Pro:
keine Risiko bei Durchfall, Erbrechen; Periode kingt ab oder bleibt aus; keine M-Schmerzen
Kontra:
piekt :o); Schwangerschaft bei Kinderwunsch kann auf sich warten lassen
Empfehlung:
Ja
*** Vorwort ***
Ich bekam meine Regel recht früh - unter dem üblichen Durchschnitt. Meine Mutter hatte immer schon bedenken, wie sich die Regel bei mir auswirken würde, da bei uns in der Familie Menstruationsschmerzen ein altbekanntes Thema waren.
Meine erste Blutung stand ins Haus und mir ging es extrem schlecht. Unterleibskrämpfe, die per Spritze erst "gelöst" werden konnten (Tabletten halfen nicht), Übelkeit mit Erbrechen und extremen Durchfall.
Nachdem ich endlich diese Tortur überstanden hatte hat meine Mum mich zum Frauenarzt geschleppt und um die Pille gebeten. Ich war damals 11. Nach langen Diskussionen erklärte sich der Doc endlich bereit, mir meine erste Pille zu verschreiben.
Eine deutliche Besserung war nicht zu erkennen. Jeden Monat fehlte ich min. 2 Tage in der Schule, stopfte mich mit Schmerztabletten voll und war kurz davor mich operieren zu lassen (in dem Alter zwar nicht möglich – ich habe mir aber alles was Hormone und die Menstruation „produziert“ verflucht).
*** Wie ich zur Spritze kam ***
Jahre später (mit ca. 16 oder 17) lag ich mal wieder mit meinem „Kram“ aufm Sofa und konnte mich vor lauter Schmerzen nicht mehr bewegen. Aufgrund der Tatsache, dass selbst die stärksten Schmerzmittel nicht geholfen haben hat meine Mutter den „Notdienst“ angerufen. Auf dem Land ist das so, dass jeder Arzt mal Notdienst hat – Gynäkologen, Allgemeinmediziner wie auch Internisten. Diesen Tag war ein Frauenarzt an der Reihe – zum meinem Glück :o)
Nach der krampflösenden Spritze kamen wir auf meine Verhütungsmethode zu sprechen. Ich teilte ihm mit, das ich die Pille nehme und leider keine große Besserung der Beschwerden eingetreten ist. Er machte mir den Vorschlag, unmittelbar nach meiner Menstruation seine Praxis zu besuchen – er würde mir gerne mal eine Drei-Monats-Spritze verschreiben. Er klang recht zuversichtlich, was die Besserung dieser lästigen „Nebenwirkungen“ betraf.
Wie vereinbart ging ich wenige Tage später in seine Praxis. In einem ausführlichen Gespräch klärte er mich über Nebenwirkungen und „Einnahme“ (später mehr hierzu) auf. Er schrieb mir „Depot Clinovir“ auf und ich trotte zur Apotheke um mein Schmuckstück abzuholen.
*** Einnahme ***
Wieder zurück in der Praxis wurde ich ins Labor bestellt. Hier hieß es jetzt „Nerven behalten“ da ich eigentlich Spritzen überhaupt nicht toll finde und lieber sterben würde, als mir z. B. Blut abnehmen zu lassen. Die Sprechstundenhilfe kam und packte die Spritze aus (ich wäre am liebsten weggelaufen). Die Nadel ist ca. 3 cm lang und auch nicht gerade „dünn“ (*schwitz*) Dann hiess es – Hose runter und Popobacke opfern. (alternativ kann sie auch in den Oberarm gespritzt werden)
--- Tipp ---
Allerdings kann ich folgenden Tipp der Sprechstundenhilfe nur wärmstens empfehlen: Angenommen die Spritze kommt in die linke „Pobacke“ verlagert man sein Gewicht komplett aufs rechte Bein – somit ist der Muskel über der Pohälfte im linken Bereich entlastet und man merkt fast nicht. Jetzt wieder zum Bericht.
Da die Verhütung, wie der Name auch schon sagt, über 3 Monate halten soll, werden die 150 mg ölige Flüssigkeit intramuskulär gespritzt. Überraschender Weise, habe ich nur einen „Piek“ gemerkt und dann hieß es schon „fertig“. Stolz wie Oskar, ohne Kreischanfall die Spritze überstanden zu haben, bin ich nach Hause.
Jetzt muss ich alle 3 Monate zum Doc um meine Verhütung aufzufrischen. Jetzt ist das nur noch eine Sache von 5 Minuten, dann ist man fertig.
*** Nebenwirkungen ***
Als Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Depressionen, Abnahme der Libido (sexuelle Lust) und Gewichtszunahme auftreten.
Schwerwiegender allerdings sind u.a. unregelmäßige Durchblutungsstörungen und Dauerschmierblutungen, die anfangs bei annähernd 80% aller Frauen auftreten. Auch nach 12 Monaten sind es immer noch 50% aller behandelten Frauen von dieser Nebenwirkung betroffen, was viele dazu veranlasst, diese Verhütungsmethode wieder aufzugeben. Nach der 5.- 6. Injektion tritt außerdem häufig eine Amenorrhö auf, also das Ausbleiben der Regel. Besonders problematisch ist hier, dass der Zyklus auch nach Absetzen der Spritzen häufig nicht wieder in Gang kommt.
Aus diesen Gründen wird die Depotspritze besonders folgenden Frauen empfohlen:
Frauen über 40 Jahren mit einer abgeschlossenen Familienplanung sowie bei Frauen, die aus den verschiedensten Gründen unzuverlässig bei der Pilleneinnahme sind. Besonders empfehlenswert für eine sichere Verhütung ist ihr Einsatz bei Frauen mit einer verminderten Intelligenz oder bei psychiatrischen Erkrankungen.
(Quelle: http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/verhuetung/depotpraeparate.html#spritzen)
*** Wirkungsweise / Sicherheit ***
Hierbei wird alle drei Monate ein hochdosiertes Gestagenpräparat gespritzt. Dreimonatsspritzen unterdrücken den Eisprung meist nur in den ersten vier bis acht Wochen. Die empfängnisverhütende Wirkung bleibt aber bestehen, weil die Dreimonatsspritze das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut bremst und den Schleim im Gebärmutterhals für Spermien undurchdringlich macht.
(Quelle: http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/verhuetung/depotpraeparate.html#spritzen)
Laut Studien liegt die Sicherheit, bei regelmäßiger Anwendung bei 99,7 % - sprich von 1000 Frauen werden evtl. 3 schwanger. Die Pille hat kaum bessere Werte!
Wirkstoff: Medroxyprogesteroneacetate (was für ein Wort *g*)
*** Meine Erfahrung ***
Wenn ich jetzt selber oben die Nebenwirkungen lese, wird mir schlecht. Ich kann eigentlich nur Gutes berichten.
- Menstruationsbeschwerden habe ich keine mehr. Je nach Stimmung merke ich vielleicht mal ein leichtes Zwacken, das aber eigentlich nicht der Rede wert ist.
- Meine Periode bekomme ich gar nicht mehr – was ich riesig finde. Kein „lauern“ auf die Blutung um sich / Kleidung schützen zu können daher Geldersparnis :o)
Praktisch ist natürlich auch nur alle 3 Monate an die Verhütung denken zu müssen. Das z. B. „lästige“ tägliche einnehmen der Pille entfällt. Preislich unterscheiden sich diese 2 Präparate kaum – für meine Spritze zahle ich 4 x jährlich knappe 28,50 Euro (es gibt noch „Depot Provera“ – gleicher Wirkstoff, kostet 27,70 Euro).
*** Schluss ***
Ich kann, muss natürlich immer individuell mit dem Frauenarzt besprochen werden, jeder Frau diese Art von Verhütung nur wärmstens empfehlen, gerade wenn man von starken Schmerzen oder anderen Begleiterscheinungen gequält wird.
*** wichtiges Nachwort ***
Für die jüngeren oder unerfahrenen unter Euch:
Die Spritze bietet KEINEN Schutz vor HIV (Aids) oder anderen Geschlechtskrankheiten! weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben