Pro:
- erstklassige Besetzung
- tolle Filmmusik
- ruhiger Geschichtsfluss
- raffinierte Story
- etwas Tiefgang
- etc.
Kontra:
- manchmal zu 'glatt'
Empfehlung:
Ja
Quentin Tarantinos 1997 erschienener Film ‘Jackie Brown‘ sollte in keiner gut sortierten Filmsammlung fehlen. Es ist ein ruhiger und unsentimentaler Film, der neben dem eigentlich Coup die unorthodoxe Romanze zweier ins Alter gekommener Personen erzählt, die sich dafür entscheiden bzw. gezwungen sind, ihr Leben zu verändern ohne sich selbst verändern zu können.
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Die wichtigsten Daten zum Film
Originaltitel: Jackie Brown
Erscheinungsjahr: 1997
Spielfilmlänge: 148 Minuten
Regie: Quentin Tarantino
Buch: Elmore Leonard
Drehbuch: Quentin Tarantino
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Die Schauspieler
Pam Grier: Jacqueline „Jackie“ Brown
Samuel L. Jackson: Ordell Robbie
Robert Forster: Max Cherry
Bridget Fonda: Melanie Ralston
Michael Keaton: Ray Nicolette
Robert De Niro: Louis Gara
Michael Bowen: Mark Dargus
Chris Tucker: Beaumont Livingston
Lisa Gay Hamilton: Sheronda
Thomas Lister junior: Winston
Sid Haig: Richter
Denise Crosby: Staatliche Verteidigerin
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Die Handlung des Films
Jaqueline ‘Jackie‘ Brown ist eine 44 Jahre alte Stewardess für eine kleine mexikanische Airline, die für den Waffenschieber Ordell Robbie arbeitet, indem sie ihm bei Geldwäschegeschäften hilft. Sie ist bereits 44 Jahre alt und weiß, dass ihre besten Tage bereits vorbei sind.
Zu Beginn des Films wird Jackie mit 50.000 Dollar Schwarzgeld und ein Päckchen Drogen am Flughafen verhaftet. Da sie das Angebot zur Kooperation mit der Polizei in Person von Ray Nicolette und Mark Dargus ablehnt, kommt sie in Untersuchungshaft.
Der Geldwäscher Ordell engagiert den Kautionsagent Max Cherry, der Jackie aus dem Gefängnis frei kaufen soll. Doch das wahre Ziel des ‘bad guys‘ ist, Jackie, wenn sie wieder auf freien Fuß ist, um die Ecke zu bringen, damit sie nicht reden kann und er nicht auffliegt. Dies geschah bereits mit dem Handlanger von Ordell, Beaumont Livingston, den Max auf Anordnung von Ordell per Kaution aus der Untersuchungshaft holte und der daraufhin von Ordell erschossen wurde.
Max warnt somit Jackie Brown, die sich allerdings ihrer Lage sehr bewusst ist und die Absichten Ordells erahnt. Am Abend ihrer Entlassung sucht Ordell Jackie auf, um sie umzubringen, doch Jackie dreht den Spieß um und kann Ordell davon überzeugen, dass sie nicht ‘singen‘ und weiter für ihn arbeiten wird.
Insgeheim, so scheint es, hat sie selbst längst andere Pläne geschmiedet. Sie fühlt wohl, dass sie zwischen die Fronten geraten ist und arbeitet daran, der Polizei und dem Verbrecher aus dem Weg zu gehen und sucht nach der Möglichkeit, selbst ein besseres Leben zu führen als das einer Marionette oder einer Kronzeugin. Der Ausweg führt über Max, der ihre selbstbewusste, ruhige Art sehr sympathisch findet.
Showdown! Bei dem nun folgenden entscheidenden Coup sind drei Parteien im Spiel, die jeweils ein anderes Ziel verfolgen.
Die Polizisten Mark und Ray bereiten in einem Einkaufzentrum eine Falle vor, die zur Festnahme von Ordell führen soll. Ordell versucht, das Schwarzgeld vor der Festnahme mit Hilfe seiner Komplizen abzuzweigen. Jackie will mit Max Unterstützung beide Seiten täuschen, um das Geld, eine halbe Million Dollar, selbst einzustreichen.
Jackie übergibt im Einkaufzentrum nur 50.000 Dollar anstatt der vereinbarten $500.000, den Rest lässt sie in einer Umkleidekabine, damit Max sie holen kann. Sie informiert den Polizisten Ray, dass die Komplizen von Ordell geflüchtet seien.
Melanie, die mit Louis das Geld abgeholt hat, wird von Louis auf dem Parkplatz vor dem Einkaufzentrum erschossen, weil sie ihn genervt und beleidigt hat. Louis wird wiederrum von Ordell beseitigt als klar ist, dass viel zu wenig Geld übergeben worden ist.
Als Ordell Jackie und Max aufsucht, um das restliche Geld zu holen, wird dieser von dem Polizisten Ray erschossen.
Für die Polizei ist der Fall damit erledigt. Sie ahnt nicht, dass es um eine größere Summe als 50.000 Dollar ging und legt den Fall ad Acta. Der Film endet am Flughafen, denn Jackie fliegt nach Spanien, wo sie ihr restliches Leben verbringen möchte. Das Angebot an Max, mit ihr zu kommen, lehnt er allerdings ab.
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Meine Meinung
‘Jackie Brown‘ ist eine sehenswerter Filmklassiker im Heist-Genre. Mir gefällt, dass der Film ohne wilde Aktion-Szenen, allzu blutige Darstellungen oder einer völlig abgehobenen Geschichte auskommt. Durchaus humorvoll wird eine einfache, aber intelligent verschachtelte Geschichte erzählt, die – auch ohne kitschiges Happy-End – selbstbewusste Charaktere zeigt, die ihr Leben ändern können bzw. das Gute in sich entfalten und zueinander finden ohne zusammen zu sein.
Jackie ist gezwungen, ihr Leben zu verändern und gerät in eine Bredouille. Doch anstatt sich aufzugeben, versucht sie die Anderen, sie sie ausnutzen bzw. ausnutzen wollen, ins Leere laufen zu lassen und – Pathos hin oder her – es gelingt ihr. Sie schafft den Absprung, hat eine saubere Weste und kann sich ein neues Leben entwerfen.
Max ist bezaubert von der charmanten und intelligenten Frau, doch fühlt, dass er nicht in der Lage ist, mit ihr zu gehen. Er ist ein Ritter des Guten, aber kein Typ, der sich noch groß verändern kann.
Der Film ist wirklich sehenswert. Ruhig abgespulte interessante Geschichte, überzeugend gespielte Charaktere, tolle Filmmusik und sogar etwas Tiefgang.
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Mein Fazit
Ich frage mich, warum ich nicht die volle Punktzahl vergeben sollte. Der Film hätte es verdient. Doch ich muss sagen, dass es nur ein sehr guter Film ist, der aber nicht zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zählt. Sicher, Story, Schauspieler, Musik etc. sind hervorragend - der Film ist mir nach nunmehr 13 Jahren in sehr guter Erinnerung geblieben und steht in meiner DVD-Sammlung, aber irgendwie ist vielleicht auch alles zu glatt an ‘Jackie Brown‘.
Zwar ist keine reine schwarz-weiß-Trennung der Figuren gegeben, aber es ist trotzdem von Beginn an klar, wer gut und wer böse ist. Die Unterbrechung des easy going der Handlung wird eigentlich nur von den drei Morden am Ende unterbrochen. Dabei hat der Mord von Louis an Melanie etwas Irrationales, etwas, was man nicht gleich versteht. Genau diese Momente hätten dem Film gut getan. In Max Entscheidung nicht mit Jackie zu gehen, liegt eine kleine – rein schematische - Parallele dazu vor. Der Rest ist gut gestylt und aufeinander abgestimmt.
Es bleibt also dabei: sehenswerter, sehr guter Film, den ich weiter empfehlen kann, aber keine Höchstbewertung. weiterlesen schließen
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