Pro:
Die herrliche Umgebung, schöne Dörfer, Städte, gutes Essen, freundliche Gastgeber.
Kontra:
Nur tagelanger Regen, aber gegen den ist nun mal kein Kraut gewachsen, auch kein Heidekraut.
Empfehlung:
Ja
Urlaub in der Lüneburger Heide mit Besuch auf "I s e r h a t s c he"
Hallo liebe Yopi-Schreiberlinge,
weil ich von von dieser Jagdvilla mitten in der Lüneburger Heide so beeindruckt war, muss ich euch unbedingt von dieser Besichtigung berichten, es ist einfach einen Bericht goldwert.
Eigentlich war ich mit meinem Schatz auf Urlaub in der schönen Lüneburger Heide in Niedersachsen, und zwar in Wesel/einem Ortsteil von Undeloh. Das sollte ja auch nur der Schlaf- und Frühstücksort bzw. der Ausgangspunkt zu weiteren Besichtigungen sein. Von Berlin aus ist man schon ca. 4 Stunden unterwegs, wenn man gut durchkommt, kein Stau ist und nicht mehr als ein- bis zweimal eine kleine Pause macht. Nun ja, aber davon will ich ja nicht berichten, aber den Stau hatten wir trotzdem.
Für jeden Tag hatten wir uns eine Tour vorgenommen, um die Heide zu erkunden, die schöne blühende Landschaft zu sehen und seine Sehenswürdigkeiten, sowie einige größere Städte zu bewundern, wie zum Beispiel C e l l e. Unter anderem ist uns in Wesel das Anwesen "Iserhatsche" sehr empfohlen und uns als ein klein bisschen verrückt und außergewöhnlich dargestellt worden. Nun ich kann euch sagen, das war es auch, nichts war zuviel versprochen.
== Was bedeutet der Name ?
=I s e r h a t s c h e heißt auf hochdeutsch "Eisernes Herzchen"
Man erzählte uns bei der Führung, dass der hochdeutsche Name nicht so beeindruckend ist, wenn man ihn ausspricht, man hat daraus aus norddeutschem Sleng und Mix das Wörtchen
I s e r h a t s c h e
gemacht.
== Die A n f a h r t
Iserhatsche erreicht man von der Autobahn A7 an der Abfahrt Bispingen. Die Adresse lautet: 29646 Bispingen, Nöllestraße 40. Es gibt übrigens auch eine Internetadresse: www.iserhatsche.de. Diese Seite hat auch einen Routenplaner, damit man die Villa schneller findet.
== Außer der Jagdvilla befinden sich dort :
- der Montagnetto (beeindruckender Multifunktionsbau)
- der Barockgarten
- ein Landschaftspark
- ein Glaskunstgebäude
- ein Preußenpavillon
- ein Café
- ein Heirats-/Feierraum
== Das Geburtsdatum
Erbaut wurde die Jagdvilla von 1913 bis 1914 für den Königlich Preußischen Kommerzienrat Ernst Nölle. Erzählt hat man uns, dass die Jagdvilla während des Krieges auch als Lazarett umfunktioniert wurde, dann auch später als Mutter-Kind-Kurheim und wurde dann später wieder bewohnt, und zwar von den heutigen Eigentümern, die es uns allen möglich machen, das tolle Grundstück zu besichtigen.
In der Jagdvilla selber wird man geführt und darauf hingewiesen, keine Fotos zu schießen, da diese Villa nebst Inhalt bewohnt wird vom jetzigen Eigentümer der Familie Schulz-Ebschbach und eben der privateste Bereich ist. Kann man doch auch verstehen. Man kann aber Prospekte käuflich erwerben. Schließlich will man seinen Angehörigen doch auch etwas vom Inneren der Jagdvilla zeigen. Alles, was außerhalb der Villa zu besichtigen ist, kann aber ohne weiteres fotografiert werden.
==In der Jagdvilla befinden sich
--ein Eingangsdielen-Treppenhaus mit Jagdtrophäen und D-Mark-Teppich
(Teppiche werden übrigens nicht ausgelegt, sondern gemalt)
--ein Kamin-Trophäenraum (aus dem Jahre 1890-1910) mit einer
Heidebildersammlung,
--ein Biedermeierjagdzimmer mit Handdrucktapeten (es wird kaum
ein Stück weißer Hintergrund zu sehen sein, einfach wunderschön)
--ein Spiegelsaal, der auch für Trauungen genutzt wird, mit Kunst-
werken
--das Diana-Sanssouci-Zimmer (Glaskunst und Gold überwiegt,
einfach nur traumhaft)
--ein Vier-Jahreszeiten-Eichensaal (mit Möbeln aus der Gründerzeit)
==Das Montagnetto ist wirklich der Hit:
Er ist ein Multifunktionsbau (ökologisch und raffiniert gebaut)
--außen mit Wasserfall (und symbolischem Vulkanausbruch)
--innen mit Hochzeitsschmiede, einer Brotbackofengrotte, einem
Sala del Monte (unglaublich schöne Malereien, Holzschnitzereien)
wird auch genutzt für Feierlichkeiten wie Hochzeiten etc., dann dem
--Newgrange-Rundraum (als außergewöhnliches Standesamt)
==Ein Barockgarten und ein Landschaftspark rundet das Ganze ab und ist einfach ein Muss:
Der Barockgarten ist gekrönt von Werken des Berliner Bildhauers und Malers Hengstenberg (wie der Ebereschen-Eisen-Glocken-Baum, hier bedeutet jede Glocke ein Lebensjahr des Erfinders und damit sein erhofftes Glück), die Glocken kann man bespielen. Der Clou ist neben den Bäumen aus Eisen auch ein Sprüchemarathon im warsten Sinne des Wortes, diese sind im Garten überall geschrieben und kann man auch, wenn man nicht endlos fotografieren will, erwerben als Iserhatsche-Sprüchebuch.
==Der Iserhatscher Landschaftspark zeichnet sich aus durch:
Terrassen, Seen, Baukunst, Naturgenialitäten auf 23 ha Fläche, sind orientiert an Meisterwerken von Fürst Franz (Gartenreich Wörlitz) und Fürst Pückler (Muskau Branitz).
==Auf dem Gelände befindet sich eine Glasbläserei, in der man den Glaskünstler bei seiner Arbeit beobachten kann und selbst auch seine Kunstwerke erwerben kann. Seine Werke hängen drinnen, wie draußen, wir haben dort eine ganze Weile zugeschaut und er erklärt auch gern, wie seine Kunstwerke entstehen.
==Im Preußenpavillon sind Dauerleihgaben von Werner Prechel aus Berlin zu sehen, die die Geschichte Preußens wiedergeben. Fragen können dort gern gestellt werden. Der Raum ist zwar sehr klein, aber dort sind Leihgaben von 1701 (z.B. Friedrich dem III.) bis zum Ende des I. Weltkrieges zu sehen.
Am Ende der Führung hatten wir doch etwas Appetit und haben das dortige Kaffee aufgesucht, um den guten Butterkuchen zu probieren und uns beim Kaffee etwas erholt.
Die gute Heideluft hat ihr Übriges getan und uns eine gesunde Gesichtsfarbe und einen tiefen Schlaf beschehrt. Für Städter genial.
==Die Öffnungszeiten sind übrigens sehr einfach zu merken,
es ist fast immer auf, zwar nicht rund um die Uhr aber j e d e n Tag.
Von April bis Oktober von 10-18 Uhr und
von November bis März von 11-16 Uhr, selbst an Feiertagen.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 8,- Euro,
Kinder von 7-12 Jahren 4,- Euro,
Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt,
für Gruppen ab 10 Personen 6,- Euro.
Gruppen können sich auch vorher anmelden und die Führungen finden immer zu jeder vollen und halben Stunde statt. Mit viel Geduld werden Fragen beantwortet und alle sind sehr freundlich.
****Habt Ihr schon mal einen Menschen kennengelernt, der sich schon zu Lebzeiten einen Sarg baut, na vielleicht schon, aber bestimmt keinen Sarg, in dem man sitzen kann und ein Leichenhemd mit Tasche für sein Handy (für den Notfall) schon mit reinlegt. Wenn nicht, dann müsst ihr unbedingt auch den Rest der ungewöhnlichen Villa sehen.
Hunde sind leider nicht erlaubt, wegen des sehr reichen Wildbestandes.
****Auch Gutscheine kann man verschenken, das wäre doch auch mal ein Geburtstagsgeschenk, wie wärs.
Mein Fazit: Ein außergewöhnliches Haus mit außergewöhnlichem Garten aus einem anderen Jahrhundert mit Menschen von Heute mit verrückten Ideen. Wer etwas Außergewöhnliches sucht, der findet es in Iserhatsche garantiert. Spaß ist vorprogrammiert. Die Lüneburger Heide tut ihr Übriges, grüne Lunge pur. weiterlesen schließen
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