Pro:
die Spieler lernen Geschichte, die Fragen regen zum Nachdenken und Diskutieren an, schönes Design
Kontra:
komplizierter Spielablauf, zu schwierige Fragen, nur für Erwachsene und gerne Philosophierende geeignet, setzt einen zu hohen Wissensstandard voraus
Empfehlung:
Ja
Dann ist das Spiel vielleich was für euch. Das Buch „Sophies Welt“ habe ich schon vor sehr langer Zeit gelesen, und es hat mir sehr gefallen. Dann habe ich das Spiel mit dem gleichen Namen auf einem Flohmarkt entdeckt (für nur 2 Euro und fast noch neu) und war sehr neugierig, wie das ist.
Mittlerweile habe ich es ein paar Mal mit meiner Familie oder mit Freunden gespielt, aber jetzt liegt es nur noch herum.
Informationen zu: Sofies Welt:
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Spielerzahl: 2 - 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: etwa 60 Minuten
Autor: Ken Howard & Robert Hyde
Firma: Kosmos
Inhalt: 1 runder Spielplan, Würfel, 6 Sofie-Spielfiguren, 8 verschiedene Kartensätze mit insgesamt mehr als 700 Fragen, 36 Epochenmarker, Weisheitsspunkte in den Werten 10 und 50
Preis: etwa 32 Euro
Zum Spiel:
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Der Spielplan ist rund und soll Sofies Welt darstellen. In die Mitte wird die durchsichtige Kontrollscheibe gelegt . Drumherum findet man diverse Pfade, die in Felder mit unterschiedlichsten Symbolen unterteilt sind. Außerdem gibt es Hindernisse zu überwinden wie ein See und ein Vergessenheitsfeld. Das Ziehen findet mit dem Würfel statt.
Man wandert also in Sofies Welt herum und löst dabei verschiedene Aufgaben über geschichtliche Epochen:
Mythologie
Hellas und Rom
Mittelalter
Renaissance und Barock
Aufklärung
Historie des 19. und 20. Jahrhunderts
Auf den Pfaden befinden sich auch sogenannte Philosophie-Felder, auf denen die Spieler philosophische Fragen zu Gott und die Welt beantworten müssen. Zu den einzelnen Fragen in den verschiedenen Bereichen gibt es immer drei Lösungsvorgaben, aus denen sich der Spieler für die richtige entscheiden muss. Oft hilft da nur raten. Dann gibt es auch noch die Felder mit den „Großen Fragen“, auf denen man sehr gefordert ist. Hier muss man eine kleine Rede halten über ein bestimmtes vorgegebenes Thema, und das innerhalb einer Minute. Das sind dann auch noch solche Themen wie z.B. "Was ist das Universum?", die lassen sich schwerlich in einer Minute in Worten ausdrücken. Wenn man es dennoch schafft, bekommt man 10 Punkte in Form von Spielgeld gutgeschrieben. Die anderen Spieler müssen dann das Referat bewerten, also, wenn es in ihren Augen eine besonders gute Rede war, werden noch 10 Weisheitspunkte dazu vergeben.
Ziel des Spieles ist, die vier Kategorien zu begehen und dort jeweils seinen Chip zu bekommen, indem man zwei Fragen richtig beantwortet. Abschließend kommt man zur letzten Prüfung, wo man zwei Fragen aus den Themenbereichen beantworten muss, wo man noch nicht war, und eine Philosophie-Frage. Für jede richtige Antwort gibt es 30 Weisheitspunkte. Je mehr Weisheitspunkte man sammelt, desto schneller kommt man voran. Ist ein Spieler als erstes am Ziel, werden von allen Mitspielern die Weisheitspunkte gezählt, die man im gesamten Spiel gesammelt hat. Doch unabhängig davon, ob man als Erster das Ziel erreicht hat, es gewinnt nur derjenige, der am meisten Weisheitspunkte aufweisen kann.
Beispiele zu Fragen:
„Sind Menschen gut oder böse?"
"Wovon sprach C. Babbage 1833?",
"Wer baute den Turm zu Babel?"
„Wer war der letzte Plantagenet-König von England?“
„Wer sagte "Der Staat bin ich?“
„Sind wir das Produkt unserer Umwelt?
“Warum stehen wir im Supermarkt immer an der falschen Kasse?“
“Warum regnet es nie, wenn wir einen Regenschirm dabeihaben?“
„Ist es so, dass stets passiert, was passieren muss?"
"Ist Gott ein Mann oder eine Frau?"
PRO:
Die Spieler lernen einiges Wissenswerte über die einzelnen Zeitepochen. Die philosophischen Fragen regen zum Nachdenken und Diskutieren an.
Zum Glück gibt es zu den Fragen mehrere Antwortmöglichkeiten, sonst wären die Spieler leicht überfordert.
Das Design ist ganz recht ansprechend und gelungen gestaltet.
KONTRA:
Erst einmal braucht man ziemlich lange, bis man die Spielregeln begriffen hat, helfen kann man sich dabei, indem man etwas improvisiert. Die Fragen sind teilweise viel zu schwierig. Daher ist das Spiel eher für Erwachsene geeignet. Die 13-jährige Tochter meines Partners hat schnell die Lust daran verloren, weil es sehr frustrierend ist, wenn sie mit ihrem Wissen nicht mithalten kann.
Auch kann das Spiel zu lange Zeit in Anspruch nehmen, und dann fängt es auch an, langweilig zu werden. So viel Zeit und Geduld bringen vor allem jüngere Mitspieler einfach nicht mit.
Das Kurzreferat bei den „großen Fragen“ zu halten ist kaum irgendjemands Sache, und es ist auch schwierig, dafür eine angemessene Bewertung zu geben.
Fazit:
Das Spiel ist ein etwas anderes Wissensspiel, bei dem der Spieler aber schon Vorkenntnisse im Bereich Geschichte haben muss, um überhaupt den schwierigen Fragen standhalten zu können. Außerdem müssen die Spieler gerne philosophieren, dann können schon ganz interessante Diskussionen entstehen.
Jüngere Mitspieler sind recht schnell frustriert und enttäuscht, weil das Spiel einfach ein zu hohes Wissen voraussetzt, für sie kann das sogar in Stress ausarten, weil sie ja nicht gerne als unwissend da stehen möchten. Solch ein Spiel mit Erwachsenen und Jugendlichen zusammen zu spielen ist einfach von Grund auf unfair, da der Jugendliche kaum eine Chance hat, zu gewinnen.
Mir selbst hat das Spiel auch nicht besonders gefallen, auch wenn ich es mal nur mit Erwachsenen gespielt habe. Da ist mir eine philosophische Unterhaltung lieber, als mich in einem recht verworrenen Spielablauf zurechtzufinden, in dem es dann doch nur hauptsächlich darum geht, äußerst schwierige Fragen zu beantworten.
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