Pro:
glückliche Tiere und Besucher, Sauberkeit
Kontra:
langweilige Multimedia-Show im Kino
Empfehlung:
Ja
Der Tag, den ich während meines Teneriffa-Urlaubs im Loro Parque verbracht habe, ist mir als einer der schönsten dort in Erinnerung geblieben. Es handelt sich um den wohl bekanntesten Tierpark dieser Art auf den Kanarischen Inseln. Es gibt viele Nachahmer, aber der Reinfall im „Parque de las Aguilas“ (ich verweise hiermit im ausdrücklichen Wissen eines AGB-Verstoßes auf meinen entsprechenden Bericht), hat mir gezeigt, wie genial der Loro Parque ist. Schwärme ich etwa gerade? Ja, das tue ich. Und warum?
Als Teneriffa-Tourist kommt man um den Besuch des Loro Parque kaum herum. Fast jeder, der schon dort war, lobt den Park in den höchsten Tönen, und immer wieder stolpert man über Werbung, egal in welchem Teil der Insel man sich gerade aufhält. Eigentlich ein Indiz für überteuerten Massentourismus, der mit Natur- und Tierliebe nicht viel zu tun zu haben scheint.
Der Loro Parque befindet sich im Norden Teneriffas, in Puerto de la Cruz. Die dort vorherrschende natürliche Traumvegetation ist einer der Gründe, warum ich diesen Park so mag. Hier musste – mit wenigen Ausnahmen – kein künstliches „Natur“umfeld aus dem sonst so kargen Vulkanboden gestampft werden. Die Palmen- und Blütenpracht war einfach schon da, bevor diese Gegend überhaupt besiedelt wurde.
In der Hochsaison muss man – so habe ich es mir sagen lassen - mit längeren Wartezeiten an der Kasse rechnen. Um diesem vorzubeugen, kauft euch am besten schon vorher eure Eintrittskarte. In vielen Hotels (besonders in Puerto de la Cruz) ist das zum Beispiel zum Normalpreis möglich. Ein weiterer Vorteil: der Loro Express, ein kleiner Bummelzug, der von der Innenstadt bis zum Loro Parque fährt, ist im Preis inbegriffen.
Wir jedoch waren im Juni dort, hatten unseren Mietwagen dabei und fanden problemlos ein Plätzchen auf dem kostenpflichtigen Parkplatz (1,50 € pro Tag, wenn ich mich recht erinnere.) 30 Sekunden Fußweg zum Parkeingang nahmen wir gerne in Kauf. An der Kasse war es leer, so dass dem Besuchervergnügen nichts im Weg stand. Der Eintritt kostet 19 Euro pro Erwachsenen, mein damals fast zwei Jahre alter Sohn durfte kostenlos mit hinein. Also auf ins Vergnügen, schlimmer als im Parque las Aguilas konnte es nicht werden.
Gleich am Eingang, direkt vor einem Teich mit wunderschönen Koi-Karpfen, bekommt jeder Besucher einen Lageplan in die Hand gedrückt, auf dem auch die Zeiten sämtlicher Shows eingetragen sind. Jede Show findet mehrmals am Tag statt, so dass man mit entsprechender Planung auch nichts verpassen dürfte.
Eines der Hauptmerkmale des Parks begegnet einem gleich im Eingangsbereich, der einem thailändischen Dorf nachempfunden ist: die Sauberkeit. Eine fast unbegreifliche Sauberkeit angesichts der hohen Besucherzahlen täglich, das ganze Jahr über. Nicht nur die Wege sind peinlichst sauber, auch die Toiletten, die Restaurants UND die Tiergehege. Die Vogelkäfige zum Beispiel, die das Aushängeschild des Parks sind, werden dreimal täglich sauber gemacht, so dass man die unvermeidlichen Ausscheidungen der Tiere quasi mit der Lupe suchen musste, wenn man denn Wert darauf legte. Der Rasen ist perfekt gestutzt, die Palmen wiegen sich vorbildlich im Wind – manchmal war es ein wenig zu perfekt.
Tiere
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Neben den Vögeln / Papageien, die dem Park ihren Namen gaben, gibt es Hunderte verschiedener Tierarten, die – soweit ich das beurteilen kann – allesamt sehr artgerecht gehalten werden. Gitterstäbe sucht man, von den Vogelgehegen natürlich abgesehen, vergebens. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist das Gorillagehege. Hier stören keine Stäbe den Blickkontakt zwischen diesen Kolossen und dem kleinen Menschlein. Einzig und allein zentimeterdicke Glasscheiben bilden eine unüberwindliche Barriere. Viele Pflanzen, Klettermöglichkeiten, Höhlen zum Verstecken, Seile zum Spielen gibt es hier. Ein Blick in den Futterbereich der Tiere ließe vermutlich manches Gourmetherz höher schlagen. Es geht den Tieren also wirklich gut, und wohl kaum ein Besucher wird angesichts dieses Tierparadieses über den hohen Eintrittspreis meckern.
Die Vögel erhalten mehrmals täglich eine vollautomatische Wasserdusche, was die Federtiere sichtlich genießen. Durch die üppige Vegetation gibt es auch in jedem Gehege genügend schattige Plätzchen, was angesichts der recht intensiven Sonneneinstrahlung ein absolutes Muss ist.
Shows
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Seelöwenshow
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Leider kamen wir zu spät, um diese Show komplett zu sehen. Aber auch die letzten fünf Minuten haben sich gelohnt. Mir sind beinahe Tränen der Rührung in die Augen gestiegen, als ich merkte, wie glücklich die Seelöwen waren und wie viel Spaß ihnen die Show machte. Ich bin keine Tierexpertin, kann also das Seelenleben von Haifischen, Aras und Zwergflußpferden nicht wirklich einschätzen und analysieren, aber wenn ich jemals zufriedene Tiere in einem Zoo gesehen habe, dann hier.
Papageienshow
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Während mein Sohn sich mit einem meiner Schuhe beschäftigte, zogen wir Erwachsenen ehrfürchtig die Köpfe an, als riesige Papageien zu Beginn der Loro Show gefährlich niedrig über uns hinweg flogen. Janek zeigte sich gänzlich unbeeindruckt, was mir bis heute ein Rätsel ist. Die Show dauerte ca. 20 Minuten. Ein Papagei begeisterte die Zuschauer mit seinen Rechenkünsten (doch, das war wirklich beeindruckend!), ein anderer zog sich eine Dose Bier aus einem Getränkeautomaten, ein Kakadu machte es sich im Liegestuhl bequem. Keines der Tiere wurde gezwungen, sondern nur lieb animiert und hinterher mit Leckereien belohnt. Einer der Vögel hatte an diesem Tag allerdings keine rechte Lust, was nicht etwa dazu führte, dass er gezwungen wurde, seine Aufgabe zu erfüllen. Nein, man ließ ihn einfach ihn Ruhe, und das zeigte mir einmal mehr, dass in diesem Park tatsächlich respektvoll mit den Tieren umgegangen wird.
Delphinshow
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Wir hatten ein wenig Pech. Das eigentliche, mit einem Stoffdach bedeckte Delphinbecken wurde während unseres Besuchs umgebaut, so dass die Show im benachbarten kleineren und unüberdachten Becken stattfand. Ich konnte die Show gar nicht richtig genießen, weil die Mittagssonne unerbittlich auf die Steinsitzstufen und unsere Köpfe brannte. Dennoch war es ein Erlebnis zu sehen, wie auch die Besucher, insbesondere Kinder, mit in die Show einbezogen wurden. Wer schon immer mal einen feuchten Kuss von einem Delphin bekommen wollte: nichts wie hin!
Besondere Attraktionen
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Planet Pinguin
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Was jetzt kommt, klingt blöd. Stellt euch also lieber nicht bildlich vor, wie Tierparkbesucher auf einem Laufband rund um ein Pinguin-Becken gefahren werden. Denn genau so ist es, was aber vor Ort, in Live und Farbe also, alles andere als lächerlich wirkt. Die Rede ist vom Planet Pinguin, einem vor wenigen Jahren gebauten Haus, das perfekt auf die natürlichen Lebensumstände der dort lebenden Pinguine abgestimmt wurde. Mit Hilfe einer Eismaschine und spezieller Klimatechnik werden die Jahreszeiten am Südpol naturgetreu nachempfunden, manchmal rieselt sogar Schnee von der Decke. Auch die Lichtverhältnisse entsprechen den natürlichen Gegebenheiten, weshalb wir uns im Juni im dunklen Polarwinter befanden. Die Pinguine fühlten sich sichtlich wohl auf ihren rutschigen Eisschollen und im klaren, kalten Wasser. Viele kleine Höhlen boten Schutz vor allzu neugierigen Besucherblicken. Einzig und allein die Möwe, die man – warum auch immer – mit zu den Pinguinen versetzt hatte, schien fehl am Platze. Ich meinte sogar, sie zittern zu sehen.
Aquarium
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In der Nähe des Ein- bzw. Ausganges befindet sich der Bereich, in dem die Unterwasserbewohner untergebracht sind. Dessen Besuch sollte man auf keinen Fall versäumen. Hier findet man großzügige Aquarien mit einer Vielfalt an Fischarten, die ihresgleichen sucht. Und als Höhepunkt gibt es den Haifischtunnel. Der Besucher läuft durch eine Glasröhre, und um ihn herum schwimmen die Haifische. Wirklich beeindruckend, auch wenn man weiß, dass im Prinzip nichts passieren kann. Aber man hat ja bekanntlich auch schon Pferde vor der Apotheke….
Orchideenhaus
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Eigentlich ist es weniger ein Haus, sondern eher ein Durchgang, durch den fast jeder Besucher automatisch läuft. Orchideen-Fans werden hier glücklich. Aber haltet euch bloß zurück und berührt die Pflanzen nicht. Da wird höllisch gut aufgepasst.
Und dann gab es da noch so ein seltsames
Kino.
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Das ist meiner Meinung nach die einzige Attraktion, die man sich im Loro Parque wirklich getrost sparen kann. Es ist zwar nett, auf einer großen Leinwand einen Flug über den Amazonas zu verfolgen, und sicher waren auch wirklich schöne Landschaftsaufnahmen dabei. Aber draußen im Park tobte quasi das Leben, und ich war froh nach ca. 25 quälend langen Minuten das dunkle Kino endlich wieder verlassen zu können.
Für das leibliche Wohl
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ist an allen Ecken und Enden des Parks zur Genüge gesorgt. Die Preise für Essen und Getränke liegen auf dem Niveau deutscher Freizeitparks und Zoos, also nicht sehr billig, aber im Rahmen. Vor allen Dingen gab es genügend Auswahl für nahezu jeden Geschmack, man hatte also auch die Chance etwas anderes außer Fish &Chips zu essen.
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Oftmals fühlt man sich im Zoo nicht so wohl, wenn man die vermutlich nicht allzu glücklichen Tiere hinter ihren Gitterstäben beobachtet. Hier nicht. Und das hat tausend gute Gründe.
Euer Schneeweisschen weiterlesen schließen
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