Schottland Testberichte
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Tests und Erfahrungsberichte
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Schottland - Tipps & Tricks
26.09.2002, 19:50 Uhr von
LosGatos
Seit Ende 2000 schreibe ich Beiträge in Meinungsforen, derzeit hauptsächlich bei Ciao und Yopi (ü...5Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Wer mich (LosGatos) kennt, und sei es auch nur virtuell, weiß, dass ich mich eher als mediterranen Menschen sehe, als einen bekennenden Anhänger der Lebensweise der Südeuropäer. Das beginnt mit meiner Liebe zu Sonne, Strand und Meer. Denn ich weiß die Mentalität der Südeuropäer sehr zu schätzen, spreche lieber spanisch oder französisch (wenn auch um vieles schlechter) als englisch. Und nicht zuletzt komme ich kulinarisch in diesen Ländern immer auf meine Kosten.
Nichtsdestotrotz kam ich dieses Jahr, als das Thema Urlaubsplanung mal wieder anstand, auf die Idee, meiner Freundin vorzuschlagen, mal eine kleine Schottlandreise zu unternehmen. Sie hatte nichts dagegen, zumal sie ebenso wie ich, diesen Teil Großbritanniens noch nie bereist hat.
Also gingen wir die Sache an, lasen schon einmal ein paar Berichte in Internet-Meinungsforen und kauften einen Reiseführer.
Unsere Reise fand im August / September 2002 statt und dauerte insgesamt zweieinhalb Wochen. Über meine Erfahrungen werde ich, nun hier beginnend, in einigen Beiträgen berichten. Neben diesem Bericht mit grundlegenden Erkenntnissen und Empfehlungen sind noch folgende Beiträge geplant:
- Autofahren in Schottland (Großbritannien): „Thank you for driving carefully“
- Edinburgh: “Das Athen des Nordens”
- Highlands: „Tagebuch einer Schottlandrundreise“
- Mietwagen von Europcar: „Mein Zweitwagen“ – diesen bereits vorhandenen etwas älteren Bericht werde ich demnächst hinsichtlich meiner Erfahrungen in Schottland aktualisieren
Wer noch nie in Schottland war, dem fallen wahrscheinlich dennoch auf Anhieb ein paar Begriffe ein, die er mit Schottland in Verbindung bringt. Da ist der Dudelsack und der Schottenrock (Kilt), der in Schottland bekanntlich auch von Männern getragen wird, verbunden mit der banalen Frage, was der Schotte darunter trägt. Ferner denkt man womöglich an schlechtes Wetter und noch schlechteres Essen. Dafür gibt es aber genügend Sorten von Scotch Whisky, womit man sich darüber hinwegtrösten kann. Fußballfans fallen sofort die Glasgow’er Vereine Celtic und Rangers sowie ein (auch dort) glückloser „McBerti“ Vogts ein. Und nicht zuletzt gelten die Schotten ja als übertrieben geizig...
Ob letzteres zutrifft, habe ich nicht wirklich ergründen können. Eines ist jedoch sicher: Wer umgekehrt sehr kostengünstig Urlaub machen möchte, wird sich in Schottland besonders schwer tun. Denn Schottland (wie wohl Großbritannien im allgemeinen und Städte wie London oder Edinburgh im speziellen) ist als Reiseland für Urlauber aus Euroland ausgesprochen teuer, was sich vor allem bei Restaurantbesuchen und Besichtigungen auswirkt.
REISEPLANUNG UND ANREISE
Wer mehr als nur einen Städtetrip nach Edinburgh oder Glasgow unternehmen möchte – und dazu rate ich unbedingt, auch wenn Edinburgh allein auch eine Kurzreise wert ist – der wird die Lowlands und die Highlands oder vielleicht auch die eine oder andere Insel besuchen wollen.
Dazu kann man sich natürlich per Reisebus durchs Land kutschieren lassen, was immerhin den Vorteil hat, dass es sehr bequem ist. Derartige Pauschalreisen kann man in Deutschland bei vielen Reiseveranstaltern in Reisebüros oder direkt übers Internet buchen. Solche Pauschalreisen haben obendrein den Vorteil, dass die Kosten von vornherein besser überschaubar sind, weil Übernachtungs-, Verpflegungs- und Eintrittspreise meist inbegriffen sind. Mir allerdings sind solche Touristenbusse eher ein Dorn im Auge, und sitzen möchte ich darin schon gar nicht.
Somit bleibt die Anreise mit eigenem PKW oder eine Rundreise per Mietwagen. Rundreisen per Mietwagen kann man ebenfalls bei Reiseveranstaltern buchen und sich sogar individuell vorausplanen lassen. Das hat wiederum den Vorteil, dass man sich um die Quartiersuche nicht selbst kümmern muss. Ich rate jedoch dringend davon ab. Denn es ist überhaupt kein Problem, in Schottland auch ohne Voranmeldung halbwegs günstige Übernachtungsmöglichkeiten zu finden (s.u.). Damit erhält man sich den unschätzbaren Vorteil, seine Tour flexibel zu gestalten und täglich neu planen zu können, was dann angebracht ist, wenn es einem in einer bestimmten Gegend besonders gut gefällt oder wenn das Wetter nicht mitspielt. Wir jedenfalls haben so verfahren und es jederzeit genossen.
Somit bestand unsere Reiseplanung im wesentlichen zunächst damit, Hin- und Rückflug von München über Frankfurt nach Edinburgh mit Lufthansa und einen Mietwagen bei Europcar im Voraus zu buchen. Da wir die ersten Tage in Edinburgh verbringen wollten und zu der Zeit gerade das alljährliche Edinburgh Festival stattfand, hatten wir unser Quartier für die ersten Tage auch über das Internet vorreserviert, was für den genannten Zeitraum jedoch nicht so einfach war (s.u.)
Außerdem lasen wir vorab im Reiseführer über Schottland. Neben dem Herausfinden interessanter Ziele ist es bei einem geschichtsträchtigen Land wie Schottland ratsam, sich etwas über die Geschichte zu informieren, um z.B. bei Besichtigungen von Burgen und Schlössern die Zusammenhänge besser zu verstehen. Dabei spielt natürlich der Name Maria Stuart und die Beziehung die England eine herausragende Rolle. Einen Überblick über die geschichtliche Vergangenheit liefern in der Regel Reiseführer (s.u.).
Gesundheitliche Vorkehrungen wie Impfungen sind nicht notwendig. Da Großbritannien nicht zum „Schengener Abkommen“ gehört, ist bei Ein- und Ausreise ein gültiger Reisepass oder Personalausweis vorzuzeigen. Ein Visum ist für EU-Angehörige dagegen nicht notwendig. Ebensowenig bedarf es zum Führen eines Kraftfahrzeuges eines Internationalen Führerscheins.
Wer mehr Zeit hat und / oder sich die teuren Flüge und Mietwagen sparen möchte, kann natürlich mit dem eigenen Wagen anreisen und vom europäischen Festland per Autofähre oder über den Eurotunnel per Eisenbahn nach UK übersetzen. Fährverbindungen nach Nordengland (Newcastle oder Hull) gibt es z.B. ab Holland, Belgien oder Hamburg. Diese sollte man natürlich auch rechtzeitig vorausbuchen.
Weitere Informationen über Schottland findet man im Internet z.B. unter http://www.scotland.com/
FÜR WEN KANN SCHOTTLAND EINE REISE WERT SEIN ?
Schottland ist nicht gerade das klassische Reiseland für den Sonnenanbeter. Nicht, dass hier nie die Sonne schiene – im Sommer tut sie das aufgrund der geographischen Lage ähnlich wie in Skandinavien sogar ungewöhnlich lange -, aber aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen ist es natürlich kein Badeland, obwohl es auch genügend Strände gibt. Immerhin habe ich einmal dort jemanden in der Nordsee baden sehen.
Das hat den Vorteil, dass dort kein Massentourismus wie in Italien, Spanien oder Griechenland vorherrscht. In Schottland gibt es jedoch ungewöhnlich viel zu sehen und zu erleben. So kommt sowohl der Kulturfreund in zahlreichen Schlössern, Burgen und Museen als auch der Naturfreund aufgrund der unglaublich schönen Landschaft voll auf seine Kosten. Schottland ist aufgrund seiner Berge und Täler ein Paradies für Wanderer und Radsportler und wegen seiner vielen Gewässer (Meer, Seen, Flüsse) ein Dorado für Angler und Bootfahrer. Der Whiskytrinker kann nicht nur zwischen Hunderten von Sorten wählen, sondern auch die Orte der Herstellung in unzähligen Destillen aufsuchen.
REISEZEIT UND WETTER
Schottland verfügt über sehr ausgeglichenes Klima, d.h. die Winter sind wegen des Golfstromes nicht übermäßig kalt und die Sommer nicht übermäßig warm. Auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht fallen nicht sehr groß aus. Hohe Niederschläge gibt es zu allen Jahreszeiten, besonders in den Höhenlagen (im Winter auch als Schnee) und an der Westseite der Gebirge. In Edinburgh z.B. liegt die mittlere Temperatur im Winter meist über dem Gefrierpunkt und im Sommer kaum über 20 °C (als wir Ende August 2002 da waren, war es jedoch deutlich wärmer).
Wegen der sehr kurzen Tage bietet sich der Winter jedoch nicht als Reisezeit an. Dafür geht im Juni die Sonne im Extremfall nachts nur eine halbe Stunde unter. Wegen der Blütezeiten sind neben den Sommermonaten besonders Mai und September (Heidelandschaften) als Reisezeit zu empfehlen.
Das kulturelle Edinburgh-Festival findet alljährlich in den letzten 3 Augustwochen statt, was jedoch insbesondere die Zimmerpreise in die Höhe treibt.
Wir hatten übrigens mit dem Wetter ziemliches Glück, von 18 Tagen waren 3-4 verregnet, was für Schottland ein guter Schnitt ist. Nach der ersten Woche war ich bereits leicht sonnengebräunt. Zum Schluss wurde es tendenziell etwas feuchter, aber einen passionierten Wanderer wird das nicht übermäßig stören.
GEOGRAPHISCHER ÜBERBLICK
Mit den Southern Uplands (einem Gemisch aus Hoch und Tief) grenzt Schottland im Süden an England. Die Grenzlinie verläuft zwischen dem Solway Firth im Westen und dem Fluss Tweed im Osten. Firth ist das schottische Wort für Fjord und ist meist nach dem dort einmündenden Fluss benannt, z.B. Firth of Forth, an dem Edinburgh liegt. Ein bekannter Ort an der Grenze zu England ist das einstige Heiratsparadies Gretna Green. Die größten Städte wie Glasgow und die Hauptstadt Edinburgh liegen in den tiefen Central Lowlands, wo viele Ortschaften konzentriert sind. Nördlich davon liegen die bergigen Highlands, die ca. 2 Drittel der Fläche des Landes ausmachen und zu denen auch die Inselwelten der Hebriden, Orkney und Shetland Islands gehören.
AUTOFAHREN IN SCHOTTLAND
Hierzu gibt es (demnächst) einen eigenen Bericht von mir mit dem Titel „Thank you for driving carefully“.
WÄHRUNG
Da Großbritannien zwar der EU angehört, aber nicht dem „Euro-Land“ beigetreten ist, gilt in Schottland wie auch in England, Wales und Nord-Irland nach wie vor das Englische Pfund. Der Wechselkurs liegt bei 1 Pfund = 1,6 Euro oder für Nostalgiker bei 1 Pfund = 3,1 DM. Wenn man also als Faustregel alle Preise mal 3 nimmt und damit auf anschauliche DM-Preise kommt, merkt man leider sehr schnell, wie teuer Schottland ist. Die Bank of Scotland gibt jedoch eigene Banknoten heraus, die den gleichen Wert haben wie das englische Pfund. Englische Banknoten mit dem Antlitz von Themse-Liesel haben auch in Schottland Gültigkeit. Laut Reiseführer soll man, wenn man Banknoten in Deutschland zurücktauschen möchte, sie vorher in englische Scheine tauschen, da die angeblich in Deutschland einen besseren Devisen-Kurs haben. Das kann gut sein, weil die englischen Scheine ja gebräuchlicher sind, ich habe das aber nicht überprüft, weil ich kein Bargeld mehr übrig hatte. Die Münzen (von 1 Penny bis zu 2 Pfund) sind in ganz UK einheitlich.
Die Mitnahme von Reiseschecks ist nicht notwendig, sofern man über EC- und/oder Kreditkarte verfügt, womit man an Automaten, die auch in kleineren Orten ausreichend vorhanden sind, Bargeld abheben kann. Kreditkarten (vornehmlich Visa, Master und Amex) werden fast überall akzeptiert, auch in Supermärkten, was bei uns eher unüblich ist. Lediglich in Privatunterkünften muss man meist bar bezahlen.
UNTERKÜNFTE
Die meistgenutzte Übernachtungsmöglichkeit in ganz UK ist das sogenannte Bed & Breakfast (Übernachtung mit Frühstück), was von Hotels, Gästehäusern und Privatunterkünften überall angeboten wird, zu erkennen an Schildern vor der Tür oder im Fenster mit den Aufschriften „Bed& Breakfast“, „B&B“ oder „Vacancies“. Die Preise im Hotel oder Gästehaus sind natürlich höher als im Privatquartier. Die Übernachtung im Privatquartier kann ich dabei uneingeschränkt empfehlen. Solche sind oft gerade in kleineren Ortschaften in jedem zweiten Haus vorhanden, weil sie eine gute Einnahmequelle darstellen, und leicht zu finden. Eine Reservierung ist nicht notwendig. So habe ich stets irgendwo bei einem B&B geklingelt, wenn nicht gerade ein Schild mit „No Vacancies“ sichtbar war, was bedeutet, dass nichts mehr frei ist. Da hat dann meist eine freundliche ältere Dame geöffnet, der ich stets mit „Good afternoon, I’m looking for a double room“ begegnete. Sehr selten bekam ich „Sorry, we are full“ zu hören, dann hat es halt beim Nachbarn (nicht MIT dem Nachbarn) geklappt. Man wird herein gebeten, das Zimmer wird einem gezeigt, meist ist es „en suite“ (das heißt, dass das Badzugang vom Zimmer und nicht über den Gang erfolgt). Wenn die Besitzerin nicht von sich aus sagt, was es kostet, fragt man „How much is it?“ Der Preis bezieht sich dabei immer auf eine Person mit Frühstück, nicht aufs Zimmer. Das Preisniveau ist in der Regel saison- und ortsabhängig. In Edinburgh ist zu Festival-Zeiten kaum ein Zimmer unter 40 Pfund zu bekommen, ich hatte an die 20 Vermieter angemailt. Wir haben dort 37 Pfund pro Person und Nacht bezahlt (also umgerechnet über 100DM), weil wir mehr als eine Nacht geblieben sind. Auf dem Lande bekommt man jedoch meist Zimmer für unter 20 Pfund, oft 15 Pfund pro Person. Das sind dann bei 2 Personen also umgerechnet um die 90 DM für das Zimmer, was ich für das Gebotene angemessen finde. Denn die Zimmer sind immer sehr gepflegt und geschmackvoll eingerichtet, verfügen neben ein oder mehreren Betten und dem Bad (evtl. mit einem anderen Zimmer zu teilen, wenn nicht en-suite) auch über die Möglichkeit, sich einen Kaffee oder Tee zu bereiten. Manchmal wird man noch von der Lady zu einem kleinen Plausch gebeten, bei einigen muss man ein Anmeldeformular ausfüllen, bei anderen wieder nicht. Dann wird man noch gefragt, wann und was man zum Frühstück möchte. Normal ist englisches Frühstück, also Cerealien, Toast und Eier / Speck / Würstchen zwischen 8 und 9 Uhr. Manchmal gibt es auch Baked Beans, Black Pudding (s.u.), Pilze oder Tomaten, zusätzlich Joghurt. Auf jeden Fall immer sehr reichhaltig. Ich stehe eigentlich nicht so sehr auf ausgiebiges Frühstück und schon gar nicht auf das schwere englische. Aber ich habe mich daran gewöhnt. Das hat den Vorteil, dass ich dann bis zum Abend nichts mehr zu essen brauchte, was auch eine Einsparmöglichkeit darstellte. Beim Frühstück sitzt man oft mit anderen Gästen an einem Tisch, wo sich bereits Gelegenheit zu Small Talk und einem morgendlichen Erfahrungsaustausch bietet. Die Check-Out-Time ist meistens 10am, also wie die Frühstückszeiten nichts für Langschläfer. Bezahlt wird in der Regel bar (nur etwas größere Häuser mit mehr als 5 Zimmern akzeptieren Kreditkarten) bei Abreise.
Unterkünfte kann mit über das Internet, z.B. auf http://www.aboutscotland.com/ , oder über in Reisebüros erhältlichen Verzeichnissen finden, was aber in der Regel nicht notwendig ist, denn außer bei bestimmten Ereignissen findet man aufs Geratewohl immer etwas auf Anhieb. Wir hatten zu einer Reisezeit, die noch zur Hauptsaison zu zählen war, niemals Probleme (außer Edinburgh, aber das hatten wir ja im Voraus erledigt).
Schottische Haushalte verfügen oft über einen oder mehrere Hunde. Selbst die größten Tiere waren sehr friedliebend, weil das ständige Kommen und Gehen gewohnt.
Viele Ortschaften verfügen auch über Jugendherbergen, wo man mit entsprechendem Ausweis kostengünstig übernachten kann.
ESSEN IN SCHOTTLAND
Ein Reiseführer behauptete, die schottische Küche sei fast so gut wie die französische. Nun, ich halte diese Behauptung doch für sehr gewagt und höchstens dann für zutreffend, wenn man einen schottischen mit einem französischen McDonald’s vergleicht.
Landestypische Speisen findet man eher wenig. Eine verbreitete Spezialität ist Haggis, ungepresstes Hackfleisch aus Innereien von Schafen, vom Aussehen an die norddeutsche Brägenwurst erinnernd (schmeckt mir aber besser). Ein Gericht, was sicher nicht jedermanns Sache ist. Es sei besser, nicht zu wissen, was drin ist, sagen die Schotten. Ich habe es oft (meist als Vorspeise) gegessen und es hat mir (und auch LosGatos’ Freundin) immer geschmeckt. Trotz der Meeresnähe bekommt man selten fangfrischen Fisch. Lediglich Salmon (Lachs) und Haddock (Schellfisch) sind verbreitet, letzterer immer „fried“ und mit Pommes Frites, also Fish&Chips. Überall gibt es natürlich Varationen von Chicken, Steak und Lamm. Meine kulinarische Neugier wurde auch einige Male bestraft. So wollte ich doch unbedingt wissen, was ein Steak Pie ist, in etwa: Schweinegulasch mit Blätterteig-Beilage. Hat grausam geschmeckt. Ebenso „Venison“, ein Wild-Gulasch. LosGatos’ Freundin wird jetzt noch schlecht, wenn sie das Wort hört. Wer Black Pudding ordert, sollte sich nicht auf eine Süßspeise einstellen. Es handelt sich vielmehr um eine Scheibe Blutwurst, die aber durchaus gut schmeckt und oft Teil des Frühstücks ist.
Der Reiseführer empfiehlt auch, nicht am Essen zu sparen und billige Restaurants aufzusuchen, weil die Qualität dort schlecht sei. Leicht gesagt bei den Preisen. Auch aus einem mäßigen Restaurant geht man bei 2 Personen mit je 2 Gängen und Getränken selten unter 30 Pfund hinaus. Also an die 100 Mark und das jeden Abend, da bleibt für Exklusivitäten nicht viel Raum, wenn man nicht gerade Berti Vogts oder Claudia Schiffer heißt. In Edinburgh haben wir selbst in einem Pizza-Hut schon umgerechnet 70 DM bezahlt.
Als gute Überlebensmöglichkeit in UK sehe ich in indischen Restaurants, die es in fast jedem kleinerem Ort gibt. Aber einmal pro Woche reicht mir der Inder auch und billiger sind die auch nicht.
Zu den hohen Essenspreisen kommt noch hinzu, dass der Service nicht wie bei uns bereits im Preis inbegriffen ist. Ähnlich wie in den USA soll man noch mindestens 10% „Tip“ geben. Gerade Inder und Chinesen weisen darauf auf der Rechnung noch gerne hin.
In Bars herrscht in der Regel Selbstbedienung. Man holt sich seinen Drink an der Bar und zahlt sofort. Trinkgeld ist dann nicht üblich. Auch in Bars kann man meist Kleinigkeiten (oft Tageskarte) essen, sogenannte „Bar Meals“.
BESICHTIGUNGEN
Schottland bietet jede Menge Möglichkeiten für Besichtigungen: Schlösser, Burgen, Museen, Destillen....in Hülle und Fülle. Leider ist fast nie etwas kostenlos. Selbst für die kleinste Ruine muss Eintritt gezahlt werden. Und die Eintrittspreise liegen je nach Attraktivität zwischen 3 und 8 Pfund pro Person, selten darunter, unter 2 Pfund nie. Der Kulturinteressierte wird hier also schwer zur Kasse gebeten.
Eine Möglichkeit, wenigstens etwas billiger weg zu kommen, ist der Erwerb des Great British Heritage Passes (gilt für ganz UK) oder des Explorer Tickets von Historic Scotland, das eine Unterkategorie des Heritage Passes darstellt. Mit dem Explorer Ticket hat man kostenfreien Eintritt in über 60 Schlössern, Burgen, Abteien oder der Dallas Dhu Destillery. Das Ticket selbst hat eine Gültigkeit für 3 Tage, 1 Woche oder 2 Wochen. Wir haben es für 2 Wochen-Gültigkeit für 23 Pfund pro Person erworben. Es ist überall dort erhältlich, wo es Gültigkeit hat, angezeigt durch das Zeichen „Historic Scotland“. Allein der Eintritt im Edinburgh Castle hätte 8 Pfund pro Person gekostet. D.h. bei ca. 3-5 Besuchen historischer Stätten innerhalb von 2 Wochen rentiert es sich bereits. Wir haben einige mehr besucht, so an die 10. Allerdings gilt es nicht bei Schlössern, die sich in Privatbesitz oder königlichem Besitz befinden. Dort muss extra gezahlt werde, z.B. im Blair Castle.
Immerhin ist die Benutzung Öffentlicher Toiletten kostenlos.
REISEFÜHRER
Als Reiseführer haben wir den Baedeker Schottland ( ISBN 3-89525-126.-7) und den Marco Polo Schottland ( ISBN 3-8297-0173-X) benutzt, die eine gute Kombination darstellen.
Der Baedeker ist natürlich wesentlich ausführlicher, hat als Beigabe auch eine große Landkarte und ist als Nachschlagewerk von A-Z geeignet. Er enthält jedoch keine Routenvorschläge.
Einen guten Überblick erhält man mit dem Marco Polo, der einige Highlights für ganz Schottland auflistet und auch einige grobe Routenvorschläge enthält.
LAND UND LEUTE
Das Übernachten in Privatunterkünften (B&B) bietet schon beste Möglichkeiten, mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt zutreten. Verständigungsprobleme bestehen da kaum, obwohl der Dialekt einiger Schotten etwas gewöhnungsbedürftig ist. Aber auch da kann man sich einhören und mit etwas Phantasie versteht man alles. Ich bin überall auf freundliche und sehr herzliche Menschen gestoßen, die einem noch manch nützlichen Tipp für das Tagesprogramm mit auf den Weg geben können. Auch die zahlreich vorhandenen Hunde sind oft für ein kleines Spielchen dankbar. Einen unserer Vermieter habe ich mal gefragt, was es mit der sprichwörtlichen schottischen Sparsamkeit auf sich hat. Es war nicht näher zu ergründen, es kann sein, dass es so ist, war die Antwort. In der Tat glaube ich (LosGatos) nicht, dass ein Schotte knickeriger ist als ein Chinese, Jude oder Schwabe. Manchmal kamen sie mir dagegen etwas stur vor. Z.B. als wir einmal auf einer Burg eine Ecke betraten, wo ein Schild vorher zu „No passage“ gemahnt hatte. Aus dem Nichts war plötzlich eine Frau da, die uns belehrte, dass mindestens 4 Schilder vorhanden wären, die uns dort das Herumgehen untersagt hätten. Schlimmer als deutsche Oberlehrer, dachte ich mir. An Bushaltestellen stellen sich Briten ja bekanntlich in einer Schlange an, wie man spätestens seit Franz Beckenbauers letztem Werbespot weiß. Die Schlangenbildung erfolgt dabei eher unauffällig bereits im Wartehäuschen. In Edinburgh hatten wir das nicht gleich bemerkt und wollten, wie in Deutschland üblich, in „lockerer Gruppe“ den Bus besteigen, als sich ein älterer Herr mit ausgebreiteten Armen vor LosGatos’ Freundin aufstellte und ihr mit dem Hinweis „This is a queue“ ihr den vorzeitigen Einstieg versperrte und damit erfolgreich britisches Brauchtum gegenüber Touristen verteidigte.
Bei einem Vermieter hatte es geheißen, der Zimmerpreis betrüge 18 Pfund pro Nacht und Person. Da hatten wir uns noch nicht entschlossen, länger zu bleiben. Bei der Abreise wollte ich somit 108 Pfund für 3 Nächte zahlen. Nein, es koste nur 90, da der Preis auf 15 hinunter ginge, wenn man mehr als eine Nacht bliebe, was uns vorher niemand gesagt hatte. Das waren umgerechnet über 50 DM, die wir gespart hatten. Hätte der Vermieter ja auch einstecken können, hat er aber nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob so etwas auf der Welt häufig passiert.
SICHERHEIT
Schottland gehört wohl eher zu den sicheren Reiseländern, was die Kriminalitätsrate angeht. Wie in allen großen Städten gibt es natürlich auch in Edinburgh oder Glasgow Gegenden, die man nachts nicht unbedingt zu Fuß durchstreifen sollte.
Auf dem Lande stellt sich dieses Problem wohl kaum. In einem unserer Quartiere sagte uns unsere Vermieterin, dass die Haustür immer unverschlossen sei, auch nachts oder wenn sie mal für ein paar Stunden außer Haus wäre.
Zu denken gab uns allerdings, dass ausgerechnet in dem gleichen Ort auf Schildern vor Diebesbanden gewarnt wurde, die Autos auf Ausflugsparkplätzen knacken würden.
SOUVENIRS
Touristen-Shops gibt es überall. Und Schottenröcke für Männlein und Weiblein sind ein häufig angebotenes Produkt: Tartans (schottischer Ausdruck für Karos, von denen es in Schottland mindestens so viele gibt wie Whiskysorten) und Tartsche (das Gehänge unterhalb der Gürtellinie). Natürlich habe ich mir so etwas nicht gekauft. Nicht mal zu einer karierten Schirmmütze konnte ich mich aufraffen (jetzt wird hier mindestens einer enttäuscht sein). Auch einen Schal mit Tartan-Muster habe ich nicht erworben. In Schottland ist man natürlich geneigt, Whisky zu kaufen. Aber selbst in Destillen bekommt man ihn nicht kostengünstig. Im Gegenteil: In der Dallas Dhu Destillery verlangte man für einen 30jährigen um die 50 Pfund! Unter 10 Pfund ist Whisky nicht zu bekommen, eher kostet er an die 20. Viel angeboten wird auch Gebäck, Fudge (Zuckermasse) und Marmelade aller Geschmacksrichtungen. Und natürlich Kostproben schottischer Folklore oder Dudelsack-Musik. Gemein ist allem, dass es sehr teuer ist. Wer will schon umgerechnet 10 DM für ein Glas Honig bezahlen?
FAZIT
Schottland ist für mich ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Natur und Kultur pur. Es hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen. Das Auge kommt überall voll auf seine Kosten. Auch wenn ich in diesem Bericht die Landschaften und Gegenden noch nicht näher beschrieben habe, was demnächst folgt, lässt sich sagen, es lohnt sich. Auch die Menschen sind sehr sympathisch. Vielleicht fahre ich mal wieder hin. Aber vorher muss ich erst etwas sparen...
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 12.9.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, Yopi und vielleicht eComments und Talk-On.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-21 17:05:21 mit dem Titel Autofahren in Schottland - Thank you for driving carefully...
.....so liest man stets, wenn man in Schottland das Ende kleinerer Ortschaften erreicht. Schließlich wurde man beim Einfahrt in die Ortschaft gebeten, entsprechend vorsichtig zu fahren. Ob’s was nützt bei der Fahrweise der Schotten..?! Nun ja, dazu weiter unten mehr.
Wenn man über Autofahren in Schottland schreibt, ist klar, dass man mit dem wichtigsten beginnt, dem für Mitteleuropäer ungewohnten Linksverkehr. Für viele hierzulande ein Hinderungsgrund, das Autofahren auf der Insel überhaupt zu probieren. Oder zumindest löst der Gedanke daran etwas Unbehagen aus. Ich kann beruhigen, es ist längst nicht so schlimm und man gewöhnt sich relativ schnell daran. Lediglich am ersten Tag sollte die Aufmerksamkeit besonders hoch sein. Anfangs wurde ich einige Male vom Gegenverkehr angeblinkt. Wahrscheinlich hatte ich leichten Rechtsdrall und fuhr zu weit nahe der Mittellinie.
Um die Umstellung zu erleichtern, empfehle ich denjenigen, die nicht mit dem eigenen Auto anreisen, sondern sich einen Mietwagen nehmen, und wie ich Rechtshänder sind, das Anmieten eines Wagens mit automatischem Getriebe. Das hat nicht nur den Vorteil, dass man sich besser auf den Verkehr konzentrieren kann, sondern vor allem, dass es dem Rechtshänder erspart bleibt, mit der linken Hand schalten zu müssen. Ein Wagen mit automatischem Getriebe ist aber nicht so leicht zu bekommen und oft nicht in den niedrigsten Preiskategorien erhältlich. Man sollte deshalb schon bei der Reservierung darauf achten.
Dann kann es losgehen. Man fährt also auf der linken Spur und sitzt (in einem lokal angemieteten Auto) auf der rechten Seite. Alles ist seitenverkehrt. Das wirkt sich auch auf die Vorfahrtsregelungen aus. Auf der britischen Insel ist halt das Linksabbiegen „einfacher“ so wie bei uns das Rechtsabbiegen. In Schottland hat man beim Linksabbiegen nur auf Radfahrer zu achten, wenn man sich auf einer Vorfahrtsstraße befindet. Beim Rechtsabbiegen muss man zusätzlich auf den Gegenverkehr achten. Wenn nicht mit Ampeln ist die Vorfahrt in Schottland sehr häufig (wie auch zunehmend bei uns) über Kreisel geregelt (gleiches Verkehrszeichen). Das sich im Kreisel befindliche Fahrzeug hat Vorfahrt, das einfahrende muss warten. Die Fahrtrichtung erfolgt dabei im Uhrzeigersinn, also links herum. Damit gilt im Kreisel im Prinzip rechts vor links, beim Einfahren muss man also nach rechts schauen. Etwas verwirrend dabei ist bei größeren Kreiseln, dass es manchmal mehrere Spuren gibt, von denen die rechte manchmal mit einem Rechtsabbiegerpfeil gekennzeichnet ist. Schotten blinken dabei dann beim Einfahren rechts, wenn sie die rechte Spur benutzen. Bei uns ist es dagegen üblich, beim Verlassen des Kreisels zu blinken. Sehr häufig sind auch kleinere Kreuzungen, an denen gar kein Kreisel gebaut wurde, mit dem Kreisverkehrsymbol gekennzeichnet, was im Prinzip rechts vor links bedeutet.
Vorfahrtsschilder (die einem die Vorfahrt gewähren) wie bei uns wird man in Schottland äußerst selten finden, also das auf der Spitze stehende innen gelbe Karo und das Dreieck mit dickem Geradeauspfeil und schmalem Querbalken. Der Vorfahrthabende sieht also nicht direkt, dass er Vorfahrt hat. Derjenige, der Vorfahrt gewähren muss, sieht dagegen ein Halt- oder Stopschild oder auch nur eine doppelte Linie, wo er warten muss. Hier ist wichtig: Erst nach rechts, dann nach links schauen. An roten Ampeln sind auch Linksabbieger in jedem Fall wartepflichtig.
Entfernungen sind in Schottland immer in Meilen und Geschwindigkeiten in Meilen pro Stunde (mph) angegeben. Eine Meile entspricht etwa 1,6km. Die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten betragen, wenn nicht anders angegeben, in Ortschaften 30mph (48km/h), auf Landstraßen 60mph (96km/h) und auf Autobahnen 70mph (112km/h), also, abgesehen vom Tempolimit auf den wenigen Autobahnen (nur in den Central Lowlands), ähnlich wie in Deutschland. Die Nutzung von Autobahnen ist gebührenfrei. Auf Autobahnen gilt: links fahren, rechts überholen. Schotten neigen allerdings dazu, die Limits besonders auf Landstraßen nicht so genau zu nehmen. Ich bin auf Landstraßen selten schneller als 50mph gefahren, weil ich das für eine angenehme Reisegeschwindigkeit für entspanntes Fahren halte, wo man von der Umgebung noch ein bisschen was mitkriegen kann. Dabei wurde ich meist von jedem Lastwagen überholt. Schottische Straßen sind meist kurvig und unübersichtlich, so dass beim Überholen erhöhte Vorsicht geboten ist. Vielfach hat man es auch mit Kuppen (Blind Summits) zu tun, die ein entgegenkommendes Auto unsichtbar werden lassen. Letzten Endes muss jeder selbst entscheiden, wie schnell und stressfrei er fahren möchte. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern bedeutet ein Hinweisschild, auf dem einen Kamera abgebildet ist, nicht, dass auf den nächsten 100 Metern ein besonders schönes Panorama zu sehen ist, sondern dass man damit rechnen muss, dass freundliche Polizisten Aufnahmen von Temposündern machen.
Wegweiser sind nicht immer übersichtlich aufgestellt und oft ist die Richtung, in die sie zeigen, nicht eindeutig erkennbar.
Im großen und ganzen sind die Straßen in Schottland jedoch in sehr gutem Zustand. Das Straßennetz ist überall ausreichend. Autobahnen sind mit M und einer Ziffer gekennzeichnet, Landstraßen mit A und je nach Größe mit 1 bis 3 Ziffern. Auf Nebenstrecken kann es vorkommen, dass es nur eine Fahrspur (Single File Traffic) mit Ausweichbuchten in angemessenen Abständen (ca. alle 100m) gibt. Die Straße sieht dann aus der Vogelperspektive aus wie eine Schlange, die viele Mäuse verschlungen hat. Hier gilt, das Auto, das als erstes eine Ausweichbucht erreichen kann, bleibt dort stehen und lässt das entgegenkommende passieren. Liegt die Bucht links der Fahrbahn, fährt man selbst ein, liegt sie rechts der Fahrbahn, bleibt man einfach in Höhe der Ausweichbucht auf der Fahrbahn stehen, so dass der entgegenkommende dort einfahren kann. Das klappt im allgemeinen recht gut und als Zeichen des Dankes winkt man sich freundlich zu (d.h. ich bin immer gefahren und LosGatos’ Freundin durfte winken, ins kalte Wasser schicke ich sie jedoch nicht, wie ‚denali’ gemutmaßt hat *g*). Solche Buchten dienen übrigens nicht nur dazu, sich mit dem Gegenverkehr zu arrangieren, sondern auch dazu, nachfolgenden Verkehr überholen zu lassen. Dazu ist man in Schottland sogar verpflichtet. Also drängeln erlaubt. Es ist klar, dass man auf solchen Straßen nicht gerade mit Bleifuß fahren sollte. Jedenfalls ist es mir klar, aber wohl nicht allen Schotten.
Ja, ja, das „Thank you for driving carefully“ kann man in Schottland nicht oft genug wiederholen. Vielleicht nützt es irgendwann mal etwas. Viele Schotten „geizen“ übrigens mit dem Einschalten des Lichtes und neigen dazu, auch bei größtem Sauwetter, wenn man dunkle Fahrzeuge kaum sieht, ohne Licht zu fahren. Darüber habe ich doch einige Male geflucht.
Tankstellen gibt es in Schottland in ausreichender Anzahl. Trotzdem sollte man in ländlichen Gegenden nicht den letzten Tropfen ausreizen. Ein Reiseführer schrieb, dass Tankstellen auf dem Lande ab Sonnabend Nachmittag geschlossen seien und erst am Montag wieder aufmachen würden, was ich (LosGatos) jedoch nicht feststellen konnte. Sprit (meistens tankt man bleifrei – unleaded) ist mit ca. 75p pro Liter (ca 1,2 Euro) ähnlich teuer wie bei uns, eher noch etwas teurer. An Tankstellen kann man stets mit Kreditkarte bezahlen.
Parken ist meist gebührenpflichtig. Man löst einen Parkschein, der das Ende der Parkdauer anzeigt, am Automaten und legt ihn hinter die Windschutzscheibe (Pay and Display). In der Autovermietung sagte man mir, dass man in Schottland sehr streng sei mit Parksündern (30 Pfund Strafe). Ich habe jedoch nirgends die von den Beatles besungenen Lovely Rita Meter Maids beobachtet und auch selbst keine negativen Erfahrungen gemacht. Das Parken am Straßenrand ist übrigens bei doppelter gelber Linie grundsätzlich verboten. Bei einfacher gelber Linie ist das Parkverbot zwischen 18 und 8 Uhr und sonntags am ganzen Tag aufgehoben. Man riskiert Abgeschlepptwerden oder Kralle und ein kräftiges Bußgeld.
Zum Führen eines Kraftfahrzeugs reicht der nationale Führerschein, ein Internationaler Führerschein ist also nicht notwendig.
Die Promillegrenze liegt in Schottland bei 0,8 Promille. Ab diesem Wert darf man sich nicht mehr ans Steuer setzen.
FAZIT
Wenn man sich daran gewöhnt hat, was bei mir schnell der Fall war, fällt das Autofahren in Schottland nicht schwerer als woanders. Als Fußgänger habe ich immer mehr Schwierigkeiten, mich darauf einzustellen. Also keine Angst vor dem Linksverkehr. Denn wer Schottland erleben will, kann das meiner Meinung nach nur, wenn er ein eigenes Auto hat, um herumzukommen. Es sei denn, man ist ein eiserner Wanderer, der auch größere Stecken zu Fuß zurücklegt, was in der Tat nicht wenige tun.
Als ich nach dem Rückflug am Münchner Flughafen wieder in meinen Wagen stieg, merkte ich schnell, dass deutsche Autofahrer ihre schottischen Kollegen doch klar in den Schatten stellen, was Raserei und Drängelei angeht.
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 14.9.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, Yopi und vielleicht bei eComments und Talk-On
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-26 17:50:47 mit dem Titel Tagebuch einer Schottlandreise
Den folgenden Reisebericht schreibe ich in Tagebuchform. Das Tagebuch ist aber nicht während der Reise entstanden, sondern ich erstelle es, nur wenige Wochen nach Abschluss der Reise, aus meiner Erinnerung heraus. Ich wähle deshalb diese Form, um denjenigen, die vielleicht eine ähnliche Reise planen, die Möglichkeit zu geben, besser abschätzen zu können, was innerhalb eines Tagesablaufs möglich ist. Generell gilt, dass wir meist zwischen 9 und 10 Uhr morgens weitergefahren sind und selten später als 17 Uhr nach einer neuen Bleibe Ausschau gehalten haben.
Über Schottland hatte ich in letzter Zeit folgende Berichte geschrieben:
Schottland – Tipps & Tricks
Autofahren in Schottland „Thank you for driving carefully“
Edinburgh – Das Athen des Nordens
28.8.2002
Drei Tage und vier Nächte Edinburgh liegen hinter uns. Ich habe gerade den Mietwagen bei Europcar abgeholt. Auschecken und Gepäck einladen, dann kann es los gehen. Wir verlassen die Stadt in östlicher Richtung und begeben uns dann auf die A7. Denn bevor es endlich in die Highlands geht, wollen wir noch einen kurzen Abstecher nach Süden unternehmen.
Nach gut einer Autostunde erreichen wir das Abbotsford House. Hier hat der berühmte Schriftsteller Sir Walter Scott (1771-1832) gelebt und die meisten seiner 40 Romane geschrieben. Nicht gerade ein kleines Häuschen, eher ein kleines Schloss. Nicht nur sein Arbeitszimmer ist voll mit Büchern, er hat eine riesige Bibliothek. Er soll zum Schreiben verurteilt gewesen sein, denn durch Geldgeschäfte mit unseriösen Beratern (die Nachfahren waren später am Neuen Markt aktiv *g*) hatte er hohe Schulden. Nur wenige Meter entfernt liegt der Fluss Tweed, der zum Teil die Grenze zwischen England und Schottland bildet. Diesen Fluss hat Scott sehr geliebt. Er ließ sein Sterbebett so aufstellen, dass er den Fluss bis zum Schluss im Blickfeld hatte.
Ganz in der Nähe liegt Melrose Abbey, die stattliche Ruine eines Klosters aus dem 12. Jahrhundert (Historic Scotland Explorer Ticket ist hier gültig). Von einem Turm hat man eine schöne Aussicht.
Etwas weiter östlich liegt das beschauliche Städtchen Kelso, wo wir uns eine Bleibe suchen (Duncan House). Der Hauswirt ist verreist, eine ältere Dame hütet das Haus. Wir unternehmen einen kleinen Ortsbummel und gehen um 18 Uhr in einem Wirtshaus zum Essen. Das erste Guinness hier! Auch wenn es nicht schottisch ist, sondern irisch, dieses Bier, frisch gezapft, ist einfach zu gut und so populär, dass man es auch in UK in jedem Wirtshaus bekommt. Ansonsten bin ich kein passionierter Biertrinker, aber bei Guinness sind zwei Pints (1 Pint = gut ein halber Liter) schnell weg. Hier esse ich auch zum ersten Mal die schottische Spezialität Haggis. Das Wirtshaus ist kein vornehmes Restaurant, eher ein Barlokal, wo ich mich gleich sehr wohl fühle. So kann’s weiter gehen (aber es kamen noch genug Enttäuschungen).
29.8.2002
Am nächsten Morgen besichtigen wir als erstes das Floors Castle, das vor den Toren Kelsos liegt. Es ist das größte bewohnte Schloss Schottlands. Dieses Märchenschloss wurde 1721 erbaut. Hier leben jeweils die Dukes of Roxburghe. Auch von hier hat man Blick auf den Tweed.
Weitergehen soll es Richtung Norden. Um nicht den gleichen Weg zurückzufahren, nehmen wir in östlicher Richtung die A698 zur Ostküste. Dabei begeben wir uns, ohne es zu merken, für ein paar Meilen auf englisches Gebiet. Bewusst wird uns das erst, als es plötzlich wieder heißt „Welcome to Scotland“. Jedenfalls fahren wir dann die Küste entlang Richtung Edinburgh, verlassen aber östlich von Edinburgh die Hauptstraße und verzweigen auf eine kleine Küstenstraße, die uns über eine kleine Halbinsel führt.
Das Tantallon Castle (Historic Scotland Explorer Ticket ist hier gültig) ist eine Besichtigung wert. Diese rote Sandsteinruine liegt direkt am Meer. Demzufolge weht auf dem Turm eine kräftige Brise. Von hier hat man aber ein herrlichen Ausblick auf die gesamte Umgebung und den 2km vor der Küste (sieht viel näher aus) liegenden Bass Rock, einen über 100m hohen Felsen, auf dem man das Scottish Seabird Centre eingerichtet hat, da die Insel Brutplatz für viel Seevögel ist.
Schließlich passieren wir Edinburgh über die Umgehungsstraße, überqueren den Firth of Forth über die riesige an die Golden Gate Bridge erinnernde gebührenpflichtige Forth Bridge.
Am Nordufer des Firth of Forth angekommen, fahren wir diesen in westlicher Richtung entlang und besuchen dort das historische Städtchen Culross. Restaurierte Häuser aus der Zeit zwischen 1600 und 1800 zeugen von bürgerlichem Lebensstil. Wir unternehmen einen Rundgang, der jedoch wegen des eisigen Windes relativ kurz ausfällt.
Dann überqueren wir den Firth of Forth zum zweiten mal über Kincardine Bridge und fahren nach Stirling, wo wir übernachten. Am nächsten Morgen wollen wir als erstes das dortige Castle besichtigen. Hier essen wir bei einem Pseudo-Mexicaner, der auch scheußliches mexikanisches Bier anbietet (nix mit Guinness heute). Beim abendlichen Whisky fällt LosGatos’ Freundin plötzlich ein, dass sie eine Handtasche vermisst. Wir finden sie im Auto nicht, möglicherweise haben wir sie in Edinburgh in der Pension in einer Schublade zurückgelassen. Ich rufe dort gleich an, doch sie hätten dort keine Handtasche gefunden. Ich erklärte dem Wirt, dass sie möglicherweise in einer Schublade stecke. Er versprach nachzusehen, ich solle in 5 Minuten noch mal anrufen. Bevor ich das tun konnte, klingelte schon mein Handy. Tasche gefunden, er schickt sie uns, wenn wir ihm die Anschrift sagen. Der Wirt dachte halt, wir wären schon wieder in Deutschland. Nein, wir würden sie am nächsten Tag abholen. Schließlich waren wir nur eine Autostunde von Schottland entfernt.
30.8.2002
Am nächsten Morgen goss es erstmals in Strömen. Da wir ja erst die Tasche holen wollten, störte uns das erst relativ wenig. Über die Autobahn fuhren wir zurück nach Edinburgh, dann fanden wir den Weg zu unserer Pension nicht so schnell. Nachdem wir etwas umhergeirrt waren, konnte LosGatos’ Freundin ihre Tasche wieder in Empfang nehmen. Es war noch alles drin, vor allem ein Stoffhund, den sie am ersten Abend bei Pizza Hut unterm Tisch gefunden hatte. Er hatte sich also auf Anhieb als Glücksbringer bewährt.
Dann ging es auf gleichem Weg zurück wieder nach Stirling, wo es gleich auf die Burg (Historic Scotland Explorer Ticket ist auch hier gültig) ging. Von weitem sah man schwach das Wallace-Denkmal (Braveheart !), das auch in Stirling befindlich ist. Schließlich hatte dieser mal das Castle zurückerobert. Aber die Sicht war aufgrund des Wetters miserabel. Somit sahen wir uns mehr die Räumlichkeiten an. Maria Stuart hatte hier ihre Kindheit verbracht. Somit ist das Stirling Castle zusammen mit dem Edinburgh Castle das geschichtsträchtigste in Schottland.
Wir verließen Stirling in nördlicher Richtung und fuhren über die A873 zum Loch Katrine, einer der schönsten Seen Schottlands. Heute war hier jedoch aufgrund des Wetters nicht viel los. Das Ausflugsschiff verkehrte mangels Passagieren nicht. So nahmen wir im Café einen kleinen Imbiss, fuhren am Loch Venachan entlang und übernachteten in dem winzigen Örtchen Strathyre an der A84 bei einer älteren Dame, die 2 Gästezimmer hatte. 2 Häuser weiter gingen wir essen. Wieder ein typisches Barrestaurant, wo es akzeptables Essen und gutes Guinness gab. Da ist doch jeder Tag gerettet. Ich habe jetzt beim Schreiben das Problem, dass mir bei dem Gedanken an Guinness das Wasser im Munde zusammenläuft.
31.8.2002
Es hatte aufgehört zu regnen, für das Wochenende war der Wetterbericht gut gewesen und auch unsere Wirtin sagte uns einen schönen Tag voraus. Wir beschlossen, noch einmal zum Loch Katrine zurückzukehren, nicht nur wegen des Sees, sondern auch wegen der schönen Strecke durch die Trossachs, die wir am Vortag nicht so recht genießen konnten. Nun machten wir auch eine Ausflugsfahrt über den Loch Katrine (ca. 1,5 Stunden). An Deck hielt sich zumindest bei der Hinfahrt kaum jemand auf, zu eisig war der Gegenwind. Beliebt sind auch Fahrradtouren um den See oder in Kombination mit der Schiffsfahrt. Deshalb gibt es am Ablegesteg auch einen Fahrradverleih. Wassersportlern ist das Treiben am Loch Katrine untersagt, da er zur Trinkwasserversorgung der Stadt Glasgow dient. Dann fuhren wir wieder in aller Ruhe langsam (schon wegen der engen Straße) über Strathyre nach Norden. Unser nächster Halt war der Ort Killin mit den flachen, aber sehr schönen Wasserfällen des Flusses Dochart. Das Wasser schimmert teils kupferfarben. Auf der A9 übernachten wir kurz vor dem Blair Castle. Gary, unser Wirt, empfiehlt uns, das schöne Wetter auszunutzen und noch zu Queen’s View zu fahren, wo man heute eine selten gute Aussicht über den Loch Tummel bis zur Westküste hin hätte, die gut 100km entfernt sein dürfte. Dankbar befolgen wir seinen Rat und sind nach 20-30 Minuten dort. Wir genießen die Aussicht wie einst Queen Victoria, die hier besonders gerne hergekommen war.
Unser Abendessen genießen wir dagegen nicht. Wir essen bei McDonald’s, nicht zu verwechseln mit einer bekannten Fast Food-Kette. Bei letzterer hätte es uns wahrscheinlich besser geschmeckt. In einem ungemütlichen Lokal, wo wir um halb 7 die letzten Gäste sind, wage ich mich, wie in einem anderen Bericht beschrieben, an Steak Pie, ein gängiges britisches Gericht. Schnell vergessen und auf Besserung hoffen.
1.9.2002
Heute steht als erstes das Blair Castle auf dem Programm. Hier residieren die Dukes of Atholl und nicht etwa der britische Regierungschef. Auf dem Weg dorthin stecken wir im Verkehrsstau, weil eine 5köpfige Entenfamilie mit angemessener Marschformation die Straße überquert. Da wartet man natürlich gerne. Das Schloss ist stark frequentiert, den Rundgang durch die Räumlichkeiten machen wir gleich zweimal, weil wir zwischendurch den Auftritt einer Dudelsackbläserin nicht verpassen wollten. Dass sie u.a. „muss i denn zum Städtele hinaus“ spielte, fanden wir weniger originell. Zum Schloss gehört ein großer Park mit Wildgehege.
Danach erwerbe ich in einem Dorfgeschäft – an einem Sonntag – noch ein Sonderangebot eines Single Malt für 9.99 Pfund, in der Tat für schottische Verhältnisse sehr günstig. Unser Schlaftrunk für die nächsten Tage ist damit gesichert.
Plötzlich heißt es auf einem Schild an der Straße „Welcome to the Highlands“. Wo immer man die Grenze auch ziehen möge, für mich ist alles, was nördlich von Glasgow, Stirling und Edinburgh liegt, „Highlands“.
Empfohlen vom Marco Polo wird der „Highland Wildlife Park“. Man fährt wie in einem Safari Park mit dem Auto hinein und darf es zunächst nicht verlassen, weil sich dort einige Tiere in freier Wildbahn bewegen, wie z.B. Hochlandrinder. Diese gelten zwar nicht als übermäßig aggressiv, charakteristisch für sie sind ihre großen spitzen Hörner. Also wenn die mal zustechen, gibt’s Schaschlik. Außerdem begegnet man auf der Autoschleife Büffeln. Am Eingang erhält man übrigens eine Audio-Kassette, die man begleitend zur Rundfahrt abspielen kann. Der Tierpark beherbergt ausschließlich Tiere, die in den Highlands vorkommen (können). Zum Schluss stellt man dann sein Auto ab und kann, wie in einem normalen Zoo, diejenigen Tiere besuchen, die nicht ganz frei, sondern in großzügig bemessenen Gehegen gehalten werden. Dazu gehören u.a. ein Rudel Wölfe und Adler. Gar nicht begeistert von unserem Besuch war ein schottisches Moorhuhn (Grouse). Mit wütenden, sehr ungewöhnlichen, aber zur Belustigung beitragenden Lauten zeigte es, was es von uns hielt.
Wir beendeten den Tag in Grantown-on-Spey. Highlight in unserer Unterkunft war, dass LosGatos und seine Freundin dort erstmals in einem Himmelbett ( four-poster) schlafen durften (nähere Informationen zum weiteren Verlauf des Abends werden nicht erteilt).
2.9.2002
Grantown-on-Spey kann als Ausgangspunkt des Malt Whisky Trail dienen. Denn hier liegt eine der bedeutendsten Whisky-Gegenden Schottland, die sogenannte Speyside. In fast jedem Ort gibt es hier eine Whiskybrennerei, die alle besichtigt werden können und deren bekannteste die Glenfiddich Destillery ist, was wir aber für etwas übertrieben hielten. Schließlich wollten wir uns nicht dauernd den Mund wässrig machen lassen. Jedenfalls fuhren wir ostwärts in aller Ruhe in der schönen Landschaft am Nordufer des Spey Rivers entlang. Statt einer Destille besuchten wir zunächst eine Böttcherei (engl.: Cooperage, Gary Cooper heißt somit auch nur Böttcher) in Craiggellachie, wo wir bei der Herstellung von Eichenfässern zuschauen konnten. Letztenendes werden die Fässer zur Whiskylagerung benutzt, wo der edle Tropfen bis zu 50 Jahre drin reift. Ist er einmal in Flaschen abgefüllt, reift er im Gegensatz zu Wein nicht mehr. Hier lernten wir, dass für Scotch Whisky niemals neue Fässer hergenommen werden, sondern solche, die schon zur Lagerung von Bourbon Whiskey (nur in Schottland heißt es Whisky, in USA, Kanada und Irland kommt das ‚e’ dazu) oder spanischem Sherry benutzt worden waren. Auch durch das, was vorher mal drin war, wird der Whiskygeschmack beeinflusst.
Nun fuhren wir über A941 wieder in nördlicher Richtung nach Elgin, wo wir eine Kathedrale und etwas außerhalb den Spynie Palace (hoher Turm mit Meerblick) besichtigten (in beiden Ruinen erhält man mit dem Explorer Ticket freien Einlass).
Um doch noch etwas Einblick in die Kunst der Whiskyherstellung zu bekommen, ging es dann weiter zur historischen Dallas Dhu Destillery. Sie liegt jedoch nicht direkt in dem Örtchen Dallas (nicht da, wo J.R wohnt), sondern mindestens 10km davon entfernt. Auch hier wirkte das Explorer Ticket als Sesam-öffne-dich. Erläuterungen erhielten wir über ein handyähnliches Funkgerät, wie wir es schon vom Besuch der Britannia in Edinburgh kannten.
Whiskyherstellung im Schnelldurchgang: Grundbestandteil ist Gerste. Aus dieser wird zunächst Malz hergestellt, indem man die Gerste in Wasser einweicht und keimen lässt. Mit Hilfe von Kohlefeuer wird das Getreide dann getrocknete, der Kohle wird dabei mehr oder weniger Torf zugemischt, was auf den späteren Geschmack Einfluss nimmt. Danach wird das ganze gemahlen. Dann kommt das ganze ins heiße Wasser. Unter ständigem Rühren bildet sich Zucker. Unter Zusatz von Hefe entsteht eine bierähnliche Flüssigkeit mit ca. 6% Alkoholgehalt. Dann wird mehrfach destilliert, dabei nimmt der Alkoholgehalt zu. Zum Schluss kommt der Whisky in Eichenfässer, wo er über Jahre reift. Obwohl Whisky wenige Zutaten hat, hängt der Endgeschmack von unzähligen Parametern ab, die beim Herstellungsprozess akribisch berücksichtigt werden. U.a. ist auch Größe und Form der Destilliergefäße von Bedeutung.
Das Ergebnis ist ein Single Malt Whisky. Ein Blended Whisky ist dagegen ein Gemisch aus bis zu 50 verschiedenen Single Malts. Neben der Speyside zählen Highlands, Lowlands und die Insel Islay zu den bedeutendsten Whiskyregionen Schottlands.
Der Tag endete für uns in dem Städtchen Nairn, wo wir Quartier bezogen. Eine sehr verspielte junge Hündin (Westhighland Terrier, siehe Black& White Whisky) beanspruchte dort unsere ganze Aufmerksamkeit.
3.9.2002
Am nächsten Morgen fuhren wir in Nairn zum Hafen mit anliegendem Strand. Endlich Meer in greifbarer Nähe. Der Duft des Meeres, genauer gesagt der Nordsee, und unzählige Möwen am fast menschenleeren Strand (lediglich ein paar Hunde wurden hier Gassi geführt) versetzten mich in beste Stimmung. Auf der anderen Seite der Mole lag ein noch viel längerer Strand. Und aus der Ferne sah ich tatsächlich jemanden baden. Wenn nicht im Spätsommer, wann dann? Aber ich ließ mich nicht verleiten. Bei eiskaltem Wasser bin ich doch etwas empfindlich.
Nicht weit von Nairn auf einer Landzunge liegt Fort George, eine riesige militärische Festung direkt am Meer, die heute noch als Kaserne dient. Trotzdem ist Besuchern der Eintritt gestattet (auch hier hilft das Explorer Ticket). Man hat herrliche Sicht auf den Moray Firth, mit etwas Glück kann man Delfine beobachten (wir haben keine gesehen).
Dann passierten wir Inverness, die Hauptstadt der Highlands, ohne dort Halt zu machen und fuhren stracks zum berühmten Loch Ness. Zur Begrüßung ragt eine Monster-Atrappe aus dem Wasser. Der Loch Ness ist nicht der schönste und auch nicht der flächenmäßig größte See Schottlands, aber er ist an die 40km lang und 230m tief. Damit fasst er mehr Liter Wasser als alle englischen (nicht schottischen) Binnengewässer zusammen. Ein riesiges Volumen, das natürlich einem Monster genügend Platz zum Verstecken bietet.
Das Monster Centre besuchen wir heute nicht (aber wir kommen in ein paar Tagen hier noch einmal vorbei, um das nachzuholen), sondern machen Halt am Urquart Castle.
Das Urquart Castle (sehr historisch, deshalb wieder Explorer Ticker hervorholen!) war einst eine der größten Burgen Schottlands. Es wurde im 12. Jahrhundert erbaut. 1692 wollten die Jakobiter es erobern, dabei wurden Teile gesprengt, nach dem Motto „euch ist es nicht vergönnt“. Deshalb auch heute nur noch als Ruine vorhanden.
Danach ging es weiter über die A82, A887 und A87 in die Western Highlands durch karge, jedoch schöne Landschaften bis hin zum malerischen Eilean Donan Castle. Da wollten wir unbedingt hin, weil wir davon immerhin schon 2 Postkarten verschickt hatten und nicht als Erfahrungsfaker gelten wollten. Es ist mindestens so schön wie auf der Postkarte. Dennoch gehen wir nicht hinein, weil wir erstens dafür bezahlen müssten (nix mit Explorer Ticket) und weil zweitens Unmengen von Touri-Bussen dort rumstehen. Außerdem kann man nicht alles haben. Stattdessen sagen wir uns, dass wir reif für die Insel sind und fahren weiter nach Skye.
Diese erreicht man über eine Brücke bei Kyle of Lochalsh. Die Überfahrt über die relativ neue Brücke kostet an die 6 Pfund einfach. Das wird möglicherweise gleich wieder die Diskussion auslösen, ob die Bezeichnung Insel überhaupt noch gerechtfertigt ist, aber dann vergesst auch gleich die Inseln Sylt und Fehmarn. Diese sehr schöne Insel lebt stark vom Tourismus. Dennoch waren die Insulaner über den Brückenbau nicht so glücklich. Wahrscheinlich, weil sie dann unter Nichtbrückeninsulanern (davon gibt es in Schottland unzählige) nicht mehr als Insulaner zählen. Insulanerstolz halt. Jedenfalls fahren wir über die Brücke und dann weiter in die Inselhauptstadt Portree, wo wir uns eine Bleibe suchen (LosGatos’ Freundin: „Ich will in das rote Haus“). Wir bekommen gleich einen Tipp von der Vermieterin hinsichtlich eines lokalen Folkloreabends. Vorher wollen wir aber noch Seafood essen gehen. Wo, wenn nicht hier? Endlich mal was gescheites: Muscheln, Garnelen, Austern, Lachs. Letzterer, habe ich im Nachhinein dank eines Community-Mitglieds gelernt, ist auch Seafood. Wenn auch der Lachs an sich ein Flussfisch ist, wird er, damit er ein Wildlachs werde, zum Krabbenfressen ins Meer ausgesetzt. Neben uns sitzt ein amerikanisches Ehepaar aus Fresno/ California. Wie Amerikaner so sind, sie knüpfen schnell Kontakt und sind für jede Information / Unterhaltung dankbar. Es stellt sich heraus, dass sie Schottland per Wanderung zurücklegen. LosGatos’ Freundin fragt, warum sie das tun würden. Die Ehefrau seufzt „weil mein Mann das so möchte..“ (ihr Husband ist in die gleiche Meeresfrüchteplatte wie ich vertieft und lässt sich nicht stören). Aufgrund der netten Plauderei erreichen wir unseren Folkloreabend etwas verspätet (vorher waren wir im Restaurant noch 70 Pfund losgeworden – aber das Preis/Leistungsverhältnis war für schottische Verhältnisse OK). Dieser findet in einem Gemeindehaus statt. Dort treten nacheinander verschiedene Interpreten (auch Kinder und Jugendliche) auf, die je 1-2 Stücke zum besten geben. Instrumente wie Dudelsack, Harfe oder Gitarre sind dabei vertreten. Irgendwann kommt mein schottisches Lieblingslied, die ganze Zeit hatte ich schon darauf gehofft „...will ye go lassie go...“. Später erfahre ich, dass dieser schottische Klassiker „Wild Mountain Thyme“ heißt (keine wilde Zeit, sondern Thymian).
Zum Schluss gibt es noch einen Diavortrag über Skye, die „geflügelte“ Insel, sehr gekonnt vorgetragen von Mr. McKinnan, einem Mitglied einer der wichtigsten Clans von Skye neben den McDonalds. Dieser Vortrag macht Stimmung, macht Lust auf mehr. Noch nie habe ich jemals vorher erlebt, dass jemand so überzeugend Werbung für seine Heimat macht. Denn Skye lebt vom Tourismus und vermutlich nicht schlecht. Kam mir vor wie ein schottisches Sylt. Spät kamen wir ins Bett, die Melodie von „Wild Mountain Thyme“ ging mir die nächsten Tage nicht mehr aus dem Kopf.
4.9.2002
Der ganze Tag gehörte der Insel Skye. Wir fuhren 2 Schleifen und machten immer wieder halt an steilen Klippen. Dann fuhren wir an einer Pferderanch vorbei. Wir setzten uns ohne Vorkenntnisse aufs Pferd und durften in einer Gruppe uns eine Stunde lang durch die Landschaft tragen lassen. Da war es wieder, mein geliebtes „Winnetou-Feeling“.
Gen Abend kehrten wir aufs Festland zurück und übernachteten direkt am Brückenkopf in Kyle of Lochalsh bei einer reizenden Lady. Etwas vornehm, aber ungekünstelt nett. Beim Herumschlendern im Ort, beobachtete LosGatos’ Freundin einen seltsamen Typen, der gerade ein Paddelboot mit Einkäufen bepackte und in See stich. LosGatos’ Freundin wusste, das wäre der „Tiger Man“, über den auch bei uns schon das Fernsehen berichtet hätte. Ein Einsiedler und ehemaliger Lehrer, der angeblich das ganze Jahr über nackt wie ein Tier auf einer Insel hausen würde und ca. einmal im Monat sich anziehen würde, um in der zivilisierten Welt Lebensmittel einzukaufen. Er sei am ganzen Körper wie ein Tiger tätowiert.
5.9.2002
Unsere Lady (mit Namen Margaret Sinclair) gibt uns beim Abschied noch den Rat, immer schön vorsichtig zu fahren, denn sie verstehe es überhaupt nicht, dass Autofahrer es immer so furchtbar eilig haben müssen. Zum Abschied umarmt sie uns beide.
Leider ist das Wetter heute zunächst nicht so gut. Aber gegen Mittag hört es auf zu regnen. Das ist auch gut so, denn heute steht eine Fahrt durch die nordwestlichen Highlands auf dem Plan. Das heißt, wir fahren über A896 und A832 durch schroffe Küstengegenden. Irgendwann machen wir bei Ebbe und steifer Seebrise einen ausgiebigen Strandspaziergang. Wir fahren heute eine relativ große Strecke, aber das Auge bekommt auch sehr viel geboten. Wir beenden den Tag in der Nähe von Inverness im Städtchen Beauly.
6.9.2002
Es geht nochmals über die A82 am Loch Ness vorbei. Dieses Mal besuchen wir das Monster Centre. Zuerst wollte ich nicht hinein, weil ich das für touristischen Humbug hielt. Aber ich wurde eines besseren gelehrt. Es beginnt mit den historischen Aufzeichnungen, als Augenzeugen erstmals 1933 der Meinung waren, ein Monster gesehen zu haben. Diese Augenzeugen galten als glaubwürdig, doch hielt man es für möglich, dass sie optischen Täuschungen erlegen waren. Danach wird von wissenschaftlichen Untersuchungen berichtet, die alle erfolglos waren, bis hin zu theoretischen Überlegungen, die es als fast unmöglich erscheinen lassen, dass ein riesiges Lebewesen im Loch Ness leben kann.
Bald fängt es an zu regnen, und dieses Mal hört es sobald nicht auf, sondern regnet sich richtig ein. Wir passieren Fort Williams und nehmen Kurs auf das bei den Schotten beliebte Tal Glen Coe. Hier suchen wir uns bald eine Bleibe. Da wir in den nächsten Tagen nicht vorhaben, noch übermäßig viel zu fahren, beschließen wir hier, für 3 Tage zu bleiben. „Hausherr“ ist mal wieder ein Hund, ein junger Labrador namens Max, von uns aufgrund seines Temperaments bald „Mad Max“ genannt.
Am Nachmittag fahren wir noch einmal nach Fort Williams. Im Grunde gibt es dort nicht allzu viel zu sehen. Wir gehen früh zum Essen und fahren heim.
7.9.2002
Heute machen wir zunächst eine Wanderung in unserem Wohnort in einem Wäldchen um einen kleinen See. Die Wasseroberfläche ermöglicht außergewöhnlich schöne Spiegelbilder. Nachmittags wollen wir noch einmal aufbrechen, aber es gießt in Strömen. Im Nachbarort entdecken wir den West Highland Trail, eine beliebte 150 km lange Wanderstrecke, die von Glasgow bis Fort Williams führt. Wir befinden uns mittendrin. Wir beschließen, auf besseres Wetter zu hoffen und es am nächsten Tag noch einmal zu probieren.
Das Tal von Glen Coe ist bei Schotten sehr beliebt. „We prefer it when it’s misty“. Auch ein Hitchcock-Film wurde da schon gedreht.
8.9.2002
Heute ist es zwar noch nicht ganz trocken, aber schon wesentlich besser als am Tag vorher. Wir unternehmen die Wanderung, indem wir einen Teil des West Highland Trails zunächst bergauf gehen. In der Tat begegnen uns viele Wanderer mit vollem Gepäck, die den ganzen Trail wandern. Wir gehen bis auf einen Gipfel und kehren dann um. Insgesamt sind wir dann vielleicht 7-8km gelaufen.
9.9.2002
Am Morgen sitzen bei uns 2 junge Holländer am Früstückstisch. Sie sind auch wegen des West Highland Trails hier und sind dafür ca. 1 Woche unterwegs.
Wir fahren weiter zum Loch Lomond, der im Großraum Glasgow liegt und als einer der schönsten Seen Schottlands gilt. In die Großstadt Glasgow zieht es uns jedoch nicht. Am Loch Lomond fahren wir über die A811 zunächst ostwärts, im Örtchen Drymen zweigen wir jedoch ab, um zum östlichen Ufer des Loch Lomond zurückzukehren. Hier machen wir eine längere Wanderung und stellen fest, dass wir wieder eine andere Stelle des West Highland Trails erwischt haben. Dementsprechend begegnen uns wieder viele bepackte Wanderer. Bei unserem Spaziergang sehen wir noch einmal einige schöne Exemplare von Hochlandrindern aus nächster Nähe.
Wir wollen noch einmal nach Stirling, um das Wallace Denkmal zu besichtigen, dass wir ca. 10 Tage vorher wegen des schlechten Wetters am 30.8. nicht besucht hatten. Kurz vor Stirling fängt es wieder an zu regnen und macht nicht den Eindruck, dass es bald aufhören würde. Wir fahren dennoch zum Wallace-Denkmal, das jenem Freiheitskämpfer gewidmet ist, dessen Story mit Mel Gibson als Braveheart verfilmt wurde. Ein stattlichen Denkmal, das auf einer Anhöhe steht, die man zu Fuß über steilen Weg erreichen kann.
Wir übernachten in unmittelbarer Nähe.
10.9.2002
Unser letzter Tag in Schottland. Wir fahren zunächst nach Falkirk, wo wir das Falkirk Wheel besichtigen. Eine riesige Konstruktion, die u.a. nach dem archimedischen Prinzip arbeitet und eine Schleuse ersetzt, die zwei Kanäle miteinander verbindet. Wer das am eigenen Leibe erfahren möchte und sich per Boot mit Hilfe des riesigen Rades rauf und –runtertransportieren lassen möchte, muss dafür zahlen. Zuschauer zahlen ansonsten nur Parkgebühren.
Wir suchen uns ein Quartier im Örtchen Dalmeny, das direkt am Firth of Forth und unweit vom Edinburgher Flughafen liegt. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die beiden Forth Bridges, die alte Eisenbahnbrücke und die neue Autobrücke.
11.9.2002
Wir müssen um 9 Uhr 30 am Flughafen sein, um unseren Mietwagen zurückzugeben. Ein bisschen mulmiges Gefühl befällt uns schon, als wir uns ausgerechnet am 11. September in ein Flugzeug setzen. Die Sicherheitskontrollen waren etwas gründlicher als sonst, aber der Flieger war dennoch voll. Über Frankfurt fliegen wir heim und kommen pünktlich an.
Damit ist meine Schottland-Reihe beendet. Ausklingen lasse ich es mit einem Lied. Auch wenn „Amazing Grace“ sicher das bekannteste schottische Lied ist, mein Lieblingslied, das auch schon von vielen Musikern interpretiert wurde ist....
„The Wild Mountain Thyme”
Oh, the summertime is coming
And the trees are sweetly blooming
And the wild mountain thyme
Grows around the blooming heather
Chorus:
Will ye go, lassie go?
And we'll all go together
To pluck wild mountain thyme
All around the blooming heather
Will ye go, lassie go
I will build my love a tower
By yon clear crystal fountain
And on it I will pile
All the flowers of the mountain
Chorus,
If my true love she were gone
I will surely find another
To pluck wild mountain thyme
All around the blooming heather
Chorus.
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 20.9.2002
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Schottland Teil 1 Inverness (weitere sind im Bericht aufgelistet) !!jetzt mit www !!!!
26.09.2002, 14:37 Uhr von
Servus1
Hallo nun habe ich es auch endlich geschafft, was über mich zu schreiben. Das Bild, das Ihr seht,...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Für alle die auf den Geschmack gekommen sind:
http://www.scotland-info.co.uk
Hallo,
heute möchte ich Euch von einem meiner Lieblingsplätze erzählen. Neben meinen unzähligen Hobbies, gehört schon seit gut 15 Jahren Schottland dazu. Wohlgemerkt Schottland. England ist zwar o.k., vor allem der Süden, aber je weiter man nach Norden fährt, desto aufgeschlossener und netter werden die Leute, was ich im Regelfall von Deutschen nicht behaupten kann. (sorry – aber wer einmal oben war, wird’s wissen)
Also Schottland....
...Anreise:
für die Anreise gibt mehrere Varianten, wie zum Beispiel
- mit dem Zug
mit den meisten Zügen kann man ja mittlerweile durch den Channel fahren, was früher nicht ging. Die also beste (kostengünstigste) Variante für Jungendliche und nicht Autofahrer. Im Schnitt fährt man aus Bayern ca. 10-12 Stunden mit dem Zug zum Kanal. Je nach Route kann man unter dem Kanal fahren (Frankreich) oder man fährt als Alternative über Oostende und setzt dort mit der Fähre über. Von Südengland fährt man dann weiter nach London und steigt dort um in Richtung Edinburgh (Die Strecke lohnt sich wegen der wunderschönen Landschaft)
alternativ kann man aber auch von Oostende mit der Fähre direkt nach Newcastle oder Edinburgh fahren.
Leider kann ich Euch wenig über die aktuelle Preisgestaltung sagen, da ich seit meinem Führerschein und meiner Volljährigkeit vor gut 10 Jahren, mir den Luxus erlauben kann zu fliegen....Aber früher hats ein Railwaxticket für 4 Wochen gegeben, mit dem man in ganz Europa rumkurven konnte. Dieses gibt auch heute noch. Preis?
Die gleichen Strecke gilt übrigens auch fürs Auto.
Wobei ich empfehle zu fliegen, da heutzutage die Tickets (Air berlin ab div. Dt. Städten nach Edinburgh) nur 49,00 Euro incl. Steuer kosten. Für die einfache Strecke.
Somit habt Ihr viele Stunden auf der Fähre und im Zug oder Auto gespart. Reguläre Tickets sind aber zu überdenken, da ich für ein Ticket nach Edinburgh im Nov. 01 satte 690,00 Euro hinlegen musste. (war geschäftlich) Die Fluglinien spielen in diesem Fall keine Rolle, da alle Linien (Lufthansa, Air France, British Airways und wie sie alle heißen, ähnliche Preise haben.
Nun gut, ich mit mir am dortigen Flughafen dann ein Auto Opel Astra z.B. ist für 2 Personen mit Gepäck für 2-3 Wochen ausreichend. Als Angebot in Verbindung mit einem Ticket varriieren die Preise zwischen 28 und 38 englischen Pfund pro Tag. Gebucht für eine Woche gibt’s noch mal Ermäßigung. Aber Achtung: Mindestalter 25 Jahre – sonst gibt’s kein Auto bei den meisten Vermietern.
Nun gut – jetzt aber zu Schottland ansich. Anfangen möchte ich mit dem wunderschönen Inverness.
Warum gerade Inverness?
Naja, Inverness liegt ungefähr in der Mitte von Schottland. Und nachdem Schottland zwar viele Sehenswürdigkeiten hat, aber nicht so groß ist, ist Inverness der geniale Ausgangspunkt für 1 Tagesausflüge. (Inverness ca. 2 Stunden, Loch Ness ca. 1 Stunde) Übrigens, in dieser Region befinden sich die landschaftlich schönsten Fahrstrecken (Sind im englsichen Straßenatlas ausgewiesen) Weiterhin ist es einer der schönsten Städte. Inv. Erhält fast jährlich den schottischen Blumenpreis für die schönste Stadt in Schottland. Und das ist noch untertrieben, finde ich.
Inverness besteht aus alten Hauser sind im 16. und 17. Jahrhundert erbaut), sehr gepflegten Sandsteinhäusern, die mit dieser etwas rauen Landschaft ein faszinierendes Fleckchen Erde abgibt. Im Sommer übrigens teilweise über 30 Grad!!!! Im Winter aber umso kälter.
Die Stadt hat ca. 40000 Einwohner und im Umland wohnen noch mal ca. 20000 Leute.
Übernachtungsmöglichekeiten:
Ich empfehle jedem Hotels zu meiden und in Jugendherbergen oder B&B’s zu gehen.
Jugendherbergen haben die dumme Angewohnheit im Sommer chronsich überbelegt zu sein. Und B&B ist die bessere Alternative, weil die Preise sozial sind und mit Frühstück, man hat sein eigenes Zimmer mit allem drum und dran und der familiäre Flair ist super.
Beispiel:
3 Sterne Hotel in Schottland kosten ohne Probleme 90 Pfund nach oben gibt es keine Grenzen .
Youth hostels kosten ca. 8 – 14 Pfund ohne Frühstück
B&B kostet zwischen 18 und 45 Pfund. Wobei für 45 Pfund gibt’s ein 4 Sterne B&B mit allem SchnickSchnack.
In der Regel kostet eine gutes, sauberes, freundliches B&B um die 20-30 Pfund im Doppelzimmer. Meistens gibt’s ab drei Übernachtungen noch einen Rabatt.
Anmerkung zum Essen:
Generell gibt’s die berühmte englische Küche. Aber Ihr liegt so nach am Meer – da ist Fisch (Hummer, Krabben, etc. angesagt) Wer kein Fisch mag sollte sich ein super Steak, mit Kartoffeln und Bohnen gönnen.... Für Vegetarier habe ich leider keine alternativ.
Ausflügsziele:
Wie gesagt Edinburgh ist nicht weit (seperater Bericht-gibt zu viel zu sehen)
Inverness selber:
Die Burg -
In Inverness kann man unheimlich viel anschauen, 1 Tag reicht dabei nicht aus.
Die Burg zum Beispiel ist 1835 erbaut wurden und liegt auf einer Anhöhe mit Blick über Inverness, River Ness. Besichtigen kann man dort die alten Regimenter und Waffen. In einem Teil befindet sich die Polizei. Diese Burg kommt überigens in Mac Beth vor. König Duncan I soll angeblich dort ermordert worden sein. Ihr werdet, wenn ihr allgemein Schottland besucht – sehr viele Geschichten hören, vor allem in den Kneipen.
Saint Andrew's Cathedral:
Liegt genau gegenüber der Burg und ähnelt stark der Kathedrale in Kopenhagen. Dort sind russische Ikonen ausgestellt. Das ganze Jahr über gibt es verschieden Konzerte.
Weitere Highlights in Inverness:
Cromwell Turmuhr, altes Gefängnis, die alte Bibliothek, etc.
Shopping:
Für jeden ist dort was zu finden – Antikes von Büchern, über Geschirr, Silberbesteck, schottische Klamotten, Tees, Whiskies.....
Naja – ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick geben. Sicherlich sind noch nicht alle Punkte abgehandelt, aber ich möchte Euch noch mit folgenden Berichten beglücken:
Edinburgh, Glasgow, LochNess Fort Williams, Isle of Skye, Dundee, Aberdeen, Ullapool, Edinburgh Festival, Highland Gathering, Wisky Touren,Wandernrouten, etc.
Also Ihr seht, es kommt noch einiges auf Euch zu!!! weiterlesen schließen -
TARTANS, DRUMS AND BAGPIPES
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Jeder, der Edinburgh im August besucht, sollte es nicht versäumen, sich schon vorher Karten für das einmalige Spektakel in Schottlands Hauptstadt zu besorgen!
Allgemeines
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Wir haben für eine Karte 15 Pfund bezahlt, die sich wirklich gelohnt haben. Wir hatten gute Plätze etwa in der Seitenmitte, mit die günstigsten Tickets und gute Plätze. Die Preise reichen von 9 – 30 Pfund, aber 15 Pfund sollte man für eine gute Sicht dann doch schon ausgeben. Die Veranstaltung findet im Vorhof des Edinburgh Castle unter freiem Himmel statt. Für nächstes Jahr beginnt der Kartenvorverkauf im Dezember diesen Jahres. Soweit ich weiß, gibt es extra „Butterfahrten“, die nur zum Tattoo nach Edinburgh fahren. Aber dafür solltet Ihr Euch im Reisebüro beraten lassen, die haben auch einen Sitzplan und können die Karten für Euch buchen.
Der Einlass ist unproblematisch und geht für die Menschenmassen, die anstürmen, recht zügig voran. In großen Gruppen lassen Polizisten die Menschen Richtung Schloss passieren. Am Eingang stehen auf jeder Seite lediglich zwei Personen, um die Taschen zu kontrollieren. Trotzdem geht es fließend weiter. Damit die Leute auch gleich ihre richtigen Plätze finden, sind überall Platzanweiser anwesend, die sofort freundlich und hilfsbereit mit Rat und Tat zur Seite stehen. Etwas eng sind die Sitze zwar, mein runder Popo musste sich ganz schön quetschen, aber das war es wirklich wert!
Die Veranstaltung findet jeden Tag um 21:00Uhr Ortszeit statt, an Samstagen schon um 19:30Uhr, also lieber eine Karte für Freitags buchen, denn dann kommt alles noch viel besser rüber, wenn es schon dunkel ist!
Das Programm
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Zum 50-jährigen Thronjubiläum der Queen wurde ein ganz besonderes Programm aufgezogen, und zu Ehren der verstorbenen Queen Mum wurde extra ein Lied komponiert und vorgetragen.
Zu Beginn der Veranstaltung schreiten die Royal Scots Dragoon Guards auf den Hof und bezaubern die Gäste mit Bagpipes und Drums. Die Truppen durchschreiten das Schlosstor und bieten einen einmaligen Anblick!
Als nächstes hört man ein saftiges Motorrad dröhnen und schon kurz darauf kommt die Trompeterkorps Bicycle Band aus Holland auf ihren Fahrrädern eingefahren! Der erste Lacher an diesem Abend, dem noch viele andere folgen sollen. Danach marschierten die President's Body Guard und Pung Cholom, Dol Cholom und Thang-Ta Dancers aus Indien ein und zeigten Schaukampf und Tanz. Die darauf folgende Darbietung kam vom Tonga Defence Force, die der ganzen Sache durch Swing eine frische und lustige Brise gaben. Ebenso handhabten das die Musiker von der Tasmanian Police aus Australien. Die US Marines Albany Band aus Georgia marschierte ein und zeigte im ersten Moment eine sehr ernste Darbietung, bis sich ein Saxophonist und ein Trompeter aus der Gruppe lösten und der Menge mächtig einheizten. Es folgten noch weitere Darbietungen von der New Zealand Army Band, dem 2 Bn Royal Canadian Regiment und britischen Truppen.
Natürlich durften schottische Volkstänze nicht fehlen, ein Schmaus für die Augen, die Mädels schafften es sogar, die britische Flagge zu tanzen. Zudem folgte eine Kutsche zu Ehren der Queen, Kavallerie sowie eine Demonstration vom Einsatz schottischer Soldaten im Kosovo mit Maschinengewehrfeuer und Panzer.
Natürlich darf die Nationalhymne „God save the Queen“ auch nicht fehlen. Eine junge Neuseeländerin bereicherte das Ganze mit ihrer wunderbaren Stimme. Highlight und wohl stolzester Mensch des ganzen Abends war ein einzelner Dudelsackspieler, der hoch oben auf dem Schloss ein Traditional spielte, im Anschluss krönte ein Feuerwerk sein Spiel. Zum Ende hin war dann noch mal richtig Party angesagt, da fingen sogar die Platzanweiser an zu tanzen, wenn die Bagpipes und Drums „Scotish the Brave“ spielen.
Während des gesamten „Military Tattoo“ wurde das Edinburgh Castle in den verschiedensten Farben angestrahlt, von lila, bis hin zu Grün, orange und blau, einfach alles.
Fazit
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Ich würde es jederzeit wieder machen! Die Stimmung ist einzigartig, mir lief schon beim Einmarsch der Schotten mit ihren Dudelsäcken und Trommeln ein Schauer den Rücken herunter! Schon alleine die verschiedenen Tartans, die Instrumente, das macht es schon sehenswert! Das Feuerwerk und die Beleuchtung des Schlosses, ebenso das Lichtspiel auf dem Platz sind ebenso super anzuschauen. Als die Schotten zum Schluss mit „Scotish the Brave“ ausmarschiert sind, liefen mir sogar ein paar zarte Tränchen übers Gesicht. Leider ist die Stimmung und die Erinnerung, die ich daran habe, mit Worten und selbst auf einem Video nicht wiederzugeben, daher hoffe ich, euch vielleicht mal eine Idee für den etwas anderen Urlaub gegeben zu haben. weiterlesen schließen -
VON GRÜN UND WHISKY
28.08.2002, 02:07 Uhr von
MOFFt
Hallo ... ich bin bereits ein "alter Yopi-User" ... zumindest war ich bereits einige Monate dabei...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Schottland sollte das Urlaubsland 2002 werden, für meine Cousine und mich, was sich als hervorragende Wahl entpuppte.
=ALLGEMEINES===
Schottland, der nördliche Teil Grossbritaniens, umfasst knapp 80000 km2. Das Land selbst ist eingeteilt in die Southern Uplands (angrenzend an England), die Central Lowlands und die Highlands (ganz im Norden).
Schottland hat ca. 5 Mio. Einwohner, wobei drei viertel davon in den central Lowlands und hier speziell in der Hauptstadt Edinburgh und in der größten Stadt Glasgow leben.
Wir wählten als Urlaubszeit den August, wobei Juli/August die wärmsten Monate, aber auch Hauptreisezeit in Schottland sind. Mit Schottland verbindet man unter anderen automatisch Nieselregen, davon konnten wir jedoch nichts feststellen (vielleicht hatten wir aber auch nur Glück). Zwar sind die Temperaturen für Badeurlaube etwas zu niedrig, aber Schottland bietet ohnehin viel zu viele Sehenswürdigkeiten als dass man sich die Zeit am Strand verliegen sollte.
=TOUR===
Kurz unsere Tour. Wir flogen nach Edinburgh mit British Airways, wo wir 3 Tage und Nächte verbrachten. Dann hatten wir 3 Wochen ein Mietauto (Alamo), mit dem wir entlang der Ostküste Richtung Norden fuhren (Forth Bridge, St. Andrews, Dundee, Aberdeen, Castle Trail, Whisky Trail, Inverness, Loch Ness) dann weiter in die Highlands ins Landesinnere (Helmsdale, Scrabster), mit der Fähre auf die Insel Orkney, wo wir den nördlichsten Punkt unserer Reise erreichten. Wieder zurück am Festland gings entlang Küstenstrecken zuerst nach Westen, dann wieder in den Süden (Loch Assynth, Ullapool) weiter auf die Insel Skye (die man nun per Auto über eine Brücke erreichen kann) und wieder zurück, weiter hinunter nach Oben und zuletzt wieder nach Osten vorbei an einigen Lochs (Seen) bis wir Edinburgh abermals erreichten, von wo aus wir auch heimflogen.
=EINDRÜCKE===
Schottland ist sehr vielseitig, je nachdem in welchem Landesbereich man sich befindet. Ein Badeland ist Schottland mit Sicherheit nicht, dennoch wird einem die Zeit sicherlich nicht zu lang, da Schottland wahrhaft viele Sehenswürdigkeiten und traumhafte Landschaften bietet.
Um die Vielseitigkeit etwas rüber zu bringen, werde ich versuchen diese mit Schlagwörtern sowie ein paar Kommentaren festzuhalten:
Bevölkerung)
Schotten sind sehr freundlich und kontaktfreudig; sofort gehen sie auf einen zu und fangen ein Gespräch an.
Verkehr)
Linksverkehr ist wohl die größte Umstellung, wobei man sich aber relativ schnell daran gewöhnt, solange man sich konzentriert. Auch hier sind Schotten eher zuvorkommend und lassen einen auf engen Straßen gerne mal passieren. Etwas stressiger natürlich geht es in den Großstädten zu.
Landschaft)
die wohl beeindruckendsten Landschaften bieten die Highlands mit den unzähligen Seen (Lochs), Klippen, grünen Wiesen und Berge sowie dem Meer. Hier wird man förmlich erschlagen von einem schönen Aussichtspunkt nach dem anderen.
Schlösser)
viele werden durch den NTS (National Trust of Scotland) erhalten und man findet unzählige, von vollkommen in Takt bis hin zu (nicht weniger sehenswerten) Ruinen.
Preise)
Schottland ist nicht billig. Man findet kaum etwas, dass vergleichsweise billiger wäre als in Österreich oder Deutschland beispielsweise. Viele Dinge sind sogar empfindlich teurer (zb. Zigaretten)
Unterkünfte)
hervorragende Möglichkeiten gibt es zum Zelten, was neben wild campen sicherlich das billigste ist (ca. 3-5 Pfund pro Person, wobei 1 Pfund 1,57 Euro entspricht). Weiters gibt es viele (unabhängige) Jugendherbergen oder Backpackers, die preislich auch günstig sind (ca. 7-12 Pfund). Etwas teurer sind sgn. Bed and Breakfast (15-25 Pfund) und am kostspieligsten logiert man in Hotels (30 Pfund aufwärts).
Wetter)
hat es einige Male (kurz) geregnet, hatten wir doch meist Glück. In Summe auf jeden Fall kühler als vergleichsweise in Österreich und allgemein weniger Temperaturunterschiede zwischen Tag/Nacht bzw. Sommer/Winter.
Essen)
viele ernähren sich von Fast Food, wie Fish n Chips o.ä. Man kann jedoch in Restaurants auch sehr lecker speisen (zu einem höheren Betrag natürlich), wobei diese nicht immer leicht zu finden sind. Sehr zu empfehlen sind Fisch- bzw. Meeresgerichte in Küstennähe. Das Nationalgericht Haggies (gefüllter Schafsmagen mit Schafsinnereien) ist wohl nicht jedermanns Sache, dennoch einen Versuch wert.
Trinken)
viele Biersorten, wobei das Lager den einheimischen Bieren wohl am nächsten kommt, sowie Whiskys von denen man unbedingt einige kosten sollte.
=ZUSAMMENFASSUNG===
Schottland ist ein herrliches, abwechslungsreiches Urlaubsland mit freundlichem Empfang der Schotten.
Es bietet hervorragende Landschaften und traumhafte Sehenswürdigkeiten. Die Nachteile sind, dass Schottland relativ teuer ist und kein Land für Badeurlaube. Eventuell kann einem noch das Wetter einen Streich spielen.
Auf jeden Fall kann ich nun sagen: mehr als empfehlenswert!
brandaktuell und sicherlich nicht der letzte Bericht über Schottland ... grüsse und Dank fürs lesen ... heute schon geMOFFt? weiterlesen schließen -
Eine längere Reise wert
31.07.2002, 19:06 Uhr von
Trottelchen
Hallo.. ich liebe das Internet und werde mich hier mal umsehen :-)Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Meine Schwester war ja lange Zeit in Schottland und hat die meiste Zeit nur rumgenörgelt. Also habe ich beschlossen mir dieses Land für ein paar Wochen einfach mal selber anzusehen!
Ich flog von Berlin aus nach Birmingham. Leider gibt es keine Direkt-Flüge nach Aberdeen. Aber eines gleich zum Anfang, fliegt niemals über Birmingham, dort ist es totlangweilig! Ich würde beim nächsten Mal über London oder Koppenhagen fliegen, wobei Koppenhagen ja bekanntlich auch ziemlich chaotisch ist, aber ich bin ja nicht so lauf-faul wie andere Leute!
Als ich in Aberdeen ankam, ging ich gleich zum Autoverleih, um den vorbestellten Mietwagen abzuholen. Einen Mietwagen sollte man auf jeden Fall über eine deutsche Agentur vorbestellen, in Schottland wird es sehr viel teurer. Ich nahm mein Auto in Empfang, verlud mein Gepäck und stieg ein. Da saß ich nun auf der falschen Seite des Autos, die Engländer sitzen ja rechts und traute mich überhaupt nicht loszufahren. Da ich aber nicht die nächsten Stunden auf dem Parkplatz verbringen wollte, fuhr ich los. Natürlich auf der rechten Seite. Nachdem ich ordentlich angehupt wurde, fuhr ich dann brav links, allerdings immer etwas zu weit links, einige Außenspiegel entgingen mir sicherlich nur um Millimeter.
Als erstes fuhr ich in Richtung Norden, da man mir schon gesagt hatte, daß man sich Aberdeen nicht anzusehen bräuchte, es ist halt nur eine Großstadt wie jede andere auch.
Als erstes besuchte ich meine Schwester in Peterhead. Das ist eine kleiner Stadt an der Küste. Peterhead ist komplett vom Meer eingeschlossen, daher herrscht hier ständig ein ziemlich kühler Wind und von Sommer war hier nichts zu merken, es war einfach nur kalt. Der Hafen in Peterhead lohnt auf jeden Fall einen Besuch (hier gibt es viele süße Seehunde) oder aber auch das Kraftwerk, welches von den deutschen umgeplant und gebaut wurde. Das Kraftwerk sieht man schon von weitem wenn man an der Küste entlang fährt (von Aberdeen kommend). Allerdings ist es nicht ganz einfach, daß die Pförtner einen auf das Gelände lassen. Falls das nicht klappt, auch nicht so schlimm, vor dem Kraftwerk gibt es eine Aussichtsplattform, von der man auch eine Menge sehen kann. Auf jeden Fall sollte man auf dem Weg nach Peterhead einfach ein paar Mal rechts ranfahren und den Weg zum Meer runtergehen. Die Aussicht ist einfach herrlich und man kann dort stundenlang auf den Felsen rumturnen, nur warm anziehen sollte man sich dann schon!
Nachdem mir meine Schwester ein wenig die Umgebung erklärt hatte, beschloß ich die gesamte Nordküste abzufahren. Das heißt, immer an der Küste lang bis nach Inverness. Städte wie Fraserburg, Buckie und Elgin waren wirklich nur mäßig spannend, aber man kann dort recht günstig übernachten. In Schottland ist es üblich, daß man bei Familien unterkommt und für eine Nacht mit Frühstück (Bed & Breakfast) in der Regel um die 12 - 15 Pfund bezahlt. Erstaunlicher Weise wurde es günstiger, je mehr ich mich Inverness näherte.
Die Nordküste von Schottland ist wirklich wunderschön. Man hat fast überall den direkten Zugang zum Meer, wo man stundenlang rumwandern oder auch nur faul in den Dünen liegen kann. Allerdings sollte man bei dem Gedanken an Meer niemals an Sonne und Hitze denken, es ist immer kalt. Aber die Strände sind erstaunlich gepflegt, obwohl man hier oft weit und breit nicht einen Menschen sieht. Die Schotten der Nordküste sind zwar nicht unfreundlich, aber als besonders herzlich würde ich sie auch nicht bezeichnen. Das schöne jedoch, man hat hier überall kleine Rastplätze, wo auch das Grillen erlaubt ist. Also habe ich mir recht schnell einen kleinen, zusammenklappbaren Grill besorgt und recht häufig in den Dünen gegrillt. Schade nur, daß ich meine Angelausrüstung nicht dabei hatte, frischen Fisch zu grillen wäre sicherlich noch sehr viel schöner gewesen.
Nach 1 Woche hatte ich dann jedoch genügend vom Meer und vor allem genügend von den vielen Schafen, die es hier überall gibt, und setzte meinen Weg nach Inverness fort. Nun mögen sich einige fragen, was in Inverness denn tolles ist, daß ich dort unbedingt hinwollte.
Hier beginnt, der wohl berühmteste See von Schottland: Loch Ness! Ich habe zwar nicht ernsthaft daran geglaubt, daß ich Nessie (das Ungeheuer von Loch Ness) sehen würde, aber die Chance wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.
Von meiner Schwester wußte ich schon, daß man auf jeden Fall nicht den Touristenpfad „vorn herum“ nehmen sollte, wenn man wirklich die Schönheit der Highlands sehen wollte. Der Weg auf der Rückseite von Loch Ness ist zwar nicht so gut betoniert, dafür aber landschaftlich sehr viel interessanter. Da ich jedoch auch wieder zurück mußte, hob ich mir diesen Weg einfach für die Rückfahrt auf.
Von Inverness fährt man einfach in Richtung Fort Williams, diese Straße führt nämlich direkt am Loch Ness entlang. Einige Male fuhr ich links ran, um mir diesen unglaublich großen See anzusehen. Natürlich gab es ab und zu auch sogenannte Touristen-Attraktionen, wo man sich für 10 Pfund dann ein paar Steine ansehen konnte, aber diese besuchte ich nicht, da man mich schon vorgewarnt hatte. Das einzig gute, vor diesen abgesperrten Sehenswürdigkeiten stehen Imbissbuden und man sollte dort wirklich etwas essen wenn man Hunger hat, da ansonsten ziemlich lange keine Möglichkeit mehr dazu besteht.
Nessie habe ich natürlich nicht gesehen, aber das war auch gar nicht mehr wichtig. Loch Ness ist auch so auf jeden Fall einen Besuch wert.
In Fort Williams suchte ich mir dann eine Bleibe für die Nacht. Das heißt, das stimmt nicht ganz. Ich fuhr hindurch und ein paar Kilometer hinter der Stadt kosten die Zimmer für die Nacht locker 25 % weniger, aber ich blieb in der Nähe.
Am nächsten Morgen machte ich mich auf die Suche nach dem sogenannten Erlebnispark bei Fort Williams. Über diesen hatte ich in zahlreichen Infoblättern etwas gelesen. Hier sollte man viel über die Geschichte Schottlands lernen.
Ich fand ihn auch, bezahlte eine wie immer unverschämten Eintritt und ging hinein. Man wird zunächst in eine Art Theaterraum geführt, wo verschiedene Schauspieler etwas über die Geschichte Schottlands erzählen. Dann beginnt der Rundgang. Erschrocken habe ich mich ziemlich, als plötzlich... verrate ich nicht, falls ihr selbst mal hinwollt, sonst ist das ja nicht mehr spannend. Auf jeden Fall kann ich sagen, daß es nur mässig spannend und auch nicht besonders informativ war. Eher wie eine Geisterbahn, in der man jedoch zu Fuß geht. Für Kinder auf jeden Fall sehr aufregend, aber für erwachsene nicht so toll!
Ich fuhr dann nach Fort Williams zurück. Unterwegs gibt es zahlreiche Destillen, die man unbedingt mal besuchen sollte. Überhaupt lohnt ein Besuch in einer schottischen Destille, wo halt der echte schottische Whiskey hergestellt auf jeden Fall. Man muß nur aufpassen, da sie einem Kostproben gleich in Wassergläsern servieren, was ungünstig ist, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Man findet sie übrigens überall in Schottland und erstaunlicher Weise sind sie auch immer besonders gut ausgeschildert.
Fort Williams gefiel mir auf Anhieb. Hier gibt es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, für engl. Verhältnisse gute Restaurants und es ist wirklich besonders hübsch und sauber. Hier blieb ich ein paar Tage länger, zumal ich außerhalb von Fort Williams ein wirklich günstiges Zimmer bekommen hatte. Man muß sich jedoch als alleinreisender Mann ein wenig vor den englischen bzw. schottischen Damen in acht nehmen. Trinken können Sie wie Männer und werden dann schnell ziemlich zudringlich. Vor allem tauchen Sie immer in Scharen auf, mein Geschmack waren diese aufdringlichen Geschöpfe sicherlich nicht. Aber das muß jeder wohl für sich selbst entscheiden.
Auf dem Rückweg fuhr ich wie ich es mir vorgenommen hatte, den hinteren Weg am Loch Ness entlang. Auch er führt nach Inverness. Der Weg ist sehr klein und teilweise eine Tortur für das Auto, aber es war ja nur ein Mietwagen. Hier gibt es zahlreiche kleine Flüsse, wo man über Steine hüpfen kann. Auch die Berge sind hier besonders schön zu sehen. Ich hatte Glück und traf mitten in der Wildniss einen echten Highlander, der mir viel über die Geschichte der Schotten erzählte und mir auch die Steinböcke zeige, die sich in Massen auf den Bergen aufhielten. Bevor er sie mir nicht direkt zeigte, hatte ich sie gar nicht bemerkt, da sie sich so gut tarnten. Ich muß schon sagen, dieser Schotte war wirklich unglaublich nett, er führte mich durch die Berge und teilte sogar seinen Kaffee und Essen mit mir. Ich bin mir sogar sicher, daß er schwer beleidigt gewesen wäre, hätte ich ihm für seine Dienste Geld angeboten. Er war so stolz auf sein Land und seine Geschichte - allerdings kann ich das auch verstehen!
Ich machte mich jedoch auf den Rückweg nach Aberdeen, da ich, jetzt wo ich soviel Natur gesehen hatte, doch ein wenig Sehnsucht nach einer echten Großstadt hatte. Ich fuhr trotzdem ganze 2 Tage, obwohl die Strecke locker an einem zu schaffen ist, da ich immer wieder anhielt, um mir doch noch was anzusehen. Schließlich wußte ich ja, daß ich so schnell nicht wiederkommen würde und im Nachhinein hätte es mir dann sicherlich leid getan.
Aberdeen ist jedoch wirklich nur eine dreckige, teure Großstadt und einen Besuch hätte ich mir durchaus sparen können. Geschmacklich liegt das Essen dort sogar noch unter der Qualität des sowieso schon schlechten schottischen Essens. Wirklich toll ist jedoch, daß man in fast jedem Zimmer eine Mikrowelle hat, so kann man sich abends dann doch noch etwas eßbares warm machen und es ist nicht schlechter als das was man in den Restaurants bekommt - nur günstiger. Im übrigen sollte man auf einer Karte im Restaurant immer nach Fischgerichten suchen, die schmecken zumindest noch annehmbar.
Abschließend kann ich jedem nur empfehlen einmal nach Schottland zu fahren. Landschaftlich ist es einfach ein Erlebnis. Gut das Essen ist wirklich nicht besonders toll, aber man kann es ja mit dem herrlichen engl. oder auch schottischen Bier runterspülen.
Noch ein Tip am Rande, wenn ihr schon Geld mit zurück nehmt, achtet unbedingt darauf, daß es britisches und nicht schottisches ist. Die Schotten haben ja auch ihr eigenes Geld, was aber leider bei einem Rücktausch in Deutschland weniger wert ist als das Britische.
Ein Besuch lohnt sich, allerdings reichen 3-4 Wochen auf jeden Fall.
Euer Alex
PS: Übrigens einen Außenspiegel habe ich wirklich erwischt. Zum Glück sind die Schotten nicht so wie die Deutschen. Dort holt man nicht gleich die Polizei, man ruft einfach die Versicherung an und die regelt das weiterlesen schließen -
Mystik und Legenden bei dunklem Bier
26.06.2002, 02:10 Uhr von
Falkenmond
Sollte jemand sich wundern, daß die veröffentlichten Berichte auch bei Ciao.de auftauchen, dann i...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Schottland wurde in den letzten Jahren als Urlaubsziel immer beliebter. Was auch gut zu verstehen ist.
Am besten, man fährt mit dem eigenen Auto, oder man nimmt sich einen Leihwagen, dann sieht man auch was vom Land. Sehr schön ist das Grenzgebiet zu England, die sogenannten Borders, die durchIhre wunderschöne Landschaft bestechen. Dort sollte man sich auch unbedingt Kelso anschauen.
Zu empfehlen ist es, sofern der Geldbeutel nicht so gut gefüllt ist, nicht in Hotels, sondern in privaten B & B (Bed & Breakfast ) zu übernachten. Dort kommt man ca. mit DM 100,-- im Doppelzimmer davon. Der Familienanschluß mit meist guter Unterhaltung und richtig traditionellem schottischen Frühstück ist dabei unbedingt gegeben. Für Fans der Architektur empfehle ich, daß sie sich einen Pass kaufen, der zum freien Eintritt in viele Castles, etc. berechtigt. Dieser Paß kostet ca. 30-40 DM pro Person und lohnt sich auf jeden Fall.
Weitere unbedingt sehenswerte Städte sind z.B. Stirling, dort sollte man sich das Wallace Monument anschauen, das zu ehren des schottischen Nationalhelden William Wallace ( Braveheart) erbaut wurde. Dort steht auch das Original Schwert. Außerdem ist Stirling-Castle mit seinen Gärten sehr interessant. Weiter oben, direkt an der Küste findet man Tantaloon Castle, hierfür sollte man schon 2-3 Stunden einplanen. Diese Burg ist zwar mehr eine Ruine, allerdings sehr groß und es gibt viel zu sehen. Wer dort in der Nähe dann übernachten will, sollte nach Nairn gehen, dort hat man auch die Möglichkeit gut zu essen. Shr schön ist auch die Stadt Edingburgh mit dem Schloß, dort sollte man sich auf jeden Fall den Tattoo anschauen(Militärparade), für meinen Geschmack ist Edingburgh zu groß und mit zu vielen Touristen bevölkert.
Wer dann durch die Highlands fährt, sollte vorher unbedingt tanken(es gibt dort weder Häuser, noch Tankstellen) Die Highlands kann man eigentlich nicht beschreiben, man muß es einfach gesehen haben.
Wer dann noch weiterfahren will, dem empfehle ich auf die Insel Skye zu fahren, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Dort gibt es sehr viele Möglichkeiten Pullover, etc. günstig zu kaufen. Besichtigen sollte man dort den „Old Man of Storr“.
Wer auf dem Rückweg gerne über den Whiskey-Trail fahren möchte sollte auf jeden Fall die Glen Grant Destille besuchen, die einen wunderschönen Park hat. Dort bekommt man auch seine Whiskeyprobe serviert.
Schottland ist ein Land, mit sehr offenen, netten Menschen, mit denen man leicht Kontakt knüpfen kann, egal ob im Pub, oder beim B & B. Das hat sehr viele Vorteile, denn die kennen oft noch sehenswerte Orte abseits der Touristenattraktionen.
v weiterlesen schließen -
Das urtümliche und wilde Schottland
20.06.2002, 22:27 Uhr von
Maverick1963
Meine Hobbies sind Lesen, Schreiben, Archäologie, Bibelforschung, Deutsche Geschichte, Entomologi...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
so hatte ich mir Schottland immer vorgestellt und so hatte ich auch immer meiner Frau vorgeschwärmt.
Letztes Jahr nun konnten wir uns beide diesen langgehegten Wunsch erfüllen und Schottland besuchen, nicht zuletzt auch aufgrund von Bekannten, die in Schottland, direkt in den Highlands wohnen, diese hatten wir auf einer anderen Reise kennengelernt und konnten, dank Internet und E-Mail, den Kontakt immer aufrechterhalten, sie luden uns nach Schottland und in ihr Haus ein, eine Geste die wir in dieser Art nicht kannten, aber gerne annahmen um nicht nur den Kontakt zu vertiefen, sondern eben auch Land und Leute kennenzulernen.
Im Juni flogen wir dann über Brüssel nach Edinburgh, dort wurden wir abgeholt und dort stand auch unser Mietwagen.
Mit diesem fuhren wir nun direkt in das Herz von Schotland, in die Highlands, in der Nähe von Perth bogen wir ab und fuhren über kleinere Strassen in Ortschaften die so richtig idyllisch waren, Schilder von Pubs luden auf ein gutes schottisches Bier ein, aber erst mussten wir zu unserem Ziel kommen.
Dieses war auch recht schnell erreicht und wir freuten uns auf den ersten richtig schottischen Abend.
Und so sollte es denn auch sein, mein Bekannter einer von vielen guten Backpipe-Spielern (Dudelsack) lud uns schon am ersten Abend auf eine schottische Kindstaufe ein, auf der er spielen sollte. Man traf sich in einer Bar, in einem Hotel, von dort brach die Gesellschaft auf zu einem nahegelegenem See, es war etwas windig und kühl, aber frieren brauchte man nicht, den nach der Zeremonie, die übrigens der Hotelier abhielt, floss der Sekt und auch der Champagner in reichlichem Maße und auch wir, obwohl wir überhaupt niemanden kannten außer eben den Backpipe-Spieler wurden herzlich integriert. Anschließend ging es wieder zur Hotelbar, in der noch ausgiebig gefeiert wurde und so bekamen wir den ersten Eindruck von Schottland und seinen Bewohnern vermittelt.
Ein weiteres Schauspiel bekamen wir in der ersten Nacht zu sehen, nämlich, dass es in Schottland im Juni, eigentlich nie richtig dunkel wird, es bleibt immer ein silberner Streifen Sonnenlicht am Horizont zu sehen. Mit soetwas hatten wir nicht gerechnet und waren, deshalb um so erstaunter.
Die nächsten Tage waren denn verplant mit Besichtigungstouren, wir starteten recht früh mit dem Wagen auf einen dreitägigen Ausflug durch Schottland, über Perth ging es dann nach Norden zu Fort George, eine ehemalige Garnison der "Rotröcke", von dieser Bastion aus versuchten die Engländer Schottland bis ins Mark hinein zu kontrollieren, in diesem Fort sind auch ab und zu Bundeswehr-Soldaten stationiert.
Wir fuhren durch eine wunderschöne und urwüchsige Landschaft und bei jeder Gelegenheit hielten wir an um Fotos zu schießen. Es ist eine faszinierende Gegend, die wir kennenlernten.
Sehr geschichtsträchtig, in jedem Stein atmet praktisch die Geschichte des Landes. Sei es auf einem alten Keltenfriedhof, bei einer Steinformation der keltischen Druiden, auf dem Boden der großen Schlachten wie Bannock oder Killan, aber natürlich auch die vielen Burgen und Ruinen. Zwei davon hatten uns besonders beeindruckt, Blair-Castle (der Begräbnisort von Lady Di), ein wunderschönes Schloss mit riesigen Waffensammlungen, Teppichen, Porzellangefäßen, Gemälden und vieles mehr und Sterling-Castle die riesige Burg die über der Stadt Sterling thront und in der Robert de Bruce oft residierte der König von Schottland, der in der Schlacht von Bannock die Engländer schlug und zwar im Jahre 1314, also etwas länger zurück.
Trotz der vielen Geschichte, darf man die Menschen nicht zu kurz kommen lassen, wenn man die Schotten sieht denkt man als ersten an raue Burschen, unnahbar, wortkarg und Eigenbrödler, es stellte sich aber heraus, dass dem gar nicht so war, die Schotten sind sehr gesellige Menschen, herzlich und urwüchsig, wenn man nur einwenig näher auf sie eingeht, kann man mit ihnen Pferde stehlen gehen.
Die Abende hatten etwas besonderes, die Pubs werden natürlich erst am Abend so richtig interessant, wenn die Musik spielt, der Malt-Whisky fließt und das Essen schmeckt, dann wird es erst so richtig gemütlich und man möchte eigentlich gar nicht mehr zurück.
Eine ganz besonderes Ereignis erwartete uns noch am letzten Abend in unserem Urlaub, an eben diesem Abend waren wir bei unseren Bekannten und diese luden uns ein zu einen Folk-Abend, sprich Nacht, in einem Nachbarort. Einmal im Jahr trift sich in diesem Ort die Musikergilde. Alle die irgendein Musikinstrument spielen, von der Geige, über das Akkordeon, bis hin zum Dudelsack kommen dort zusammen und bei Bier und Whisky wird alles gespielt was das Repertoire hergibt, bis zum anderen Morgen, Es geht von einer Kneipe zur nächsten, man spielt in den Strassen und auf den öffentlichen Plätzen, auch die Polizei ist von diesem Ereignis ergriffen und es kommt auch so gut wie nie zu irgendwelchen Auseinandersetzungen, was uns ebenfalls erstaunte.
Leider ging auch dieser Abend zu Ende und auch so unsere Reise in die Highlands.
Zum Abschluss möchte ich noch sagen auch wenn es sich hier so liest wie wenn es sich um eine Lobeshymne auf Schottland hält, es ist so, dass wer sich für Urwüchsigkeit und Geschichte, aber ebenso für guten Whisky und nette Leute interessiert, der kommt nicht an Schottland vorbei. Es ist ein Land zum verlieben.
Natürlich gibt es auch hier den einen oder anderen Wermutstropfen, so zum Beispiel die Preise, ein billiger Urlaub ist Schottland wahrlich nicht und wer lieber Sonne satt haben will und Temperaturen um die 30° C im Schatten, der wird sich wohl ein anderes Urlaubsziel aussuchen.
Ich für meinen Teil gebe Schottland trotz der Preise die Note sehr gut.
Viele Grüsse Maverick1963 weiterlesen schließen -
Die Magie Schottlands
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Nun ist es inzwischen schon etwas zwei Jahre her, dass ich von einem zweijährigen Aufenthalt in Schottland wieder nach Deutschland gekommen bin, aber auch nach den zwei Jahren dort hat es mich schon mehrfach wieder im Urlaub wie magisch in dieses wunderbare Land gezogen, und es werden sicherlich noch weitere Reisen folgen. Bevor ich 1997 nach Schottland ging, war ich schon im Urlaub dort gewesen, aber so richtig lernt man ein Land natürlich erst dann kennen, wenn man eine längere Zeit dort verbringen kann. Ich habe zwei Jahre lang in der Nähe von Stirling (in Mittelschottland) gewohnt, bin aber auf zahlreichen Touren von dort aus im ganzen Land herumgekommen und habe es ausgiebig kennen und lieben gelernt.
Die Klischees des verregneten Landes, in dem es v.a. Schafe und Whisky gibt, das in Manchem unzivilisiert ist und dessen Bewohner geizig ohne Ende sind, verdient einer viel genaueren Betrachtung, und man erkennt schnell, dass dieses Land viel mehr zu bieten hat. Vielleicht kann ich es Euch ja schmackhaft machen?
DIE LANDSCHAFT
Schottland bietet auf insgesamt recht kleinem Areal eine unglaubliche Vielfalt an Landschaftstypen, angefangen bei den Lowlands im Süden bis hinauf in die Highlands. Die Inseln – und neben den sicherlich bekanntesten Hebriden oder den Orkneys gibt es auch noch eine Reihe weiterer netter Inseln – haben dabei ihren ganz eigenen Charme. Dass die Highlands immer wieder zu den favorisierten Reisezielen gehören, liegt sicherlich nicht zuletzt an den unglaublichen Bergformationen, der bestechenden Kombination von Wasser und Bergen (nicht nur die zahlreichen „Lochs“ sondern auch die Küstenregionen), und sicherlich auch den fantastischen Beleuchtungseffekten, die das Herz höher schlagen lassen ..... ganz zu schweigen von Regenbögen ..... Zu meinen Lieblingsgegenden gehört eindeutig der Nordwesten Schottlands – die Küstenregion ab Torridon nordwärts ist ein Traum! Trotzdem dürfen auch andere, manchmal eher vernachlässigte Gegenden Schottlands nicht vernachlässigt werden – im Süden (z.B. Dumfries, Galloway) findet man ganz andere Landschaftsformen vor und kann auch hier ganz furchtbar schöne Orte und Ecken entdecken.
DAS WETTER
Mal ehrlich – in den zwei Jahre, die ich in Schottland gelebt habe, haben wir dort nicht mehr Regen als in Hamburg gehabt. Sicherlich sind die Temperaturen das ganze Jahr über eher moderat, so dass es sich zu jeder Jahreszeit anbietet, warme und wetterfeste Klamotten mitzunehmen, aber es gibt auch klasse Wetter in Schottland. Im September 2001 bin ich gemeinsam mit einem Freund zuletzt in Schottland gewesen, und wir hatten während der zwei Wochen fast nur tolles Wetter .... da sage noch mal jemand, das Wetter in Schottland sei immer schlecht ....
Ich persönlich würde immer Mai/Juni oder den Herbst (September/Oktober) zum Reisen empfehlen.
REISEN IN SCHOTTLAND
Zwar gibt es in Schottland eine ganze Reihe von Bussen und auch ein Bahnnetz, aber beide Verkehrssysteme lassen in Vielem zu wünschen übrig. Das Bahnnetz ist irgendwann in den 1960er Jahren von einem Verkehrsminister dezimiert worden, und übrig geblieben sind lediglich ein paar Hauptadern zwischen den größeren Städten. Möchte man – und das ist in jedem Fall zu empfehlen – auch etwas abgelegenere Ecken besuchen, ist das Auto die mit Abstand beste Lösung.
Für Radfahrer sei gesagt: Wer sich durch all das Bergauf-Bergab-Gefahre nicht entmutigen lässt, und wer auch schlechte Bedingungen (direkt an der Straße entlang; Radwege gibt es nur vereinzelt, das nationale Fahrradwegenetz ist noch im Entstehen begriffen und lässt zu wünschen übrig) nicht scheut, der kann natürlich auch sein Huhn satteln und damit durch die Gegend radeln.
UNTERKUNFT
Als Studentin habe ich mich immer wieder gerne auf die Youth Hostels oder das gelegentliche Bed & Breakfast verlassen. Die Jugendherbergen sind vom Standard her sehr unterschiedlich, von spartanisch bis nahezu luxuriös (umgebaute Castles etc.). (Fast?) Alle Jugendherbergen verfügen über eine Küche oder eine küchenartige Einrichtung, so dass man sich selbst versorgen kann. In den Sommermonaten bietet sich eine Reservierung an, denn viele JuHes sind recht klein und daher schnell ausgebucht.
B&Bs gibt es in sehr unterschiedlichen Preisklassen, natürlich auch abhängig von dem Standard, den man erwartet. Ich habe immer wieder gemütliche Zimmer mit nettem Frühstück für 15 Pfund gefunden, in einigen Gegenden geht es auch günstiger, der Grenze nach oben sind kaum Grenzen gesetzt .....
Hotels gibt es natürlich auch, hier sind die Preise entsprechend höher als in den B&Bs – ich habe immer einen Bogen um Hotels herum gemacht – dort abzusteigen tut meines Erachtens nicht Not.
DIE LEUTE
Während meiner gesamten Zeit in Schottland habe ich nicht einen geizigen Schotten kennen gelernt. Ohne Frage sind viele Schotten recht sparsam, und auch Understatement spielt oft eine Rolle, aber geizig? Niemals. Im Gegenteil: ich bin sehr vielen gastfreundliche und großzügigen Schotten begegnet.
Es ist mir nicht schwer gefallen, Kontakte zu Schotten zu finden, und ich habe eine Reihe von bleibenden Freundschaften aufbauen können. Ich habe sehr viele freundliche Menschen getroffen und hatte durch sie die Gelegenheit, in eine herrliche Kultur einzutauchen und von Haggis (,der schottischen Nationalspeise,) bis zum Ceilidh (, einer typischen schottischen Tanzveranstaltung,) alles mitzunehmen.
Was die Schotten unter ihren Kilts tragen, verrate ich aber nicht .... das müsst ihr schon selbst herausfinden.
Ich könnte noch stundenlang weiterschreiben, aber als „genereller Schottlandbericht“ soll dies fürs Erste genügen. Ach ja, noch einen Tipp: Wenn ihr nach Schottland fahrt, dann stellt Euch darauf ein, auch eine Runde zu laufen .... auch bergauf ..... (und klärt das auch mit Eurer jeweiligen Reisebegleitung ;-) ) ..... lohnt sich.
Also: Auf nach Schottland! Aber ACHTUNG: Wen der Schottlandvirus einmal gepackt hat, den lässt er so schnell nicht wieder los ......
Gute Reise :o)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-18 23:05:54 mit dem Titel TAKE FIFE!!
FIFE? Nein, das ist kein Schreibfehler! Fife ist eine Region in Schottland, die sich „Kingdom of Fife“ nennt (obwohl man hier kaum einen König finden wird ... die Pikten haben den Namen im 4. Jhdt. geprägt). Die Region erstreckt sich zwischen dem Firth of Forth (im Süden), der Nordsee (im Osten ... und heißt trotzdem nicht Ostsee *gg*) und dem River Tay (im Norden) – und an seiner breitesten Stelle gerade mal etwa 80 km breit. Während der Süden von Fife eher industriell geprägt ist, findet man im Norden ein eher ländliches Flair vor. Ich selbst kenne den Südosten von Fife besonders gut, werde Euch aber die unterschiedlichen Gegenden vorstellen ... aber eben mit dem Fokus auf dem Südosten.
Ich werde dabei am Westende der Südküste anfangen – die Highlights kommen also erst später!
DIE SÜDKÜSTE
Vom Süden her – etwa von Edinburgh her kommend – erreicht man Fife am besten über eine der beiden Brücken: Entweder über die Firth of Forth Bridge, oder aber über die Kincardine Brücke, die den Forth etwas weiter im Westen überquert. Wählt man die Kincardine Brücke, dann biegt man am besten gleich in Kincardine auf die ausgeschilderte Strecke nach Culross ab – und ist dann auch gleich auf der Küstenstraße, der ich jetzt auch folgen möchte. Culross ist ein sehr malerischer Ort, der im 5. Jhdt. entstanden ist und – Dank dem National Trust – in sehr gutem Zustand ist. Es gibt in Culross einen Palast sowie das Town House zu besichtigen, wobei in letzterem eine ganze Reihe der 4000 Hexen, die im 16. und 17. Jhdt. in Schottland hingerichtet wurden, ihren Prozess durchstehen mussten und hier auf die Exekution in Edinburgh warteten. Ist ganz interessant. Der Culross Palace hat einen drolligen Garten, und der coffee shop bietet recht leckeres hausgemachtes Essen an (allerdings ist das Café nur von 10.30 bis 16.30 geöffnet ...)
Fährt man die A985 weiter Richtung Westen, kommt man etwas weiter im Landesinneren nach Dunfermline. Dunfermline war – bis zur „Union of the Crowns“ 1603 die Hauptstadt Schottlands, allerdings ist von dem Hauptstadtflair nicht mehr viel übrig geblieben. Während meiner zwei Jahre in Schottland habe ich um Dunfermline meist einen Bogen gemacht, da mich nichts hierher gezogen hat. Mit einem Musikensemble hatten wir allerdings mal eine Aufführung in der Dunfermline Abbey, die sich aus einem Teil Klosterkirche aus dem 12. Jhdt. und einem angebauten Teil aus dem 19. Jhdt. zusammensetzt ... ist sehenswert, aber ansonsten habe ich selbst der Stadt nichts abgewinnen können und kann auch keine weiteren Hinweise geben.
Ab hier wird Fife schon mal ein bisschen schöner: parallel zur Eisenbahnstrecke kommt man nach Inverkeithing durch Orte wie Aberdour, Burntisland und Kinghorn (alles Orte direkt an der Küste). Ein gewisser Hamish Brown hat ein Buch mit „Walks in Fife“ verfasst, von denen ich u.a. eine Streck schon verschiedentlich gelaufen bin: Wir haben dann das Auto in Kinghorn geparkt und sind von dort aus zwischen dem (hässlichen ...) Caravan Park und dem lokalen Golfplatz auf die klippenartigen Erhöhungen gestiegen (tja, es geht mal wieder bergauf, Freunde der Sonne .... Mit ganz liebem Gruß an stinky-bob! ;o) ), und von dort aus eigentlich (fast) immer parallel zur Küste gegangen. Der Weg ist sehr schön, allerdings nicht immer gut zu finden ... man muss das Buch schon genau lesen. Die Schotten sind sehr stolz auf ihr „public right of way“, das Allen ein Recht einräumt, (fast) überall entlang zu gehen .. und manchmal muss man dafür auch über ein Gatter klettern, oder auch nur irgendwelche Tritte ... und es kann passieren, dass man dann auf einer Kuhweide landet, aber das kann man, denke ich, in Kauf nehmen!
Man hat von dort oben HERRLICHE Blicke Richtung Edinburgh, über den Forth .... und bei gutem Wetter enorm weit. Auch die Forth Bridges – besonders natürlich die berühmte Eisenbahnbrücke – sind sehr spektakulär, und der Blick hinüber zum Bass Rock, einem Vogelfelsen im Firth, ist auch sehr schön. Nehmt Euch was zu futtern mit – man kann ganz phantastisch einfach ein Weilchen da oben sitzen und gucken! Etwa auf der Höhe von Burntisland haben wir uns dann wieder an den Abstieg gemacht, und sind anschließend zurück nach Kinghorn gelaufen ... allerdings unten entlang, was nicht ganz so hübsch ist aber auch das Prädikat „so ganz nett“ verdient.
Den nächsten Küstenabschnitt werde ich sträflicher Weise vernachlässigen – ich weiß zu wenig darüber, und das was ich weiß, ist nicht unbedingt erwähnenswert ..... aber so langsam wird es spannend, denn Fife wird hier immer schöner.
THE EAST NEUK
Der Ostzipfel von Fife, der sogenannte „East Neuk“, ist mein Lieblingsteil von Fife. Der Neuk (heißt „Ecke“) ist an der Küste gesäumt mit einer ganzen Reihe von malerischen Fischerdörfern, die alle ihren eigenen Charakter haben: Besonders seien hier erwähnt Pittenweem, Anstruther und Crail.
Es gibt übrigens eine gut ausgeschilderte Coastal Route, der man hier folgen kann! Auch zu Fuß kann man diese Fischerdörfer abklappern, denn es gibt auch einen Fußweg (coastal path) direkt am Wasser entlang, der – zumindest bei gutem Wetter – zum Spaziergang einlädt.
ANSTRUTHER ... ist allein schon wegen der „Fish Bar“ ein absolutes Muss, denn hier gibt es Schottlands beste „Fish and Chips“! Mal ehrlich – das Lokal, direkt unten an der Straße am Hafen – bekommt immer wieder Auszeichnungen, und das nicht zu unrecht! Man muss – gerade zu Stoßzeiten – schon mit Wartezeiten bis zu einer ¾ Stunde rechnen, aber die lohnt sich. Superlecker, monsterfrisch – und sättigend! Man kann das ganze entweder als „Take away“ mitbekommen – bei schönem Wetter kann man sich dann nett auf eine Bank am Hafen setzen und genüsslich mümmeln - , oder man kann sich auch drinnen hinsetzen, dann ist die ganze Sache allerdings ein bisschen teurer (wobei die Preise alle sehr gut bezahlbar sind!).
CRAIL ... hat neben einer netten kleinen vollgepfropften Töpferei ein irrgartenähnliches Netz von malerischen Gassen und Sträßchen. Der Fußweg runter zum Hafenbecken lohnt sich allemal, und wem die Anstruther Fish Bar nicht gefällt, der kann hier unten an der kleinen Holzbude beim Hafen Hummer u.ä. frisch zubereiten lassen und direkt dort essen ... hat aber seinen Preis, auch wenn es wirklich nur ein Holzschuppen und einen Tisch mit Bank dort gibt. Ich sitze hier zu gern auf der Kaimauer und gucke auf den Forth raus – von hier kann man dann auch schon etwas weiter nach Norden sehen und hat auch einen Blick auf die vorgelagerte Isle of May.
Etwas weiter von der Küste entfernt gibt es übrigens „Scotland’s Secret Bunker“ zu besichtigen – ich selbst bin noch nicht drin gewesen (habe auch, ehrlich gesagt, kein Interesse daran), kenne aber Viele, die ihn besichtigt haben. Es handelt sich um eine Bunkeranlage, die zum großen Teil 1994 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Im Falle eines Nuklearangriffe hätte dieser Bunker die Administrationszentrale Schottlands werden sollen. Freunde erzählten, sie hätten sich wie in einem James Bond Film gefühlt, als sie im Bunker waren ... aber doch etwas kitschig, und mit dem Standard (technisch wie auch stilbezogen) der 50er Jahre. Der Bunker ist so wie er war geöffnet worden – und nicht für die Touristen aufgepeppt worden. Der letzte Stand der Eintrittspreise, den ich kenne: etwa 6 Pfund!
Mit Abstand am bekanntesten – und das nicht erst, seit der gute William dort Kunstgeschichte studiert! – ist sicherlich ST. ANDREWS, das auch immer wieder einen Besuch wert ist.
ST. ANDREWS ist die älteste Universitätsstadt Schottlands (die Uni ist auch heute sehr renommiert) – und gleichzeitig Pilgerstätte für Golfer aus aller Herren Länder. St. Andrews gilt als Ursprungsort des Golfsports. Kommt man von Westen her in den Ort, kann man den berühmten „Old Course“ gar nicht verfehlen, dessen Clubhaus allein schon „nach was aussieht“. Hier finden auch bedeutende internationale Turniere statt. Das British Golf Museum liegt zwischen dem Clubhaus und der Küste – und ist für den, der sich für den Sport interessiert, auch einen Blick wert. Ich muss zugeben, dass ich nur einer Freundin zuliebe einmal drin gewesen bin, und selbst ich fand es eigentlich ganz spannend (Eintritt: etwa 4 Pfund).
Das Flair des Ortes ist sehr angenehm – man spürt, dass es eine Studentenstadt ist (abgesehen von der Ecke mit den Golftouris ...) und kann einfach herrlich herumschlendern. Man ist auch sehr schnell aus dem Ort wieder draußen – nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt gibt es nördlich von St. Andrews einen schönen Strand, und wer möchte, kann auf dem Weg dahin noch einen Stop beim „Sea Life Centre“ einlegen. Ich selbst bevorzuge den Strand, der viel Treffpunkt von Studenten etc. ist. Richtig schön zum Entspannen, wenn es nicht gerade zu windig ist (und das ist es hier leider ziemlich oft).
Während ich dem im Norden der Stadt liegenden St. Andrews Castle nicht so sehr viel abgewinnen kann (es reicht m.E., die Ruine einmal von außen zu sehen ... wenn man keine „Historic Scotland“ Dauerkarte hat, lohnt sich das eher weniger. Es gibt allerdings auch Kombikarten (auch etwa 4 Pfund) im Museum bei der Kathedrale zu kaufen, die dann für die Kathedrale, das Castle und „St. Rule’s Tower gültig ist – aber dazu später), ist die Ruine der Kathedrale wirklich einen Besuch wert: das Gelände ist frei zugänglich, und die Kathedrale selbst findet sich aus allen Winkeln fotografiert auf zahlreichen Postkarten und Bildern wieder. Ich bin schon sehr oft in St. Andrews gewesen und lasse es mir nie nehmen, auf den St. Rule’s Tower zu steigen („tokens“ dafür gibt es im Museum der Kathedrale), denn von hier oben hat man nicht nur einen grandiosen Blick über den sehr interessant strukturierten Ort, sondern auch über die nähere Umgebung und die Küste – bis zum Tay. Einfach herrlich ... und ein Platz zum stundenlangen Gucken .... schwelg!!
Obwohl das etwas morbide klingen mag: ihr solltet auch den Friedhof auf dem Kathedralengelände mal etwas genauer betrachten – wundervolle historische Grabsteine sind hier zu entdecken!
OH, beinah vergaß ich: in der South Street, ziemlich weit zur Küste ran, gibt es eine hervorragende EISDIELE, die eine Menge leckerer und origineller Sorten führt. Aber Vorsicht: Wenn die Schulen Mittagspause haben oder gerade Schulschluss ist, dann ist die Bude rammelvoll....
Ach ja: Parken ist in St Andrews größtenteils kostenpflichtig – es sei denn, man sucht sich etwas entfernt vom Zentrum ein Plätzchen ... Entfernungen sind das alles nicht!
A91
Nach dem Besuch in St. Andrews führt mich mein Weg Richtung Westen aus der Stadt – einfach die A 91 entlang. Auf dem Weg kommt man u.a. durch Cupar, wo es u.a. einen tollen Bäcker / Konditor, Fisher ans Donaldson, gibt. Etwas westlich von Cupar findet man das „Deer Centre“, das weniger wegen des Wildes einen Besuch wert ist, sondern v.a. wegen der Falkner, die dort täglich Vorführungen bieten, die sehr eindrucksvoll sind. Das Centre pflegt eine ganze Reihe unterschiedlicher Greifvögel und Eulen – und die sogenannten „Displays“ sind sehr persönlich und spektakulär. Einmal haben ein Kumpel und ich dort eine Privatvorführung bekommen – es war kaum Betrieb, und der Falkner bot uns an, einfach ein bisschen was zu zeigen ... wir waren beide hin und weg!
Zum Schluss noch eins: Wer zufällig am 2. Wochenende im Oktober eines Jahres dort ist, der sollte einen Abstecher zum „Hill of Tarvit“ Mansion House südlich der A 91 machen – dort findet ein jährlicher „plant sale“ statt. Und wer dort auf dem Parkplatz eine verrückte Truppe von Leuten trifft, die dort auf mitgebrachten Klapp-Picknicktischen etc. was futtern und Cava trinken, der grüße die bitte ganz herzlich von mir J!!!
ZUM SCHLUSS......
Ich habe sicherlich Vieles ausgelassen, was in FIFE zu sehen und zu erleben ist, aber ich habe mich doch bemüht, meine persönlichen Highlights darzustellen und schmackhaft zu machen. FIFE ist immer einen Besuch wert – ich denke, meine zahlreichen Besuche dort bestätigen, dass ich wirklich der Meinung bin.
Danke fürs Lesen
Und
Bis demnächst in einer anderen Region Schottlands! weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Swinja, 19.05.2002, 01:19 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Toller Beitrag, der richtig Lust aufs reisenmacht. Bye, Swi
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"... eine der schönsten Reisen...
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
...in meinem Leben, jedenfalls die poetischste. Ich habe nie Einsamerers durchschritten!" (Theodor Fontane)
So schwärmte schon vor über hundert Jahren der berühmte Schriftsteller von seiner Schottlandreise. Gewiss, ganz so einsam ist es nicht mehr. Doch wenn man sich von den Hauptstraßen entfernt, trifft man auch heutzutage nur wenige Menschen an. In der Einsamkeit der "Highlands and Islands" freute man sich früher über jeden, der vorbeikam und einkehrte. In den Haupturlaubszentren jedoch herrscht im Hochsommer auch in Schottland Betrieb. Die Saison ist kurz; in den meisten Landstrichen hat das Fremdenverkehrsgewerbe nicht viel Zeit zum Geldverdienen, also auch nicht mehr so viel Zeit, um wie früher die Gastfreundschaft zu pflegen.
Andererseits geben die Schotten dem Fremden immer noch bereitwillig Auskunft: Die Wirte, die Ladeninhaber, die Busfahrer, die Polizisten und die Touristikfachleite - in den gfößeren Orten wird in den "Tourist Informations" häufig ach Deutsch gesprochen - nehmen sich Zeit für ausführliche Erklärungen. Den new friend, den man gerade kennen gelernt hat, lädt man oft spontan in sein Heim ein. Es werden keine Umstände gemacht, der Gast muss die Dinge nehmen, wie sie sind. Und kennt man dann "Malcolm und Fiona" erst besser, wird man ihre Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft, ihren Humor und ihre offene Freundlichkeit zu schätzen wissen. Allerdings stellt man schnell fest, dass "äußere Formen" - die Tür aufhalten, den Mantel abnehmen, das Gepäck für den anderen tragen - weniger üblich sind als bei der älteren Generation. Dafür drängt sich aber auch niemand vor, weder im Laden noch an der Bushaltestelle oder am Taxistand. Im Hotel-Restaurant wartet der Gast darauf, dass ihm vom Manager oder einem Kellner (eher einer Kellnerin) ein Tisch zugewiesen wird.
Bei einem Schottlandurlaub sind - außer der einsamen Landschaft - zweifellos die Menschen das Wichtigste, denn ein Teil des Urlaubs spielt sich wegen des oft kühlen, nassen Wetters zwangsläufig in geschlossenen Räumen ab. Hotelunterkünfte sind relativ kostspielig, so dass man vielleicht besser Bed & Breakfast-Unterkünfte aufsucht. So kann man auch hervorragend hinter die Fassade der weißen, grauen oder beigefarbenen Häuschen blicken. Häufig mit zahlreichem Nippes geschmückt, kann man manchmal die Einrichtung nicht gerade als geschmackvoll, sondern eher als kurios empfinden. Aber was soll's: solange das Bett gut ist, genug Decken bereitliegen, das Wasser warm aus der Leitung läuft und das Zimmer nicht als "Kühlschrank" bezeichnet werden muss. Die Schotten sind ungeheuer abgehärtet. Strahlt die Sonne vom Himmel, ziehen sie sich im Sommer gleich an, als wären sie am Mittelmeer. Nicht jedem passt es freilich, dass im Privathaus das Radio oder der Fernseher von morgens bis abends plärrt, zumal es mühsam ist, das schottische Idiom zu verstehen. Äußert man jedoch "Would you mind turning the TV off when we talk", wird sicherlich ein ungestörtes Gespräch zustande kommen.
Edinburgh und Glasgow - die ungleichen Schwestern. Es heißt: Wird man in Edinburgh eingeladen, geht es in die kühle gute Stube zum Tee. In Glasgow eher in die warme Küche zum Drink. Die Einwohner von Edinburgh gelten im Allgemeinen als zurückhaltend und zugeknöpft, die Glasgower (oder Glaswegians, wie sie im Englischen bezeichnet werden müssen) hingegen als warmherzig und schwatzlustig. Dabei sind die Hauptstadt Edinburgh und die größte schottische Stadt, Glasgow, nur eine knappe Zugstunde voneinander entfernt.
Der Unterschied zwischen den Ost- und Westschotten ist in der Tat groß. In den Borders, dem Grenzland, sowie im Osten - von Edinburgh über Aberdeen nach Inverness - leben hauptsächlich Nachkommen der Einwanderer germanischer Volksgruppen, der Angeln und Sachsen, der Wikinger und Normannen und später der Niederländer und Flamen. Wenn man hier den vierschrötigen, blonden Bauern auf dem Lande begegnet, könnte man glauben, in Norddeutschland zu sein. Sie sprechen behäbig, sind verlässlich und arbeitsam. Die Keltensprösslinge im Westen haben hingegen fast immer Zeit zum Plaudern. Der Abend beim "ceilidh" - bei Unterhaltung, Musik und Drinks - kann nicht lang genug sein. Darum ist es nicht immer leicht, früh sein Frühstück zu bekommen. Manches Hochland- oder Inseldorf wirkt noch um acht Uhre wie ausgestorben. Die Gälen, Nachkommen der schottischen Ureinwohner und Kelten, sind hellhäutig, dunkel- oder rothaarig, sentimental und genial unordentlich, was man ihnen bei ihrem Charme gerne verzeiht. Besonders in Westschottland, im einsamen Hochland, wird viel Alkohol konsumiert - dann heißt es Vorsicht bei einem Kontra, vor allem in politischer Hinsicht.
Jede Schottlandreise sollte in Edinburgh beginnen oder enden. Die beliebteste Region ist das westliche Hochland mit den meisten der 1700 schottischen Seen. Aber auch die Borders sollte man nicht zu schnell durchqueren, die zahlreichen kleineren Schlösser der Gegend von Aberdeen nicht auslassen. Vielleicht die Einsamkeit der Hebriden aufsuchen, die tausend steinernen Relikte aus vorgeschichtlicher Zeit und die einzigartige Seevogelwelt auf Orkney und Shetland erkunden.
Die Bens sind die Berge, die Glens die Täler und die Lochs die Seen des Landes: gälische Namen, im Idiom der keltischen Vorväter. Offiziell beherrschen noch 70000 Schotten Gaelic, in Wirklichkeit zweifellos bedeutend weniger. Die jungen Leute sprechen bereits in erster Linie Englisch und wollen lieber eine Fremdsprache lernen. Allerdings sind sie damit nicht besonders erfolgreich. Die ganze Welt spricht Englisch, warum soll man sich da anstrengen. Können die Schotten Deutsch, so ist ihre Aussprache freilich recht gut, was für ihr Englisch nicht unbedingt gilt. Zwar behaupte die Einwohner von Inverness, der Hauptstadt der Highlands, das reinste Englisch überhaupt zu sprechen - mit dem an deutschen Schulen gelehrten Oxford-Idiom hat das allerdings herzlich wenig zu tun.
Es kursieren ein paar Gerüchte über Schottland. Es ist, vor allem im Osten, besser als sein Ruf. Obwohl es kaum je sommerlich heiß ist, regnet es auch nicht viel. Windig ist es allerdings meistens und überall. Auch Speisen un Getränke sind merklich besser geworden. Die Qualität der Zutaten war allerdings schon immer erstklassig. In den letzten Jahren ist eine neue Generation von Küchcheft herangewachsen, die weiß, wie man die heimatlichen Schätze zu behandeln hat.
Bleibt der sprichwörtliche Geiz. Sind sie wirklich geizig, die Schotten? Nein, sind sie nicht. Der Ruf der Knauserigkeit soll von den Engländern, den Bösen, stammen, die die nördlichen Brüder schon immer gerne foppten. Fest steht, dass Schottland immer ein armes Land war, ein Land der Hirten, Fischer und Kleinbauern. So ist es verständlich, dass auch die schottischen Edelmänner, die Anfang des 17. Jahrhunderts im Gefolge von James VI. von Schottland (dem späteren James I. von England) nach London umsiedelten, sich nicht das kostspielige Leben ihrer englischen Mithöflinge leisten konnten. Vielleicht waren sie zu stolz, ihre missliche Lage zu offenbaren, und zogen es vor, als geizig zu gelten?
Es gibt Woll- statt Steppdecken; das Frühstück ist zu fettig; das Wasser ist zu kalt; die Sonne scheint zu bescheiden; der ewige Wind; Mücken von Mitte Juni bis Mitte August im feuchten westlichen Hochland; am Abend ist auf dem Lande zu wenig los. Als Liebhaber spricht man dagegen von der herben Landschaft, der sagenumwobenen, nebligen Welt riesiger Helden, Zauberer und Feen und der wilden Hochlandclans. Der Kunstliebhaber, aber auch der an Geologie, Archäologie, Geschichte, Architektur und Ornithologie Interessierte kommt neben Sport- und Naturfreunden auf seine Kosten. Und wer einmal in Schottland war, kommt (fast) immer wieder.
So, dass soll für heute über mein (wie unschwer zu erkennen) Lieblingsurlaubsland genug sein. Sollte jemand nach ein paar Tipps oder Hilfestellung benötigen, melde er/sie sich doch bitte via Gästebuch.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-05 17:49:11 mit dem Titel Skye - Die vielleicht schönste aller schottischen Inseln
Nachdem ich euch heute schon zwei wunderschöne Wanderrouten auf dieser tollen Insel nähergebracht habe, möchte ich euch auch noch etwas über Skye selber erzählen:
Nur durch wenige Kilometer vom schottischen Festland getrennt, liegt Skye wie ein losgelöstes Stück Hochland im Atlantik. Seine goldbraunen Flanken wachsen sich zu atemberaubenden Felshöhen aus; seine höchste Bergkette, die Cuillins (oder Coolins), gilt als extremstes Klettergelände Großbritanniens. Wenn britische Bergsteiger für Everest-Besteigungen trainieren wollen, dann begeben sie sich hierher. Wer keine Ambitionen in dieser Hinsicht hat, der kann das Inselpanorama auch von den Ausweichbuchten der einspurigen Inselstraßen genießen.
Der Name Skye ist mit einer besonders romantischen Episode schottischer Geschichte verknüpft. "Trage den künftigen König über die SEe nach Skye" heißt es im Skye Boat Song, wobei mit dem Thronprätendenten Bonnie Prince Charlie gemeint ist, der nach seiner Niederlage auf Culloden Moor, von allen Seiten gehetzt, quer durchs schottische Hochland flüchten mußte. Den letzten Abschnitt seiner Flucht von der Äußeren Hebriden-Insel Benbecula nach Skye bewältigte er dank der tatkräftigen Hilfe von Flora MacDonald. Später wurde diese junge Frau wegen Hochverrats angeklagt und hatte eine Zeitlang in London einzusitzen. Ihre Loyalität und ihr Mut wurden mit zunehmendem zeitlichen Abstand immer stärker glorifiziert, so daß sie schließlich als Volksheldin ebenso sehr bewundert wurde wie der Prinz selbst.
Und doch könnte "ein Besuch auf Skye beinahe eine Enttäuschung sein, ungefähr so, als ob man eine Jugendliebe nach 40 Jahren wiedersieht", merkte der Schriftsteller H. V. Morton in den 1920er Jahren an. Und daran ist etwas Wahres. Zwar bietet Skye eine der beeindruckendsten schottischen Landschaften, aber andererseits hat der Tourismus deutliche Narben in Form von Restaurant-, Hotel- und Ladenklötzen hinterlassen. Und seit 1995, seit der Eröffnung der Skye Bridge über den Kyle of Akon, ist die Insel fast zum Festlandsableger degradiert. Übrigens ist die Fahrt über die Brücke Maitpflichtig, was Anlaß zu scharfen lokalpolitischen Kontroversen gab.
Seit der Eröffnung der Brücke ist es um das Städtchen Kyleakin, den vormaligen Fährhafen auf der Skye-Seite, stiller geworden. Über dem kleinen Hafenbecken ragen die Überreste des Castle Moil empor. Der klimatisch begünstigte Südteil der Insel, die Sleat-Halbinsel, heißt nicht umsonst "Garten von Skye". Dort erstrecken sich rund um das Clan Donald Centre die herrlichen Armadale Gardens.
Atemberaubend ist die Landschaft bei der Fahrt auf der Stichstraße nach Elgol. Etwa auf der Mitte des Weges, dort, wo die Straße auf den Loch Slapin trifft, berührt man Torrin, wo der Skye-Marmor gewonnen wird. Am Endpunkt der A881 in Elgol angelangt, ladet man nach dem Abstieg über einen Steilhang an einem Kieselstrand mit Blick auf die zerklüfteten Cuillins jenseits des Loch Scavaig. Im Sommer gibt es von Elgol aus Bootsfahrten zu dem romantischen Loch Coruisk. Der See, der schon Scott und Turner inspirierte, ist durch seinen Fluß mit Loch Scavaig verbunden und liegt am Fuß des fast 1000 Meter hohen Sgurr Alasdair, der höchsten Erhebung der schwarzen Cuillin Hills.
In einer nahen Höhle, der Bonnie Prince Charlie's Cave, sollen die MacKinnons den Prinzen vor seiner Rückkehr nach Frankreich gefeiert haben. Eben diese Familie bewirtete später auch die Bildungsreisenden Dr. Johnson und Boswell bei ihrem Hebriden-Ausflug.
Die in Küstennähe verlaufende A850 führt an den Cuillin Hills vorbei. Von hier aus erblickt man die sogenannten Red Cuillins - etwas sanfter als die Black Cuillins, die das Panorama bei Elgol dominierten. Eine der Straße benachbarte Anhöhe ist der Glamaig (775 Meter) bei Sconser, der alljährlich im Juli im Laufschritt erobert wird - im Rahmen eines sogenannten "Hill Race".
Fährt man von Sligachan (Basislager für Touren in die Cuillins mit Hotel, Campingplatz und Pony Trekking Center) auf der A863 weiter in Richtung Westen, führt bei Drynoch ein Abzweiger nach Glenbrittle, das vor allem als Ausgangspunkt in die Cuillins beliebt ist; die höchste Herausforderung stellt der Sgurr Alasdair mit 993 Meter dar. Der Ort bietet außerdem einen schönen Strand und Bootsverbindungen zu den Inseln Rhum, Eigg und Canna.
Ein Abstecher führt in westlicher Richtung nach Talisker, dem Standort der einzigen Whiskybrennereit auf Skye. Von Sconser an der Nordostküste starten die Fähren nach Raasay, einer sehr schönen und weniger überlaufenen Insel.
Inselhauptstadt ist das seit einem Besuch von James V. so genannte Portree, was Königshafen bedeutet. Als erprobtes Ferienzentrum hat Portree alles, was sich Gäste nur wünschen können: Restaurants, heimisches Kunsthandwerk sowie Läden für Camping-, Wander- und Bergausrüstung, dazu ganz umsonst den sehr reizvollen Blick auf den Hafen.
Etwas hinter der Linie Portree-Bracadale gabelt sich der "Hummer" Skye in die "Zangen" der zwei nördlichen Halbinseln. Am Ansatzpunkt der westlichen "Zange" liegt das Dörfchen Dunvegan, dessen im 13. Jahrhundert begonnenes Dunvegan Castle die architektonischen Eigenarten mehrerer Jahrhunderte unter einem Dach vereint. Die Burg, Stammsitz des MacLeod-Clans, wirkt ungeachtet aller schmückenden Zutaten (farbenprächtige Gärten) trotzig und abschreckend. Im Schloß werden verschiedene Familienerbstücke aufbewahrt, unter anderem die Fairy Flag, die "Feenfahne", die der Überlieferung nach den Clan beschützt, sofern sie nur rechtzeitig entrollt wird. In der Bucht unterhalb des Castle starten Bootsausflüge zu den Seehundbänken im Loch Dunvegan.
Ein Tipp für Feinschmecker ist das Lochbay Restaurant in dem kleinen Fischerdorf Stein nördlich von Dunvegan. Hier werden Hummerplatten und andere excellente Fischgerichte in dcer gemütlichen Atmosphäre einer ehemaligen Fischerhütte serviert.
Am Westufer des Loch Dunvegan kann man in Borreraig das Skye Piping Centre besuchte. Bis ins 18. Jahrhundert lehrten hier die MacCrimmons, die Dudelsackspieler des MacLeods Clans und die berühmtesten Bläser ganz Schottlands das Spiel auf der Bagpipe. Das Museum erzählt die Geschichte des Dudelsacks und auch die Clangeschichten der legendären MacCrimmons.
Die nordöstliche Halbinsel Trotternish, die zweite "Zange", besteht weitgehend aus vulkanischem Felsen. Das Grab von Flora MacDonald findet man auf dem Friedhof von Kilmuir nördlich von Uig. Das dortige Freiluftmuseum, Skye Museum of Island Life, besteht im wesentlichen aus vier strohgedeckten Häuschen. Das nahegelegene Duntulm Castle, einst Sitz der MacDonalds, der Lords of the Isles, wacht über die Nordspitze der Insel. Vielleicht noch beeindruckender als dieser Bau von Menschenhand ist der durch das Nordende der Halbinsel verlaufende Gebirgskamm Quiraing mit einer Vielzahl bizarrer Basaltformationen. Danach scheinen sogar die Klippen des weiter südlich gelegenen Kilt Rock mit seiner an Tartanstoffe erinnernden Struktur oder die düstere Berggestalt des Old Man of Storr oberhalb der A855 vergleichsweise uninteressant. weiterlesen schließen -
Dundee – Station meiner Schottlandreise
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Dundee - eine Reise zur Welt der Antarktis
Für viele mag diese Überschrift vielleicht etwas unpassend klingen, aber diese Reise was der Höhepunkt unseres Besuchs in Dundee.
Aber ich möchte auch hier in üblicher Weise fortfahren. Das schottische Hochland liegt nun hinter uns.
Die erste größere Stadt, die wir nun passieren ist Crief. In Creif befindet sich ein Highland Museum.
In der nähe von Crief befindet sich die vermutlich älteste schottische Whiskybrennerei. „Glenturret Distellery“
Und bevor wir an die Ostküster fahren, besuchen wir noch die alte schottische Hauptstadt.
Obwohl Perth bis zur Mitte des 15 JH schottische Hauptstadt war, besitzt sie nur wenige historische Gebäude. Eines der bekanntesten ist „Fair Maid’s House“.
Sehr lange hielten wir uns in dieser Stadt nicht auf, uns zieht es weiter.
Kurz nach Mittag erreichen wir Dundee. Zielgerichtet steuern wir mit unserem Auto zum Firth of Tay. Hier bläst uns auch schon ein kräftiger Wind entgegen.
Viele alte Bauwerke hat die viertgrößte Stadt Schottlands nicht zu bieten, da die Innenstadt nach dem zweiten Weltkrieg weitgehend neu errichtet wurde. Uns zieht es auch eher zum Wasser. Eine riesige Brücke – Tay Rail Bridge-überspannt den Fluss Tay. Von der Brücke hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt.
Wir laufen nun entlang des Flusses zum Discovery Point. Ein großes Mosaik zwischen Schiff und Ausstellung zieht uns an. Im Mosaik sind die Himmelsrichtungen eingezeichnet.
Was ist das also für ein Schiff, was hier schön restauriert im Hafen liegt? Ja es ist die Discovery, mit der Robert F. Scott zwischen 1901 und 1904 seine Expedition zum Südpol unternahm. Dieses Forschungsschiff ist das neue Wahrzeichen der Stadt. Und neben dem Schiff befindet sich ein 1993 eingeweihtes Besucherzentrum.
Wir besorgten uns Eintrittskarten (13,50 Pfund ca. 32 DM für unsere fünfköpfige Familie) und ließen uns nun von der phantastischen Welt der Antarktis verzaubern. Wer sich für die Welt des Eises und der Seefahrt interessiert, für den ist es ein ganz besonderes Erlebnis diese Ausstellung.
In der Ausstellung waren Bilder aus der Polarexpedition lebensgroß und sehr echt nachgestellt. Ein sehr schön gestalteter Film brachte uns die Schwierigkeiten, Mühen und auch die Schönheit der Expedition und der Welt der Antarktis nahe. Diese phantastischen Eindrücke, die man bei dem Besuch der Ausstellung nacherlebt, kann man nicht schildern, man muss es einfach genießen.
In einer der letzen Ausstellungsräume ist ein Stück Eis Vom Südpol zu bewundern.
Aber wie schon erwähnt, befindet sich hier auch das Schiff - Royal Research Discovery – mit dem Scott diese Exkursion unternahm. Das alte Segelschiff liegt hier ohne gespanntem Segel vor Anker. Der Besuch dieses Schiffes machte uns viel spaß, zumal man fast überall hin darf. Mein Sohn setze sich auch zu den Lebensgroßen Puppen an den Skattisch. Die Bilder wirkten sehr echt.
Nachdem wir uns sehr lange in der Ausstellung aufgehalten hatten liefen wir noch ´weiter durch die Stadt.
Östlich von der Tay-Brücke kann man im Victoria Dock die 1824 von Stapel gelaufene Frigate Unicom besichtigen. Als wir da ankamen wurde aber gerade geschlossen. Uns so besichtigten wir dieses alte schwarze Schiff mit dem weißen Einhorn als Galionsfigur nur von außen. Dieses Schiff ist das älteste noch fahrtüchtige Kriegsschiff von Großbritannien. Gern hätten wir uns das mit 46 Kanonen bestückte Schiff auch von innen angesehen, aber es war schon nach 18 Uhr und uns zog es weiter.
Die Zeltplatzsuche war hier 1995 nicht so ganz einfach. Den ersten den wir anfuhren lag an der Autobahn und wirkte sehr verlassen. Wir fuhren um den See Loch Leven und fanden in einem fast menschenleeren Ort einen Platz für unser Zelt. Es war ein kleiner Platz mit abgewohnten Sanitären Anlagen. Ein Platz für maximal eine Nacht. Die Zufahrt erfolgte über eine Autowerkstatt. Der Laden, der noch Waren enthielt, war schon lange geschlossen.
Wenn nicht viele braune Stellen auf dem Gras von Campern zeugten, so hätte ich gedacht, ich bin im falschen Film. Aber auch so ein Platz gehört zum Zelten dazu. Die Menschen hier waren freundlich. Es war eine arme Gegend, und ich kann von mir nicht behaupten, das ich reich bin. Man merkte, die Menschen zieht es fort aus dieser Region. Keine Gaststätte und kein Laden war mehr bewirtschaftet. Und da unsere Vorräte nicht sehr reichlich waren mussten wir uns am nächsten Morgen mit unserer Reserve, die aus süßen Keksen und Zwieback bestand zufrieden geben.
Wenn ich nach ein paar Jahren so zurückdenke, dann möchte ich schon gern einmal wieder dahin. Wie hat sich Schottland inzwischen entwickelt?
Nun dass soll es für den Bericht gewesen sein. Im nächsten Artikel wird es wieder turbulenter. Ihre werdet ihn finden unter Edinburgh, Melrose oder Gretna Green.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-26 07:34:51 mit dem Titel Oban - Wind, Wasser, Whisky
Ein paar Tage Irland lagen nun hinter uns. In der folgenden Woche wollen wir uns einige Teile von Schottland ansehen. Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir Montag Abend diesen Teil von Großbritannien. Und wieder wurde es ein ganz besonderes Erlebnis. In dem und den zwei folgenden Berichten möchte ich meine Erlebnisse bei der Erkundung dieser landschaftlich interessanten Gegend schildern. Eine Natur, die immer neue Überraschungen bereithält, wartete auf uns.
Unser erster Stop war auf dem Zeltplatz am fischreichen See Loch Lomend, dem größten See Schottlands. Von dem Zeltplatz Tullichewan (Übernachtung für uns fünf betrug für 15 Pfund - 16 Euro) in Balloch am Loch Lomend starteten wir zu unserer Reise durch Schottland. Entland des langgestreckten Sees fuhren wir in den Norden. Die Sonne überstrahlte das ganze Land. Vom aufkommendem Regen des letzten Abends war nicht mehr zu sehen.
Mit dem Auto fuhren wir durch die schottische Hügellandschaft. Nun lag die Stadt Oban vor uns. Von einem Berg hatte man einen ersten Einblick auf die Stadt am Fjord „Firth of Lorne“ am Atlantik.
Irgendwo fanden wir nach etwas suchen einen Platz für unser Auto.
Hier erst ein paar allgemeine Worte zur Stadt.
Oban ist ein belebtes Urlauberzentrum. Die Stadt ist Ausgangspunkt für viele Ausflüge zu den vorgelagerten Inseln, z.B. der Inselgruppe der Hebriden.
Empfehlenswert ist ein Besuch der Caithness Glasfabrik und der Whiskybrennerei.
Der Ort selbst hat einen großen Hafen und ist Sitz des Royal Highland Yacht Club.
Gute Bademöglichkeiten bestehen am Gavan Sands.
Und wie steht in meinem Reiseführer, „Am besten überblickt man die Stadt von McCaig’s Folly, dem runden Bauwerk eines Bankiers aus dem 19 Jahrhundert, das auf einem Hügel steht. „
Nachdem wir uns zu Mittag gestärkt hatten, mit Würsten, die wir eigentlich gar nicht bestellen wollten, und die auch nicht schmeckten, erkundeten wir die Stadt. Unser Ziel war das Runde Bauwerk auf dem Hügel. Von unten sah es wie ein Kolosseum aus, ein aus Steinen gemauertes Kunstwerk, zwei Bogenreihen übereinander. Durch ein großes Tor gelangten wir in den Innenraum. Hier war ein Hügel, teilweise Wiese und auch mit Bäumen bepflanzt. Es erinnert eher an einen Park. Auf einem Gehweg innerhalb der Steinbogen umrundeten wir zu Fuß das Gelände. Von der Seite zum hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt, den Hafen, das Meer und die grünen Berge der Highlands.
Der Rückweg zum Auto führt uns durch die belebte Innenstadt mit ihren vielen Geschäften.
Da wir heute keinen Ausflug auf die interessanten Inseln der Inneren Hebriden unternehmen wollen, schauen wir uns noch ein wenig in der Umgebung von Oban um.
Ob Zufall oder geplant, ich erinnere mich nicht mehr so genau, auf jeden Fall waren wir schon wenige Kilometer später am ‚Oban Sea Life Centre’, einem Meeresmuseum. 10 Meilen nördlich von Oban befindet sich dieses wunderschöne Museum, dessen Besuch sich auf jeden Fall lohnt.
Man läuft in manchen Ausstellungshallen mitten durch die schwimmenden Fische, man kann die Fische aus allen Richtungen beobachten, denn die Aquarien sind manchmal so gestaltet, das man mitten hindurch läuft. Das Museum beherbergt sehr viele verschiedene Arten von Fischen.
Aber unser größtes Interesse galt den Seehunden und auch deren Babys.
Die Seehundefütterung war ein Schauspiel, das etwa 15 Minuten dauerte und eine kleine Show war. Sehr viele Besucher versammelten sich um die Becken und schauten dem Schauspiel zu. Manchmal schnappte auch eine Möwe den Robben, den Fisch vor der Nase weg.
Aber das Gelände des Sea Life Centre hat noch mehr zu bieten. Es ist eingebettet in eine Waldlandschaft. Im Park sind schöne Wanderwege, Shops und Restaurants. Die Kinder können auch auf einen Abenteuerspielplatz sich beschäftigen.
Oban und Umgebung ist auf jeden fall einen Besuch wert. Schottland hat seine ganz besonderen Reize. Auch das Wetter spielt hier eine sehr große Rolle. Wir fahren weiter nach Glencoe am Loch Even, wo wir bei strahlendem Sonnenschein unsere Zelte aufschlagen. Und noch eine mehrstündige Wanderung auf die Berge unternehmen. Und als wir am nächsten morgen aus den Zelten kriechen, liegt alles im dicksten Nebel. Aber dazu mehr in meinem Bericht über das Tal der Tränen und Loch Ness.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-26 10:05:48 mit dem Titel Rundfahrt durch Nordschottland im Nebel
Loch Ness und Nebel im Schottischen Hochland
In Glencoe am Tal der Tränen machten wir gestern Station. Heute wollten wir weiter nach Invernes reisen und dabei das Ungeheure von Loch Ness besuchen. Aber das Wetter wollte es andern.
Nichts war mehr übrig von dem Sonnenschein des gestrigen Abends. Das Ganze Land lag im dicken Nebel..
Mit dem Auto fuhren wir ins Tal der Tränen. Heute war von diesem Tal, den Bergen und Wasserfällen außer Nebel nichts zu sehen. Wir besuchten einen der zahlreichen Visitor Center und schauten uns auf Dias diese herrliche Landschaft bei Sonnenschein an.
Wandern macht bei dem dicken Nebel keinen Spaß und so fuhren wir zurück zum Zelt. Was tun an diesem Tag. Bis kurz vor Mittag beschäftigten wir uns im Zelt, aber es wurde nicht klar und hell, und langsam bekamen wir auch Hunger. Also brachen wir zu einem Ausflug in den Norden auf und ließen entgegen unserem Plan die Zelte stehen.
Entlang dem See Loch Lochy fuhren wir nach Fort William. Hier gab es wieder Fisch zum Mittag. Nun studieren wir die Karte genauer, um nicht aus Schussellei wieder die ekligen Würste zu bestellen. Der Regen lies langsam nach und auch der Nebel lichtete sich hin und wieder. Was hinderte uns nun noch daran zum Ungeheuer zu fahren. Es ging durch die interessante Welt entlang des langerstreckten Sees. Am Loch Ness in Drumnadrecht soll also das Ungeheuer Nessi schon gesichtet worden sein. Im Teich neben dem Monstermuseum schwamm ein großes Ungeheuer aus Stein. Es drehte sich nach dem Wind. Und über den Parkplatz liefen mehrere grüne zweibeinige Nessis.
Für Kauften Karten ( 10,50 Pfund für fünf Personen – damals Umtausch 2,30 DM für ein Pfund) für den Besuch des Museums und verbrachten nun einige Zeit darin. Es ist sehr interessant, was hier alles geboten wird. Verschiedene Shows berichten von der Suche nach Nessi. Taucherkapseln, Schiffe, Ferngläser usw. alles Utensilien, die zur Suche des Ungeheuers dienten.
Man kann es nicht beschreiben wie toll das hier aufgemacht ist. Viele einzelne Kabinen bringen die unterschiedliche Stimmung der Nessisuche zum Ausdruck.
Und natürlich fehlt auch hier nicht der Gift-Shop.
Ein Besuch hier lohnt sich auch bei solch trüben Wetter wie heute.
Langsam kommt die Sonne wieder hinter den Wolken hervor. Es ist noch nicht sehr spät, und wir fahren entlang des Sees weiter nach Norden. Zwei herrlich bunte Regenbogen bilden sich über Loch Ness. Es ist schon und gespenstig in Schottlands Welt, diese Stimmung kann man nicht beschreiben, sie muss man erleben.
Kurz vor Ladenschluss erreichen wir die mehr als 40 000 Einwohnerstadt Invernes. Viel Zeit bleibt uns nicht, um uns in der Stadt umzusehen.
Aber für künftige Besucher möchte ich hier ein paar Sehenswürdigkeiten erwähnen.
Inverness ist die Hauptstadt der Highland Region
im 12 Jh soll hier die Burgfeste von Macbeth gestanden haben
viktorianisches Schloss
schöne Hängebrücken über den River Ness u.a. Graig Street Footbridge
Castle Hill
Cawdor Castle
St. Andrew Cathedral
Royal Brackla Distillery - Whisky-Brennerei
Wir schlenderten durch die Straßen und schauten uns etwas in der Stadt um. Da wir uns nicht sehr lange in der Stadt aufhielten, möchte ich nichts weiter darüber schreiben.
Da unsere Zelte in Glencoe stehen, müssen wir wieder zurück. Aber dafür wählen wir eine andere Strecke. Von der Ostküste bei Invernes, mit direckter Verbindung zur Nordsee, fahren wir durch die Bergwelt an die Westküste nach Dornie, was am Atlantik liegt.
Es ist nach achtzehn Uhr. Invernes und die Hautstraße nach Norden haben wir verlassen, auf einer engen menschenleeren Straße geht es in den Westen. Kaum der menschlichen Zivilisation adieu gesagt, kommt auch schon ein die Tankanzeige. Was tun? Umkehren oder vielleicht schaffen wir es noch bis zur nächsten größeren Stadt? Wir setzen die Fahrt fort, genug zu essen ist ja im Auto.
Ab Dingwall wird die Strasse sehr eng. Oft ist nur Platz für ein Auto. Menschen sehen wir schon lange nicht mehr. Es gibt nur Berge und Schafe in dieser Gegend. Nur hin und wieder steht mal ein Haus. Belebt wirken diese aber nicht. Es ist hier einsamer als im hohen Norden Norwegens. Der Nebel wird wieder dichter. Einsam bewegt sich unser Auto durch die Stille Schönheit der schottischen Hochlands. Da ein Auto – oh nach welcher Seite muss man ausweichen – fast hätten wir es vergessen, das hier Linksverkehr angesagt ist. Aber bei den Straßen kommt man nur langsam voran und es bleibt genügend Zeit zum Reagieren.
Einem einzigen Auto sind wir auf der Strecke von Ost nach west begegnet. Der Nebel wird wieder dichter, der Tank immer leerer und weit und breit kein Dorf zu sehen. Da eine Tankstelle, doch leider war das nur noch eine Ruine. Wie lange reicht der Benzin noch? Wir haben Glück in Dornie ist um diese späte Zeit noch eine Tankstelle geöffnet. Froh gelaunt setzen wir unsere Heimreise zum Zeltplatz fort. Es regnet nun etwas kräftiger, dafür lässt der Nebel nach und wir beobachten viele schöne Wasserfälle neben der Straße.
Ab Fort Williams wird es wieder belebter. Die romantisch, schaurigschöne Welt des Schottischen Nordwestens liegt hinter uns.
Auch so einen Tag muss man in Großbritannien erleben. Es war der einzige total verregnete Tag während unseres dreiwöchigen Urlaubs auf den Inseln.
Ein neuer Tag hat begonnen. Die Sonne erstrahlt über das ganze Land, nicht erinnert mehr an die gespenstige Welt des Nebels.
Wieder fahren wir ins Tal der Tränen, herrlich erscheinen die Berge und Wasserfälle. Auf einem Parkplatz an der Hauptstraße spielt ein Dudelsackspieler in schottischer Tracht. Eingebettet in die herrlichgrünen Berge des Schottischen Hochlands. Einfach wunderschön.
Wenige Kilometer weiter begegnen wir das erste mal den typisch schottischen Rindern mit der langen Mähne, Heute gibt es diese Tiere auch bei uns zu Hause, doch die sind lange nicht so schön wie hier.
Nach einiger Zeit erreichen wir Perth, aber diese Stadt werde ich kurz in meinem Bericht über Dundee erwähnen.
Das Schottische Hochland ist ein reizvolles Urlaubsziel für Naturfreunde, die dem stressigen Alltag mal entfliehen wollen und sich nicht vom Wetter verärgern lassen. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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anonym, 06.05.2002, 22:17 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
ich liebe schottland
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