Pro:
Mariahs Stimme, Mariahs Musik, ach ja und Mariah
Kontra:
die 2 "Ausrutscher"
Empfehlung:
Ja
>>> MARIAH CAREY - MARIAH CAREY <<<
Liebe Leserin, lieber Leser
diese Meinung ist Teil einer laufenden Bio- und Discografie über die Künstlerin Mariah Carey. Sämtliche biografische Daten umreißen lediglich den Zeitraum des Erscheinungsjahres des jeweiligen Albums.
Für die komplette Biografie ist es daher ratsam alle Meinungen in Reihenfolge der veröffentlichten Alben zu lesen. Aber natürlich keine Bedingung ;-)
Danke fürs Lesen!
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VORGESCHICHTE
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„The rush of being new and hot can fade – it will fade – but the music will always be there.“ (M.Carey)
So ganz neu im Popgeschäft ist Mariah ja nicht mehr, aber „heiß“ ist sie immer noch und mittlerweile nicht mehr nur musikalisch, sondern auch modisch... Dabei hätte sie nie im Traum daran gedacht jemals so berühmt und erfolgreich zu werden. Obwohl, geträumt hat sie schon davon und das sehr früh in ihrer Kindheit. Aber beginnen wir doch einfach von Anfang an...
Der 27.03.1970. Mariah Carey erblickt das Licht der Welt auf Long Island als jüngste von 3 Kindern der Eltern Patricia und Alfred Carey. Ihr Vater, ein venezuelanischer Techniker, und ihre Mutter, eine Irin, ließen sich scheiden, als Mariah 3 Jahre alt war. Fortan mußte sich Mariahs Mutter allein um Alison, Morgan und eben
Mariah kümmern. Schon früh interessierte sich Mariah für Musik, bedingt natürlich auch durch die Mutter, die an der New Yorker Oper als Sängerin arbeitete. Sie förderte ihre Tochter in musikalischer Richtung und schon früh zeigte sich die einzigartige Stimmbegabung der kleinen Mariah.
Als eines abends ihre Mutter nach einen Auftritt nach Hause kam und sie mit einer krächzenden Stimme begrüßte, stand für Mariah fest, ihre Stimmbänder zu trainieren, denn so etwas wollte sie nie erleben.Vielleicht war auch das ein Grund, das sie heute diese ausgeprägte, klanglich saubere 5-Oktaven-Stimme ihr eigen nennen darf...
Mit 12 Jahren war Mariah öfter in einem kleinen Tonstudio zu finden (das ein Freund ihres Bruders besaß) um erste Demobänder aufzunehmen, als in der Schule. Mit 16 zog sie nach New York und lebte zusammen mit einer Freundin in einer WG. Sie hielt sich mit Gelegenheitsjobs als Kellnerin oder Garderobenhilfe über Wasser, immer in der Hoffnung eines Tages entdeckt zu werden.
Auch über ihren Bruder lernte sie 1986 Ben Margulies kennen. Mariah über das erste Treffen mit Ben: „We needed someone to play the keyboards for a song I had written with a guy called Gavin Christopher. We called someone and he couldn’t come, so by accident we stumbled upon Ben. Ben came to the session and he can’t really play keyboards very well-he’s really more of a drummer- but after that day we kept in touch, and we just sort of clicked as writers.“ Das sind diese Zufälle, die Musikgeschichte schreiben. Diese künstlerische Beziehung sollte für ihr erstes Album von großer Bedeutung sein...
1988- Mariah war gerade 18 Jahre jung- sang sie als Background-Sängerin bei Brenda K.Starr, einer amerikanischen R&B-Künstlerin. Brenda war es auch, die aus dem Traum von Mariah Wirklichkeit werden ließ. Sie lud alle ihre Sängerinnen zu einer Party ein, bei der auch die Person anwesend war, die Mariah zum Durchbruch verhelfen sollte...Tommy Mottola, kein geringerer als der Boss von Columbia Records. Denn er erkannte das künstlerische Potential, das alle anderen Labels, die Mariah mit ihren Demobändern anschrieb, wohl nicht sehen (oder besser gesagt hören) konnten.
Das Märchen vom Aufstieg zur Pop-Diva konnte beginnen...
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DAS ALBUM
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„Mariah Carey“ erschien am 30.Juni 1990 und schaffte auf Anhieb Platz 80 in den Billboard-Charts (den offiziellen US-Charts). Das war für eine NoName-Künstlerin ein großartiger Einstieg. Der Bekanntheitsgrad stieg, wollte sich doch jeder das „Stimmenwunder“ aus New York näher anhören. Und verblüffenderweise schaffte es das Album nach 8 Monaten tatsächlich auf Platz 1 der Charts , um dort 11 Wochen zu verweilen.
So einfach das Konzept des Albums war, so erfolgreich war es auch: Es verkaufte sich weltweit 18 Millionen Mal (allein in den USA 9 Millionen Mal) und bekam 9 x Platin.
Was also war so besonders, das so viele Menschen sich ein Debütalbum einer bis dato völlig unbekannten Sängerin kauften?
DIE TITEL
„Vision of love“ (3:28 min)
Langsam und leise beginnt das Lied und damit auch das Album. Und ebenso leise faded Mariahs Stimme ein, um sich im Verlauf des Liedes immer mehr zu steigern. Bassgitarre und Drums begleiten Mariahs Gesang im Hintergrund, ohne auffällig zu wirken. Am Ende schreit sie die „Visionen der Liebe“ heraus, dabei stimmlich immer einwandfrei...
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„There’s got to be a way“ (4:53 min)
Das ist so ein typisches R&B-Lied mit einem gewissen Gospel-Touch. Es beginnt ruhig, wird zum Refrain hin lauter und dann setzt der Backgroundchor ein. Eine Gitarre und Percussions spielen im Hintergrund einen schnellen und tanzbaren Rhythmus. Der Chor wird immer lauter und dann setzt das für Gospel charakteristische Klatschen im Rhythmus der Musik ein. Der Text handelt von der Hoffnung, das es einen Weg gibt, das alle Menschen (egal welcher Rasse) in Frieden zusammenleben können. Wunschträume, die sie wohl auch im Zusammenhang mit ihrer Jugend und der damit verbundenen Rassendiskriminierung als Lied niederschrieb. Denn durch ihre dunklere Hautfarbe hatte sie schon in ihrer Kindheit oft mit Vorurteilen zu kämpfen...
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„I don’t wanna cry“ (4:47 min)
Eine Akustikgitarre startet leise das Lied. Drums und Keyboard spielen eine langsame Melodie. Es klingt sehr traurig, was Mariah mit dem Text auch unterstreicht: „I don’t wanna cry,don’t wanna cry, nothing in the world could take us back to where we used to be. Though I’ve given you my heart and soul, I must find a way of letting go, cause baby I don’t wanna cry!“ Diesen Schmerz des Loslassens von einer Liebe steigert sich zum Ende des Liedes durch ihren fordernden Gesang...
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„Someday“ (4:06min)
Eine Mid-Tempo-Nummer im tanzbaren Rhythmus. Wieder spielen Drums und Gitarre die Melodie, unterstützt durch Keybordeinsätze während des Liedes. Nach der 3.Strophe hören wir ein kurzes Gitarrensolo. Das Lied kommt locker und flockig daher, mit einer eingängigen Melodie. Mariah macht ihrem Ex klar, das er eines Tages merken wird, das sie die Einzige ist, die er braucht. Gleichzeitig sagt sie ihm aber, das er nicht wieder angekrochen kommen soll... (immer diese Selbstüberschätzung der Frauen ;)
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„Vanishing“ (4:11 min)
Das ist eine wunderschöne Ballade. Einige werden beim hören zwar behaupten, das Lied würde sich wie Kaugummi in die Länge ziehen. Aber hier hört man das erste mal so richtig Mariahs einzigartige Stimme, in jeder Tonlage einwandfrei. Tieftraurig singt sie über das Vergessen einer Liebe („You’re vanishing, drifting away...“) und wird dabei einzig von einem Piano unterstützt, das leise und unaufdringlich ihren Gesang begleitet. Zum dahinschmelzen *seufz* ...
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„All in your mind“ (4:43 min)
Das erste Lied, das mir so gar nicht gefallen will. Eine Mid-Tempo-Nummer in der das Keybord eine lockere Melodie spielt, begleitet mal wieder durch Drums und Gitarre. Es plätschert so dahin. Ein Chor singt den Refrain und Mariah trällert im Hintergrund in jeder erdenklichen Tonlage. Eindeutig zu lang und zu eintönig geraten...
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„Alone in love“ (4:11 min)
Und noch eins, was bei mir wenig Begeisterung hervorruft. Keybord und Drums geben das Tempo vor, ein sehr langsames und tieftrauriges. Mariah fühlt sich allein, da ihre Liebe nicht erwidert wird: „I look into your eyes, you turn the other way. And now I realize, it’s all a game you play.“ ...
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Die Songs 5, 6 und 7 sind sehr langsam und gefühlvoll, dadurch wirken sie mitunter auch etwas einschläfernd und können bei manch geneigtem Zuhörer zu Ermüdungserscheinungen führen. Deshalb weckt uns...
„You need me“ (3:51 min)
...wieder auf. Und zwar in Form einer Gitarre und einem aggressiven Gesang, den man in dieser Art von Mariah gar nicht gewohnt ist. Drums und Keybord spielen wieder die Melodie. Eine an manchen Stellen klirrende Elektro-Gitarre unterstützt den fordernden Gesang im Refrain und spielt nach der 3.Strophe auch ein Solo. Ziemlich ungewohntes Lied für Mariah-Fans und schwer zu beschreiben...
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„Sent from up above“ (4:05 min)
Kein besonderes Lied. Eingängige Mid-Tempo-Nummer, indem sich Keybord und Gitarre beim Melodiespiel abwechseln. Ansonsten aber nur Durchschnittsware...
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„Prisoner“ (4:22 min)
Das wohl ungewöhnlichste an diesem Lied sind die Sprechgesang-Parts von Mariah zum Anfang und am Ende. Sehr, sehr fremd... Mariah singt davon, sich aus dem „Gefängnis der Liebe“ (in dem sie sich befindet) zu befreien. Melodische Keybordklänge und ein sich dem Gesang anpassendes Drum runden das Lied ab...
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„Love takes time“ (3:48 min)
Neben „Vanishing“ eindeutig der Höhepunkt des Albums. Und darauf mußte ich bis zum Schluß warten. Aber es hat sich gelohnt. Das Keybord spielt leise die Melodie, im Hintergrund sind Drums zu hören, die nur im Refrain lauter und dynamischer klingen. Es ist eine tieftraurige Ballade mit einem melancholischen Gesang. Mariah singt gefühlvoll über den Schmerz einer verlorenen Liebe, wird zum Ende hin lauter, um dann leise auszufaden. Dieses Lied bildet auf jeden Fall den krönenden Abschluß des Albums...
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... obwohl es eigentlich gar nicht auf „Mariah Carey“ erscheinen sollte. Das Album war kurz vor der Fertigstellung, als Ben Margulies und Mariah einen Song geschrieben hatten, der für den Nachfolger gedacht war. Aber nachdem Tommy Mottola ihn gehört hatte, wußte er, dieser Titel muß auf jeden Fall auf das Debütalbum. Also wurde kurzerhand der letzte Titel gecancelt und in nur wenigen Tagen „Love takes time“ produziert, das ja bis dato nur als Demoband vorhanden war. So fand eines der schönsten Lieder von Mariah also doch noch den Weg auf ihren Erstling.
CD-INFOS
Das Album „Mariah Carey“ hat eine Spieldauer von 46:44 min und ist erschienen bei ColumbiaRecords. Executive Producer ist Tommy Mottola (der Name wird noch öfter auftauchen). Als Produzent fungierte u.a. Rhett Lawrence, der vor allem als Produzent der Band „Earth,Wind & Fire“ bekannt wurde (die älteren unter den Lesern werden mit dieser Band noch was anfangen können).
Mariah schrieb die Texte, in Zusammenarbeit mit Ben Margulies (z.B. „Vanishing“ oder „Love takes time“). Für alle „Mitsinger“ sind im Booklet die Texte abgedruckt.
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FAZIT
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Das Album bietet eine Mischung aus tanzbaren Pop-Liedern und langsameren R&B-Stücken. Wer ein Faible für glasklare Frauenstimmen hat (ich denke da spontan auch an Sängerinnen wie Dido) und schöne Balladen liebt, sollte sich „Mariah Carey“ zulegen. Mittlerweile ist es schon für 9,- Euro zu bekommen und damit ein wahres Schnäppchen, gemessen an dem, was es zu bieten hat.
11 Songs, durchweg ein sehr gut gelungener Erstling von Mariah Carey (sieht man von den beiden „Ausrutschern“ des Albums ab). 4 Titel wurden ausgekoppelt und sage und schreibe alle 4 schafften es auf Platz 1 der US-Billbord-Charts: „Vision of love“ wurde mit Gold ausgezeichnet, ebenso „Someday“ und natürlich „Love takes time“, „I don’t wanna cry“ schaffte das zwar nicht, aber den Platz an der Chartsspitze war auch diesem Titel vergönnt.
In Deutschland wurden nur „Vision of love“ (höchste Chartposition Platz 17) und „Love takes time“ (Platz 75 !!) ausgekoppelt. Die Zeit war hier noch nicht gekommen, aber es sollte nicht mehr lange dauern bis die Welle auch nach Europa und speziell Deutschland überschwappte...
... to be continued ...
(Copyright by Stepnwolf)
(Quellen für Teile der Biografie: www.mariah-carey-fan.de und „Mariah Carey-A tear-out photo-book“) weiterlesen schließen
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