Pro:
Einfach ein tolles Erlebnis !
Kontra:
Naja, vielleicht der hohe Eintrittspreis !
Empfehlung:
Ja
Liebe Leserinnen und Leser!
Endlich, nach fast einem halben Jahrhundert Leben in Wien habe ich es letztes Wochenende geschafft das naturhistorische Museum zu besuchen. Ich war so sehr beeindruckt was hier geboten wird, dass ich euch meine Eindrücke nicht vorenthalten möchte.
Standort, Geschichte, Anfahrt und Besucherinformation
Das naturhistorische Museum liegt fast im Herzen von Wien, genau gesagt liegt es an der Außenseite der Ringstraße welche unsere Innenstadt umgibt. Ein Palast der 1871 bis 1889 nach den Plänen von Gottfried Semper und Carl Hasenauer errichtet wurde. Vor demTor des Museums befindet sich der Maria Theresien Park in dessen Mitte die Statue unserer Kaiserin trohnt. Gegenüberliegend befindet sich dann noch das kunsthistorische Museum, welche genauso aussieht wie das naturhistorische, nur spiegelverkehrt. Da haben sich die Erbauer doch recht große Mühe gegeben.
Viele Exponate die in diesem Museum zu finden sind haben bereits mehr als 250 Jahre auf dem Buckel und wurden vom Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen - Gemahl der Kaiserin - 1750 gekauft und somit wurde damals bereits der Grundstein für das Museum gelegt. Weitere Informationen zur Geschichte könnt ihr gerne auf der Website in Erfahrung bringen.
Erreichen kann man das Museum mit dem Auto - dafür gibt es vis-a-vis im Museumsquartier eine gebührenpflichtige Parkgarage - oder mit den öffentlichen Verkehrslinien wie:
• Straßenbahn - sämtliche Ringlinien: D, J, 1, 2; sowie die Linien: 46 und 49 Station: Dr.-Karl-Renner Ring, Naturhistorisches Museum
• U-Bahn - U2 und U3, Station: Volkstheater oder Museumsquartier
• Autobus - 2A, Station: Burgring; 48A Station: Dr.-Karl-Renner-Ring
Geöffnet ist das naturhistorische Museum täglich außer Dienstag von 9 Uhr - 18:30 Uhr, Mittwoch sogar bis um 21:00 Uhr. Die Eintrittspreise haben sich in den letzten Jahren wohl sehr geändert, denn in vorangegangenen Berichten stand etwas von € 3,50 und etwas mehr, aber heute kostet der Eintritt für Erwachsene bereits ganze 8 Euro. Kinder bis fünf Jahre dürfen das Museum gratis besuchen ab diesem Alter zahlt man € 3,50. Weiters gibt es für Pensionisten oder Studenten sowie Besitzern einiger Vorteilskarten Ermäßigungen. Gestaffelt sind die Eintrittspreise dann noch nach Familien oder auch nach Gruppen ab 15 Personen, sowie Lehrveranstaltungen.
Das Museum selbst
Betritt man das Museum durch das große Eingangstor so befindet man sich in der Eingangshalle, wo man einen kleinen Informationsstand (hier bekommt man etliche Broschüren und Folder in den verschiedensten Sprachen), die Möglichkeit seine Oberbekleidung aufzubewahren und die Aufgänge in das Untergeschoß findet. Die Eingangshalle nennt sich untere Kuppelhalle, da man von hier aus bis in die Dachkuppel sehen kann. Weiters findet man einen Lift, damit auch gehbehinderten Menschen im Rollstuhl die Sehenswürdigkeiten nicht vorenthalten werden. Das erste Exponat findet man hier ebenfalls, nämlich die vor über 200 Jahren ausgestorbene Stellersche Seekuh, ein monströses Wesen das einem bei ihrem Anblick bereits wissen lässt, wie riesig früher so manche Tiere waren..
Über den Stiegenaufgang (rechts oder links) gelangt man nun in den Hochparterre. Hier findet man in den Räumen 1 - 5 tausende von Mineralsteinen, Erze, Meteoritenstücke sowie Edelsteine. Bei vielen dieser Exponate war ich verwundert was man so alles in Österreichs oder Deutschlands Bergen finden konnte. Der "Spaziergang" alleine durch diese fünf Räume war von so vielen Eindrücken bestimmt, dass ich dafür knapp eine Stunde brauchte und es hätte noch mehr an Zeit sein können diese Vielfalt an wunderbaren Dingen zu betrachten.
In diesem Stockwerk findet man dann auch noch Fossilien, tierische sowie pflanzliche und auch wenn man sie bereits im TV schon mal gesehen hat, so ist es doch ein Erlebnis, diese urtümlichen und versteinerten Abdrücke der Vergangenheit vor seinen Augen zu haben. Eine leise Schätzung sagt, dass sich in dieser Sammlung etwa 3,2 Millionen Fossilien aus aller Welt befinden und noch heute werden viele dieser Fossilien zu Forschungszwecken verwendet - national und international.
Gleich neben den Fossilien findet man den großen Saal mit den Dinos - beeindruckend und fast schon beängstigend ist dieser Anblick. Natürlich kennt man Saurier von diversen Filmen, haben sie doch vor einigen Jahren wieder "Einzug" in unsere Welt gehalten - aber ein Skelett vor sich zu haben dass die Größe eines Einfamilienhauses hat macht erst deutlich wie diese Tiere tatsächlich aussahen bzw. veranschaulicht die Größe dieser damaligen Lebewesen. Der Kopf eines T-Rex mit 10cm langen Zähnen lässt einen schon Angst und Bang werden - und ich bin froh, dass es nicht gelingt so ein Tier in der Retorte zu erzeugen.
Nachdem ich die Saurier bewundert hatte ging es weiter zu verschiedenen Epochen und Zeitaltern wie zum Beispiel Eiszeit, Steinzeit oder Bronzezeit - auch hier viele Schaustücke und auch Werkzeuge sowie Schmuck und Kunstwerke der Menschen aus diesem Zeitabschnitt unserer Erde - besonders hervorheben möchte ich die Venus von Willendorf - eine der schönsten Frauenstatuetten des Gravettien. Die 11 cm hohe, ursprünglich mit rotem Ocker bemalte Frauenfigur aus Kalkstein zeigt eine unbekleidete Frau mit starken Hüften, vorstehendem Bauch und schweren Brüsten. Füße und Gesicht fehlen. Die dünnen Arme ruhen auf den Brüsten. Einschnitte an den Handgelenken stellen Armbänder dar. Am Kopf ist eine Frisur oder Kopfbedeckung erkennbar.
Einen besonderen Eindruck hinterließ auch der Anblick eines Mammuts - es war kein ganzes, jedoch die Oberseite des Kopfes samt Stoßzähnen waren riesig. Man stelle sich ein Menschlein vor dass dieses Tier einmal gejagt hat - fast unglaublich - aber Höhlenzeichnungen der Eiszeit lassen uns wissen, dass Mammuts damals von Menschen gejagt wurden.
Viele weitere Exponate werden hier gezeigt dessen Ausführungen meinen Bericht zu einem Roman werden ließen und ich deswegen nur Teile meines Museumsbesuches zu "Papier" bringe.
Wieder beim Stiegenaufgang angelangt geht es nun in das Obergeschoß wo man in die Zoologische Abteilung gelangt. Hier sind hauptsächlich noch heute lebende Tiere ausgestellt. Es mag sein dass man das Ausstopfen von Lebewesen nicht mag, aber keines dieser Tiere wurde getötet um ausgestopft zu werden, es sind zum größten Teil Funde oder Nachbildungen unter Verwendung ausgegrabener Fundstücke - denn auch in dieser Sammlung gibt es Exponate die bereits ausgestorben sind.
Die Zoologische Abteilung zeigt uns die verschiedensten Tierarten wie Vögel, Insekten, Säugetiere, Fische sowie Lurch- und Kriechtiere, sogar durch Mikroskope kann man einen Einblick in die winzigsten Lebensformen erhalten - dabei wurde mir etwas unangenehm im Magen.
Neben Präparaten von Haien die in einem "Spezialbecken" untergebracht sind (die Lichteffekte waren so gemacht dass man glaubte die Fische schwimmen tatsächlich in einem Wasser) fand man unzählige Wirbellose Tiere in Gläsern die in Alkohol konserviert sind. Darunter findet man auch Parasiten wie Spulwürmer und anderes Getier - das war das einzig wirklich eklige an diesem Rundgang.
Das Mikrotheater
Zufällig hörte ich kurz vor 15:00 Uhr eine Durchsage die mich sehr interessierte - eine Vorstellung im Mikrotheater und da ich grade in der Nähe dieses Theaters war wollte ich mir das natürlich auch ansehen. Vorgestellt wurde die Kellerassel die man aufgrund einer direkten Videovorführung auf der Leinwand zu sehen bekam. Das Tierchen krabbelte in einer kleinen Schüssel auf Erde herum und wurde vielfach vergrößert auf die Leinwand gezaubert. Ein versierter Biologe erklärte das Tier und zeigte uns sogar die Augen - welche man unter normalen Umständen natürlich nie sehen könnte. Dazu möchte ich sagen dass der Assel natürlich nichts passierte, denn sie wurde lediglich elektronisch per Video vergrößert.
Rund um das Mikrotheater gab es etliche Mikroskope wo man zum Beispiel einen Wassertropen ansehen und sein "Innenleben" beobachten konnte - bin ich froh dass ich Cola light trinke *g*.
Die öffentlichen Vorstellungen des Mikrotheaters finden nur Samstag und Sonntag um 13:30 Uhr, 15:00 Uhr und 16:15 Uhr statt und da ich zufällig an so einem Tag im Museum war, konnte ich diese Vorstellung auch besuchen. Vorangemeldet ist das auch ausserturlich möglich, muss aber angemeldet werden und ist nicht wie an den Wochenenden gratis.
Kleines Erlebnis am Rande
Da man wirklich sehr viel Zeit in dem Museum verbringt - sofern man alles sehen möchte - so kann es vorkommen, dass man zwischendurch eine Stärkung oder Ruhepause benötigt. Dafür gibt es im Obergeschoß unter der Kuppel ein Cafe - Zitat aus der Website:
Cafe Nautilus
Das Cafe Nautilus - nach dem Expeditionsschiff von Kapitän Nemo in Jules Vernes "20.000 Meilen unter dem Meer" benannt - bietet im Herzen des Museums die Möglichkeit, Erfrischungen und kleine Mahlzeiten zu genießen. Mehlspeisen aus der Kurkonditorei Oberlaa versüßen das beeindruckende Ambiente der Kuppelhalle.
Muscheltorte
Die Spezialität des Cafe Nautilus ist die eigens für das Museum kreierte Muscheltorte - ein Gaumengenuss! Kann vor Ort verzehrt, als Souvenir mitgenommen oder sogar mittels Gutschein erstanden werden.
Muschelessen im Naturhistorischen Museum
Inspiriert durch die Riesenkrabben in der Kuppelhalle entstand die Idee, diese ideale Synergie zu nutzen und Kultur & Kulinarium beim Muscheldinner zu vereinen. Weitere Informationen zum Muschelessen, das jeden Mittwoch von September bis April in der Kuppelhalle stattfindet, finden Sie bei e-Catering.
Veranstaltungsbetreuung
Das sensationelle Ambiente der Kuppelhalle kann auch der Rahmen Ihrer Veranstaltung werden. e-Catering steht Ihnen für die kulinarische Betreuung gerne zur Verfügung!
Kindergeburtstag
Die kleinen Besucher haben die Möglichkeit, unter der Betreuung von erfahrenen Museumspädagogen ihren Geburtstag im Museum zu feiern. Die Geburtstagsparty auf lustig dekorierten Tischen organisiert gerne das
Cafe Nautilus Tel: 01/52 40 250, E-Mail: Cafe Nautilus
Zitat Ende
Neben dem Cafe gibt es einen kleinen Shop in dem man einige Souvenirs aus dem Museum mitnehmen kann. Es gibt Repliken vieler Ausstellungsstücke und Nachbildungen von Saurierzähnen sowie Bücher und vieles mehr.
Hier beende ich meinen schriftlichen Ausflug ins naturhistorische Museum da ich euch nicht alles hier so deutlich veranschaulichen möchte. Ihr sollt ja unsere Stadt mit all ihren wundervollen Dingen die es zu sehen gibt besuchen. Habt ihr keine Möglichkeit nach Wien zu fahren, so könnt ihr dennoch fast alles auch im Internet erfahren und ansehen.
Informationen am Ende
Die Adresse des naturhistorischen Museums gebe ich euch natürlich gerne bekannt - wie bereits erwähnt liegt es an der Ringstraße und zwar am Burgring 7; 1014 Wien.
Ein großes Spektrum an Informationen und Einblicke um euch auf den Geschmack eines Museumsbesuches zu bringen findet ihr unter www.nhm-wien.ac.at. Hier gibt es viel Wissenswertes sowie Rundgänge virtueller Art durch das Museum - seht es euch an und ihr werden den Wunsch haben dieses Museum tatsächlich mal zu besuchen.
Auch für die Kleinen gibt es viel zu sehen und zu erleben - man kann etliche Vorführungen für Kids vorbestellen - Programme entnehmt bitte der Website.
Mein Resümee
Mit Sicherheit habe ich nicht über alles erzählen können und möglicherweise habe ich bei meinen vierstündigen Besuch im NHM nicht alles wirklich in mir aufnehmen können, aber ich kann nur sagen, es war die Zeit die ich dort verbracht habe wert - und ich werde es auch sicher wieder besuchen. Es ist fast schon traurig dass ich Jahrzehnte gebraucht habe um das anzusehen - was hätte ich versäumt wäre ich nicht zufällig auf die Idee gekommen ins NHM zu fahren. Es ist wirklich einen (nein viele) Besuch wert! Trotz des relativ hohen Eintrittspreisen kann ich euch nur eines raten - solltet ihr mal in Wien sein so stattet diesem Museum einen Besuch ab - es lohnt sich!!!
Somit kann ich nur noch eine 100%ige Empfehlung aussprechen und vergebe alle fünf Sterne!
Nun bedanke ich mich für eure Geduld und wünsche allen Lesern noch einen schönen Tag - alles Liebe eure ©Perserkatze!
Wien am 03. Jänner 2006 weiterlesen schließen
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