Pro:
vielfältige Natur, die man in einem Urlaub nicht vollständig erleben wird
größtenteils günstige Preise
Gastfreundlichkeit, teilweise wird auch deutsch gesprochen, kommt auf die Gegend an.
Kontra:
beschwerliche Anreise mit dem PKW, Schotterstraßen (trotz Vignette).
bei privater Unterbringung oft stark gewöhnungsbedürftige sanitäre Anlagen.
Empfehlung:
Ja
War das erste Mal 2006 in Rumänien und seitdem alle 2 Jahre dort, da das Land schon eine Faszination ausübt. Die Anreise erfolgte bisher immer mit dem eigenen PKW über Ungarn, bei Oradea geht es über die Grenze. Kurz hinter der Grenze ist bereits eine große Bierreklame mit einem Bären aufgebaut, die einen mit "Welcome to the Ursus Country" willkommen heißt. Hierzu muss man wissen ,das Ursus eine bekannte rumänische Biermarke ist und auf lateinisch Bär bedeutet. Von allen osteuropäischen Sprache ist rumänisch die einzige, die lateinischen Ursprungs ist und oft wie spanisch oder italienisch klingt, wobei das jetzt noch lange nicht bedeutet, dass man, wenn man z.b. spanisch kann automatisch auch rumänisch kann. Doch zurück zum Thema : Autobahnen gab es bisher nur von der Hauptstadt Bukarest im Süden nach Constanza, der zweitgrößten Stadt des Landes am schwarzen Meer und meines Wissens nach auch im Süden von Bukarest Richtung Craiova. Da wir Richtung Tirgu Mures im Herzen von Siebenbürgen gefahren sind gab es bisher immer nur die E60 als Landstraße, das dauert sehr lange und führt durch sämtliche Ortschaften, man braucht für ca. 250 km mehr als 5 Stunden. Bergaufwärts in den Karpaten wird es zum Glück oft zweispurig, dass man wenigstens die vielen Laster, die ständig unterwegs sind überholen kann. Vorsicht ist hier geboten, da die Überholspur stets bergaufwärts verläuft und oft recht abrupt endet. Aufgrund der vielen Lastwagen braucht man schon Geduld, da leider auch sehr viele rücksichtslose Fahrer unterwegs sind (wie gesagt es gibt nur diese eine Strasse) sollte man im Zweifelsfall eher defensiv fahren. Neuerdings gibt es von Cluj (Klausenburg) bis nach Turda einen ca. siebzig Kilometer langen Autobahnabschnitt, der schon eine Zeitersparnis bringt. Angeblich soll die Autobahnstrecke von Oradea bis nach Brasov (Kronstadt) 2014 komplett fertiggestellt sein, das wäre eine tolle Sache, aber da es wie ich gehört habe, Finanzierungsprobleme gibt, glaube ich nicht so recht daran. Egal ob Autobahn oder nicht, man muss bei Grenzübertritt eine Vignette, die sog. "Ronvignette" kaufen, die ist sehr günstig, aber auch oft ausverkauft. In Siebenbürgen empfiehlt sich der Besuch in größere Städte wie Tirgu-Mures (Neumarkt) , Cluj (Klausenburg) , Brasov (Kronstadt), Sibiu (Hermannstadt) oder Sighisoara (Schäßburg). In den großen Städten gibt es moderne,teils riesige Einkaufszentren, mit allem was es hier auch zu kaufen gibt. Die Preise sind allerdings so wie hier oder sogar etwas höher, so dass ich mich frage, wer sich die ganzen Flachbildfernseher, usw. leisten kann, da das Einkommen meines Wissens nach , doch deutlich unter dem hiesigen liegt. Zu empfehlen sind in diesen Städten die historischen Stadtzentren, etwas skurill wirken die allerorten anzutreffenden Büsten mit römischen Cäsaren oder Romulus und Remus Denkmälern. Das Essen in den Restaurants fällt oft üppig aus und ist in der Regel sehr preiswert. Die Hotels kosten oft ein Bruchteil dessen, was man hierzulande zahlen würde. Allerdings muss ich davor warnen, wer es noch nie erlebt hat und eventuell privat bei Freunden oder Verwandten untergebracht ist könnte einen Kulturschock erleben, was die sanitären Anlagen angeht. Die Einrichtungen sind absolut gewöhnungsbedürftig, vor allem auf dem Lande und absolut nicht mit hiesigen Standards vergleichbar. Darauf sollte man vorbereitet sein. Das ganze Land ist im übrigen viel zu gross, um es bei einem Aufenthalt zu erkunden, vor allem aufgrund der weiter oben beschriebenen Straßensituation.
Alles in allem kann ich Rumänien als Reiseland sehr empfehlen und vielleicht sollte man es trotz der Reisestrapazen noch solange erkunden, bis die diversen Autobahnprojekte in diesem Jahrzehnt fertiggestellt sein werden, da dann mit Sicherheit die Preise steigen werden und es aufgrund der landschaftlichen Schönheit und Vielseitigkeit (Berge, Meer, Burgen, Donaudelta) sicherlich größere Touristenmassen anlocken wird. Von der Jahreszeit kann es bereits ab September recht kühl werden, im Oktober kann bereits Schneefall einsetzen. Die Sommer sind können sehr heiß und trocken sein. Eine grüne internationale Deckungskarte (KfZ) ist übrigens Pflicht. weiterlesen schließen
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