Mehr zu AutorInnen mit J Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- toller Charakter von Kommissar Harjunpää
- niedliches Buch
- hoher Wiedererkennungseffekt an die eigenen Jugend, wirklich lustige Sachen dabei
- Unterhaltsam, kurzweilig, Humorvoll aber auch spannend
Nachteile / Kritik
- verworrene Geschichte, Haupthandlung wird vernachlässigt
- nichts für wahre Elfen-Freunde
- nicht alle Stories fand ich amüsant
- Nichts
Tests und Erfahrungsberichte
-
Stan Jones: *Weißer Himmel - Schwarzes Eis*: Der Sherlock der Eskimos
4Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Stan Jones: *Weißer Himmel - Schwarzes Eis. Ein Fall für Nathan Active*:
Nathan Active ist ein Staatspolizist in Alaska. Der Trooper findet sich langsam am Polarkreis zurecht und kommt einem Umweltverbrechen auf die Spur - mit unorthodoxen Methoden.
Der Autor
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Stan Jones stammt aus und lebt in Anchorage, der größten Stadt in Alaska. Als Spezialist für Umweltfragen, Zeitungs- und Radio-Journalist sowie leidenschaftlicher Buschpilot hat er die Erfahrungen gesammelt, die man nun in seinen Romanen wiederfindet. Er arbeitet an weiteren Büchern über den eigenwilligen Inupiat-Cop Nathan Active und dessen Abenteuer am Polarkreis.
Man hat Jones als "Tony Hillerman in Schneeschuhen" bezeichnet. Richtig daran ist wohl, dass Jones uns aus erster Hand Einblicke in die Kultur der Inupiat (der Alaska-"Eskimos") gewährt. Aber gemessen an Hillerman, der über die Indianer des amerikanischen Südwestens schreibt, erzählt Jones weitaus lakonischer, trockener und mit geradezu eisgekühltem Witz. Man muss ein feines Gespür für Ironie mitbringen, um diesen Humor zu spüren und zu genießen.
Handlung
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Alaska State Troopers sollten sich nicht in die Angelegenheiten der lokalen Stadtpolizei einmischen. Auch wenn in dieser Geschichte die Stadt den Inupiat-Namen Chukchi trägt und nur 2500 Einwohner hat, die wenigsten davon Weiße. Doch Trooper nathan Active bleibt angesichts zweier mysteriöser Selbstmorde gar nichts anderes übrig, als sich einzumischen.
Active wurde als Inupiat geboren, doch dann von einer weißen Familie adoptiert worden, die in der "Großstadt" Anchorage aufzog und ihm eine gute Ausbildung spendierte. Nun hat es seine Behörde für weise befunden, ihn in die Wildnis zu schicken, nach Chukchi, seinen alten Heimatort.
Nicht genug damit, dass Arbeitslosigkeit, Armut und Alkohol den Menschen hier das Leben schwer machen. Sie nehmen auch Active, den Halbweißen, nicht für voll. Dem Dorfklatsch über einen alten Bannfluch, der auf den Selbstmördern gelegen haben soll (und der noch weitere Opfer fordern könnte), nimmt Active natürlich kein bisschen ernst.
Doch es gibt vereinzelte Hinweise - und einen weiteren Toten. Active fängt an zu schnüffeln und steht bald GeoNord, einem norwegischen Minenkonzern, der bei Chukchi eine giftige Kupfermine betreibt (dabei wird u.a. Arsen freigesetzt), auf den Zehen. Bis zur Schmerzgrenze.
Als GeoNords Anwalt anrückt und bald darauf Actives Vorgesetzte nervös werden, weiß er, dass er auf der richtigen Spur ist. Bis er dem wahren Schurken in diesem Stück gegenübersteht und der eine Flinte auf ihn richtet.
Mein Eindruck
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Ich muss zugeben, dass ich zunächst mit der trockenen und matter-of-fact-Art nicht zurechtgekommen bin, in der Stan Jones seine Geschichte erzählt. Moderner Krimistil wie der von Walters, Cornwell oder Deavers ist Jones fremd. Er erzählt schnurstracks geradeaus, und man muss ihm folgen oder es bleiben lassen.
Nachdem ich mich damit abgefunden hatte, merkte ich auch, wohin der Hase lief. Active ist eine Art Terrier: Einmal auf einer Spur, bleibt er auch drauf. Und so kommt er auch dem Umweltverbrechen auf die Spur, wobei er alle möglichen Experten befragt und schließlich mit dem gewieften Anwalt GeoNords in "Verhandlungen" eintritt. Schließlich spitzen sich die Verhandlungen zu, und Active kann GeoNord Paroli bieten. Wie das Verhandlungsergebnis in Wahrheit aussieht, müssen seine Vorgesetzten ja nicht im einzelnen erfahren. Hauptsache, der Bericht entspricht den sichtbaren Tatsachen.
Dies dürfte der erste Roman sein, der den Alltag in Alaska authentisch schildert (siehe oben). Hinsichtlich der Kultur der Inupiat ist die Bedeutung der Frauen erstaunlich: Sie sind die wahren bewahrer der Kultur. Und ständig versucht eine der Omas und der Mütter, Nathan mit ihren Töchtern oder Enkelinnen mit Nathan zu verkuppeln. Das hat seinen guten grund: Alleinstehende Mänenr werden im eisigen, einsamen Norden schlicht verrückt und rasten aus. Gar nicht gesund: nicht für ihn und nicht für die Gemeinschaft der Inupiat. Also muss eine Frau her. Schließlich sieht das sogar Active ein.
Unterm Strich
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Sherlock unter den Eskimos? Ja, und gar nicht mal schlecht erzählt. Allemal einen Blick wert, sofern man die nötige Geduld mitbringt.
Der Buchtitel
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Schwarzes Eis ist die gefährlichste Sorte von Eis, die es gibt. Es sieht stabil aus, wird aber den Vorwitzigen oder Unvorsichtigen sofort verschlingen. 'Weißer Himmel' steht für den fortwährend wehenden Westwind, der Schnee und Nebel mitbringt: Blauer Himmel ist eine Seltenheit in Alaska. Zwischen diesen beiden Polen spielt sich die Handlung des Buches ab.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: White sky, Black ice, 1999; Union 2000, Zürich; 250 Seiten mit einem Autorenporträt und Glossar, EU 8,90, aus dem US-Englischen übertragen von Dirk Löwenberg; ISBN 3-293-20167-9
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-25 19:55:17 mit dem Titel L. Javin: *Sex, Space & Rock'n'Roll*: Douglas Adams meets the Riot Grrls!
"Mein erster Tag auf der Erde! Und ich habe gleich meinen ersten Erdling entführt – dich!" Was wie die Lebenserinnerungen von E.T klingt, ist eine witzige Mischung aus "Per Anhalter ins Weltall" und einem Aufklärungskurs in Sachen intergalaktischer Liebe.
Die Geschichte von den Alien-Babes auf Besuch in Down Under nimmt kein Blatt vor den Mund, lässt aber auch der Liebe eine Chance. Der Leser sollte aber auf jeden Fall Bescheid wissen, was in den letzten zehn Jahren in Sachen Rockmusik (nicht Pop, nicht HipHop, klar?) gelaufen ist. Dann kann man auch die herrlich respektlosen Bemerkungen über Grunge, Heavy Metal usw. genießen. Ein Glossar hilft über die gröbsten Bildungslücken in dieser Sache hinweg.
Handlung
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Baby, Doll und Lati sind drei wirklich nette Girls. Und bis auf die grüne Haut und die zwei Antennen auf dem Kopf könnte man sie selbst in Australien glatt für Menschen halten. Sie sind aber in Wirklichkeit natürlich Außerirdische, genauer eine Kreuzung aus Leuten vom Planeten Nufon (= no fun!) und Menschen, die wie Elvis Presley von den Aliens entführt wurden. Sämtliche Berichte über von Aliens geschwängerte Hausfrauen, die von Elvis träumten, sind also wahr.
Die drei Babes haben ihr Raumschiff Galgal entführt und flogen damit zur Erde, um Spaß zu haben. Sie stehen voll auf Rockmusik, deshalb muss wohl der erste Erdling, den sie entführen – viele weitere sollen noch folgen – ein Rockmusiker, Jake, ein waschechter Slacker. Jake ist der Frontmann der Band "Bosnia". Zu ihr gehören noch die Zwillinge Tristan und Torqil – alle drei sind fortwährend bekifft und zugedröhnt, so dass es ihnen nicht besonders auffällt, als die Antennengirls in ihrer WG auftauchen und Jake entführen. Die drei Girls haben zwar viel Spaß mit ihren sexuellen Experimenten an ihm, doch nachdem sie Jake zurückgebracht und mit einem Lokalisator ausgestattet haben, wenden sie sich weiteren Forschungsobjekten zu.
Was bei ihrer Exkursion nicht vorgesehen war: 1) Baby, die aussieht wie Courtney Love zu Zeiten des seligen Kurt, hat sich in Jake verliebt; damit fangen die Schwierigkeiten an, denn einen Slacker lieben zu wollen, grenzt echt an Masochismus. 2) Weit schlimmer ist jedoch der Umstand, dass die Nufonier ihr Raumschiff zurückhaben wollen.
Captain Qwerk (klingt wie Kirk, darf aber nicht so geschrieben werden, klar?) macht sich mit einigen alliierten Aliens im Schlepptau zur Erde auf, um die entflohenen bösen Mädchen zwecks Disziplinierung und der Wiederbeschaffung des Raumschiffs zurückzuholen. Und 3) hat sich der Asteroid Eros dazu entschlossen, nicht mehr auf seiner von Gott persönlich zugewiesenen Laufbahn zu bleiben, sondern mit der Erde innigsten Kontakt aufzunehmen. Da wird Gott, der oberste Verkehrspolizist im Weltall (sieht alles, hört alles, verwarnt alles!), aber böse sein.
Da kommt was auf die Erde zu, wird sich so mancher Leser sagen, und in der Tat kommt es noch knüppeldick. Um nicht zuviel von der Spannung wegzunehmen, sei nur soviel verraten: Die drei Aliens treten als Girlband "Rock'n'Roll Babes from Outer Space" mit phänomenalem Erfolg auf und erobern Australien im Sturm.
Doch auf dem Höhepunkt ihrer Tour kommt es bei ihrem letzten Konzert im Cricketstadion von Sydney zu einigen unvorhergesehenen und folgenschweren Auftritten: Captain Qwerk und seine Nufonier, Eros und Gott sind nur einige der bemerkenswerten Top-Attraktionen! Es ist schon etwas Besonderes, einen Alien zu lieben, denkt sich Jake.
Mein Eindruck
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Die Besichtigung eines Zeitalters – und eines Kontinents, so könnte man diesen spritzigen Roman beschreiben. Ausgestattet mit dem metaphysischen Humor von Douglas Adams in "Hitchhiker's Guide to the galaxy" gibt uns Jaivin einen fundierten Grundkurs in Slacker- und Rocker-Lifestyle à la Down Under. Sie weiß als Türsteherin usw. in den diversen Musiklokalen wirklich, wovon sie redet. So taucht etwa ein Death-Metal-Frontmann auf, der Baby unbedingt die Füße küssen will.
Damit aber auch für Spannung gesorgt ist, flicht sie mit der Lovestory zwischen Baby und Jake einen Handlungsfaden ein, der von Romantik triefen könnte, doch so wie sie ihn bringt, ist er durchaus erträglich. Zwar kriegen sich die beiden, aber Slackerliebe ist sonderbar und einen Alien zu lieben noch einen Tick seltsamer.
Wirklich witzig sind die Sexszenen, denn natürlich haben die Alienbabes in dieser Hinsicht eine Supersonderausstattung der Extraklasse. Und erst als es zwischen Baby und Jake ernst wird, kommen alle eingebauten Features einer Nufonierhybridin zum Einsatz – zur Überraschung aller Beteiligten, wie ich verraten darf.
Unterm Strich
"Sex, Space & Rock'n'Roll" ist für junge und junggebliebene Leser sehr unterhaltsame und vergnügliche Lektüre, deren Tiefgang gut versteckt ist. Lediglich das relativ zurückhaltende Titelbild mit dem zweideutigen Granatapfel stört diesen Eindruck. Hoffentlich entschließt sich Heyne später zu einer Ausgabe, deren Titelbild an die Ausgaben der Douglas-Adams-Bände angelehnt ist.
Linda Jaivin lebte als Schriftstellerin und Übersetzerin in Sydney. Ihr erster Roman "Haut und Haar erschien ebenfalls bei Heyne.
Michael Matzer © 2001ff
Info: Rock'n'Roll babes from Outer Space, 1998; Heyne 2001, Nr. 01/13231, München; 272 Seiten, aus dem Amerikanischen von Thomas Hag, DM 14,90; ISBN 3-453-17772-x
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-22 18:17:05 mit dem Titel J.V. Jones: *Melliandra*: Detailverliebte Abenteuer-Fantasy
Ein John le Carré im Fantasyformat - na, ob das gut geht? Die literarischen Zutaten bieten erstmal wenig Neues: eine uralte Prophezeiung – wenn die Ritter ihre Ehre verlieren, die Tempel fallen und sich das Reich des Bösen mittels schwarzer Magie erhebt, werde ein Junge ohne Vater und ohne Mutter kommen, der der Finsternis Einhalt gebieten kann.
Handlung
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Die Autorin spinnt ein recht fesselndes Garn. In mehreren Handlungssträngen berichtet sie vom Schicksal des magisch begabten Bäckerjungen Jack, des seiner Ehre beraubten Ritters Tawl, der Lady Melliandra und des junges Diebes Schnapper (die 'good guys') sowie von Königsmörder Prinz Kylock (der Melli heiraten soll), Erzbischof Tavalisk und dem dunklen Zauberer Baralis (die Schurken mit den schwarzen Hüten).
Mittels politischer Intrigen, schwärzestem Teufelswerk und gar ruchlosem Verrat bringen sich die Schurken an die Schalthebel der Macht. Sie planen nichts geringes: ein neues Kaiserreich muss her. Das geht nicht ohne Opfer: auf Kosten der Freiheit der Nachbarländer. Wo grob gehobelt wird, fallen Späne: Auch Senioren, Frauen und Kinder müssen dran glauben. Unsere guten Jungs und Mädels werden gejagt, verfolgt, verraten, gefangen, gefoltert, bis sie endlich – endlich! – fliehen können.
Sie entwickeln sich angesichts der zahllos lauernden Gefahren zu vielschichtigen Persönlichkeiten, wenn sie auch manchmal der Zahn des Selbstzweifels annagt. Im grandiosen Finale versuchen sie den Mächten des Bösen Einhalt zu gebieten. Recht so! Lang lebe das "Land von Hoffnung und Herrlichkeit"!
Mein Eindruck
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In einen geographisch wie auch kulturell weit gespannten Rahmen eingebettet finden wir hier die unterschiedlichsten Menschentypen vor. Das aufgeschlossene, mit ihrer Lebensfreude und Leichtigkeit an mediterrane Vorbilder erinnernde Volk der Küstenlande, die wilden Naturburschen der Steppennomaden, die Bauern der Kornkammer, die rauhen von Wind und Wetter getroffenen Bergvölker – sie alle haben ihre charakteristischen Eigenheiten und Besonderheiten, die dazu beitragen sollen, die Handlung glaubhafter und vielseitiger zu machen.
In einer Detailgenauigkeit, die weit über das gewohnte Maß hinausgeht, steht bei der mittlerweile in den Vereinigten Staaten lebenden britischen Autorin das menschliche Schicksal im Vordergrund, wenn auch fein säuberlich in gut und böse unterteilt. Die inneren Konflikte der (guten) Hauptfiguren nehmen doch überproportional viel Raum ein. Dennoch führt all dies in spannender Weise auf den vorläufigen Abschluss in einem guten Finale hin.
Wie in der Zusammenfassung der Handlung schon angedeutet, sind die bösen Jungs ganz und gar schlecht, die Guten jedoch nie ganz und gar gut – das macht erstere unglaubwürdig, letztere aber glaubhafter. Ritter Tawl hat auch seine schwachen Momente, und es steht zu fürchten, das er der dunklen Seite anheimfällt. Es gibt dadurch also immerhin eine klitzekleine Grauzone.
Was das alles mit John le Carré zu tun hat? Nun ja: Es könnte daran liegen, dass bei ihm die Hauptfiguren auch Opfer von Verrat (und sei es an sich selbst!) werden und sie erst wieder einen Wert oder einen Menschen suchen müssen, an dem sie wieder Halt finden. Beispiele dafür fände man in "Der Schneider von Panama" oder noch krasser in "Die Libelle".
Fazit
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Freunde abenteuerlicher Fantasy dürften hier voll auf ihre Kosten kommen, und zwar sowohl die weiblichen wie die männlichen Fans. Der anhaltende Erfolg der Autorin (bei Knaur) belegt ihre Beliebtheit in gleichem Maß wie ihre Routiniertheit.
Doch der Verlag hätte sauberer arbeiten können: Die landkarte aus der Originalausgabe, die die 4 Königreiche zeigt, fehlt in der deutschen Fassung.
Michael Matzer © 2002ff
Info: The baker's boy, 1995; Bastei-Lübbe 2001, Nr. 20407, Bergisch Gladbach ; 733 Seiten, EU 9,66, aus dem Englischen übertragen von Rainer Schumacher; ISBN 3-404-20407-7
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-25 16:17:00 mit dem Titel J.V. Jones: *Der Dornenring 1 - Die Ewige Krone*: Verfluchte Kronen, zeichnende Magier
Die Magie der Zeichen und Muster, ein mysteriöser Dornenring, eine unbedarfte Heldin, ein böser Eroberer – doch alles wird gut, sofern man erstens gute Freunde hat und zweitens weiß, was man in Wahrheit selbst drauf hat.
So beginnt das Epos um den Dornenring der britischen Fantasy Autorin J.V. Jones, die mittlerweile in Kalifornien lebt.
Handlung
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Das Buch beginnt – nach zwei kurzen Prologen - in unserer Wirklichkeit. Tessa McCamfrey ist seit ihrer Kindheit von Tinnitus geplagt, diesem psychologisch bedingten Pfeifen im Ohr. Auf der Flucht vor Bindung führt sie ihr Weg in die Einsamkeit der kalifornischen Berge. Hier stößt sie auf den Schauplatz eines grausamen Verbrechens. Dort findet sie einen goldenen Dornenring; sie streift ihn sich über, wird gestochen und stante pede in eine andere Wirklichkeit versetzt: in die farbenprächtige Stadt Bay'zell.
Diese Welt befindet sich am Rande des Untergangs. Vor knapp 500 Jahren wurde die Dornenkrone geschaffen, ein magischer Reif, dessen einziger Zweck der Krieg ist. Zusammen mit dem charismatischen Söldner Davis und dem Herrscher Camron ist Tessa dazu ausersehen, die Dornenkrone, die unter einem Bannfluch liegt, zu befreien und damit den wahnsinnigen Eroberer Izgard aufzuhalten.
Doch zuerst einmal muss Tessa lernen, die in ihr verborgenen magischen Kräfte zu erschließen. Sie kann zeichnen und malen. Und um Bay'zell handelt es sich um eine Welt, in der Bilder und Muster große magische Energie entwickeln: Tessa verfügt über ungeahnte Macht. "Schreiber" wie sie vermögen mittels farbiger Muster Wissen zu erwerben sowie Gutes und Böses zu erschaffen. Emith, ein alternder Schreibergehilfe, bringt ihr die Grundlagen der Kunst bei. Bald kann sie einfache Muster zeichnen.
Doch das Herumspielen mit Magie hat auch seine Gefahren. In ihrer Lehrlingszeit nähert sich Izgards Eroberungsstreitmacht scheinbar unaufhaltsam dem friedlichen Bay'zell. Izgards Schreiber beschwört mit Hilfe der Macht des verfluchten Dornenrings alles verschlingende Ungeheuer herauf. Tessa sieht sich bald verfolgt und gejagt, ihre Helfer werden zum Teil grausam ermordet.
Es gilt zunächst das Rätsel zu lösen, wie die Dornenkrone vor 500 Jahren an diese Welt gebunden wurde, bevor Tessa daran gehen kann, den Bann aufzuheben – und allmählich wird ihr dafür die Zeit reichlich knapp. (Wird fortgesetzt in "Krone aus Blut".)
Mein Eindruck
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J.V. Jones' Romane sind irgendwie anders. Natürlich wird der Leser bei ihr durchaus spannend unterhalten. Doch sie nimmt die gängigen Versatzstücke moderner High-Fantasy-Erzählungen, um sie neu zu arrangieren und zu werten.
Die zunächst etwas unbedarft wirkende Heldin, die in ihrer Umgebung meist etwas fremd erscheint, verfügt über eine bislang verborgene, entscheidende Gabe – das kennt man ebenso wie den ausgestoßenen Krieger und den zunächst arroganten Herrscher, der sich im Lauf der Handlung zum verantwortungsbewussten Führer entwickelt; auf der Seite der 'bad guys' finden wir den einer dunklen macht verfallenen Gegner.
Alles kommt zusammen durch die Suche nach den Geheimnissen der Vergangenheit, die zu den schicksalhaften Geschehnissen führen. Diese Suche nach den Rätseln der Vergangenheit wird zur Suche nach der eigenen identität, nach den verborgenen oder einfach nur ungenutzten Fähigkeiten der Protagonisten.
All dies sind gewohnte Szenarien, und doch ragen Jones' Werke aus den Fantasy-Allerlei heraus. Sie legt größeres Gewicht auf die Darstellung der Motivation der Akteure und zeichnet ein zutiefst menschliches Bild ihrer Psychologie. Es gelingt ihr, die Leser zu berühren, sie mitleiden und mittriumphieren zu lassen, ohne die schmerzhaften Wandlungen auf dem Weg zum Triumph herabzuwürdigen.
Jones' Erzählungen lassen einen am Schluss geschunden und fertig, aber auch glücklich und zufriedengestellt zurück. Mehr kann man wohl von guter Unterhaltung nicht erwarten.
Michael Matzer © 2002ff
Info: The barbed Coil, Part 1, 1997; Bastei-Lübbe 1999/2002, Nr. 28315, Bergisch Gladbach; 429 Seiten, DM 26,90, aus dem Englischen übertragen von Rainer Schumacher; ISBN 3-404-28315-5
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-28 18:29:24 mit dem Titel Jordan/Patterson: *Die Welt von R. Jordans *Das Rad der Zeit**: Guter Überblick
Es war ja nun höchste Zeit, daß der seit Jahren erfolgreichste Fantasy-Zyklus der Welt seine eigene Sekundärdokumentation bekam. Jordans deutscher Verlag Heyne hat denn auch schnell reagiert und innerhalb eines Jahres die deutsche Übersetzung geliefert. Prächtig illustriert und gut übersetzt wird das Werk für den Preis von 58 Mark nicht unter Wert verkauft.
Inhalte
Auf der inhaltlichen Seite des Buches findet der faktenhungrige Fan erst einmal die amerikanischen Titelillustrationen zu den ersten sieben Romanen - bis zu "Crown of Swords". Doch konnte zur Zeit der Veröffentlichung des Originals der Roman Nummer 8, "The Path of Daggers", natürlich noch nicht berücksichtigt werden - er erschien erst Oktober 1998.
Diesem Publikationsstand entspricht auch der Inhalt der zahlreichen vor dem Leser ausgebreiteten Kapitel - insgesamt 32. Ironischerweise hat Jordan die genannten Cover zu einem eigenen Abschnitt als "Einige erzählerische Darstellungen von fragwürdiger Echtheit" zusammengefaßt. Dies wird ausgeglichen durch ein immenses Faktenwissen, das den Eindruck von Authentizität suggeriert. Angefangen wird mit "Das Rad und die Macht", da sie ja die zentralen Kräfte für die geschilderte Welt darstellen. Im "Zeitalter der Legenden" wird den männlichen und weiblichen Verlorenen sowie den Schattenfreunden und Shai'tan erstaunlich viel Raum eingeräumt - schließlich muß man den Gegner kennen.
In chronologischer Reihenfolge schildert Jordan sodann die Welt nach der Zerstörung: die Bildung der Weißen Burg, Artur Falkenflügels Auftauchen, der Hundertjährige und der Aiel-Krieg. Diese Epoche ist für den Leser ebenso Vergangenheit wie für die Romanfiguren, weshalb es nur konsequent erscheint, daß ihr und den vorangegangenen Kapiteln nur rund 110 von 300 Seiten gewidmet werden. Abschnitt 5 und 6 schildern en detail "Die Welt des Rades" und noch etwas eingegrenzter die Welt "Innerhalb des Landes", also die Region zwischen den Bergketten in West und Ost, wo der Großteil der Handlung spielt. Naturgemäß gibt es über Weltgegenden östlich des Aiel-Landes - Shara - und westlich des Hauptkontinents - der Inselkontinent der Seanchan - relativ wenig zu berichten. Erstaunlich ist vielleicht die bislang in den Roman unerwähnte Existenz eines dritten Kontinents, der vom Meeresvolk als "Land der Wahnsinnigen" bezeichnet und folglich gemieden wird.
Abschnitt 5 und 6 setzen sich nicht nur mit den zahlreichen Völkerschaften auseinander, sondern auch mit deren Organisationen: den Aes Sedai, den Ashaman (leider viel zu kurz), den Kindern des Lichts, der Bande der Roten Hand von Mat Cauthon. Eine Darstellung der Eigenarten der einzelnen Stadtstaaten wie Tear, Mayene, Cairhien usw. mag dagegen weniger interessant erscheinen.
Das Buch wird abgeschlossen mit der Aufzählung der Feiertage, dem Kalender und den Prophezeiungen des Drachen. Ein wertvolles Register liefert Stichwörter. Das gesamte Buch ist Jordans Frau Harriet gewidmet.
Mein Eindruck
Es wird in einem amerikanischen Fantasybuch nicht sonderlich überraschen, daß Sex kein Thema ist. Die Leser müssen einfach davon ausgehen, daß alle Wesen sich irgendwie fortpflanzen, und sei es durch Magie. Auch so manche liebgewordene bildliche Vorstellung vom Aussehen der Helden und Heldinnen - positiver wie auch negativer Moral - muß über Bord geworfen werden. Sämtliche Hauptfiguren haben ihr Konterfei erhalten. Über die Darstellung kann man sich wirklich streiten. Der Ogier Loial sieht beispielsweise aus wie ein zu groß geratenes Kind, und Rand al'Thor, der einen würdigen Abschluß dieses Reigens bildet, hat Ringe unter den Augen, als hätte er zwanzig Nächte durchgekämpft. Lustig ist es hingegen, zu entdecken, daß die Soldaten, auf die Rands Aiel im "Stein von Tear" stoßen, alte spanische Rüstungen und Helme tragen - Beduinenkämpferinnen und Hidalgos, welch eine nette Mischung!
Michael Matzer © 2000/2003ff
Info: The World of Robert Jordan's The Wheel of Time, 1997, TOR Books; Heyne 1998, Nr. 06/9000, München; 303 Seiten, DM 58,00, aus dem US-Englischen übertragen von Karin König; mittlerweile auch im Paperbackeinband erhältlich. ISBN 3-453-? weiterlesen schließen -
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An den Wäldern am kalten Fluss / Willian Judson
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
1.0 Vorwort
2.0 Inhalt
3.0 Illustration
4.0 Sonstiges
5.0 Fazit
1.0 Vorwort
Es war in der 6. Klasse, wir mussten uns eine Schullektüre aussuchen und unsere Wahl viel auf dieses Buch!
2.0 Inhalt
Es geht um folgendes:
Ein Mädchen Namens „Lizzy“ erzählt von einer Geschichte aus dem Jahr 1921.
Es geht um sie, ihren Stiefbruder „Timothy“ und ihren Vater.
Der Vater macht mit Timothy und Lizzy eine Kanufahrt, als sie aber einen Schwerenunfall erleben, stirbt ihr Vater.
Die beiden sind allein an den Wäldern des Cold-Rivers.
Sie Suchen den Weg nach hause und müssen sich dabei gegen Wilde Tiere und Endflohenden Sträflingen zur Wehr setzen.
Das Buch ist recht Spannen, es gibt nur seltene Stellen die langweilig sind.
Es gibt auch nicht diese Typischen „um den heißen Brei“ Redungen.
3.0 Illustration
In dem Buch sind recht große Bilder, die im vollkommenden Grün gehalten sind.
Jedes Bild passt zu dem Inhalt des Buches sehr gut.
Einzelne Unterkapitel sind durch ein So genantes Indianer Zeichen getrennt.
4.0 Sonstiges
Das Buch hat zirka 223 Seiten und ist durch 2 Kapitel geteilt.
Der Autor des Buches heißt: “Willian Judson“
Die Original Ausgabe erschein 1974 bei Masen und Lipscomp Publ, New York unter dem title „Cold River“
Die Umschlag Illustration stammt von : “Hauke Cook“
Das Buch entspricht der neuen Deutschen Rechtschreibung.
Das Buch besitzt den Jugendliteratur preis.
Der Preis beträgt: € 5,98 ( 11,90 DM )
Fazit: Ein Spannendes Buch, was ich jeden Empfehlen kann.
ISBN: 3-473-52036-5 weiterlesen schließen -
Jochimsen, Jess: Das Dosenmilch-Trauma - Jugenderinnerungen eines Comedian
03.11.2002, 16:34 Uhr von
emmtie
Da wollen wir YOPI einmal eine 2.Chance geben (wenn auch nur auf Bewährung). Und dabei geht es ga...Pro:
hoher Wiedererkennungseffekt an die eigenen Jugend, wirklich lustige Sachen dabei
Kontra:
nicht alle Stories fand ich amüsant
Empfehlung:
Nein
Bücher, die unter dem großen Motto "Generation" stehen und sich mit Jugenderinnerungen aus dem Zeitraum Ende der 60er bis in die 80er Jahre und den Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen bis heute beschäftigen, sind in den letzten Jahren scheinbar zum großen Trend sowohl in den USA als auch im Deutschsprachigen Raum geworden. Angefangen bei der "Generation X" von Douglas Coupland über das aus meiner Sicht eher schwächere "Generation Golf" des FAZ-Redakteurs Florian Ilies bis hin zur "Generation Ally" von Katja Kullmann haben sich viele Autoren mit diesem Thema beschäftigt oder versuchen mit ähnlich lautenden Titel etwas vom Verkaufserfolg der andern Titel abzubekommen.
Durch Zufall stieß ich vor Kurzem auf ein Buch, das schon im Oktober 2000 veröffentlicht wurde und gemäß Eigenwerbung des Verlages auch in oben angeführter Kategorisierung passt: "Das Dosenmilch-Trauma" von Jess Jochimsen.
Der Autor
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Der Name des Autors wird manchem bekannt vorkommen. Den hierbei handelt es sich um einen jungen (geboren 1970) deutschen Kabarettisten oder wie man heutzutage sagt Comedian, der in den entsprechenden Sendungen wie Quatsch Comedy Club oder RTL Samstag Nacht, aber auch Hildebrands Scheibenwischer aufgetreten ist.
Das Buch:
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Das Buch "Das Dosenmilch-Trauma" ist eigentlich nichts anderes als eine schriftliche und erweiterte Umsetzung von diversen Ausschnitten aus den Bühnenprogrammen von Jess Jochimsen.
Laut seinem Untertitel "Bekenntnis eines 68-Kindes" werden im Buch in 40 kurzen Episoden Geschichten und Erlebnisse aus Kindheit erzählt. Wobei man gleich wieder einschränken muss, dass nicht alle 40 Stories sich wirklich mit Kindheitserinnerung beschäftigen, sondern etwa die Hälfte auch durchaus aktuellen alltäglichen Erlebnissen und Ereignisse aufgreift.
Jochimsen ist gemäß seinen Angaben (in wie weit der Lebenslauf, den ein Kabarettist angibt und in seinen Programmen ausschlachtet, wahr ist, bleibt jedem selbst überlassen; aber ein Kern Wahrheit muss vorhanden sein, weil man gewisse Dinge nur aus der Erfahrung wissen kann) als Kind der einzigen Alt-68er in Bayern aufgewachsen. Zitat: "Mama und Papa hatte ich nicht; ich musste immer Eberhard und Renate sagen". Diese Grundsituation ist die Basis für die meisten der Jugendgeschichten. Egal ob es um die politisch korrekte Ernährung geht und die Oma, die immer zu Besuch kommt und statt des Dritte-Welt-Kaffee lieber Kaffe Hag, Würfelzucker und die schon im Titel des Buches verewigte Dosenmilch trinkt, die "Wandertage" der Eltern, die am Wochenende komischerweise immer in die Stadt führten und meist von alten Bettlaken begleitet wurden oder der Streit um Faschingskostüme (Eltern wollten ihn unbedingt als Gandhi verkleiden); immer bringt Jochimsen all die gegenseitigen Vorurteile zwischen Alt-68er und dem "Bürgertum" aus der Sicht eines Kindes ironisch auf den Punkt. Besonders gut hat mir auch die Geschichte gefallen, in der seine Sponti-Eltern so großen Wert auf die guten schulischen Leistungen gelegt haben. Absoluter Höhepunkt des Buches ist aber die Schilderung einer Aufführung eines Krippenspiels. Mit echter Bauchweh-vor-Lachen-Garantie.
Die Stories, die sich nicht direkt mit seinen Kindheitserinnerungen beschäftigen handeln unter anderem von Guido Westerwelle, das er die Kids von heute nicht versteht oder eine geniale Abrechnung mit Xavier Naidoo namens "Und Gott lebt in Mannheim".
Meine Meinung:
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Ich mochte schon die Ausschnitte die ich von Jess Jochimsens Programmen in diversen Fernsehsendungen gesehen habe; dies waren mit ein Grund, warum ich mir das Buch gekauft habe. Auch wenn natürlich seine Sprache und Mimik fehlt, kommt der Witz der einzelnen Stories auch im Buch sehr gut rüber. Nicht alles fand ich wirklich lustig, aber eine Trefferquote von etwa 70% bei mir, finde ich bei einem Comedy-Buch schon recht ordentlich. Und es gibt kaum einen Kabarettisten, bei dem ich alle Gags gelungen finde; selbst bei meinten absoluten Favoriten Nuhr oder Astor gibt es mal Dinge die ich persönlich weniger lustig finde.
Dazu kommt gerade bei den Jugendstories auch der Wiedererkennungseffekt, der neben der lustigen Komponente so auch noch ein wenig Sentimentalität vermittelt. Ich bin 3 Jahre älter als Jochimsen; vieles kenne ich genau wie er es schildert (auch wenn meine Eltern keine Spontis waren). Der Streit ob Geha oder Pelikan besser ist, Bonanza-Fahrräder als der Gipfel der Coolness, "La Boom" als einer der ersten Kultfilme (heute frage ich mich, was ich jemals daran fand; außer Sophie Marceau :-)
Was ich im direkten Vergleich zu z.B. der "Generation Golf" äußerst positiv finde, ist die Tatsache, dass nicht versucht wird, über die Lebenserinnerungen eine Art Selbstdefinition einer bestimmten Altersgruppe zu ermitteln. Gut, das ein Comedian in einem Buch ganz anders an das Thema rangeht, als ein FAZ-Feuilleton-Redakteur war mir schon vor dem Lesen klar. Aber ich fand diesen lustigen, oft ins richtig komische gleitende Rückblick viel angenehmer zu lesen, als das Illies-Buch, da dort hinter den vordergründig genauso lustigen Geschichten immer der Anspruch "Deshalb sind wir so geworden" lauert.
Fazit:
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Insgesamt ein sehr angenehm und unterhaltsam zu lesendes Buch, das gerade in seinen Kindheitserinnerungen sowohl zum Lachen als auch zur freudigen Rückbesinnung anregt. Auch wenn ich persönlich mich nicht über alle Geschichten amüsieren konnte, können diese einzeln "Ausfälle" den insgesamt sehr positiven Eindruck nicht stören. Eine Leseempfehlung, auch für Zwischendurch, da die einzelnen Stories unabhängig voneinander sind, wenn auch Anspielungen durchaus häufiger vorkommen können. weiterlesen schließen -
Jamsa, Kris: C++ - von null auf hundert in 40 Lektionen
Pro:
gut gegliedert, viele Infos
Kontra:
nichts für Profis
Empfehlung:
Nein
Das Buch "C++ - Von null auf hundert in 40 Lektionen" richtet sich definitiv an Anfänger. Warum das so ist lest ihr weiter unten in dem Bericht.
Aufbau des Buches
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Das Buch besteht aus, wie sollte es auch anders sein, siehe Titel des Buches, 40 Lektionen, jede der Lektionen ist zwischen 8 und 20 Seiten lang, was ich als sehr gut empfinde, da man so schnell in der Mittagspause o.ä. eine Lektion lesen kann.
Die 40 Lektionen sind zudem in 6 Abschnitte eingeteilt. Als Zugabe gibt es noch eine CD-ROM.
Die einzelnen Abschnitte
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Der erste Abschnitt befasst sich mit den absoluten Grundlagen wie Installation des Compilers, die ersten ganz simplen Programme und einer Art Befehlsgrundlage, die Grundbegriffe werden hier vermittelt, also ist das das Grundkapitel für alle die noch nie mit C++ gearbeitet haben, alle anderen können das Kapitel getrost auslassen.
Abschnitt Nummer 2 geht dann schon etwas mehr ins Detail, er beschreibt die Funktionen von C++, die Parameteränderung und führt die Variablenverwendung ein.
Ab Abschnitt 3 wird es dann richtig interessant, hier behandelt der Autor die Themen Speichern von Informationen und Anwendung von Arrays.
Er beschreibt hier sehr übersichtlich verschiedene Speicherformate und Datenformate.
Im vierten Abschnitt geht es um die verschiedenen C++-Klassen. Zunächst wird in einem Kapitel erläutert, dass es verschiedene Klassen gibt und wozu diese dienen. Danach wird beschrieben wozu diese Klassen gut sind bzw. so sie ihre Anwendung finden.
Abschnitt 5 beschäftigt sich dann mit Templates und Vererbung, sozusagen die letzten Einstiegskapitel in C++, denn in Abschnitt 6 beschäftigt sich der Autor mit fortgeschrittenen C++ Konzepten wie Free Store, Inline-Funktionen und dergleichen, was wirklich nur für Anwender interessant ist die nicht nur einfach mal eine Einführung in C++ haben wollen, sondern
die weitermachen wollen.
Aufbau/Verständlichkeit der Texte
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Jede Lektion beginnt mit einem etwas halbseitigen Text um was es überhaupt geht und was einem das ganze bringt (finde ich persönlich sehr gut). Danach
folgt ein Beispiel, dass der Autor dann erklärt.
Er stellt auch häufig Fragen, über die der Leser zunächst nachdenken sollte, er erklärt die Beantwortung dieser Fragen dann einige Zeilen später.
Häufig findet man auch rechteckige Kästen, in diesen ist IMMER ein Programmtext zu finden um den es aktuell geht.
Auch Tips (werden mit einer Glühbirne dargestellt) gibt der Autor häufig preis, diese sind auch meistens sehr sinnvoll.
Was man seltener sieht sind Screenshots (quasi die Monitoranzeige ausgedruckt) oder tabellarische Übersichten.
Die CD
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Dem Buch leigt eine CD-ROM bei, diese enthält einen C++-Compiler, der allerdings mehr schlecht als recht ist. Für einen totalen Anfänger reicht dieser zunächst
aus, spätestens ab Abschnitt 6 wird der User daran jedoch verzweifeln und sich nach einem anderen Programm samt Compiler umsehen. Zudem ist der
gesamte Inhalt auf der CD-ROM in englischer Sprache, was nicht unbedingt förderlich ist, da es da einige Änderungen gibt. Im Buch wird mehrfach auf die CD verwiesen, auch die Änderungen wird im zehnten Kapitel knapp erwähnt.
Bewertung
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"C++ - Von null auf hundert in 40 Lektionen" vom Autor Kris Jamsa ist wirklich ein Buch für absolute Anfänger, die nie mit der Materie gearbeitet haben, man kann völlig ohne Vorwissen rangehen, der Autor beschreibt wirklich alles. Seine Sprache ist zudem sehr klar, es bleiben (wenn man Lektion für
Lektion durchgeht) keine Fragen offen.
Allerdings werden einem Benutzer der sich schon auskennt schnell die Grenzen des Buches klar, es fehlen einfach einige wichtige Dinge. Es gibt eine
Befehlsübersicht, schön, nur, dass diese absolut unvollständig ist, sie umfasst eben wirklich nur die ersten Befehle.
Der letzte Abschnitt für "fortgeschrittene" Benutzer ist im Endeffekt der pure Hohn, es geht zwar etwas tiefer in die Materie, ist aber immer noch
oberflächlich.
Ok, dafür kann der Autor nichts, er erklärt wirklich anfangs jedes = und jeden ;, dieses Buch ist nichts für jemanden der schnell die Funktion eines Befehls
sucht oder wiederholen will, dazu gibt es bessere Alternativen!
Insgesamt gesehen für Anfänger ok, alle anderen sollten einen Bogen um das Buch machen!
Wer das Buch haben will:
Kris Jamsa - "C++ - Von null auf hundert in 40 Lektionen" aus dem elektor Verlag mit der ISBN 3-89576-058-7, es kostet samt CD-ROM 34,80 EUR. weiterlesen schließen -
Ramses I: Sohn des Lichts
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Ramses: Sohn des Lichts
Band I von insgesamt fünf Romanbänden in denen Christian Jacq das Leben von Ramses II von Kindheit bis zu dessen Tod erzählt. Originaltitel: Ramsès. le fils de la lumière, erschienen 1995, erste deutsche Auflage 1997, im Rowohlt-Verlag (um die DM 40,- Hardcover), 446 Seiten. Das Buch ist wasserblau marmoriert, die Schrift des Umschlages ist goldfarbig, unten in der Mitte ist eine ägyptische Zeichnung abgebildet. Das Blau mit dem Gold wirkt sehr edel. Der Titel: Sohn des Lichts ist die Übersetzung des Namens Ramses.
Als ich diesen ersten Band in einer Zeitschrift vorgestellt fand, in der auch kurz über den Autor berichtet wurde, dachte ich das könnte interessant sein. Schließlich sollte der 1947 in Paris geborene Autor die Materie kennen. Jacq promovierte in Ägyptologie an der Sorbonne. So konnte man doch davon ausgehen, daß man durch die Romane auf angenehme Weise auch etwas über das alte Ägypten erfahren kann.
Ramses II dürfte einer der noch heute bekanntesten Pharaonen sein. Er regierte insgesamt 66 Jahre von 1279 bis 1213 v. Chr. und erreichte ein für damalige Verhältnisse nahezu unglaubliches Alter von um die 90 Jahre. Seine Bekanntheit dürfte auf die rege Bautätigkeit zurückzuführen sein, die während seiner Herrschaft betrieben wurde (allen voran Abu Simbel). Er soll sich aber auch als Feldherr und Diplomat hervorgetan haben. Was immer wieder hervorgehoben wird ist, daß er der erste Politiker war, der je einen Friedensvertrag geschlossen hat.
Der erste Band deckt die Zeit zwischen Ramses 12. und 23/24. Lebensjahr ab. Sein Vater Sethos I entscheidet sich für Ramses als Thronfolger, obwohl dieser nicht sein ältester Sohn ist. Somit wird Chenar, der älteste Bruder zu Ramses schlimmsten Gegnern – ein Intrigant im Hintergrund. Trotzdem wird Ramses von seinem Vater zum Regenten gemacht, sozusagen der rechten Hand Pharaos. Ramses hat während dieser Zeit sowohl militärisch als auch intellektuell einiges zu lernen, erlebt seine ersten Kämpfe und Liebesgeschichten. Ihm zur Seite stehen einige enge Freunde u. a. der Moses der uns wohl hinreichend aus der Bibel bekannt sein dürfte.
An dieser Stelle sollte man nun Leute mit starkem Realitätsbedürfnis auf Sachbücher verweisen. Jacq macht seiner zweiten beruflichen Bezeichnung „Romancier“ alle Ehre. Er spielt mit all den Möglichkeiten, die die Geschichte offen lässt. Schließlich ist Ägyptologie eine teilweise noch spekulative Wissenschaft. So ist Jacq nicht der erste, der die Möglichkeit, daß Ramses II, der Pharao zu eben der Zeit war, als Moses sein Volk aus Ägypten befreite, in künstlerischer Form verarbeitete.
Um noch mehr antike Prominenz aufmarschieren zu lassen, treten auch die schöne Helena und ihr „Befreier“ Menelaos aus der griechischen Sagenwelt auf den Plan. Macht natürlich neugierig darauf, wer in den Folgebänden noch so erscheinen wird.
Auch wenn die Ansammlung dieser verschiedenen historischen Figuren einem zuerst eine steile Stirnfalte ins Gesicht treiben mag, muss man zugeben, daß deren Erscheinen sich gut und in keinster Weise übertrieben oder gekünstelt in die Geschichte einfügt – auf jeden Fall kommen sie menschlicher herüber als in den alten Sagen.
Die Figur des Ramses erscheint im Buch nahezu als unfehlbar: schön, stark und mutig hebt er sich gegen seine Umwelt ab. Anscheinend hat der Autor auch heute noch Ramses gegenüber genau die Bewunderung, die ein ägyptische Untertan für seinen göttlichen Pharao gehabt haben mag. So erscheint der Hauptcharakter manchmal einfach zu perfekt. Was er anpackt, scheint ohne weiteres zu funktionieren. Selbst seinen Bruder und Feind Chenar (der im übrigen eher schwabbelig und hässlich ist) lässt er nicht einfach beseitigen, sondern hofft auf dessen Besserung.
Auch sein Liebesleben ist recht praktisch organisiert. Während er mit Nefertari verheiratet ist, die seine Königin wird und auch dazu durch ihre Eigenschaften perfekt geeignet ist, bleibt seine Jugendliebe, die eher temperamentvolle und willensstarke Iset seine Geliebte. Ramses hat so zwei schöne, intelligente aber grundverschiedene Frauen an seiner Seite, von denen gerade Iset noch für die eine oder andere Überraschung gut sein dürfte.
Das Buch endet kurz vor Ramses endgültiger Thronbesteigung und verlässt ihn, während er leicht zweifelnd in die Zukunft blickt. Schließlich ist er mit Anfang zwanzig noch recht jung, um eine Großmacht zu regieren.
Das Buch ist spannend geschrieben, der Schreibstil lässt sich außergewöhnlich gut lesen. Geschichtliche Aspekte sind im erträglichen und interessanten Maßen in die Erzählung eingeflochten – auch wenn dem Autor wohl manchmal die Pferde durchgehen mögen. Mit ein wenig Toleranz der guten alten dichterischen Freiheit ein einwandfreies Buch (wie gesagt, wenn ich Mercedes fahren will, bestelle ich mir ein Taxi...wenn ich pure Information will, lese ich ein Sachbuch).
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-29 17:23:18 mit dem Titel der schwarze Pharao
Vor einiger Zeit machte der Autor Christian Jacq mit einer fünfteiligen Romanreihe über Ramses II von sich reden und in diesem Zusammenhang landete dann auch „der schwarze Pharao“ in meinem Bücherschrank. Der 1947 in Paris geborene Autor Jacq promovierte in Ägyptologie an der Sorbonne. So konnte man doch davon ausgehen, daß man durch seine dort spielenden Romane auf angenehme Weise auch etwas über das alte Ägypten erfahren kann.
Auch wenn Jacq an sich eine ungemein ausgeprägte Neigung hat, ebenso ungemein dick aufzutragen, kann man seine Bücher wunderbar lesen. Sie sind flüssig und angemessen geschrieben, man erhält viele Informationen, ohne daß der Autor den Leser zu Tode langweilt. Dies gilt auch für diesen Roman, obwohl ich ihn im nachhinein als Fehlkauf betrachte, weshalb ich auch bisher nichts darüber geschrieben habe.
Die Originalausgabe erschien als „le pharao noir“ im Jahre 1997 und drei Jahre später als deutsche Taschenbuchversion bei Rowohlt. Diese knapp 400seitige Version hat mich einst DM 16,90 gekostet.
(Für die superschlauen: da das Buch mich DAMALS DM 16,90 kostet und ich nicht weiß, was es heute kostet, da ferner Bücher nicht simpel von DM in Euro umgerechnet wurden, spart euch gleich jede Bemerkung zum Thema Zeitalter des Euros.)
Für das Buch hat Jacq Pianchi als Hauptfigur gewählt, einen Pharao der XXV (auf deutsch 25.) Dynastie, welcher von 747-715 v. Chr. herrschte, einem Zeitalter in dem Ägypten wenig stark und einflußreich, sondern vielmehr unter mehreren schwachen Herrschern geteilt war. Wenigstens in dieser Beziehung mal ein origineller Punkt, da man ägyptische Herrscher außer Cleopatra, Ramses, vielleicht Echnaton, Nofretete und Tutenchamun heutzutage gar nicht kennt. Ferner wird in der Literatur meistens von einem blühenden und machtvollen Land am Nil erzählt.
Pianchi ist tatsächlich ein Schwarzer, der zu Beginn der Geschichte glücklich und zufrieden in Nubien lebt, was man damals sozusagen als Südägypten (bzw. Oberägypten) angesehen hat. Pianchis Anspruch ein großer Herrscher zu sein ist eigentlich eher gering, obwohl er natürlich kein Feigling ist. Erst als Tefnacht (aus Libyen her) beginnt mit einem großen Heer von Norden nach Süden Ägyptens zu ziehen und das Land Stück für Stück zu vereinnahmen, während das arme Volk leidet, muß Pianchi einschreiten, auch wenn sein Heer wesentlich kleiner ist, als der des schnöden Widersachers.
So schreitet Pianchi dem bösen, fiesen, schrecklichen Tefnacht entgegen, um Ägypten mit Klugheit, Mut und göttlicher Eingabe von allem Übel zu befreien, den Leuten einen guten Herrscher zu geben und das Land zu einen.
Wer die Ramses-Reihe kennt, den wird es nicht wundern, daß auch Pianchi der größte, beste und perfekteste aller Männer ist, was sich auch auf seine Frau ausdehnt. Neben seiner Weisheit und seiner Kraft ist er auch noch mir seherischen Fähigkeiten oder göttlichen Eingaben ausgestatten, wie es sich für einen Gottkönig gehört – auf jeden Fall senden selbst die Götter die passenden Zeichen, wenn sie gebraucht werden – auch wenn diese manchmal doch eher passend gemacht werden.
Für meinen Geschmack war das Buch einfach zu langweilig. Was an Ramses schon zu übertrieben wirkte, wird hier noch weiter zelebriert. Ein paar Farben oder Grautöne zwischen schwarz und weiß wären nicht unangebracht gewesen. So kann ich das Buch nur mit einem gewissen Maß an Ironie betrachten. Auch das Thema der Rückeroberung des Reiches finde ich eher öde. Zuviel Heeresbewegung, zuviel Schlachtgelaber und Belagerungstaktik. Das buch bietet einfach keinerlei Überraschungen. weiterlesen schließen
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