Pro:
könnte tatsächlich erfrischend sein
Kontra:
wenn der seltsame Geschmack nicht wäre
Empfehlung:
Ja
Ich dachte immer, bei Tee könne man nicht daneben greifen, denn trinkbar sei alles. Na ja, ich muß mein Vorurteil wohl revidieren. Es gibt Tees, die lassen sich gut, andere nur mit Widerwillen trinken. Und über Geruch und Geschmack muß man auch nicht einer Meinung sein.
** Das Produkt **
Vor mir liegt eine Schachtel der Sorte Milford Rote Traube/Fenchel, die ich letztens zu unserer Veranstaltung für die Nicht-Kaffee-Trinker geholt hatte. Nur gut, daß den keiner wirklich wollte, damit hätte ich mich blamiert.
Dem Namen nach ist dies ein aromatisierter Früchte- und Kräutertee.
Milford Rote Traube/Fenchel ist der fruchtig-wohltuende Teegenuß für jeden Geschmack.
Heiß und kalt ein Hochgenuß.
** Verpackung **
In der großen, gänzlich pinken Schachtel mit den vielen Früchten und Blüten drauf befinden sich 40 Teebeutel. Ich erwähne das explizit, weil es garantiert noch eine Abpackung mit nur 20 Beuteln gibt.
Die Beutel sind nicht noch einmal extra verpackt, was ich gut finde, denn da wird eine Menge Müll gespart.
** Zutaten/ Inhaltsstoffe **
Hibiskus, Fenchel (35%), Traubenschalen rot (14%), Äpfel, Holunderbeeren, Aroma, Vitamin C
** Geschmack und Geruch **
Öffnet man die Schachtel, riecht es brutal nach Fenchel. Diesen Geruch hab ich bis weit ins Erwachsenenalter absolut nicht gemocht, in keiner Form. Nicht mal Anisbonbons konnte man mir andrehen. Jetzt bin ich da leidensfähiger, zumal ich auch Fenchelknollen als Gemüse oder Salatzutat esse.
Aber der Geruch haut selbst den ausgesprochenen Anisliebhaber um. Dabei ist da im Abgang sogar noch etwas Schärfe drin. Woher die kommt, weiß ich nicht.
Nachdem ich mir nun in todesmutiger Erwartung eine Tasse aufgebrüht habe, erfüllt ein seltsamer Duft mein Büro. Meine Kollegen gucken schon ganz irritiert und recken die Nasen in die Luft, und mein Chef fragt mich, ob ich ein neues Parfüm habe. Mitnichten, liebe Leute, ich bin auch nicht krank, es ist nur mein Tee.
Also, der riecht echt komisch. Wie eine Mischung aus Husensaft für Babies (der Fenchel-Honig, den ich Gottseidank als DDR-Kind nie ertragen mußte) und Fruchbonbon. Das ändert sich ein wenig, wenn man direkt an dem Tee schnuppert. Dann ist der Fenchelgeruch nicht so stark, sondern da kommt das Fruchtige stärker heraus. Aber nach Traube duftet es nun weiß Gott nicht gerade. Eher nach Beeren.
Gut, genug zum Geruch, jetzt testen wir den hier schon vielgescholtenen Geschmack. Inzwischen ist mein Tee, der eine annehmbar rote Farbe bekommen hat, auch schön lauwarm, wie ich ihn gern trinke, da ich sehr kälte- und hitzeempfindlich bin.
Zunächst probiere ich ihn pur und lasse ihn in der Mundhöhle kreisen wie einen Wein. Doch die Fülle an Geschmack kriege ich dadurch auch nicht. Er schmeckt leicht säuerlich, ein ganz klein wenig fruchtig, das Fenchelaroma ist o.k., aber von den Trauben ist gar nichts zu schmecken. Zumindest sind die nicht zu identifizieren. Es könnte auch jede andere Frucht sein.
Durch den leichten Fenchelgeschmack bekommt er so eine Note wie von Menthol, was tatsächlich zur Erfrischung beiträgt, finde ich. Aber dazu muß man ihn schon kalt trinken.
Als nächstes probiere ich ihn mit Zucker bzw. Süßstoff. Dadurch wird der säuerliche Geschmack gemildert und das ganze einem Fruchtbonbon ähnlicher.
** Preis **
Für die 40Beutel-Schachtel habe ich bei real 2,29 € bezahlt. Das ist nicht wenig. Aber wenn man dann noch den etwas abartigen Geruch und den eher nichtssagenden Geschmack abzieht, ist wer bei weitem weniger wert.
** Meine Meinung **
Alles in allem nicht so schlecht, wie er hier beschrieben wurde, aber auch nicht ausgesprochen gut. Ich könnte mir vorstellen, wenn er im Sommer kalt getrunken wird mit ein wenig Süßstoff und noch ein anderer starker Fruchttee, dann ist er ganz o.k.
Aber ich finde, man muß das Geld nicht ausgeben. Wenn man in einen preiswerten Fruchttee etwas Pfefferminztee gibt, erzielt man das gleiche Ergebnis bei weitem einfacher.
Lediglich mittelmäßig. weiterlesen schließen
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