichte, ist auch die Stadt mit den meisten Sehenswürdigkeiten. Die Stadt liegt am Westufer des Yamuna-Flusses, am Rande der Ganges-Ebene.
Hier, zwischen den zerfallenen Befestigungen des Purana Quila, eines alten Forts, wurde während der letzten Ausgrabungen festgestellt, daß die Stadtgründung auf das Jahr 1200 v. Christi zurückgeht und mit Indra-Prastha, der legendären Metropole der Arier, identisch ist.
Die ersten historischen Aufzeichnungen stammen jedoch aus dem 11 . Jh. n. Christi, als die Rajput-Fürsten ihren Sitz in der Stadt hatten.
Im 12. Jh. brachen islamische Eroberer in Delhi ein. Prithviraj, der letzte Hindukönig, der in Delhi herrschte, wurde 1192 in einer Schlacht getötet. Seit dieser Zeit bis zur britischen Kolonialherrschaft regierten Moslemherrscher.
Das jetzige Delhi besteht aus zwei deutlich voneinander getrennten Teilen: dem "alten" Delhi (Old Delhi), mit seinen typisch orientalischen Stadtvierteln, seinen engen Gassen und Basaren, seinen Tempeln, Moscheen und anderen historischen Monumenten, und dem "neuen Delhi" (New Delhi).
Das letztere wurde von den britischen Architekten Lutyens und Sir Herbert Baker 1931 symmetrisch als Gartenstadt angelegt. Hier, zwischen den Gräbern und Mausoleen, Erinnerungsstätten edler Herrscher und Könige, ist Delhi so, wie es von den Briten gestaltet wurde: breite Prachtstraßen, unberührte Gärten, weit verstreute Sommerhäuser im Kolonialstil und schattige Alleen.
Der "Raj Path Boulevard" zieht sich vom Fuße des Indischen Tors am imposanten Parlamentsgebäude vorbei, schnurgerade bis hin zu den wichtigen Toren des "Rahtrapati-Bhawan" Palastes, der königlichen Residenz
Weitere Sehenswürdigkeiten :
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In Alt Delhi:
Chandni Chowk, Red Fort, Jama Masjid, Rajghat, Firoz Shah ,Kotila.
In New Delhi:
Purana Quila, Grabmal Humayuns, Nizam-du-Din Aulia, Jantar Mantar-Sternwarte, Parlament, Rashtrapati Bhawan, India Gate, Lakshmi-Narayan-Tempel, Buddha Jayanti Park, Bahai Temple, Qutub Minar, Hauz Khas.
Verkehrsverbindungen:
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Fast alle Fluggesellschaften fliegen nach Delhi (acht Flugstunden von Deutschland ). Der Internationale Flughafen "Indira Gandhi International Airport", Terminal und II, liegt 22 km vom Stadtzentrum entfernt. Hier befindet sich ein Informationsschalter, wo man auch die Möglichkeit hat, Hotels und Autos zu buchen.
Der Terminal I fertigt die Inlandsflüge ab und ist 15 km vom Stadtzentrum entfernt.
Wie komm ich in die Stadt:
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Darüber machten wir uns am wenigsten Gedanken. Dies ist auch überhaupt kein Problem. Am besten man nimmt ein Taxi, nach einigem Hin und Her und entsprechend harten Verhandlungen kann man recht günstig in das Zentrum fahren. Wir sind ja bei unserem Flug früh´s um 6 Uhr gelandet. Da konnten wir uns den günstigsten Fahrer aussuchen und fuhren so nach "OLD DEHLI".
Unterkunft:
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Delhi besitzt eine große Anzahl Hotels verschiedener Preisklassen. Wir hatten natürlich wieder nichts vorgebucht. Als "Backpacker" ist es am besten in Old Dehli unterzukommen, hier im Stadtteil Pahar Ganji. Da gibt es eine ganze menge relativ günstige Unterkünfte. Bei der Fahrt in die "Altstadt" bekamen wir gleich den richtigen Eindruck von den äussert schwierigen und ärmlichen Lebensbedingungen mit den die Einwohner täglich ums Überleben kämpfen müssen.
Noch "schlief die Stadt" , aber überall waren Kühe und Schweine zu sehen, die zwischen Müllberge nach Abfallresten suchten.
Doch zurück zur Unterkunft. Wir landeten "Gold Regency", das war noch die beste Unterkunft, saubere Zimmer, was will man mehr.
Kostenpunkt: 600 Rupien, ein ganz schöner Happen, sind so rund 13 € umgerechnet.
Adresse: 4350 Main Bazar, Tel. 3540101, Website: www.goldregenci.com
Dies war aber auch wie sich auf unserer weiteren Reise herausstellte für uns die teuerste Unterkunft bei dieser Tour durch Indien.
"Naja,", dachte ich, "mal sehn wie das hier weitergeht", unser "Gold Regency" hatte einen weiteren Vorteil es liegt nur ein paar Hundert Meter vom Hauptbahnhof in New Dehli entfernt.
Sonstiges wichtiges:
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Die drei wichtigsten Bahnhöfe Delhis: Old Delhi Railway Station, New Delhi
Railway Station und Nizamuddin Railway Station.
Im ersten Stock der New Delhi Railway Station, IRCA Building, Chelmsford Road, Paharganj, kann man ohne Probleme am "Internationalen Tourist Counter" Züge buchen und in ausländischer Währung bezahlen. Besitzt man eine Umtauschquittung, kann man auch an einem andere Schalter in Rupeen bezahlen.
Was uns hier(NEW DEHLI RAILWAY_STATION) passierte als wir ein Zugticket kauften um nach Agra zu kommen werde ich in einem anderen Bericht beschreiben.
Die öffentlichen Überlandbusse fahren vom Interstate Bus Terminal am Kashmiri Gate ab.
Was haben wir noch getan?
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Zunächst kümmerten wir uns um ein Zugticket für unser Fahrt nach Agra. Aber wir haben auch einige Sehenswürdigkeiten uns angesehen. So machten wir einen Spaziergang vom Roten Fort zum Jamia Masjid. Knapp einen Kilometer südöstlich des Roten Fort überragt die größte Moschee Indiens das quirlige Basarviertel Old Dehlis. Imposant ist der Blick vom 40 meter hohen Minarett. Das eine Minarett kann man für 10 RP besteigen. Es lohnt kann ich da nur sagen.
Ach ja mit der "Ritscha" fuhren wir dann wieder zum Roten Fort zurück. Dessen beste Zeiten scheinen vorbei zu sein, aber sehenswert ist dies allemal. Am schönsten war für mich die offenen Gartenanlage zwischen dem Trommelhaus und der dahinter gelegenen öffentlichen Empfangshalle. Hier erinnerten mich die Einlegearbeiten irgendwie an die Alhambra in Granada.
Der berühmte Gewürzmarkt war ein weiterer Höhepunkt, den ich so schnell nicht vergessen werde. Diesen Besuch haben wir einem hartnäckigen Ritschafahrer zu verdanken.
Natürlich waren wir auch in "Fathepur Sikri", und am "Connaugt Place". Doch dies werde ich hier nicht in allen Einzelheiten beschreiben.
FAZIT:
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Da wir uns vorwiegend in Old Dehli aufhielten wird uns der starke Kontrast, die immense Armut, die Bettler, Schlepper der Dreck und die Luftverschmutzung vor allem in Erinnerung bleiben. Gerade für die Besucher die zum ersten Mal in eine "dritte Welt-Stadt" kommen wird es mit Sicherheit schwierig sein sich zurecht zu finden. Wir machten uns ab dem ersten Tag Gedanken, darüber, wie man die Situation in Dehli verbessern könnte. Lösung: gibt es keine. Ein kleiner Schritt wäre zumindestens die vielen Kühe und Schweine aus der Stadt, von den Straßen und Plätzen zu nehmen. Postitive Seiten konnte ich an Dehli nicht entdecken, vielleicht sind es die Einkaufsmöglicheiten, oder die Visumangelegenheiten die man hier erledigen kann.
Ich wünsche jedenfalls allen die nach Dehli kommen viel Spass in der Stadt. Ach ja: sie ist sicher, wie so viele Städte in Indien, wir trafen jedenfalls keinen, dem etwas geklaut wurde.
Euer
©schlingel62
veröffentlicht auch bei Ciao und dooyoo
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-26 08:07:58 mit dem Titel DA WO DER PFEFFER WÄCHST; ZU BESUCH AUF DEM GEWÜRZMARKT IN DEHLI
Vorwort
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„Da wo der Pfeffer wächst, das muss Indien sein“, dies hab ich schon in der Schule gelernt. Bei meiner Tour durch Indien bin ich in Dehli auf etwas ganz besonders gestoßen, dass ich ihn ähnlicher Form noch nie in dieser Form gesehen habe: Den GEWÜRZMARKT in Dehli.
Besuch auf dem Gewürzmarkt in Dehli:
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Wir wollten eigentlich zurück in Richtung unseres Hotels fahren, da überredete uns unser „Rikschafahrer“ auf Jungs ich zeig Euch mal den „Spice-Market“ hier in Dehli. „Naja“, dachte ich, „ der wird auch nicht anders ein wie ein sonst üblicher Gewürzmarkt.sein“. Doch ich sollte mich täuschen.
Wie ging es weiter?
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Der „Rikschafahrer“ fuhr kaum einen Kilometer , quasi kaum um die Ecke und sagte nur. „Wir machen hier Pause, dort hinter dem großen Tor werden Euch die Augen geöffnet“. Und in der Tat war es so. Ich fühlte mich irgendwie plötzlich um 300 Jahre zurückversetzt als es durch den Gewürzmarkt ging.
Indiens Ruf als Heimat einer der besten Küchen der Erde beruht auf der unvergleichlichen Anzahl unterschiedlicher Gewürze. Diese sahen wir hier Säckeweise, was heisst Säckeweise, ganze LKW Ladungen waren überfüllt von Chilly, Curra, Pfeffer und noch mehr.
Es war ein einziges Gewimmel von Trägern, Händlern, Frauen und Männern die ihre Gewürze gleich Säckeweise einkauften und wir mittendrin dabei. Touristen waren hier keine zu sehen.
„Kommt geht weiter mit, wir gehen mal hoch auf ein Dach, dann hat man einen noch besseren Überblick.“, gesagt getan. So führte uns der Rikschafahrer über dunkle Hinterhöfe über mehrere Treppen hoch auf die Dächer der Altstadt. Immer wieder massenweise Curry, ich rieche ihn jetzt noch und werde ihn wohl nie wieder so riechen wie an diesem Tag in Dehli.
In Indien selbst ist unser „Curry“ als „Garam Masala“ bekannt. Man muß den Briten, deren Beitrag zur internationalen Küche bekanntlich ja recht unbedeutend ist, allerdings zugestehen, dass sie von Anfang an überfordert waren, die überaus raffinierte und komplizierte Küche Indiens zu verstehen.
Wir hatten inzwischen mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Denn die Gerüche stiegen so stark in unser „Riechorgan“, dass wir beide einen Niesanfall bekamen. Es war ungefähr so, wenn man eine Überdosis Schnupftabak in die Nase bekommt. Kein Wunder, dass wir nicht nur von unserem Rikschafahrer belächelt wurden. Aber sogar der musste zweimal niesen.
In mein Tagebuch schrieb ich an diesem Tag: „Wir sahen wohl hunderte verschiedene Gewürze bei der Entdeckungsreise auf dem Gewürzmarkt, die Nase brennt jetzt noch, so stark als hätte ich Heuschnupfen , es wird wohl immer ein Geheimnis bleiben welche Mischungen der verschieden Gewürze es hier gibt“. In der Tat erfuhren wir später, dass die Mischung der verschiedenen Gewürze das große Geheimnis jeder indischen Hausfrau ist. Bei all ihrer Unterschiedlichkeit beinhalten fast alle diese geheimnisvollen Mixturen Koriander, Zimt, Kümmel, Nelken, Kardamon und Pfeffer. Auf dem Markt erklärte uns auch unser „Guide“, den ich später einfach „Hans“ taufte, dass jedes indische Gericht sein spezielles „Masala“(Gewürzmischung) hat, denn es ist die Auswahl, die Menge und die Mischung der einzelnen Gewürze, die den individuellen Geschmack eines Gerichtes ausmacht.
Fazit
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Es war für uns kein Kulturschock als wir auf dem großen Gewürzmarkt in Dehli landeten, für mich war es kurzum ein „Glücksfall“. Noch heute steigen wir die Gerüche in die Nase, ich hab noch nie in meinem Leben so starke Düfte um meine Nase gehabt. Wochen später erzählte ich meiner Freundin immer wieder vom Besuch auf dem Gewürzmarkt. Wer also das Glück haben sollte, dass zufällig „Hans“ der Rikschafahrer vorbei kommt und fragt ob man mit zum Gewürzmarkt fahren möchte, sagt einfach „Ja wir fahren mit“, denn solch ein Erlebnis gibt es nicht alle Tage. Ich hab übrigens zwei Wochen später gesehen wo der Pfeffer wächst, es war in Kerala in Südindien, dort wächst der Pfeffer auf den Bäumen.
Viel Spass wünscht Euch
Euer
©Schlingel62
geschrieben für yopi, dooyoo und ciao
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-29 08:10:20 mit dem Titel JODHPUR - DIE STADT DES LICHTES IN RAJASTHAN -
Vorwort:
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Ich sag nur „Happy Diwali“, wenn ich an unseren Aufenthalt in Jodhpur zurückdenke. Denn das „Diwali-Fest“ stand dabei im Mittelpunkt. Es ist das fröhlichste aller Feste, denn jede Stadt und jedes Dorf verwandelt sich in ein Märchenland aus Tausenden von flackernden Öllichtern. Auch wir wurden herzlich Empfangen, obwohl wir zunächst etwas Orientierungsschwierigkeiten um früh am morgen um 4.30 Uhr in der ehemalige Hauptstadt des Staates Marwar angekommen sind.
Wie kommt man da hin?
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Viele Wege führen nach Jodhpur (ca 850.000 Einwohner). Wir nahmen einen „recht gemütlichen“, denn wir kamen mit dem Zug aus Jaisalmer dort an.
Zugfahren in Indien ist immer etwas besonderes. So war auch unsere Nachtfahrt über 284 Kilometer ein „Ereignis“. Langeweile ist nicht angesagt, man wird angesprochen, erfährt einiges über Indien, die Städte die man noch besuchen möchte und auch über das Reisen im Land. Kein Wunder, dass wir nicht viel geschlafen hatten und ich es gar nicht glauben konnte, dass wir schon in Jodhpur sind. Völlig verschlafen kroch ich aus meinem Schlafsack. Zum Glück wussten wir schon in welches „Guest-House“ wir gehen, so musste uns nur noch von dem „Tuk-Tuk-Fahrer“ hingebracht werden. Die Straßen lagen noch voll mit „verpulverten“ Raketen, Krachern und Blöllern, denn in der Nacht feierte man „Diwali“ doch dazu mehr.
Unterkunft
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Es gibt eine ganze Reihe günstiger Unterkünfte in der „blauen Stadt“ wie sie oft genannt wird. Wir bekamen einen Tipp von zwei Freunden, die mit uns die Tour durch die Wüste „Thar“ in Rajasthan machten. Dies war für uns ein Glücksfall, ja ein richtiger Glücksfall. Ich kann jedem empfehlen, der nach Jodphur kommt sich dort einzuquartieren:
Es ist das „Shahi Guest-House“, 1,5 Km vom Hauptbahnhof, 2 km vom Busbahnhof entfernt, Adresse: City Police, Ghandi Street, Tel Nr. 91-291-6233589, E-mail: [email protected]
Geschichte:
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Jodphur wurde 1489 von Raja Jodha Singh gegründet, eines der bedeutendsten Fürstengeschlechter Rajasthans. Das Stadtbild Jodhpurs wird durch seine Teilung in drei klar voneinander zu unterscheidende Stadtteile geprägt. Der erste Bereich ist die mittelalterliche Festungsstadt „Mehrangarh“ der ehemaligen Herrscher Marwars. Dieser Stadtteil bietet hohe, elegante Paläste, Tempel, Gärten, Seen und Wohn- und Handwerksviertel. Der zweite Bereich ist die Kolonialstadt mit ihren charakteristischen Bauten im indosarazenischen Stil. Dieser Teil der Stadt ist etwas abgelegener und enthält unter anderem den „Umaid Bhawan Palast“ mit seinen ausgedehnten Parkanlagen. Im dritten Bereich Jodhpurs finden sich hauptsächlich modernere Bauten. Wie schon im 16. Jahrhundert, ist Jodhpur auch heute noch ein florierendes Handelszentrum. „Stadt des Licht“ wird die zweitgrößte Stadt Rajasthans auch genannt.
Sehenswürdigkeiten
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Vor die schwierige Aufgabe gestellt, unter all den faszinierenden Festungsanlagen Rajasthans die beeindruckendste auszuwählen wird sicherlich das „Meherangarh Fort“ am meisten genannt. Auch bei mir ist dies der Fall. Aber warum? Ich bringe es kurz auf einen Nenner:
„Geradezu märchenhaft, wie diese riesige, aus einem 120 Meter hohen Felsen scheinbar herauswachsende Palastanlage im Abendlicht rosarot über der Stadt erstrahlt“, dies hab ich in mein Tagebuch geschrieben. Also bitte : Bei einem Besuch Jodhpurs sollte man auf keinen Fall das Meherangarh Fort auslassen.
Das Meherangarh Fort
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Jedes der insgesamt sieben Festungstore, die während des steilen serpentinenartigen von hohen Mauern begrenzten Aufstiegs zum Palast zu durchqueren ist, trägt Spuren er ereignisreichen Geschichte des Hauses.
Ein im wahrsten Sinne des Wortes markante und makarberes Beispiele des „Sati-Kultes“ findet sich mit den 32 Handabdrücken zu beiden Seiten des mit Eisenstacheln übersäten „Loha Pol“. Hier hinterließen die Prinzessinen der verschiedenen Maharajas eine letzte Erinnerung, bevor sie sich auf dem Scheiterhaufen ihres verstorbenen Mannes mitverbrennen ließen. Obwohl von den Briten schon Anfang des 19. Jahrhunderts verboten, soll sich noch 1953 die letzte „Sati „ aus dem Königshaus von Jodhpur selbst verbrannt haben.
Beeindruckend sind aber auch die filigranen Steinmetzarbeiten an den überhängenden Erkern und Balkone, ebenso die Ausstattung der Palastanlage mit antiken Möbeln, vergoldeten Sänften, Kostümen, Musikinstrumente und nicht zu vergessen die Miniaturmalereien in Umaid Vilas. Die Waffenkammer ist reich ausgestattet, und die gut erhaltenen Kanonen, an strategischen Plätzen aufgebaut, bieten einen beeindruckenden Anblick. Unglaublich aber wahr. Die Festungsmauer des Forts hat einen Umfang von zehn Kilometern.
Wichtig:
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Nach Beendigung des Rundganges sollte man auf jeden Fall den einzigartigen Ausblick von den mit Kanonen bestückten südlichen Festungsmauern auf die sich weit ausbreitende Altstadt Jodhpurs mit ihren tief blau bemalten „Brahmanenhäusern“ genießen.
Jaswant Thada
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Das Jaswant Thada kann man bequem zu Fuß vom Fort erreichen. Es wurde 1899 zum Gedenken an den Maharaja Jaswant Singh aus weißem Marmor erbaut und bietet einen starken Kontrast zu den Basaltfelsen, auf denen es steht. In diesem Bauwerk wurde der komplette Stammbaum der Herrscher von Jodhpur verewigt.
Weitere Sehenswürdigkeiten:
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Mandore, 8 km von Jodhpur gelegen, ist die alte Hauptstadt der Herrscher von Rathore und beherbergt die erste Festung des Staates. In der "Hall of Heroes" befinden sich sechzehn Statuen, die alle aus einem einzigen Felsen gehauen wurden. Die Figuren stellen populäre Hindu- und Volksgottheiten dar. In der näheren Umgebung befinden sich angelegte Gärten.
Umaid Bhawan, die die größte Privatresidenz der Welt sein soll, wurde 1929 von einem britischen Architekten entworfen. Dieses symmetrisch angelegte und feierlich wirkende Bauwerk ist mit einer Reihe von Innenhöfen und prächtigen Suiten ausgestattet, von denen die größte mit den Wandmalereien eines polnischen Künstlers versehen ist. Über dem Palast, der heute als modernes Hotel geführt wird, erhebt sich eine 57 Meter hohe Kuppel.
Der Mahamandir-Tempel, 1812 gebaut, und der 11 km entfernte Kailana Lake, der ein beliebter Ausflugsort ist.
Was passierte noch?
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Ich muss es einfach erwähnen: Das „Diwali-Fest“. Was hier passierte werde ich mein Leben nicht vergessen. Indische Feste sind so bunt und ungestüm wie das Land selbst. Zwar haben die meisten religiöse Ursprünge, doch gerade die für Indien so typische Einheit von Religion und prallem Leben macht ihre eigentliche Faszination aus. Der Indische Festkalender ist dick gefüllt. Einer der wichtiges ist „Diwali“ was in der Regel im November stattfindet. Eigentlich „Depavaili genannt (Lichterkettte), soll es eigentlich ein ruhiges beschauliches Fest, vergleichbar mit unserem Weihnachtsfest sein. Ursprünglich soll die symbolische Heimkehr „Ramas“ aus seinem Exil gefeiert werden. Doch steht völlig im Hintergrund. Überall kann man schon Tage vorher Kracher, Böller, Raketen und alles mögliche was man braucht um viel Krach zu machen kaufen. Vier Tage lang wird gefeiert. In Indien bedeutet dies, dass man am Abend anfängt, dann werden massenweise Silvesteraketen, Chinakracher und auch selbstgebastelte Böller abschießt, oder auch zwischen die Menschen und Touristen wirft.
Für uns war dies sehr sehr spannend, ähm, ich meine nicht nur spannend sondern auch gefährlich. Die ganze „Show“ dauert fünf Tage und Nächte, es wird also tag und nacht geballert und es kracht an allen Ecken. Für die kleinsten ist dies selbstverständlich ein Heidenspass. Die ganze Stadt bereitet sich darauf, man schmückt sein Haus, ja ganze Straßenzüge mit Lichterketten. So wird dies zum tollen Farbenspiel. Bei mir hat dies aber auch Kopfschmerzen verursacht und kurze Nächte, denn an Schlaf war nicht zu denken.
Fazit:
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Bei einer Rundreise durch Rajasthan sollte Jodphur auf keinen Fall fehlen. Schon allein das Meherangarh Fort ist die Reise wert. Nachleben gibt es zwar keines, aber das ist ja auch nicht wichtig und wer einmal das „Diwali-Fest“ in Jodhpur miterlebt hat, wird mit Sicherheit den Aufenthalt nicht vergessen. Zum Glück hatten wir Ohrenstöpsel mit dabei.
Also dann auf dach Jodhpur! Viel Spass wünscht Euch
©Schlinge62
geschrieben für YOPI, dooyoo und CIAO
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-31 20:54:36 mit dem Titel JAIPUR- DIE "PINKCITY" EIN MÄRCHEN AUS 1000 UND EINER NACHT
Unterwegs in der Pink City „Jaipur“
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Shilpa Shastra und Prinz Albert sind dafür verantwortlich, dass Jaipur heute eine der beeindruckensten Städte ganz Indiens ist. Dabei ist Shilpa Shastra nicht etwa ein raiputischer Herrscher, sondern einaltes indisches Lehrbuch der Baukunde und Prinz Albert nicht ein britischer Adliger, sonder der spätere König Edward VII. Wir machten uns darüber vor unserer Ankunft mit dem Bus aus Agra keine Gedanken, sondern machten uns mit dem „Tuk-Tuk-Fahrer“ auf den Weg zum „Pearl Palace“ unserem Hotel, von dem ich heute noch schwärme, doch dazu später mehr. Der erste Eindruck täuscht, denn immerhin leben in Jaipur etwa 1,8 Millionen Einwohner. Die sorgen dafür, dass es doch nicht so ruhig zugeht. Wir stürzten uns jedenfalls optimistisch und gut gelaunt in das Gewimmel der Altstadt und stellten fest, „nicht alles ist rosa angestrichen wie es in den Reiseführern drinn steht“.
Die Reisbrettstadt
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Unglaublich aber wahr Jaipur ist am Reisbrett entstanden. Schuld daran war Sawai Singh II (es war um 1700!), der dafür sorgte, dass die alte 700 Jahre als Hauptstadt dienende Amber verlassen wurde und eine neue Metropole , elf Kilometer weiter südlich errichtet wurde
Jedes Detail wurde genau festgelegt, so entstand eine für indische Verhältnisse im Grund ganz untypische Reisbrettstadt mit sehr breiten, rechtwinklig aufeinander zulaufenden Straßen, die in neun Blocke unterteilt sich und von einer sechs Kilometer langen, zinnengekrönten Stadtmauer umschlossen ist. Doch wer ist daran schuld, dass alle Häuser der Altstadt in Rosa angestrichen wurden? Es war Prinz Albert, der anlässlich eines Staatsbesuches 1876 nach Jaipur kam. „Pink City“ ist (zumindestens in der Altstadt) seit den Tagen Prinz Alberts nahezu unverändert geblieben. Das einheitlich zarte Rosa, die von den Designern der Mogularchitektur verspielten Häuserfassaden, die weitläufigen boulevardähnlichen Straßen und die orientalische Lebensfülle auf den Straßen sorgen dafür, dass auch wir bei unserem Besuch von der Stadt Jaipur fasziniert waren. Gut ich gebe es zu, nicht alles war so Rosa angestrichen, hier und da findet man auch blasse Fassaden, doch wie bringt man das kurz auf einen Nenner: „Alles halb so wild, wir erkunden hier zu Fuß die Altstadt“, sagte ich zu meinem Kumpel. Denn der Charme der Stadt entfaltet sich auschließlich in der ummauerten Altstadt. Uns war im Klaren, dass in den Außenbezirken Jaipurs alle die negativen Aspekte einer indischen Großtstadt das Bild bestimmen.
Sehenswürdigkeiten
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Auf uns warteten schon zehn Rischkafaher vor dem Hotel. Da war es wohl klar, dass unser Vorhaben wurde über den Haufen geworfen. „Man muss ja was gutes tun“, sagte ich. So fuhren wir mit der „Ritschka“ zum „Singh Pol, einem jeder sieben Eingangstore der Altstadt, welche noch bis zum Anfang dieses Jahrhunderts abends verschlossen wurden. Durch dieses Tor tritt man in die Altstadt ein. Mit seinen Türmchen, Balkonen und Schießscharten hinterläßt dieser Eingang bereits einen burgählichen Eindruck. Natürlich ist es rosafarben angemalt, durch das treiben rundherum ist es einfach ein tolles Fotomotiv. So ließen auch wir uns treiben und gingen in die Altstadt. Unzählige Mamorgeschäfte, an der nächsten Ecke Gemüsehändler, zahlreichen Frucht und auch Blumenhändler. Wir fanden sogar einen Platz um das einzigartige bunte treiben aus erhöhter Perspektive zu beobachten. Aufgefallen ist uns dabei nicht nur das „Iswari Minar Swarga Sal“, das höchste Gebäude der Altstadt. Es ist ein Minarett.
Weiter ging es durch den „Johari Bazaar“. Hier ist die traditionelle Heimat der Gold- und Silberschmiede. Ab hier hatten für die nächsten zwei Stunden einen „Stadtführer“. „Umsonst kostet nichts, ich zeig Euch alles, nur um mein Englisch zu praktizieren“. „Gut das kennt man ja, am ende landet man doch in einem/oder gar in seinem Shop. Die gute Laune sollte nicht vermießt werden, so führte uns der „Goldschmied“ wie er uns erläuterte weiter durch Jaipur.
„50.000 Menschen arbeiten auch heute noch in der Edelsteinverarbeitung Jaipurs, die weltweiten Ruhm geniest“, erfahren wir von ihm. Natürlich gibt es schwarze Schafe, also Augen auf!. Wir verköstigen uns mit „Samosa“ und Pakora“, trinken Cola und schon sind wir vor dem nächsten Höhepunkt: das Freiluftobservatorium (Jantar Mantar). „Ich warte auf Euch, geht mal rein“, und tschüss sagte „Goldi“ wie wir ihn nannten.
Jantar Mantar
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Wer nach Jaipur geht besucht das Freilichtobservatorim, da bin ich mir sicher. Es wurde zwischen 1728 und 1734 von Udai Sing errichtet, 1901 restauriert zählt das Observatorium als das größte steinere Observatorium der Erde.
Für mich war der von der Anlage ausgehende ästhetische Reiz weitaus höher, als der wissenschaftliche Wert der meisten aus Mamor und Sandstein gefertigten Messinstrumente. So gibt es sogar eine über 30 Meter hohe Sonnenuhr
Stadtpalast
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Ein Stadtpalast darf in Jaipur nicht fehlen. Er liegt nicht weit entfernt vom Jantar Mantar, quasi gleich über die Ecke. Ein Rundgang durch die verschiedenen Räume, Hallen, Säle und Innenhöfe des Stadtpalastet von Jaipur vermittelt einenlebhaften Eindruck vom legendären Reichtum der Herrscherfamilien Rajastan.
Wir bekamen noch etwas anders in Jaipur mit: Dies waren die Vorbereitungen für das „Diwali-Fest“ . Überall wurde die Stadt mit Girlanden geschmückt, denn „Diwali“ ist so ein Spektakel in Indien als würde „Weihnachten, Sylvester und Ostern auf einmal nonstop hintereinander gefeiert werden. Dies bekamen auch wir ein paar Tage später noch zu spüren.
TIPP
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Man braucht nicht unbedingt einen der vielen „Führer“ am Eingang für den Besuch in Anspruch nehmen, denn auf den vielen Hinweistafeln ist alles in bestem Englisch erklärt.
Unterkunft:
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Hier machten wir einen „Glückstreffer“ wie man dies wohl bezeichnen kann. Das Hotel „Pearl Palace in der “Ajmer Road”, war wohl das sauberste Hotel was ich bisher in Indien für „Individualtouristen“ gesehen hatte. Tadellos die Zimmer mit Dusche und Fernseher. So ist es kein Wunder, dass es beliebt und oft ausgebucht ist: e-mail: [email protected], website: www.hotelpearlpalace.com
Fazit
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Jaipur darf bei einer Rundreise durch Rajastan nicht fehlen. Drei Tage sind wohl genug für einen „Kurztripp“. Ich erinnere mich gerne an die Zeit in „Jaipur“ in der „pinkfarbenen City“. Nur mit den Ritschafahrern klappte es nicht immer so wie es sollte. Uns passierte es, dass wir am letzten Abend beinahe unser Hotel nicht mehr fanden. Stockdunkel radelte unser Fahrer über eine Stunde in der Stadt herum, er konnte kein Englisch. Mit „Händen und Füßen“ gelang es uns ich dann zu unserer Unterkunft hinzuführen. Aber das ist halt Indien. In Indien ist einfach alles Möglich, das erfuhren wir wenig später.
Vie Spass wünscht Euch
Euer
©Schlingel62
geschrieben für Yopi, dooyoo und CIAO
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-03 11:00:01 mit dem Titel JAISALMER - DIE KARAWANENSTADT MITTEN IN DER WÜSTE VON THAR (RAJASTHAN)
Vorwort
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Rajasthan ist ein Land, in dem sich das Leben in all seinen Erscheinungsformen stets in hellen und leuchtenden Farben widerspiegelt. Dies wurde bei unserer Tour vor allem in Jaisalmer deutlich. Sie wird oft „Traum aus Tausendundeiner Nacht“ bezeichnet. Kurzum sie hat einen unvergleichlichen Charme, dieser inmitten der Wüste Thar, weitab der nächsten größeren Ansiedlung. Doch so toll, wie ich jetzt hier schwärme, war unsere Begrüßung in Jaisalmer nicht, warum werdet ihr gleich lesen:
Die Karawanenstadt
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„Man das war ja wieder mal ganz spannende“, schrieb ich am 13. November vergangenen Jahres in mein Tagebuch, „in allerletzter Sekunde erreichten wir unseren Nachtbus nach Bikaner. Der war schrecklich voll, eng, laut, wir saßen in der letzten Reihe, eine einzige Tortur..“ Mehr möchte ich hier nicht schreiben, denn einen Nachtfahrt unter diesen Bedingungen möchte ich niemand zumuten. Wer aber durch Indien reist wird mit Sicherheit einmal miterleben. Um 5:30 Uhr sind wir angekommen. Bereits kurz vor der Ankunft wird man von „Schleppern“ umringt. Hier gibt es einen großen Konkurrenzkampf, auch wir wurden nicht verschont. Ganz verschlafen, schleppten wir uns auf einen der Jeeps und landeten dann doch in einem Hotel, in das wir eigentlich gar nicht hinein wollten: Das „MOTI-PALACE“, ich kann es dennoch weiter empfehlen, liegt es doch im Fort und bietet einen atemberauenden Ausblick von der Dachterrasse auf die Stadt.
Nichts scheint sich in Jaisalmer (50.000 Einwohner) seit dem Mittelalter verändert zu haben, als die Kamelkarawanen nach tagelangen, anstrengenden Märschen durch die umbarmherzige Wüste einen Zischenstopp einlegten um dort Stoffe, Gewürze, Elfenbein und Opium zu verkaufen. Wir hatten zunächst mit anderen Problemen zu kämpfen. Den Jaisalmer liegt nur rund 70 Kilometer von der Pakistanischen Grenze entfernt und es waren im vergangenen Jahr 70 PROZENT WENIGER TOURISTEN in Rajasthan unterwegs, wie uns ein Mitarbeiter de Touristeninformation verriet. Die Folge war für uns, dass wir stets von irgendwelchen netten Indiern umringt waren, die uns etwas verkaufen wollten, Kamelsafaris anboten oder Touren zu den „Sam, Sand Dünen“. Stets mit einem Lächeln im Gesicht schafften wir es dennoch alle zu überzeugen, dass wir nur zu Fuß uns die Karawanenstadt ansehen möchten. Dabei kommt man wirklich ins Schwärmen.
Ich bring es kurz auf einen Nenner: „Wir eine Fata Morgana erhebt sich das auf einem achtzig Meter hohen Felsen gelegene und von einer mit 99 Wehrtürmen versehen Mauer umgebene Fort aus de hitzeflimmernden Wüste“.
Dieser Eindruck wird noch verstärkt, betritt man die unterhalb des Forts von einer Stadtmauer eingegrenzten Altstadt. Der Wüstenstaub scheint sich hier wie ein Konservierungsmittel über die Häuser gelegt zu haben.
In den engen Gassen, zwischen den farbenfroh gekleideten Nomaden der umgebenen Wüste, glaub man sich tatsächlich in eine orientalische Märchenstadt versetzt. Wir hatten wieder mal Glück, denn wir waren einen Tag vor dem „Diwali-Festival“ hier angekommen. So „putzten“ sich die Frauen und Männer richtig heraus. Bunt gekleidet, ganz neue Saris, Turbane in allen erdenklichen Farben, schwer behängt mir allerlei Schmuck, so prominierten sie vor dem Festtag durch die Stadt.
Geschichte
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1156 gründete der Raiputenfürst „Jaisal“ vom Geschlecht der Bhati die Stadt. Langsam entwickelte sich Jaisalmer zu einem bedeutendem Stützpunkt an der Kamelkarawanen-Route zwischen Indien und dem Vorderen Orient. Auch wir bekamen mit wie wichtig die stretegische Lage von Jaisalmer ist, denn die indische Armee war stark vertreten und es gab einige Truppenbewegungen in Richtung Pakistan. Verkehrstechnisch gut angebunden an den Rest Rajasthans ist heute der Tourismus die Haupteinnahmequelle der Stadt mit der Tendenz : rapide ansteigend. Es gibt genügend Internet-Cafes, allerdings sind die Verbindungen recht langsam.
Sehenswertes
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Das Fort steht hier erster Stelle. Es ist auch etwas besonderes, denn hier ist nicht nur der Herrscherpalast, sondern auch Wohn und Geschäftshäuser, sowie einige nette Unterkünfte. Auch in Jaislamer wurde der Aufstieg zum Fort aus verteidigungstechnischen Gründen im Zickzackkurs angelegt. Rein Besuch lohnt auch der Stadtpalast „Rai Mahal“. Von hier hat man auch einen sehr schönen Blick über die Altstadtdächer.
Havelis
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Jaisalmer ist ein einziges Freilichtmuseum, voller Lebensfülle und exotischer Eindrücke. An jeder Straßenecke boten sich uns neue unverwechselbare Einrücke und man weiß gar nicht, wo man zuerst hinshen soll. Dennoch stellen die von reichen Geschäftsleuten erbauten Wohn- und Geschäftshäuser (haveli) die eigentliche Kostbarkeit Jaisalmers da. Diese „Havelis“ gibt es auch in anderen Orten Rajasthans, doch nirgendwo sonst sind sie so schön wie in Jaisalmer.
Im weichen und leicht zu berarbeitenden Sandstein Jaisalmers haben die Handwerker wahre Wunderwerke filigraner Baukunst hervorgebracht.
Eines der auffälligsten Kaufmannshäuser ist das u m 1815 erbaute „Salim Singh Haveli.“. Am beeindruckendsten ist das von einem Gold und Silberhändler errichtete „Patwon ki Haveli“. Es sind eigentlich fünf Havelis die der Kaufmann zwischen 1800 und 1860 für seine fünf Söhne errichten ließ. Kaum zu zählen sind die reich verzierten Erker, Pavillons und Balkone der einer ganzen Straßenzug einnehmenden Häuserfassade.
Bada Bagh
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Die Totengedenkstätte der Herrschen von Jaisalmer in „Bada Bagh“ ist ebenfalls einen Besuch wert. Man macht dies am besten am Nachmittag, wenn die Abendsonne die aus gelben Sandsein gefertigten Pavillons in ein sanftes Licht hüllt. Die Grabsteine der verstorbenen Adligen zeigen neben einem stolz reitenden Raiputen auch die – selbstverständlich wesentlich kleiner dargestellten – Umrisse der mit ihm auf dem Scheiterhaufen verbrannten Frauen.
Sam Sand Dünen
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Ich muss heute noch „Grinsen“ wenn ich mich an unseren Ausflug zu den „Sam Sand Dünen“, erinnere. „Sanddünen bis zum Horizont in goldenes Licht gehüllt“ ja dies sieht man hier, 42 Kilometer südwestlich von Jaisalmer. Das ganze hat allerdings einen Haken: Hunderte anderer Touristen haben auch den gleichen Wunsch, dementsprechend marktschreierisch geht es dort zu. Sehr viele indische Touristen nutzen die Gelegenheit auf eines der wohl über 200 Kamele zu steigen um auf dem Rücken des „Wüstenschiffes“ in den Sonnenunterganz zu reiten. Da muß man schon weit laufen um sich den jahrmarktähnlichen Trubel zu entziehen. denke Irgendwie schafften wir es die aufdringlichen Kameltreiber abzuschütteln und ich machte beim traumhaften Sonnenunterganz eines meiner besten Bilder von der gesamten „Indien-Tour“.
Unterkunft
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Jaisalmer bietet genügend Unterkünfte in allen Preislagen.
TIPP:
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Unser Tipp ist ganz einfach: Zeit lassen, sich einige Unterkünfte anzusehen und dann entscheiden. Wer es familär und romantisch liebt sollte im Fort umsehen. Wir hatten Glück, obwohl wir in einer „Schlepperunterkunft“ landeten: Das hotel „MOTI-Palace“, Adresse: On Fort Chougan Para, Tel. 54693 (O), e-mail: [email protected] bietet dies für nur 200 Rupien!.
FAZIT:
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Jaisalmer, darf bei einer Rundreise durch Rajasthan nicht fehlen. Heute einige Monate später muß ich sagen: „Wärst Du doch einige Tage länger geblieben“, denn immer wieder erinnere ich mich gerne an die Tage in Jaisalmer, der „Märchenstadt aus Tausendundeiner Nacht“.
Ich kann einen Besuch weiter empfehlen und wünsche allen viel Spass dabei.
Herzlichen Dank fürs Lesen
Euer
©Schlingel62
geschrieben für YOPI, dooyoo und CIAO
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-20 15:25:18 mit dem Titel EINE LIEBESERKLÄRUNG AN UDAIPUR, DAS VENEDIG DES OSTENS
Vorwort
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Auf den Spuren von James Bond Geheimagent 007, so fühlte ich mich im vergangen Jahr, als wir uns ein paar Tage Erholung in Udaipur gönnten. Der Mythos von James Bond, dessen Kino Hit „Octopussy“ vor über 20 Jahren hier gedreht wurde, schwebt immer noch über der „Stadt der Paläste“. So wurden auch wir an dem romantischen Ort davon gepackt und haben uns gleich zweimal „Oktopussy“ angesehen, das gehört einfach dazu, wenn man den Flair in Udaipur genießen möchte.
Udaipur – Venedig des Ostens
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Es gibt viele Liebeserklärungen für Udaipur. Ich möchte hier eine zitieren, die mir besonders ins Auge gestochen ist:
„Ich stand entzückt und schaute auf das majestätische Panorama, das sich zu meinen Füßen ausbreitete. Ich hatte niemals gehofft, etwas so schönes zu sehen. Es gleich einer der Märchenstätte aus Tausendundeinernacht“.
Damit ist in wenigen Worten alles auf einen Nenner gebracht. Nach wie vor sind die fast einhelligen eurphorischen Beschreibungen über die Stadt geblieben. Heut hat sie etwa 400 000 Einwohner wird auch „Venedig des Ostens“ genannt und gilt als der romantische Ort ganz Indiens. Weltweit erfolgreiche Filme wie „Der Tiger von Eschnapur“ und „Oktopussy“ wurden und viele der damals mitwirkenden Hollywood-Stars verliebten sich während der Dreharbeiten so sehr in diesen Ort, dass sie ihn später zu einem ihrer bevorzugten Urlaubsziele machten.
Was ist denn besonderes in Udaipur?
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Vor allem das harmonische Zusammenspiel von Altstadt, Palast, See und Bergkulisse verdankt die Stadt ihre elegante Schönheit. Das ist auch mir ganz besonders ins Auge gestochen. Die Stadt wechselt ihr Gesicht wie keine andere . Mit dem sich veränderten Lichteinfall ist zu jeder Tages und Nachtzeit der Blick von den Dächern der Altstadt atemberaubend schön.
Es ist wirklich ein einzigartiges Farbenspiel. Morgens erstrahlt die Stadt in leuchtenden Weiß ihrer Häuser, der Sonnenuntergang hinter den sanften Hügeln des Arvalli-Gebirges taucht den See und die Stadt in ein majestätisches Violett und nacht scheint das „Lake-Palace Hotel inmitten des im Mondlicht schimmernden Pichola-Sees zu schweben.
Sehenswertes
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Es gibt einiges zu sehen in Udaipur.
Der Stadtpalast:
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Zu Füßen des auf einem Hügel stehenden Stadtpalastes pulsiert das Leben
Udaipurs, das 1568 von Maharana Udai Singh als Hauptstadt des Mewar-Reiches gegründet wurde.
Den Stadtpalast erreicht man durch das große Tripola-Tor; und das Festungsinnere bietet ein Bild zarter, anmutiger Schönheit.
Marmorpavillons, Fresken, Wandmalereien und dekorierte Säulen, kleine Gärten und viele kleine Paläste finden sich innerhalb der Anlage.
Unter anderem: Suraj Gokhada oder Sonnen-Balkon, Bada Mahal, Shees Mahal, Bhim Vilas, Chini Chitrasal und Mor Chowk.
Der Jagat Niwas, auch Seenpalast genannt, wurde 1746 als Sommerpalast der Fürsten von Merwar aus Marmor erbaut. Er steht auf einer Insel des Pichola-Sees und ist heute ein Luxushotel. Man kann diesen bequem bei einer „Seerundfahrt“ besichtigen. Es lohnt sich, das kann ich bestätigen.
In diesem See gibt es auch noch den aus rotem Sandstein gebauten Jag Mandir-Palast, der einst mit kostbaren Einlegearbeiten ausgestattet war.
Weitere Sehenswürdigkeiten
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Der Zenana Mahal, Fateh Prakash, die Durbar Hall, Shambhu Niwas, der Jagdish-Tempel und der Saheliyon-ki-Bari-Garten. Zu diesem zauberhaften Komplex am Ufer des Fateh Singh-Sees gehören ein Lotus-Teich, Springbrunnen und marmorne Pavillons.
Ausflüge
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In der Nähe Udaipurs gibt es zwei Orte, die auf jeden Fall einen Besuch lohnen: Da ist z um einen Eklingij, mit seiner ungewöhnlichen Ansammlung von 108 Tempelchen, und Nathdwara, mit seinem dem Gott Krishna geweihten Tempel.
Der Jaisamand Lake, 51 km südöstlich von Udaipur, ist einer der größten Süßwasserseen der Welt. Der See ist Anziehungspunkt für eine Reihe von Zugvögeln und im Jaisamand Wildlife Sanctuary findet sich eine vielfältige Flora.
Haldigathi, 27 km nördlich von Udaipur; ist Ort der historischen Schlacht von 1576 zwischen den Armeen Rana Prataps und des Eroberers Akbar.
Unterkunft
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Für uns war es nicht ganz einfach in Udaipur eine Unterkunft weiterlesen schließen -
Geordnetes Chaos
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich muss ganz ehrlich sagen, diese Reise war eine Reise auf die ich mich eigentlich lange Zeit vorbereitet habe, weil ich wusste, dass früher oder später ich auf dem indischen Subkontinent meinen Fuss setzen werde, nur es war mir eben nicht bewusst, dass so schnell passiert. Jedenfalls habe ich damals so viele Eindrücke mitgenommen, die ich bis heute teilweise noch nicht mal in Worten wiedergeben kann.
Einreisebestimmungen und Einreise
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Visum für Indien zu bekommen dürfte eigentlich kein grosses Problem sein. Es gibt mittlerweile nur eine Art der Touristenvisen, die haben eine Dauer von sechs Monaten und kosten derzeit etwa 90DM. Es ist eigentlich reibungslos, denn man kann meist seinen Pass schon am selben Tag abholen und man hat den schon drin. Vorher muss man einen zwei Seiten langen Formular ausfüllen, wo Fragen nach Familie in Indien, wo man sich aufhalten wird und wo man vorrausichtlich dort übernachten wird, gestellt werden.
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ACHTUNG: Wer vorhat sich in den Kashmir zu begeben braucht eine Sondergenehmigung aufgrund der politischen Lage. Das Gebiet in Kashmir ist z.T. ein militärisches Sperrgebiet und als Tourist bekommt man eine zugewiesene Route, an die man sich halten muss, falls man überhaupt eine Genehmigung bekommt.
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Es ist eigentlich nicht schwer dort hinzukommen. Fast alle grossen europäischen Fluggesellschaften und auch arabische Fluggesellschaften (Gulf Air, Emirates, Kuwait Airlines) bieten Flüge nach Bombay, Kostenpunkt liegt bei 1.200 – 2.000 DM (Economy Class ab Hamburg), je nach Saison allerdings.
Medizin und Impfungen
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Man sollte auf jeden Fall die wichtigsten Impfungen auffrischen, wie Thetanus und zusätzlich wäre es empfehlenswert auch Impfungen wie Cholera, Tollwut und Heptitis A zu machen. Cholera deshalb, weil es gibt nur Wasser, dass meist aus einen Brunnen im Garten geschöpft wird und dieses kann schon manchmal verunreinigt sein, zu Tollwut erzähle ich später noch ein bisschen mehr. Malaria ist nicht erforderlich, da sie nur im Monsoon auftritt und das sind die Sommermonate Juni – September. Sinnvoll ist auch, dass Durchfallmedizin mitnimmt (z.B. Immudium Akut), denn spätestens nach einer Woche bekommt man immer Durchfall.
Achtung, es herrscht AIDS-Gefahr und man sollte auch eine eigene sterile Spritze und Nadel mitbringen, falls man im Ernstfall behandelt werden muss. Hier kann man nämlich in den meisten Krankenhäusern es nicht erwarten, dass solche Standards wie in Europa herrschen, diese kann man nämlich meist nur in privaten Krankenhäusern finden. Eine Reisekrankenversicherung sollte selbstverständlich sein.
Devisen
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1DM = 20 Rs und dieser Kurs hält sich schon seit etwa zwei Jahren. Man darf aber nie vergessen, dass in dem Land eine Inflation von 10-20% im Jahr herrscht.
Ich selbst war sehr unschlüssig gewesen welche Währung ich mitnehmen soll und in welcher Form. Ich entschied mich erstmal für Bargeld und DM, was sich später als Fehler erwiesen hat.
Es gibt nicht viele Wechselstuben in der Stadt, die Bargeld tauschen und die Banken tauschen kein Bargeld. Man darf auch nicht mehr als $200 an einen Tag eintauschen und jeder Tausch von Bargeld wird sehr genau registriert. Reisechecks hingegen werden von allen Banken gern angenommen und problemlos getauscht. Gängig sind eigentlich alle grösseren Währungen.
Übernachtung
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Wenn Ihr in die Stadt kommt, werdet Ihr feststellen, dass die Stadt sauteuer ist. Ich selbst habe auf dieses teure Vergnügen verzichtet, aber dort findet man wirklich selten eine gute Übernachtungsmöglichkeit zu passablen Preisen. Es ist auch so, dass man auch da nicht viel von europäischen Standards versteht, daher sind viele Herbergen sehr heruntergekommen und wenn man Pech hat, dann hat man einige Mitbewohner wie Küchenschaben oder Ratten. Es gibt wirklich wenige Unterkünfte, die ich empfehlen würde und die meisten liegen ab 100DM pro Nacht.
Die Stadt
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Bombay (=Mumbai) liegt heute auf einer Halbinsel, die vor ca. 300 Jahren noch aus drei Inseln bestand und wo die Wasserstrassen dazwischen nach und nach mit Sand aufgeschüttet wurden. Derzeit leben dort ca. 15 Millionen Menschen und es ist eine Metropole der Industrie. Ehemals siedelten sich dort viele Technologieunternehmen, was begünstigte, dass viel und hoch gebaut wurde und Mieten in Höhe schellten. Derzeit ist es immer noch eine der teuersten Städte der Welt, denn Bauland ist teuer und Wohnfläche ist knapp.
Wenn man die Stadt vom weitem sich ansieht, dann sieht man zunächst eine moderne Skyline, die von Hochhäusern geprägt ist. Am sehr frühen Morgen fällt einen noch was anderes auf: Es herrscht dicker Nebel, der aus Wasserdampf vom Meer und Autoabgasen besteht, also eine sehr explosive Mischung. Geht man ins Detail, also in die Stadt hinein, dann wird man beinahe von Farben erschlagen. An vielen Häuserwänden ist bunte Werbung aufgemalt, die auch wirklich in Handarbeit entsteht, was diese fast schon zu einen Kunstwerk macht. Überall sind dann bunte Banner angebracht und selbst die Menschen, vor allem Frauen, kleiden sich sehr farbenfroh, manchmal richtig grell.
Im westlichen Teil der Stadt liegt ein langerstrecker Strand, der zum auch richtiger Sandstrand ist, nur ein Badestrand ist es nicht gerade, zumnidest kann man da nicht sich in der Sonne im Badeanzug brätzeln. Wenn man den Marine Drive passiert bietet sich einen der Blick auf den Ali Haji Tomb, einer Moschee, der mitten im Arabischen Meer liegt und nur über eine schmale Verbindung mit dem Land verbunden ist. Im Norden der Stadt gibt es einige schöne Ecken, wo man auch ein bisschen Ruhe finden kann. Im Osten liegt der Hafen und auch ein grosses Industriegebiet. Im Osten liegen auch die beiden Flughäfen der Stadt, das Santa Cruz Airport, das ist der nationale, und Sahar Airport, das ist der internationale, und das ist auch das erste was man von Bombay überhaupt sieht.
Im Süden ist das Gateway of India, was vor ca. 300 Jahren zu Ehren von George V. gebaut wurde, als er damals Bombay besuchen wollte und 200m davon entfernt liegt das Taj Mahal Hotel, was wiederrum ein Synonym für die indische Industrie ist, den dieser wurde in den 20er Jahren von dem Chef von Tata Corp. gegründet, einer Firma, die sich heute mit Fahrzeug- und Maschinenbau beschäftigt. Über eine Wasserverbindung gelangt man auf die Elephanta, die heilige Insel. Dort sind über 3000 Jahre alte Tempel zu finden, die aus den Steinen dort ausgemetzt wurden.
Hier findet man auch sehr verschiedene Stadtteile, in denen die verschiedensten Menschen wohnen. Bombay ist ein richtiger Schmelztiegel aus allen möglichen Kulturen und so findet man Stadtteile, wo nur Christen, Moslems, Jains oder Farsi wohnen und dort ihre Bräuche und Lebensarten praktizieren. Dann gibt es Stadtteile, in denen traditionsgemäss gewisse Erzeugnisse hergestellt werden. So gibt es einen Stadtteil in dem Fisch getrocknet wird, den Namen habe ich leider vergessen. Jedenfalls dort muss man wirklich die Fenster zu lassen, denn dort stickt's bestialisch. :)
An fast jeder Strassenecke stehen Imbisse und Teestände, wo Tee mit viel Zucker angeboten wird, denn dort trinkt man meist Assam, der dann auch noch sehr kräftig gemacht wird. Den trinkt man dann aus kleinen Gläsern und so ein Glas bekommt man dann für 1Rs. In den Imbissen bekommt man komische Spezialitäten wie Singapore Rice, oder Omlett Masala, wo man sich schon für 10 – 20Rs den Bauch vollhauen kann, aber dort nimmt man das nicht mit der Hygiene allzu ernst.
Hier findet man es oft, dass Slums in der Nähe von Wohnsiedlungen sich befinden. Das liegt daran, dass die Leute aus den Slums oft irgendwo Bedienstete sind und dann in der Nähe wohnen, wo sie bedienstet sind. Diese sind meist aber sehr abgeschotten, dass man oft auf dem ersten Blick das gar nicht erkennt, dass dort ein Slum ist. Davor ist vielleicht ein Park oder ähnliches, der diese Armut vor Blicken versteckt.
Die Strassen sind zum Teil wirklich sehr dreckig, am meisten muss man aufpassen auf die rötlichen Rückstände von ausgespuckten Supari (Kautabak), den man aus der Kleidung nicht mehr herausbekommt. Allgemein gesehen ist Bombay auch eine sehr laute Stadt und ich musste mich selbst daran eine Weile gewöhnen, denn davor dachte ich eigentlich, dass ich in einer Grossstadt wohne. Es gibt viele streunende Tiere in der Stadt, meist Hunde, die zwar mittlerweile eingefangen werden, aber dennoch eine grosse Zahl von denen die Strassen bevölkert und die haben oft Tollwut.
Die Menschen
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Als ich dort ankam und mich dann am nächsten Tag auf eine Tour begeben habe, so habe ich eigentlich auch gemerkt wie anders ich bin. Es ist irgendwie so, dass man dort als Europäier eben sofort auffällt, weil man sich schon mal anders kleidet und auch natürlich von der Haut- und Haarfarbe anders ist. Es kommt auch manchmal wirklich vor, dass die Leute einen richtig anstarren, vor allem, wenn man aus der Stadt selbst rausfährt und in eine Kleinstadt oder Dorf geht.
Die Kleidung ist eigentlich schnell durchdiskutiert. Männer tragen nur lange Hosen und meist ein Hemd, oder T-Shirt, gelegentlich auch einen Turban. Frauen kleiden sich manchmal westlich, das sind auch auch meist junge Frauen, dabei wird aber geachtet, dass die Kleidung nicht so viele Einblicke gewährt, oder einen Punjabi, oder Saree, den ich persönlich auch so schön fand.
Vorsicht, denn europäische Frauen gelten schon von vorne rein als leicht zu haben und wenn man sich dann als Frau sehr freizügig kleidet, dann kann man auch unter Umständen wirklich unangenehme Erfahrungen machen, weil das erst recht eine Einladung ist. Mit anderen Worten, Miniröcke und Tops sollte man im Koffer lassen.
Die Menschen sind aber sehr zuvorkommend und sehr hilfsbereit. Manchmal stösst man auf leichte Sprachbarrieren, wo man jemandem vor sich hat, der vielleicht nur Marathi, Hindi oder eine andere indische spicht, aber kein Englisch, doch auch da ist eine kleine Abhilfe. Einfach auf der Strasse fragen, wer Englisch spricht, man findet immer jemandem, der dann einen als Übersetzer dient. Wenn man einkaufen geht, dann sind die Verkäufer wirklich MEGAFREUNDLICH, man kann wirklich sich den ganzen Laden zeigen lassen, auch wenn man am Ende nur einen Baumwollkissenüberzug für 70Rs mitnimmt.
Es gibt auch hier gewisse Schattenseiten und diese Schattenseite heisst wieder hohe Armut. An beinahe jeder Strassenecke begegnen einen Menschen, die wirklich NICHTS haben, manchmal noch nicht mal Kleidung. Diese Menschen sind ein wirklich trauriger Anblick, denn man kann eigentlich gegen diese Armut gar nichts tun. Noch schlimmer dabei sind die Kinder, die von skrupellosen Leuten auf die Strasse geschickt werden, um zu betteln und selbst davon gar nichts haben, denn alles, was sie auf die Art erwirtschaften geben sie denen ab, die sie auf die Strasse schicken. Ich habe jedenfalls noch heute einige grässliche Bilder davon im Gedächtnis.
Verkehr und Autovermietung
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Verkehr ist wirklich ein Kapitel für sich. Achtung: Es herrscht Linksverkehr! Hinzu kommt, dass Inder recht chaotisches Volk sind und dementsprechend auch fahren. Auf der Strasse dort findet man alles, zu Rush Hour ist Bombay ein einziger STAU. Jede Lücke wird dann ausgenutzt und wenn kein Platz mehr auf der Strasse ist, dann wird der Bürgersteig miteingenommen und die Gegenspur, falls die noch nicht voll ist. Meist wird dann auch mehr gehupt als gefahren, denn man hupt wirklich fast bei jedem Manöver. Ampeln werden dazu benutzt, um über rot zu fahren und wenn man dann Pech hat, dann ist die Polizei mal wieder unterwegs und kassiert hohe Schmiergelder.
Ich hatte sehr oft das Gefühl, dass dort einfach alle gängigen Verkehrsregeln ausser Kraft gesetzt sind und z.B. der, der schneller fährt hat auch Vorfahrt, egal von wo er kommt. Busfahrer und LKW-Fahrer sind die schlimmsten, denn die achten wirklich auf gar nichts und ein Bus, oder LKW hat immer Vorfahrt.
Vorsicht, denn überfahrt man auch unabsichtlich ein Kind, dann droht eine sehr lange Haftstrafe wegen Mordes und es ist wirklich nicht empfehlenswert viele Jahre in einen indischen Gefängnis zu verbringen. Aus dem Grund kann man als Ausländer keinen Wagen ohne Chauffeur mieten. Am schnellsten kommt man eigentlich mit einen Rikshaw auf kurzer Strecke und das auch günstig, oder man nimmt ein Taxi.
Doch wieder ist das ein bisschen kompliziert, denn Touristen werden gern 'gerupft'. Der Taxifahrer kann schnell einen doppelten Preis verlangen. Busfahren kann ich nicht empfehlen, denn hier steht die Nummer des Busses meist in Devanagari und auch das Ziel steht in Hindi und wenn man die Schrift nicht lesen kann, dann kann man schnell irgendwo landen. Züge sind fast immer überfüllt, am schlimmsten ist aber wieder die Rush Hour, da sieht man nämlich richtige Menschentrauben um den Zug hängen, doch hier gibt es allerdings Waggons nur für Frauen und die sind meist nicht so überfüllt wie die anderen.
Fazit
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Bombay ist eine wirklich interessante Stadt mit sehr vielen Facetten, die wirklich schön und hässlich zugleich ist. So wie wenn man in der Nähe von Juhu Beach viele Villen von Filmstars findet, denn Bombay ist die Hauptstadt der indischen Filmindustrie und dort werden über 2.000 Filme im Jahr gedreht, so findet man gleich daneben grosse Armut, denn das Gefälle ist wirklich gross.
Kulturell gesehen gibt es viele Möglichkeiten, um über die Geschichte der Stadt viel zu erfahren, denn es gibt zahlreiche Museen, doch auch hier gibt es sehr interessante Unterschiede. In mancheinen Museum findet man komische Preise, wo ein Besuch für einen Ausländer 150Rs kostet und für einen Inder nur 5Rs.
Es gibt einige Sportclubs, wo das ganze zwar ziemlich ellitär wirkt, und auch von den Engländern übernommen wurde, denn man kommt selten als Gast hinein und das meist nur, wenn man jemandem kennt, der ein Mitglied ist, aber der Vorteil ist natürlich, dass man sich an solchen Orten wunderbar entspannen kann.
Wenn Ihr dann genug von dem Stadtlärm habt, dann fahrt nach Norden, denn dort gibt es viele einsame Strände, aber auch da ist Vorsicht geboten. Man sollte niemals in der Dunkelheit dort aufhalten, denn das könnte einen gar im Ernstfall das Leben kosten, es ist wirklich gefährlich.
Tragt auch niemals viel Bargeld bei Euch, denn überall sind Taschendiebe unterwegs und diese lauern nur auf 'dumme' Touris, die auf ihr Geld nicht aufpassen. Am besten man kauft sich ein Brustbeutel, den man immer gut im Blick hat und den man auch gut verstecken kann.
Die beste Reisezeit ist eigentlich von Dezember bis März, denn dann ist die Luftfeuchtigkeit nicht so hoch und auch die Temperaturen sich auch recht erträglich, die liegen dann in der Nacht bei 15-20° und am Tag bei 30-35° Grad, aber diese Zeit auch auch leider die teuerste für den Flug.
So, nun hoffe ich, dass ich alles erwähnt habe, was für den Urlaub dort wichtig ist.
(c)ewka – 22.05.2001
P.S. Der Titel der Meinung bezieht sich eigentlich wirklich auf die Stadt selbst. Wenn man dort ankommt nämlich, erscheint einen wirklich die Stadt als ein pures Chaos, ohne irgendwelchen Sinn da drin. Wenn man aber sich mit der Stadt etwas länger beschäftigt, stellt man fest, dass alles dort eine gewisse Ordnung hat und deshalb wirkt irgendwann der Chaos auf einen irgendwie doch geordnet. Jedenfalls hat dort alles seine eigenen Gesetze, die man dort nach einigen Tagen lernen muss. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Wunderblume, 29.05.2004, 20:05 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Vielleicht komme ich ja auch mal nach Bombay, das liegt ganz am Ende unserer geplanten Reiseroute, vermutlich ist diese zu lang sodass wir doch nicht mehr nach Bombay kommen werden.
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Blondine, 27.02.2002, 17:57 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Bombay ist wirklich nicht so klasse, warum hast du dir nicht was anderes angeuckt. Indien ist wirklich schön nur Bombay ist ganz furchtbar. Da ist Dehli noch schöner.
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blokk, 14.02.2002, 22:24 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Schön und traurig zu wissen, dass sich in den letzten 15 Jahren nichts verändert hat.
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Indien - Allgemeine Reisetipps
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Was soll man in wenigen Worten, wie es sich für eine Meinung hier gehört, über Indien schreiben? - Vielleicht dies:
Man kann dieses Land lieben, und man kann es abgrundtief hassen.
Nach mittlerweile vier Reisen durch den Süden Indiens gehöre ich zu denjenigen, die es lieben. Ich habe aber auch Touristen getroffen, die nach vier Tagen am liebsten wieder abgereist wären.
Wer nach Indien fliegt, darf in seinem Reisegepäck mitnehmen, was er möchte - aber europäisches Denken, Vorstellungen und Erwartungen sollte er spätestens beim Zoll abgeben. Dann kann eine solche Reise zu einem aufregenden, faszinierenden, spannenden und oft auch amüsanten Erlebnis werden.
Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man über einige Eigenheiten indischen Verhaltens Bescheid wissen. Mimik und Gestik unterscheiden sich in kleinen, aber wichtigen Details von europäischen Gewohnheiten. So ist zum Beispiel das Nicken, um ein "ja" anzudeuten, unbekannt. Inder lassen statt dessen den Kopf leicht hin und her baumeln, was leicht mit Kopfschütteln für "nein" verwechselt werden kann. Aber ein richtiges "nein" werdet Ihr ohnehin selten zu sehen oder hören bekommen; statt dessen kann das indische "ja" auch manchmal "vielleicht" oder "ich weiß nicht genau" bedeuten. Die Unterschiede sind sehr subtil, aber nach einiger Zeit bekommt man einen Blick dafür.
Wer etwas kaufen möchte, sollte viel Zeit mitbringen und in Stimmung fürs Feilschen sein, sonst bezahlt man mit Sicherheit zu viel. Wenn Ihr gerade nicht in Handelslaune seid, vertagt den Einkauf. - Handeln ist eine Mischung aus Spiel und Ritual, und je lockerer man an die Sache herangeht, desto mehr Vergnügen kann man dabei auch haben. Händler lieben es, Touristen abzuzocken, die das Feilschen als eine Art Zweikampf betrachten. Mit Freundlichkeit und nettem Geplauder erreicht man mehr.
Eine der vielen Nationalsprachen Indiens zu lernen, lohnt kaum, denn wenn Ihr etwas vom Land sehen wollt, reist Ihr ohnehin durch verschiedene Bundesstaaten, in denen unterschiedliche Sprachen gesprochen werden. Englisch genügt völlig zur Verständigung. Selbst wenn Eure Aussprache perfekt ist, solltet Ihr das r aussprechen wie im Deutschen. Das entspricht der indischen Variante und wird oft leichter verstanden.
Entgegen der landläufigen Meinung ist Reisen in Indien nicht gefährlicher als in anderen Ländern. Wer zum ersten Mal in einen völlig überladenen Überlandbus einsteigt, auf dessen Dach sich die Gepäckstücke türmen, denkt vielleicht erst einmal anders. Hat man aber nach einigen Fahrten festgestellt, dass Reifenpannen eine willkommene Pause auf dem Rastplatz bedeuten können, und dass sich Treibstoffleitungen auch im Schein einer Petroleumlampe reparieren lassen, dann ist man davon überzeugt, dass der Überlandbus ein relativ sicheres Transportmittel ist. Leute mit weniger starken Nerven sollten allerdings die Bahn vorziehen.
Horrorgeschichten von Typhus und Malaria dienen in erster Linie der Pharmaindustrie. Spezielle Impfungen sind weder vorgeschrieben noch nötig, und auch auf Malaria-Prophylaxe kann man heutzutage guten Gewissens verzichten (außer, man reist in ein Gebiet, in dem ausdrücklich vor Malaria gewarnt wird). Wenn es einen nämlich trotz Prophylaxe erwischt, hat man sich mit Sicherheit einen resistenten Erreger eingefangen, und dann wird die Behandlung schwierig. Normalerweise passiert allerdings gar nichts, wenn man sich vor den Stechmücken nach Möglichkeit schützt. Sie tauchen erst nach Sonnenuntergang auf, dann aber pünktlich und in manchen Gegenden in Massen. Moskitonetze schützen nachts nur bedingt. In Indien ist Odomos-Salbe erhältlich, die die Tiere abschreckt; man riecht dann allerdings wie ein Zitronenbaum. Europäische Anti-Insektenmittel wie Autan sind rausgeworfenes Geld: Indische Mücken ignorieren so etwas.
Essen und Trinken an Straßenständen ist ein anderes Thema. Oft wird davor gewarnt, aber auch hier ist vieles reine Panikmache. Alles, was in heißem Öl gebraten wird, kann man ziemlich bedenkenlos verspeisen: Mehrere hundert Grad überlebt die stärkste Salmonelle nicht. Bei Eiswürfeln ist zwar eigentlich Vorsicht angesagt, aber wer kann zu frisch gepresstem, eisgekühltem Zuckerrohrsaft schon nein sagen? Es gibt ihn zwar auch in Dosen, aber das ist kein Vergleich zum Naturprodukt. Mit einer Mischung aus gesundem Misstrauen und Mut zum Risiko fährt man wohl am besten.
Falls Ihr doch einmal den Rat eines Apothekers benötigt: Keine Sorge, die meisten sind recht kompetent. Aber haltet Euch an die Dosierungsanweisung, die Euch nicht in Form eines Beipackzettels, sondern mündlich mit auf den Weg gegeben wird. Einige der in Indien erhältlichen Medikamente sind hierzulande längst nicht mehr zugelassen und echte Hämmer. Dafür wirken sie schnell und effektiv.
Plant Eure Reise nicht minutiös im Voraus. Sich an einen solchen Plan zu halten, ist in Indien unmöglich. Mit ziemlicher Sicherheit wird Euch "Shivas Rache", sprich: ein kleiner Reisedurchfall, ereilen. Bus- und Zugfahren könnt Ihr dann erst einmal für zwei Tage vergessen. Und auf die Pünktlichkeit indischer Verkehrsmittel braucht man sich auch nicht unbedingt zu verlassen; das liegt teils an den weiten Entfernungen, teils am schlechten Zustand der Fahrzeuge. Fragt bitte nie jemanden, wann der Bus endlich kommt. "Bus will come" wird die genaueste Auskunft sein, die Ihr kriegen könnt.
Man kann in Indien gut "ins Blaue hinein" reisen, denn in den Touristenorten und in den größeren Städten findet man immer ein freies Zimmer, auch wenn man manchmal bereit sein muss, sich erst einmal mit weniger Komfort als gewünscht zu begnügen. Für den Tag der Ankunft in Indien solltet Ihr aber schon einigermaßen vorgesorgt haben, denn der Flug ist anstrengend, und die Schlepper am Flughafen warten nur auf müde Touristen, um sie für teures Geld in ein billiges Hotel zu transportieren. Reserviert Euch ein Zimmer von Deutschland aus. Falls Ihr gleich an die Küste fliegt, zum Beispiel nach Goa, lasst Euch vom Taxi zu Eurem Lieblingsstrand transportieren (oder zu dem, der Euch im Reiseführer am besten gefallen hat), und fragt dort nach Zimmern herum. Taxis, die vom Flughafen abfahren, haben Festpreise; bei allen anderen muss verhandelt werden.
Fest gebuchte Rundreisen oder pauschaltouristische Hotelaufenthalte sind Geschmackssache und haben sicherlich ihre Existenzberechtigung. Wenn Ihr Euch für diese Art des Reisens entscheidet, muss Euch allerdings klar sein, dass Ihr weniger vom Land zu sehen bekommt, dafür aber wesentlich mehr bezahlt, als wenn Ihr Euch mit einem vernünftigen Reiseführer in der Hand allein auf Erkundungstour begebt.
Es gäbe natürlich noch viel zu schreiben, aber das Interessante am Reisen ist schließlich auch, vieles vor Ort selbst herauszufinden. Indien ist ein unermesslich vielseitiges Land, in dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Wen die Faszination einmal gepackt hat, der wird immer wieder hinfliegen. Und schon mancher ist irgendwann dort geblieben. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Wunderblume, 29.05.2004, 19:57 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Danke, deine Infos sind echt nützlich, werde nämlich auch demnächst nach Indien fahren!
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Blondine, 27.02.2002, 17:46 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Ich stimme dir in allen Punkten zu und muß dringend zu rück nach Indien. Es ist meines erachtens das schönste Land der Welt. Wirklich schöne Meinung
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Informationen
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