Island Testberichte
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Pro & Kontra
Vorteile
- wunderschön, Ruhe pur, ungefährlich, hohe Gastfreundlichkeit
- Landschaftswechsel, Natur pur, Extreme auf engstem Raum
- Die Naturkulisse, die Freibadkultur, die reiche Vögel- und Meeresfauna und eine sagenhafte Geschichte
Nachteile / Kritik
- sehr teuer, Regen ist alltägliches Phänomen, ziemlich frostig
- Nahrungspreise, Staßenbeschaffenheit
- Das hohe Preisniveau für Unterkünfte, Essen und Trinken
Tests und Erfahrungsberichte
-
Urlaubsreise nach Island von 14.6.2006 bis 28.6.2008
4Pro:
Die Naturkulisse, die Freibadkultur, die reiche Vögel- und Meeresfauna und eine sagenhafte Geschichte
Kontra:
Das hohe Preisniveau für Unterkünfte, Essen und Trinken
Empfehlung:
Ja
===Buchungsdetails===
Veranstalter: Troll Tours Reisen GmbH
Reiseart: Linienflug Frankfurt / Main - Keflavik Apt. mit Icelandair
Teilnehmer: 3 Erwachsenen
Unterkunft: Familienurlaub im Ferienhaus
Tagesausflüge: 3 x Glanzlichter des Nordens
===Kosten bei der Buchung===
3 x 1552 = 4656 Euro (für 14 Tage Familienurlaub im Ferienhaus und Mazda 3-Mietwagen der Fa. Sixt)
3 x 90 = 270 Euro (Zuschlag Frankfurt)
3 x 125 = 375 Euro (für Tagesausflüge: 3 x Glanzlichter des Nordens)
zusätzlich ca. 700-1000 ISK für die Bettwäsche pro Person und pro Woche.
===Unterkünfte===
* Eine Übernachtung (mit Frühstück) am 14.6.2008 im Gästehaus Alba, Eshkilhid 3, 105 Reykjavik. Das Guesthouse (mit Etagendusche) ist gepflegt. Ohne Aufforderung zieht jeder am Eingang seine Schuhe aus. Das Frühstück ist ein gutes Buffet. Das Ambiente ist geschmackvoll mit Rosenthal-Porzellan und Klimt-Abbildungen.
* 6 Übernachtungen im Ferienhaus Daeli, Skidadal, 621 Dalvik (geeignet für bis zu 6 Personen). Das Ferienhaus Daeli gehört zu einem 1 km entfernten Bauernhof und ist sehr rustikal, großzügig und komfortabel eingerichtet. Einkaufsmöglichkeiten (Supermarkt) und Gaststätten (Tankstelle) sind in Dalvik (ca. 10 km) möglich.
* 7 Übernachtungen im Ferienhaus Vellir, Myrdalur, 871 Vik (geeignet für bis zu 4 Personen). Das Ferienhaus Vellir ist relativ schlicht eingerichtet. Dafür ist die Aussicht (Atlantik, Gletscher und Tafelberg Petursey vor der Haustür) genial. Dieses Haus wird auch für einzelne Übernachtungen pro Tag vermietet. Die Wirtin wohnt in 100 m. Entfernung, spricht Englisch und bietet Pferdunterricht, sowie auch ein Abendessen (3 Gänge für 3500 ISK) im eigenen Restaurant an. Einkaufsmöglichkeiten und andere Gaststätten (Restaurant, ggf. auch die Tankstelle) sind in Vik (ca. 10 km) möglich.
===Kalendernotizen===
* Sa,14.6. Ankunft im Alba Guesthouse in Reykjavik. Besichtigung der Altstadt Reykjaviks.
* So,15.6. Besichtigung Thingvellir und "Almanna"-Schlucht. Weiterfahrt nach Dalvik mit Ankunft um 19:30. Abendessen in der Tankstelle.
* Mo,16.6 Hundewetter mit Sturm. In Akureyri besuchen wir u.a. die Kirche (mit dem alten Original-Farbglasfenster der Coventry-Kathedrale).
* Di,17.6. Dalvik -> Husavik (ca. 1 Stunde). Walbeobachtungsfahrt 13:15-17:15, Besichtigung des Walmuseums und Abendessen in Husavik.
* Mi,18.6 Besuch des Freibads und Bootsfahrt zur Insel Hrisey, mit Spaziergang auf Hrisey mit vielen Vogelarten, z.B. Alpenschneehühnern.
* Do,19.6. Tagesausflug: Glanzlichter des Nordens (Startpunkt Busbahnhof in Akureyri)
* Fr,20.6 1 Std. Schwimmen, Hotpool und Sauna im Freibad Dalvik, danach 3 Std. Bergwanderung am Hausberg und Kneippkur im Bach
* Sa,21.6 Wechsel von Dalvik über Reykjavik nach Petursey/Vellir. Unterwegs Besuch des Hekla-Zentrums am Fuße des Vulkans Hekla
* So,22.6 Besichtigung des 60 m hohen Wasserfalls Skogafoss, des Heimatmuseums in Skogar, danach: Seljafoss und Gljufurafoss
* Mo,23.6 Besuch der Gletscherzunge Solheimajökull (über ca. 4 km Schotterpiste 221 von der Ringstrasse 1 gut erreichbar).
* Di, 24.6 Besuch des Geysirzentrums und des imposanten Gullfoss-Wasserfalls, der in 2 Kaskaden abfällt.
* Mi, 25.6 Fahrt über den Skeidararsandur zum Naturpark Skaftafell und zum Eisbergsee Jokulsarlen
* Do,26.6 Ausflugsziele Kap Dyhrolaey (Papageitaucher) und Seljavellaug (mit dem "heißen" Freibad aus 1927)
* Fr, 27.6 Ausflug zum Waldgebiet Thorsmörk mit dem Bus
* Sa,28.6 Rückreise zum Flughafen (etwa 250 km in 3 Std.) und problemloser Rückflug mit Icelandair mit prima Check-In-Service am Flughafen
===Ausflug: Walbeobachtung===
Zum Whale Watching sind wir nach Husavik gefahren, obwohl ab 5 Personen auch in Dalvik solche Fahrten angeboten werden. Die GentleGiants (http://www.gentlegiants.is/) arbeiten mit Personengruppen von etwa 20 Gästen, die alle an Deck stehen. In der Kälte ist es sinnvoll, dass diese Firma jedem Besucher einen ca. 1 cm dicken Anzug anbietet. Man muss aber selbst gutes Schuhwerk, Mütze und Handschuhe mitnehmen. Auch wenn bei stürmischer See keine Touren stattfinden ist es an Deck fast immer kalt und windig. Man fährt etwa 3 Stunden (wir z.B. 13:15 - 17:15) in der Bucht vor Husavik.
Die Touren sind attraktiv und lohnen sich. Wir haben einen Zwergwal und sogar drei Blauwale gesichtet. Zwei Wale kann man im Meer dadurch unterscheiden, dass sie parallel ausatmen. Der Zwergwal sowie ein Blauwal waren auch aus unmittelbarer Nähe gut beobachtbar. Interessant und lohnend ist auch ein Besuch am Walmuseum in Husavik vor oder nach der Walbeobachtung. Direkt neben dem Museum gibt es auch ein gutes isländisches Restaurant mit moderaten Preisen.
===Ausflugsziel: Kap Dyhrolaey===
Wegen der Brutzeit verschiedener Vogelarten ist der Zugang zum Kap von 1.5 bis 25.6. geschlossen. An der Buchtseite kann ab 26.6. man oben auf den Felsen Papageitaucher aus nächster Nähe (10 M. Entfernung!) am Felsenrand fotografieren. Wie überall in der Nähe gibt es weiter unten einen schönen Lavastrand, aber vom Kap ist die Strandfläche an der Bucht unerreichbar. Das Meer ist aufgewühlt und bietet schöne Fotoaufnahmen der 2 Torbogen.
===Ausflugsziel: Naturpark Thorsmörk===
Die 30 km Fahrt zum Thorsmörk mit dem geländefähigen Daimler-Benz-Bus der Reykjavik Excursions führt durch einem breiten Flusstal (Markarfljöt) mit zwei Gletscherzungen und dauert vom Parkplatz am Seljalandfoss etwa 1 Stunde. Man kann auf dem Parkplatz am Seljalandfoss oder in Reykjavik zusteigen.
Es werden etwa 20 Furten durchquert. An einem Gletschersee legt der Bus auf dem Hinweg 10 Minuten Besichtigungspause ein.
Im Thorsmörk ("Thors Wald") befindet sich eine kleine Feriensiedlung mit Campingplatz und Hotpool. Wir haben etwa 3 Stunden Aufenthalt bis zur Rückfahrt um etwa 15:30 und machen einen 30-Minuten Spaziergang in einer schönen, mit Birken bewaldeten und urigen Gebirgslandschaft mit vielen blühenden Orchideen zum zweiten Campingplatz, der idyllisch am Flussufer liegt. Der Wettergott unterbricht die warme Sonne mit einem kurzen Regenguss.
Die Autoren Karl Simrock, der die Edda übersetzt hat und Walter Hansen (Autor des Buchs "Asgard, Entdeckungsfahrt in die Germanische Götterwelt Islands") haben (ggf. in spekulativen Thesen) die Verbindung der isländischen Version der germanischen Mythologie und die Landmarken Islands gelegt. Thorsmörk ist nach Ansicht der Autoren "Die Welt der Eisriesen". Die Unterwelt Helheim (bzw. Niflhel) liegt demnach im Hekla-Vulkan, die Hölle für Menschen, die nicht im Zweikampf sterben. Die Helden gehen ins Walhall. Eine ausgezeichnete Übersicht dieser faszinierenden Thesen befindet sich im Reiseführer: Island von Barbara C. und Jörg-Thomas Titz, erschienen im Reise Know-how-Verlag Peter Rump GmbH in der aktualisierten (4.) Ausgabe 2005, ISBN 3-8317-1403-7.
Siehe für weitere Infos zu diesem Thema: http://unwindingmindstreams.blogspot.com/2008/06/die-hellsttten-und-hellwege-islands.html
Es ist noch ausreichend Zeit für ein Bad im Hotpool. Es sind Umkleideplatz und Dusche vorhanden.
===Ausflugsziel: Naturpark Skaftafell und Eisbergsee Jokulsarlen===
Von Vik aus dauert die 250km-Fahrt bei max. 90 km/Std. etwa 3 Stunden. Man kann auf der Fahrt auch den Naturpark Skaftafell mit dem Wasserfall Svartifoss (mit "Basaltkuppel", Fußweg etwa 30 Minuten) besuchen. Die Fahrt führt zunächst über die endlose Skeidararsandur-Fläche, die nach einem Vulkanausbruch in 1996 überschwemmt wurde. Dabei wurde ein Großteil der Strasse mit einigen Brücken zerstört. Im Naturpark Skaftafell wird die Naturkatastrophe von 1996 gut dokumentiert. Der Vulkan unter dem Gletscher hat beim Ausbruch das Gletschereis teilweise in Wasser verwandelt Das Schmelzwasser ist dann nach kurzer Zeit als Gletscherlauf (Flutwelle) ausgebrochen und hat riesige Gesteins- und Eismassen ins Meer gespült. Besonders interessant (und vielleicht aber auch beunruhigend für Gäste, die wie wir im Myrdalssandur übernachten) ist die Tatsache, dass nördlich von unserem Wohnort Petursey der gefährliche Vulkan Katla unter dem Eis des Myrdalsjökulls ruht, der zuletzt in 1918 die Küstenlinie 500 Meter nach Süden verlegt hat. Die neu gewonnene Fläche ist der Myrdalssandur, wo wir gerade übernachten! Der Katla-Vulkan ist seit Jahren überfällig und kann jederzeit wieder ausbrechen. Da freut man sich doch jeden Morgen beim Aufstehen, dass der Berg sich im Norden immer noch friedlich zeigt.
Der weiter östlich gelegene Eisbergsee Jokulsarlon ist sehr sehenswert. Eine Gletscherzunge aus dem riesigen Vatnajökullbereich kalbt in einem kleinen See auf Meereshöhe. Die Rundfahrt mit dem Amphibienfahrzeug ist nicht wirklich sinnvoll. Man kann die Eisberge genauso gut vom Ufer aus beobachten. Wir haben eine Robbe gesehen, aber diese ist auch gleich wieder verschwunden.
Es ist 8 Grad kalt, bewölkt und es steht ein straffer Wind. Auf dem Rückweg nehmen wir eine verfrorene Tramperin mit. Die Salzburgerin hat einen Sommerjob in einem Hotel und besichtigt das Land in ihrer Freizeit auf einer ungewöhnlichen Weise: sie übernachtet auf dem Strand oder in den Höhlen, die man in Island fast überall findet. Sie hat Sandwichs für eine ganze Woche dabei.
In der Tankstellenkneipe von Kirkjubaejarklaustur gibt es nur Menus in Kombination mit dem Getränk Pepsi Max, was offensichtlich keiner mag, aber unbedingt verkauft werden muss. Nach einiger Diskussion dürfen wir gegen Aufpreis von 100 ISK auch einen anderen Softdrink (sogar auch ein Pilsner Leichtbier) wählen.
===Ausflugsziel: Heimatmuseum in Skogar===
Das Heimatmuseum in Skogar ist sehr sehenswert und umfasst einige typische Islandhäuser, eine alte Schule und eine Kirche. Das Museum ist mit 300 Besuchern pro Tag sehr beliebt. Auch das zugehörige Technikmuseum ist attraktiv und sehenswert. Hier haben die Isländer, die immer fleißig alles aufheben, sehr viele alten Geräte gesammelt, u.a. Miele-Waschmaschinen, Telefunken Radios, selbstgebaute Stromgeneratoren aus der Gründerzeit, Fischer- und Rettungsboote, T-Fords, alte LKWs, Rettungsgeräte, Skis, Stiefel, Handschuhe mit 2 Daumen (damit man bei Verschleiß den Handschuh nur umdrehen musste), usw. (www.skogasafn.is).
Bei Führungen und aber auch persönlich vom Herrn Direktor hört man viele interessanten Details über die isländische Lebensweise der vergangenen Jahrhunderte. Viele Stromgeneratoren wurden um 1930 von isländischen Bauern selbst gebaut. Dabei wurden teilweise noch brauchbare Teile von gestrandeten Schiffen, aber auch Importwaren verwendet. Am nahe gelegenen Seljalandsfoss kann auch noch einen Stromgenerator aus deutscher Fertigung (Maschinenfabrik Esslingen, Werk Cannstatt) im Generatorhäuschen besichtigen.
(Weitere Infos dazu: http://unwindingmindstreams.blogspot.com/2008/06/stromgenerator-am-seljalandfoss-in.html)
===Ausflugsziel: Hekla-Zentrum am Fuße des Vulkans===
Das sehenswerte Dokumentationszentrum liefert einen beklemmenden Eindruck des Vulkans, der in wenigen Kilometern Entfernung liegt.
Ein Erdbebenmonitor zeigt die aktuellen Erschütterungskurven auf dem Bildschirm. Interessant, wenn man nicht allzu schnell nervös wird!
===Ausflugsziel: Geysirzentrum und Gullfoss-Wasserfall===
Der große Geysir ist nach dem jüngsten Erdbeben vor einigen Wochen wieder inaktiv. Der Strokkur ist immer noch jedoch sehr munter und spritzt mit Intervallen von etwa 5 Minuten. Abgesehen von den Geysiren gibt es auf dem eindrucksvollen Gelände einige heiße Quellen. Der Besuch des Geysirzentrums und Gullfoss-Wasserfalls ist kostenlos.
===Tagesausflug: Glanzlichter des Nordens===
Rundfahrt (215 km von 8:30 bis 18:30) von Akureyri mit folgenden Stationen:
* Godafoss-Wasserfall (Götterwasserfall, in dem beim Übertritt ins Christentum um 1000 AD die alte Götzen weggeworfen wurden)
* Myvatn-See ("Mücken-See“) mit Pseudo-Kratern, aber ohne Mücken (kurze Besichtigung)
* Krafla-Kraftwerk auf 818 Mtr. Höhe, mit Schwefelsulfidgestank (faule Eier) und Hotspots (kein Aufenthalt)
* Viti-Krater („die Hölle“) auf 1200 Meter Höhe, mit intensiv blauem See und Kieselgurfabrik (Sehr kalt -> nur 5 Min. Aufenthalt)
* Dettifoss-Wasserfall, eindrucksvoll: größter Wasserfall Europas, 45 Mtr. hoch und 100 Mtr. breit, Aufenthalt
* Selfoss-Wasserfall, eindrucksvoll, 13 Mtr. hoch, aber in V-förmiger Schlucht, ca. 30 Minuten vom Dettifoss
* Imposante Basaltformationen (eindrucksvoll, etwa 30 Minuten Aufenthalt)
* Rückweg über Husavik (dort ca. 1 Stunde Aufenthalt für Buswechsel)
* Erdspalte zwischen Husavik und Asbyrgi (kein Aufenthalt)
* Asbyrgi ("die Asenburg"), eindrucksvoll, 100 m hohe Felswände, grünes Tal mit Birkenwald (eindrucksvoll, ca. 15 Min. Aufenthalt)
Der Tagesausflug ist lang, aber lohnt sich schon. Man sollte solche Ausflüge lieber in Island buchen und nicht im deutschen Reisebüro, denn in Island sind die Preise erheblich günstiger. Für die Informationen zu den Basaltformationen und Asbyrgi ist man auf den Zettelkästen angewiesen. Am Dettifoss braucht man wasserfeste Kleidung (Man sollte in Island ohnehin immer viele Kleidungsschichten, Handschuhe, Mütze, usw. dabeihaben).
Die Gruppen wechseln mehrmals den Bus um zusteigende Teilnehmer aus anderen Gruppen aufzunehmen, die an ähnlichen Tagestouren teilnehmen. Auf dem Rückweg fand der zuletzt zugestiegene Teilnehmer keinen Sitzplatz mehr im Bus von Husavik nach Dalvik und musste auf dem Boden des Busses Platznehmen.
===Badespaß in Island===
Alle isländischen Bäder scheinen Freibäder zu sein. Die Wassertemperatur ist angenehm hoch.
Das Freibad in Dalvik bietet für 350 ISK (etwa 3 Euro) Eintritt:
* eine wunderschöne Lage mit Aussicht auf die umliegende, schneebedeckte Gebirgslandschaft
* schöne, gepflegte Grünanlage
* ein schönes 25-Meter-Becken mit angenehmer Temperatur
* eine Rutsche für die Kinder
* 3 Jacuzzis (für 36-37, 38-39, bzw. 40-42 Grad).
* eine Dampfsauna (mit Plastik Sesseln in einem recht dunklen Raum)
* Saubere Duschräume mit Seifenspendern
* gratis Internet (nur für die Touristen) und gratis Kaffee
* (zumindest bei unserem Besuch) zur Stadtbesichtigung ca. 10-20 gratis nagelneue Fahrräder
Es gibt auch ein gut ausgestatteter Fitnessraum für 700 ISK, wobei man auch Zugang zu den Bädern hat.
Im Süden soll es ein Freibad im winzigen Bauerndorf Seljavellaug geben. Das umzäunte "neue" Bad ist jedoch geschlossen und das Gras steht 20 cm hoch. Das Becken und der Hotpool sind aber mit dampfendem Wasser gefüllt. Auch der daneben liegende Campingplatz ist verwaist. Es regnet und wir folgen die Warmwasserleitung ins wildromantische, zerklüftete Gebirge. Nach 15 Minuten und einigen alpinistischen Turnübungen erreichen wir dann das sehr schöne alte Freibad Seljavellaugs in einer sehr schönen Gebirgslandschaft. Das Becken ist mit 30 Grad heißem, leichtgrünem Wasser gefüllt und betriebsbereit. Das Freibad stammt aus 1927. Es sind sogar 3 Umkleideräumen mit Bänken, Bodenbretter und Kleiderhaken verfügbar. Wie auch im Hotpool des Naturparks Thorsmörk ist der Boden dieses Freibads mit einer sehr leichten, glitschigen Algenschicht überzogen. Ein kurzes, kostenloses Bad ist vielleicht verboten, aber wirkt sehr anregend und entspannend. Es ist weit und breit Niemand in der Nähe. Sehr empfehlenswert!
===Architektur===
Es gibt in Island auffällig viele Kirchen. Auch winzige Dörfer sind mit eigenen, gut gepflegten Kirchen ausgestattet.
Die Häuser in Island sind dagegen relativ schlicht. Die Dächer sind oft als Wellblechdach mit bunten Farben ausgestattet. Das "Stein"-Mauerwerk wird oft mit Eisenblech imitiert. Viele Fenster sind renovierungsbedürftig.
===Aberglaube und Kriminalität===
Laut Statistik glauben 90% aller Isländer an Elfen, Trollen, usw. Vielleicht lässt sich die niedrige Kriminalitätsrate dadurch erklären, dass Isländer das Abhandenkommen ihrer Eigentümer immer dem Schabernack die Trolle zuordnen. Auch gibt es Fachleute für Elfenkunde...
===Natur===
Auffällig ist bereits am Flughafen Islands die saubere Luft. Bäume wurden aber in der Vergangenheit auf dem einst zu 30% bewaldeten Island fast ausgerottet. Jetzt vorhandene Wäldchen stammen fast ausschließlich aus Anpflanzungen. Es gibt dagegen viele, schöne Blüten, insbes. z.B. Sumpfdotterblumen in Feuchtgebieten. Die blauweiße Alaskalupine sieht schön aus, wurde aber als Bodenschutz ausgesät. Mittlerweile dringen die Samen in die Naturschutzgebiete, verdrängen dort die heimische Flora und müssen jetzt bekämpft werden. Östlich von Vik gibt es große Felder mit Alaskalupinen.
Die alte Lava ist oft mit Moos, die Sandgebiete sind mit Erika oder Heidelbeeren bedeckt.
Als Pferde sind in Island nur reinrassige Islandpferde zugelassen. Die schönen und gutmütigen Tiere beherrschen spezielle, bequeme Gangarten.
In Juni 2008 sind zwei Eisbären von Grönland nach Island geschwommen und mussten leider getötet werden, obwohl man beim zweiten Eisbär sogar einen Spezialisten mit Betäubungsgewehr aus Dänemark eingeflogen hatte.
Es gibt im Tal bei Dalvik nur Rundwanderwege ab 40 km Länge! Das ist für viele Wanderer zu lang.
In den Naturparks (sogar am sehr abgelegenen Dettifoss!) sind in der Regel saubere Toiletten mit funktionierender Technik (Licht, Heizung, Spülung, Waschbecken, Klopapier, Papierhandtücher, manchmal auch Hilfsmittel für Behinderte auf einer speziellen, großen Toilette) vorhanden.
Wir haben mehrmals Vogelangriffe erlebt und gesehen. Wer unbeabsichtigt einem Vogelnest zu nahe kommt, wird mit Geschrei und Scheinangriffen bis zu tätlichen Angriffen verfolgt. Große Vögel (insbesondere die große Raubmöwe "Skua") haben uns am menschenleeren und einsamen Strand bei Vik zu 4-5 Vögeln angegriffen, indem sie aus der Sonne heraus mit ihrer riesigen Spannweite auf den Kopf zufliegen und erst in letzter Sekunde abdrehen. Kleinere Vögel sind sehr mutig und setzen ihren Kot sehr effektiv als Chemiebombe ein. Sie sind in der Lage diese Waffe sehr wirksam einzusetzen!
===Internetanschluss===
Man kann an vielen Stellen seine Internetmails lesen. In einigen öffentlichen Gebäuden ist das kostenlos, u.a. im Freibad in Dalvik, in einem Einkaufsladen am Reykjaviker Hafen und in einer Bank in Akureyri.
===Strassen===
Manche Strassen sind gelegentlich schlecht bis sehr schlecht. Strasse 52 als Abkürzung von Thingvellir nach Norden (Hvita) war am 15.6. für normale PKW ungeeignet, obwohl diese Strasse offiziell als normal befahrbare Schotterpiste gilt. Das Problem sind nicht sosehr die geschotterte Fahrstreifen, aber die Steinhügeln dazwischen. Falls die Steine das Bodenblech berühren, kann die Unterseite des Autos beschädigt werden. Man sollte in solchen Fällen mit einem Rad auf dem dazwischen liegenden Hügel fahren. Ein (immer sehr teueres) Geländefahrzeug lohnt sich nicht immer. In 2008 waren viele Hochlandstrecken wg. den Schneeschichten bis Mitte Juli einfach gesperrt. Der Straßenzustand kann sich auch von Jahr zu Jahr ändern. Flussdurchquerungen können sich sogar stündlich ändern und sind immer ein Risiko.
===Hotels und Gaststätten===
Hotelzimmer sind auf Island sehr teuer. Für ein Standardzimmer ohne Komfort wird 30.000 ISK (250 Euro) pro Nacht verlangt.
Wie die Unterkunft ist das Essen in Island recht teuer. Falls in einem Restaurant Kerzen brennen, sollten Sie zuvor lieber Ihre Finanzreserven überprüfen.
Ein einfaches Essen (Pizza) kostet in normalen Gaststätten bereits 2000 ISK (17 Euro), ein normales Essen etwa 3000 bis 4000 ISK (34 Euro).
Walfleisch soll eine Delikatesse sein, schmeckt aber in etwa wie Leber und ist nicht jedermanns Sache. Richtig teuer sind Restaurants ohne Speisekarte, z.B. das Hotel-Restaurant Skogas, wobei wir nach den Mini-Portionen bei einem Abendessen für 4000 ISK (34 Euro) immer noch Magenknurren verspürten.
Andererseits kann man in Island beim Essen auch sparen. In Island sind Trinkgelder nämlich unüblich. Auch kann man als Getränk sehr gut das ausgezeichnete und kostenlose Islandwasser zum Essen genießen. Falls die Reisekasse allzu knapp wird, wechselt man in die günstigeren Tankstellengaststätten oder kocht im Notfall selbst. Das Personal in Hotels und Restaurants stammt in der Regel aus dem Ausland (Finnland, Österreich, Tschechien) und arbeitet als oft schlecht ausgebildete Aushilfe in der kurzen isländischen Hochsaison.
===Getränke===
Das beste Getränk in Island ist das kostenlose Wasser. Zudem gibt es natürlich auch alkoholfreie Getränke (Softdrinks) in allen Varianten.
Normales 5%-Bier (700 ISK für 0,5 Ltr.) und Wein sind recht teuer. Es gibt jedoch ein "Pilsner" mit 2,5% der als "Softdrink" gilt und nur 300 ISK für 0,5Ltr. kostet. Zu guter letzt soll es auch noch den hochprozentigen "Brennivin" geben.
===Spritpreise===
In den zwei Wochen haben wir auf Island etwa 3600 km mit dem PKW gefahren (und zusätzlich etwa 200 km auf Bus-Fahrten).
Die isländischen Benzinpreise sind mit 168-174 ISK mit den deutschen Spritpreisen vergleichbar. Während der Urlaubsreise konnten wir an den Tankstellen einen Anstieg der Preise beobachten: von 168 ISK am 14.6 bis auf 174 ISK am 24.6. An der Tankstelle in Selfoss registrierten wir sogar einen (automatisch ausgelösten) Anstieg während des Tankvorgangs. Für einen Juristen ist es vielleicht reizvoll zu klären, ob man nun das Benzin zum Preis am Anfang des Tankvorgangs oder erst zum Endpreis gekauft hat ;-)).
===Tankstellen===
An fast jeder Tankstelle kann man kostenlos sein Auto abbürsten und waschen. Für eine Mazda 3 ist das wichtig, da man bei einem staubigen Fahrzeug die Heckklappe nur öffnen kann, indem man mit den Fingern in den Staub greift. Außerdem waren die Scheibenwischer am Ende ihrer Betriebszeit angekommen und musste man die Frontscheibe gelegentlich gründlicher reinigen.
Einige Tankstellen (u.a. BP) führen für eine Tankstelle mit "Full-Service" Bedienung einen extra hohen Preis. Da sollte man lieber nicht selbst tanken. Andere Tankstellenautomaten ohne Komfort (d.h. keine Einkaufsmöglichkeiten, keine Gaststätte, keine Toilette, keine Abbürstanlage und oft nicht einmal ein Dach) haben einen etwas günstigeren Preis. In Island sind die Einkaufsmöglichkeiten, Toiletten und Gaststätten an den Tankstellen elementar wichtig und oft die letzte Rettung. Hier kann man jederzeit auf den manchmal langen, unbesiedelten Strecken der Ringstrasse Brötchen und Getränke kaufen.
===Mietwagen===
Der Mietwagen (Mazda 3 der Fa. Sixt) hat sich gut bewährt. Fa. Sixt hatte die Macken am Fahrzeug mit lustigen Aufklebern einzeln markiert.
Die Fahrzeugversicherung sah einige Hundert Euro Selbstbeteiligung vor. Unterwegs auf Island muss man immer mit Steinschlag rechnen. Wir haben auf 3600 km einige Steine gegen unsere Windschutzscheibe registriert. Es ist mir unklar, wie die Versicherung mit einem Scheibenbruch umgehen würde...
Der Mazda 3 ist für drei Personen mit Wandergepäck geeignet. Ab 4 Personen kann der Kofferraum zu klein sein.
===Kreditkarten===
In Island kann man fast alles mit der Kreditkarte bezahlen. Benzin wird jedoch oft (insbesondere an einsamen Ecken) an Automaten angeboten, die nur Kreditkarten mit einer PIN-Nummer akzeptieren. Kreditkarten mit PIN-Nummer sind in Deutschland jedoch selten. Manche Bankfachleute wissen nicht einmal, dass man ohne PIN im umliegenden Ausland (u.a. in Frankreich, Niederlande) mit Kreditkarten bald gar nicht mehr bezahlen kann. Auf diesem Gebiet ist Deutschland noch Entwicklungsland. Mein VISA-Betreuer hat mir geschrieben, dass in Deutschland zuerst alle Lesegeräte ausgetauscht werden müssten, hat sich aber geweigert mir eine Visa-Karte mit Chip und PIN-Nummer zur Verfügung zu stellen. Diesen Vertrag der Firma Airplus lasse ich nun deshalb auch auslaufen.
Unangenehm beim Tanken ist, dass man vor dem Tanken festlegen muss wie viel Geld man abbuchen möchte. Falls Sie dann als Kunde zuviel wählen (z.B. 5000 ISK, d.h. 42,50 Euro), aber nur für 3500 ISK Sprit hineinpasst, ist der Rest 1500 ISK (12,75 Euro) verloren. Sie haben jetzt Geld gespendet und erhalten nicht einmal eine Spendenquittung!
Besonders unangenehm ist die Endabrechnung, wenn Sie am Flughafen ihren Tank am einzigen Tankautomaten (unmittelbar neben dem Sixt-Gebäude) nochmals auffüllen müssen. Die Automaten erlauben nur Bezahlungsschritte von 1000 ISK. Dann sollten Sie ihre Benzinuhranzeige rechtzeitig während der Urlaubsfahrt bereits geeicht haben. Für meine Mazda3 entsprach eine Halbfüllung genau 4000 ISK und das hat am Flughafen auch genau gepasst.
Die Kosten für den Einsatz der Kreditkarte im Ausland im Ausland sind übrigens unterschiedlich. Für meine kostenlose Firmenkarten verlangt die Firma Airplus 1,5% Auslandsgebühr, während eine zweite Karte (Mastercard von der Volksbank) nur 1% Auslandsgebühr in Rechnung stellt. Da es bei einer Islandreise recht hohe Beträge betrifft haben wir natürlich fast alles mit der preiswerteren Mastercard bezahlt, die auch mit PIN-Chip versehen war.
===Arztbesuch===
Für einen Arztbesuch in Vik bezahlten wir für ein 30-Minutenkonsult mit einem (Englisch sprechenden) Arzt nach Vorlage einer deutschen TKK-Krankenkassenkarte den äußerst günstigen Preis von 1000 ISK (8,50 Euro) und zusätzlich 5000 ISK für Medikamente. Die Medikamente wurden sofort aus einem hauseigenen Bestand geliefert. Der Arzt rief uns nach der Heimreise sogar nochmals für einen beratenden Hinweis an. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
-
-
-
Mondlicht1957, 02.07.2008, 19:00 Uhr
Bewertung: besonders wertvoll
Sehr hilfreich und liebe Grüsse von mir
-
-
-
Informationen
Die Erfahrungsberichte in den einzelnen Kategorien stellen keine Meinungsäußerung der Yopi GmbH dar, sondern geben ausschließlich die Ansicht des jeweiligen Verfassers wieder. Beachten Sie weiter, dass bei Medikamenten außerdem gilt: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Bewerten / Kommentar schreiben