Pro:
Ein Mankell; gut durchdacht
Kontra:
teilweise vielleicht etwas zu weit ausgeführt
Empfehlung:
Ja
Erschienen 1993 unter dem schwedischen Titel „Den vita lejoninnan“.
In Deutschland 1995 zunächst als gebundene, und 1998 als Taschenbuchversion erhältlich.
...Das Buch...
Man schreibt das Jahr 1918 in Südafrika. In diesem Jahr gründen drei Buren (niederländisch für Bauern, Buren waren die ersten weißen Bevölkerer in Südafrika) „das junge Südafrika“, eine Vereinigung gegen alle schwarzen im Lande. Durch diesen Bund, der später in „Broderbond – Bruderschaft“ umbenannt wird, erhoffen sie sich die Erhaltung aller diskriminierenden Apartheid-Gesetze. Die Bruderschaft agiert im Verborgenen, und hat bald die fast 100% politische Macht in Südafrika. Wollte jmd. sich politisch weiter entwickeln, oder gar Präsident werden, dann ging das nur durch Unterstützung der Buren.
Nach gut 100 Jahren, nach einer sehr schweren Zeit für die Buren, in der sich der Einfluss erheblich vermindert hat, beschließen die jetzigen Führenden Buren, Jan Kleyn, Franz Malan, sowie einige weitere, ihren drohenden Verlust politischer Macht an die schwarze Bevölkerung durch ein Attentat und die dadurch resultierende Gewalt beider Lager, der schwarzen und weißen Bevölkerung, zu sichern, und Südafrika in ein unverzichtbares Chaos aus Gewalt, Korruption, Angst und Hass zu stürzen.
Gezielt werden verschiedene Berufskiller genauer untersucht, um schließlich einen, der nach Meinung Jan Kleyn’s und Franz Malan beste, zur Ausbildung nach Schweden zu schicken. Dort soll der Auserwählte, Victor Mabasha, von einem ehemaligen KGB-Offizier namens Konovalenko auf psychische Schwächen geprüft, sowie in der Handhabung eines über 900m weit schießendem Gewehr trainiert werden.
In Schweden kreuzen sich dann die Wege der russisch/südafrikanischen Attentäter und Kriminalhauptkommissar Kurt Wallander. Dieser kommt mit den beiden das erste Mal in indirekten Kontakt, als eine junge Mutter und Immobilienmaklerin, Louise Akerblom, erst vermisst und später erschossen in einem Brunnen gefunden wird. In kurzer Entfernung zum Fundort wird noch während den ersten Ermittlungen ein Haus in die Luft gesprengt. Dort findet die Spurensicherung dann folgende, für Wallender keinen Zusammenhang gebenden Gegenstände: Eine Russische Funkanlage, von der nur noch Trümmer übrig sind, eine sehr seltene, wie sich später rausstellt nur in Südafrika produzierte, Pistole, und – ein schwarzer Finger.
Wallander beginnt eine schier Aussichtslose Jagd nach dem unbekannten Mörder.
Mit viel Fingerspitzengefühl, einer großen Portion Glück, und einem mit derselben Waffe wie Louise Akerblom erschossenem Polizisten gelingt es Wallander schließlich dem russen Konovalenko auf die Spur zu kommen. Dieser erkennt spät, aber doch früh genug das es sich bei Wallander um einen gefährlichen Gegner, und nicht wie zuerst angenommen um einen harmlosen Provinzpolizisten handelt.
Wallender gelingt es schließlich mit Victor Mabasha in Kontakt zu treten. Von diesem erfährt er, wenn auch nur Bruchstückhaft, das Mabasha ein Killer ist, der in seinem Heimatland Südafrika einen wichtigen politischen Mann töten soll. In der Hoffnung dieses Attentat verhindern zu können, versucht Wallander Victor Mabasha mit gefälschten Papieren aus dem Land zu schmuggeln. Dazu kommt es allerdings nicht mehr, da der Afrikaner von Konovalenko aus Wallander’s Wohnung entführt wird. Wallander macht sich an die Verfolgung der drei. Außer Mabasha und Konovalenko sitzt noch Konovalenkos Freund aus KGB-Zeiten und Laufbursche Rykoff mit im Wagen.
Das Trio gelangt schließlich dicht gefolgt von Wallander auf einen Militärsübungsplatz.
Dort gelingt es Wallander dann nur mit seiner Dienstwaffe und einer Schrotflinte bewaffnet Konovalenko einzuholen. Versteckt durch den dichten Nebel und ein Gebüsch kann Wallander nur zusehen, wie Konovalenko Mabasha direkt in die Stirn schießt, als dieser auf mehrmaliges Fragen nach Wallander’s Aufenthaltsort keine Antwort gibt. Geschockt durch diese Szene kommt Wallander brüllen hinter dem Gebüsch hervorgesprungen, und erschießt fast blind vor Wut Rykoff mit mehreren Schüssen in den Brustkorb. Konovalenko kann mit Rykoff als menschliches Schutzschild entkommen. In der Zwischenzeit sind Wallander’s Kollegen eingetroffen, denen er wild mit den Waffen fuchtelnd zu schreit sie sollen verschwinden. Wegen diesem Vorfall wird Wallander von seinem Chef Björk als nicht mehr ganz zurechnungsfähig eingestuft.
Wallander verkriecht sich nach Vergeblicher Suche nach Konovalenko bei seinem Freund Sten Widen, einem Pferdezüchter außerhalb von Ystad.
Natürlich ist hier nicht Schluss. Doch wäre es nicht wenig sinnvoll evtl. euer Interesse geweckt zu haben und nun das Ende zu verraten?
...Meine Meinung...
Mankell versteht es in diesem Roman mal wieder ausgezeichnet seine Leser zu fesseln und um ihren Schlaf zu bringen... Sehr gut finde ich wie er die komplizierten Verhältnisse in Südafrika darstellt und seinen Killer nach Schweden bringt. Man bekommt wie in allen von mir gelesenen Wallander-Krimis einen tiefen einblick in Wallanders Gefühlswelt. Der Kriminalhauptkommisar Kurt Wallander hinterfragt nicht nur sämtliche Ermittlungsarbeiten, sondern er macht sich wie immer starke Gedanken über die Zustände in seinem Land Schweden. Dadruch fühle ich mich als Leser sehr stark auch emotional mit Wallander verbunden und freue mich mit ihm über jeden Erfolg, bzw. leide unter jedem Rückschlag so wie er. Was "Die weiße Löwin" allerdings von andern Wallander-Romanen unterscheidet ist, dass mit Victor Mabasha eine zweite Figur neben Wallander ein ausgeprägtes psychisches Profil bekommt. Auch in den südafrikanischen Auftragskiller kann ich mich als Leser sehr gut hineinversetzen und finde ihn trotz seines kaltblütigen Auftrags doch skuriler Weise sympatisch. Ich habe diesen Krimi so weit ich mich erinnern kann in zwei Nächten verschlungen, und kann ihn euch nur ans Herz legen. Die verpassten Stunden an Schlaf sind es allemahl wert gewesen!!!
...Der Autor...
Henning Mankell:
Geboren 1948 in Härjedalen, ist einer der angesehensten und meistgelesenen Schriftsteller in Schweden. Er wurde mehrfach mit Preisen für seine Literarischen Werke ausgezeichnet.
Heut lebt Mankell in Maputo/Moçambique.
Noch etwas zu den angaben unten:
Ich habe bei Leserschaft Erwachsene angegeben. Ich selber bin momentan 16 Jahre alt und habe das Buch vor fast 2 Jahren das erste mal gelesen. Ich denke es ist ein anspruchsvolles Buch, das jedoch durchaus auch schon von Jugendlichen gelesen werden kann. Diese müssen allerdings ein allg. Interesse an guten Krimis bzw Thrillern haben. Ist dies nicht der Fall wäre es schade um das Buch und seinen guten Ruf. weiterlesen schließen
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