Pro:
wirklich lange Wimpern
Kontra:
Preis, Anwendung, Silikon usw. usw.
Empfehlung:
Nein
Nach einem halben Jahr schickte ich meine alte Mascara von Ellen Betrix in ihren wohlverdienten Ruhestand und schaute mich nach neuen Malutensilien fürs Gesicht um... Selbstverständlich war ich ein wenig durch die Werbung beeinflusst, allerdings hätte ich mir meine neueste Eroberung nicht gegönnt, wenn ich nicht unbedingt Ersatz gebraucht hätte. So tritt die
OOo L'Oreal Double Extension oOO
die ehrwürdige Nachfolge an. Ob sie es wert ist ? Lest selbst!
__ Wie schaut sie aus? __
Schade, dass kein Bild vorhanden ist, denn ausgerechnet diese Mascara schaut nicht aus wie üblich.
Die Mascara besteht nunmehr aus drei Teilen statt zwei, d.h. zwei Behältnisse und ein Mittelteil mit den beiden Bürstchen dran. Alle Teile sind um Einiges dicker als bei den bisher bekannten Produkten, zusammengesetzt sind die Teile auch länger als üblich. Die Form ist durch die Dreiteilung geschwungen, wirkt aber ein wenig klobig. Durch die Farbgebung in beige/gold bekommt das Ganze aber wieder einen edlen Hauch ;o)
Ein bisschen erinnert die Form an ganz dicke Kugelschreiber...
__ Was soll sie wie bewirken? __
Zunächst einmal soll sie die Wimpern kräftigen und verlängern. Die Rede ist von einer Verlängerung bis zu 60 %. Dabei sollen der Auftrag einfach und gleichmäßig machbar sein und keine Klümpchen entstehen.
Das Verfahren, das L’Oreal anwendet, ist angeblich neu und das erste Verfahren, das tatsächlich die Wimpern kräftigen und verlängern kann. Das geschieht durch den Auftrag der Mascara in zwei Schritten.
Zunächst trägt man eine weiße Schicht auf, bestehend u.a. aus feinen Fasern, Ceramid R und Provitamin B5, das man ja schon aus der Haarpflege kennt.
Das Ceramid R (künstlich) ahmt natürliche Ceramide nach. Es erkennt quasi die Haar- bzw. Wimpernstruktur, legt sich um das Haar und bildet so eine Art Schutzmantel. Gar keine schlechte Erfindung also?!
Durch den Auftrag dieser Pflegeschicht wird also die Oberfläche der Wimpern, die wie bei normalen Haaren geschuppt ist, geglättet und umhüllt. Gleichzeitig wird die Wimper durch das B5 mit Feuchtigkeit versorgt und somit gepflegt und weichgemacht. Die feinen Zellulosefasern legen sich ebenfalls um bzw. an die Wimpern und erzeugen damit den Verlängerungseffekt.
Als nächstes kommt die Farbschicht, die man auf die weiße Schicht aufträgt. Sie ist lt. Hersteller besonders geschmeidig, legt sich perfekt über die weiße Schicht und lässt sich besonders leicht auftragen.
Leider musste ich lesen, dass diese Geschmeidigkeit auf einem „Silikon-Gleit-Komplex“ beruht, was mich gerade etwas beunruhigt, da Silikon sicher nicht zu unbedenklichen Inhaltsstoffen zählt.
__ Wie ist sie nun? __
Vom Aussehen her gefällt sie mir ja schon ganz gut, doch was ist mit dem Rest?
o Anwendung o
Gleich bei der ersten Anwendung kam das große Rätselraten. Wie funktioniert das gute Stück überhaupt? Im kd (früher kaisers drugstore) wurde es einzeln verkauft, also ohne weitere Pappverpackung. Leider fehlt somit jede Beschreibung, die für eine derartige Neuerfindung angebracht wäre!
Lediglich die Nummern 1 und 2 sind auf den einzelnen Seiten angegeben, somit weiß man zumindest gleich, auf welcher Seite sich die Basis und auf welcher Seite sich die Farbe befindet.
Wie schon beschrieben, befinden sich die Behältnisse mit der Basis/Farbe an den äußeren Enden, die Bürstchen sind am Mittelteil befestigt. Nach dem Aufschrauben einer Seite hat man also den Behälter zusammengeschraubt mit dem entsprechenden Bürstchenteil in der Hand, den man gerade nicht braucht. Das ist sehr praktisch, so kann nichts daneben gehen bzw. lassen sich die Einzelteile so nicht so einfach vertauschen. Außerdem ist der „Bürstengriff“ dadurch ziemlich groß und liegt sehr gut in der Hand. Ich finde, das gibt einen besseren Halt und eine ruhigere Hand beim Pinseln, da man den Griff richtig festhalten und nicht nur zwischen die Fingerspitzen nehmen kann.
Intuitiv *g* begann ich mit der Basis und probierte sie an einem Auge aus. Der Anblick war etwas ungewöhnlich, da meine Wimpern zunächst weiß waren. Natürlich nicht komplett weiß, das Zeug ist nicht deckend, aber sichtbar weiß. Ein Unterschied zum ungeschminkten Auge ist natürlich zu erkennen gewesen, wobei ich mich aber nicht festlegen möchte, ob es die besagte Verlängerung war oder einfach nur der komische Anblick.
Da ich nicht wusste, ob und wie lange ich warten muss, bis ich die schwarze Farbe auftragen kann, machte ich einfach beim zweiten Auge weiter und wartete, bis alles trocken war. Das dauerte vielleicht eine Minute, jedenfalls nicht sehr lange.
Voller Elan probierte ich anschließend die Farbe aus und hätte das ganze Ding am Liebsten in den nächsten Mülleimer geschmissen. Meine Wimpern waren durch die getrocknete Basis wie Stroh geworden und ließen sich weder schön anmalen noch schön trennen. Das Ergebnis ähnelte eher primitiver Höhlenmalerei als einem verführerischen Blick :-/.
Mit viel Gewische und Korrekturen per Wattestäbchen habe ich es letztendlich noch retten können, war aber ziemlich enttäuscht. So kompliziert hatte ich mir lange Wimpern nicht vorgestellt...
Ich hoffte darauf, dass meine Erstanwendung schlicht falsch war und gab der Mascara eine weitere Chance. Beim nächsten Mal trug ich zunächst die Basis auf beiden Seiten auf und ohne weitere Trocknungszeit die Farbe, also Basis linke Seite, Basis rechte Seite, Farbe linke Seite, Farbe rechte Seite ;o)
Der Farbauftrag gestaltete sich jetzt wesentlich einfacher und geschmeidiger, deshalb habe ich es bei dieser Anwendung belassen. Ob das so wirklich gedacht war, weiß ich leider immer noch nicht.
Unpraktisch fand ich in beiden Fällen die Bürstchen. Bisher nutzte ich gern die geschwungene oder zumindest abgeschrägte Variante, die z.B. gleichzeitig die Wimpern in Form brachten. Diese hier sind schnurgerade, was ich seit Jahren nicht mehr gewohnt bin. Das Auftragen war für mich dadurch recht schwierig und die ersten Male auch recht schmierig, da ich andauernd mit der Spitze an der Nase gelandet bin etc. Außerdem finde ich, dass man mit einer geraden Bürste nicht so gut an die feinen Wimpern gelangt. Vorteilhaft ist wiederum, dass nicht zuviel Basis/Farbe an den Bürstchen klebt.
o Ergebnis o
Wenn man sich an die Anwendung gewöhnt hat, kann sich das Ergebnis schon sehen lassen. Im Vergleich zum ungeschminkten Auge sind die Wimpern viel voller und tatsächlich länger. Auch im Vergleich zu der Vorgängermascara kann diese noch Einiges rausholen! Ohne Nachbearbeitung hat man direkt einen dramatischen Blick, je nachdem wie der Rest dazu ausschaut ;o)
Mir ist das etwas zu dramatisch für den normalen Alltag, deshalb kämme ich die Wimpern nochmals mit einem sauberen Bürstchen durch. Dadurch bekämpfe ich auch den Klebeeffekt, der durch meine jetzige Anwendung auftritt. Nach dem Durchkämmen wirken die Wimpern wieder feiner und natürlicher, aber trotzdem superlang.
o Haltbarkeit o
Die hält und hält und hält... die hält bombenfest, hält den ganzen Tag und auch die ganze Nacht. Mir ist das fast zuviel Haltbarkeit, doch dazu komme ich beim Abschminken.
Einmal war ich abends zu faul dazu, die Mascara war morgens immer noch drauf. Unter den Augen allerdings auch... Aber es ist nur eine einzige Wimper abgebrochen, also könnte was dran sein in Sachen Geschmeidigkeit.
Bisher konnte ich im normalen Alltag kein Abbröseln, schwarze Augenränder etc. bemerken, allerdings habe ich da noch nie Probleme gehabt. Spät am Abend ist es doch normal, dass sich ein wenig Farbe in den Fältchen unter den Augen sammelt, schließlich hat man sich die Wimpern nicht lackiert!!!
Wasserfest ist die Farbe eigentlich nicht, zumindest gibt es keine Angabe dazu. An Schneeflöckchen oder Nieselregen stört sie sich aber auch nicht wirklich. Sie hält einfach.
o Abschminken o
Dem widme ich einen Extrapunkt, sonst wäre die Anwendung gar zu lang. Das Abschminken gestaltet sich gar nicht so einfach, wie man sich bei der Haltbarkeit ja schon denken kann.
Einfach nur Wasser reicht definitiv nicht aus, damit erreicht man höchstens eine Riesenschmiererei. Ich hab es unter der Dusche ausprobiert – keine Chance.
Meine letzte Mascara ging einfach mit feuchten Tüchern runter. Damit ist es nun auch vorbei, die reichen ebenfalls nicht aus. Es geht schon, aber ich brauche wesentlich mehr Tücher als vorher und muss dabei kräftig reiben und wischen. Das gibt rote tränende Augen, dunkles Geschmiere um die Augen und kostet Nerven – wieder nichts.
Da ich keine extra Abschminkprodukte für die Augen verwende, musste als drittes Versuchskaninchen meine Reinigungsmilch ran. Die hat es mit einigem Wischen dann auch geschafft, allerdings auch nur mit Nachbearbeitung durch Wattepads und Gesichtswasser.
Hier ist es wohl angebracht, auf Extraprodukte auszuweichen. Schade!
__ Was meine ich dazu? __
Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Sicherlich hat L’Oreal mit Double Extension ein neuartiges Produkt auf den Markt gebracht, das durchaus seine Wirkung zeigt und auch die gegebenen Versprechen zum Großteil erfüllt. Aber mit welchen Abstrichen?
Die Gestaltung finde ich äußerlich sehr schön und vor allem sehr praktisch. Die Formgebung unterstützt die Anwendung, die ich jedoch rückschrittlich empfinde. Zum Einen dauert sie länger und ist komplizierter als bei anderen Mascara, zum Anderen ergeben sich für mich Probleme durch die unvorteilhafte gerade Bürstchenform.
Sehr enttäuscht war ich, keine Anwendungshinweise außer dem Aufdruck der Nummern zu finden.
Ebenfalls negativ überrascht war ich, als ich auf den Herstellerseiten den Silikonhinweis fand. Muss das heutzutage noch sein?
Ebenfalls wenig angetan bin ich von der notwendigen Nachbearbeitung. Im Ergebnis ist eine deutliche Wimpernverlängerung zu sehen, dennoch ist es nicht wie erwünscht. Durch die intuitive Anwendung werden möglicherweise noch mehr unerwünschte Effekte als Wimpernverkleben erzielt. Also bitte her mit einer Bedienungsanleitung!
Insgesamt gesehen bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich eine Empfehlung aussprechen soll. Die Anwendungsschwierigkeiten, Probleme beim Ergebnis und Abschminken rechtfertigen den Kauf eigentlich nicht mehr.
Innovation bringt offenbar nur dem Hersteller etwas, dieses Prachtstück kostet nämlich um die 13,00 €. Dafür bekommt man je 6 ml Basis und 6 ml Farbe. Nun sagen einige, es sind ja 12 ml und der Preis geht damit in Ordnung. Finde ich nicht! Man braucht schließlich jedes Mal Basis und Farbe und braucht die 6 ml zeitgleich auf. Zum Vergleich: Meine letzte Mascara kam auf 9 ml und kostete auch „nur“ knappe 9,00 €!!!
Kurz gefasst biete ich folgende Pros und Kontras an:
+ wirklich lange Wimpern
+ liegt gut in der Hand
- Silikon
- umständliche Anwendung
- Ergebnis muss korrigiert werden
- lässt sich schwer abschminken
- keine Beschreibung
- Wimpern kleben doch zusammen
- zu teuer
Somit nehme ich von einer Empfehlung jetzt Abstand und ziehe zwei Sterne ab (für Anwendung, Inhalt & Preis).
Ich hoffe, ich habe nichts vergessen bis hierher und komme zu meinem Schluss:
Diese Mascara ist kein Muss!
stern.schnuppe für yopi u.a. weiterlesen schließen
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