Niederlande Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- Günstig, abwechslungsreich, gut gelegen, einfache bis luxuriöse Ausstattung
- Ein sehr vielseitiges Reiseland
- Ruhe, Frische Seeluft, schöne Landschaft
- äußerst kinderfreundlich gehobener Standard
Nachteile / Kritik
- kein Kontra!
- Für mich, die ich aus diesem Land stamme, fällt mir ein Kontra besonders schwer!
- Gute Vorplanung von Nöten, Kartenlesen ist ein Muß
- etwas teurer
Tests und Erfahrungsberichte
-
Die Zwillinge und wir am Wasser
4Pro:
äußerst kinderfreundlich gehobener Standard
Kontra:
etwas teurer
Empfehlung:
Ja
Urlaub in Holland
1. Tag
Morgens um sieben ging die Reise los. Vor uns lagen 650 Kilometer quer durch Deutschland und die Niederlande bis an die Nordseeküste der Provinz Südholland. Nach ca. einem Drittel der Strecke machten wir Frühstückspause, das muss wohl irgendwo in Hessen gewesen sein. Die Kinder waren sehr lieb und geduldig und machten auch einen Mittagsschlaf während der Fahrt. An der letzten deutschen Autobahnraststätte tankten wir das Auto noch mal voll und nutzten diesen Halt auch gleich noch zum verspäteten Mittagessen. Am frühen Nachmittag passierten wir dann die deutsch-niederländische Grenze. Doch wir waren noch lange nicht am Ziel, wir waren ja noch lange nicht an der Nordsee. Es war auch ganz schön viel Verkehr, man durfte nicht so schnell fahren und außerdem sind wir noch unnötiger Weise den ganzen Autobahnring um Amsterdam gefahren - also mussten wir uns noch gedulden. Doch kurz nach drei waren wir dann am Ziel, und dass ohne uns auch nur einmal zu verfahren (vergleiche hierzu: Urlaub auf dem Rothstadlerhof). Eigentlich waren wir ja noch zu früh, denn das gebuchte Ferienhaus war erst ab um vier bezugsfertig. Also unternahmen wir noch einen kurzen Spaziergang um uns einen ersten Eindruck von der Gegend zu verschaffen. Wir liefen eine Weile durch die Dünenlandschaft auf der Suche nach dem Meer, doch irgendwie hatten wir da noch nicht so die richtige Orientierung und haben es nicht gleich gefunden. Da die Kinder doch ganz schön geschafft waren, es war auch recht warm, machten wir uns erst einmal auf den Weg um unser Häuschen zu beziehen. Wir waren auf den ersten Blick auch ganz zufrieden mit unserer Unterkunft. Doch wir hatten noch ein Problem: wir mussten noch Lebensmittel kaufen. Diesmal waren wir zwar schlauer und haben uns einige Grundnahrungsmittel mitgebracht, doch es fehlten uns doch noch einige wichtige Sachen. Nach einem kurzen Verschnaufpäuschen machten wir uns also noch einmal auf den Weg um einen Supermarkt zu suchen. Nach kilometerlangen herumfahren in Noordwijk waren wir immer noch nicht fündig geworden. Mittlerweile waren wir dann schon in Katwijk. Dort fanden wir nach einigen Runden durch die Stadt dann auch endlich ein Einkaufszentrum, wo wir uns dann erst mal was zum Abendessen kauften. Um acht war es dann endlich soweit, dass wir mal unsere neue Küche ausprobieren konnten. Wir aßen dann auch gleich auf der Terrasse, weil das Wetter ja so schön war.
2. Tag
Die erste Nacht im neuen Bett beendeten die Kinder an diesem Morgen ziemlich früh. Immerhin war es schon so warm, dass wir draußen frühstücken konnten. Wir wollten jetzt aber endlich den Strand finden. Also machten wir uns auf den Weg. Wir haben erst mal gar nichts weiter mitgenommen außer Eimer und Schaufel. Die Kinder wurden in ihre Buggys gesetzt, schließlich wussten wir ja nicht so genau wie weit es ist. Wir sind auch nicht gleich den richtigen Weg gegangen, kamen über sandige Dünenweg dann doch auf den geteerten Hauptweg, der zum Strand führte. Schnell stellte sich heraus, dass es wohl doch nicht so gut war, keine Badesachen einzupacken, denn es war wirklich tolles Wetter und wir konnten uns nicht ausziehen! Die Kinder flitzten im Schlüpfer umher, doch auch die waren bald klitschenass. Unsere kleine Valérie konnte sich gleich mit dem Wasser anfreunden und wollte immer wieder rein um zu plantschen. Doch Amadeus bekam schlimme Angst, wenn die Wellen seine Füßchen oder gar seine Beinchen berührten. Er bevorzugte das Matschen im nassen Sand. Mittag wurde es dann so warm, dass man es ohne Badebekleidung gar nicht mehr aushalten konnte, also beschlossen wir, erst mal wieder zum Haus zurückzukehren.
Dort machten wir einen kleinen Mittagsimbiss und ruhten uns etwas aus. Am Nachmittag fuhren wir dann mal ins Zentrum von Noordwijk am Zee. Die Suche nach einem Parkplatz dauerte eine Weile, wir wurden dann aber fündig, nur wir konnten nicht so lange bleiben, da wir gar nicht so viel Kleingeld für die Parkuhr hatten. Wir fanden das Stadtzentrum nach kurzer Suche. Dort kauften wir den Kinder das versprochene Eis und besorgten uns ein paar Ansichtskarten sowie zwei Wasserspritzpistolen. Dann wurde es wegen ablaufender Parkzeit auch schon wieder Zeit zum Auto zurückzukehren und den Heimweg anzutreten. Dort angekommen wurden die Spritzdinger auch gleich von mir und den Kindern ausprobiert. Den Abend verbrachten wir dann im Häuschen und auf der dazugehörigen Wiese. Die Kinder durften so lange aufbleiben, wie sie wollten und wir machten Spiele.
3. Tag
Heute wollten wir damit beginnen, das Land zu erkunden. Der erste längere Ausflug sollte uns nach Leiden führen. Dort fanden wir auch einen preisgünstigen Parkplatz, der etwas außerhalb gelegen war. Also mussten wir erst einmal den Weg zur Innenstadt ausfindig machen. Wir kamen dann auch gleich zu einem Platz, von dort aus konnte man eine Grachtenrundfahrt machen. Die nächste sollte um elf sein, wir wurden aber wieder weg geschickt, da wir die einzigsten Fahrgäste gewesen wären. Also konnten wir uns noch eine Stunde Zeit lassen. Wir schlenderten noch etwas durch die Innenstadt, besuchten eine Windmühle und gingen in ein Geschäft, wo wir leider sehr lange an der Kasse warten mussten.
Um ein Haar hätten wir unser Boot um zwölf verpasst. Wir mussten dann auf dem Weg zur Anlegestelle ganz schön rennen, doch wir waren dann noch rechtzeitig da und bekamen noch ganz gute Plätze auf dem Boot. Die Fahrt dauerte eine ganze Stunde und war recht interessant. Durch einen Lautsprecher wurden einem die Sehenswürdigkeiten entlang der Wasserstraßen auf niederländisch, englisch und deutsch erklärt. Die Kinder waren ganz begeistert und erklärten die Bootsfahrt zum schönsten Erlebnis des Tages. Im Anschluss an die Bootsfahrt machten die Kinder einen recht hungrigen Eindruck und wir machten uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Amadeus war mit einem belegten Brötchen sehr zufrieden, Valérie war ehe abgeneigt und ist einfach eingeschlafen. Wir liefen noch eine Weile kreuz und quer durch die Stadt, die Hitze machte uns dann doch etwas zu schaffen und wir ruhten uns noch eine Weile in einem kleinen Park aus, wo die Kinder sich dann noch etwas die Beine vertreten konnten. Am Nachmittag gingen wir dann wieder zum Auto. Auf der Heimfahrt wollten wir uns eigentlich noch einen Laden suchen, wo wir einige Getränke kaufen wollten. Aber auch diesmal verlief die Suche wieder ergebnislos. Also wurde das Vorhaben aufgegeben und wir fuhren wieder nach Hause.
Am Abend spazierten wir noch mal zum Strand. Da wir nur einen Buggy mitgenommen hatten, dauerte der Weg etwas länger, da Amadeus die ganze Zeit sitzen bleiben wollte, weil sein Bein angeblich schmerzte. Valérie musste dann fast die ganze Strecke laufen und natürlich war sie zu so später Stunde nicht mehr so gut zu Fuß.
4. Tag
Heute, am Donnerstag war Markttag in Noordwijk am Zee, wir erhofften uns, dort einige frische Lebensmittel kaufen zu können. Doch rein zufällig haben wir an diesem Tag auch noch einen Supermarkt gefunden, also konnten wir uns erst mal einen ordentlichen Vorrat an Lebensmitteln zulegen, denn eines hatten wir mittlerweile gelernt: Supermärkte gibt es in Holland nicht in der Häufigkeit, wie bei uns zu Hause. Dann brauchten wir eigentlich gar nichts mehr vom Markt, sind dann nur mal so dort gewesen, um uns das Angebot an Käse anzuschauen, den wir als Souvenir mit nach Hause nehmen wollten.
Nachdem wir die Einkäufe im Häuschen verstaut hatten, machten wir uns fertig für den Strand, da das Wetter gegen Mittag einen recht guten Eindruck machte. Diesmal haben wir alles mitgenommen, Badesachen, Decke, Sonnenschirm und natürlich Bagger und Schaufeln. Die Kinder und ich legten auch gleich los mit Buddeln. Es wurde gegraben und gegraben was das Zeug liegt. Das Loch wurde dann so tief, dass Amadeus bis zur Brust darin verschwunden war. Es schien im darin so gut zu gefallen, dass er fast eine Stunde eingebuddelt in dem tiefen Loch stand, ohne sich bewegen zu können.
Valérie verkroch sich derweil unter dem Sonnenschirm, da es am Strand recht windig war. Wir aßen am Strand dann auch noch einige Kleinigkeiten zum Mittag. Doch durch den starken Wind veränderte sich sehr schnell die Wetterlage, Wolken zogen auf und es wurde recht unangenehm am Strand. Also haben wir erst mal wieder zusammengepackt und den Heimweg angetreten. Dabei mussten die Kinder auf der Rücktour in die Badelaken eingewickelt werden, weil ihnen auf einmal so kühl wurde. Als wir dann wieder im Häuschen waren, hat es angefangen zu regnen.
Aber der Regen hielt nicht lange an und so entschlossen wir uns am späteren Nachmittag mal nach Noorwijkerhout zu fahren. Dort fanden wir sogar einen gratis Parkplatz, das war und während des ganzen Urlaubs noch nicht passiert. Wir schlenderten dort etwas durch die Geschäfte, fanden dann auch noch einen Laden, in dem es schöne Ansichtskarten gab. Es wurde noch mal eine größere Spritzpistole gekauft, Valérie bekam noch ein Sommerjäckchen und es war eigentlich doch noch ein ganz entspannter Nachmittag, da die Geschäfte hier - im Gegensatz zu Leiden - nicht so überfüllt waren.
Am Abend fingen wir dann an, die Karten für die Verwandten und Bekannten zu schreiben.
5. Tag
An diesem Tag war den ganzen Tag herrlichster Sonnenschein, der Wind pustete zwar ganz kräftig, das sollte uns aber nicht davon abhalten, wieder an den Strand zu gehen. Dort wurde wieder fleißig gebuddelt, gegraben und gematscht. Ich traute mich sogar einmal ins Wasser. Mama war aber nicht dazu zu bewegen, da sie aufgrund des Windes Angst hatte, nach dem Schwimmen erbärmlich zu frieren. Also legte sie sich lieber in die Sonne. Durch den Wind merkte sie nicht, wie stark diese schien und hat mir die Nase verbrannt, was tagelang nicht zu übersehen war. Als ich dann wieder getrocknet war, machten wir uns auf den Weg nach Hause. Dort spielten die Kinder noch auf der Wiese und jagten sich mit den Spritzpistolen rund ums Haus. Am Abend wollten wir mal Essen gehen und fuhren deshalb nach Noordwijk. Wir parkten etwas außerhalb und sind dann in die Stadt gelaufen. Die Kinder waren während der Fahrt eingeschlafen, da ihnen der Mittagschlaf fehlte. Also setzten wir sie in ihre Buggys und sie schliefen auch während des ganzen Weges zur Standpromenade. Dort betrachteten wir uns erst mal den Leuchtturm, dann machten wir uns auf die Suche nach dem Pannekoekenhuisje (einem Restaurant, in dem es nur Eierkuchen gibt), das wir uns aus dem Reiseführer ausgesucht hatten. Als wir dort angekommen waren, sind die Kinder auch endlich aufgewacht. Wir wählten einen Tisch auf der Terrasse, um die Abendsonne noch etwas genießen zu können. Die Kinder und der Papa wählten sich süße Eierkuchen aus, Mama wollte lieber mal einen herzhaften probieren. Dann mussten wir aber noch sehr lange warten, da die Kellnerin vergessen hatte, den Kinder ihr Eis zu bringen, das zum Kinder-Pfannkuchen-Menü gehörte. Doch den beiden wurde nicht langweilig, sie sprangen umher, denn sie waren ja jetzt ausgeschlafen.
Anschließen ging wir noch einmal zu Strand, dort war sogar noch eine Rutsche, sehr zur Freude von Amadeus und Valérie. Doch wir blieben doch nicht mehr so lange, da ich als einzigster von uns keine Jacke hatte. Und es war jetzt am Abend doch ganz schön kühl. Auf dem Weg zum Parkplatz machten wir noch kurz halt an einem Lamagehege. Doch leider war der Zaun zu hoch und die Kinder hatten gar nicht so viel davon.
Der Himmel war bis zum späten Abend noch so wunderbar blau, dass ich mich entschloss, noch mal zum Strand zu gehen, um einige Bilder vom Sonnenuntergang zu machen. Die Mama konnte leider nicht mit, die Kinder schliefen ja schon längst, denn kurz vor Sommeranfang ist der Sonnenuntergang nun mal sehr spät.
6. Tag
Heute stand wieder ein längerer Ausflug auf dem Programm, es sollte nach Delft gehen. Dort wählten wir einen kostenlosen Park-and-Ride Parkplatz. Also marschierten wir wieder zu Fuß in die Stadt. Es hatte sich mittlerweile merklich abgekühlt, Valérie musste sich sogar eine Strumpfhose überziehen, da ihre Beinchen so kalt waren. In der Innenstadt war ein großer Wochenmarkt. Dort kauften wir einen großen Beutel oranger Minipaprika, von denen die Kinder auch gleich welche essen wollten. Einer wurde sofort im Buggy verspeist, der nächste dann auf dem Platz mit der bunten Kuh.
In Delft war wieder viel los in den Straßen, es war auch noch ein Flohmarkt, wo es nur so von Leuten wimmelte. Wir ruhten uns dann später noch mal auf einer Bank, wo die Kinder noch ein Brot essen konnten. Wir liefen dann noch etwas durch die weniger belebten Nebenstraßen, wo wir auch noch einen ganz schiefen Kirchturm vor die Linse bekamen. Durch das viele Umhergeschiebe sind die Kinder dann auch wieder mal eingeschlafen. Wir fanden dann erst mal wieder zurück in die Innenstadt, wo wir auf dem Marktplatz uns mal einen Kaffee gönnen wollten. Wir nahmen draußen platz, doch es begann dann etwas zu tröpfeln. Aber es gab zum Glück schöne große Sonnenschirme. Wir bestellten eigentlich Cappuccino, doch wir bekamen eine Menge Teebeutel zur Auswahl vorgelegt. Also schlürften wir erst mal einen heißen Tee. Wir aßen ein Baguette und bestellten zum Abschluss noch einen Cappuccino, der uns diesmal auch gebracht wurde. Zum krönenden Abschluss dieses Cafébesuches klaute ich auf der Toilette auch noch Klopapier, da wir dachten, unseres genüge nicht für den ganzen Urlaub.
Es war gut, dass wir uns etwas gestärkt hatten, denn es war gar nicht so einfach, wieder den richtigen Weg zum Auto zu finden. Wir gingen über eine Zugbrücke, von der wir annahmen, es sei die richtige, aber später merkten wir, dass alle Zugbrücken gleich aussahen. Als wir uns mal kurz unterstellten, da es jetzt etwas stärker regnete, entdecken wir einen Reiher auf einem Auto. Doch leider waren wir in die völlig falsche Richtung gelaufen, was wir beim Blick auf einen Stadtplan, der an einer Bushaltestelle aushing feststellten. Also gingen wir den selben Weg wieder zurück. Wir umrundeten dann noch mal die ganze Innenstadt, bevor wir irgend etwas sahen, das uns bekannt vor kam und wir den richtigen Weg zum Parkplatz fanden. Wir waren ganz schön lange auf den Beinen, dabei holte ich mir ein Blase am Fuß und wir waren allesamt ziemlich erschöpft.
7. Tag
Nach dem anstrengenden Tag in Delft hatten wir uns für den Sonntag mal ein ruhiges Ausflugsziel ausgesucht. Bei der Suche in der Landkarte fiel unsere Wahl auf Warmond, dieser Ort befindet sich inmitten eines Gebietes aus Seen und Kanälen. Außerdem sollte es dort neun Windmühlen geben. In Warmond konnten wir direkt am Wasser parken. Dort lud ein schöner Weg entlang am Wasser zum spazieren gehen ein. Wir sahen eine Menge kleiner Schiffe und Segelboote und auch eine Windmühle.
Nach einer Weile kamen wir auch zu einem schönen Spielplatz, wo die Kinder eine Menge Spaß hatten und die Eltern sich auch mal eine Weile in die Sonne setzen konnten. Nachdem genug gespielt wurde, ging es weiter und der Weg führte uns schließlich wieder direkt zu unserem Auto.
Dort schauten wir noch einmal in die Straßenkarte und entschieden uns, noch ein Stück weiter zu fahren zu einem Ort namens Oestgeest. Der Ort war zwar schnell gefunden. Aber so was richtig sehenswertes sahen wir dort nicht. Wir stellten das Auto an einer Turnhalle ab und liefen erst mal ein Stück. Wir liefen eine ganze Weile durch ein Wohngebiet, aber nach und nach wurde uns klar, dass dieser Ort einfach nicht touristisch attraktiv war. Wir setzten uns dann in einen kleinen Park, wo wir unsere mitgebrachten Brote, Würstchen und Paprika verspeisten. Da machte Amadeus - dessen größtes Interessengebiet das Bauhandwerk ist - doch noch eine großartige Entdeckung: eine Straßenwalze. Diese war völlig unbeaufsichtigt, also konnte er sie von allen Seiten betrachten und bestaunen und auch einmal kurz besteigen.
Wir verließen dann erst mal wieder Oestgeest und fuhren zurück nach Warmond. Dort entdeckten wir ein kleines Hinweisschild auf einen Tierpark, dem wir erst mal folgten. Wir fanden auch recht schnell wieder einen Parkplatz, doch nicht gleich den Tierpark. Da wir dachten, es könne ja gar nicht weit sein, verzichteten wir auf die Buggys. Doch wir fanden die Tierchen doch nicht gleich auf Anhieb, nein im Gegenteil, wir liefen eine riesige Runde durch den ganzen Ort und kamen nicht zum Ziel. Valérie konnte dann kaum noch laufen, ließ sich nur noch ziehen und fing ständig an zu heulen. Es dauerte nicht lange und auch Amadeus ließ sich von ihrer Müdigkeit anstecken. Wir mussten uns dann erst mal auf eine Bank setzten, damit die beiden sich wieder beruhigen konnten. Dabei entdeckte ich dann auch den richtigen Weg zum Streichelzoo. Die Kinder schliefen zwar schon fast, aber zu den paar Schritten konnten wir sie dann doch noch überreden. Es hat sich zwar nicht unbedingt gelohnt, da es sich nicht gerade um einen Tierpark handelte, ehe um ein kleines Gehege mit ein paar Ziegen und Hasen. Aber die Kinder waren trotzdem plötzlich wieder wach. Auf der Heimfahrt schliefen sie dann auch gleich tief und fest ein. Valérie schlief dann noch bis zum frühen Abend auf einer Decke im Garten.
8. Tag
Nun war schon die Hälfte des Urlauf vorüber, aber wir hatten noch jede Menge vor. Heute stand eine Fahrt nach Den Haag auf dem Programm in den Miniaturenpark "Madurodam". Hier hat man die bedeutendsten holländischen Gebäude in Miniatur nachgebaut. Die Kinder waren sehr begeistert von der Eisenbahn, die durch den ganzen Park fuhr und natürlich auch dem Spielplatz, den sie ganz für sich alleine hatten. Es gab sogar eine Picknickwiese, wo wir unser Mittagessen einnehmen konnten. Der Park war zwar gar nicht so groß, doch durch die zwei langen Spielplatzaufenthalte waren wir bis zum Nachmittag hier. Die Kinder waren hinterher natürlich ziemlich geschafft und schliefen auch gleich wieder ein. Deshalb machten wir am Strandbad Scheverningen dann auch nur noch einen kurzen Stopp für ein Foto.
9. Tag
In der vergangenen Woche hatten wir festgestellt, dass über Holland ziemlich reger Flugverkehr herrschte. Man sah alle paar Minuten ein Flugzeug vorbeifliegen. Dieser Zustand erfreute die Kinder so sehr, dass wir uns entschlossen, mal zum Flughafen Shipol zu fahren, der sich in der Nähe von Amsterdam befindet. Die Suche nach einem Parkplatz gestaltete sich etwas schwierig, da das Parkdeck sehr voll war. Flughäfen sind in der Regel ja ziemlich großflächig angelegt, deshalb dauerte es eine ganze Weile, bis wir endlich die Aussichtsplattform erreichten. Von dort aus konnte man leider keine startenden sondern nur landende Flugzeuge sehen. Die Kinder waren trotzdem ziemlich fasziniert. Wir schlenderten dann noch etwas durch die Halle mit den Geschäften, wollten dann aber schnell zurück zum Auto, da die Parkerei dort eine kostspielige Angelegenheit war.
Aus einem Prospekt hatten wir die Idee, nach Amstelveen zu fahren. Dort sollte sich eine Käserei befinden, wo man Käse probieren und kaufen konnte. In dem Prospekt befand sich auch eine Karte, die die Größe der Stadt nicht erahnen ließ. Ich dachte mehr an eine Kleinstadt, doch es stellte sich bald heraus, dass wir in einem Industriemoloch gelandet waren. Die Käserei war nicht zu finden. Die Fahrt wurde immer nervenaufreibender und wir beschlossen, die Suche abzubrechen. Nach diesem teilweise sehr nervigem Tag machten wir noch einen erholsamen Abendspaziergang in den Dünen. Das Meer war ganz schön aufgewühlt, deshalb wurde jede Menge interessantes Standgut angespült. Für die Oma sammelten wir ein paar sonderbare Muscheln, die die Kinder immer wieder als Eicheln bezeichneten.
10. Tag
Den Haag, der niederländische Regierungssitz war unser heutiges Ziel. Auf dem Hinweg machten wir halt bei einem Gartencenter, wo wir uns einige Blumenzwiebeln und weitere blumige Souvenirs kauften. Geparkt wurde diesmal im Parkhaus, da wir mal auf die Suche nach billigen Parkplätzen in den Randgebieten verzichten wollten. Unser erster Weg führte uns zu Mc Donalds, aber nicht weil wir Hunger hatten, sondern weil Valérie Stuhldrang verspürte, der sich dann aber in Luft auflöste. Nach einigem unkontrollierten Umhergelaufe in der Fußgängerzone - wir hatten unseren Stadtplan vergessen - wussten wir nicht so recht, was wir wollten und machten erst mal in einem Park halt.
Dort gab es jede Menge naiver Maler. Wir nahmen dann erst mal auf einer Bank Platz, merkten dann aber dass sich dort nur sozial schwache Persönlichkeiten (Penner) aufhielten. Das durfte uns aber nicht stören, da die Kinder erst mal Hunger und Durst stillen wollten. Vom Park aus hatten wir die Hinterseite des Palastes von Königin Beatrix gesehen, jetzt wollten wir natürlich auch noch die Forderseite kennen lernen.
Nach der äußerlichen Palastbesichtigung setzten wir unseren Weg fort und kamen wieder in einen Park. Dort war moderne Kunst in Übergröße zu sehen.
Weiter ging es dann in den "Binnehof" mit Ridderzaal, wo die Kinder am einem Springbrunnen rumplantschten. Amadeus hätte um ein Haar seine Familie gegen eine ältere Frau eingetauscht, zu der er sich einfach auf die Bank setzte, ohne es zu bemerken. Auf dem Weg zurück zur Innenstadt wurden wir dann auch noch Zeugen einer Demo, nur leider konnten wir nicht erkennen für oder gegen was demonstriert wurde. Wir gingen dann noch ein zweites Mal zu Mc Donalds, jedoch in eine andere Filiale, wo wir alle noch ein Eis verspeisten. Nun hatten wir wieder genug Kraft gesammelt um uns noch einmal in die Fußgängerzone zu wagen. Wir waren dann noch in etlichen Geschäften und Kaufhäusern, diesen Teil der Stadtbesichtigung verschliefen die Kinder. Da nutzen wir die Gelegenheit und kauften ihnen noch was zum Geburtstag. Wir hatten den beiden versprochen, dass sich jeder ein Spielzeug aussuchen darf und gingen zum krönenden Abschluss des Einkaufsbummels in eine Spielzeugladen. Valérie entschied sich für einen Seifenblasen-Winnie-Puuh, Amadeus für einen Sammelkoffer für seine Autos.
11. Tag
Was ist wohl der bekannteste holländische Käse? Natürlich Gouda! An den Ursprungsort dieser goldgelben Köstlichkeit führte uns unsere heutige Fahrt. Die Reiseführer waren sich nicht einig, ob nun der Käsemarkt schon ab Mitte Juni oder doch erst ab Juli jeden Donnerstag stattfindet. Also fuhren wir in der Hoffnung, dass die Variante Mitte Juni stimmt los nach Gouda. Dort mussten wir erst mal tanken. Als wir dann in ein Parkhaus gefahren waren, stellte ich fest, dass ich den Tankdeckel liegen gelassen hatte. Deshalb war die Stimmung erst mal etwas gedrückt, aber wir hatten die Zuversicht, dass niemand so unverschämt ist, einen Tankdeckel einfach mitzunehmen, der gar nicht zu seinem Auto passt. Wir machten uns auf den Weg Richtung Rathaus, wo der Käsemarkt abgehalten werden sollte. Es war zwar auch Markt, doch leider nur ein ganz normaler Wochenmarkt. Aber allzu enttäuscht waren wir nicht, da man auch auf dem Wochenmarkt Käse erwerben konnte. Wir betrachteten erst einmal das Rathaus von allen Seiten, dann gingen wir zur historischen Käsewaage. Wenn man das kleine Käsemuseum besichtigen wollte, ging es eine ganze Menge Stufen hinauf. Also blieb ich mit den Kindern unten an der Käsewaage stehen, während ich mich über die Käseherstellung informierte. Ich öffnete sogar verbotener Weise ein Fenster um ein Foto vom Rathaus zu machen. Anschließend kauften wir erst mal mehrere Formen von Gouda auf dem Markt. Um dem regen Markttreiben etwas zu entkommen entfernten wir uns etwas vom Stadtzentrum. Wir fanden einen Wegweiser, der uns zu einer Windmühle führte. Hinter der Windmühle war auch ein kleiner Kinderspielplatz, wo wir erst mal eine Pause einlegten.
Nach äußerlicher Betrachtung der Windmühle gingen wir dann doch wieder zurück Richtung Innenstadt. Dabei stellten wir fest, dass Gouda nicht ein kleines romantisches Städtchen ist, sondern doch ehe eine größere Stadt mit viel Industrie. Vom Besuch der zahlreichen Läden sahen wir ab, da es hier auch nur die selben Ladenketten gab, wie in allen anderen Städten, die wir bisher besucht hatten auch.
Nun drängte sich das Problem mit dem vergessenen Tankdeckel auch wieder in den Vordergrund, also holten wir erst mal das Auto im Parkhaus und machten uns schleunigst auf den Weg zurück zur Tankstelle. Und wir hatten tatsächlich Glück: er lag noch unangetastet da! Also ging die Fahrt weiter. Laut Landkarte sollte sich in einem Ort namens Reeuwik ein tolles Seengebiet befinden. Also machten wir uns auf in diese Richtung. Der Ort war auch schnell gefunden, es gab dort wunderschöne Seegrundstücke, aber leider keinen öffentlichen Zugang zum See. Wir stellten das Auto auf dem Parkplatz einer kleinen Kirche ab, da fing es doch plötzlich an zu regnen und das auch noch ganz schön stark. Wir liefen ein paar Schritte, doch es war weit und breit kein Weg zu sehen, der nicht privat gewesen wäre. Da sahen wir recht schnell ein, das es bei diesem Wetter keinen Sinn hatte, weiter zu laufen.
Auf dem Heimweg kamen wir noch durch eine größere Stadt namens Alphen am Rijn, aber außer einem Schild "Let op! Fietsende schoolkinder!" gab es dort nicht sehenswertes, also hielten wir gar nicht erst an, sondern fuhren lieber schnell wieder zurück in unser Häuschen.
Am Abend machten wir dann noch einen kurzen Spaziergang zum nächsten Briefkasten. Unterwegs kamen wir an einer Pferdekoppel vorbei. Als Amadeus einem Pferd etwas Gras füttern wollte, bekam er einen Stromschlag am Elektrozaun. Wenigstens hatte das Pferd auch etwas abbekommen. Aber die kleine Hand blieb für den Rest des Spaziergang erst mal in der Jackentasche verschwunden.
12. Tag
Heute mussten wir erst noch mal nach Noordwijkerhout zum Einkaufen fahren, wir brauchten doch noch mal ein paar Lebensmittel für das kommende Wochenende. Nach dem Einkaufen suchten wir noch den Streichelzoo von Noordwijkerhout, den wir nach kurzer Irrfahrt über einen Feldweg dann auch gleich fanden. Die Kinder schienen sich aber doch mehr für die verschmutzten Spielzeuge zu interessierten als für die Tiere.
Wir setzten unsere Fahrt fort, wollten aber eigentlich noch gar nicht wieder nach Hause. Also machten wir einen Abstecher zu einem Strandbad namens Langvelderslag. Dort mussten wir sogar noch für den Parkplatz löhnen, aber was sollten wir machen, wenn wir schon mal da waren? Es war gerade Ebbe, aber das Wasser war nicht so richtig weg und es hatten sich kleine warme Seen gebildet. Die Kinder hatten großen Gefallen am Wassertreten. Anfangs gaben sie auch noch auf ihre Kleidung acht, doch es dauerte nicht lange, bis Hosen und Schlüpfer nass waren. Wir sammelten uns noch ein paar schöne Muscheln uns spazierten eine Weile am Strand umher. Valérie und Amadeus teilten sich dann die Pfützen noch mit anderen Kindern, dabei hat Valérie ihren Bruder doch glatt "Artur" genannt, und die anderen dachten dann sicher auch dass er so heißt. Die Kinder begannen mit der Zeit jedoch zu frieren und wir mussten zurück zum Auto. Dort mussten sie dann unten ohne mitfahren, da die Hosen klitschnass waren.
Den Nachmittag und Abend verbrachten wir dann im Häuschen. Die Kinder hatten keine Lust auf einen Mittagschlaf, wollten aber sich gerne ein bisschen in der oberen Etage aufhalten. Als ich dann mal nach ihnen schaute, traf mich fast der Schlag, sie hatten sämtliche sechs Betten leergeräumt und alle Bettdecken und Kissen auf einen Haufen geschmissen. Aber eigentlich haben sie ja nur Picknick gespielt. Die Sachen waren ja auch alle schnell wieder aufgeräumt.
13. Tag
Für die vorletzten Urlaubstag hatten wir uns noch mal einen etwas weiteren Ausflug ausgesucht. Wir fuhren in den Vogelpark "Avifauna" nach Alphen am Rijn. Dort gab es natürlich jede Menge Vögel zu sehen: Flamingos, Pelikane, einen Strauß ..., aber es wurden einem nicht nur Vögel geboten, sondern auch die höchste Rutsche der Niederlande. Aber wir betrachteten uns erst mal sämtliche Vögel, der Spielplatz sollte erst der krönende Abschluss sein. Zur Mittagszeit fand eine Flugvorführung statt. Dies nutzten wir auch gleich, um etwas zu Mittag zu essen. Erst nachdem wir alle Vögel bestaunt hatten, machten wir uns auf den Weg zu Spielplatz. Dort waren wir erst mal etwas hilflos, da man für einige Sachen ein so g. Attraktionsarmbändchen brauchte, für andere wiederum nicht. Wir verzichteten dann aber doch auf den Kauf der Bändchen, da die meisten Sachen wahrscheinlich sowieso nicht für so kleine Kinder waren. Aber immerhin besuchten wir sieben verschiedene Rutschen. Auf die allerhöchste Rutsche gingen wir natürlich nicht, die Kinder begeisterten sich dann aber für eine Rutsche, bei der man auf ratternden Rollen nach untern befördert wurde. Erst wollten sie nicht allein, hatten aber bald ihre Angst überwunden und trauten sich eigentlich eine Menge zu.
Wir hielten uns dann auch bis zum späten Nachmittag in dem Park auf und waren erst am Abend wieder in unserer Unterkunft.
14. Tag
An unserem letzten Tag hatten wir nicht mehr viel vor. Am Vormittag schaute Mama mit den Kindern Fernsehen, ich saugte solange das Auto. Anschließend gingen wir noch ein letztes Mal zum Strand. Dort war es wieder äußerst windig. Die Kinder wollten für den Kindergarten noch ein paar Muscheln mitnehmen und wir wollten noch etwas Sand. Es war wieder Ebbe. Also war wieder Wassertreten angesagt. Es ging auch eine ganze Weile gut. Diesmal hatte ich den Kindern ihre Hosen auch schon vorher ausgezogen. Wir sammelten die Muscheln und die Kinder tapsten im Wasser umher. Doch dann hatte Amadeus etwas Pech: es fiel ins Wasser und war patschnass! Es flitzte schnell wie der Wind zu unserem Handtuch und wurde erst mal ausgezogen und abgerubbelt. Aber seine Sachen waren ja nun nass, da half alles nichts, ich musste mein Hemd ausziehen, Amadeus sollte sich ja schließlich nicht noch erkälten.
Am Mittag waren wir dann wieder im Häuschen, die Kinder wurden dann erst mal schön warm gebadet, um sich wieder aufzuwärmen. Danach legten wir sie zum Mittagschlaf hin. Derweil hatten wir etwas Zeit, das Häuschen in Ordnung zu bringen und unsere Sachen schon etwas zusammenzupacken. Nachdem die Kinder aufgewacht waren, hatte Amadeus ein weiteres Mal Pech und stürzte ein Stück die Treppe hinunter, das sah zwar gefährlich aus, aber außer einem großen Schreck, der sich in lautem Geschrei entlud, hat er sich nichts weiter getan.
Am Abend wollten wir zum Abschluss noch mal essen gehen. Wir entschieden uns ein weiteres Mal für Pannekoeken, wählten diesmal aber ein anderes Lokal in Noordwijk aus. Dort gab es auch eine schöne Spielecke, wo die Kinder sich bis zum Essen die Zeit vertreiben konnten, u. a. mit "Bob der Baumeister" auf holländisch. Als das Essen kam, verunglückte Amadeus zum dritten Mal an diesem Tag: es stieß sich den Hinterkopf an einen Stein des Kamins. Erst nach dem Essen merkte ich, dass er eine riesige Beule am Hinterkopf hatte.Nachdem wir gesättigt waren, fuhren wir gleich wieder zurück zum Haus, denn wir mussten ja noch Koffer packen.
Abreisetag
Nun hieß es also wieder Abschied nehmen von Holland. Wir mussten am morgen noch die Endkontrolle des Hauses abwarten, bevor wir losfahren konnten, sonst hätten wir die Kaution für den Schlüssel nicht wieder bekommen. Also konnten wir dann erst um halb zehn die Heimreise antreten. Das Auto war bis zum Rand voll belanden. Erst mal mussten wir ja wieder quer durch die Niederlande. Am ersten deutschen Parkplatz machten wir erst mal Rast, wir hatten nämlich noch gar nicht gefrühstückt. Dann erklärte sich Mama auch endlich mal wieder bereit zu fahren, sie hatte sich nämlich während des ganzen Urlaubs nicht einmal hinter das Lenkrad gesetzt. Wir kamen auch ganz gut durch, die Autobahnen waren frei, so dass ich erst wieder halten musste, als der Tank fast leer war. Diesen Halt verbanden wir dann gleich noch mit dem verspäteten Mittagessen. Den letzten Rest der Tour fuhr dann ich weiter. Gegen 17 Uhr kamen wir dann schließlich zu Hause an. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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anonym, 19.07.2006, 15:16 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
so ein umfachreicher Bericht hier auf dieser Plattform? Angenehm überrascht bin :)
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### DIE NIEDERLAG ÄHHH DIE NIEDERLANDE --- SUPER URLAUB !!! ###
20.06.2005, 15:31 Uhr von
Düsseldorf
ab geht die Post - Lesen & Bewerten ist angesagt - GEGENLESUNGEN gern...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Nachdem ich euch nun schon einiges vorgestellt habe, was aus dem Bereich der Nahrungsmittel stammt, möchte ich euch heute einmal etwas anderes vorstellen, was auch viele von euch kennen werden.
Heute möchte ich euch einmal das Urlaubsziel überhaupt der Deutschen vorstellen, nämlich ganz einfach die Niederlande.
So ziemlich jeder Deutsche bzw. die meisten aus dem Westen Deutschlands waren alle schon einmal da, sei es zum Shoppen, Tanken oder zum Urlaub machen oder einfach nur um mal einen Tag an der Küste zu verbringen. Die Niederlande sind bei uns total beliebt.
Preise:
Tja was soll man sagen, eigentlich ist alles ein wenig günstiger und auch die Unterkünfte sind meiner Meinung nach ziemlich günstig, so dass man als Deutscher gerne einmal für ein Wochenende oder so dort hinfährt.
Meiner Meinung nach kann man hier auch den idealen Familienurlaub planen, denn irgendwie macht es einen riesigen Spaß nach Holland zu fahren, da man wirklich nur eine kurze Strecke hat, wenn man aus Düsseldorf oder so anreißt, denn man kann dort wirklich innerhalb von weniger als einer Stunde schon in Holland sein und der Rest ist dann auch kein Problem mehr.
Qualität:
Okay vom Standard her sind die Holländer eigentlich genau so weit wie wir es sind nur meiner Meinung nach bekommt man bei einem billigen Urlaub auch natürlich auch nur billige Materialien in den Unterkünften, die aber trotzdem unserm Niveau entsprechen.
Ich kann euch Holland von der Qualität her nur empfehlen und meiner Meinung nach kann man dort echt oft hinfahren und ich selber überlege auch am Wochenende dort einmal wieder hinzufahren.
Wohin?
Wenn man nach Holland fährt, fährt man in der Regel an einen See oder ans Meer direkt und meiner Meinung nach ist dies auch die beste Gegend für einen Urlaub dort, denn irgendwie hat man dort ziemlich viele Vergnügungsmöglichkeiten auf einmal
Holland ist wirklich zu empfehlen, auch wenn es nur für einen Tag ist oder ein paar Stunden.
Mit freundlichen Grüßen
Euer Düsseldorf weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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anonym, 23.11.2006, 10:00 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
sh :o)
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anonym, 26.06.2005, 11:23 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
zuwenig Informationen! Sorry! Gruß Börsenfeger
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Unser kleiner Nachbar
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Wissenswertes
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Die Niederlande, unser kleiner europäischer Nachbar im Nordwesten, sollte auf keinen Fall mit Holland verwechselt werden. Nordholland bzw Zuidholland sind nur zwei der zwölf Povinzen der Niederlande. Gleichwohl zählen sie zu den wichtigsten, nicht nur, weil sie für den Touristen die Top-Reiseziele sind, sondern weil hier auch der größte Teil der Bevölkerung lebt. Hier hat sich im Laufe der Jahrhunderte ein städtischer Verdichtungsraum, eine Städtelandschaft, mit mehreren Zentren entwickelt.
Bei einer Gesamtbevölkerung von 15,4 Mio. Menschen gehören die Niederlande mit 442 Einwohner pro km2 zu den am dichtesten besiedelten Länder des Erde. Etwa 90 % der Holländer leben in den Städten bzw. in Ballungsgebieten. Dort kann die Bevölkerungsdichte pro km2 zwischen 2600 bis 3000 Menschen ansteigen.
Um neuen Siedlungsraum zu schaffen, haben die Menschen in Jahrhunderten dem Meer Land abgetrotzt. Es galenag den Niederländern mit gewaltigen Anstrenungen, etwa die Hälfte des kleinen dichtbesiedelten Landes trockenzulegen.
1932 wurde die See durch einen breiten Damm vom Meer getrennt. Zwei Schleusen ermöglichen noch den Schiffsverkehr. In dem so entstandenen Binnensee begann man neue Polder anzulegen. Zunächst wurde das vorgesehene Stück eingedeicht, dann wurden Pumpwerke gebaut, die das Polder entwässern. Gräben, in denen sich das überschüssige Wasser sammelt, mußten gezogen werden. Straßen und Siedlungen gebaut werden. Drei Polder entstanden bereits auf diese Weise. Wenn die Polder fertig sind, werden die Niederlande um 2250km2 größer sein. Der Rest der Zuidersee heißt heute Ijsselmeer. Die Niederländer haben ein weiters Großprojekt abgeschlossen. Die Mündung des Rhein-Maas-Deltas ist gegen Sturmfluten der Nordsee durch kilometerlange absenkbare Wehre gesichert worden; damit wird die Gefahr einer Überflutung verhindert.
Über 20000 Pumpen sorgen dafür dass die Landstriche, die unter dem Meeresspiegel sind, trockengehalten werden. Die Energie, die dazu notwendig ist wird von den Windmühlen, wohl dem Wahrzeichen der Niederländer, geliefert.
Diese außergewöhnliche Landgewinnung läßt denn auch ein altes Sprichwort unter einem anderen Licht erscheinen; es sagt: „Gott hat zwar die Welt erschaffen, die Niederländer aber die Niederlande.“ Was auf den ersten Blick wohl prahlerisch klingt, hat seine Berechtigung.
Urlaubsland Niederlande
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Durch die besondere Lage der Niederlande und die 260 Kilometer Küste begeistert das Land jedes Jahr hunderttausende von Urlaubern. Das rauhe Meer, der Erbfeind also der Niderländer; wird hier zum Garanten für den Tourismus. Kaum ein Niederländer, der nicht wenigstens ein paar Tage mit seiner Familie am Meer verbringt. Natürlich ist das Land auch bei ausländischen Urlaubern sehr beliebt. Und hier mögen vor allen die Deutschen den Kleinstaat nebenan. Die Rivalität, die zwischen Deutschen und Niederländern besteht, zeigen die Niederländer ohne Zurückhaltung ihren Nachbarn. Auch wenn man sagen muss, dass viele Menschen von dem Tourismus (auch aus Deutschland eben) leben, kommt es immer wieder zu Szenen, die den Unumt vieler Niederländer den Deutschen gegenüber deutlich werden lassen.
Was aber zieht den Urlauber in dieses kleine Land mit den Windmühlen. Es hat mit Sicherheit mehr zu bieten als Käse, Tomaten und Tulpen. Als erstes ist d antürlich wieder See und Wind zu nennen. Und diese See zieht den Urlauber denn auch magisch an. Hinter Dünen und Deich erwartet den Besucher ein abwechslungsreiches Land, und zudem tut er seiner Gesundheit durch die frische Seeluft noch etwas Gutes.
Ob nun die fünf westfriesischen Inseln, Badeorte wie Katwij, Scheveningen oder Renesse, Altholland mit seinen hübsschen Orten Edam oder Hoorn oder aber das sonnige Zeeland, jedes dieser Urlaubsziele hat seinen eigenen Reiz, nur eines haben alle gemeinsam: das einmalige Seeklima.
Was aber bedeutet Urlaub an der Küste. Auf keinen Fall bedeutet es Sandburgen zu bauen oder Möwen zu füttern. Beides kann der Niederländer nicht ausstehen. Schon eher bedeutet es feinsandige Dünen und eine weite Küste und nicht zu vergessen die Radwege, die die Dünen durchziehen. Zu jeder Jahreszeit bietet es sich an, auf diesen Wegen die Natur zu erkunden. Wer sein eigenes Rad (Fiets) nicht mit hat, kann sich wohl in jedem Dorf eines leihen. Dann steht einer ausgedehnten Radtour nichts mehr im Wege, die einen leicht von Den Haag nach Amsterdam bringen kann.
An der gesamten Küstenregion herrscht ein gemäßigtes Seeklima, was bedeutet, dass es im Sommer nagenehm warm aber eben nicht heiß ist. Ein ständig wehender Wind an der Küste begünstigt Wassersportaktivitäten wie Segeln oder Surfen. Die Wassertemperaturen von leicht unter 20 Grad im Hochsommer jedoch lassen das Baden im Meer zu einer Erfrischung im wahrsten Sinne des Wortes werden. Aber auch außerhalb der „Badesaison“ ist die Küste als Urlaubsziel attraktiv und das wird von immer mehr Menschen entdeckt, so dass auch im Frühjahr oder Herbst die Übernachtungsquartiere oft ausgebucht sind und man schon im voraus etwas Passendes suchen sollte.
Die Probleme durch diesen Booms, den Urlaub an der Nordsee zu verbringen, werden da natürlich nicht kleiner. Das was der Urlauber sucht, nämlich eine unzerstörte Natur und Ruhe, findet man gerade während der Hochsaison oft nicht mehr an. Leider ist die zahl der verantwortungslosen Urlauber immer noch so groß, dass deren Spuren in Form von Abfall oder zerstorter Natur unübersehbar sind. Dem stehen die Behörden trotz scharfer Gesetze relativ machtlos gegenüber.
Gott sei Dank hat man bisher bis auf wenige Ausnahmen darauf verzichtet, sogenannte Bettenburgen zu erreichten, so dass fast überall die typische niederländische Gemütlichkeit viele der oben angesprochenen Probleme wettmacht. Hoffentlich bleibt die noch lang erhalten. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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modschegibbchen, 09.05.2005, 16:00 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
ist doch immer von holland die rede. auch wenn jeder weiß, dass das eigentlich nicht korrekt ist. mache gern dort mal ein paar tage urlaub. schöner bericht. lg heike
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Mit dem Hausboot durch Noordholland
Pro:
Ruhe, Frische Seeluft, schöne Landschaft
Kontra:
Gute Vorplanung von Nöten, Kartenlesen ist ein Muß
Empfehlung:
Ja
Hey, Leute!
Mitte Juli 2001 starteten wir ( 2 Erwachsene und 2 Kinder ) zu einem ungewöhnlichen Urlaub.
Durch Presseberichte war meine Frau auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, ohne Bootsführerschein in Holland mit einem Hausboot durch das weitverzweigte Kanalsystem zu fahren.
Zufällig waren Freunde von uns auch schon mal auf so einem Trip und gaben uns Unterlagen von ihrer damaligen Reise.
Beim Bootsverleiher „De Navigator“ in JIRNSUM bestellten wir uns im Februar 01 erst mal einen aktuellen Katalog. ( Adresse siehe am Schluß )
Nach eingehender Durchsicht entschieden wir uns für das Hausboot „Vrouwe Alice“. Sie ist 10,60m lang und 3,50m breit. Die Höhe über Fahnenmast beträgt 3,35m und bietet Platz für 5 Personen.
Ein kurzer Anruf ( man spricht deutsch), Terminabsprache für eine Woche im Juli und der Urlaub war gebucht. Ich kann nur empfehlen, eine Terminabsprache rechtzeitig durchzuführen, da wir unseren Termin nur mit Glück erhielten. Jemand hatte das Boot einen Tag vor unserem Anruf storniert.
Wie gesagt, 5 Monate vorher war schon fast kein Boot mehr zu kriegen.
Kurze Zeit später erhielten wir die Bestätigung und die Rechnung. Die Hälfte des Charterpreises (1920 hfl (holl. Gulden) = ca. 1635 DM), also 960 hfl war auf das Konto des Verleihers zu überweisen. Das war ein teures Unterfangen, den meine Bank berechnete mir für die Überweisung in hfl ca. 25 DM Gebühren.
Nachdem einige Zeit später die Bestätigung der Überweisung bei uns eintraf, vergingen noch 4 Monate bis es endlich losging.
Die Anfahrt hatte ich mir mit meinem Routerprogramm erstellt. Gott sei Dank hatten wir keinen Stau und trafen gegen 11.30 Uhr in JIRNSUM ein. Das war sehr praktisch, da wir das Boot um 12.00 Uhr übernehmen sollten. Einmal nach der Adresse gefragt und schon hatten wir die kleine Charterfirma gefunden.
Nun ging alles ziemlich schnell. Unsere Sachen verstauten wir auf dem Schiff. Das Auto wurde auf dem firmeneigenen Parkplatz abgestellt. Den restlichen Betrag in Höhe von 960 hfl und die Kaution von 500 hfl sollten bezahlt werden. Hierzu muss man wissen, das nur Barzahlung möglich ist. Als Tourist erhält man an niederländischen Geldautomaten einen Höchstbetrag von 750 hfl täglich. Eine entsprechende Geldsumme muss also aus Deutschland mitgebracht werden. Da ich dies nicht wusste und nur 250 hfl mitgebrachte hatte, es am Geldautomaten ja nur die 750 hfl gab, hatte ich also zuwenig Geld dabei. Nachdem ich Frau Heesen mein Problem geschildert hatte, verzichtete sie kurzerhand auf die Kaution. Zusätzlich gab sie uns noch einige Münzen mit, um anderntags das Brückengeld bezahlen zu können. Dazu später mehr.
Nun erhielt ich noch eine kurze aber völlig ausreichende technische Einweisung auf dem Boot. Hierzu gehörte auch der Hinweis, mindestens alle 2 Tage den Öl- und den Kühlwasserstand zu überprüfen. Außerdem muss man die Schmierung der Schraube nachdrücken.
Schließlich fuhr der Verleiher, Herr Heesen, mit mir eine kleine Strecke auf dem Kanal und ließ mich dann zurückfahren und das Anlegemanöver üben.
Da wir von unseren Freunden auch die Karte mit den Kanälen und einer eingezeichneten Route erhalten hatten, brauchte er uns eigentlich keine mehr vorschlagen, da er diese Route eigentlich jedem vorschlägt. Wir erhielten aber von ihm noch eine Menge Tipps, was wir uns anschauen könnten, wo man gut essen kann bzw. welcher Ort reizvoll ist. Und dann ging es los.
Zunächst war mir schon etwas mulmig, schließlich war ich als Landratte das erste Mal auf so einem Schiff und dann noch völlig ohne Ahnung. Der Blick auf die Karte bescherte mir auch ein wenig Unbehagen. Wir fuhren nämlich nach der Abfahrt direkt auf den vielbefahrenen „PRINSES-MARGRIET-KANAAL“ ( P-M-K ) zu. Dort fuhren auch schwere Lastkähne, die locker 120 Meter lang sein können.
Ich fuhr mit gemischten Gefühlen mit dem Boot aus dem Seitenkanal raus und die Frauen packten die Koffer und Taschen aus und bezogen die Betten.
Da tat sich dann auch schon wieder ein Problem auf. Wir fanden keine Decken an Bord. Es war uns bekannt, das Bettwäsche mitzubringen war. Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, das damit auch die Bettdecken und Kissen gemeint waren.
Mittlerweile fing es auch noch an zu regnen. Die Stimmung war ein wenig gedrückt.
Mittlerweile waren wir auf dem Hauptkanal angekommen und es war gar nicht so schlimm. Immer schön rechts fahren. Nicht zu langsam fahren, immer nett grüßen und die Sonne schien auch schon wieder.
Dann gab es erst mal Kaffee.
Hierzu sollte man einiges wissen.
Das Schiff ist komplett ausgestattet mit Geschirr, Kochtöpfen etc. Es gibt einen 4-Flammen-Gasherd und einen kleinen Gaskühlschrank. Des Weiteren gibt’s eine Nasszelle, in der ein kleines Waschbecken, eine Toilette mit Kanalwasserspülung und eine Dusche untergebracht ist. Das Schiff hat einen Trinkwassertank mit einer Füllmenge von 500 Liter. Dass Duschen sollte man also tunlichst an Bord vermeiden, will man nicht jeden Tag das Frischwasser wieder auffüllen.
Man ist gut beraten sich einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln mitzubringen. Natürlich kann man sich auch ganz in der Nähe des Abfahrtortes in einem Supermarkt mit dem nötigsten eindecken. Nur wir nicht, da wir ja an diesem Tag schon eh zuwenig Geld hatten. Und am nächsten Tag war Sonntag.
Man muss sich alles Mitbringen. Über Spülmittel, Toilettenpapier, Kaffee – Tee –Filter, Zucker, Kaffee, Getränke, Seife bis hin zum Brot, Margarine, Käse, Wurst, Marmelade, Milch, Gewürze etc. etc
2 Personen schlafen im Bug (vorn); dass ist aber nur für Kinder oder kleine Erwachsene geeignet ( bis 170 cm ) ; 3 Personen im Heck (hinten). Davon allerdings zwei auf einer Fläche von 140 x 190m. Es war gut, das wir nur zu viert waren, sonst wäre es ziemlich eng gewesen.
Wir hatten uns vorgenommen, am ersten Tag nicht zu weit zu fahren, da man sich rechtzeitig einen Liegeplatz sichern sollte.
Dies ist besonders wichtig, wenn man in einem der vielen Häfen übernachten möchte. Aber auch die vielen Anlegemöglichkeiten am Ufer der Kanäle sind in der Regel ab 15:00 Uhr so langsam belegt. Am Besten ist es, wenn man morgens früh losfährt und dann gegen 14.00 Uhr seinen geplanten Liegeplatz ansteuert.
Wir wollten aber unsere erste Nacht in freier Wildbahn zubringen. Und so lenkte ich unsere „Alice“ nach Erreichen des Kanals nordöstlich Richtung GROU.
Ca. nach 30 Minuten Fahrzeit erreichten wir eine Verbreiterung des Kanals; die „WIJDE EE“. Dort machten wir das Schiff in einer ziemlich langen Aktion glücklich am Ufer fest. Die Einzelheiten möchte ich dem geneigten Leser ersparen. Es ist jedenfalls nicht einfach, ein Motorboot ohne entsprechende Übung so an das Land zu steuern, das die zweite Person überspringen und das Boot erst hinten und dann vorne befestigt.
Am nächsten Morgen starteten wir nach einer eher ziemlich kalten Nacht und kargem Frühstück zurück nach GROU, um endlich Geld aus dem Automaten zu holen und erst mal einen Grundstock an Lebensmitteln einzukaufen. Das Anlegemanöver war hier dann schon ziemlich einfach und dauerte“ nur noch 10 Minuten“.
Nachdem alles erledigt war, gönnten wir uns erst mal ein opulentes Mittagessen in einer der vielen guten Gaststätten, die es dort gibt.
Derart gestärkt wollten wir noch den Liegeplatz T’ WILD im Naturschutzgebiet PRINCENHOF erreichen und fuhren von GROU aus den P-M-K in nordöstlicher Richtung entlang. Nach kurzer Zeit ging es dann rechts in den DRIEHOISTERSLOOT und wieder rechts in den FOLKERTSSLOOT. Am vorgesehenen Hafen angekommen mussten wir feststellen, das es dort keinen Liegeplatz mehr gab. Es blieb uns nichts anderes übrig als den ganzen Weg wieder zurück zu schippern und unterwegs nach einer Anlegemöglichkeit zu suchen.
Letztendlich fanden wir dann einen in der Nähe von GROU.
Auch diese Nacht war recht kühl, trotz Zudecken mit diversen Bekleidungsstücken. Die elektrische Heizung half über Frostbeulen hinweg. Heute wollten wir auf jeden Fall bis SNEEK fahren und dort auch einen Platz in einem Hafen erwischen um an das Stromnetz und Frischwasser zu kommen. Dazu musste man spätestens gegen 14.30 Uhr dort Eintreffen. Es ging also den P-M-K in südwestlicher Richtung zum SNEEKER MEER. Dort erweitert sich der Kanal zu einem Binnenmeer. Die Fahrrinne wird mit roten und grünen Bojen markiert, die man grundsätzlich auch peinlich genau befolgen sollte. Schließlich kann es vorkommen, das außerhalb der Fahrrinne das Wasser nur noch 0,50 m tief ist. Bei einem Tiefgang unseres Bootes von 1,10 m wäre man dann schnell aufgelaufen. Die Seekarte ist aber sehr exakt gestaltet. Wir haben uns während der Woche nur einmal kurzfristig verfahren. Das war aber auch unser Fehler, weil wir eine Abfahrt zu früh genommen hatten und uns in einer Sackgasse, besser gesagt, in einem Blindkanal befanden.
Auf dem Meer kann man dann auch schon mal etwas schneller fahren. Nun ist auch die Zeit gekommen die Kinder ans Steuer und Gashebel zu lassen. Mit großer Begeisterung und zunehmend auch mit guter Sicherheit machte es den beiden natürlich einen Heidenspaß, das Boot zu steuern. Allerdings muss man am Ende, wenn sich das Meer wieder zum Kanal verjüngt, aufpassen, da dort eine Fähre kreuzt. Diese haben grundsätzlich Vorfahrt.
Am Ende geht es dann rechts herum in den HAUKESLOOT. Nach ca. 10 Minuten gemächlicher Fahrt erreicht man den Abzweig zum Hafengebiet „DE DOMP“. Da wir sehr gut in der Zeit waren, bekamen wir auch noch einen schönen Liegeplatz.
Beim Hafenmeister erhielt ich ein passendes Verlängerungskabel und konnte das Boot an die zentrale Stromversorgung anschließen. Nun funktionierten auch die Bordsteckdosen für Fön und Rasierapparat.
Bei Übernachtung in einem Hafen sollte man sich immer beim zuständigen Hafenmeister anmelden und seine Liegegebühr (1,50 hfl pro lfd. Meter Boot) entrichten.
Direkt neben dem Hafengelände befindet sich ein Hallenbad, das täglich von 10.00 – 17.00 Uhr geöffnet hat. Dies nutzten wir, weil wir doch ziemlich verschwitzt waren für die notwendige Körperhygiene. Die Dusche auf dem Schiff ist nämlich sehr eng.
Anschließend machten wir einen ersten Erkundungsgang in die Altstadt. Erfreulicherweise befindet sich ca. 5 Minuten vom Hafen entfernt ein größerer Supermarkt, so dass die morgendlichen Brötchen und frische Milch gesichert waren.
In eigentlich allen Städtchen im Kanalgebiet gibt es eine Fußgängerzone. Viele Gaststätten, Kaffees und (für die Frauen) günstige Boutiquen und ähnliches warten auf Besucher und Käufer. Ich muss allerdings zu geben, das die Preise teilweise unglaublich waren. Meine bessere Hälfte erstand bei H & M ein topmodisches Teil von ESPRIT das ursprünglich 49,90 hfl kosten sollte. Dies war schon mal auf 19,90 hfl heruntergesetzt. Auf diesen Preis gab es noch 50 % Nachlass an der Kasse. Endpreis war 9,95 hfl. In DM kam dabei also ca. 8,65 DM heraus. Da kann man wirklich nur zugreifen.
Da SNEEK wirklich sehenswert ist, blieben wir 2 Tage dort.
Nun kommen wir zum weiter oben schon mal bereits erwähnten Brückengeld (Bruggeld).
Holland ist das Land der Brücken. In einem Kanalgebiet gibt es davon natürlich noch viel mehr. Diese Brücken werden außerhalb von Ortschaften meist privat bedient. Dafür ist dann ein Brückengeld fällig. Ggf. wird auch auf die Freiwilligkeit des Brückengeldes hingewiesen. Man sollte aber grundsätzlich diese 2,50 hfl bezahlen, damit auch in Zukunft der Service fast über den ganzen Tag geleistet wird. Morgens werden ab 08:00 Uhr die Brücken bedient. Mittagspause ist von 12:00 – 13:00 Uhr.
Abends wird um 20:00 Uhr das letzte Mal die Brücke gehoben. Danach geht nix mehr und man muss bis zum nächsten Morgen warten.
Innerorts werden die Brücken von hauptamtlichen Brückenwärtern bedient. In der Regel kostet die Brückenbenutzung 2,50 hfl.
In SNEEK wurde an 2 Brücken aber auch schon 5 hfl kassiert. Vermutlich, weil es sich um Hauptverkehrsstrassen handelte. Genau habe ich das nicht begriffen. Bei den Brücken, an denen Brückengeld kassiert wird, steht der Betrag an einer Tafel gut lesbar angeschlagen.
Wie wird kassiert?
Der Brückenwärter öffnet die Brücke und schwingt beim Vorbeifahren eine Angel mit einem kleinen befestigten Holzschuh zu der Person, die auf dem vorderen Teil des Schiffes steht. Diese legt nun eine 2,50 hfl-Münze in den Holzschuh hinein und der Wärter zieht die Angel hoch und holt die Münze heraus. Diesen Job übernahmen immer die Kinder. Es machte ihnen sehr viel Spaß. Während der einen Woche haben wir ca. 35 kostenpflichtige Brücken passiert. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, immer genügend passende Münzen auf Vorrat dabei zu haben. Wechseln ist nämlich nicht.
Von SNEEK aus sind wir dann in südlicher Richtung über GEEUWPOLLE, WOUDSEND durch das SLOTERMEER nach SLOTEN geschippert. Das ist ein kleines ganz bezauberndes Städtchen. Es ist noch fast komplett im alten Fischerstil erhalten. Eine Gracht, die man aber nicht mehr befahren kann durchzieht diesen Ort. Vor jedem winzigen Häuschen steht ein bepflanzter Blumenkübel und an deren Ende ragt eine windschiefe Windmühle empor. Im kleinen Hafen hat sich eine Segelschule angesiedelt. Von einer Brücke kann man den Schülern bei ihren ersten Versuchen zuschauen. Das war teilweise ganz schön erheiternd.
Es gibt dort eine Reihe von kleinen aber feinen Fischlokalen; in einem von ihnen haben wir sehr leckeren Grillfisch gegessen. Nach einem erholsamen Spaziergang durch die engen Gassen über kleine gebrannte Ziegelstrassen ging es per Schiff in östlicher Richtung weiter auf das TJEUKEMEER zu.
Gewöhnlich ist ja in der Mittagszeit von 12.00 – 13.00 Uhr jede Brücke geschlossen. Nur dem Umstand, das der Brückenwärter bereits um 5 vor 12.00 Uhr Mittag gemacht hat, ist es zu verdanken, dass wir SLOTEN kennenlernen durften. Auf den letzten Drücker sollte man also nicht auf eine Brücke zufahren.
Durch das TJEUKEMEER wird man wieder per ausgebakter Fahrrinne geleitet. Diese sollte man auch peinlich einhalten, da dieses Gewässer außerhalb der Baken mitunter nur 0,9 m tief ist. Bei einem Tiefgang von 1.10 m ist man dann schnell festgefahren. Es schließt sich ein kleiner Kanal an, der nach geraumer Zeit in das LANGERWERDERWIELEN Becken mündet.
Hier machten wir an einer Wiesenhaltestelle fest und wollten eigentlich in Ruhe Kaffeetrinken. Allerdings hatten wir schnell Gäste. Wir hatten ausgerechnet an einer von Schafen beweideten Anlegestelle unseren Pausenplatz gewählt.
Da war natürlich nix mit Pause. Hier wurde unser Kuchen und auch das letzte Weißbrot an die Schafe und ihre Lämmer verfüttert. Auch das Streicheln und Fotoschießen kamen nicht zu kurz. Nach einer guten Stunde brachen wir dann wieder auf.
Nun ging es in nordöstlicher Richtung durch den NOORDER OUDEWEG in das SNEEKER MEER. Hier navigiert man am äußersten östlichem Rand innerhalb der Baken entlang. Das war teilweise eine haarige Angelegenheit. Die Fahrrinne war nur 5 m breit. Bei 2 sich begegnenden Schiffen war harte Disziplin angesagt. Sonst gibt’s auch mal eine Bootsberührung. Da die betreffende Stelle aber nur wenige Meter lang ist, ging alles glatt.
Durch den MEINESLOOT ging es nun noch ein kurzes Stück bis zu unserem Tagesendziel ACCRUM. Hier kamen wir in einem Jachthafen unter. Dieser lag ein gutes Stück außerhalb der Stadt, weil unsere Schafsfütterung den Zeitplan völlig über den Haufen geschmissen hatte, waren die Ankerplätze in der Nähe des Ortskerns alle belegt. Beim Hafenmeister angemeldet, Strom und Wasser gebunkert und ab ging es in die Stadt. Leider hatten wir einen Fußweg von ca. 20 Minuten zurückzulegen. Da die Vorräte für das Frühstück am nächsten Morgen ebenfalls den Schafen zum Opfer gefallen war, besorgten wir in einem stilechten Käseladen Baguettbrot und Käse, suchten uns eine kleine Pizzeria und aßen zu Abend.
Wir hatten zwar von Herrn Heesen den Tipp erhalten, das es in ACCRUM eine Kirche gebe, die zu einem Restaurant umgebaut worden ist, allerdings war diese vollbesetzt. Wartezeit ca. 1,5 Std. Solange hielten unsere Mägen nicht mehr durch. Wer dort essen möchte, sollte sich rechtzeitig einen Tisch reservieren. Die Speisekarte sah sehr verlockend aus.
Die Pizzeria in unmittelbarer Nähe bekam uns tatsächlich satt und nach einem abschließenden Espresso gingen wir zurück zum Liegeplatz.
Nun verbrachten wir also die letzte Nacht auf „unserer“ Alice.
Das Schiff musste bis Samstag 09.00 Uhr wieder abgegeben sein. Über die BOORNE den PRINSES-MAGRIET-KANAL kreuzend ging es zurück nach JIRNSUM.
Das Anlegemanöver gestaltete sich noch einmal ein bißchen schwierig, da 3 Schiffe zeitgleich zum Anleger kamen. Während der Rückfahrt wurden alle Koffer gepackt, so dass wir innerhalb von 10 Minuten alles von Bord hatten.
Nach Bezahlung der Dieselrechnung machten wir uns wieder auf den Heimweg nach Deutschland.
Abschließend bleibt folgendes festzuhalten.
Es hat uns viel Spaß gemacht. Eine bessere Vorplanung ( bezüglich Decken, Geld und Nahrungsmittel ) hätte uns einiges Ungemach erspart. Alles in allem war es ein gelungener und unvergesslicher Urlaub.
Wer Kontakt aufnehmen möchte, wende sich an:
Watersportbedrijf
De Navigator
Frau und Herr Heesen
Rijksweg 117
9011 VC Jirnsum Nederland
Telefon Vorwahl Holland 0566 – 601569
Fax „ „ „ - 602360
Allen zukünftigen Bootsbesatzungen wünsche ich viel Spaß!
PS: Mittlerweile kann man auch in Deutschland solche Fahrten machen. Zum Beispiel im Bereich des Spreewaldes. Adressen gibt’s im Internet.
Gruß
Börsenfeger weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Overknees, 30.04.2005, 18:43 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Sehr gelungener Bericht, der auch Landratten gute Hinweise gibt, was es zu beachten gilt. Ich habe zwar immer noch leichte Bauchschmerzen beim Gedanken, das Leute ohne jede Schiffserfahrung auch Wasserstraßen befahren könne, wo Berufer unterw
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Informationen
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