Pro:
kurweilig
Kontra:
teilweise langatmig, nicht spannend, eintönig, wenig Informationen, berührt kaum
Empfehlung:
Nein
Es wird mal wieder Zeit für mich einen neuen Testbericht zu verfassen. In diesem Bericht wird es wieder einmal um ein Buch gehen, das ich gerade gestern durchgelesen habe. Es geht um den „Sohn des Kreuzfahrers“ vom Autor Stephen Lawhead. Wie der Titel es schon vermuten lässt ist dies ein historischer Roman und auch der Autor wird vielen ein Begriff sein, die sich mit der Artus Sage befassen. In die Finger bekommen habe ich das 716 seitige Taschenbuch in der Bücherei.
***Der Klappentext***
Schottland 1096: Papst Urban II. hat die Gläubigen aufgerufen, ins heilige Land zu ziehen und das Grab Christi zu befreien. Drei der Kreuzfahrer sind der Gutsherr Ranulf und seine Söhne von den fernen Orkney- Inseln. Nur Murdo, der Jüngste, bleibt zurück. Doch als ein gieriger Bischof und ein korrupter Abt Murdo und seine Mutter von Haus und Hof vertreiben, muss der Junge seine eigene Pilgerfahrt antreten. Eine abenteuerlich Reise durch das mittelalterliche Europa beginnt, die ihn bis vor die Tore Jerusalem führt….
***Die Handlung***
Wie schon im Klappentext erwähnt, verlassen Herr Ranulf und seine Söhne ihre Insel um das Kreuz zu nehmen und die heilige Stadt zu befreien. Murdo der Jüngste und seine Mutter bleiben zurück, um über das Gut und die Pächter zu wachen.
Doch es vergeht nur eine recht kurze Zeit, da werden sie von der Kirche vertrieben und können sich zu Freunden flüchten. Murdo und seine Mutter werden deshalb beim Bischof vorstellig, der ihnen erklärt, das es außerhalb seiner Macht liegt,etwas gegen die Vorgänge auf den Inseln zu tun.
Murdo, der sowieso nicht gerade ein Freund von Kirchenmännern ist, beschließt sich ebenfalls als Pilger auszugeben und seine Familie zurückzuholen, damit sein Vater das Gut zurückfordern kann. Er findet auch recht schnell ein Schiff und macht sich auf den Weg.
Während Murdo also Richtung Jerusalem segelt, hat der König in Konstantinopel mit den anströmenden Pilgermassen zu kämpfen. Als Gegenleistung für seine Unterstützung zwingt er jeden Fürsten, einen Treueid zu leisten.
Murdo freundet sich indessen mit drei Mönchen an, die mit ihm auf dem Schiff reisen. Er merkt schnell, dass sie sich von anderen Mönchen unterscheiden und den so enannten „Wahren Weg“ folgen. Später erfahren wir dann, dass diese drei Mönche vom heiligen Andreas persönlich die Aufgabe übertragen bekommen haben, die heilige Lanze zu retten.
Murdo kommt nach einer langen Seefahrt endlich in der heiligen Stadt an und bei sich Zuhause wird sein erster Sohn geboren. In Jerusalem wird er nun Zeuge der Schlacht. Die Pilger metzeln jeden in der heiligen Stadt nieder. Murdo wird, nachdem er sich in Sicherheit bringen konnte, von den Mönchen gefunden. Er befindet sich jedoch in einer schlechten körperlich und seelischen Verfassung.
Doch die Mönche machen seinen Vater ausfindig, doch als Murdo zu ihm eilt, liegt dieser schon im sterben. Sein Vater erzählt ihm seine Geschichte und vermacht ihm die Beute, die er während der Pilgerfahrt gemacht hat.
Murdo sieht in dem Schatz eine Möglichkeit, sein Zuhause wiederzubekommen….
Nun ob es Murdo gelingt, müsst ihr, wenn ihr es denn wollt, schon selbst herausfinden.
*** Meine Meinung***
Als ich den Klappentext des Buches las, hatte ich mich auf ein spannendes und mitreisendes Lesevergnügen gefreut. Leider wurden meine Erwartungen nur mäßig erfüllt. Ich fühlte mich während des ganzen Buches nur als außen stehender Beobachter, der nicht so richtig mit Murdo warm wurde.
Obwohl er die Hauptfigur ist, bleibt er für mich etwas zu konturenlos. Ich als Leser wurde nicht von seinem Charakter emotional angesprochen und so fieberte ich in Gefahrensituationen nicht so wirklich mit. Da gefiel mir der in nur wenigen Kapiteln erwähnte Kaiser Alexios (Konstantinopel) schon besser, ich hätte gerne den Fürsten in den Allerwertesten getreten *g*
Auch die abenteuerliche Reise, die ja versprochen wurde, ist nicht so wirklich abenteuerlich. Murdo segelt recht friedlich auf dem Schiff dahin, ohne sehr viel vom mittelalterlichen Europa zu sehen. Diese ganze doch recht viel Platz einnehmende Passage ist sehr langatmig geschildert, man hätte da durchaus einiges kürzen können, da sowieso nichts passiert.
In Jerusalem erlebt der Leser dann wirkliche Gräueltaten mit, aber da der Autor es bis dahin noch nicht geschafft hatte mich in seinen Bann zu ziehen, ging das auch als nebensächlich an mir vorbei.
Auch die geschichtlichen Hintergründe werden nur kurz umrissen und eigentlich hätte ich mir da schon etwas mehr an Information gewünscht. Alles in allem beschränkt sich der Autor auf das allernötigste.
***Fazit***
Insgesamt fehlt mir bei diesem Buch die Würze. Es bleibt die ganzen vielen Seiten eintönig und man hat keine Möglichkeit eine Beziehung zu den Charakteren zu entwickeln. Der Erzählstil des Autors ist langatmig und doch auf Dauer etwas eintönig. Warum sich Murdo ständig Freunde macht und ihm alle wohl gesonnen sind, bleibt für mich ein Rätsel.
Während des ganzen Buches wartete ich darauf, das es erzähltechnisch in Fahrt kommt und die Erzählung etwas temporeicher wird. Aber Lawhead hält sich an Kleinigkeiten auf (wir wissen wie ein Kamel aussieht, wir brauchen es nicht zehnmal zu lesen), hangelt sich durch die Geschichte um dann wieder zu den größeren Eckpunkten, wie etwa den Schlachten, zu gelangen.
Nun denn trotzdem habe ich dieses Buch zu Ende gelesen, weil es mich interessiert hat, ob Murdo sein Gut wiederbekommt. Allerdings bin ich sehr froh, dass ich mir dieses Buch nur ausgeliehen und nicht gekauft habe, da es mich vom Erzählstil und von der Story her kaum überzeugen könnte. Wäre der geschichtliche Hintergrund wenigstens ansprechend geschildert, könnte ich etwaige Mängel ja noch eher verzeihen, aber auch hier fehlt die Tiefe. Alles im allem vergebe ich diesmal wegen der von mir genannten Gründe gerade mal zwei Sterne. Empfehlen kann ich das Buch nicht, da ich nicht denke, dass man etwas verpasst, sollte man es nicht gelesen haben.
Wer sich für die Kreuzzüge interessiert und nur einen kurzen Einblick in das Thema haben möchte, vermischt mit einem kurzweiligen Leseerlebnis, der könnte noch am ehesten mit diesem Buch zufrieden sein.
Daten
Titel: Der Sohn des Kreuzfahrers
Autor: Stephen Lawhead
Verlag: Bastei-Lübbe
716 Seiten als Taschenbuch
Preis: 8,90€
Lg Eure denlia@ciao alias pfiesteria@yopi alias heart@dooyoo weiterlesen schließen
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