Pro:
Freude & Leben in der Wohnung!
Kontra:
Vögel im Käfig! Pfelgeintensiver als man denkt
Empfehlung:
Ja
„Mein Kleiner Freund!“
oder
„Ich hab `nen Vogel!“
Also eins steht fest, ich mag Tiere und hab sie gern um mich rum.
So gehört in meinen nächsten Dunstkreis ein Hund, eine Katze, 3 Wasserschildkröten, etliche Kois und 5 Landschildkröten.
Das ist alles kein Problem für mich.
Was ich nicht mag sind Tier die durch die Luft fliegen und schon gar nicht Vögel.
Zumindest dachte ich das bis vor einigen Wochen.....
INHALT:
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1. Einleitung – Wie ich auf den Vogel kam
2. Wer sollte Kanarien halten?
3. Wo kommen Kanarien her?
4. Welche Arten gibt es?
5. Wie sollte der Vogel untergebracht sein?
6. Käfig-Einrichtung!
7. Hunger hat er auch!
8. Gesundheit und Pflege!
9. „Bernd der Adler“ & Ich
EINLEITUNG:
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Vor einigen Wochen kam es abends knüppeldick. Gegen 23 Uhr bekam ich einen Anruf aus dem Altenheim, indem eine gute Freundin meiner Oma lebte. Da Sie keine Verwandten mehr hat, bin ich der Ansprechpartner, wenn es um ihre Belange geht.
Mir wurde am Telefon mitgeteilt, dass sich ihre Alterdemenz so verstärkt hätte, dass der diensthabende Arzt sie umgehend (man merke sich es war 23 Uhr!) in eine geschlossen Psychiatrie einliefern wolle, da sie eine Gefahr für sich und andere wäre.
Kurz musste ich stutzen:
Ein Obdachloser der im Winter unter Brücken liegt oder betrunken über eine Straße taumelt, kann ja gut und gerne eine Gefahr sein ....aber eine 91jährige alte Dame?! Naja, der Arzt hatte gesprochen und es ging darum die Einweisung zu verhindern.
Dies konnte ich einleiten und sie noch an diesem Abend in ein neues Heim bringen, welches sich mit Demenzkranken auskannte und wo sie nun betreut wird.
Dazu möchte ich noch kurz anmerken, dass ein kritischer Bericht zu den Machenschaften in diesem erstem Heim folgen wird.
Sie lebte allerdings nicht alleine, sondern hatte noch einen 5jährigen Kanarievogel.
In dem neuem Heim durfte dieser nicht mit einziehen! Äußerst ärgerlich!
Also stand ich an dieser Nacht vor dem Käfig und mich schaute ein kleiner, verängstigter Vogel an!
Hey...klarer Fall dachte ich!
„Du bist ein Vogel! Ich kann keine Vögel leiden!
Also ab ins Tierheim mit dir!“
Leider geschah etwas was der kleine nicht hätte machen sollen!
Er antwortet darauf mit „Piep“ und schaute mich mit seinen kleinen, stecknadelkopfgroßen schwarzen Augen an.
Ok, ich gebe es zu!
Sein Argument war gekonnt gewählt; ich interpretierte es als „Piep, piep , piep ich hab dich lieb!“ und schon war ich Wachs in seinen Krallen!
Ja ihr denkt richtig ....er sitzt gerade hinter mir im Käfig und wurde auf den Namen „Bernd der Adler“ getauft
Tierheim ade – ihr bekommt ihn nicht! Nie!
WER SOLLTE KANARIEN HALTEN?
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Ganz offen gesagt finde ich, dass Vögel nicht unbedingt geeignete Haustiere sind, da man sie kaum artgerecht halten kann. Man muss ja nur mal im Garten Vögel beobachten – klar leicht zu sehen, wer wild durch die Lüfte fliegen kann gehört nicht in einen Käfig!
Aber es gibt unendlich viele Vögle und vor allem Zuchtvögel, welche nicht in der Fauna vorkommen, die in Tierheimen sitzen und für die ein angemessene Haltung in guten Händen nur besser sein kann.
Man sagt allgemein, dass Kanarienvögel gute Gesellen für Kinder ab 14 Jahren sind und wie ich ja selber beobachten konnte, gut geeignet sind für ältere Herrschaften, die sich aus Altersgründen um einen Hund & Co. nicht mehr kümmern können.
Sie bringen einfach wieder Leben in die Hütte!
Wie ich allerdings seit einer Woche weiß, bringen sie auch gerne mal morgens um 7 Uhr Leben in die Hütte!
Also „Piep“ kann er in sämtlichen Dialekten, Betonungen und Lautsärken!
WO KOMMEN KANARIEN HER?
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Wie der Name ja schon sagt, kommen sie genau daher, wo wir uns gerne im Urlaub tummeln - also von den Kanaren (Spanien).
Sind aber auch auf Madeira und den Azoren verbreitet.
Allerdings lebt dort nur die ursprüngliche Wildform, die eher einem Spatz ähnelt.
Sie leben dort in großen Schwärmen und in der Brutzeit paarweise.
WELCHE ARTEN GIBT ES?
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Schon vor über 500 Jahren hat sich der Mensch diese kleine Gesellen als Haustiere angeeignet und hat mit der Zucht begonnen. Alle Arten aufzuzählen würde schwer fallen, da es durch die Zucht mittlerweile weit über 300 Varianten des Kanarienvogels gibt.
Hauptsächlich kann man sie in zwei Gruppen einteilen.
Einerseits gibt es Vögel die auf Gesang und erst in zweiter Hinsicht auf Aussehen gezüchtet werden. Die Zweite Gruppe sind die Rassen, die ausschließlich auf Aussehen gezüchtet werden. Sobald der Mensch mit so was anfängt wird es ja leider immer pervers – man denke an Hunde die so groß sind wie Ratten und Katzen die keine Luft mehr durch die Nase bekommen, da diese wie vor die Wand gelaufen aussieht. Ähnlich verhält es sich bei den Kanarien – es gibt schreckliche Züchtungen wovon einige sogar flugunfähig sind.
Zum Glück gehört „Bernd der Adler“ zur ersten Gruppe, er ist zwar leicht orange/gelb und nicht der klassische gelbe Kanarienvogel, aber er ist eindeutig ein Gesangskünstler.
Es singen allerdings nur die Männchen – ihr wisst ja Balz usw. ...Angeber halt. ;-)
WIE SOLLTE DER VOGEL UNTERGEBRACHT SEIN?
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Wie ich ja schon sagte: Man kann sie kaum artgerecht halten, aber sicher angemessen!
Der Käfig sollte also möglichst groß sein – man spricht häufig von folgender Mindestmaßen für 2 Vögel: 80cm breit, 50cm tief und 50cm hoch.
Wie gesagt Mindestmaße – also bitte nicht sparen und lieber einen größeren Käfig kaufen und im bestem Fall eine schön Voliere!
Zur Käfigeinrichtung mehr unter dem nächstem Punkt.
Ich habe die Maße extra für 2 Vögel angegeben, denn man sollte mindesten 2 Vögel halten. Zwar interessiert er sich auch für den Menschen und schaut ihm gerne aufmerksam bei allem zu, was er macht – aber richtig glücklich sind sie nur untereinander. Wichtig ist dabei, dass man nie 2 Männchen zusammen halten solle aber gerne ein Männchen und mehrere Weibchen.
Aufräumen sollte man hier unbedingt mit zwei Vorurteilen:
Erstens: Sie werden sehr wohl auch dann handzahm und zutraulich, wenn sie in Gruppen gehalten werden!
Zweitens: Sie singen auch, wenn sie in Gruppen gehalten werden! Sogar eher mehr, da das Männchen mit dem Gesang um die Gunst der Weibchen buhlt!
Wenn man einen Neuankömmling ca. 1 bis 2 Wochen im Käfig hatte und er sich an die Umgebung gewöhnt hat, dann sollte man ihn tägliche Flüge in der Wohnung anbieten!
Dafür einfach die Tür des Käfigs öffnen, bis er alleine und freiwillig raus kommt und seine Rundflüge startet. Niemals sollte man ihn dazu zwingen, auch sollte man ihn nicht einfangen und zurück in den Käfig setzte – er sollte alleine zurückkommen! Das kann sehr lange dauern, aber wenn er Hunger bekommt, dann sucht er sein Heim wieder auf. Da das schon mal sehr lange dauern kann, sollten genügend Sitzstangen und andere gute Landeplätze im Zimmer eingerichtet sein. Wichtig ist gefährliche Gegenstände zu entferne. Beispielweise wassergefüllte Gefäße, Gegenstände die bei einer Landung umfallen würden, giftige Pflanzen und auch immer schön drauf achten, dass die Herdplatten kalt sind – sollte sich die Küche in der Nähe befinden. Tägliche Freiflüge sind wichtig für die Muskulatur und halten den Vogel gesund.
Der Käfig sollte nicht in der Nähe von Fenstern, Musikanlagen und Fernsehgeräten stehen, da diese Vögel Temperaturschwankungen nicht gut vertragen und sehr Lärmempfindlich sind
KÄFIG-EINRICHTUNG.
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Im Käfig sollten möglichst Naturholzstangen in verschiedenen Stärken angebracht sein.
Dies verhindert Sitzschwielen an den Füßen und sorg für eine gute Muskulatur. Außerdem nutzen sich die Krallen an der Rinde gut ab und man muss diese nicht schneiden.
Die Stangen sollen nur an einer Käfigseite befestigt sein und nur halb in den Käfig ragen, dadurch ergibt sich mehr Flugraum und die Äste geben wie in der Natur leicht nach, wenn der Vogel drauf landet. Dieses Nachgeben stärkt ebenso wie eine Vogelschaukel für einen guten Gleichgewichtssinn.
Auf Spielzeug, wie Glöckchen usw., sollte verzichtet werden und vor allem auf Spiegel – diese sorgen eher für Verhaltensstörungen! Er beobachte zum Zeitvertreib lieber seinen Pfleger (manchmal weiß ich gar nicht wer hier wen beobachtet) oder beschäftigt sich mit eventuellen andern Vögeln.
Fress- und Wassernäpfe sollten so angebacht sein, dass Sie nicht durch Kot verunreinigt werden könne – gute Varianten sind Näpfe die Außen angebracht werden könne.
Des weiteren ist ein Badehäuschen wichtig, da er gerne Badet und aus dem Häuschen trinkt – daher sollte das Wasser täglich gewechselt werden – hierfür eignet sich besonders abgestandenen Leitungswasser.
Auch darf eine Decke nicht fehlen, mit der man den Käfig abends abdunkeln kann, damit der Vogel eine ruhige und dunkle Nachtruhe von mindesten 9 Stunden einhalten kann.
HUNGER HAT ER AUCH:
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Wie die meisten Vögel mag der Kanarienvogel sehr gern Körner. Gute Körnermischungen für diese Art sind im Fachhandel zu bekommen – dort ist weitgehend alles drin, was er an Körnern mag, aber es sollte auch weiter Sachen angeboten bekommen.
Neben dem Körnerfutter in den Näpfen sollte man Kolbenhirse und Körnerstangen anbringen.
Wichtig ist aber auch die tägliche Gabe von Frischfutter. Dazu gehört ungespritzter Salat, Löwenzahn, Vogelmiere und Keimlinge (im Fachhandel erhältlich).
Auch Obst und Gemüse wird gerne genommen – hier vor allem Apfelstücke, Möhren und Birnen. Gerade Möhren sorgen bei den orangefarbenen Arten für eine schöne Färbung und man kann auf teure und unsinniges Farbfutter verzichten.
Wichtig für diese Vogelart ist Margengit, dies sind kleine Steinchen die bei der Verdauung helfen. Bei guten Vogelsand für den Bodengrund ist dies bereits enthalten – allerdings sollte man es auch in Futternäpfen anbieten, da dies nicht eingekotet werden.
Magengrit gibt es auch mit wichtigen Mineralien und Vitaminen, wodurch eine zusätzliche Gabe von Mineralien entfallen kann. Im Käfig sollen auch Kalksteine oder Sepiaschalen angebracht sein.
Auf Wasser bin ich ja bereits eingegangen, es sollte täglich gewechselt werden und gelegentlich mit Vitaminpräparaten angereichert sein.
In der Mauser, dem Federwechsel, sollte man spezielles Mauserfutter anbieten. Es hilft dem Vogel in dieser stressigen Zeit, die ca. dreimal im Jahr vorkommt.
GESUNDHEIT UND PFLEGE:
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In den einzelnen Passagen floss bereits ein, wie der Vogel gesund gehalten wird.
Einen gesunden Kanarienvogel erkennt man an klaren Augen, die nicht tränen dürfen und auch die Nasenlöcher sollten trocken sein.
Das Federkleid sollte dicht anliegen und den Körper ganz bedecken, darüber hinaus muss es sauber sein – ein gesunder Vogel sorgt selber dafür und auch dass Federkleid am Vogelpopo darf nicht mit Kot verschmutzt sein.
Spezielles Augenmerk sollte man den kleinen Krallen widmen. Diese dürfen nicht zu lang sein, dies hindert ihn sehr in seiner Bewegung und kann Schwielen an den Füßen verursachen.
Da „Bernd der Adler“ leider bisher auf Plastikstangen saß waren seine Krallen sehr lang und nicht abgenutzt. Ich habe mir vor Jahren von einem Tierarzt zeigen lassen, wie man die Krallen mit einer speziellen Zange schneidet und konnte es daher selber machen. ACHTUNG: Man sollte sich dies unbedingt vom Fachmann zeigen lassen und wenn man unsicher ist es lieber vom Tierarzt machen lassen, da der Vogel leicht verbluten kann, wenn man eine Ader trifft!
Wenn man aber auf gute Sitzstangen achtet, dann wird man kaum in die Verlegenheit kommen, dem Vogel diese Prozedur antun zu müssen.
Ein gesunder Vogel wird auch über den ganzen Tag guten Hunger zeigen und weder nur ruhig auf einer Stange sitzen noch allzu hektisch im Käfig umher irren.
Sollte ein Kanarienvogel nicht gesund wirken, dann sollte man schleunigst mit ihm zum Tierarzt! Wem dies zu teuer ist oder wer denkt „es ist ja nur ein Vogel“ für den gibt es nur eine Möglichkeit: Einfach keinen Vogel halten!
„BERND DER ADLER“ & ICH:
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Wie gesagt, der Kleine hatte mich schnell rum und teilt sich nun meine Studentenwohnung mit mir. Seit dem find ich Vögel gar nicht mehr langweilig. Sobald der Kleine sich hier etwas mehr eingewöhnt hat bekommt er eine kleine Voliere und ich werde ihm noch eine Kanariendame aus dem Tierheim holen, damit er auch Gesellschaft hat, wenn ich mal nicht da bin – außerdem gebe ich eine schlechte Kanariendame ab und kann diese sicher nicht ersetzen.
Klar es bedurfte etwas Zeit und Mühe, aber mittlerweile hat er mich im Griff. ;-)
Ich hoffe ich konnte jedem etwas helfen, der sich überlegt einen Kanarienvogel anzuschaffen (oder schon einen hat) und konnte in paar wichtige Tipps geben. weiterlesen schließen
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