Pro:
große Artenvielfalt, ansprechende Präsentation
Kontra:
Erdgeschoß etwas dunkel
Empfehlung:
Ja
Vor einigen Monaten weilten wir im wunderschönen Lissabon, leider nur für ein verlängertes Wochenende. Umso mehr musste man sich überlegen, was man in den wenigen Tagen alles sehen will. Unter anderem stand das Oceánario de Lisboa auf unserem Besuchsplan, welches mit einigen Superlativen aufwarten konnte. Es soll nach dem von Osaka das zweitgrößte Ozeanarium der Welt sein.
Wie komme ich hin:
Das ist relativ einfach. Man nehme die rote der zwei Metro-Linien und fahre bis zur Endstation „Oriente“. Zunächst erblickt man dort nach dem Aussteigen ein riesiges Shopping-Center. Man kann es durchqueren oder drum herum laufen, bis zum Park der Nationen, welcher mit seinen Gebäuden und Attraktionen Teil des Expo-Geländes von 1998 ist. Dort erblickt man neben einem hohen Turm, dem Vasco da Gamma-Tower und einer Seilbahn ziemlich schnell inmitten eines Teiches in Nähe des Tejo-Ufers ein großes modernes Gebäude- das Oceanario.
Nun sollte man sich überlegen, was man alles anschauen möchte. Begnügt man sich mit dem Oceanario genügt die normale Eintrittskarte zu 9 Euro, welche man direkt am Eingang lösen kann. Möchte man weitere Attraktionen ansehen wie den Turm oder auch mit der Seilbahn fahren, lohnt sich der Kauf der Sammelkarte „Parque das Nacoes Card“ zu einem Preis von 14 Euro. Außerdem bekommt man damit in einigen Restaurants auf dem Gelände Rabatt.
Das Gebäude:
Gebaut wurde das Oceanario vom Architekten Peter Chermayeff. Es ragt auf einer Insel aus einem künstlich angelegten Wasserbecken hervor. Über eine Brücke im ersten Stock gelangt man vom „Festland“ zum Oceanario.
Was gibt es zu sehen:
Nun aber zum Oceanario selbst. Man betritt es über rollstuhlfahrerfreundliche Rampen (welch ein Wort..), welche zu dem inmitten eines Sees gelegenen Gebäude führt. Nach dem Betreten läuft man direkt ins Zentrum des Geschehens, welches schon bläulich leuchtend verkündet: Hierher! Ein riesiger Wassertank in der Mitte des Gebäudes, in welchem es von Meerestieren aller Art und Größe wimmelt. In zwei Stockwerken bekommt man Sicht auf das geschehen, also mehr am Meeresboden und dann mehr an der Oberfläche.
Fünfmillionen Liter soll das Riesenaquarium fassen, der Besucher kann durch 30 cm dicke Plexiglasscheiben schauen. Ich möchte nicht wissen, welche Last diese Scheiben auszuhalten haben, es muss immens sein.
Besonders ins Auge fallen natürlich die großen Fische wie die ständig kreisenden großen Haie, die Muränen, Rochen und Barrakudas, aber auch die Schwarmfische, die in großen Schulen ihre Kreise ziehen. Das Becken ist abwechslungsreich gestaltet, mit allerlei Seegetier bestückte Felsen und größere Wasserpflanzen, welche mir allerdings aus Plastik gemacht schienen.
Will man um das Becken herumlaufen, kommt man unweigerlich zu den strahlenförmig um den großen Tank angeordneten kleineren Becken, welche verschiedenen Themen gewidmet sind. Beispielsweise kann man Pinguine in ihrer nahezu perfekt nachgestalteten Umgebung beobachten. Dazu ist die Temperatur auf nahezu null Grad gebracht worden, sogar kleinere Eisflächen gibt es. Und hinter den Glasscheiben befindet sich das normale Lissabon mit 30 °C! Weiterhin gibt es ein Themenbereich mit dem kühlen atlantischen Klima, mit den entsprechenden Seevögeln etc. Im Pazifik- Pavillon kann man den niedlichen Seeottern zuschauen, in einem noch wärmeren Bereich gibt es einen Dschungel, einen Korallengarten und tropische Fische.
Am meisten haben mir fast die ca. 30 kleineren Aquarien gefallen. Sie befinden sich im Untergeschoß. Leider ist die Orientierung auf Grund der Dunkelheit recht schwierig. Hier kann man Seepferdchen, bunten Korallenfischen, Tiefseefischen, Muscheln und anderem originell aussehenden Seegetier zuschauen.
Wartezeiten:
Wir hatten Glück, ohne Wartezeiten erhielten wir unsere Tickets, am Einlass gab es einen kleinen Stau, offensichtlich lässt man immer nur eine bestimmte Anzahl von Besuchern hinein. Aber nach 10 Minuten waren auch wir drin. Die Schauscheiben waren immer gut besucht, aber eigentlich erhielten wir nach kleineren Wartezeiten von wenigen Sekunden immer freie Sicht auf die Exponate. Von daher kann ich nur raten, rechtzeitig anzureisen, also spätestens 10:00 Uhr, damit größere Wartezeiten am Eingang vermieden werden.
Verpflegung:
Zwar gibt es im Oceanario selber ein Restaurant, ich empfehle aber, lieber draußen nach einem geeigneten Restaurant zu suchen, von denen es nur so wimmelt.
Adresse/Öffnungszeiten/Preise:
Oceanario de Lisboa, SA.
Esplanada D. Carlos I – Doca dos Olivais
1900- Lisboa
http://www.oceanario.pt/
Geöffnet von 10:00 Uhr bis 19:00 (Winter) bzw. 20:00 Uhr (Sommer); letzter Einlass eine Stunde vorher.
Preise Erwachsene: 9 Euro
Kinder 4 bis 12: 4,50 Euro
Rentner: 5 Euro
Daneben gibt es diverse Ermäßigungen für Familien und Gruppen.
Fazit:
Wer in Lissabon ist, sollte sich das Oceanario unbedingt anschauen. Nicht nur, weil es das größte Europas ist, sondern weil es von der Zugänglichkeit, dem thematischen Aufbau und der Professionalität der Darbietung einmalig ist. Man sollte sich genügend Zeit mitbringen, ich schätze, mindestens 3 Stunden sollte man einplanen. Besucht man das Oceanario nachmittags, kann man den Besuch mit anschließender Turmbesteigung und Seilbahnfahrt ausklingen lassen. Die Gegend am Park der Nationen ist beliebtes Territorium von Lissaboner Nachtschwärmern. Einer anschließenden Tour durch Bars und Clubs steht nichts im Wege. Meine Bewertung: 5 Sterne! weiterlesen schließen
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