Pro:
kommt sehr real rüber
Kontra:
langweilig, kaum Handlung, richtig schlechtes Ende
Empfehlung:
Nein
Mittlerweile gehe ich ja eigentlich recht oft ins Kino, da sieht man dann ja auch mal den ein oder anderen Trailer. Irgendwann letzten Sommer war ich total von dem Trailer des Films „Open Water“ begeistert. Der Film sollte aber erst im September anlaufen. Also musste ich mich wohl noch ein wenig gedulden. Ich wartete und wartete... der Film kam aber einfach nicht ins Kino, obwohl er schon längst hätte starten müssen. Naja er kam nicht im Kino und ich werde jetzt auch mal berichten warum ;)
*** Die Story ***
Daniel und Susan sind ein Paar und beruflich ziemlich erfolgreich, schönes Haus, schöne Autos usw ... nur leider haben die beiden relativ wenig Zeit für sich. Jetzt muss auch noch der lang geplante Urlaub auf Grund von beruflichen Terminen verschoben werden.
Da jetzt so kurzfristig aber nicht mehr viel zu buchen ist, landen die beiden in einem mehr oder weniger nicht so tollem Hotel.
Der Urlaub scheint ein totaler Reinfall zu werden. Wenigstens blieb noch der Tauchausflug, auf den sich beide total gefreut haben.
Auf dem Boot angekommen, unterläuft der Crew ein Fehler beim Zählen der Passagiere. Und genau deshalb fährt das Boot nach dem Tauchgang auch ohne Daniel und Susan zurück, die beiden hatten nämlich unter Wasser etwas die Zeit vergessen.
Und genau jetzt beginnt das eigentliche Abenteuer. Als die beiden wieder auftauchen sind sie sich sicher, an genau der richtigen Stelle zu sein, denn Daniel hatte sich das Korallenriff gemerkt, an dem das Boot eigentlich liegen sollte.
Von weitem können sie das Boot auch noch erkennen, aber es fährt von ihnen weg, anstatt zu ihnen hin.
Sie glauben an ein Missverständnis und wollen die Stelle erstmal nicht verlassen, in der Hoffnung, dass das Boot bemerkt, dass sie fehlen und wieder zurück kommen.
Stunden vergehen... das Boot kommt nicht zurück. Daniel und Susan bemerken, dass die sich mit der Strömung immer weiter entfernen und geraten langsam in Panik. Wollen aber weiterhin auf einer Stelle warten und nicht versuchen irgendwie an Land zurück zu kommen.
Von nun an passieren mehrere schreckliche Dinge, die sie immer weiter in Panik verfallen lassen. Susan wird von Feuerquallen erwischt, die ersten Haie haben sie entdeckt, Daniel wird in den Fuß gebissen, ein Unwetter kommt auf, usw... ich will ja nicht zuviel verraten ;)
*** Infos zum Film ***
Der Film hat ein wenig Ähnlichkeit mit Blair Witch Projekt, ebenfalls ein Low-Budget-Film. Chris Kentis war Regiesseur, Produzent, Autor der Geschichte und Kameramann gleichzeitig. Für special Effekts jeder Art fehlte ebenfalls das Geld.
Der Film wurde nicht mal auf 35 mm Format gedreht, sondern mit einer einfachen Digitalcamera. Ich muss allerdings sagen, dass ich davon jetzt nicht viel gemerkt habe. Am anfang, wenn Daniel und Susan noch nicht im Meer sind, da ist die Kameraführung etwas wackelig und ungewohnt. Aber zuerst dachte ich, dass es daran liegt, dass ich eine Version aus der Videothek hatte und die Qualität nicht so die tollste war. Dem war aber nicht so :)
Auf dem Wasser hat man das Gefühl, irgendwie dabei zu sein. Die Kamera ist nämlich überwiegend direkt auf der Wasseroberfläche, so dass man sich wirklich so vorkommt, als wenn man neben den beiden schwimmt. Das kann aber auch irgendwie langweilig werden, wenn man den ganzen Film über keine andere Sicht zu sehen bekommt.
*** Die Haie ***
Ich muss schon sagen, dass ich doch sehr verwundert über die Darstellung der Haie war. Diese wurden nämlich nicht, wie in manchen Horrorfilmen als blutrünstige Monster dargestellt. Sondern so, wie sie wirklich sind. Es wurde keinem Hai mitten in sein Gesicht gefilmt oder ein Close up von seinen scharfen Zähnen gemacht, so künstlich also.
Man sah die Haie wirklich nur so, wie man sie auch sehen würde, wenn man selber im Meer schwimmt und unter einem Haie sind. Nämlich mal hier, mal da ne Floße und vielleicht noch dunkele Schatten unter den Körpern. Das wars dann aber auch schon.
Ich finde, dass das den Film eigentlich recht glaubwürdig erscheinen lässt. Man hat fast den Anschein, dass das wirklich echt sei. Mag auch durch die fehlenden Special Effects kommen.
*** Schaupieler ***
Also ich gehe mittlerweile schon ziemlich oft ins Kino und ich interessiere mich persönlich auch viel für Filme und Schauspieler, aber ich kenne keinen einzigen dieser Schauspieler. Wobei ich sagen muss, dass es in diesem Film auch nicht viele Schauspieler gibt. Warum, kann man sich sicher denken, werde ich aber auch gleich noch was zu sagen.
Bei den beiden Hauptdarstellern handelt es sich um Blanchard Ryan und Daniel Travis. Ich finde, dass sie beide schon recht gut spielen. Alles wirkt verdammt echt, man kann die Angst quasi mitfühlen. Auch wenn ich nicht verstehe, wie man die ersten Stunden auf dem Meer denn so ruhig bleiben kann, so frei nach dem Motto „Das Schiff wird schon wieder kommen“ ... aber das ist wohl eher ne Sache des Drehbuches.
Viele Schauspieler gibt es deshalb nicht, weil der ganze Film nur von dieser Meer Szene handelt. Am Anfang sieht man ungefähr 15 min. Vorgeschichte und ab dann folgt nur noch Daniel und Susan alleine auf dem Meer. Nicht mal einen kleine Zwischenszene, in der nach den beiden gesucht wird oder ähnliches... gar nichts. Deshalb wohl auch kaum Schauspieler :)
Des weiteren spielen in Nebenrollen aber noch mit: Saul Stein, Estelle Lau, Jon-Damon Charles, Michael E. Williamson und Cristina Zenarro.
*** Meine Meinung *** (Vorsicht! Ende wird verraten)
Also ich habe soviel von dem Film erwartet. Ich steh auf solche Geschichten und der Trailer war so viel versprechend. Nur leider war es wieder mal so ein Trailer, der schon die ganzen besten Szenen des Films enthielt.
Ich hätte nicht damit gerechnet, dass sich der ganze Film nur auf dem Wasser abspielt. Mir war schon klar, dass es hauptsächlich um die beiden auf dem Wasser geht, nur da hätte zwischendurch ja mal ein bisschen mehr Handlung sein können. Wie man zum Beispiel nach den beiden Verschollenen sucht, oder was in der Zwischenzeit so alles passiert. Aber ausser in 5 min. am Schluss erfährt man darüber leider gar nichts.
Ich finde, dass das ganze ein kleines bisschen wie eine Dokumentation rüberkommt, aber nicht wie ein Spielfilm. Vor allem, weil in den unendlichen Minuten auf dem Meer zum Teil gar nichts passiert. Die Haiangriffe oder das Unwetter sind nur eine kleine Abwechselung. Die ganze Zwischenzeit passiert gar nichts, nur Gespräche zwischen den beiden oder man kann sie beim Schlafen beobachten ... wirklich sehr spannend.
Die Kameraführung finde ich jetzt nicht so tragisch, weil dadurch alles sehr echt rüber kommt. Ich stehe nämlich auch Low-Budget-Filme und ausserdem sollte dieser Film auf einer wahren Begebenheit beruhen.
Zu diesem Thema muss ich jetzt grad mal das mega enttäuschende Ende verraten ... wahre Begebenheit ... jaja :) fällt mir schwer zu glauben. Die beiden sterben am Ende nämlich einfach Daniel stribt wegen einer Verletzung von einem Hai und Susan lässt hinterher einfach ihre Schwimmweste fallen und ertrinkt. Frag ich mich, wie man dann sagen kann, dass sowas auf einer wahren Begebenheit beruht, wenn die beiden nicht mal gerettet werden. Wie kann man dann wissen, was passiert ist.
Am Ende finden Fischer im Hafen noch einen Hai und nehmen ihm die Innereien raus. Dabei finden sie im Magen des Hai’s den Fotoapparat, den Daniel und Susan bei sich hatten. An Hand dessen soll alles klar sein.
So einfach stelle ich mir das aber nicht wirklich vor. Wie oft verlieren Menschen denn irgendwas im Meer, was Fische dann verschlucken, deshalb heisst das noch lange nicht, dass die Menschen gefressen wurden.
*** Mein Fazit ***
Ich bin super enttäuscht von dem Film und eigentlich bin nich nicht schnell enttäuscht, zumindest nicht von Filmen ;) ... aber dieser Film war irgendwie einfach nur langweilig, die Handlung fehlt einfach.
Anstatt, dass es dann am ende nochmal richtig spannend wird, lassen sie sich einfach fallen und ertrinken. Nicht, dass ich immer auf Happy Ends stehe, aber das war mir jetzt einfach zu unspektakulär. Im Trailer kam alles so super spannend vor und das mit der wahren Begebenheit lockt mich auch immer an.
Aber der Film hat leider keine meiner Erwartungen erfüllt und ist deshalb auch nicht weiter zu empfehlen.
Einen Stern gebe ich aber trotzdem, dafür, dass der Regiesseur es hinbekommen hat, alles so real rüberkommen zu lassen. Das war schon nicht schlecht gemacht, finde ich.
So, das wars ... ihr braucht den Film wirklich nicht zu gucken, ich war froh, dass ich nicht im Kino war.
Noch kurz die Angaben zum Film:
Regie: Chris Kentis
Filmlänge ca. 79 Minuten
Freigeben ab 12 Jahre
www.open-water.de
Zu kaufen gibts den Film ab dem 15. März, in der Videothek ist er schon jetzt auszuleihen.
Liebe Grüße und danke fürs Lesen!
Gracie* weiterlesen schließen
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