Mehr zu AutorInnen mit F Testberichte
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Pro & Kontra
Vorteile
- gut zu lesen, Humor
- ausgesprochen amüsante Alltagsgeschichten
- leicht zu lesen
- sehr spannend
Nachteile / Kritik
- nicht alles ernst zu nehmen
- leider viel zu kurz
- beängstigend
- anfangs erinnert es sehr an \\\\
Tests und Erfahrungsberichte
-
*Fielding, Joy / Flieh wenn Du kannst * Eine spannende Mörderjagd.....
12.03.2004, 08:08 Uhr von
Superbiene20000
Hee Ihr da, wohnhaft bin ich im Bergischen Land und leb mit meinen beiden Kindern und Männlein in...5Pro:
Spannung pur
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hi Allerseits...um eventueller Langeweile beim faulenzen an Strand und Pool während unseres diesjährigen Urlaubs vorzubeugen nahm ich ingesamt drei Bücher mit. Eines davon war von der Autorin Joy Fielding von der ich bereits vor einiger Zeit "Lauf, Jane, Lauf" gelesen hatte.
"Flieh, wenn du kannst" hieß denn nun das Werk welches mir einige spannende Stunden bereitete und leider auch für einen Sonnenbrand sorgte...
Egal....kurz zum Inhalt:
************************
Bonnie Wheeler träumt eines Morgens gerade von einem gemeinsamen Urlaub in Miami den ihr Mann Rod und sie im nächsten Monat unternehmen wollten. Plötzlich klingelt das Telefon und Joan....die Ex-Frau von Rod ist am anderen Ende der Leitung.
Dabei dringt geheimnisvolles an Bonnies Ohr denn Joan spricht von einer drohenden Gefahr für sie und ihre Tochter Amanda. Da Joan eine relativ erfolgreiche Wohnungs/Haus-Maklerin ist verabreden sie sich für 12 UHR am nächsten in einem Haus in dem Joan vorher eine Besichtigung durchführen wird.
Als Bonnie am nächsten Tag am verabredeten Treffpunkt erscheint findet sie nur noch die Leiche Joans vor die kurz vorher von einem (r) Unbekannten erschossen wurde. Gleichzeitig taucht die Hausbesitzerin Margret Palmay auf und so gelangt Bonnie sofort in Tatverdacht. Während sie sich in Folge fragt wieso der Anruf, weshalb sie in Gefahr ist und wer der Killer (in) ist ziehen Rods Kinder aus erster Ehe mit Joan ins Haus.....
Da Rod sich mit zunehmender Zeit immer seltsamer verhält stöbert sie etwas in der Vergangenheit ihres Mannes herum. Dabei drängen sich immer mehr Fragen über Fragen auf die Bonnie langsam an ihrem Verstand zweifeln lassen......
Meine persönliche Meinung:
**************************
Da bereits nach wenigen Seiten ein gnadenloser Spannungaufbau erzeugt wird tritt bei dem 412 seitigen Thriller keine Langweile auf. Ganz im Gegenteil.....der Leser stellt sich die gleichen Fragen wie Bonnie Wheeler so das man sich als Leser sehr gut in die sympathische Figur der Frau hineinversetzen kann.
Besonders gelungen ist die Intigration einiger Charaktäre die letztendlich sehr wichtig sind....denn so wird der Leser immer wieder von neuem auf eine falsche Fährte geführt. Somit ist man fast außerstande das Buch aus den Fingern zu legen da man ( zumindest ich) schnellstmöglich wissen will wer der Mörder (in) ist und wie die ganzen Zusammenhänge sind.
Der Autorin Joy Fielding gelingt es zudem dem Leser immer wieder neue Fragen "zustellen" da sich immer wieder neue Figuren in Tatverdacht begeben so das man mein der Mörder sei bereits überführt. Nix da...alle Tatverdächtigen werden immer wieder von Joy Fielding spannend beschrieben vollkommen entlastet...doch der wahre Mörder (in) wird letztendlich doch voller Logik überführt...
Mir hats jedenfalls höllischen Spass gemacht dieses sehr spannende Buch zulesen da es sehr spannend ist. Da auch das Ende dieses Thrillers voll überzeugen kann kann ich das Buch jedem Thrillerfreund empfehlen.
Zum Preis kann ich leider keine angaben machen da ich es aus der Leihbücherei ausgeliehen habe....
Eure Superbiene... weiterlesen schließen -
-
Beklemmender wahrer Politthriller ohne Happy End
Pro:
Spannend geschrieben..
Kontra:
..trotz des anspruchvollen Themas
Empfehlung:
Ja
über Die Akte Odessa / Forsyth, Frederik
Die Geschichte des Nationalsozialistischen Deutschlands endete bei weitem nicht am 08.05.1945 bzw. am 22.05.1945, sondern die Nachwehen dieser unsäglichen Zeit wirken bis in die heutigen Tage nach.
So stammt der immer noch für Juristen maßgebliche Kommentar zum Grundgesetz von gerade dem Juristen, der der Nationalsozialistische Herrschaft einen rechtstaatlichen Anstrich verlieh. Und auch kam es vor, dass Menschen von ein und demselben Richter in ein Konzentrationslager gesteckt worden waren, bei Entschädigungsprozessen wieder vor eben diesem Richter sitzen mussten und sich dangen lassen mussten: „Sie lernen es wohl nie, was?“
Das Buch von Frederick Forsyth hat mir das CIAO Mitglied Pessoa empfohlen und ist ein Buch, das , wie die Geschichte auch, nicht mit einem Hollywood – Happy – End dienen kann.
Und dennoch ist Lektüre, da es sich um eine Mischung aus Thriller und Sachbuch handelt, beklemmend und bewegt den Leser ungemein.
Zwar mag das Buch, das1972 auf den Markt gekommen ist, vom Erzählstil etwas angestaubt erscheinen, der Inhalt aber ist weiterhin brandaktuell.
________________________________________
ZUM INHALT
Dallas: Auf den Straßen der Stadt wird J.F .Kennedy von der Kugel eines Attentäters tödlich in die rechte Kopfseite getroffen und ist auf der Stelle tot. Die Meldung des Tages und der nächsten Wochen.
In Hamburg bringt sich ein Jude in einem Mietshaus durch das Aufdrehen der Gasleitung seines Herdes um. Das wäre sicherlich in einer Stadt wie Hamburg kaum einer bedeutenden Zeitungsmeldung wert gewesen und in der Tat wird der Hintergrund des Selbstmordes erst später offenkundig.
Am gleichen Abend trifft der freie Journalist Peter Miller, der unter anderem für eine große Illustrierte schreibt, die im Buch KOMET, in der Realität DER SPIEGEL heißt, zufällig auf den Krankenwagen, der zu diesem Selbstmord gerufen worden ist. Da er eine mögliche interessante Story wittert, folgt er dem Krankenwagen.
Vor Ort ist schon die Kriminalpolizei, darunter ein Mann, den Peter Miller gut kennt. Beide sind der Meinung, dass hier keine große Meldung zu holen ist.
Erst am Tag danach ruft der Polizist bei Miller wieder an, denn er hat eine Tagebuch des Toden gefunden und durchgelesen und ist von der Lektüre geschockt.
Er übergibt Miller das Tagebuch.
In dem Tagebuch schildert Salomon Tauber seine Lebensgeschichte, vor allem aber seine Zeit in verschiedenen Konzentrationslagern, vor allem aber die in dem Getto von Riga.
Hier wurden Hunderttausende Juden von der SS kaltblütig ermordet, erschossen, totgeprügelt, vergast, gehängt. Salomon Tauber selbst musste seine eigene Frau in den Gas-LKW führen.
Tauber selbst sah als einzige Möglichkeit, zu überleben und von den Geschehnissen in Riga der Nachwelt zu berichten, einer der gehassten Kapos zu werden, als dem Aufsichtspersonal im KZ, dass von den Insassen rekrutiert wurde.
Bestialisch war vor allem der Kommandant in Riga, Roschmann, dem das Töten in allen möglichen Variationen Spaß machte und der die Opfer vor dem Tod noch aller Würde beraubte.
Tauber selbst litt Jahre lang unter seiner Entscheidung, wollte aber Vergeltung. Als ihm Jahre nach dem Krieg 1963 der alte Kommandant aber in Hamburg wieder über den Weg lief, unbehelligt, reich usw., da kam er zu der Überzeugung, dass niemand wirklich vergelten möchte und das Gute verliert. Deshalb nimmt sich Tauber das Leben.
Für Miller ist diese Geschichte ebenso packen dun ergreifend wie für den Leser auch, bei spielt aber eine weiter Begebenheit auf der Flucht des Herrn Roschmann eine bedeutende Rolle.
Miller entschließt sich, Roschmann ausfindig zu machen, stößt dabei aber schnell auf Wiederstand: Weder die Staatsanwaltschaft ist interessiert, den Schlächter von Riga zu fassen, was auch daran liegt, dass zu dieser zeit viele Juristen und auch Polizisten in Hamburg ebenfalls der SS angehört hatten: Ein Krähe hackt der anderen kein Auge aus.
Und auch alle anderen staatlichen Stellen zeigen eindeutig, dass die Aufklärung von Naziverbrechen nicht in ihrem Interesse liegt.
Und schon bald kommt Miller in den Kontakt mir der Organisation ODESSA, einer Schutzorganisation der Nazigrößen und der SS, die in den letzten Kriegsmonaten die Flucht der hohen Herrn geplant hat und in der Nachkriegszeit die Versorgung derer, aber auch den politischen Kampf gegen die neue Ordnung in Deutschland aufzunehmen.
ODESSA lässt Miller deutlich machen, dass er die Finger von den Nachforschungen lassen soll, bevor er sie sich verbrennt.
Denn Roschmann spielt mittlerweile, natürlich unter anderem Namen, eine wichtige Rolle in einem „Spiel“, das die Welt damals auf einen Schlag verändert hätte.
Miller aber gibt nicht auf und lässt sich auf ein Spiel ein, bei dem zumindest eine Seite skrupellos auch über Leichen geht.
_____________________________________________
EINSICHTEN
Oben habe ich schon einiges zu diesem Buch als Einleitung angemerkt. Aber immer wieder, wenn ich solche Bücher – Fachbücher, authentische Bereicht, die auch diesem Buch zugrunde liegen – kommt mir , mit Verlaub gesagt, die Galle hoch.
Dass Verbrecher nach dem Krieg in einer Demokratie durch Seilschaften geschützt wurden, von denen alle wussten und die alle wichtigen Leute gestützt haben, bei mir jeglichen Verständnis.
Auch Konrad Adenauer macht da keine Ausnahme, auch er hat Menschen protegiert, von denen ihre begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit durchaus bekannt waren.
Richter wussten von Richterkollegen und duldeten sie im demokratischen Rechtsstaat. Polizisten, vormals SS – Scherken und Schlächter in Polen, machten in Hamburg Karriere, Militärrichter, die noch nach der Kapitulation Männer hinrichten ließen, wurden sogar Justizminister.
Der Holocaust ist der Schandfleck auf der Geschichte des Landes, 6 Millionen Juden, Zigeuner, Russen und Polen, Homosexuelle, sog. Asoziale, körperlich und geistig Behinderte oder solche, von denen man es behauptet, politisch Andersdenkende. All diese Verbrechen sind nicht Wiedergutzumachen, nur ansatzweise durch ein heute verändertes verhalten, dass die moralischen Konsequenzen aus diesen Geschehnissen zieht, zu mildern.
Der Skandal aber, und das ist das beschämende, bei dem jedem freiheitsliebenden Demokraten die Zornesröte ins Gesicht schießen muss, ist das , was Forsyth in diesem Buch skizziert: Dass die eigentlichen Täter in Deutschland nicht nur nicht verfolgt, sondern von staatlichen Behörden geschützt worden sind.
Insofern ist das Buch lesenswert auch für die Jüngeren unter uns.
An der Buchausgabe ist einzig und allein die sehr kleine Schrift und der sehr geringe Seitenabstand zu bemängeln, die das Lesen anstrengend gestalten.
Die nur 272 Seiten dieser Ausgabe wären in der normalen Buchgröße satte 400 Seiten oder mehr!
Michael
Frederick Forsyth
Die AKte Odessa
Piper Verlag München (Ausgabe Januar 2000)
ISBN 3-492-23126-8
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 15:58:15 mit dem Titel Erstlingswerk mit deutlichen Schwächen
Jung, blond, tot / Franz, Andreas
Als „atemberaubender und psychologisch dichter Roman“ feiert der Knauer Verlag selbst das Erstlingswerk von Andreas Franz „JUNG, BLOND, TOT“ und attestiert dem Autor, ein „Meister des Genre“ zu sein.
Nun, da kann man sicherlich geteilter Meinung sein.
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
ZUM INHALT
(Wie gewohnt, nur ein Aufriss, wie immer: Lest selber!!!)
Eine Serie von bestialischen Mädchenmorden erschüttert und verunsichert Frankfurt a.M. und vor allem die oberen Zehntausend, denn die meisten Opfer stammen aus dieser Schicht oder hatten Verbindungen zu ihr.
Der Täter vergewaltigt die getöteten oder noch sterbende Mädchen auf mehrfache Weise, schneidet „fachmännisch“ eine Brust ab, bricht ihnen (Details lasse ich lieber weg) von innen das Schambein und formt aus ihren langen, blonden Haaren zwei Zöpfe, die er mit roten Schleifen verziert.
Alle Mädchen sind blond, das älteste Opfer ist 18 Jahre alt, alle Mädchen haben (bis auf eine Ausnahme) scheinbar schon in jungen Jahren den auffallenden Hang zu teurer und erotischen Spitzenunterwäsche entwickelt, einige Mädchen sind drogenabhängig.
Im Verlauf der Ermittlungen stößt Kommissarin Durant aber nicht nur auf eine scheinbar zum perversen und nymphoman veranlagten High Society, sondern auch auf einen Industriellen, der in seinem Haus im zweimonatigen Abstand Sexorgien mit jungen Mädchen und Jungen feiert, zusammen mit Männern aus eben dieser Gesellschaftsschicht.
Das ist ein pikantes Detail, ein weiteres aber ist, dass die Mordserie in Frankfurt scheinbar eine Verbindung zu einer Mordserie in Seattle/ USA hat.
Wie sich herausstellt, waren die meisten Mädchen in gerade diese „Feiern“, zu denen sie eingekauft wurden, indem die Eltern unter Druck gesetzt oder aber bezahlt worden waren, verstrickt.
Zudem wird schnell deutlich, dass der Täter selbst zwar nicht an den Partys teilgenommen, wohl aber aus der High Society selbst stammen muss.
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Dem Hobbypsychologen und Hobby Profiler wird allein schon diese Aufstellung einiges über den Täter verraten – und leider hatte ich nach 150 Seiten auch schon den entscheidenden Hinweise darauf, wer eigentlich nur der Täter sein kann.
Die Schwäche des Buches besteht einerseits in dieser Tatsache, zum anderen aber auch, dass die Protagonisten relativ schwach beleiben, ständig aus derselben Perspektive erzählt wird (mit zwei Ausnahmen) und dass z.B. der Polizeipsychologe teilweise nur Allgemeinplätze von sich gibt oder einfach nur Schwachsinn.
Da hätte in der Vorbereitung des Buches ein Wenig mehr über die Kunst der Profiler recherchiert werden sollen, die sich eben nicht mit PSYCHOANALYSE befassen, wie es fast nur noch in Deutschland üblich ist. Da gehört ein wichtiges Pfund SOZIOBIOLOGIE hinein( Lesetipp: WILSON: HOMICIDE, der auf die NATUR von Mord und Totschlag näher eingeht. Seine Ergebnisse lassen sich aber auch auf Deutschland übertragen, was ich selbst in meinem Studium empirisch betrieben haben mit teilweise nicht veröffentlichten Daten des BKA).
So ist es absolut ungewöhnlich, dass ein angeblicher Profiler nun überhaupt nichts über einen Täter aussagen kann. Die eigentliche Aufgabe ist aber doch gerade dieses, sonst gäbe es diese kriminologische Fachdisziplin mit Sicherheit nicht. Peinlich deshalb, weil diese Disziplin ja eigentlich in Deutschland (DDR Anfang der 70er Jahre!) „erfunden“ wurde.
Das ist eines der vielen Details, wo die Fabel des Buches unglaubwürdig ist und das Buch für mich deshalb deutliche Lese – Durststrecken aufweist, dich mich immer wieder als Leser gefordert haben, weiterzulesen.
Neben der EINWEG – Perspektive und der Skizzierung der handelnden Personen und den Längen der Erzählung war es aber auch ärgerlich, durch zwar nur eines, aber ein wesentliches Detail schon vorab die Auflösung des Falles ab der Hälfte des Buches zu kennen.
Andreas Franz versucht zwar, die Motive des Serienmörders bzw. die Genese eines Serienmörders zu skizzieren und zu analysieren (das tut er vor allem zum Schluss des Buches), doch die Schwächen der Handlung macht das nicht vergessen.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-12-28 18:35:08 mit dem Titel Geistesgeschichtlicher Krimi mit Format
Das Buch in dem die Welt verschwand von Wolfram Fleischhauer
Gedanken können töten, Ideen auch, Wer sich in der Weltgeschichte einmal umschaut, wird das in allen Bereichen bestätigt sehen. Nicht nur der, der Ideen „denkt“, sondern auch deren Anhänger können durchaus in Gefahr, sich nicht gerade bei einflussreichen Gruppen beliebt zu machen.
Eben davon handelt das Buch von Wolfram Fleischhauer „Das Buch, in dem die Welt verschwand“.
________
INHALT
Nürnberg im Jahre 1780: Nicolai Röschlaub, Sohn eines Apothekers in Fulda, fristet ein kärgliches Dasein in Nürnberg als Lizenziat und Beisteher des örtlichen Stadtmediziners, nachdem er sich mit neumodischen Gedanken in seiner Heimatstadt unmöglich gemacht hat.
Nicolai ist ein junger Arzt mit einem wachen Verstand, der häufig genug damit konfrontiert wird, dass er mit dem Wissen seines Standes, dass noch aus dem Mittelalter stammt, nur wenig bis gar keine Krankheiten heilen kann.
Eines Abends dann wird er von einer Magd auf das nahe gelegene Schloss des Grafen Alldorf gebeten, um seiner Herrschaft zu helfen.
Mitten im tiefsten Winter kämpft er sich mit der mürrischen Magd bis dorthin vor um vor Ort mitgeteilt zu bekommen, dass der Graf seit nunmehr zwei Tagen ohne eine Lebenszeichen, sprich ohne seine Nahrungsmittel anzurühren bzw. seine Notdurft zu verrichten, in seiner Bibliothek eingeschlossen sei. Niemand dürfe freilich diese betreten.
Nicolai findet freilich einen möglichen Weg, herauszufinden, wie es um den Grafen steht. Allerdings werden alle Befürchtungen bestätigt: Der Graf liegt tot in einem Sessel vor dem Kamin, umgeben von einer Vielzahl an Büchern und alchemistischen Apparaturen.
Nicolai stellt fest, dass der gute alte Graf an eben derselben Köstlichkeit verschieden ist, wie auch der gute Sokrates (na, wovon ist hier wohl die Rede??).
Noch merkwürdiger wird der Sachverhalt, als Nicolai herausfindet, dass binnen Jahresfrist die gesamte Familie des Grafen Alldorf, also sein Sohn, seine Tochter, seine Frau und der Graf selbst, auf nicht gerade natürlichen Wegen ins Jenseits abberufen wurden. Zumindest beim Sohn wurde eindeutig ein Mord festgestellt.
Noch nebulöser wird das Ganze aber durch das Erscheinen des Justizrates Tassi, der vom Reichskammergericht zu Wetzlar bestellt wurde, um die Umstände des Todes des Grafen zu untersuchen. Und schnell steht fest, dass der Graf nicht gerade eine feine Weste hat.
Für Nicolai beginnt eine aufregende, aber auch an seinen Werten nagende Zeit, denn er tritt in den Dienst des Justizrates, um die Todesumstände näher zu untersuchen. Von diesem erhält er die Information, dass der Graf vermutlich Mitglied einer großen Verschwörung gewesen ist, die es aufzudecken gilt.
In einem Wald wird die Zeugin eines Mordes festgenommen, Mordopfer war ein enger Vertrauter des Grafen, der sich durch Flucht absetzen wollte. Er wurde grausam zerstückelt.
Die Frau mit Namen Magdalena ist zunächst aber nicht vernehmungsfähig.
Bald aber wird Nicolai klar, dass Tassi ein doppeltes Spiel spielt und nicht der ist, der er vorzugeben scheint. So wird Nicolai von einem Bekannten aus Wetzlar bestätigt, dass ein Justizrat mit dem o.g. Namen in Wetzlar nicht begannt sei.
Gleichzeitig zu diesen Ereignissen werden im gesamten Deutschen Reich Postkutschen überfallen. Den Passagieren wird nie etwas angetan, keinerlei Wertgegenstände geraubt, wohl aber die Kutschen an sich und auch die Fracht, die sie befördern, wurden sämtlich verbrannt.
Zusammen mit der Zeugin setzt sich Nicolai von Tassi ab, nicht ohne diesem sämtliche Unterlage zu stehlen. Aus diesen geht hervor, dass Tassi ganz andere Interessen verfolgt, als er ihm vorgegeben hat.
Nicolai und Magdalena machen sich auf nach Leipzig, dem Ort, an dem der Sohn des Grafen vor Jahresfrist erschlagen worden ist, um selbst herauszufinden, um was genau es sich bei der angeblichen Verschwörung rund um den Grafen Alldorf handelt….
__________
MEINUNG
Nicht gerade leichte Kost serviert Wolfram Fleischhauer seinen Lesern, was auch mit der Zeit zu tun hat, in der seine Handlung spielt bzw. aus logischen Gründen spielen muss.
Die Zeit der Aufklärung, in der Goethe und Schiller nicht nur ihre Sturm und Drang – Phase schriftstellerisch auslebten sondern auch als gesetzte Literaten schafften, trägt dem Namen nach zwar den neuen Ideen dieser zeit Rechnung, gibt aber kaum einen repräsentativen Sinneswandel der Menschen damals wieder. Einige wenige, darunter vereinzelt auch Herrschende, bekannten sich zu den Ideen der Aufklärung, die Mehrzahl aber der Herrschenden und auch des Bürgertums aber bleiben bei den gewohnten Vorstellungs- und Wertwelten, wie sie seit jahrhunderten etabliert war.
In dieser Zeit hatten es diejenigen durchaus schwer, die aufklärerische Gedanken veröffentlichten, die die Ideen der Kirche, was bsp. das Vorbestimmtsein des Lebens oder aber der Sinnbestimmung des Lebens an sich, mussten sich auf massiven Widerstand gefasst machen.
Die Zeit der Aufklärung war auch die Zeit des Freimaurertums und der Logen; Gruppen und Grüppchen, die mystischen Ideen und Idealen nacheiferten, oft ehr zu belächeln, in einigen Fällen aber auch von staatsgefährdenden Ausmaßen.
Skurril, so müsste man einige dieser Ideen nennen.
Und eben da beginnt der Anspruch dieses Buches, den Fleischhauer baut seine Handlung ein in die Vielzahl philosophischer und mystischer Gedankenwelten seiner Zeit mit seiner Vielzahl diverser Logen, geht ein auf das Machtverhältnis im damaligen deutschen Reich mit den beiden widerstreitenden Polen Preußen und Österreich usw. usf.
Vor allem die Dialoge der beiden Hauptpersonen, Magdalena und Nicolai, sind da oft so angelegt, dass man mehrfach lesen muss, um den Gedankengängen folgen zu können. In sofern also keine Leichte Kost nur zur mäßig tiefen Unterhaltung, sondern eine Lektüre, die schon ein wenig Hirnschmalz bei dem aufmerksamen Leser fordert.
Und dennoch: Man schafft die Lektüre des Buches sehr wohl ohne seinen Störig immer griffbereit haben zu müssen (obwohl hier und da für Kurzinfos empfehlenswert), und abgesehen von diesen Dialogen schafft es Fleischhauer sehr wohl, einen spannenden Krimi rund um ein geistesgeschichtliches Thema ersten Ranges seiner Zeit zu entwerfen.
Dabei hilft bei der Lektüre sicherlich auch die Anlage der Hauptfigur Nicolai, der ebenso „unwissend“ sein mag, wie der eine oder andere Leser: Unbeleckt in philosophischen oder mystischen Fragen muss dieser quasi stellvertretend für den Leser die ihm fremde Welt der gedanklichen Deutung der Welt mühevoll verstehen lernen und erarbeiten. Und nicht immer kann er das Verstehen, was da in einigen Hirnen der Zeit vor sich gehen mag.
Nicolai geht das ganze an als ein Mensch der Vernunft, der mit Hilfe der Logik zu ergründen sucht, was den Tot der vielen Menschen hervorgerufen haben mag. Doch alles kann mit Hilfe der Logik eben nicht erklärt werden……….
Insgesamt vielleicht kein Buch für jedermann oder aber jederfrau, eher ein Intelektuellenkrimi (im positiven Sinne). Wer also seichte Unterhaltung sucht, der wird an diesem Buch kaum Freude haben, aber Kenner dier Zeit, Liebahber anspruchsvoller Krimis und Interessierte der Geistesgeschichte werden vollauf zufrieden sein.
HINWEIS: Da, wie immer, der Schluss des Buches vieles erklärt, was zu Beginn als Frage die Handlung erst in Schwung bringt, habe ich bewusst wichtige Dinge nicht erwähnt. Allein das Zeitpunkt des Handlung und auch der Tipp „Geistesgeschichte“ sollte hier ausreichen!.
MICHAEL weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
-
-
Frey, Stephen - Der Bonus
Pro:
sehr spannend
Kontra:
anfangs erinnert es sehr an \\\\
Empfehlung:
Nein
Ich lese sehr gerne Bücher, die im Börsenmilieu spielen. Und da kam mir der Tip mal Stephen Frey zu lesen gerade recht. Es ist wirklich ein sehr spannendes Buch, bei dem man ein wenig über die Börse erfährt, ohne Spezialist sein zu müssen.
Inhalt
------
Jay West will Karriere machen. Er bewirbt sich bei Oliver Mason um einen Job bei der mächtigen Investmentbank McCarthy & Lloyd.
Mason ist ein Mann, in dessen Händen alles zu Gold zu werden scheint. Jay kann sein Glück kaum fassen, als Mason ihn tatsächlich als Manager mit einem Topgehalt einstellt. Am Jahresende winkt ein Bonus von einer Million Dollar. Natürlich will Jay die hohen Erwartungen seines Vorgesetzten am liebsten noch übertreffen. Aber er wird das Gefühl nicht los, dass
irgendetwas Geheimnisvolles bei McCarthy & Lloyd vorgeht. Beruht Masons Erfolg wirklich nur auf harter Arbeit und einer gehörigen Portion Glück? Als eine Mitarbeiterin ermordet wird und Sally Lane, eine mysteriöse Schönheit, ihren Platz im Team einnimmt, spürt Jay, dass sich ein Netz aus Lügen und Korruption immer enger um ihn zusammenzieht. Wem kann er noch vertrauen?
Verzweifelt versucht Jay seinen Verfolgern und ihrem mörderischen Spiel zu entkommen ...
Leseprobe
---------
"»Warum eigentlich all die Mühe? «, fragte Jay, der sich darüber ärgerte, dass Bullock ihn immer noch als »Junge« ansprach.
Bullock gab mit seiner muskulösen Gestalt mächtig an und kaufte sich Hemden, die eine Nummer zu klein waren, so dass sie über seiner Brust spannten. »Wollen Sie damit andere Mängel ausgleichen, die wir nicht sehen können?«
»Warum stellen Sie bloß so viele dämliche Fragen? «
Jay lächelte. »Jetzt sind Sie wieder ganz der liebenswürdige Kollege, den ich kenne. Ich war schon etwas unruhig, als Sie guten Morgen gesagt haben. Das klang richtig freundlich. «
Bullock hörte zu kauen auf und wischte sich mit einer Serviette den Mund. »Dieses arrogante Grinsen wird Ihnen schon vergehen, wenn Bill McCarthy wissen will, warum Sie bis jetzt kein Geld für sein Arbitrage-Desk verdient haben. «
»Machen Sie sich meinetwegen keine Sorgen, Dachs«, konterte Jay.
»Ich mache mir um Sie gar keine Sorgen«, versicherte ihm Bullock.
»Tatsächlich werde ich richtigen Spaß haben, wenn Bill hier auftaucht und Sie vor versammelter Mannschaft fertig macht, weil Sie nichts gebracht haben. Und dieser Tag ist nicht mehr weit. Er hat schon lange niemanden mehr angebrüllt und Sie sind dafür der ideale Kandidat. Wenn Sie meinen, dass Oliver ungeduldig ist, dann kann ich Ihnen nur sagen, dass er im Vergleich zu Bill geradezu ein Waisenknabe ist.« Bullock hielt inne. »Und Garantien sind nicht immer Garantien, selbst dann nicht, wenn man sie
schriftlich hat. «
»Was soll das jetzt heißen? «, fragte Jay.
» Dreimal dürfen Sie raten. «
Jay lehnte sich in seinem Sessel zurück und überlegte, ob McCarthy & Lloyd ihm seinen Bonus vorenthalten konnte.
» Oliver würde mich niemals so reinlegen. «"
Der Autor
---------
New York Times-Bestsellerautor Stephen W. Frey ist Vizepräsident einer der größten Investmentbanken in Manhattan und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Princeton, New Jersey.
Fazit
-----
Die ersten Seiten dachte ich, ich lese "Die Firma" von John Grisham. Der Anfang war nahezu identisch: junger Collegeabgänger kommt in eine Börsenfirma, wird mit sehr viel Geld gelockt, und entdeckt in kurzer Zeit, daß in der Firma irgendwas nicht stimmt und sogar sein Leben in Gefahr ist.
Im Großen und Ganzen ist das Buch auch sehr ähnlich, aber da ich "Die Firma" auch gelesen habe, meine ich, dieses Buch ist besser.
Die Spannung wird so dramatisch aufgebaut, daß man es nicht mehr aus der Hand legen möchte. Jedes Kapitel birgt mit einer neuen Überraschung - und erst im Laufe der Zeit finden parallele Handlungen zueinander und man kann sich einen Reim auf die verschiedenen Folgen machen. Geld und Börse spielt eine Rolle, aber nie so, daß man das Buch nur als Börsenspezialist lesen
sollte. Man sollte keine Angst vor der Börse haben - aber auch Krimi-Leser, die keine Börsianer sind, werden an dem Buch ihre Freude haben, denn die Spannung reißt einen einfach mit. Dazu kommt die teilweise grandiose Beschreibung der Gefühlswelt der Personen, so daß man sich in viele hineinversetzen kann.
Das Ende ist so überraschend, daß man es eigentlich zweimal lesen müßte, es ist schon logisch, aber sehr überraschend - und das verrate ich bestimmt nicht...
Das Buch
--------
Der Bonus.
von Stephen Frey
Taschenbuch
Ullstein Verlag, ISBN 3548250351
397 Seiten - Preis: 7,45 € weiterlesen schließen -
Hannas Töchter von Marianne Fredrikkson
22.04.2003, 13:43 Uhr von
Jakini
War die letzten Wochen seltener online, zum einen durch mein Autoverkauft, zum anderen hatten mei...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wie ich zu dem Buch kam:
========================
Ciao ist schuld, denn ich habe vor zwei/drei Wochen einen Bericht über dieses Buch gelesen, und der hat mir so sehr gefallen, daß ich sofort den Link zu ebay nutze, um mir dieses Buch zu kaufen, für einen Euro bekam ich es dann, zuzüglich Versandkosten, aber auch noch einige Lego Teile für meine Kinder, jeweils für einen Euro, so daß ich im Prinzip für das Buch 2 Euro gezahlt habe, ebay lohnt sich also wirklich.
Dem Buch selber kann ich entnehmen, das es ursprüglich mal DM 19,90 gekostet hat, den normalen Europreis kann ich allerdings nennen.
Gekauft hatte ich mir das Buch eigentlich für den Urlaub, doch nun hatte ich am Wochenende die Gelegenheit, das Buch schon zu lesen, was mich doch arg beschäftigt, und um das Gelesene besser zu verarbeiten, entsteht mal wieder ein Bericht von mir.
Worum geht es in der Geschichte:
================================
Anna besucht ihre Mutter Johanna im Pflegeheim. Die alte Frau lag seit vier Jahren dort, war nicht mehr ansprechbar, wollte eigentlicht sterben, doch die Familie hinderte sie daran, durch die Besuche und der Gabe des Gefühls, daß man nicht bereit war, sie gehen zu lassen. Die alte Johanna erkannte die Tochter nicht mehr, doch sie spürte immer schon am Morgen, wenn diese zu Besuch kam.
Von den Pfleger wußte Anna, daß die Mutter oft nachts aufwachte und schrie, mit dem Schreihen störte sie andere Mitbewohner, und sollte so bald wie möglich ein Einzelzimmer bekommen, etwas geben, damit sie ruhiger schläft, das wollte man ihr nicht, denn man war der Meinung, daß sie die Träume brauchen würde.
Und so fing Anna an, über ihre Mutter nachzudenken, sie wollte ihr noch so viel sagen, doch die Mutter verstand es einfach nicht mehr.
Auch der Vater lebte noch, er war ebenfalls schon sehr alt, und dem Tode nah. Er wurde versorgt, doch auch die Tochter, die selber zwei Töchter und zwei Enkelkinder hatte, besuchte den Vater, mit ein bisschen Widerwillen, denn er hatte eine merkwürdige Art. Bei einem dieser Besuche wollte die Tochter mehr über die Mutter erfahren und fand dabei noch ein Bild der Großmutter mütterlicherseits, erstaunt, daß dieses Bild von der Wand genommen war, denn sie war der Meinung, daß der Vater die Schwiegermutter immer sehr mochte. Auf einmal befand sich Anna in einer anderen Welt, und sie erforschte ihre Vergangeneheit, angefangen bei der Großmutter Hanna.
Hanna:
------
Die Großmutter wurde als fünftes Kind ihrer Eltern geboren, allerdings waren die großen vier Geschwister während der Hungersnöte verstorben. Eigentlich wollte die Urgroßmutter keine Kinder mehr, doch sie bekam noch einmal fünf Kinder, zwei Töchter und drei Söhne, die älteste der neuen Kinder war Hanna und ihre Mutter hatte nun gelernt, daß Sauberkeit und saubere Luft für die Kinder sehr wichtig sind, daß die sonst krank werden und sterben könnten. Dieses neue Wissen gab sie auch ihren Kindern mit auf den Weg, die sie aber beschloss, nicht zu sehr zu lieben, denn wenn sie auch wieder sterben sollte, dann würde es wieder so sehr weh tun.
Im Alter von 12 Jahren wurde Hanna zum Arbeiten zu ihrem Onkel und ihrer Tante auf den Hof geschickt, dort vergewaltigte der Cousin sie und sie geriet in Schande, wurde als Hure behandelt und das Kind, welches sie mit gerade 13 Jahren bekam, galt als Hurensohn. Der Cousin verschwand, der Onkel und die Tante nahmen sie angeblich wie ihr eigenes Kind auf, doch sie fühlte sich nie wohl bei ihnen. So ging sie zu einer Hexe und ließ sich einen Ruhnestab machen. Offensichtlich führte dies zu einem Erfolg, denn es tauchte ein Müller in den Dorf auf, der seine Frau und seine Tochter an der Seuche verloren hatte.
Die Hebamme des Dorfes schaffte eine Verbindung, und der Müller heiratete Hanna, die froh war, endlich nicht mehr bei dem Onkel und der Tante sein müssen, auch war endlich die Schande von ihr genommen, denn der Mann nahm das Kind als seinen Sohn an. Natürlich graute ihr bei dem Gedanken, er könnte das gleich mit ihr machen, wie der Cousin, doch dann stellte sie fest, so schlimm ist es gar nicht, es gefiel ihr sogar und entgegen der Vorhersage der Hebamme, bekam sie noch drei weitere Söhne und eine Töchter.
Wie es mit der Familie weiter geht, wie es zwischen dem Mann und Hanna lief, die sich irgendwie liebten, aber nicht wirklich nah waren, das wird in dieser Geschichte erzählt, aber auch wie es mit dem ersten Sohn, der ja nur 13 Jahre jünger war, als die Mutter weitergeht und vorallem auch mit der Mühle, die sie mit dem Mann gemeinsam neu aufgebaut hatte. Ebenso von ihren Eltern und seiner Familie erfährt man einiges, so haben die Frauen zu dienen, die Männer das Geld zu verdienen, mit dem die Frauen Haushalten müssen und doch waren die Frauen Herr im Haus und hatten das Sagen.
Johanna:
--------
Sie war die Tochter von Hanna. Auf eine Art liebt die Mutter sie, auf der anderen Art hatte sie Angst, denn sie befürchtete, der Tochter könnte gleiches wiederfahren. Vom Vater wurde dieses Kind vergöttert, er nannte sie nach seiner ersten verstorbenen Tochter, und verwöhnte das Kind, nahm es auf dem Rücken überall mit hin und erzählte ihre viele Märchen und Geschichten, so auch vom Tod, bei dem viele Lebenslicher brannten und wenn sie verloschen sind, dann stirbt man.
Als Johanna acht Jahre alt war, starb der Vater, wie es einmal vorhergesagt wurde. Die Mühle wurde verkauft und die Mutter zog mit den Brüdern und ihr in die Stadt. Der erste Bruder war dort inzwischen mit einer jungen Frau liiert, die er sich jedoch weigerte, zu heiraten, bis sie dann schwanger wurde, und seine Mutter eine Heirat endlich durchsetzte. Die drei anderen Brüder fanden sich zunächst in der Stadt nicht zurecht und tranken, doch dann brachte der große Bruder sie zur Besinnung und so fanden auch sie Arbeit und heirateten.
Nur Johanna war noch zu Hause, lebte zwischen durch immer mal wieder bei dem Bruder und seine Frau. Dann bekam sie Arbeit als Dienstmagdt, wo der Hausherr versuchte, auch sie zu vergewaltigen, sie konnte das aber verhindern und fliehen. Der Bruder mischte sich ein, bekam noch einen vollen Lohn für das Kind und suchte ihr eine andere Anstellung, wo sie sich sehr gut machte.
Inzwischen war es üblich, daß auch Frauen arbeiten und Geld verdienen gehen, allerdings herrschte eine große Arbeitslosigkeit und so waren die Männer natürlich dagegen, daß die Frauen arbeiten, denn sie nahmen den Männern ja die Arbeit weg.
Johanna hatte sich mal geschworen, daß sie heiraten würde, doch dann änderte sie ihre Meinung, auch sie wollte versorgt sein und so lernte sie dann ihren Mann kennen. Die beiden wollten heiraten, als Johanna bemerkte, daß sie zum ersten Mal schwanger war. Doch noch ehe das Aufgebot bestellt war, verlor sie das Kind, das ein Junge geworden wäre. Sie wollte eigentlich nicht mehr heiraten, denn inzwischen hatte sie mitbekommen, daß ihre zukünftige Schwiegermutter den zukünftigen Mann unter Kontrolle hatte, und zu Wutausbrüchen neigte, wenn es nicht nach ihrem Willen ging. Erstaunlicher Weise hatte die Mutter, die selber ein uneheliches Kind geboren und viele Demütigungen deswegen ertragen hatte, angeboten, daß sie mit ihr gemeinsam das Kind groziehen würde. Doch dieses Kind sollte es dann gar nicht geben.... .
Trotzdem war die Liebe größer, als die Angst und so heiratete sie doch und die beiden kauften sich außerhalb der Stadt ein schönes kleines Häuschen, mit einem wunderschönen Garten. Hier hatte sie dann noch eine weitere Fehlgeburt, ehe sie ihre Tochter Anna bekam. Zwei weitere Fehlgeburten folgten, die sie aber der Tochter veschwieg, die wohl behütet aufwachsen sollte........... .
Anna:
=====
Über Anna erfährt man immer zwischendurch einiges, so ist sie einem Mann verfallen, der ihrem ältesten Onkel, dem unehelichen Sohn, sehr ähnlich ist, er sieht gut aus und ist ein Schürzenjäger. Doch die Mutter sagte vorraus, sie würde noch von ihm loskommen und so war es dann auch. Über die Eheprobleme, die Geburt ihrer drei Kinder und die Situation mit der Mutter erfährt man hier eine ganze Menge.
So hatte sie sich z.B. gefragt, warum die Großmutter um 10 Jahre gealter war, als der jüngste Onkel starb, denn er war doch schon erwachsen und hatte sein leben gelebt, die Mutter konnte dazu nur sagen: Es war ihr Kind.
Und genau den selben Schmerz spürte sie, als ihr Sohn mit 40 Wochen starb, die Mutter stand ihr schon direkt nach der Geburt bei, holte die beiden großen Töchter zu sich, so daß Anna sich in den 40 Tagen ganz ihrem Sohn widmen konnte, als dieser starb, verstand sie den Schmerz der Großmutter. Weh taten ihr aber die Worte der eigenen Schwiegermutter: Es war doch nur ein Embrio, dem Anna nur entgegen konnte. Es war mein Kind.
Nach der Geburt der zweiten Tochter hatte Anna sich von ihrem Mann scheiden lassen, da er sie immer betrogen hat, doch sie konnte nicht von ihm lassen und so heirateten die beiden noch einmal, Anna aber immer noch mißtrauisch, was seine Treue angeht.
Was hat die Geschichte in mir bewegt:
=====================================
Ich selber habe mein zweites Kind, meinen einzigen Sohn im Alter von vier Monaten verloren, somit konnte ich die vier Frauen sehr gut verstehen, dabei meine ich die Urgroßmutter von Anna, die vier ihrer Kinder verlor, und sich um die neuen Kinder sorgte. Diese Sorge kenne ich zu genüge, vorallem aber auch die Angst. Die Angst hat sich auf Hanna übertragen und sie, wurde von der Mutter so erzogen, daß sie ihre Kinder immer sauber hält, damit sie nicht krank werden. Und vorallem sollten die Kinder immer sehr gut genährt sein, und kräftig. Erzählt wird, daß die Urgroßmutter das Gefühl hatte, in der zweiten neuen Tochter wäre ihre eine Tochter wieder geboren, dieses Gefühl kenne ich auch ein wenig, auch wenn ich es meinen Kinder nie sagen würde!
Auch unterhält sie sich mit ihrem Schwiegersohn, mit Müller, der Hanna heiratet, über ihre Gefühle, denn auch er hat ja eine Tochter verloren, und sie verrät, daß diese Kinder immer noch etwas ganz besonderes für sie sind, und es immer bleiben werden. Auch das kann ich nachvollziehen, denn mein Sohn wird für mich ebenfalls etwas besonderes bleiben. Mir tat es aber gut, dieses Gefühl in einem Buch zu lesen. Aber es ängstigte mich auch, da ich mich so extrem mit dieser Frau identifizieren kann, daß ich Angst habe, noch einmal ein Kind zu verlieren, so wie sie vier Kinder verlor.
Hanna alterte durch den Tod ihres einen Sohnes, denn sie zerbrach daran, auch wenn sie im Gegensatz zu mir, eigentlich keine weiteren Kinder haben wollte, denn die Geburt ist nun mal nicht sehr angehm, und sie hätte nach der Vergewaltigung eigentlich keine weiteren Kinder bekommen dürfen. Doch nach der Geburt empfindet sie für jedes eine unbeschreibliche Zärtlichkeit.
Johanna verliert ihre Kinder, ehe sie geboren wurden, sie lernt sie nicht mal kennen doch das tut ebenso weh, wie ein geborenes Kind zu verlieren, so bald man von seiner Schwangerschaft weiß, liebt man das Kind und freut sich darauf. Doch sie verschweigt ihrer Tochter diese Geschwister, um sie damit nicht zu belasten, diese kann somit nicht verstehen, wie weh es tut, ein Kind zu verlieren und so hat Anna beim Tod ihres Sohnes das Gefühl, durchzudrehen. Sie irrt durch die Straßen, weil sie glaubt, ihren Sohn in der Mütterberatung vergessen zu haben.
Wir haben unseren Töchtern offen erzählt, daß sie noch einen Bruder hatten, für uns lebt er weiter, tief in unseren Herzen. Doch wir glauben auch an ein Leben nach dem Tod, haben durch seinen Tod sogar ein wenig zu Gott gefunden.
Hanna haßt durch ihre Erlebnisse Gott und hält ihn für böse, so weit ist es bei mir zum Glück nicht gekommen.
Johanna hat eigentlich keinen Glauben, obwohl es da ein Erlebniss gab, als sie in den Hallen an einem Delikatesstand verkauft, sie wollte Wasser holen, wurde aber von einer Unsichtbaren Hand festgehalten, sah helle Lichter und konnte die Tür zum Brunnen nicht öffnen, das war ihr Glück und rettete Johanna das Leben, denn wäre sie zum Brunnen gegangen, dann hätte die abstürzende Glaskuppel sie getötet. Sie wurde bekannt, als die Frau, die von Engeln beschützt wurde, und ihre Mutter war sich sicher, daß es stimmte, fragte, ob es der Vater gewesen sein könnte. Doch sie wußte nicht, wer es war.
Gerade dieses kleine Wunder hat mich tief berührt, denn ich hoffe so sehr, daß mein kleiner Sohn, seine drei Schwester ebenso beschützt, wie es wohl jemand in diesem Roman getan hat, schade, daß er aus der Phantasie von der Autorin Marianne Fredriksson entstanden war und nicht der Wirklichkeit entspricht.
Was will der Roman ausdrücken und bewirken:
============================================
In der Einleitung weist die Autorin ausdrück darauf hin, daß die Geschichte nicht der Wirklichkeit entspricht, sondern ihrer Phantasie, aber trotzdem zum Nachdenken über sich und seine Vorahren anregen sollte. Und das hat sie bei mir erreicht, nicht nur, daß ich durch die toten Kinder sehr berührt wurde und noch einmal viel über den Tod meines Sohnes nachgedacht habe, nein, auch über mich und mein Leben habe ich nachgedacht.
Ich bin seit fast sieben Jahren Mutter und haben seit dem keine feste Anstellung mehr, so wie es damals üblich war. Natürlich liebe ich meine Kinder, und ich bin gerne für sie da, doch auf der einen Seite bin ich von meinem Mann total abhänging, er verdient das Geld, das ich nicht ausgeben mag. Wenn es um die Kinder geht, dann o.k. doch für mich? Nein, das mag ich nicht, denn ich bezweifel, es verdient zu haben, auch wenn die Kinder und die Wohnung versorge. So habe ich eigentlich seit der Geburt des ersten Kindes immer nebenbei gearbeitet, um mein eigenes Taschengeld zu bekommen, um mir auch mal etwas gönnen zu können. Seit dem meine zweite Tochter geboren wurde, geht das aber nicht mehr, denn mein Mann hat oft Bereitschaft, muß oft Überstunden machen, einen Babsitter für die Kinder haben wir nicht, also kann ich eine regelmäßige Arbeit vergessen und bin von meinem Mann abhängig, so wie es die Frauen früher waren, bis meine Kinder alle im Kindergarten sind. Mir mißfällt diese Lage, wie sie sicher früher auch ein wenig den Frauen mißfallen hat, denn Johanna z.B. geht aus diesem Grund wieder arbeiten, als Anna ca. 12 Jahre alt ist. Vorallem aber, weil ihr Mann ihr vorwirft, sein Geld zu verschleudern. Diese Worte kenne ich zwar nicht, doch ich kenne eben dieses Gefühl und somit habe ich schon ein wenig in Johanna wieder gefunden. Und das in einer Zeit, wo die meisten Frauen selbständig sind, und schnell nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten gehen, doch aus diesem Grund bekommen so viele auch nur ein Kind, was man heute ja glücklicher Weise ein wenig steuern kann.
Marianne Fredriksson will mit ihrem Buch aber auch klar machen, daß man vieles von seiner Mutter übernimmt, vielleicht auch unbewußt. So übernimmt Hanna die Sauberkeit, aus Angst, ihre Kinder könnten sterben, auch an Johanna gibt sie dies weiter, die es ebenfalls übernimmt.
Alle drei sind arbeitswütig, denn sie meinen, sie müssen immer arbeiten, Hanna hat Probleme, ihre wohlverdinte Pension anzunehmen, ihr ist es peinlich, denn sie hat noch nie im Leben etwas bekommen. Auch Johanna möchte nichts geschenkt bekommen und geht eben wieder arbeiten, als Anna 12 Jahre alt ist. Doch welche Frau macht das heute nicht mehr?
Doch auch die Männer sollen besser verstanden werden, wie ihre Eigenarten sind, so z.B. daß sie von den Müttern unter Druck gesetzt werden.
Ein sehr gutes Beispiel in diesem Fall ist der Mann von Johanna, der den gleichen Namen trägt, wie mein Mann. Seine Mutter ist eiskalt und verlangt nur von ihrem Sohn. Und so ist auch er unzufrieden und verlangt viel, gerät schnell in Zorn und schlägt einmal sogar seine Frau, die ihn verläßt, dann aber doch zurückkerht, da sie mit Anna schwanger ist.
Auch Anna hat eine Menge gelernt, ihre Schwiegermutter gleicht vom Wesen her der Großmutter väterlicherseits und ist ebenso eiskalt. Sie scheint offensichtlich der Grund für die Eskapaden des Mannes Anna´s zu sein er rächt sich an seine Frau, für das Verhalten der Mutter.
Mich hat all dies wirklich dazu gebracht, mehr über mich, meine Eltern, meine Großeltern und sogar die Urgroßeltern nachzudenken, denn meine Urgroßeltern entsprechen der Generation von Hanna, meine Großeltern die von Johanna und meine Eltern die von Anna. Auch zwischen meiner Großmutter, meiner Mutter und mir kann ich einige parallelen sehen, einige Wesenszüge, die weitervererbt und angelernt wurden. So wie meiner Mutter nach einer Feier nachts in der Küche stand und abwusch, so räume ich ebenfalls nach einer Feier sofort auf, und lasse nichst bis zum nächsten Tag stehen, dennoch habe ich den Vorteil, daß ich einen Geschirrspüler habe, der dann für mich abwäscht. Doch weggeräumt muß alles sein, ehe ich dann zu Bett finde. Dies ist nur eine der Eigenarten, über die beim Lesen dieses Buches gestolpert bin.
Angst habe ich schon bei einer andere Parallele, meine Großmutter verlor ihr viertes Kind als Baby an einem Herzfehler, so wie ich meinen Sohn verlor. Doch sie verlor auch ihr erste Kind, an einer Hinrhautentzündung im Alter von 11 Monaten, so bin ich froh, wenn meine kleine Tochter ein Jahr alt ist, denn in der Geschichte verlor die Urgroßmutter 4 Kinder, Johanna hatte vier Felgeburten, Hanna verlor ein Kind, allerdings schon in hohem Alter, wo die Enkelin den Tod des Onkels mitbekommen hat und Anna verlor ebenfalls ein Kind. Doch so etwas muß sich ja nicht widerholen und hatte sicher keine wirkliche Bedeutung in der Geschichte.
Was mich aber besonders beeidruckt hat, es wird nur sehr wenig von Liebe in dem Roman gesprochen, und doch sind die Eltern immer für die Kinder da. So merkt man zwischen Hanna und Johanna keine Zärtlichkeit, trotzdem sorgt sich Hanna um Johanna und nimmt sie wieder bei sich auf, als der Mann sie schlug. Und auch Johanna, die nicht viel Liebe für die Mutter fand, nimmt diese bei sich auf, als sie im Sterben liegt.
Erst bei Johanna und ihrer Tochter Anna kann man von Liebe reden, so ist Johanna auch die erste der Frauen, die sich wirklich ein Kind wünscht.
Wie ist meine Meinung zu dem Buch:
==================================
Ich habe das Buch an zwei Tagen gelesen, zu Beginn tat ich mich etwas schwer, denn die Einleitung fand ich doch recht verwirrend. Als es dann aber mit Hannas Geschichte begann, konnte ich das Buch nur noch schwer aus der Hand legen, zum Glück hatte ich von meiner Familie einen Gutschein zum Geburtstag bekommen, für ein arbeitsfreies Wochenende, was ich dann an diesem Tag eingelöst habe, um das Buch zu lesen. Ich habe die Geschichte regelrecht in mich aufgesogen, so sehr interessierte es mich, wie es weiterging.
Geschrieben ist das Buch auf der einen Seite sehr gut verständlich, zwischendrin allerdings auch verwirrend, daß ich manche Sätze mehrmals lesen mußte, um sie zu verstehen, vorallem aber um zu begreifen, um welche Person es sich handelte. Dies kann aber auch an der Übersetzung aus dem Schwedischen liegen. Den Anfang fand ich recht langezogen, so daß ich das Buch schon fast wieder enttäuscht beiseite gelegt hätte, aber dann bei Hanndas Geschichte fesselten mich die Geschehnisse so sehr, daß ich einfach wissen mußte, wie es weiter geht. Ich fühlte mich, als säße ich in der Mühle bei der Familie und gehörte einfach dazu.
Wer Interesse an diesem Buch gefunden hat, dem kann ich es wirklich empfehlen, und man muß Bücher ja nicht unbedingt neu kaufen, ebay macht es möglich.
Algemeine Infos:
=================
Erschienen ist das Buch: Hannas Töchter im Fischer Verlag unter der ISBN 3-596-14486-8. Geschrieben wurde es im Jahr 1994.
Die Autorin Marianne Fredriksson ist ebenfalls Mutter von zwei Töchter und arbeitet als Jornalistin, geboren wurde sie 1927, was in etwa dem Geburtsjahr der Anna entsprechen würde, so kommt immer wieder der Verdacht auf, die Geschichte sei doch nicht erfunden, sondern hätte sich tatsächlich so abgespielt, wie sie geschrieben wurde, doch dies weist die Autorin ja ausdrücklich von sich fern.... .
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-04 11:27:52 mit dem Titel Joy Fielding : Ich will ihren Mann
Wie ich zu dem Buch kam:
========================
Ein Bericht auf ciao war Schuld. Dieser hatte mich so sehr faziniert, daß ich sofort ebay aufrief und dort das Buch tatsächlich zu einem günstigen Preis ersteigern konnte. Zu welchem Preis, das weiß ich leider nicht mehr, denn das war noch vor meinem Umzug.
Ausgezeichnet ist das Buch mit DM 12,90 somit schätze ich seinen derzeitigen Preis um die 7 Euro, wenn man das Buch neu kauft.
Wie sieht das Buch aus:
=======================
Mein Buch sieht im Einband etwas anders aus, als das im Bild oben abgebildete. Es hat einen schwarzen Taschenbucheinband. Auf der Vorderseite ist eine Frau abgebildet, vond er man lediglich unter rotem Schimmer das Gesciht sehen kann. Darunter steht der Name der Autorin und der Titel.
Auf der Rückseite ist ein Foto von der Autorin, ein sehr schönes Foto, wie ich finde, und ein Einblick auf den Inhalt des Buches zu lesen.
Insgesamt besteht das Buch aus 390 Seiten, die durchgehend bedruckt sind. Es gibt in dem Buch keine Bilder oder Fotos.
Lediglich kleine Absätze werden gemacht, so daß man auch eine Pause beim Lesen finden kann, um die Toilette aufzusuchen oder ähnliches, denn für längere Zeit legt man das Buch nicht gerne aus der Hand, wenn man einmal mit dem Lesen angefangen hat.
Meine Ausgabe ist eine vollständige Taschenbuchausgabe aus dem Jahre 1988. Geschrieben wurde das Buch im Jahre 1983 unter dem originalen Titel: The other Woman.
Worum geht es in dem Buch:
==========================
Hauptrolle spielt Lillian Plumbley, 34 Jahre alt, zweite Frau des Antwaltes David Plumbley.
Lillian arbeitete früher beim Fernsehen. Durch diese Arbeit hat sie ihren Mann kennengelert, der damals noch verheireitet war. Wegen ihr hat er seine erste Frau und seine zwei Kinder verlassen. Die beiden führen nun ein einfaches Leben, haben eine kleine Wohnung, denn der größte Teil von Davids Verdienst geht für seine Exfrau und die Kinder drauf, Lillien betreitet zum Größen Teil den Unterhalt für sich und ihren Mann. Aus Liebe hat sie ihren Job aufgegeben unterrichtet nun an der Uni, um mehr Zeit für ihren Mann zu haben, der bei ihren Einsätzen immer Angst um sie hatte und dem es mißfiel, daß sie ständig auf Reisen war. Doch in ihrem Job ist Lilli nun überhaupt nicht glücklich.
Auf einem Firmen Picknick dann begegnet sie einer sehr jungen und besonders hübschen Frau, die ihr geradewegs ins Gesicht sagt, daß sie ihren Mann heiraten will. Eigentlich ist dies der Anfang der Gechichte, Hintergründe erfährt man so nach und nach.
Lillian macht sich Gedanken deswegen, vorallem weil die andere viel hübscher ist als sie. Sie hat oft munkeln hören, warum David seine hübsche Frau für sie verlassen hat, und das macht sie unsicher.
David merkt, daß mit seiner Frau etwas nicht stimmt, sie will ihm zunächst nichts davon sagen, denn sie befürchtet, damit würde sie ihren Mann erst recht neugierig auf die andere machen, doch sie kann ihm nicht verheimlichen, daß sie Sorgen und Angst hat. Also erzählt sie von der Begegnung und ihr Mann glaubt das Ganze nicht, hält es für einen Scherz und versucht sie beruhigen, beteuert, wie sehr er sie liebt.
Zu diesem Zeitpunkt lieben die beiden sich auch noch sehr, sehr häufig.
Leicht hat diese Ehe es nicht, alleine schon durch die Geldsorgen, die durch die Exfrau entstehen und dann auch durch ihre immer wieder nervenden Anrufe, wenn sie etwas neues fordert. Meistens ruft sie dann an, wenn Lilli und Dave gerade im Bett landen, was natürlich die Stimmung versaut.
Doch auch die Eifersucht von Lilli auf Nicole, die ja ihren Mann heiraten will, verdirbt oft genug die Stimmung, denn Nicole ist schlau und fädelt es oft ein, daß sie mit Dave zu Mittag ist oder anders an ihn herankommt. Dave denkt sich dabei zunächst jedoch nichts, er sieht in ihr ein armes schüchternes Mädchen, daß nur Schutz sucht. Da Lilli aber immer eifersüchtig ist, verschweigt er ihr Treffen mit Nicole, doch Lilli bekommt das meistens raus und ist dann erst Recht eifersüchtig, was zu Streit führt.
Besonders schlimm wird es, als der Gründer und Oberhaupt der Kanzlei ermordet wird, seine Frau wurde ebenfalls zusammengeschlagen. Lilli ist mit der Frau sehr gut befreundet, und sie ist die einzige, mit der Beth, die Frau des ermordeten redet.
Und so ist Lilli auch die erste, die erfährt, daß Beth ihren Mann getötet hat. Da sie nicht weiß, was sie mit dieser Nachricht tun soll, denn sie ist selber zu sehr durcheinander und David hat keine Zeit für sie, als sie mit ihm darüber reden will, hütet sie das Geheimnis, bis Beth eine Presskonferenz gibt, in der sie gesteht. Auf einmal steht die Frau alleine da, ein ehemaliger Freund ihres Mannes weigert sich, sie zu verteidigen, denn sie hat ja seinen besten Freund ermordet und zwischen David und Lilli baut sich etwas auf, denn Lilli glaubt der Freundin, daß ihr Mann sie jahrelang gequält hat, zumal es auch Hinweise darauf gab, wie z.B. daß sich Beth beim gemeinsamen Sport nie nackt zeigte. Früher dachte Lilli weil sie sich schämt, nun weiß sie, wegen der Wunden, die ihr Mann ihr zugefügt hat. Da die beiden aber immer wie frisch verliebt wirkten, glaubt außer Lilli niemand, daß der Chef der Kanzlei dazu in der Lage gewesen wäre und alle stellen Beth als Irre da, auch ihr Mann David............
Mehr möchte ich nun nicht verraten, das reicht zum Inhalt, denn wer das Buch noch lesen möchte, der will sicherlich die Spannung erhalten haben.
Wie hat mir das Buch gefallen:
==============================
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Schreiweise ist fesselnd, auch wenn dies nicht nur an der Autorin liegt, sondern ebenfalls an der Übersetzerin Christa Seibicke, die den Roman ins Deutsche verfaßt hat.
Besonders gut gefällt mir aber, daß es nicht nur um eine Sache geht, sondern viele Nebenhandlungen das Buch interessant machen. So geht es zwar in erster Linie um Nicole, die versucht Dave auszuspannen und hierfür alle Register zieht, doch man lernt auch Lili und ihre Perönlichkeit kennen. Sie ist gütig, hatte selber eigentlich nicht vor, Dave seiner Frau auszuspannen, doch sie konnte sich nicht wehren, daß sie sich in ihn verliebt. Und er machte ihr von sich aus den Hof, log ihr vor, daß er in Trennung leben würde. Erst als für Lilli zu spät war, bekam sie raus, daß die Ehe eigentlich intakt war.
Nun muß sie befürchten, daß es ihr ebenso ergeht, wie ihrer Vorgängerin, nur daß da eine Frau ist, die sich geziehlt in die Ehe eimischt und mit fiesen Tricks versucht, den Mann auszuspannen.
Bisher war ich auch immer der Meinung, eine andere Frau oder ein anderer Mann hat nur eine Chance, wenn die Ehe schon kaputt ist, doch dieses Buch hat mich eines anderen belehrt. Eine gute Ehe kann von Außenstehenden kaputt gemacht werden, wenn nicht beide Partner aufpassen.
Mit einer angeblichen Freundin hatte ich ähnliches erlebt, allerdings mit dem Glück, daß mein Mann das ähnlich sah und wir aus diesem Grund gemeinsam den Kontakt zu ihr abgebrochen hatten. In dem Buch glaubt David seiner Frau allerdings nicht und ist so auf dem besten Weg, Nicole in die Fänge zu gehen, während Lilli vor Angst fast durchdreht.
Interessant finde ich vorallem die Zeitsprünge, so wird nicht nur aus der Gegenwart erzählt, sondern auch aus der Vergangenheit, aus der Zeit, wo Lilli und David sich kennenlernen, aus ihrer Zeit als heimliches Paar und aus ihren ersten Ehejahren.
Lehrreicht finde ich aber für den Leser viele Dinge, wie schon erwähnt, daß eine gute Ehe ganz fies zerstört werden kann, wenn es jemand drauf anlegt, aber auch daß sich niemand selber aufgeben sollte. Lilli hat sich im Grunde selber aufgegeben, sie wünschte sich eigentlich noch Kinder, doch David will keine mehr, ihm zu Liebe verzichtet sie drauf. Ebenso hat sie auf ihren Beruf verzichtet, der für sie Erfüllung war, doch auch bereut sie inzwischen, merkt es aber erst, daß es ein Fehler war, als sie das Gefühl hat, ihren Mann zu verlieren.
Sicherlich gehört in jede Ehe ein Kompromiss, doch er sollte nicht so weit gehen, daß einer sich vollkommen aufgibt, das führt dann schnell zum Ende.
Aus diesem Grunde kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen, denn es ist sehr spannend, schnell gelesen und es gibt gewisse Denkanstöße, die man vielleicht vor oder zu Beginn einer Ehe annehmen sollte, denn die Ehe und die Liebe sind Hauptema dieses Buches.
Fazit:
======
Absolut empfehlenswert, nicht nur für Frauen, obwohl die sich sicherlich in erster Linie angsprochen fühlen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-22 11:43:04 mit dem Titel Ist das wirklich Isabelle von Marie Louise Fischer
Wie ich zu dem Buch kam:
=========================
Endlich kam ich dazu, die letzten Kartons des Umzugs auszupacken, einer der Kartons beeinhaltete Kinderbücher von mir, die ich für meine Kinder aufbewahren wollte. Sehr vertraut war mir dabei das Buch
Ist das wirklich Isabelle, obwohl ich mich an die Geschichte nicht wirklich erinnern konnte. Und so konnte ich gar nicht anders, als über Ostern dieses Buch noch einmal wieder zu lesen.
Worum geht es in der Geschichte:
=================================
Isabelle ist ein Stadtkind, verwöhnt und verzogen. Sie hat noch zwei ältere Geschwister, doch die sind wesentlich älter und waren eigentlich auch immer für sie da.
So erzählt die Geschichte von ihrem Geburtstag, an dem sie trotzig und enttäuscht ist, weil sie kein eigenes Radio bekommen hat, dabei bekommt sie sonst immer alles, was sie sich wünscht. Vorallem aber steht sie vor ihren Freundinnen dumm da, denen sie doch schon erzählt hat, daß sie ein Radio bekommen würde.
Weiter geht es mit Weihnachten, auch hier wird der Wunschzettel sehr ausverschämt. Dann möchte sie ihre Meinung ändern, weil die Klasse in den Winterferien auf Klassenreise zum Ski fahren möchte, das alleine wünscht sich Isabelle, aber auch nicht lange. Denn als die Reise erlaubt wird, teilen die Eltern ihr mit, daß sie mit der großen Schwester ebenfalls verreisen würden, nach Garmisch Patenkirchen, was natürlich viel schöner und feiner ist, als die Klassenreise, also will Isabelle dort mit und verspricht viel.
Schon nach den ersten Minuten der Fahrt, hat Isabelle dieses Versprechen vergessen. Mit einem Trick bekommt sie ihre Mutter dazu, mit ihr den Platz zu tauschen, damit sie vorne sitzen kann. Im Hotel in München, wo die Familie einen Zwischenstopp macht, schafft sie es, daß die Schwester nicht ausgeht, sondern bei ihr bleibt, weil sei angeblich angst hätte. Da reicht es selbst dem Vater und er hat eine Idee..... .
Wie hat mir die Geschichte gefallen:
====================================
Ich habe die Geschichte an einem Abend durchgelesen, ein Kind im Alter von ca. 9 Jahren würde meiner Meinung nach eine Woche dafür brauchen, wenn es jeden Abend ein bisschen liest.
Nun kann ich auch sehr schnell lesen und mich hat die Geschichte dann doch ein bisschen gefesselt, zwar weniger aus der Sicht des Kindes, mehr aus der Sicht einer Mutter. Wer weiß, wie unsere Kinder sich eines Tags noch benhemen, zwar haben wir nicht viel Geld, aber ich versuche auch, meinen Kindern alles mögliche zu ermöglichen. Außerdem sind da noch die Großeltern, die für viele Wünsche offene Ohren haben, somit ist eignetlich jeder Wunschzettel zum Geburtstag, zu Weihnachten und sogar zu Ostern meistens komplett erfüllt, und daß obwohl meine Schwiegereltern und die Großmutter meines Mannes, die Wünsche nicht beachten, sondern mit anderen (leider meist unnützen Dingen) ankommen. So werden unsere Kinder doch oftmals arg überhäuft, was ich schon immer schlimm fand, aber nach dieser Geschichte noch viel schlimmer.
Aber es ist nicht nur das Materielle Probleme bei der Familie, sondern die kleine Isabelle schafft es, die Eltern und auch die große Schwester zu manipulieren, wo sie nur kann. Durch den großen Altersabstand zu den Geschwistern wächst sie quasi als Einzelkind auf. Sie ist das kleine Nästhäkchen, das eben von allen verwöhnt wird.
Durch einen Trick des Vaters wandelt Isabelle sich aber und erkennt, wie schön das einfache Leben sein kann und was wahre Freundschaft wirklich bedeuten. Ein bisschen habe ich mich an meine Kindheit zurückerinnert. Zwar war ich keine so verwöhnte Ziege, meine Eltern konnten mich alleine lassen, wenn sie ausgehen wollten, aber ich bin in der Stadt groß geworden, habe die Wochenende bei meiner Großmutter auf dem Land verbracht, wo ich mich viel, viel wohler gefühlt habe. Und so ähnlich geht es Isabelle in der Geschichte, die nicht im schönen Kurort Garmisch landet, sondern bei einer befreundetetn Familie, die auf einem Bauerhof lebt, der nächste Hof ist weit entfernt, keine Stadt ist in der Nähe. Hier kleidet man sich anders und hier lebt man einfach ganz anders, als in der Stadt.
Ich werde meiner großen Tochter dieses Buch auf jeden Fall zu lesen geben, es liegt schon in ihrem Zimmer. Zwar hat sie ihre Aufgaben im Haus und bekommt nicht alles, aber ich finde es trotzdem sehr wichtig, daß sie die Geschichte liest. Die Geschichte erklärt, wohin Trotz führen kann, und vorallem, worauf es bei Freundschaft ankommt. Auch meine Tochter hat einige solcher angeblichen Freundinnen, die sich alle nur messen, wer die meisten Diddl Blätter, oder Diddl Klamotten hat. Wer mithalten kann, der zählt, die anderen sind nichts wert. Doch das beduetet keine Freundschaft, ich hoffe, das lernt meine Tochter beim lesen dieses Buches, so daß sie auf diese Weise dann auch ihre wahren Freunde erkennt und pflegen kann.
Soche verzogenen Kinder, wie Isabelle gibt es heute leider zu genüge, meistens Einzelkinder, die statt mit Geschwistern, mit Matriellen Dingen überschüttet werden. Isabelle erkennt in dem Buch, wie schön es doch wäre, gleichaltrige Geschwister zu haben, denn eigentlich wollen Kinder gar nicht mit Spielzeug überschüttet werden, sie wollen lieber miteinander etwas anfangen, doch in der Stadt gibt es dafür leider nur wenig Möglichkeiten.
Fazit:
=======
Ein sehr empfehlenswertes Buch, welches als Taschenbuch erschienen ist. Ob es dieses Buch noch in neu gibt, das kann ich leider nicht sagen, denn es ist ein altes Kinderbuch von mir, was mir sehr gut gefallen hat. Deswegen hoffe ich, daß es dieses Buch auch heute noch zu kaufen gibt, vorallem aber hoffe ich, daß viele junge Mädchen das Buch lesen, um daraus zu lernen, wohin Egoismus eines Tages führen kann. weiterlesen schließen -
Frauen sind doch die besseren Männer
15.04.2003, 19:35 Uhr von
der_Baer
Besucht mich in der Bärenhöhle auf www.baerenhoehle.tv, wo man Altes, Neues, Interessantes und Un...Pro:
ausgesprochen amüsante Alltagsgeschichten
Kontra:
leider viel zu kurz
Empfehlung:
Ja
„Frauen sind doch die besseren Männer!“
Solch einen Satz würde ich nie und nimmer von mir geben, das widerstrebt jedweder Bärenehre, so es diese überhaupt gibt. Aber auch Rita Fehling zitiert diesen Satz nicht, obwohl mir manchmal der Verdacht kommt, er könnte von ihr sein.
In ihrem Buch „Wahnsinn, Waschmaschinen, Weicheier“ rechnet Rita Fehling ab mit den kleinen Problemen des Alltags, egal, ob es sich dabei um simplen Hausfrauenalltag, nervige Familienangehörige, technische Kompetenzprobleme oder schlichtweg hanebüchene Ansichten unserer Mitmenschen sind.
Das als Book on Demand erschienene Taschenbüchlein (ISBN 3-8311-2192-3) mit seinen Kurzgeschichten, Kolumnen und heiteren Texten liest sich wie der Lebenslauf jeder „geschundenen“ Familienvorsteherin, leicht, locker und vor allem mit hohem Wiedererkennungsfaktor. Ihre kleinen Schreibsequenzen sind nicht nur ein Abbild der täglichen Problemchen mit denen sich auch die Bärin herum schlägt (manchmal mehr, manchmal weniger sauer), sie sind auch ein Plädoyer dafür, dass sowohl Weiblein, wie auch Männlein, am Besten so zu nehmen sind, wie sie sind. In vielen Fällen fabriziert Frau Rehling ein Loblied auf das Leben, wie wir es alle als Durchschnittsmenschen leben, wobei sie zwar gelegentlich ein Plädoyer für den Mann ficht, ihn aber gleich wieder mit einem Augenzwinkern auf den Boden der Tatsachen herunter holt.
Ob sie nun gerade eine sehr suspekte Haltung zu ihrer Diätwaage oder ihrem Staubsauger an den Tag legt, oder mit Vehemenz für einen Sonntag ohne Arbeit eintritt, ob sie schwitzend vor der Aufgabe steht, eine Homepage in kürzester Zeit zu basteln oder die Packordnung für den Urlaubskoffer über den Haufen zu werfen, ob sie gerade dem Milleniumswahn verfällt oder über eine verunglückte Mailaktion siniert, immer bleibt Frau Fehling auf dem Boden der Realität. Und der Traum, sich von den kleinen Pannen des Alltags nicht unterkriegen zu lassen, zerplatzt wie eine Seifenblase, wenn der Computer seinen berühmten blauen Überlastungsbildschirm zeigt und eigentlich hochkant zum Fenster hinaus entsorgt werden müsste. Wäre da nur nicht die Aufgabe, den Schrott wieder fein säuberlich zu entfernen, wozu sich natürlich Mann, Kind und wer sonst noch nicht zur Verfügung stellt. Was sind dagegen die Socken, welche die Waschmaschine nie mehr von sich gibt?
Mann schmunzelt, Frau erkennt sich wieder, und beide können nur in den Tenor einstimmen: „Wenn es nur halb so lustig wäre, wenn mir das ständig passiert.“
Wer sich gerne an heiteren Kurzgeschichten delektiert, egal ob aus Schadensfreude oder mit der Trostvariante, der kann mit diesem schnuckeligen Büchlein nichts falsch machen. Es ist nicht nur ein Kompendium von Missgeschicken, Gedanken, Ärgernissen und Freuden für den Eigenbedarf, sondern auch ein ideales Mitbringsel für den- oder diejenige, die mit leichter Kost den Abend vor dem Schlafen ausklingen lassen möchten.
Rita, manchmal dachte ich wirklich, du wärst die Frau an meiner Seite, oder sind alle Frauen soo?????
Rita Fehling – Wahnsinn, Waschmaschinen, Weicheier
Book on Demand - 170 Seiten - BoD GmbH, Norderstedt
Erscheinungsdatum: Juni 2001
ISBN: 3831121923
€ 11,15
(c) W.Weninger
www.baerenhoehle.tv weiterlesen schließen -
Janet Fitch oder die Kunst mit Worten zu malen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Der Sonnenaufgang am östlichen Horizont sah aus wie ein Bild in Wischtechnik: grauweiße Wolken in gedämpfter, verriebener Pastellkreide, der Himmel mit einem Schwamm getupft. Die von Menschen geschaffenen Formen der Landschaft schienen in den Hintergrund zu treten, die Verschiebebahnhöfe, der Freeway, die Häuser und Straßen, bis nur noch blaue Hügel übrigblieben, von hinten durch das Licht der Morgendämmerung angestrahlt, das sich rot über dem Bergkamm erhob...
Zu Weihnachten schenkten mir meine Eltern ein Buch mit dem Titel Weißer Oleander von Janet Fitch. Mehr zufällig bekam ich mit, dass die Verfilmung des Buches mit Michelle Pfeiffer wenig später ins Kino kam. Getreu meiner Erfahrung ist ja das Buch fast immer besser als der Film, und schließlich fand ich auch freie Zeit, um die Geschichte endlich zu lesen. Im Endeffekt hatte ich lange kein Buch mehr gelesen, dass ich so verschlungen habe wie die Geschichte um Astrid Magnussen, die Joan Fitch in ihrem bemerkenswerten Debüt-Roman erzählt.
Die Story:
Astrid ist zwölf Jahre alt, als sie beginnt ihre Geschichte zu erzählen. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Ingrid in Hollywood ein verträumtes Leben voller Bilder und Gedichte. Sie hatte nie einen Vater. Ihre Mutter, eine kühle blonde Schönheit, bringt nur ständig wechselnde Liebhaber mit nach Hause. Bis sie eines Tages Barry kennenlernt, einen Mann, der ihr Herz zu erreichen scheint und den sie entgegen ihrer Vorsätze über Nacht bleiben lässt. In der kurzen, glücklichen Zeit dieser Beziehung hofft Astrid darauf endlich einen Vater zu bekommen. Doch es kommt ganz anders. Barry betrügtIngrid und verlässt sie. Tief verletzt und voller Hass geht sie schließlich
so weit, dass sie ihren Ex-Liebhaber ermordet. Sie wird gefasst, erhält eine lebenslange Haftstrafe. Und für Astrid beginnt eine "Odyssee von Pflegefamilie zu Pflegefamilie", die ihr Erwachsen werden prägt.
Ich will nicht im Detail berichten wohin Astrid ihre Reise alles führt.
Getreu nach dem Motto "Schlimmer geht immer" bleibt sie bei keiner
Pflegefamilie länger als zwei Jahre, erlebt dabei alle Grausamkeiten des Alltags. Gewalt, Alkoholismus, Demütigung, Tod, Einsamkeit. Immer im Hinterkopf bleibt die Stimme ihrer Mutter, die sie auch aus dem Gefängnis noch weiter verfolgt und zu formen versucht. Der Kampf Astrids gegen diese Stimme anzukommen und nur noch auf sich selbst zu hören, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Aber Astrid wird erwachsen und stellt fest, dass sie weit stärker ist, als ihre Mutter oder sie selbst je gedacht hätten.
Meinung:
Ich hatte ja am Anfang nur mal reinlesen wollen, aber das Resultat war, dass ich gleich beim ersten Lesen bereits 80 Seiten verschlungen habe. Janet Fitch schreibt in einer wunderbaren, poetischen Sprache, wie man sie nur ganz selten trifft.
Astrids Mutter, die immer wieder aus der Ferne auftaucht, um die Welt ihrer Tochter auf's Neue aufzuwühlen, spielt eine ganz besondere Rolle. Schon in ihrem Auftreten ("die Augen eisblau, gefärbt in einer Mischung aus Schönheit und Grausamkeit") wird sie als zwiespältige, kalte Person dargestellt, die auch aus der Ferne noch einen großen Einfluss auf ihre Tochter hat. Astrids Prozess der Abkapselung von den Worten ihrer Mutter, die all ihr Tun begleiten und beeinflussen wollen, ist ein zentrales Thema des Romans, das behutsam und feinfühlig beschrieben wird.
Viele Personen kreuzen den Weg ihres Lebens. Hinter jedem zeigt sich eine große Verletzlichkeit und eine Schwere des Seins. Niemand, dem sie begegnet, hat es leicht und hinter jeder noblen Fassade steht eine unschöne Vergangenheit. Da wäre Starr, ihre erste Pflegemutter, die es zumindest für eine Weile geschafft hat, dem Alkohol zu entkommen und sich fanatisch zu Jesus wendet. Claire, eine Pflegemutter in späteren Jahren, die sich so in die Liebe zu einem Mann verliert, bis sie es im Leben nicht mehr erträgt.
Immer wenn Astrid einmal glaubt glücklich zu sein, folgt früher oder später ein noch tieferer Sturz. Immer wieder verliert sie Menschen, die sie mögen oder gar lieben gelernt hat. Ray, ihren Liebhaber im zarten Alter von 14 Jahren. Olivia, eine Freundin und Edelhure, die sie bewundert. Doch aus jedem schlechten Erlebnis wird sie ein wenig stärker. Aus Zeiten voller Einsamkeit in denen sie blutet, ihr Leben nur mit Drogen erträgt und sich mit Selbstmordgedanken trägt, werden Zeiten, in denen sie fähig ist andere zu stützen und ihrer Mutter die Stirn zu bieten.
Wie bereits erwähnt, ist die Sprache, die Fitch das ganze Buch hindurch
lebendig erhält, eine unvergleichlich schöne. Ihre langen Sätze sind voll von Metaphern und verträumten Vergleichen, die einen ständig an mehreren Orten gleichzeitig sein lassen. Dem Ort, an dem die Szene spielt, und dem Ort, an dem man gern wäre. Die Bilder und Farbspiele der Natur, die man jetzt gern sehen würde, in leiser Melancholie. In jedem Satz des Romans kann man Düfte sehen und Farben schmecken wie in einer riesigen abstrakten Zweitwelt, in der Astrid sich immer befindet. Jeder Absatz ist ein kleines Kunstwerk für sich, eine ebenso lebendige Darstellung wie Astrids Zeichnungen, mit der sie alles und jeden festhält und verewigt. Einfach wunderschön.
Der Gedanke um die Bedeutung der Schönheit wird ebenfalls durch alle Kapitel weitergetragen. Astrid ist schön, doch nicht immer will sie es wahrhaben. In manchen Zeiten möchte sie die Hässlichkeit ihrer Seele nach außen kehren. Was ist schon Schönheit? Sie denkt viel darüber nach. Doch ich denke, dass schon die wunderbaren Worte, in denen das Buch geschrieben ist, zeigen, dass Schönheit nicht immer nur im Äußeren liegen muss.
Nicht an einer einzigen Stelle verfällt die Autorin in Kitsch oder
Albernheit. Die geschwungenen Sätze wirken nie sentimental oder schnulzig. Melancholie und Traurigkeit kippen nie ab in endlose Depression. Eine Grenze, die die Autorin nie überschreitet. Auf schlechte Zeiten folgen irgendwann immer bessere.
Fazit:
Joan Fitch hat mit ihrem Debüt die Literatur wirklich um ein großartiges Stück Lesestoff bereichert.
Astrid ist ein starker Charakter, und ihre Stärke wächst aus jeder
Erfahrung, ob gut oder schlecht. Wahrscheinlich ist dies die Botschaft des Buches. Bleibe Du selbst, sei dir treu, gib die Hoffnung nie auf, und denke daran, dass auch immer wieder bessere Zeiten kommen werden. Denn es gibt nichts wichtigeres als das Leben und das Vertrauen in sich selbst.
Man muss es einfach gelesen haben!!!
Meine Ausgabe ist vom Verlag Bastei Lübbe und kostete 8,90 Euro. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
-
anonym, 15.05.2009, 21:17 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Sehr interessant zu lesen. Es grüßt die Leseratee.
-
-
-
Oh Bridget, oh bridget.....
Pro:
gelgentlich wars ganz witzig
Kontra:
verkrampft, an den Haaren hebeigezogen, klischeehaft
Empfehlung:
Nein
ÜBER SCHOKOLADE ZUM FRÜHSTÜCK VON HELEN FIELDING
Bridget ist Single (mal mehr mal weniger), anfang 30, ständig in Sorge um ihr Gewicht, ständig in Sorge um ihrem Zigaretten und Alkoholkonsum , hat eine völlig abgedrehte mutter die nach 39 Jahren Ehe ihren Mann verlässt um mit einem portugiesischem Reiseleiter namens Julio durchzubrennen, sie hat eine sehr gute Freundin und einen schwulen Freund.
(Na wenn das alles in allem nicht vor Klischeehaftigkeit explodiert, weiß ich ja nicht)
Von wem ich hier erzähle ist natürlich nicht meine Nachbarin oder gar ich ( Gott bewahre) sondern Bridget Jones aus dem Buch Schokolade zum Frühstück von Helen Fielding. Letzten Sommer kam dieses Buch in Filmform in unsere Kinos , (welchen ich leider verpasst hab). Erwerben kann man dieses Buch für 7,50 € wohl in jeder Buchhandlung und es ist im Goldmann Verlag erschienen.
.....zurück zur Story:
Story an sich ist vielleicht übertrieben ,das Buch ist in einer Art Tagebuchform geschrieben indem sie uns ein Jahr an ihrem Leben teilhaben lässt.
Im Prinzip geht es um die größeren und kleineren Höhen und Tiefs, die sie mit ihren Freunden versucht zu meistern. Sie verliebt sich in ihren Chef, macht Frustdiäten, lässt dumme Frage bezüglich ihres Familienstandes von Freunden ihrer Eltern über sich ergehen und ist so weit ich mich da reinfühlen kann völlig frustriert. Immerwieder versucht sie mit guten Vorsätzen ihr Leben zu ändern und immerwieder kommt ihr die Realität in die Quere.
Wiedererkennungseffekt???
Grob gesehen nicht ,denn ich bin nicht anfang 30 ( sondern Ende 20*g*), nur ein halber Single ( da Beziehung auf Entfernung), hab keine so hysterische Mutter die ein so großes Nachholbedürfnis hat und hab mich auch noch nie in meinen Chef verliebt.
Trotzdem , oder gerade wegen der etwas überzogenen Art fühlte ich mich einige mal ertappt, verstanden und erkannte mich wieder.
Natürlich gibt es überall Leute ( vor allem im Freundeskreis der Eltern ) die einen ewig und andauernd auf den Familienstand ansprechen und auf ihre eigenen Kinder die 25 sind , ein haus und 2 Kinder haben aufmerksam machen. Aber das will man mit 30 nicht hören ...
Zudem fängt man sich ab einem gewissen Alter an sich Gedanken über die eigenen Körperformen zu machen , wenn der angebetete dann doch tatsächlich mit dem Heuschrecken dünnen und großen Supermodel von dannen zieht ist Frust schön programmiert ( und das Frustessen und trinken natürlich auch).
Schreibstil?
Wie schon angesprochen ist es in einer art Tagebuchform geschrieben, mit Datum , meist Urzeit und oftmals auch Abkürzungen und dementsprechend unsinnigen Sätzen darin. Täglich werden wir über ihr Gewicht , ihre Kalorienzufuhr, ihre Anzahl an Ziggis uns den Alkoholkonsum aufgeklärt. Insgesamt sehr leicht „wegzulesen“, einfach und so geschrieben wie man sich selber vielleicht auch ausdrücken würde.
Die Autorin
Helen Fielding wurde in Yorkshire und lebt heute in London. Sie arbeitet einige Jahre für die BBC und schreibt heute für einige überregionale Zeitungen. Zusätzlich brachte sie noch Bridget Jones / Am Rande des Wahnsinns heraus.
MEINE EMPFEHLUNG:
In Jedem Fall lesenswert. Die 340 Seiten hat man innerhalb weniger Stunden weggelesen und dies bleiben wohl auch in guter Erinnerung. Allerdings kann ich den ganz großen Hype nicht nachvollziehen, denn ein klein bisschen spritziger und frischer hätte es doch sein können . Vielleicht bin ich auch vorbelastet von dem Buch „Mondscheintarif“ was für mich um Längen besser war. Aber ich vergebe auch hier ein Empfehlenswert und auch fast die volle Sternchenzahl, dafür das es wirklich witzig und (na fast) aus dem Leben einer Mittdreissigerin gegriffen ist.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-01 18:49:28 mit dem Titel Für alles gibts Statistiken....
Hallo Ihr Lieben,
heute werde ich mal wieder über ein Buch berichten welches ich schon vor einiger Zeit gelesen habe.
HOMO FABER von MAX FRISCH
Einige werden es sicherlich aus dem Deutschunterricht kennen, andere vielleicht nur die Story aus dem gleichnamigen Film und andere wiederum gar nicht. Ich persönlich hatte es weder im Deutschunterricht , noch kenne ich den Film noch hatte ich viel darüber gehört, mir war einfach nur grob der Name ein Begriff.
Vielleicht zunächst ein paar Sätze zum
....AUTOREN°°°
Max Frisch ist am 15. Mai 1911 in Zürich geboren, studierte dort Germanistik begann als freier Journalist zu arbeiten und bereiste Südosteuropa. Danach begann er Architektur zu studieren und sahnte in diesem Bereich einige Preise ab. Als Ausgleich zu seinem Beruf war er 10 Jahre lang nebenher Schriftsteller. 1955 beendete er ganz seine Laufbahn als Architekt und war nur noch als Schriftsteller tätig. Er heimste auch hier zahlreiche Preise ab.
....BUCH°°°
Das Buch erschien erstmals 1957 und hat in der Taschenbuchausgabe je nach Auflage zwischen 150 und 200 Seiten. Mein Exemplar ist von 1971 ;o) Preislich dürfte es bei 7-8 Euro liegen heutzutage.
...ZUR STORY°°°
Die Geschichte dreht sich um Walter Faber , ende 40 und Techniker durch und durch .Beruflich und Privat lässt sich seiner Meinung nach alles per Statistik oder technisch erklären. Er glaubt nicht an Zufälle und schon gar nicht an Schicksal. Als er auf dem Flug in die USA Herbert kennen lernt der rein zufällig der Bruder seines früheren besten Freundes ist der in Südamerika bei den Indios auf einer Farm lebt hält er auch dies für statistisch erklärbar. Das Flugzeug muss mitten in einer Wüste in Mexiko eine Bruchlandung hinlegen bei der niemand zu Schaden kommt, auch dies kann Walter natürlich statistisch berechnen und erklären, aber das sich von nun an sein Leben anderes Entwickelt als geplant sieht er erst sehr viel später.
Da sitzen sie nun in der Wüste und haben soviel Zeit. Kein Stress, keine Termine , bevor sie hier nicht weggeholt werden geht das Leben an ihnen vorbei. Walter beschließt mit Herbert , nach der Rettung dessen Bruder zu besuchen ,denn er hat ja ohnehin seinen Termin verpasst.
Gesagt getan , sie finden ihn mitten im Busch in seinem Häuschen , doch dieser hat sich erhängt aus ungenannten Gründen. Herbert möchte gerne dort bleiben um die Arbeit seines Bruders fortzusetzen.
Walter fliegt zurück und entscheidet sich spontan beim nächsten Überseeflug doch lieber das Schiff zu benutzen. Durch Zufall lernt er dort Sabeth kennen, ein junge hübsche Deutsche die mit ihm Pingpong spielt und sich auch sonst für völlig andere Dinge interessiert. Sabeth wird seine Geliebte und erst nach und nach erfährt er die wahre Geschichte....
....MEINE GEDANKEN°°°
Auffallend ist schon bevor man das Buch beginnt das auf dem Klappentext fast alles verraten wird. Dies zieht sich ebenfalls durch die Geschichte, das bedeutet er nimmt die Pointen meist schon vorweg. So weiß der Leser bereits zu Beginn das Walter Sabeth trifft, diese sich als seine Tochter herausstellt und am Ende stirbt. Was ich zunächst als merkwürdig empfand stellte sich als eine interessante Art dar eine Geschichte zu erzählen . Nicht das Ende ist wichtig sondern wie es dazu kam. Die Geschichte ist gespickt mit kleinen Denkanstößen , Zufällen und kritischen Aufhänger zum Beispiel in typischen Verhaltensmustern von Männern und Frauen.
....DIE SCHREIBWEISE°°°
Ich könnte Max Frisch auch den König der Kommata nennen, denn ich habe slten Bücher gelesen in denen der Autor uns mit diesen so sehr überschüttet. Die teilweise ellenlangen Sätze sind nach jedem 3. Wort mit einem Komma oder Semikolon bestückt so dass das Lesen wenn man sie beachtet recht schwerfällig wird. Ich hab mir die Kommas einfach weggedacht und schon wurde aus den schrecklich langen Sätzen plausible Mitteilungen. Insgesamt ist die Schreibweise sehr nüchtern, das liegt meines Erachtens daran dass das Buch aus der Ich- Perspektive geschrieben wurde und Walter wie gesagt ein sehr realistischer und nüchterner Mensch ist. Es gibt keine Gefühlsregungen und es wird alles sehr sachlich , manchmal schon Lehrbuchmäßig beschrieben.
...MEINE MEINUNG°°°
Wenn man sich erst mal an den Schreibstil gewöhnt hat ist das Buch doch relativ flüssig zu lesen . Die Spannung wird wie gesagt nicht kaputtgemacht sondern einfach umstrukturiert.
Durch die nüchterne Art und durch die Ich Perspektive klinkt man sich recht schnell in die Gedankenwelt ein und man hat teilweise sogar ein bisschen Verständnis für Walters merkwürdigen Gedankengänge.
Die Kunst eine Geschichte spannend zu erzählen aber dennoch immer wieder das Ende vorweg zu nehmen halte ich für sehr schwer aber sehr gut geglückt bei diesem Werk.
....FAZIT°°°
Das Buch ist absolut lesenswert. Eine Geschichte über Zufälle, Schicksale, und stinknormalen Menschen, mit denen wir uns alle irgendwie identifizieren könnten. Es hat nur 150 Seiten , aber ich hab ziemlich lange gebraucht ,denn 150 Seiten können sehr viel Geschichte und Infos enthalten. ;o)...Ich vergebe 5 Sternchen und absolut Empfehlenswert.
Ostergrüße von Nikolina
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-01 17:49:31 mit dem Titel Frisch verkrampft
Es gibt Bücher deren bedarf es kaum Konzentration, die liest man weg ähnlich wie man sich von einer Fernsehserie berieseln lässt.
FRISCH GEPRESST von SUSANNE FRÖHLICH ist so ein Werk.
Erschienen ist das 220 starke Taschenbüchlein im Ullstein Verlag und ist derzeit für erstaunliche 5 Euro in der Jubiläumsausgabe zu bekommen.
SUSANNE FRÖHLICH
Eigentlich Rundfunk und Fernsehmoderatorin und 2- fache Mutter. Bekannt wurde sie durch ihr Fernsehsendung „Single oder Fröhlich“ in der ARD: Ich habe ehrlich gesagt noch nie etwas von ihr gehört, obwohl sie wohl bei hessischen Rundfunk tätig war, den ich auch gelegentlich höre.
ANDREA SCHNIDT
Ist Anfang 30, Ottonormal-hübsch, mancher würde behaupten durchschnittlich. Mit einer extrem schnippischen Art erzählt sie uns quasi wie sie eigentlich in die Situation geraten ist in der sie gerade steckt. Sie liegt in Frankfurt in der Klinik und presst ihr erstes Kind , Claudia heraus. Sie erzählt von guten und bösen Erlebnissen mit der Männerwelt, von lesbischen Freundinnen, von Blind Dates und der ersten Begegnung mit ihrem jetzigen Mann Christoph.
Des weitern können wir 5 Tage von der Geburt bis zur Entlassung beiwohnen, in der sie eine Menge kurioser Dinge im Krankenhaus erlebt.
(Und das war eigentlich auch schon mit HANDLUNG.....)
SCHNIPPISCHE ART
Ganz genau das Begann mich direkt zu Anfang schon zu nerven. Nicht das ich etwas gegen schlagfertige, großmäulige Menschen etwas hatte, und wie wir es von „Schokolade zum Frühstück“ oder Mondscheintarif“ kennen, können leicht überreizte Gedankengänge von Frauen sehr amüsant sein. Hier allerdings fand ich die Protagonistin gerade am Anfang etwas aggressiv und etwas übertrieben giftig. Im Laufe des Buches besserte sich dieses Gefühl ihr gegenüber, man hat den Eindruck das sich die Autorin erst „einschreiben“ musste.
SCHREIBWEISE
Wie schon gesagt, in erster Linie mal schnippisch. So wie ihr der Schnabel gerade gewachsen ist. Allerdings wirkt dies etwas verkrampft, die Witze ziemlich ausgedacht.
Bei dieser Art von „Literatur“ denke ich dass die Geschichte schon so wirken soll, als würde Andrea Schnidt locker fröhlich vor sich hin erzählen, was im Verlauf des Buches auch immer besser wird.
GESCHICHTE
...ist einfach lau. Man könnte es als „keine besonderen Vorkommnisse“ bezeichnen. Nichts was wir nicht alle schon mal irgendwo schon mal hatten. Die Szenen in der sie in die Vergangenheit rutscht sind teilweise sogar sehr niedlich erzählt und unterhaltsam. Allerdings konzentriert sie sich später mehr auf die Geschehnisse IM Krankenhaus und die wirken von Anfang an sehr an den Haaren herbeigezogen. Nicht nur die absolut klischeehaften Bettnachbarinnen , sondern auch die Visiten, die wohl ein Highlight in der Story darstellen sollten. Fast alle Charaktere wirken wie Karikaturen. Seien es ihre Schwiegereltern Inge und Rudi, die ihrer Meinung direkt aus Loriot Comics entsprungen sind, oder aber Schwester Huberta, klein pummelig, mit Damenbart.
MEINUNG UND FAZIT
Wie gesagt, ein solches Buch mit dieser Schreibweise sollte so geschrieben sein das man den Eindruck hat als sei es eine Geschichte aus dem Leben, Leider finde ich es in jeglicher Hinsicht einfach übertrieben. Weniger ist manchmal einfach mehr, und dadurch wirkt es einfach verkrampft. Ich würde es unter dem Prädikat „ganz nett“ ablegen, aber es keinesfalls wirklich weiterempfehlen. Wenn man es gerade irgendwo in der Nähe liegen hat, kann man es lesen aber kaufen würde ich es sicher nicht ein zweites Mal.
Ich würde deswegen vergleichsweise zu anderen Büchern echt nur zwei Sterne vergeben. Ich habe mich zwar nicht zu Tode gelangweilt, trotzdem ist die Qualität des Buches keineswegs ausreichend, das es für mich schon mittelmäßig oder gut wäre!
In diesem Sinne , auf ein neues und hoffentlich spannenderes Buch...
Nikolina weiterlesen schließen -
Fielding, Joy: Lauf, Jane Lauf!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Buchinhalt
"An einem Nachmittag im Frühsommer ging Jane Whittaker zum Einkaufen und vergaß, wer sie war..."
So beginnt der atemberaubende Psychothriller. Jane Whittaker findet sich auf der Straße wieder, das Kleid blutbefleckt und die Taschen voller Geld. Doch wie das alles passiert ist, weiß sie nicht, sie leidet an Amnesie. Man findet ihren Mann, der sie mit nach Hause nimmt und fürsorglich behandelt. Er erzählt ihr, dass ein Jahr zuvor Ihre Tochter in Ihren Armen bei einem Unfall gestorben ist und sie seitdem unter dem Verlust leidet.
Doch irgendetwas scheint nicht zu stimmen, denn ihr Mann hält sie unter starken Beruhigungsmitteln und hält Jane von Freunden fern. Jane versinkt in einer Traumwelt, aus der sie manchmal aufwacht und lichte Momente hat, doch bevor sie diese fassen kann, gibt ihr Mann ihr schon wieder Tabletten.
Doch in ihrem „Koma“ stellt sie alles in Frage und hinterfragt was wirklich passiert ist. Erinnerungsstücke tauchen auf, die mit der Geschichte ihres Mannes nicht übereinstimmen. Nach und nach wird die Wirkung der Tabletten schwächer und Jane stellt Nachforschungen an. Sie erkennt die Lüge, mit der sie bisher gelebt hat und entdeckt ein grausames Geheimnis.
Schriftstellerin
Seit frühester Kindheit wollte Joy Fielding Schriftstellerin werden, aber 2 Versuche zur Veröffentlichung von Kurzgeschichten scheiterten. Dennoch gab sie ihren Wunsch erst im Studium auf und versuchte sich als Schauspielerin. An der Universität Toronto arbeitete sie an verschiedenen Produktionen mit und spielte auch kleinere Rollen. Denn Sprung nach Hollywood schaffte sie jedoch nicht. Nach dem Studium entdeckte sie wieder ihre Liebe für das Schreiben und begann ihren ersten Roman.
Inzwischen ist Joy Fielding eine der begehrtesten Autorinnen der heutigen Zeit. Insgesamt brachte sie 9 Bücher auf den Markt, wovon „Lauf, Jane Lauf“ wohl das bekannteste Buch ist und der absolute Bestseller.
Heute lebt Joy Fieldíng zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern teils in Toronto und teils in Palm Beach.
Buchfazit
Als ich das Buch vor ein paar Jahren gelesen habe, konnte ich es nicht aus der Hand legen und es ist bis heute mein absolutes Lieblingsbuch. Ich habe noch keinen Autor erlebt, der so spannend und lebendig schreiben kann, wie Joy Fielding. Man kann sich während des Lesens richtig in die Hauptperson hineinversetzen, man sieht im Geiste, was diese sieht und denkt, was sie denkt. Man fiebert mit, man trauert mit und kann vor Spannung kaum essen.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Ich selbst habe es nun auch schon drei Mal gelesen. weiterlesen schließen -
wenn Hippies zu Erpressern werden
18.02.2003, 06:13 Uhr von
rider-of-apocalypse
ich hätet gerne einen Dodge, nen neuen Rechner, ein neues Notebook, eine Eigentumswohnung oder ei...Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Nach dem ich nun alle Romane des Autors Philip Kerr gelesen habe (jedenfalls all jene, die als Taschenbuch erhältlich sind), musste ich nun eine Alternative suchen.
Dabei entschied ich mich für KEN FOLLETT, von dem ich bereits die Romane DIE SÄULEN DER ERDE (hervorragend) und DER DRITTE ZWILLING (gut) kannte und so kaufte ich den Roman DIE KINDER VON EDEN.
DER INHALT
*************
Seit den 60er Jahren lebt eine Hippie-Kommune in einem Tal in Kalifornien, die unter anderem aus Priest, dem inoffiziellen Oberhaupt der Kommune (und ehemalige Gangster-Größe), Star sowie Melanie (Seismologin, die erst vor kurzer Zeit aufgenommen wurde) besteht.
Doch nun soll das Tal einem Stausee, der zu einem Kernkraftwerk gehören soll weichen und der Kommune wird der Pachtvertrag für ihr Grundstück gekündigt.
Um dieses Grundstück behalten zu können, erdenken die Mitglieder einen abenteuerlich anmutenden Plan.
Priest nimmt einen Job bei einem Ölbohrungsunternehmen an und stielt dort einen seismologischen Vibrator. Diesen benötigt die Kommune, um den Staat Kalifornien mit der Androhung eines künstlich erzeugten Erdbebens zu erpressen. Um nicht sofort ins Visier der Ermittler zu geraten, fordert die Kommune einen Stop aller Kernkraftwerke.
Ein erstes Ultimatum verstreicht und die Kommune löst tatsächlich ein leichtes Erdbeben in einem unbewohnten Gebiet aus, worauf die Drohungen nun ernster genommen werden und das FBI in Gestalt der Agentin Judy Maddox die Ermittlungen auf.
Unterstützt wird Judy Maddox vom Seismologen Michael Quercus, dem Exmann des Kommunenmitglieds Melanie.
Durch dessen seismologischen Fachkenntnisse gelingt es dem FBI mögliche Orte für ein weiteres künstliches Erdbeben herauszufinden und als die Kommune ein zweites Erdbeben auslöst (dieses mal in einem dünn besiedelten Gebiet) gelingt es Judy Maddox fast, diese zu stellen.
Nachdem auch nach dem zweiten Erdbeben die Forderungen der Kommune nicht erfüllt werden, droht diese nun mit einem weitern Erdbeben mitten in San Francisco.
An dieser Stelle breche ich meine Darstellung des Inhalts ab, um nicht zu viel des Gesamten Inhalts zu verraten und so die Spannung beim Lesen zu zerstören.
ANMERKUNGEN ZUM INHALT
*****************************
So grotesk und unrealistisch der Plan der Kommune auch scheint, schafft es KEN FOLLETT dennoch, die gesamte Geschichte glaubhaft zu erzählen, wobei er sie durch gelegentliche seismologische Erläuterungen untermauert (in wie weit die Möglichkeit eines auf diese Weise erzeugten Erdbebens real ist, vermag ich selbstverständlich nicht zu sagen).
Darüber hinaus baut FOLLETT von der ersten Seite an gekonnt Spannung auf, die bis zum (recht dramatischen Ende) erhalten bleibt.
Hervorzuheben sind auch die präzisen Darstellungen der handelnden Personen, mit denen es KEN FOLLETT schafft, dass der Leser sowohl für die Kommunenmitglieder als auch für die FBI-Ermittler Symphatien zu entwickeln.
Unterschlägt man Prolog und Epilog, ist das Buch in drei Kapitel, die jeweils zeitliche Abfolgen (vier Wochen, sieben Tage, 48 Stunden) der jeweilig geplanten/ausgelösten Erdbeben darstellen – ein nicht ungeschicktes Stilmittel.
Zwar erreicht DIE KINDER VON EDEN nicht die Tiefe der Bücher Philip Kerrs, dennoch bietet der Roman durch die Kombination aus reizvoller Story und flüssigem, spannenden Stil hervorragende Unterhaltung, und dies über seinen gesamten Umfang von etwa 530 Seiten.
SONSTIGES
***********
DIE KINDER VON EDEN schrieb KEN FOLLETT im Jahre 1998, die deutsche Erstveröffentlichung datiert aus dem Jahre 1999.
Als Taschenbuch ist der Titel im Bastei-Verlag erschienen (ISBN 3-404-14535-6) und sollte nahezu überall im Buchhandel für 9,95 Euro erhältlich sein.
SCHLUSSWORTE
*****************
Ich habe DIE KINDER VON EDEN von KEN FOLLETT sehr gerne (und innerhalb kürzester Zeit) gelesen, so dass ich das Buch hier uneingeschränkt empfehlen kann und mit SEHR GUT bewerte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-02 05:14:32 mit dem Titel wie beschafft man Uran ?
Nach SÄULEN DER ERDE, DER DRITTE ZWILLING und DIE KINDER VON EDEN kaufte ich mir nun ein weiteres Buch aus der Feder des mit dem Roman DIE NADEL bekannt gewordenen Autors KEN FOLLETT : DREIFACH.
DER INHALT
************
1947
mehrere Studenten treffen sich zu einer Sherry-Party bei ihrem Professor. Zu den Gästen gehören unter anderem Nat Dickstein, David Rostov und Yasif Hassam.
1968
Nat Dickstein lebt in der Zwischenzeit in Israel und arbeitet als Agent für den Mossad. Da Ägypten kurz davor steht, eine Atombombe zu entwickeln bekommt er den Auftrag, mehrere 100 kg Uran zu stehlen.
Um diesen Auftrag auszuführen begibt er sich nach Europa, wo er die Aktion plant und durchzuführen beabsichtigt. Nat Dickstein beschließt, ein Schiff, auf dem Yellow Cake transportiert werden soll zu überfallen, wozu er unter anderem ein Schwesternschiff dieses Schiffes kauft, das er gegen das zu überfallende Schiff auszutauschen beabsichtigt.
In einem Hotel trifft er auf Yasif Hassam, der ihn wiedererkennt und der für die Feddajin arbeitet und auch der KGB in Gestalt des Oberst David Rostov ist ihm bereits auf der Spur.
David Rostov und Yasif Hassan arbeiten zwar gemeinsam, haben jedoch unterschiedliche Pläne mit Dickstein und dem gestohlenen Uran.
ANMERKUNGEN ZUM BUCH
***************************
Meine Angabe des Inhalts mag zweifellos etwas kurz und unvollständig sein, eine exaktere Inhaltsangabe des vielschichtigen, aber immer nachvollziehbaren Thrillers würde meines Erachtens hier jedoch den Rahmen sprengen und auch auf eine Darstellung des Ausgangs der Geschichte verzichte ich bewusst.
KEN FOLLETT vermag es, mit seiner Rückblende dem Leser einen guten Überblick über die Hauptpersonen und ihre Hintergründe (bzw. deren Motivation) zu vermitteln, so dass der Einstieg in die eigentliche Story vereinfacht wird.
Diese erzählt er in seinem gewohnt spannenden und kurzweiligen Stil, so dass über die gesamte Länge des Buchs von etwa 460 Seiten nie Langeweile aufkommt. Orte Personen und Handlungen werden präzise beschrieben und die Geschichte wirkt zu keinem Zeitunkt unglaubwürdig oder unlogisch.
Neben Spannung mangelt es dem Buch auch nicht an Romantik, vielmehr verpackt FOLLETT in seinen Agententhriller auch eine (in sich zwar recht kurze, für das Buch aber nicht unwichtige) Romanze.
Die Handlung mag Fiktion sein, der Kern der Handlung (also der Urandiebstahl) ist jedoch (möglicherweise) Realität.
ALLGEMEINES
***************
KEN FOLLETT schrieb DREIFACH im Jahre1979 (zwei jahre nach Erscheinen eines Artikels im Londoner Daily Telegraph, der sich mit dem 9 Jahre zurückliegenden Verschwinden von 200 Tonnen Uranerz befasst).
Die deutsche Erstausgabe datiert aus dem Jahre 1980.
In der Zwischenzeit ist DREIFACH als Taschenbuch in der 26. Auflabe im Bastei Lübbe Verlag erhältlich (ISBN 3-404-10321-1) und kostet 7,45 Euro.
SCHLUSSWORTE
****************
Zwar gefielen mir die Titel DIE KINDER VON EDEN und DIE SÄULEN DER ERDE des gleichen Autors besser (inhaltlich vergleichbar sind diese Titel ohnehin nicht), dennoch bietet DREIFACH hervorragende Unterhaltung aus der Welt der geheimen Nachrichtendienste.
Ich kann DREIFACH von KEN FOLLETT hier uneingeschränkt empfehlen und urteile mit SEHR GUT !
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-15 07:50:49 mit dem Titel ein Krimi aus der Welt der Kunst
Nachdem ich nun vier Bücher des Autoren KEN FOLLETT ( Die Säulen der Erde, Der dritte Zwilling, Dreifach, Die Kinder von Eden) gelesen hatte und mir diese insgesamt auch durchaus sehr gut gefallen haben (sieht man einmal von kleineren Schwächen bei „Der dritte Zwilling“ ab), kaufte ich nun einen weiteren Roman aus der Feder dieses Autoren, DER MODIGLIANI SKANDAL.
INHALT
********
Die Kunstabsolventin Dee Sleign arbeitet an ihrer Doktorarbeit über Drogen und Kunst, als sie von einem bisher unbekannten Bild des italienischen Malers Modigliani erfährt, das dieser im Haschisch-Rausch gemalt habe soll.
Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten begibt sie sich nun nach Italien, um dieses Bild aufzuspüren.
Cardwell, Dees Onkel erfährt ebenfalls von dem potentiellen fund und engagiert einen Privatdetektiv, der dieses Bild ebenfalls finden soll und mit Julian Black, der sich nach seinem scheitern als Maler nun als Galerist versuchen will, ist eine weitere Person auf der Suche nach dem Bild.
Währenddessen fälschen zwei unbekannte Londoner Maler (Usher und Mitchell) Werke großer Maler, versehen diese mit ebenfalls gefälschten Echtheitszertifikaten und verkaufen sie an die wichtigsten Londoner Galeristen um diese (nachdem diese die Fälschungen bemerken) dazu zu zwingen, jungen Maler preiswert Ateliers und Ausstellungsmöglichkeiten zu bieten.
Auf eine Darstellung des Ausgangs der Geschichte verzichte ich hier, um potentiellen Interessenten nicht die Spannung nehmen.
ANMERKUNGEN
****************
Nachdem ich bereits mehrere Andere Romane KEN FOLLETTS gelesen habe, scheint mir DER MODIGLIANI SKANDAL eher untypisch für diesen Autoren, der in seinem Vorwort das Buch als gescheitertes Experiment bezeichnet.
Die einzelnen Handlungsstränge erzählt FOLLETT mehr in Episoden als in Form einer zusammenhängenden Geschichte, erst gegen Ende des Buches werden diese zu einem Gesamtwerk vereint. Dies mag anfangs noch verwirren, nach einigen Seiten stellt man jedoch fest, dass dieses Stilmittel sehr gut dazu beiträgt, sich an die Namen und Eigenschaften der zahlreichen agierenden Personen zu gewöhnen.
Mit DER MODIGLIANI SKANDAL schrieb FOLLETT nicht (wie sonst so häufig) einen Thriller (auch wenn das Buch auf dem Titel als ein solcher bezeichnet wird), sondern vielmehr einen Krimi, der aber dennoch sehr unterhaltsam geschrieben ist.
Mit der Londoner Kunstszene wählte FOLLETT einen interessanten Hintergrund und schafft es, dass der Leser für viele der handelnden Personen mit Ausnahme von Cardwell und Julian Black Sympathien entwickelt.
Auch in diesem Roman beschreibt FOLLETT Personen, Örtlichkeiten und Handlungen wieder sehr präzise und bleibt auch seinem gewohnten recht sachlichen Stil weitestgehend treu.
Auch wenn der Inhalt sicher Möglichkeiten für Interpretationen bietet, werde ich hier auf dergleichen verzichten, schließlich ist Ciao ein Meinungsforum und kein Sammelbecken für Hobby-Deutsch-LKler (auch wenn der ein oder andere hier sicher wieder anderer Meinung ist).
Insgesamt überzeugt DER MODIGLIANI SKANDAL weniger durch Anspruch, als durch hervorragende Unterhaltung der leichteren Art, die über den gesamten Umfang von etwa 270 Seiten geboten wird.
SONSTIGES
***********
Der im Jahre 1949 geborene KEN FOLLETT schrieb DER MODIGLIANI SKANDAL im Jahre 1976, womit das Buch seinen „Frühwerken“ zuzurechnen ist.
Die deutsche Erstausgabe datiert aus dem Jahre 1988, zur Zeit ist der Roman als Taschenbuch in der 15. Auflage (2001) im Bastei Verlag erhältlich und kostet 6,45 Euro.
Die ISBN Nr. lautet 3-404-11675-5.
SCHLUSSWORTE
****************
DER MODIGLIANI SKANDAL zählt meines Erachtens nicht zu den besten Romanen KEN FOLLETTS, bietet aber dennoch hervorragende Unterhaltung vor einem interessanten und etwas ungewohnten Hintergrund.
Ich spreche diesem Roman hier eine Empfehlung aus und urteile mit (noch) SEHR GUT !
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-18 05:19:12 mit dem Titel ein Tag in London
Die Wartezeit bis zum Erscheinen der Taschenbuchausgabe des aktuellen Romans aus der Feder Philip Kerrs (DER TAG X – in der Zwischenzeit erschienen) überbrückte ich mit einigen Romanen KEN FOLLETTS.
Einer der Romane, die ich gelesen habe war DIE SPUR DER FÜCHSE.
Um potentiellen Lesern nicht zu viel des Inhaltes zu verraten, stelle ich den Inhalt hier in zwei unterschiedlichen Varianten dar, so dass jeder selbst entscheiden kann, wie viel des Inhaltes er erfahren möchte.
KURZINHALT
*************
London, einige Tage nach dem Verkehr mit einer Prostituierten begeht der Abgeordnete Tim Fitzpeterson einen Selbstmordversuch, der jedoch scheitert. Nahezu zeitgleich überfallen „Angestellte“ der Londoner Unterweltgröße Tony Cox erfolgreich einen Geldtransporter und lagern das erbeutete Geld in einer Bank, an der der Geschäftsmann Felix Laski beteiligt ist. Dieser beabsichtigt, das in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Unternehmen des Derek Hamilton zu kaufen.
Ein Reporter einer Londoner Tageszeitung entdeckt Zusammenhänge, doch niemand scheint interessiert, diese abzudrucken.
INHALT
********
Das Firmenimperium des Unternehmers Derek Hamilton ist in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und kann nur durch den Erhalt von Bohrrechten gerettet werden, über deren Vergabe unter anderem der Abgeordnete Tim Fitzpeterson entscheidet und auch in der Ehe Hamilton kriselt es, da dieser seine Frau zu Gunsten seiner Unternehmensgruppe vernachlässigt.
Der Geschäftsmann Felix Laski trifft ein Übereinkommen mit der Londoner Unterweltgröße Tony Cox, der eine Prostituierte auf Tim Fitzpeterson ansetzt um in Erfahrung zu bringen, an wen die Bohrrechte, die das Unternehmen Hamiltons retten könnten, vergeben werden, woraufhin Fitzpeterson einen erfolglosen Selbstmordversuch verübt.
Im Gegenzug erhält Tony Cox von Felix Laski Informationen über die Route eines Geldtransportes, den Cox auch erfolgreich überfällt.
Im Wissen, dass Hamilton die Bohrrechte erhalten wird, bemüht sich Laski, der mit Hamiltons Frau schläft, um die Übernahme des Unternehmens, doch kann er die erforderliche Summe mangels Bargeldreserven nicht aufbringen.
Beim Überfall auf den Geldtransport durch Tony Cox kommt es zu mehreren Toten und so benötigt Cox ein geeignetes Versteck für das erbeutete Geld. So gelangt das Geld auf eine Bank Laskis, so dass es Laski möglich wird den erforderlichen Betrag für die Übernahme des Unternehmens Hamiltons zu übernehmen.
Der Reporter einer Londoner Tageszeitung deckt die Zusammenhänge all dieser Vorgänge auf, doch niemand scheint an seiner Geschichte interessiert und so wird sie nie veröffentlicht – der Verlag gehört Laski.
ANMEKUNGEN
***************
KEN FOLLETT beginnt den Roman DIE SPUR DER FÜCHSE mit der Einführung der Personen und ihrer Hintergründe. Erst im weiteren Verlauf des Romans erkennt der Leser die Zusammenhänge zwischen den Personen und den Handlungen, bis letztendlich alle Handlungsstränge miteinander verknüpft sind.
Nicht zuletzt auch aufgrund FOLLETTS ausführlichem und leicht (und angenehm) zu lesenden Stils kann der Leser der vielschichtigen Handlung zu jedem Zeitpunkt problemlos folgen. Auch ermöglichen es die detaillierten Beschreibungen dem Leser, sich ein präzises Bild von den handelnden Personen zu machen, wobei die Verteilung der Sympathien nicht ganz einfach ist, da FOLLETT jedem Akteur auch sehr menschliche Züge verleiht.
Die Geschichte in sich schlüssig und logisch aufgebaut und so scheinen die geschilderten Zusammenhänge zwischen Unternehmertum, Verbrechen, Politik und Finanz auch auf die Realität durchaus übertragbar.
KEN FOLLETT erzählt die Story spannend und unterhaltsam, so dass der Roman auf keiner der nicht ganz 300 Seiten langweilt.
SONSTIGES
***********
Der 1949 in Wales geborene Journalist und Autor KEN FOLLETT schrieb DIE SPUR DER FÜCHSE im Jahre 1976 und veröffentlichte den Roman unter dem Pseudonym Zachary Stone.
Die deutsche Taschenbuchausgabe datiert aus dem Jahr 1996 und erschien in der Verlagsgruppe Lübbe (Bastei Lübbe). Seit dem letzten Jahr ist der Roman in der 8. Auflage erhältlich (ISBN 3-404-12585-1).
Der Roman sollte nahezu überall im Buchhandel erhältlich sein, wo das Taschenbuch 6,45 € kostet.
SCHLUSSWORTE
****************
Ich habe DIE SPUR DER FÜCHSE von KEN FOLLETT mit Begeisterung gelesen, so dass ich hier eine uneingeschränkte Empfehlung ausspreche und diese mit dem Urteil SEHR GUT verbinde.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-24 10:41:04 mit dem Titel Riders Bücher - Teil 1
Hin und wieder lohnt es sich, in den Kaufhäusern und Buchhandlungen auch die Tische mit den Mängelexemplaren von Taschenbüchern durchzusehen, wo ich durchaus schon das ein oder andere interessante Taschenbuch gefunden habe.
Ein Taschenbuch, das ich auf diese Weise entdeckte war DIE AKTE ODESSA von FREDERIK FORSYTH.
INHALT
°°°°°°°°°°
Deutschland im Jahre 1963.
Der in Hamburg lebende Journalist Peter Miller gerät durch Zufall an das Tagebuch eines Selbstmörders. Diesem entnimmt er, dass der jüdische Verfasser Salomon Tauber lange Zeit im KZ in Riga gelebt hat und das die Motivation für seinen Suizid darin lag, dass er den Kommandanten dieses KZ, Eduard Roschmann, vor kurzer Zeit lebend gesehen hat.
Sowohl aus persönlicher Betroffenheit, als auch aus journalistischer Neugier versuch Peter Miller nun seinerseits, Eduard Roschmann zu finden, wobei er jedoch kaum Unterstützung von Behörden oder Privatpersonen erhält und im Laufe seiner Nachforschungen gerät er gar in Lebensgefahr.
Schließlich erfährt er von einer Organisation namens ODESSA (Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ehemaligen SS-Angehörigen zu helfen und darüber hinaus Ägypten im Kampf gegen Israel zu unterstützen.
Mit Hilfe des israelischen Geheimdienstes gelingt es Peter Miller in der Identität als ehemaliger SS-Angehöriger im Range eines Unteroffiziers Mitglied der ODESSA zu werden.
Hier erfährt er, dass Eduard Roschmann mit einer neuen Identität als Inhaber einer Fabrik für Radiogeräte daran arbeitet, ein Fernlenksystem für Raketen zu entwickeln, mit dem Ägypten Israel vernichten will.
Durch einen Fälscher, der mit der ODESSA zusammenarbeitet, gelangt Peter Miller auch an eine Liste aller Angehörigen der ODESSA, die sowohl die ursprünglichen Name, als auch die neuen Identitäten enthält.
Auf eine weitergehende Darstellung des Inhalts verzichte ich an dieser Stelle, da ich interessierten Lesern nicht zu viel der Spannung nehmen möchte.
ANMERKUNGEN
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
FREDERICK FORSYTH vermag es in DIE AKTE ODESSA Vorgänge, Personen und ähnliches ohne unnötige Ausschweifungen präzise darzustellen und die gesamte Geschichte glaubhaft zu vermitteln. Dabei bietet die Geschichte ein enormes Maß an Spannung, wirkt aber durchaus auch aufgrund ihrer Realitätsnähe und dem Bezug zu realen Personen und Ereignissen auch beklemmend.
Der Stil des Autors ermöglicht ein problemloses Zurechtfinden in der Story und ist angenehm zu lesen. Von der ersten Seite an bietet das Buch eine Spannung, die bis zur letzten Seite erhalten bleibt und mich dazu veranlaßte, den Roman in einer Etappe durchzulesen.
AUTOR
°°°°°°°°°°
FREDERICK FORSYTH wurde im Jahre 1938 in der Grafschaft Kent geboren und war nach Abschluß seiner Dienstzeit als Pilot der britischen Royal Air Force zunächst als Journalist tätig, bevor er 1965 Reporter der BBC und anschließend als freier Autor arbeitete.
Sein erster Roman DER SCHAKAL, dürfte wohl bis heute auch sein erfolgreichster, bzw. bekanntester Roman sein.
ALLGEMEINES
°°°°°°°°°°°°°°°°°°
DIE AKTE ODESSA wurde im Jahre 1972 erstveröffentlicht und ist heute als Taschenbuch im Piper Verlag erhältlich (ISBN 3-492-15522-7). Der Preis für das Taschenbuch lag zum Zeitpunkt, zu dem ich es kaufte bei 9,80 DM (2,95 DM als Mängelexemplar) und dürfte heute 6,65 € betragen.
Der Roman wurde bereits (recht gut) verfilmt und des öfteren auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.
SCHLUSSWORTE
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
DIE AKTE ODESSA bietet über etwa 270 Seiten sowohl spannende, als auch beklemmende Unterhaltung, so dass ich diesen Roman hier uneingeschränkt empfehle und mit SEHR GUT bewerte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-16 06:23:05 mit dem Titel Verschwörungen, Goldreserven und Gedankenlesen
Wiedereinmal war es für mich an der Zeit, mir einige Bücher zu kaufen und so führte mich mein Weg unter anderem auch in die Bahnhofsbuchhandlung i n Düren, wo ich einen Roman mit dem Titel DAS CIA KOMPLOTT entdeckte (und auch kaufte), der von dem mir bis dato unbekannten Autoren JOSEPH FINDER geschrieben wurde.
INHALT
°°°°°°°°°°
Nach einer schweren Wirtschaftskrise droht ein nationalsozialistischer Politiker zum nächsten Bundeskanzler gewählt zu werden, doch als dieser einem Attentat zum Opfer fällt, wird der Christdemokrat Wilhelm Vogel zum neuen Regierungschef Deutschlands gewählt.
In der zerfallenden Sowjetunion bemühen sich ehemalige KGB-Offiziere nicht nur der Verfolgung durch die neue Regierung zu entziehen, sondern darüber hinaus auch Gelder des geheimen Nachrichtendienstes der KPdSU außer Landes zu schaffen.
In den USA kommt der CIA-Direktor Harrison Sinclair, der unter anderem auch gegen den so genannten „Rat der Weisen“, eine Gruppe von hohen CIA-Mitarbeitern, die große Summen Geld horten, ermittelt hatte, bei einem Autounfall ums Leben. Sein Schwiegersohn, Ben Ellison, war viele Jahre als Agent für die CIA tätig und arbeitet nun als Patentanwalt in einer örtlichen Anwaltskanzlei.
Da Harrison Sinclair verdächtigt wird, zu Lebzeiten gemeinsam mit dem ehemaligen Chef des KGB, Oberst Wladimir Orlow, Gold im Wert von mehreren Milliarden Dollar in seinen Besitz gebracht zu haben, tritt Alex Truslow, Harrison Sinclairs Nachfolger bei der CIA, an Ben Ellison heran und bittet ihn, wieder für die CIA zu arbeiten um das verschwundene Gold sowie Beweise für Harrison Sinclairs Unschuld zu finden.
Nach anfänglichem Zögern stimmt Ben Ellison zu und unterzieht sich zunächst einigen Untersuchungen und Tests. Dabei wird er auch mit einem modifizierten Kernspinntomographen behandelt, der dazu führt, dass er plötzlich in der Lage ist, die Gedanken anderer Menschen zu lesen.
Schnell erfährt Ben Ellison, dass sein Schwiegervater nicht bei einem Autounfall starb, sondern ermordet wurde, wobei der „Rat der Weisen“ als wahrscheinliche Täter in Frage kommen.
Im Rahmen seiner Nachforschungen trifft Ben Ellison auch mit Wladimir Orlow zusammen, der jedoch kurze Zeit später ebenfalls ermordet wird
Vorher erfährt er jedoch von einem Nummernkonto bei einer Schweizer Bank, bei der er das verschwundene Gold gelagert sei und da seine Frau die legitime Erbin von Harrison Sinclair ist, verschafft er sich auch Zugang zu diesem Konto. Allerdings können Ben Ellison und seine Frau nicht über das Gold verfügen, da es einen Mitinhaber des Nummernkontos gibt, der bei allen Transaktionen beteiligt werden muß.
Im Zuge seiner weiteren Ermittlungen erfährt Ben Ellison auch die wahren Pläne des neuen deutschen Bundeskanzlers Wilhelm Vogel, der gemeinsam mit dem Industriellen Schössel die Macht über Europa übernehmen will, wobei er diese mittels Mitteln der wirtschaftlichen Macht zu erreichen plant, während der mit Vogel kooperierende „Rat der Weisen“ die selben Ziele in den USA verfolgt.
Um diese Pläne zu realisieren, ist es jedoch zuvor notwendig, einen unbekannten Zeugen zu töten, der die Machenschaften des „Rat der Weisen“ vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuß offenlegen will.
Durch einige Fotos, die Ben Ellison und seine Frau finden, gelangen sie zu einer Hütte in Kanada, wo sie auf Harrison Sinclair treffen, der ihnen erklärt, er habe seinen Tod vorgetäuscht, da er mit Alex Truslow einem Mitglied des „Rat der Weisen“ vertraut hätte. Als Harrison Sinclair am nächsten Morgen plötzlich verschwunden ist, erkennen Ben Ellison und seine Frau, dass er der ominöse Zeuge ist, auf den ein Attentat geplant ist und so gilt es nun also, dieses Attentat zu verhindern.
ANMERKUNGEN
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Insgesamt hat JOSEPH FINDER die recht verworrene Story durchaus recht unterhaltsam und spannen erzählt und auch der recht ausführliche Stil (alle wichtigen Details, Begebenheiten und Personen werden sehr präzise dargestellt) ermöglichen es dem Leser, der Geschichte weitestgehend problemlos zu jedem Zeitpunkt zu folgen.
Allerdings ist auch die Geschichte um eine Verschwörergruppe innerhalb der CIA nicht unbedingt originell und der Aspekt des Gedankenlesens macht die Geschichte überflüssig unglaubwürdig und auch die geschilderten Verhältnisse in Deutschland (insbesondere die Ansiedlung in der Regierung) scheinen mir nicht wirklich glaubwürdig, wobei insbesondere ersteres auch für die Geschichte weitestgehend verzichtbar gewesen wäre.
Damit hat der Autor meines Erachtens die Chance verspielt, einen real wirkenden und vor allem glaubwürdigen Thriller um das Verschwinden von Teilen der russischen Goldreserven (und in der Realität sind scheinbar tatsächlich große Mengen Gold verschwunden) zu schreiben.
Auch wenn die Geschichte vergleichsweise vielschichtig ist, so schienen mir fast alle der Wendungen innerhalb der Geschichte ein wenig zu vorhersehbar und selbst das Finale der Story barg für mich keine wirkliche Überraschung.
Viele der Kapitel des Buches werden von Zeitungsartikeln eingeleitet, die beispielsweise die politischen Verhältnisse in Deutschland erläutern und auch die näheren Folgen des Ausgangs der Geschichte wird abschließend in Form von Zeitungsartikeln dargestellt.
ALLGEMEINES
°°°°°°°°°°°°°°°°°°
JOSEPH FINDER, der als freier Journalist für mehrere bekannte amerikanische Zeitungen arbeitet und als Spezialist für Politik und Geschichte der Sowjetunion gilt, schrieb DAS CIA KOMPLOTT unter dem Originaltitel EXTRAORDINARY POWERS im Jahre 1994.
Als Taschenbuch ist der Roman im Pavillon Verlag erschienen, der Preis für das etwa 600 Seiten umfassende Buch (ISBN 3-453-21301-7) beträgt preiswerte 4,00 €.
SCHLUSSWORTE
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Wie man aus meinen bisherigen Worten bereits schließen konnte, kann ich DAS CIA KOMPLOTT von JOSEPH FINDER hier nicht guten Gewissens empfehlen, da ich dem Roman einen Gewissen Unterhaltungswert nicht ganz absprechen kann und das Taschenbuch darüber hinaus auch recht preiswert ist, lautet mein Urteil hier MITTEL.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-18 05:13:49 mit dem Titel Großkonzerne & Naturkatastrophen
Wieder einmal war es für mich an der Zeit, einige Bücher zu kaufen und so erwarb ich neben anderen auch den Roman HEXENKESSEL von COLIN FORBES, auf den ich in erster Linie durch die Kurzinhaltsangabe auf der Rückseite des Buches aufmerksam wurde.
In der Zwischenzeit sind einige Tage vergangen und ich habe den Roman durchgelesen, so dass ich ihn heute hier vorstellen kann.
INHALT
°°°°°°°°°°
Der Belgier Vincent Bernard Moloch ging in die USA und gründete dort ein kleines aber erfolgreich laufendes Unternehmen, dass jedoch von seinen Konkurrenten mit unlauteren Mitteln schnell in den Bankrott getrieben wurde. Daraufhin gründete er erneut ein Unternehmen, dem er den Namen AMBECO gab und das in der Zwischenzeit ein weltweit operierender Multikonzern mit Hauptquartieren in den USA, England und im Nahen Osten geworden ist.
Ein derart mächtiger Konzern weckt allerdings auch das Mißtrauen den Nachrichtendienste und so ist auch ein Team des britischen SIS damit beschäftigt, Informationen über V.B. Moloch zu sammeln.
Im Rahmen dieser Ermittlungen stößt das Agententeam nicht nur auf rabiate Geschäftspraktiken und einige verschwundene Geliebte des Konzernchefs, sondern auch auf Hinweise, die die Agenten vermuten lässt, Moloch plane ein Erdbeben auszulösen, um so Rache an den Firmen zu nehmen, die ihn einst in den Bankrott trieben.
Die Hinweise auf diesen Plan verdichten sich immer mehr und als Moloch Vorbereitungen trifft, die USA zu verlassen, gerät das SIS-Team unter Zeitdruck.
Wie in (fast) allen meinen Beiträgen über Romane, so verzichte ich auch hier auf eine Offenlegung des Ausgangs der Geschichte und beschränke mich auf eine grobe Darstellung der Story.
Übrigens deckt sich meine Darstellung des Inhalts in keinster weise mit der, die auf dem Einband des Buches abgedruckt ist und die lediglich auf einen Nebenaspekt der Story hindeutet.
ANMERKUNGEN
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Obwohl COLIN FORBES seinen Roman mit dem auftauchen zweier identisch aussehneder Leichen beginnen lässt und die Hinweise auf die Beabsichtigte Auslösung eines Erdbebens nur sehr dezent andeutet und diesen auch lange Zeit nicht konkret nennt, erkannte ich die wirkliche Story bereits nach wenigen Seiten.
Der Grund dafür ist sehr einfach, denn die Idee eines solchen Erdbebens ist nicht neu und so fühlte ich mich schnell an den James Bond Film DER HAUCH DES TODES erinnert, dem COLIN FORBES nicht nur die Idee des künstlich erzeugten Erdbebens und der Aufdeckung durch britische Agenten entnahm, sondern auch mit Silicon Valley einen identischen Schauplatz wählte. Der Ausgang der Geschichte weicht dann aber doch stark von dem offensichtlichen Vorbild ab und konnte mich durchaus überraschen.
Obwohl ich einen derartigen „Ideendiebstahl“ schon fast als dreist empfinde, fühlte ich mich beim Lesen des Buches dennoch sehr gut unterhalten. COLIN FORBES schafft es, trotz der wenigen Überraschungen, die der Roman bietet, die Story seines Romans sehr spannend zu erzählen und sie dabei auch weitestgehend glaubwürdig erscheinen zu lassen. Dabei schreibt COLIN FORBES sehr detailliert und stellt Orte, Personen und Handlungen immer sehr präzise und ausführlich dar, ohne sich dabei jedoch in Nebensächlichkeiten zu verlieren oder gar zu langweilen.
So erschien mir HEXENKESSEL von der ersten Seite an als spannend und obwohl mir viele Begebenheiten als vorhersehbar erschienen, überraschte mich das Ende des Romans dann doch deutlich.
ALLGEMEINES
°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Der in Hampstead (GB) geborene Autor COLIN FORBES schrieb den Roman HEXENKESSEL im Jahre 1997 unter dem Originaltitel THE CAULDRON, das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe datiert aus dem Jahre 1999.
Zur Zeit ist HEXENKESSEL als Taschenbuch in der 6. Auflage aus dem Heyne Verlag erhältlich, wobei der Preis für den etwa 550 Seiten starken Roman (ISBN 3-453-21339-4) zur Zeit preiswerte 5,00 € beträgt.
SCHLUSSWORTE
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Mir hat der Roman HEXENKESSEL von COLIN FORBES trotz der starken Ähnlichkeiten mit dem besagten James Bond Film sehr gut gefallen und so kann ich hier auch guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen.
Mein Urteil lautet SEHR GUT ! weiterlesen schließen -
Fielding,Helen: Bridget Jones-Am Rande des Wahnsinns
07.02.2003, 18:30 Uhr von
StarlightII
+++ ... von der Messe erholt - nun geht die Uni wieder los ... +++Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Sind wir nicht alle einmal am Rande des Wahnsinns?!
Hallöchen liebe Leser!
Ich möchte euch heute ein weiteres Buch vorstellen, in diesem Fall Helen Fieldings „Bridget Jones- Am Rande des Wahnsinns“.
Wie ich zu dem Buch gekommen bin?! Es war ein Geschenk meiner Mutter zu meinem Geburtstag. Neugierig wagte ich erste Blicke auf meinen toll dekorierten Frühstückstisch und fand neben ganz vielen tollen Geschenken dieses Buch! Sofort las ich den Buchrücken, um mir ein Bild von der Story zu machen, die mir auf Anhieb gefiel. Da ich am Nachmittag mit Freunden ins Schwimmbad wollte, landete mein neues Buch gleich mit in meiner Tasche.
*Äußerliches*
Die Bridget Jones-Romane sind (Teil 1: Schokolade zum Frühstück – auch als Film sehr bekannt!)im Taschenbuchformat von 18,2*11,5 cm im Goldmann Verlag erhältlich. Das Cover ist die liebe Bridget, wie sie auf dem Bett (?) liegt, super gestylt und nachdenklich an ihrem Daumen nuckelt. Natürlich darf der scharfsinnige Blick nicht fehlen. Da der Buchumschlag sehr dünn ist, sieht das Buch sehr leicht etwas schmuddelig aus, da die Ecken leicht einklicken bzw. aufstauchen.
*Zur Geschichte*
Da dies die Fortsetzung von „Schokolade zum Frühstück“ ist, ist es ratsam, zuerst diesen Roman zu lesen, um die Verhältnisse besser zu verstehen. Allerdings hab ich auch zuerst Teil 2 gelesen. *g*
Bridget Jones hat es geschafft: Ihre Beziehung zu ihrem Traummann Mark Darcy hält bereits 4 Wochen und 5 Tage. Hinzu plant ihre sehr nervige Mutter einen längeren Urlaub im Ausland, sodass sie Bridget einige Zeit nicht mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. – Welch Unglück für Bridget! Die Zukunft scheint nur gutes für Bridget zu bringen. Leider währt ihr Glück nur sehr kurz, denn erstens ist der Pass ihrer Mutter abgelaufen, und zweitens wird Mark von einer „Langbeinigen Schönheit“ namens Rebecca bezirzt, die keine Tricks und Mühen scheut. Allerdings scheint Bridget nun in ihrem Beruf endlich einmal mehr Erfolg zu haben: ein viel versprechendes Interview mit dem Schauspieler Colin Firth soll den Grundstein für eine Karriere als freie Journalistin bilden. Leider wird sie wieder vom Pech verfolgt, ein Handwerker verwandelt ihre Wohnung in ein Schlachtfeld und zu allem Übel verbreitet ihre Mutter auch noch Aufruhr in dem so gesitteten Familienleben. Ein geplanter Thailand-Aufenthalt wird zur vollkommenen Katastrophe. Bridget ist mehr denn je auf ihren „Krisenstab“, ihre Freundinnen Jude und Shazzer, angewiesen, sowie auf die Heilwirkung von Chardonnay und Zigaretten. Trotz der ganzen Missgeschicke lässt sich unsere Bridget nicht unterkriegen, ganz egal, wie sehr das Leben ihr einen Strich durch die Rechnung macht.
*Über die Autorin*
Helen Fielding wurde in Yorkshire geboren und lebt heute in London. 1997 erschien ihr Roman „Schokolade zum Frühstück“, in dem die Heldin Bridget Jones in originellen und urkomischen Tagebucheintragungen ihr chaotisches Single-Dasein schildert. Das Buch eroberte erst England im Sturm, bevor es sich zu einem weltweiten Beststeller und in der Verfilmung mit Renée Zellweger, Colin Firth und Hugh Grant auch zum Kultfilm entwickelte. Nie zuvor hatte jemand mit so viel Witz und Selbstironie die alltäglichen Nöte und Sorgen eines Singles beschrieben.
*Was macht das Buch so besonders*
Bei diesem Buch handelt es sich keinesfalls um eine erzählte Story, sondern um Tagebucheinträge der Bridget Jones. Jeder Abschnitt ist folglich mit Datum und teilweise die jeweiligen Abschnitte zeitlich unterteilt. Jedes neue Kapitel beginnt mit der Auflistung diverser Problemchen der Geplagten. Die Gewichtszunahme ist nachzuvollziehen, wobei sie auch den Grund nennt- es ist meistens der Alkohol.*g* Der Zigarettenkonsum wird notiert, ebenso die zu sich genommenen Kalorien. Anschließend folgt eine kurze Beschreibung ihrer Gefühlslage, verschwendete Gedanken bzw. mit auf Anrufe warten verbrachte Zeit und weitere wirklich lustige Informationen.
Ein Beispiel hierzu:
„58,5kg (warum ausgerechnet heute, am Bikinikauf-Tag?); wirre Gedanken wg. Daniel: viel zu viele; passende Bikini-Unterteile:1; passende Bikini-Oberteile:0,5; unartige Gedanken betr. Prinz William:22; „Prinz William uns seine bezaubernde Begleiterin Miss Bridget Jones in Ascot“ auf Zeitschrift Hello! Geschrieben: 7mal“
*Meine Meinung*
Ein tolles Geschenk hab ich da von meinen Eltern bekommen! Suchtfaktor dieses Buches ist sehr hoch, sodass ich 3 Nächte zum Durchlesen des Buchen nutzte, obwohl ich eigentlich schlafen sollte, damit ich in der Schule nicht immer so müde bin! *g*
Die Art, wie Helen Fielding ihren Roman verfasst, ist einfach klasse. Von Lachanfällen bis zu leichten Tränchen wurden meine Gefühle stark ausgereizt. Bridget Verhalten ist so schön nachvollziehbar und man entdeckt sich teilweise doch selbst in dieser Person. Wer war denn nicht schon mal in der Situation, dass wirklich alles schief läuft?! Ihre Liebebeziehungen zu den verschiedenen Männern werden so charmant und amüsant erzählt, dass es wahnsinnig Spaß macht, dieses Buch zu lesen. Der Roman ist leichte Kost und sehr für einen langweiligen Abend zu Hause oder als Lektüre für Zwischendurch geeignet. Ich habe schon lange nicht mehr so herzhaft über eine Story lachen können, wie bei „Am Rande des Wahnsinns“.
Es ist aber wirklich ratsam, Teil 1 zuerst zu lesen, da sonst die leichte „Spannung“ genommen wird, und einem der 1. Teil zu langatmig vorkommt. Teil 2 ist absolute spitze und nur weiterzuempfehlen!!
Viel Spaß beim Lesen, StarlightII o6.o2.2oo3 für yopi und ciao weiterlesen schließen
Informationen
Die Erfahrungsberichte in den einzelnen Kategorien stellen keine Meinungsäußerung der Yopi GmbH dar, sondern geben ausschließlich die Ansicht des jeweiligen Verfassers wieder. Beachten Sie weiter, dass bei Medikamenten außerdem gilt: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Bewerten / Kommentar schreiben