Pro:
sehr ergreifend und fesselnd geschrieben
Kontra:
hat mich meine letzten Nächte gekostet*gg*
Empfehlung:
Ja
Hallo liebe Leserschaft!
Nun ist es wieder soweit. Die Weserhexe hat nun wieder einmal ein Buch durchgelesen. Natürlich will ich auch über dieses Buch gleich mal wieder einen Beitrag schreiben. Freudig konnte ich feststellen, dass dieses Buch hier sogar in der Datenbank enthalten ist. Damit diese Kategorie nicht mehr so verwaist ist, möchte ich sie füllen *gg*.
Da ich ein absoluter Fan von historischen Romanen bin, ersteigerte ich im letzten Sommer jede Menge Bücher, die in dieses Genre fallen. Der heutige Beitrag handelt von dem Taschenbuch „Wenn die Liebe nicht endet“ von Charlotte Link.
Das Buch ist im Heyne Verlang erschienen und hat ursprünglich mal 12,- DM gekostet, was dann wohl heute ca. 6 € kosten würde. Die ISBN dieses Buches ist: 3-453-08621-X und die Bestellnummer lautet: 01/9312
Es ist ein Buch, welches sich mit der Zeit des 30 Jährigen Krieges befasst. Es besteht aus zwei großen Unterteilungen und hat 510 Seiten.
Nun mal ein wenig zum Inhalt:
Die 15jährige Margaretha von Ragniz wächst im Bayern des 17 Jahrhunderts auf. Sie lebt im Kloster St.Benedikta, und ihr Leben verläuft bis zum Sommer des Jahres 1619 ohne große Probleme. Im Kloster wird sie zu einer Dame erzogen und soll sich auf das Leben einer guterzogenen Dame vorbereiten, die in Kürze in den Stand der Ehe tritt.
Margaretha von Ragniz ist die Tochter des Barons von Ragnitz, der hofft, seine Tochter gut verheiraten zu können, denn Margaretha ist die einzige Hoffnung der Eltern auf die „Weiterführung“ des guten Namens. Ihre beiden Schwestern haben in den Augen der Eltern in dieser Hinsicht ja versagt.
Die ältere Schwester Adelheid ist von den Eltern mit dem Baron Sarlach verheiratet worden, was sich als fataler Fehler herausstellte, weil er ein Nichtsnutz und Säufer ist, der sein Gut herunterkommen lässt, um nur zu trinken.
Die jüngere Schwester Bernada hatte als kleines Mädchen einen Unfall, bei dem sie für immer gelähmt blieb. Aus diesem Grunde stand hier wohl wenig Chance, das sie jemals gut verheiratet werden könnte.
Im Sommer des Jahres 1619 lag Margaretha mit ihren Freundinnen Angela und Clara in der Wiese am See. Sie träumten von ihrer Zukunft, und unterhielten sich über ihre Zukunftsphantasien. Als sie so das in der Sonne lagen, kamen einige Reiter vorbei, und die Mädchen schienen sehr erschrocken darüber, denn die Reiter sahen nicht besonders sauber aus. Da seit einige Jahren schon ein Krieg in Deutschland wütete, waren es offensichtlich Soldaten.
Margaretha unterhielt sich mit einem der Reiter. Er hieß Richard, und kam aus Böhmen. Dieser hübsche junge Reiter ging ihr nicht mehr aus den Sinn. Andauernd musste sie an diesen seltsamen jungen Mann denken.
Durch Zufall begegneten sich die beiden dann noch einmal, doch diesmal waren Angela und Clara nicht dabei, und Margaretha konnte ungeniert mit Richard flirten. Von da an sahen sie sich täglich, solange Richard in Bayern verweilte. Meistens trafen sie sich heimlich hinter dem Kloster, denn die Nonnen durften davon ja nichts erfahren. Angela verschaffte ihr immer wieder ein Alibi vor den Ordensschwestern.
Dann kam eines Tages der Tag des Abschieds, und Richard versprach Margaretha, sie im kommenden Frühjahr zu holen, und mit nach Böhmen zu nehmen. Der Winter war für Margaretha eine einzige Qual. Sie war so sehr in Richard verliebt, das sie nur noch an seine Heimkehr denken konnte. Als dann das Frühjahr kam, war Richard wieder da.
Margaretha floh mit Richard, dem böhmischen Protestant. Für sie als Katholikin war das eigentlich nicht schicklich, doch gegen die Moral siegte dann doch ihre Liebe zu ihm. Es war eine schwere Zeit, denn der Krieg hatte schon einige Jahre gewütet, und das Reisen in dieser Zeit war nicht gerade ungefährlich. Nach vielen anstrengenden Wochen der Flucht nach Böhmen kamen die beiden ganz ausgelaugt auf dem Schloss der Tscharninis (so hieß Richard mit Nachnamen). Richard holte seine Familie auf das Schloss, die derzeit im Prag verweilte.
Seine Mutter, sein Vater und seine jüngere Schwester waren nicht angetan, das er eine Katholikin heiraten wollte. Nur seine ältere Schwester Sophia freundete sich schnell mit Margaretha an. Auch waren noch zwei Freunde von Richard mit auf das Schloss gekommen. Der eine war Friedrich und der andere Julius. Julius war der zukünftige Ehemann von Sophia.
Richards Eltern verweigerten ihm den Segen zur Ehe mit Margaretha, und drohten ihm mit Enterbung, wenn er sie dennoch heiraten wollte. Sie duldeten Margaretha aber dennoch den ganzen Sommer auf dem Schloss. Zum Herbst hin reisten sie ab nach Prag. Nur Sophia und Margaretha blieben auf dem Schloss. Die beiden hatten eine schöne Zeit, auch wenn Margaretha es Richard nicht verzeihen konnte, das er sie nicht heiratete, weil ihm Enterbung drohte. Sie hatte schließlich auch alles für ihn aufgegeben, und konnte nach allem, was geschehen ist auch nicht zurück nach Bayern. Als Sophia dann nach Prag musste, weil ihre Hochzeit mit Julius anstand, blieb Margaretha alleine. Als die (für die Protestanten) feindlichen Bayern immer näher an das Schloss und Prag kamen, musste auch Margaretha nach Prag fliehen.
Unterwegs lernte sie den katholischen Grafen Maurice Lavani kennen. Er begleitete sie nach Prag und brachte sie wohlbehalten zu Claire, der Schwestern von Friedrich, dem Freund von Richard, denn bei Richard konnte sie ja nicht unterkommen. Sie lebte nun in Prag und freundete sich mit Claire an. Sophia kam auch fast täglich zu Besuch. Ihr Mann Julius, Friedrich und Richard waren im Krieg. Dann wurde Prag eingenommen. Julius und Richard kamen unverletzt wieder. Friedrich wurde schwer verwundet ins Haus gebracht.
Dann wurden Richard, Julius und viele andere verhaftet und verurteilt, wegen Hochverrates am deutschen Kaiser. Richard war mittlerweile verheiratet und seine Frau kam zu Margaretha, um sie zu bitten, bei Maurice ein gutes Wort für ihn einzulegen, weil er gut befreundet war mit den Beratern des Kaisers. Margaretha schaffte es, das Maurice als einzigster begnadet wurde. Das brachte ihr den Hass von Sophia ein, denn ihr Julius musste sterben. Auch Friedrich begegnete Margaretha von da an mit eisiger Kälte.
Irgendwann nahm Margaretha den Heiratsantrag von Maurice an. Sie wurde somit Gräfin. Aber sie liebte immer noch Richard, und ihre Ehe war nicht gerade sehr harmonisch. Sie bekam eine Tochter und Maurice zog irgendwann wieder in den Krieg. Margaretha ging mit ihrer kleinen Tochter Angela(sie nannte ihre Tochter nach ihrer besten Freundin aus dem Kloster) nach Prag zu Claire. Das Leben dort war für Margaretha einigermaßen erträglich und sie musste nicht alleine auf ihrem Schloss bleiben. Dann brach in Prag die Pest aus, und auch die Frau von Richard starb daran. Margarethas Tochter wurde auch ein Opfer der Pest. Richard und Margaretha trafen sich öfters und trösteten ich. Dann flammte die Liebe wieder auf, und sie verlebten einen gemeinsamen Sommer. Danach trennten sie sich. Margaretha ging zurück nach Belfering(ihrem Schloss) und Richard in den Krieg.
Viele Jahre später reisten Maurice und Margaretha nach Bayern. Sie hoffte, ihre Eltern hätten ihr verziehen, und würden stolz auf sie sein, das sie nun Gräfin ist. Doch ihre Mutter verstieß sie. Da es schon später Herbst war, und die Reise nach Böhmen zu anstrengend, reisten sie zur Schwester von Margaretha, zu Adelheid. Diese lebte auf ihrem heruntergekommenen Gut. Margaretha blieb bei ihr, und Maurice ging zurück in den Krieg.
Wie die Geschichte weitergeht, wird an dieser Stelle nicht verraten. Ich war total fasziniert von diesem Buch. Es ist absolut ergreifen und spannend geschrieben. Wenn ich einmal angefangen hatte, zu Lesen, dann konnte ich es nicht wieder weglegen. Ich beging oftmals den Fehler, abends noch ein wenig vor dem Einschlafen zu lesen, und konnte dann nicht aufhören. Das Endresultat war, das ich oftmals in den letzten 6 Tagen erst nach 1 Uhr nachts eingeschlafen bin, und das obwohl ich morgens um 4:20 Uhr wieder aufstehen muss. Aber ich konnte nicht anders. Ich musste immer noch einen Absatz lesen, und noch einen, und noch einen. Es war wie eine Sucht, denn ich war immer viel zu neugierig, wie es weiter ging.
Charlotte Link hat so eine fesselnde Art zu schreiben, die es einem unmöglich macht, das Buch längere Zeit aus der Hand zu legen. Vieles konnte man sich teilweise bildlich vorstellen und es ist ein sehr emotionales Buch. Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, der diese Art von Büchern gerne liesst. Aber Vorsicht, es macht Süchtig *gg*.
Vielen Dank, das ihr euch die Zeit genommen habt, diesen Monsterbericht zu lesen ( Sorry, ich war so vertieft im Schreiben, das ich nicht bemerkte, wie lang er geworden ist, kann aber nun auch nichts streichen), zu Bewerten und zu Kommentieren.
Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende
Eure
Weserhexe
Porta Westfalica, den 29.08.2003 weiterlesen schließen
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