Pro:
Gemütliche Großstadt
Kontra:
Köln ist gleich daneben...
Empfehlung:
Ja
Leverkusen...
das Erste was die Meisten mit dieser Stadt zuerst verbinden ist das Bayerwerk und als nächstes fallen ihnen Sportarten wie Fußball, Basketball und Leichtathletik ein, wo Leverkusen mehr oder weniger erfolgreich vertreten ist.
Doch ist das alles? Gibt es in dieser Stadt nur Werk und Sport?
Nun, wenn man tagsüber auf Leverkusen zufährt, sieht man den Wasserturm...und die Silhouette des Bayerwerks.
Wenn man nachts nach Leverkusen fährt sieht man das beleuchtete Bayerkreuz...und dafür keine Silhouette des Bayerwerks.
Aber nun mal im Ernst, Leverkusen ist wohl die Stadt, der die meisten Vorurteile und Klischees angehaftet werden. Manchmal entsprechen diese nicht der Unwahrheit und doch wird diese Stadt viel zu oft verkannt. Deshalb werde ich heute mal ein wenig über Leverkusen erzählen, um allen außenstehenden mal einen Überblick zu verschaffen. Denn Leverkusen ist eine sehr vielseitige Stadt, die auch einiges zu bieten hat und sich nicht hinter den benachbarten und wesentlich historischeren Städten Köln und Düsseldorf verstecken muss.
Geschichte der Stadt:
Leverkusen ist noch eine sehr junge Stadt, die erst 1930 durch den Zusammenschluss der Orte Schlebusch, Steinbüchel, Rheindorf und Wiesdorf entstand. Der Name der Stadt symbolisiert ihre Entstehungsgeschichte, denn der Apotheker Carl Leverkus baute hier 1860 seine Ultramarin-Farbenfabrik und legte damit den Grundstein zum späteren Bayer Werk und damit auch zur Stadtentwicklung.
Vor der Industrialisierung gabe es auf dem Gebiet des heutigen Leverkusen nur kleine Dörfer, deren Bewohner sich von Ackerbau, Viehzucht und Fischfang ernährten. Als jedoch das Werk eröffnete, kamen viele Arbeiter aus anderen Regionen an den Rhein, für die eine Infrastruktur geschaffen werden musste, die bis dahin noch überhaupt nicht existierte. Im Folgenden wuchs um das Werk eine Siedlung, deren Leben sich auch auf die umliegenden Dörfer auswirkte. Die Arbeiter kauften dort ein und die Dorfbewohner arbeiteten nun auch teilweise im neuen Werk.
1955 wird Leverkusen kreisfreie Stadt mit 78. 623 Einwohnern und 1963 sogar Großstadt mit 100 000 Einwohnern. Diese Entwicklung Leverkusens wurde auch durch die Erbauung eines modernen Stadtzentrums augenfällig, welches 1969 eingeweiht wurde. Wo früher Schafe weideten entstanden nun Betonbauten und Hochhäuser, die gleichzeitig den modernen Charakter der Stadt betonten.
1975 fand eine kommunale Neugliederung statt, bei der Opladen, Bergisch Neukirchen und Hitdorf zu Leverkusen dazukamen und nunmehr eine Einwohnerzahl von 170 000 erreicht wurde.
Leverkusen heute:
Heute ist Leverkusen gegliedert in 14 Stadtteile: Alkenrath, Bergisch Neukirchen, Bürrig, Hitdorf, Küppersteg, Lützenkirchen, Manfort, Opladen, Quettingen, Rheindorf, Schlebusch, Steinbüchel, Waldsiedlung und Wiesdorf. Die Stadtteile sind alle sehr unterschiedlich und symbolisieren noch heute die Entstehungsgeschichte, Denn immernoch ist Leverkusen eine Mischung aus Großstadt und Dorf. Auf der einen Seite steht das "Drei-Zentren-Konzept", d.h. man kann nicht nur in der großstädtischen und in Teilen mit Glasflächen überdachten City bummeln, sondern auch Schlebusch hat eine ganz moderne Fußgängerzone aufzuweisen, und Opladen gilt schon lange als interessante Einkaufsalternative zur Innenstadt. Auf der anderen Seite stehen Stadtteile wie Bergisch Neukirchen, die noch sehr ländlich gehalten sind und zahlreiche Fachwerkhäuser und Denkmäler besitzen. Überhaupt ist Leverkusen eine Stadt, in der man sehr gut wohnen kann, weil zwar alles wie in einer Großstadt vorhanden ist, aber trotzdem viel Natur für einen angenehmen Ausgleich sorgt, wie zum Beispiel das große Waldgebiet "Bürgerbusch" oder der Oulu See.
Ein paar Zahlen:
- 2001 hatte Leverkusen 161.770 Einwohner, davon 78.484 Männliche und 142.581 Weibliche. Insgesamt wohnten 2001 19189 Ausländer in Leverkusen, wobei die meisten aus der Türkei stammen (insgesamt 4.444)
- die beliebtesten Stadtteile sind Schlebusch, Steinbüchel, Lützenkirchen und Alkenrath, in denen insgesamt 59.092 Einwohner leben
- Die Bevölkerung verteilt sich auf eine Fläche von 78,9 km², so dass in der kreisfreien Stadt Leverkusen 2.042,2 Menschen auf einem km² leben (Einwohnerdichte). Damit zählt die kreisfreie Stadt Leverkusen zu den dicht besiedelten Gebieten Deutschlands.
- Wer als Mann in der kreisfreien Stadt Leverkusen lebt, hat ein Leben von 74 Jahren Dauer vor sich. Frauen leben länger: Ihre mittlere Lebenserwartung beträgt 80,1 Jahre.
- 212 Ärzte versorgen in der kreisfreien Stadt Leverkusen 100.000 Einwohner. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 154 Ärzten je 100.000 Einwohnern, das Landesmittel Nordrhein-Westfalen liegt bei 145
- So sieht es im Bereich der stationären Behandlung aus: 10.000 Einwohnern stehen in der kreisfreien Stadt Leverkusen 69 Krankenhausbetten zur Verfügung (Bundesdurchschnitt: 66, Nordrhein-Westfalen: 67).
- Der Anteil der Ein- und Zwei -Familienhäuser an den neu errichteten Häusern liegt in der kreisfreien Stadt Leverkusen bei 86,7%. 36,6 m² Wohnfläche hat jeder Einwohner der kreisfreien Stadt Leverkusen im Durchschnitt für sich. Das ist eine Differenz von -2,4 m² gegenüber dem Bundesdurchschnitt von 39 m².
- Von 1.000 Einwohnern erhalten in der kreisfreien Stadt Leverkusen 31,1 Leistungen aus der Sozialhilfe. Bundesdeutscher Durchschnitt: 35,1
- Die Arbeitslosenquote in der kreisfreien Stadt Leverkusen betrug im Juni 2003 10,1%. Damit liegt der Kreis über dem Landesdurchschnitt Nordrhein-Westfalen von 9,8% und unter dem Bundesdurchschnitt von 10,2%
"Sehenswürdigkeiten" und Ausflugsziele:
Obwohl Leverkusen nicht unbeding wegen seiner touristischen Sehenswürdigkeiten bekannt ist, gibt es trotzdem einige lohnende Ausflugzielen:
-Schloss Morsbroich (Gustav-Heinemann-Staße) mit seiner internationalen Sammlung moderner Kunst liegt im Stadtteil Alkenrath und hat sich längst über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Hier finden nicht nur Ausstellungen statt, sondern auch Kammerkonzerte, Vorträge und Vorlesungen.
-Die ehemalige Kuhlmannsche Sensenfabrik (Hammerweg) wurde zu einem Industriemuseum und kulturellem Zentrum umgebaut.Die Fabrikationshallen, die Arbeitshäuser und die Fabrikantenvillen verleihen ein unnachahmliches Flair der Frühindustrialisierung.
-Völlig modernisiert und zu einer Gaststätte in edlem Ambiente umgebaut wurde die Adler-Apotheke (Düsseldorfer Straße 57). Der verschieferte Bau wurde 1821/22 als erste Apotheke in Opladen errichtet. Die alte Ausstattung der Apotheke ist heute im Museum Schloß Burg zu besichtigen. Aber nicht alle sehenswerten Gebäude in Leverkusen sind für die Allgemeinheit geöffnet, denn die meisten befinden sich in Privatbesitz. Doch auch die Fassaden lohnen einen Blick,die man etwa bei einer Radtour besichtigen kann.
-So führt die Denkmalliste der Stadt Leverkusen allein 120 Fachwekhäuser, davon säumen sehr viele den Weg hinauf nach Bergisch Neukirchen. Hohen Seltenheitswert, weil es schon 1561 erbaut wurde, hat das Fachwerkhaus Burscheider Straße 329, das älteste datierte Fachwerkgebäude in Leverkusen. Der Weg durch die früheren Rheinauen führt über die alte Wuppermündung nach Rheindorf.
-Das Haus Rheindorf (Burgsraße 5) ist der Rest einer Burganlage, wobei die ältesten Teile des heute noch vorhandenen Gebäudebestandes bis in das 15. Jahrhundert zurückgehen. Der Ursprung der Burganlage liegt nach den heutigen archäologischen Erkenntnissen noch im 8. Jahrhundert des letzten Jahrtausend.
-Aus dem Jahre 1705 stammt das Zollhaus (Unterstraße 1), deren Größe und Gestaltung des Gebäudes Zeugnis für Funktion und Bedeutung dieser schon im 13. Jahrhundert priviligierten Zollstelle Rheindorf sind. Das Nachbargebäude "Haus am Orth" (Unterstraße 2, d.h. am Ortseingang, direkt am Rheindorfer Hafen gelegen) gehörte zu Anfang des 18. Jahrhunderts einem Marktschiffer. Die großräumigen Gewölbekeller dienten früher als Lagerraum.
-Der Japanische Garten, der am Fuße des Bayer Hochhauses liegt, besitzt Leverkusen eine der wohl exotischsten Parkanlagen Deutschlands. Außergewöhnliche Pflanzen und Bauten, wie Brücken und japanische Torbauten, prägen das Bild. Die Idee zu der Anlage,die 2001 noch erweitert wurde, holte sich Carl Duisberg (Chef des Bayer Konzerns) bei einem Japanbesuch in den zwanziger Jahren.
-Bierbörse: Im August findet in Opladen die weltgrößte Bierbörse statt, zu der jährlich ca. 400.000 Besucher aus Nah und Fern strömen, um aus ca. 1000 verschiedenen und exotischen Biersorten zu probieren. Außerdem wird auch ein Bühnenprogramm geboten, wie z.B. der jährliche Auftritt von Guildo Horn oder anderen Bands wie Hot Chocolate, De Höhner und Brings. Dieses Jahr findet die Bierbörse vom 8.-11.August statt
-Sehenswert sind natürlich auch das Fußballstadion "BayArena", welche BayArena- Restaurant, das Lindner Hotel, Mc Donalds und Fanshop beinhaltet und immer einen Besuch wert ist. Außerhalb der Spieltage werden Stadionführungen angeboten, aber gerade für Familien mit Kindern sind die Veranstalltungen an den Spieltagen rund um die BayArena sehr lohnenswert.
-Gegenüber der BayArena ist die Rundsporthalle, oder auch offiziell "Wilhelm-Dopatka Halle "gennannt. Dort finden Konzerte, Computermärkte, Messen und natürlich auch Sportveranstallungen, wie z.B. Basketball, statt.
-Die Eissporthalle liegt neben der Rundsporthalle und ist im Winter zum Schlittschuhfahren geöffnet. Im Sommer dient sie anderen Zwecken wie Partys oder Skaten. Es gibt dort eine 30*60 m große Eisfläche und 1.500 Zuschauerplätze.
-Ein paar Meter neben der BayArena ist das Freizeitbad CaLevornia zu finden, welches mit Innen- und Außenanlagen 30.000qm groß ist. Dort finden sehr viele Veranstalltungn für Kinder statt, wie Kinderfeste oder "Piratennacht" und ist gerade für Familien sehr geeignet.
Nun, das war mal ein kleinerer Überblick, was Leverkusen so zu bieten hat. Ich selbst bin vor wenigen Monaten hierhergezogen, um meiner Fußballleidenschaft zu folgen und habe es nicht bereut. Mir gefällt besonders, dass die Stadt sowohl Großstadt als auch Natur bietet und Leverkusen auch sehr zentral zwischen Köln und Düsseldorf liegt. Wenn man also richtig groß shoppen gehen will oder sich ins Nachtleben stürzen will, sollte man lieber nach Köln fahren, weil Leverkusen an dieser Stelle dann doch an seine Grenzen stößt. Das heißt aber nicht, dass Köln schöner ist...schließlich ist da ja der FC :-D weiterlesen schließen
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