Pro:
Geschmack, Größe der einzelnen Stücke
Kontra:
Zucker, Zucker, Zucker...
Empfehlung:
Ja
Ich hatte es bereits in meinem Bericht über die Salzigen Fische – äh – Heringe erwähnt – ich mag Lakritz. Von kleinauf begleitet mich dieses meist schwarze Zeug – und meine Milchzähne und auch Bestandteile meiner Backenzähne sind Opfer dieser klebrigen Masse geworden. Naja, und jetzt konnte ich schon wieder nicht vorbei gehen, als ich die Packung im Regal liegen sah...
Um was es geht? Die Katjes Kinder! Viele, viele Jahre kenne ich sie nun, und immer noch muss ich sie vernichten! Nein, es hat nichts, aber auch gar nichts mit Moorhuhnjagen zu tun...
Seit Jahrzehnten hat sich nichts wesentliches geändert, selbst die Packung wohl nur marginal. Sie ist rot. Dick und fett in weisser Schrift steht Katjes, etwas kleiner darunter Kinder drauf. Na, da weiss man doch, um was es geht! Kleine Katzen schauen einen an, ganz sympathisch. Unten steht noch, gelb unterlegt, dass es sich um „Hartlakritz – frei von Farbstoffzusatz“ handelt. Achja, nicht zu vergessen ein gelber Stern, in dem noch auf die Zusätze von Calcium und Eisen hingewiesen wird. In welcher Menge wird ein Blick auf die Inhaltsangabe zeigen...
Auf der Rückseite findet sich ein weiteres gelb unterlegte Feld, darin: „Dieses Produkt steht unter ständiger Kontrolle der Katjes Qualitätssicherung“. Für mich sollte dies eigentlich für einen Nahrungsmittelhersteller selbstverständlich sein. Dass dies so heraus gestellt wird (werden muss), finde ich eher befremdlich – zumindest aber schade.
Auf der Rückseite findet sich des weiteren die gesuchte Inhaltsangabe:
Modifizierte Stärke, Zucker, brauner Zuckersirup, Glukosesirup, Lakritz, Aromen, Trennmittel: Bienenwachs
Weiter die Nährwerte pro 100 g:
Brennwert: 343 kcal
Eiweiss: 1,5 g
Kohlenhydrate: 84 g
Fett: < 0,1 g
Calcium: 120 mg
Eisen: 5,6 mg
Man sieht: Zucker soweit das Auge reicht (oder auch: soviel die Zähne vertragen – oder noch mehr), und wirklich nur Spurenelemente von Calcium und Eisen. Aber immerhin. Auf der Packung steht: „Ein wesentlicher Bestandteil der Katjes Lakritzprodukte ist schwarzer Süßholzsaft (Lakritz), der aus den Wurzeln des Glabre-Strauches gewonnen wird.“ Nun ja, wesentlich ist ein dehnbarer Begriff. Ich würde hier bei den Katjes Kinder Zucker als wesentlichen Bestandteil sehen... Aber der Satz bezog sich ja auch nicht auf ein einzelnes Produkt , sondern auf alle von Katjes...
Okay, kommen wir aber nun zu den weniger trockenen Themen...
In der sehr leicht zu öffnenden Packung befinden sich 200 g Katjes Kinder. Wieviel Stück das sind, konnte ich nicht ermitteln. Jedesmal, wenn ich angefangen habe, sie zu zählen, war ein Katjes Kind verschwunden und ich musste neu anfangen... Irgendwann kam ich dann auf das Ergebnis 0 – aber das kann ja eigentlich nicht sein...
Die Katzen sind sitzend und zur Seite guckend dargestellt, bzw. die Lakritzkonfektflüssigkeit ist in eine solche Form gegossen (tja, hört sich fachmännisch an, oder?). Geschätzt ist ein solches Kind 1 cm hoch, 0,5 cm breit und genauso oder etwas weniger tief. Die Katjes Kinder wollten nicht gemessen werden und flutschen einfach immer wieder durch – Richtung Mund, sorry, ging einfach nicht!
Was ich schon als Menschenkind schade fand und, wie ich finde, immer noch wirklich beinahe traurig ist, dass die kleinen Katzen nicht senkrecht stehen, wenn man sie auf den Tisch hinstellt. Sie sind immer etwas nach vorne gebeugt und drohen umzufallen. Ansonsten würde es ein so schönes Bild machen, wenn man die vielen, vielen Katzen auf den Tisch aufstellt, eine Armee von Katzen, alle darauf wartend, verschlungen zu werden... Nein, so macht das aber keinen Spaß. Und jedes mal die Dinger mit brachialer Gewalt nach hinten biegen, damit sie aufrecht stehen (bzw. sitzen), das ist auch blöd – zumal die Katzen sich gerne wieder auf ihre ursprüngliche Position zurück ziehen (wie im wirklichen Leben eben...).
Aber eigentlich, seien wir mal ehrlich, gehören die Katzenkinder auch nicht auf den Tisch, sondern, ja genau, in den Mund! Herrlich, dieser Geschmack! Süß, aber nicht eklig süß. Nein, die Kinderchen schmecken nicht nur nach Zucker, obwohl sie fast nur aus solchem bestehen. Ein herrlicher Lakritzgeschmack macht sich breit. Das ist der Geschmack, den ich schon immer liebte! Intensiv, aber nicht beissend. Frei von in diesem Falle störenden weiteren Geschmacksrichtungen wie Salz oder Salmiak, kann sich hier der Lakritzgeschmack frei entfalten. Bei Zimmertemperatur ist´s meines Erachtens am besten – da sind die kleinen schwarzen Stücke nicht zu hart, dass sie brechen und kaum zerkaut werden können, aber auch nicht zu weich, dass sie gummiartig sind.
Die Katjes Kinder sind nicht leicht zu zerbeissen, aber es macht Spaß, auf ihnen rum zu kauen. Dabei bleiben natürlich Lakritz-typisch Teile an den Zähnen kleben. Wer da nicht für die geeignete Zahnpflege sorgt, erleidet das Schicksal, dass ich eingangs erwähnte... Das Kauen sorgt auch dafür, dass sich der Geschmack schön ausbreiten kann, lutschen ist nach meiner Erfahrung nicht ganz so erfolgversprechend – schon allein, weil man es nicht durchhält!
Ich mag die Katjes Kinder. Sie sind ideal, auch um sich ein wenig zu reglementieren. Ich habe stets nur ein einzelnes Kindchen im Mund. Niemals mehr als eins! Man kann ziemlich lange an einem Kindchen lutschen, der Geschmack ist so intensiv, dass man auch nicht sofort wieder neuen Schub geben muss. So hält eine Packung entschieden länger als z.B. die weichen Katzenpfötchen, die ratz-fatz weg sind...
Ich werde die Katjes Kinder sicherlich weiter futtern. Ich bin mir sicher, dass sie mich mein Leben lang begleiten werden. Ich kann nur hoffen, dass bis zu dem Tag, an dem es das Schicksal es will und meine Zähne den gewollten oder ungewollten Tod erleiden und statt dessen Fremdmaterial in Form von Dritten Zähnen mein Mundwerk „zieren“, auch entsprechende Haftcreme erfunden wird...
Übrigens: ich erstand die 200g-Packung für 85 Cent bei Kaisers, der Preis geht noch in Ordnung... Weil die Dinger wirklich ziemlich ungesund sind, bekommen nicht die Note 1. Man muss ja ehrlich sein... weiterlesen schließen
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