Pro:
Aktionen, Lichtschwert, Macht, Leveldesign, Action, Spaß
Kontra:
nicht aus Fehlern gelernt, nicht viel Neues
Empfehlung:
Ja
Nach dem fulminanten Erfolg von Jedi Outcast haben sich die Entwickler von LucasArts und Raven dazu entschieden schnell eine Fortsetzung herauszubringen. Die Nachteile der Entscheidung sowie ihre Vorteile liegen teils auf der Hand, teils müssen sie gefunden werden. Der Boc hat jetzt schon eine Weile Jedi Academy gespielt und somit schon genug Erfahrung gesammelt um sich ein Bild machen zu können. Diese Erfahrungen sollen jetzt mit dem Leser geteilt werden.
-----Das Spiel-----
**Geschichte:
Nach Jedi Outcast ist noch einige Zeit vergangen. Die Neue Republik ist stark geworden und die Akademie der Jedi zu einer echten Lehrinstitution geworden, die viele Schüler aufnimmt, um das Ziel einen neue Jediorden zu gründen zu verwirklichen. Natürlich gibt es noch immer zu wenig ausgebildete Jedis, so dass mit einer alten Tradition gebrochen werden muss, die besagt, dass ein Lehrer immer nur einen Padawanschüler aufnehmen kann. Die Folgen dieses notwendigen Übels können sich schlecht auf die Entwicklung der Schüler auswirken, was im Lauf des Spiels an einigen Stellen noch offenbar wird.
Jedenfalls hat Kyle Katarn, der Held der bisherigen Spiele aus der Jedi Knight Serie seine Verbindung zur Macht aufrecht erhalten und dient nun als voll ausgebildeter Jedi zusammen mit Luke Skywalker an der Akademie als Lehrer. Da er in seiner momentanen Verfassung zu mächtig wäre, übernimmt der Spieler dieses mal einen neuen Charakter, einen jungen, hoffnungsfrohen Machtsensitiven, der ohne Anleitung ein Lichtschwert konstruiert hat.
Jaden, der neue Charakter beginnt zusammen mit Rosh seine Ausbildung unter Meister Katarn, bemerkt aber schon bei seiner Ankunft auf Yavin IV ein seltsames Ereignis. Eine kleine Gruppe macht etwas an dem alten Massassitempel, in dem der Sith Lord Exar Kun hauste. Bald wird sich herausstellen, was für Leute das sind und was für eine große Gefahr sie für den neuen Orden und das ganze Universum darstellen. Natürlich haben auch die Hinterbliebenen ihre Finger im Spiel sowie die ein oder anderen alten Bekannten.
Die Story ist gut erzählt und zeigt auch Einblicke in die Entwicklung des jungen Jedis. Mir hat sie gefallen, ist sie doch mit Spannung geladen und führt den Spieler an besondere Orte, nämlich Quellen der Macht. Natürlich ist es im Prinzip ein reiner Shooter, so dass kein Rollenspielcharakter drin ist, aber man will ja in diesem Spiel auch keine Simulation sondern Action. Ein zu bemängelnder Punkt ist, dass das Spiel in etwa 30 Stunden durchzuspielen ist, je nach Schwierigkeitsgrad braucht man länger oder kürzer.
**Das Leveldesign:
Die Levels sind wieder wie bei Dark Forces (wer kann sich daran noch erinnern ;-)) hauptsächlich als kleine Missionen gestaltet, die den Jedi in seiner Ausbildung weiterbringen sollen. Diese sind zum Teil leicht, manchmal aber auch recht schwer. Davon gibt es 3mal 5 Stück, die zwischen die eigentliche Geschichte um die „Jünger Ragnos“ eingeschoben sind. Die Levels sind meist recht klein, allerdings sehr abwechslungsreich. Man muss nicht nur immer laufen sondern auch mal einen Zug bremsen oder mit Swoops rumheizen. Man wird an vertraute Orte auf Tatooine oder Hoth geschickt doch lernt auch neue Welten kennen, wie zum Beispiel den Planeten auf dem Darth Vaders Burg steht. Die Level sind nicht zu kompliziert und durchweg schön gestaltet, die jetzt doch schon etwas schwache Engine setzt der Schönheit vor allem in Außenlevels Grenzen, was der erste Nachteil eines zu schnellen Nachfolgers wäre.
**Die Waffen:
Sie sind im Prinzip die selben wie im Vorgänger. Man bekommt wieder Blasterpistolen und Gewehre, Flakkanonen, Thermaldetonatoren und die neu eingeführte Stouker Plasma Kanone, ein wirklich feines Gerät, was allerdings sehr viel Munition braucht. Da man aber diesmal von Anfang an ein Lichtschwert hat, wird man dieses auch mit Vorliebe benutzen. Die Aktionen sind nun noch ausgefeilter die Duelle noch energiegeladener und der Spaß noch Größer. Die Verbesserungen im Lichtschwertkampf sind sicher der große Pluspunkt von Jedi Academy. Im Laufe des Spiels kann man sich auch für 2 Lichtschwerter oder den Darth Maul Kampfstab entscheiden, womit noch mehr Neuerungen entstehen. Es wird also nicht so schnell langweilig und im Multiplayer kann man andere Spieler mit besonders ausgefallenen Moves beeindrucken. Man spürt die Eleganz und die Vernichtungskraft die von dieser eleganten Waffe ausgeht, die sich nach wie vor ebensogut auch zur Abwehr wie zum Werfen eignet. Jeder normale Gegner hat gegen einen Jedi mit Lichtschwert keine Chance.
Man kann sich nun zu Beginn einer jeden Mission zusätzlich zum Lichtschwert und der Blasterpistole noch 2 weiter Schusswaffen und eine Explosivwaffe mitnehmen. Ich empfehle auf jeden Fall den Disruptor zum Snipern und vielleicht das Stouker die anderen braucht man eh nicht, da man ja ein Lichtschwert hat ;-)
**Die Macht:
Sie gibt dem Jedi noch immer seine Stärke. Schwache Gegner fliegen durch die Lüfte, werde entwaffnet, telekinetsich gewürgt oder dazu überredet für einen zu kämpfen oder einen nicht zu sehen. Der Jedi selbst springt sehr viel höher, kann durch Wände sehen, sich selbst heilen oder sich vor Angriffen schützen. Alles ist genial einfach anzusteuern und führt bei normalen Sturmtruppen zum Tode ohne auch nur einmal eine Waffe benutzen zu müssen. In hohen Stufen fliegen gleich 3 Sturmtruppen samt Waffen 10 Meter durch die Luft, wenn der Jedi sie herzieht. Will er mit der Macht seine Geschwindigkeit erhöhen, wird im Singleplayer nach wie vor die Umgebungsgeschwindigkeit reduziert, so dass man diese Fähigkeit zur totalen Überlegenheit ausnutzen kann und 5 Gegner ausschalten, bevor diese überhaupt reagieren können.
Die Machtfertigkeiten sind wieder aufgeteilt in hell, dunkel und neutral. Die neutralen steigern sich nur von selbst, während auf die anderen Punkte verteilt werden können. Man darf jede Machtfertigkeit nehmen, hell oder dunkel, böse ist nur der falsche Einsatz. Soweit ich gesehen hab können aber nicht die beiden gegenseitigen Anwendungsgebiete der Macht (hell und dunkel) gleichzeitig angewendet werden. Für eine Seite kann man sich gegen Ende entscheiden, was aber von der Wahl der Machtfertigkeiten, anders als bei Jedi Knight, unabhängig ist.
Die Macht ist immer noch das besondere im Spiel und kann über Sieg oder Niederlage auch in den großen Duellen entscheiden. Die Kräfte wurden im wesentlichen zum Vorgänger verbessert, vor allem der neue Nahangriffsentzug ist wirklich cool gestaltet.
**Die Gegner:
Die Gegner sind dieselben wie im zweiten Teil geblieben. Immer noch im Wesentlichen das Kanonenfutter, dass man erwartet. Für die Herausforderung gibt es jetzt gut ausgebildete Lichtschwertkämpfer, die mit 2 Schwertern oder mit dem Stab kämpfen. Diese fallen nicht mehr auf die klassischen Tricks rein, die Wiedergeborenen allerdings immer noch, so dass sie einen eigentlich nur Zeit kosten und keine große Herausforderung bieten. Auch hier hätte man vielleicht bei den Schwächen von Jedi Outcast lernen sollen und diese besonderen Gegner ein bisschen weniger anfällig gegen einfach Tricks machen. Sturmtruppen zu dominieren macht Spaß aber die Gegner mit Lichtschwert sollten ernstzunehmende Gegner sein, damit es kein Spaziergang wird. Eine hohe Schwierigkeit ist auf jeden Fall empfehlenswert, damit man wenigstens über kleine Schrammen nicht einfach lachen kann. Die Gegner versuchen sich zu organisieren, das gelingt ihnen allerdings etwas unterdurchschnittlich. Nur bei den besonderen Gegner ist eine hohe KI bemerkbar, aber keine Verbesserung zum zweiten Teil.
**Zusammenfassung:
Das gesamte Prinzip des Spiels ist das selbe wie bei Jedi Outcast geblieben. Mehr Moves, mehr Action und eine super Duellatmosphäre sprechen für das Spiel. Die mangelnde Lernfähigkeit der Programmierer aus Fehlern des Vorgängers dagegen. Im Prinzip kein wirklich neues Spiel sondern eher ein Patch für Jedi Outcast, so kann man es vielleicht beschreiben. Da jenes jedoch ein ausgezeichnetes Spiel ist, kann man auch Jedi Academy für jeden Actionfan empfehlen. Es gibt keine unlösbaren Rätsel aber dennoch muss man manchmal denken. Der Spielspaß ist kaum zu toppen, allenfalls Mafia, Operation Flashpoint oder Jedi Outcast können den Boc ähnlich fesseln.
-----Grafik-----
Hab ich diese beim Vorgänger noch wegen Funktionalität gelobt, muss ich hier jetzt leider Abzüge geben. Nach wie vor die Quake 3 Engine, diesmal allerdings mit höherauflösenden Texturen, noch mehr Atmosphäre und noch besseren Lichteffekten. Die Lichtschwertduelle sehen noch besser aus als beim Vorgänger, die Innenräume wirken gut und das Wetter steht in graphischer Wechselwirkung mit der Umgebung. Schwächen sind die relativ eckigen Charaktere der Engine, die schwachen Außentexturen und die durch obengenanntes noch höheren Anforderungen ans System. Mit Verzicht auf alle Feinheiten kann ich es auf meinem System (PIII 900, 384 MB, GeForce 2MX) ohne großes Ruckeln spielen, dann sieht’s allerdings auch nicht besser aus als Half-Life was auf einem P200 lief. Hier wäre eine Entscheidung für eine ganz neue Engine vielleicht zeitgemäßer, so dass wenigstens die Besitzer eines guten Rechners in den vollen Genuß moderner Grafikengine kommen können. Die Spielbarkeit muss ich aber wieder loben und darauf kommt es mir im Wesentlichen an.
**Systemvoraussetzungen(nach Lucasarts):
CPU: Mindestenz 450 MHz
Grafik: 32 MB, OpenGl 1.4 Compatibel (praktisch jede AGP Karte)
RAM-Speicher: 128 MB (256 MB empfohlen)
System: DirectX 9.0a Kompatibel, Windows (kein 95 oder NT)
-----Sound-----
Nun von Anfang an mit einer EAX 5.1 Option ausgestattet, welche hier im Gegensatz zum Jedi Outcast Patch auch sehr gut funktioniert ist der Sound immer noch sehr hervorzuheben. Klasse Soundtrack, an dem ja nie viel verändert wird ;-) stimmige Geräusche, gute Sprachausgabe auch im Deutschen. Das vereint wieder hohe Funktionalität und großartige Atmosphäre. Hier kann ich keine Mängel feststellen, man fühlt sich ins geschehen gebracht und wird gefesselt. Ich hab leider auf die hohe Soundqualität verzichten müssen, da mein Compi das nicht mitmacht, bin aber schon mit der niedrigen Qualität hoch zufrieden. Wie bei Jedi Outcast nichts auszusetzen, taktisch wie atmosphärisch sehr gut brauchbar sowie in den Schwachpunkten gegenüber eben genanntem verbessert.
-----Bedienbarkeit-----
Wenn irgendwas immer funktioniert hat und fürs überleben wirklich wichtig ist, dann die Bedienung. Hier hat sich gegenüber Jedi Outcast nichts geändert. Wenig Tasten sind nötig, man findet sich ohne Probleme zurecht. Für die besonderen Aktionen müssen Kombinationen aus Angriffen, Bewegungen und Sprüngen gemacht werden, die aber alle im Spiel durch drücken der Tab Taste abrufbar sind. Da ein bisschen zu üben macht Spaß. Einfach rumrennen und um sich schlagen kann jeder aber ein eleganter Lauf die Wand hinauf, ein Sprung an die Gegenüberliegende um sich gewand zwischen zwei Gegner zu stellen und auf beide Seiten hinauszustechen ist nicht nur eleganter sondern vielleicht auch effektiver. Es ist nicht ganz einfach aber durch die Erklärung für jeden machbar.
-----Multiplayer-----
Diesen wollte ich schon öfters ausprobieren, allerdings flieg ich da immer schnell raus, weil es ein Problem gibt. Da mein System nicht ganz mitkommt und beim Zugriff auf die CD leicht abschmiert, könnte es daran liegen, dass ich diesen Spaß noch nicht richtig erleben durfte. Es gibt dieselben Modi wie bei Jedi Outcast (FFA, CTF, Duell) und zusätzlich noch taktische Maps wie bei Unreal Tournament, wo ein taktisches Ziel von einer Gruppe verfolgt wird, während die andere dessen Erfüllung verhindern muss. Bald bekomm ich ein neues System, dann kann ich vielleicht was zur Qualität sagen.
-----Fazit-----
45 Euro bezahlt man für das Game im Durchschnitt. Da es sich aus meiner Sicht nur um einen Patch handelt, ist der Preis zu hoch. Ich empfehle deshalb mit dem Kauf noch ein wenig zu warten und lieber noch ein bisschen Jedi Outcast zu spielen, bis es billiger ist. Der Spielspaß, sowie die Technik ist bei Jedi Academy zwar höher, dafür ist das Spiel für den Preis auch zu schnell vorbei. Durch die verschiedenen Lichtschwerttypen und die zwei Seiten für ein alternatives Ende reizt es jedoch zum nochmals durchspielen. Große Star Wars Fans, so wie ich, mit viel Geld, die es nicht erwarten können, können sich das Spiel natürlich auch jetzt schon kaufen. Sie bekommen auf jeden Fall ein aktuelles und hochaufregendes Spiel das praktisch in allen Punkten glänzt. Es ist aber eben nur ein Nachfolger.
17.10.2003__bocdanovic weiterlesen schließen
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