Pro:
Schöne Idee für einen Sommerkuchen
Kontra:
Nachgeschmackt nach klebriger Sahne
Empfehlung:
Ja
Hey Leute, ihr müsst das jetzt einfach mal überstehen, denn ich werde jetzt singen:
„Hätt’ ich dich heut’ erwartet, hätt’ ich Kuchen gemacht, Kuchen gemacht ....“
OK OK ... ich hör ja schon auf ;-)
Aber wenigstens habe ich jetzt eine Einleitung für meinen aktuellen Bericht .... JAA ich gebe es zu ......
[Das Problem]
Meine Oma war viele Jahre lang bekannt für ihre wundervolle Hausmannskost, doch wenn man 5 Mal die Woche für 9 Personen kochen muss, dann können die wenigsten mithalten – und so zählt dann letztendlich Quantität vor Qualität. Und ich gehöre dann immer zu den ersten Opfern die ihre neuen Kreationen testen müssen. Tütensuppen und Maggi-Knorr-Fix-Beutelchen gehören allerdings nicht dazu. Sie selber sagt immer „Das ist mir viel zu kompliziert“, dabei hat sie es noch nie ausprobiert.
[Das Wunder]
Und vor 2 Monaten dann die Überraschung: ein Kuchen der aus einer Backmischung stammt, da waren wir alle natürlich mächtig beeindruckt, denn schließlich war das Die Premiere. Und noch begeisterter waren wir, als wir den Kuchen kosteten, der war nämlich wirklich lecker. Und so gibt es bei uns nun mindst. einmal im Monat Pfirsichhügel-Kuchen ... und auch wenn wir ihn langsam nicht mehr sehen können – aber an eine andere Backmischung traut sich Ömchen nun mal noch leider nicht heran.
[Ich und das Wunder]
Und genau jetzt komme ich ins Spiel. Heute ist Sonntag und es sollte – natürlich, wie sollte es auch anders sein – Hügelkuchen geben. Und da Ömchen noch so viel zu tun, übernahm ich das mal für sie.
Und da stand ich also nun mit einer Packung ( Grundfläche DIN A5) in der Hand in der kleinen Küchen und lass mir die Rückseite erst einmal genau durch. AHA, da stand es klar und deutlich:
- erst den Boden mit Hilfe der Backmischung (215g) und 5 EL Wasser und einem Ei herstellen, 5 min schlagen und dann in eine Springform geben und backen (ungefähr 20 min bei 180 °C)
- Danach den Boden abkühlen lassen, denn Boden danach aushöhlen, sodass eine Art Kuhle entsteht (ungefähr ½ Zentimeter tief) und an den Seiten noch einen Rand lassen
- In die Vertiefung ungefähr eine Pfund Pfirsichspalten einordnen
- 600 g Schlagsahne zur Hälfte steif schlafen, dann die Mischung für den Belag(30g) unterrühren und fertig steif schlagen, dann noch die Fruchtzubereitung (80g) zugeben , umrühren und die ganze Sahne dann kuppelförmig über den mit Früchte belegten Boden geben und schön glatt streichen
- und zum Schluss die Gebäckreste vom Aushöhlen zerkrümeln und über die Sahne geben .. und dann ab in den Kühlschrank
[Praxis]
Klingt ja ehrlich gesagt ziemlich aufwendig: also erst einen Boden backen und dann noch den Belag. Aber da ich es ja schon geschafft hatte, einen Maulwurfskuchen einigermaßen hinzubekommen , werde ich das auch schaffen, da es hier ja keinen großen Unterschied gibt.
Also erst einmal der Boden:
Backmischung (weiß, sieht ziemlich wenig aus) mit Eier und Wasser verrühren. Schon nach einer halben Minute dachte ich, der Teig wäre schon fertig, aber wie hatte Ömchen zuvor noch gesagt: „Halte dich an die Anleitung“ und die besagt 5 Minuten. Und tatsächlich: nach 4 ½ Minuten wurde das Zeug richtig cremig und hat ziemlich süß geduftet – zu süß würde ich schon sagen. Der Geschmack erinnerte ganz stark an Baiserteig. Na dann ab in die Springform ( die vorher (!, nicht erst hinterher) einfetten und den Boden mit Backpapier auslegen) und schön glatt streichen. Dies hört sich zwar ziemlich einfach an, aber der Teig ist doch ziemlich zäh, meine Finger schon ganz klebrig ... und das Ergebnis auch nicht so toll. Aber irgendwie ging es schon, also ab in den Ofen.
Pause:
20 Minuten Pause in der der Teig bäckt. Zeit genug um mal kurz bei Yopi vorbeizuschauen und zu sehen, was das Internet denn von der Kathi-Mischung hält. Hier sind die meisten begeistert – kann ich eigentlich nur verstehen.
PIEP PIEP PIEP,
AHH der Boden ist fertig (nach 20 Minuten) – scheint aber doch noch etwas flüssig zu sein, also lieber noch 5 Minuten drin lassen. In der Zeit kann aber die Pfirsichdose geöffnet werden – und natürlich auch abtropfen und ggf. scheiden. Und dann den Boden endlich aus dem Ofen holen – bevor er verbrennt – und ein bisschen abkühlen lassen. Danach die Kruste abreisen und den oberen Teil des Bodens gleich mit. Das ganze riecht übrigens immer noch wie Baiser ( und die Kruste schmeckt auch so). Am Besten die Gebäckreste gleich zerbröseln, in der Zeit kann der Boden noch etwas auskühlen.
Belegen ...
.... ist so eine Sache. Im empfehle die Stückchen mit den langen Seiten nebeneinander zu legen, die eine Spitze „schaut“ nach Außen, die andere nach Innen. Für den Außenkreis braucht man immer die meisten Früchte, die restlichen werden dann möglichst gleichmäßig in der noch leeren Fläche verteilt. Sollte man noch Pfirsiche übrig haben ( was allerdings selten der Fall ist) am Besten gleich essen oder dann mit in den Sahnebelag geben.
Sahne schlagen
Man benötig also 600 g Schlagsahne, was 3 normalen Bechern entspricht. Die also in einer großen Schüssel steif schlafen. Aber Vorsicht, es spritzt gewaltig. Wenn die Sahne halb steif ist gibt man die Mischung für den Belag zu. Ihre Funktion habe ich allerdings noch nie ganz herausgefunden, wahrscheinlich soll sie als ein Art Sahnesteif oder Stützmittel dienen. Zum Schluss dann nun noch die Fruchtzubereitung unterrühren. Die erinnert ganz stark an Pfirsich-Maracuja-Marmelade, allerdings habe ich sie nicht gekostet, da ich irgendwie eine Abneigung gegen gelbe Konfitüre habe. Der fertige Belag schmeckt dann aber wirklich lecker, richtig erfrischend und nicht zu süß.
Der Belag ...
... wird dann nun über den Früchteboden gegeben. Am Besten klatscht man alles in die Mitte, wie beim Kleckerburgenbauen immer von oben herab, und verstreicht dann alles nach außen in: optimal wäre es dann, wenn das Ganze dann irgendwie kuppelförmig aussehen würde, aber wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm. Schließlich wird ja der Geschmack dadurch nicht verändert.
Krümelmonster habe das Nachsehen:
Denn der Rest des Bodens (denn wir ja vorhin schon zerkleinert haben), wird jetzt über die Sahne verteilt und angedrückt. Das kann dann ruhig wild aussehen, Hauptsache man sieht die beige Sahne nicht mehr. Und mit den restlichen Krümel??? Ach, da haben wir doch mal ein Einsehen und schenken sie dem Krümelmonster, dafür bekommt es dann aber auch kein Stück vom Kuchen.
Ab in den Kühlschrank ...
.... heißt es nun, denn schließlich wollen wir doch nicht, dass der Kuchen schlecht wird, schließlich ist ja ziemlich viel Sahne enthalten. Außerdem lässt er sich nur ganz schlecht scheiden wenn er nicht fest ist.
Geschmackstest...
Und wie schmeckt das Ganze nun???V on den früheren Hügelkuchenessen weiß man, dass die Stücken wirklich lecker sind: Nicht zu süß, sondern schön erfrischend. Außerdem macht es nicht so voll wie eine Buttercremetorte, man kann also ruhig noch ein Stückchen mehr essen .. oder 2 .. oder 3 – und ich nehme von dieser Möglichkeit gerne Gebrauch ... und nicht nur ich ....
[Epilog]
Ja doch, kann man wirklich ganz gut essen ... die Zubereitung hat sich auch als etwas einfacher erwiesen als ich eigentlich dachte. Im Endeffekt ein schöner Sommerkuchen der den meisten schmeckt, und für einen Preis von 2,45 Euro ( bei Netto) kann er allemal mit den hausmannsköstlichen Kuchen mithalten. Einen Punkt Abzug gibt es allerdings für den klebrigen Nachgeschmack ... denn man hat das dringende Bedürfnis noch etwas zu trinken ... und das will man ja gerade im Sommer vermeiden. weiterlesen schließen
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