Pro:
gut erreichbar, breites Angebot
Kontra:
nicht wirklich attraktiv, laut
Empfehlung:
Ja
Mit Wasser fängt man natürlich Wasserratten, wie z.B. unsere Tochter.
Eines schönen Sonntags beschlossen wir drei, das Freizeitbad Ishara (Untertitel: Baden wie in 1001 Nacht) in Bielefeld aufzusuchen. Einen größeren Gefallen als Wasser kann man unserer Kleinen gar nicht tun. Gesagt, getan, die Sachen gepackt und auf den Weg gemacht.
Anfahrt:
ISHARA
Europa Platz 1
33613 Bielefeld
Telefon 0521/ 51 14 20
Telefax 0521/ 51 14 27
e-Mail:[email protected]
www.ishara.de
Im Gegensatz zu vielen anderen Bielefelder Attraktionen ist das Ishara auch für Bielefeld- Unkundige sehr einfach zu erreichen. Sofern man nicht ohnehin schon auf Schilder stößt, die auf das Ishara hinweisen, folgt man einfach immer den Schildern zum Zentrum, bzw. zum Hauptbahnhof. Das Ishara liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof, sogar mit teilweise freier Sicht darauf, sodass man sich in gelangweilten Momenten in der mentalen Wiederholung des auswendig gelernten Fahrplans üben kann ;-)
Parkraum ist im direkt angrenzenden Bahnhofsparkhaus ausreichend vorhanden und durch den Eintritt im Bad kann man, wenn man den entsprechenden Automaten an der Badekasse nutzt, die Parkgebühr spürbar verringern.
Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Bad in dieser Lage natürlich hervorragend angebunden, man fährt einfach bis zur U- oder Bushaltestelle Hauptbahnhof, unterquert den Bahnhofstunnel, hält sich ca. 200m rechts und dann kann der Badespaß losgehen.
Denkt man! Davor hat der Betreiber, die Bielefelder Bäder und Freizeiteinrichtungen
GmbH & Co. Betriebs-KG, eine Tochterfirma der Stadtwerke Bielefeld allerdings die Entrichtung des Eintrittspreises gesetzt.
Bezahlung:
Im Eingangsbereich finden sich drei Kassen, an denen man seinen Obolus lassen kann. Drei Kassen sind auch notwendig (und manchmal sogar zu wenig), denn die Preisstruktur ist m. E. äußerst kompliziert und die Tafel, an der man sich schlau machen kann, ist hinter den Kassen aufgebaut. Das führt dazu, dass man, wenn man in der Schlange steht und nicht sowieso schon weiß, was man haben will, erst wenn man dran ist, anfangen kann, sich das zu überlegen. Komplizierter Satz? Genauso kompliziert habe ich das Zahlen empfunden!
Es gibt drei verschiedene Badbereiche, die man einzeln auswählen oder auch kombinieren kann: Den Sportbereich, den Erlebnisbereich und den Saunabereich. Außerdem gibt es dann noch den "Serail"- Bereich, in dem man sich massieren lassen kann oder ins Hammam geht. Das muss allerdings vorreserviert werden.
Die Preise für die o.g. Kombinationen (Stand Juni 2005):
Sportbad (keine zeitl. Begrenzung):
- Einzeleintritt: €3,40, ermäßigt €1,70
- Jahreskarte: €230,00, ermäßigt €120,00
- Sommerferienkarte für Kinder von 4-15 Jahren: €15,00 (diese gilt dann auch in allen anderen Bielefelder Stadtbädern)
Erlebnisbad (grundsätzlich nur 4 Stunden Zeitbegrenzung oder ganzer Tag möglich; das Sportbad ist immer mit eingeschlossen):
- Einzeleintritt: €8,30, ermäßigt/ Kinder €6,00, ganzer Tag: €9,30, ermäßigt/ Kinder €7,00
- Familienkarte: €19,20, ganzer Tag: €19,- + €1,- pro Person
- Einzeleintritt inkl. Sauna für Erwachsene €14,00, keine Ermäßigung, ganzer Tag: €15,00
- Einzeleintritt inkl. Sauna für Kinder €12,00, keine Ermäßigung, ganzer Tag: €13,00
Dann gibt es noch Früh- und Mondscheintarife, aber die würden hier echt zu weit führen.
Sauna:
- Einzeleintritt für Erwachsene: €12,50, keine Ermäßigung, ganzer Tag: €13,50
- Einzeleintritt für Kinder: €10,00, keine Ermäßigung, ganzer Tag: €11,00
- Familienkarte inkl. Erlebnisbad: €42,80, ganzer Tag €42,80 + €1,- pro Person
Jahreskarte: €500,-, für Kinder €410,-
So wie oben die Eintrittspreise für Erlebnisbad mit Sauna angegeben sind, werden sie dann auch noch mal für Sauna mit Erlebnisbad angegeben. Gott sei Dank sind immerhin die Preise gleich, bei gleicher Leistung...
Alle Bereiche haben zwar Kernöffnungszeiten, soll heißen, dass in diesen Zeiten alle Bereiche geöffnet sind, aber sie öffnen und schließen zu unterschiedlichen Zeiten, obendrein auch noch wochentagsabhängig.
Alles klar? Genau! So ging's mir auch und nach längerem Studium des Angebots wusste ich mir nicht anders zu helfen und fragte die freundliche Dame an der Kasse: "Wir wollen hier rein, was ist das Günstigste?" So konnte ich dann glücklicher Besitzer eine Familienkarte werden.
Der Bezahlvorgang ist dann recht einfach, da sich leider nur zwei verschiedene Möglichkeiten bieten: Das gute alte lachende Bargeld und die ec- Karte. Von Kreditkarten scheint man hier noch nichts gehört zu haben, denn meine Frage, ob ich mit einer Visacard zahlen könne, wurde mit "Wenn es eine ec- Karte ist, dann ja" beschieden.
Sofern man - um im Bild des Wassers zu bleiben- diese erste, aber nicht unwesentliche Klippe umschifft hat, werden dem Badegast je ein Chip ausgehändigt, der den Durchgang zum Umkleidebereich ermöglicht. Dieser Chip ist auf einem armbanduhrähnlichen Konstrukt angebracht und muss einem Automaten (berührungslos) vorgehalten werden, der den Zutritt dann freigibt.
Der Umkleidebereich:
Ein Angebot, sowohl in Gesamtgröße als auch Platz in den einzelnen Kabinen, das zu wünschen übrig lässt. Wir sind glücklicherweise zu einer Zeit da gewesen, in der eher wenige Mitmenschen baden wollten und fanden schnell Kabinen. Zu aufkommensstärkeren oder sogar Stoßzeiten dürfte langes Warten bzw. Kämpfen angesagt sein. Das würde mich dann schon sehr stören, wenn von *meiner* Badezeit die "Umkleidekabinensuchzeit" abgehen würde.
Für Einzelpersonen sind die Kabinen noch ausreichend, für Mutter/ Vater mit Kind wird's allerdings recht eng.
Nachdem wir nun in unserer virtuellen Tour durch das Bad die Badehose, bzw. den Badeanzug angelegt haben, wollen wir natürlich unsere Klamotten verstauen. Wir suchen uns also einen Schrank und stellen fest: Huch, ich brauche einen Euro um ihn zu verschließen! Da wir zu dritt sind sogar mindestens zwei, weil die Schränke so klein sind. Leider ist aber keiner zur Hand, sodass Papa halbnackig zur Kasse zurückwatscheln muss. Aber Halt! Raus komme ich hier ohne den Chip nicht und selbst wenn, komme ich dann auch wieder rein? Also muss ich mich, ohnehin schon genervt von Kälte und Nacktheit auch noch zum Deppen machen und stimmlich etwa 4 Meter zur Kasse überbrücken. Jetzt bin ich eigentlich schon bedient, aber zu allem Überfluss sind nun auch noch alle Umkleiden besetzt und der Zugang zum Schrankbereich führt nur durch eben diese. Hier hilft nur Warten, mittlerweile schon recht angefroren. Endlich! Ich komme zurück zu den Schränken. Nun werden die Sachen verstaut, der Euro eingeworfen und der Schlüssel abgezogen. Grübel, grübel, ... Soll ich jetzt zusätzlich zu dem Chiparmband auch noch den Schlüssel ums Handgelenk machen? Ach nee, den Chip lass ich hier, den brauch' ich ja nicht. Ich greife an dieser Stelle mal vor und verrate: man braucht ihn doch, nämlich für die Zugangsberechtigung zum Sportbad. So lief ich den Nachmittag mit 4(!) Bändern am Arm rum: 2 Schlüssel und 2 Chipbänder, wegen Tochter...
Mal ernsthaft, liebe Isharas, das muss doch auch anders gehen!
Wir sind badefertig, alle Sachen sind verstaut und zumindest ich bin mittlerweile auch erholungsbedürftig, also ab ins Bad, aber natürlich nicht, ohne vorher zu duschen. Dazu muss man im Unterschied zu allen anderen mir bekannten Bädern aber bereits in den Beckenbereich. (Deutlichere Hinweise wären angebracht.)
Der Erlebnisbadebereich:
a. Duschen:
Eine zwar nicht helle, aber freundliche Umgebung empfängt mich im Badebereich. Innerhalb der Halle sind zwei kleinere Häuschen im 1001- Nacht- Stil erbaut, in denen sich, nach Männlein und Weiblein getrennt, die Duschen und Toiletten befinden. Duschen wollten wir ja eh', schön das wir's gefunden haben. Leider ergibt sich schon wieder ein Kritikpunkt, sogar ein schmerzhafter: Die Zugänge zu den Duschen sind mit Türen verschlossen, die man aus Saloons in Western- Filmen kennt. Sie sind auch undurchsichtig, was angesichts der dahinter stattfindenden Aktivitäten wohl auch nicht anders möglich ist, da beide Duschhäuser baulich so eingerichtet sind, dass man ohne Türen direkt bis ganz nach Hinten sehen könnte. Und was schief gehen kann geht schief: Ich bin noch nicht mal drin, da hat mir schon ein Fertiggeduschter die Tür vor die Nase geschmissen. Mist! Ich dusche anschließend etwas länger, auch kalt, angesichts meiner Nasenschwellung. Das hat den Vorteil, dass mir nicht mehr kalt ist, als ich aus der Dusche komme, denn das die Temperatur im Hause nicht meinen Erwartungen an ein Spaßbad entspricht, hatte ich schon vorher gemerkt. Jetzt heißt es Frau und Kind suchen...
b. Badebecken und Attraktionen:
Schauen wir uns doch zunächst - aus der Dusche kommend - um: Wir sehen:
- einen Beckenbereich für Kleinkinder mit Spielgeräten, einem großen bekletterbaren Schiff, sogar mit Wasserkanonen. Hier haben wir uns nicht aufgehalten, denn dafür sind wir alle schon zu groß
- den Restaurantbereich, hier haben wir uns auch nicht aufgehalten, denn es war uns zu teuer
- zur Rechten sehe ich ein interessantes wellenförmiges Bauwerk, vor dem sich eine lange Schlange gebildet. Ich komme näher und sehe, wie sich Menschen durch einen riesigen und schnellen Schwall Wasser über eine Rampenkonstruktion in ein Jet Stream Becken schießen lassen. "Rocket Plunge" steht dran, Gefahrenklassifikation schwarz, also höchste Stufe... Wow! Das sieht aus als würde es Spaß machen. Aber ich will ja erst die Familie suchen... Leider habe ich es dann nicht mehr geschafft, das auszuprobieren, weil es immer nur zu bestimmten Zeiten läuft.
- Gleich dahinter das oben genannte Jet Stream Becken, nur nutzbar, wenn der Rocket Plunge nicht in Betrieb ist. Aber der Stream hat's auch in sich, da kommt man schon ganz schön gut in Fahrt. Wenn man es schafft, sich aus dem Sog zu befreien, hat man hier auch die Möglichkeit, nach draußen zu schwimmen.
- Und größtenteils draußen verläuft auch eine (geschlossene) Rutsche, auch in Gefahrenklassifikation schwarz. Hier hatten wir unser Kind vor lauter Begeisterung beinahe nicht wieder wegbekommen.
Weiter rechts der Sportbadbereich... Aber hier ist die Familie nicht... Na gut, dann suche ich halt weiter. An der Rocket Plunge vorbei und zurück halte ich auf eine Wandfassade mit ägyptisch anmutenden Figuren zu. Aha, da hinten ist noch 'ne Tür, ob sie da wohl sind? Und richtig: Hier haben Sie es sich auf Liegestühlen gemütlich gemacht. Wir befinden und nun eindeutig im Wellness- Bereich. Mehrere Becken mit Wasserspielen aller Art (Jacuzzi, Fontänen, Wasserfälle, Heißbecken, Höhle, Ausschwimmbecken, ...) sind hier zu finden. Und eben auch eine Liege für den gestressten Papa. Mir fällt auf, das es hier wärmer ist, als im übrigen Bad. Das ist auch sinnvoll, denn hier bewegt man sich ja normalerweise nicht so stark. In diesem Bereich finde ich auch so genannte Erlebnisduschen. Wählbar sind z.B. die Duschprogramme tropischer Regen oder Sommerregen. Aber es scheint nicht wirklich interessant zu sein, denn außer mir sehe ich in den drei verbleibenden Stunden niemandem da rein gehen.
Wir Eltern haben es uns dann im Verlauf des Besuches im Wesentlichen in diesem Bereich gut gehen lassen, hier ist auch die Lautstärke erträglich.
Es fehlt noch die Sauna, die sich im Obergeschoss befindet. Leider kann ich darüber aber nichts sagen, die Preisgestaltung ließ einen Besuch einfach nicht zu.
Recht schnell waren die 4 Stunden dann auch vorbei und ich war erholungsmäßig einigermaßen für die Unbill am Anfang entschädigt. Leider habe ich dann beim Verlassen des Bades noch einen Euro im Schrank vergessen. Egal!
Fazit:
Das Bad ist einen, vielleicht auch zwei Besuche im Jahr wert, trotz der Preise. Mehr sollte es nicht sein, glaube ich, denn es würde schnell langweilig. Und nächstes Mal weiß ich chip-, euro- und türmäßig Bescheid. weiterlesen schließen
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