Pro:
Riecht gut, ist pflegeleicht
Kontra:
etwas teuer
Empfehlung:
Ja
Ich gebe es zu, mir juckte es oft in den Fingern. Besonders, wenn ich an einem Lorbeerbäumchen, welche meistens vor Hotels oder in Parkanlagen in Kübeln herumstehen, vorbeikam. Wenn ich dachte, es sieht keiner, schlug ich zu. Ich pflückte mir ein Blatt. Dann zerrieb ich es und schnupperte genüsslich daran herum. Oft schon musste ich mir nachfolgend die belehrenden Strafpredigten meiner Mitspaziergänger anhören: „Wenn das jeder machen würde....“
Aber es gibt gute Nachrichten für die Lorbeerbäumchen der Hauptstadt: Ich bin von meinem Blattabpflücktrieb geheilt. Ich kann jetzt daran vorbeigehen, ohne dass der Trieb mich übermannt. Ich habe mich im Zaum. Und das kam so: Ich bekam ein kleines Lorbeer-Hochstammbäumchen für den Balkon geschenkt. Wer nun denkt, der steht blattlos und traurig anzusehen bei mir herum, der irrt. Allenfalls mal ein Blatt hat er absichtlich verloren, zu Würzzwecken. Nein nein, an meinen Lorbeer lasse ich nur Wasser und etwas Dünger. Und da ich nun weiß, dass ich mich tierisch ärgern würde, käme einfach so ein dahergelaufener Blattabrupftriebtäter vorbei und würde meinen Lorbeer verunstalten, lasse ich selbst meine Finger von Fremdlorbeeren.. J
Soviel zur Vorgeschichte. Nun etwas mehr zum Lorbeer an sich.
Herkunft/Aussehen:
Der Edle Lorbeer (Laurus nobilis) stammt eigentlich aus dem Mittelmeerraum. Er ist einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt und spielte in der Mythologie des Altertums eine große Rolle. Der Lorbeerkranz ist in aller Munde und schon die Griechen zeichneten Sieger bei Spielen und Kriegen damit aus. Nicht verwechseln sollte man ihn mit dem kanarischen Lorbeer, der besonders auf Teneriffa und La Palma in ganzen Wäldern gedeiht. Der Anteil ätherischer Öle ist jedoch geringer, er ist weniger würzig und erreicht Baumgröße.
Die Blätter des Edlen Lorbeers sind dunkelgrün, sehr derb, ja fast ledrig. Sie sind 8 bis 10 Zentimeter lang, von ovaler spitzauslaufender Form und enthalten neben ätherischen Ölen Bitterstoffe, Gerbstoffe und Harze. Lorbeer ist immergrün, er wirf also im Winter die Blätter nicht ab. Im Frühsommer erscheinen eine Vielzahl kleiner weißer bis cremefarbener Blüten, welche recht intensiv duften. Früchte wachsen nur, wenn man mehrere sich gegenseitig bestäubende Pflanzen unterschiedlichen Geschlechts besitzt.
Bei uns kann man Lorbeer im Gartenmarkt erwerben. Die Preise variieren je nach Größe und Wuchsform zwischen 3,99 und 99 Euro.
Pflege:
In unseren Breiten kann Lorbeer nur in Kübeln gezogen werde, welche zwecks Überwinterung an einen hellen kühlen Ort verbracht werden müssen. Zwar hält Lorbeer Fröste bis ca. –5 °C aus, darunter und auf Dauer nimmt die Pflanze jedoch Schaden.
Während der Wachstumsperiode verträgt er am besten einen halbschattigen Standort, volle Sonne ist aber auch möglich, solange man regelmäßig gießt und den Wurzelballen nie völlig austrocknen lässt. Das nimmt Lorbeer übel und quittiert das mit Blattverfärbungen und Blattabwurf. Regelmäßige wöchentliche Düngung mit einem einfachen Flüssigdünger ist angeraten.
Alle 2-3 Jahre sollte man im Frühjahr in einen jeweils größeren Kübel umtopfen. Ein Wurzelschnitt ist nicht notwendig. Sandig-lehmige Erde ist am besten geeignet dafür.
Schädlinge:
Sind bei mir noch nicht aufgetreten, in der Literatur ist jedoch nachzulesen, dass Schildläuse und Wollläuse besonders während der Überwinterung Geschmack am Lorbeer finden. Dann sollte man eine Bekämpfungsmaßnahme einleiten. Bei geringem Befall mechanisch durch Ablesen und abwaschen mit einer Seifenlösung, bei stärkerem Befall mit der chemischen Keule.
Oft sieht man in Parkanlagen oder im Baumarkt in Kugelform gebrachte Lorbeerbäumchen. Man kann die Pflanze jederzeit beschneiden, ab besten jedoch im Frühjahr nach der Blüte. Recht bald treibt die Pflanze dann neu aus und wird um so dichter im Wuchs.
Verwendung.
In erster Linie ist Lorbeer als Gewürz der deftigen Küche bekannt. Da ich relativ selten koche, kann ich hierzu relativ wenig beisteuern. Spontan fällt mit Eisbein, Wellfleisch, Linsensuppe, Sülze und Sauerbraten ein. Also immer was Deftiges, denn auch die Würzkraft von Lorbeer ist groß. Dazu wird maximal ein Blatt mitgekocht oder mitgedünstet und vor dem Servieren herausgenommen.
Ich verwende Lorbeer außerdem, um lästigen Fischgeruch nach einer Fischmahlzeit aus der Wohnung zu vertreiben. Dazu lege ich einfach ein Lorbeerblatt auf die heiße Herdplatte, bis es anfängt zu qualmen. Man kann es natürlich auch einfach verbrennen, das ist aber nicht so effektiv.
Weitere von mir nicht getestete Verwendungsmöglichkeiten liegen im medizinischen Bereich, als Tee und als Aphrodisiakum, na ja...
Fazit:
Hübsch anzuschauen, pflegeleicht, nützlich. was will man mehr. Lorbeer ist eine Pflanze, mit der jedermann zurecht kommt. Von mir die volle Punktzahl. weiterlesen schließen
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