Pro:
Südsee wie aus dem Bilderbuch
Kontra:
krasses Klima
Empfehlung:
Nein
Vielleicht kurz vorab – wo liegt Papeete: Im Südosten des pazifischen Ozeans – auch Südsee genannt - liegt das Anfang der vierziger Jahre des 18. Jahrhunderts von Frankreich annektierte Inselgebiet Französisch-Polynesien. Das Gebiet gliedert sich in fünf Archipelle, deren nordwestliches als Gesellschaftsinseln bekannt ist. Diese wiederum bestehend aus den Inseln unter dem Winde im Westen und den Inseln über dem Winde im Osten. Zu letzterer Inselgruppe gehört u. a. Tahiti. Und Papeete, welches sich auf Tahiti befindet, ist nun die Haupstadt von Französisch Polynesien.
Und was mache ich eigentlich auf Tahiti? Ja, das habe ich mich auch gefragt...
Eigentlich war ich am LAX auf der Suche nach meinem Flieger nach Auckland. Das Anschlußterminal von Air New Zealand für Flüge in Richtung australischer Kontinent hatte ich gefunden und mich eigentlich gefreut, mir während in Deutschland der Winter tobt noch etwas die Beine im sonnigem Los Angeles vertretten zu können. Doch irgendwie tauchte mein Anschlußflug nach Auckland nicht auf der Anzeigetafel auf. Um so mehr wunderte ich mich, daß ein Flug mit der gleichen Nummer nach Papeete angezeigt wurde.
Hmm, hatte das Reisebüro Mist gebaut? Und wo ist eigentlich Papeete? (Damals wußte ich das noch nicht muß ich zu meiner Schande gestehen...) Die freundlichen Leute am Flughafen konnten mich aber beruhigen – mein Flug ginge jetzt halt via Papeete nach Auckland. Dafür gibt es dann etwas Aufenthalt in der Südsee, während der Flieger getankt und gereinigt wird. Nun, eigentlich wollte ich diesen Stopp nicht – aber was soll´s.
Etwa um Mitternacht war es dann soweit – touchdown papeete airport. Noch ein paar Stunden vorher im deutschen Winter war ich geschockt als ich das Flugzeug verließ. Ich fühlte mich, als würde ich gegen eine warme, feuchte Wand laufen. In der Luft hätte es mich nicht gewundert, wenn ein paar tropische Fische vorbeigeschwommen wären.
Die nettesten Erinnerungen die ich aus Tahiti mitgenommen habe sind olfaktorischer Natur. Ein schwerer Geruch von Blumen lag überall in der Luft und zur Begrüßung wurde auch jedem eine Blüte geschenkt, die die anwesenden Polynesier bereits hinter den Ohren stecken hatten. (Unter der Nase wäre wohl auch zu heftig gewesen!)
Ein Blick in die Umgebung zeigte, daß Gauguin in seinen Bildern durchaus ein treffendes Bild des Landes zeichnete. Allerdings fand ich es merkwürdig, daß der ganze Flughafen auf kitschige Weise weihnachtlich geschmückt war, obgleich Weihnachten seit Wochen vorbei war. In der Südsee wirken Schlitten und glitzerndrote Schleifen doch etwas Merkwürdig, aber vielleicht hat sich der Weihnachtsmann ja dort niedergelassen...
Sehr positiv sind mir auch die Toiletten in Französisch Polynesien in Erinnerung geblieben. Ich hatte mir im Flieger den Magen verdorben und fürchtete nun, daß die Polynesier entweder die Toiletten aus Frankreich importiert hätten oder ich mich an Tipps a la how to shit in the bush (weiß zufällig jemand den Autor?) halten müßte. Ich weiß nicht, ob es an der globalen Intervention von McDonalds liegt, aber es scheinen sich doch einheitliche Maßstäbe für Toiletten durchzusetzen.
Bevor ich jetzt meine Erfahrungen in Französisch Polynesien unnötig in die Länge ziehe sollte ich vielleicht zu einer abschließenden Meinung kommen. Auch wenn mein Aufenthalt nicht gerade lang war muß ich sagen, daß ich vorerst von Urlaub in der Südsee geheilt bin. Das Klima scheint mir ungeeignet irgend etwas zu tun, was sich außerhalb klimatisierter Räume abspielt. Ich mag zwar auch heißes Klima, aber bitte nicht mit dieser Luftfeuchtigkeit.
Dennoch – der Geruch der Blumen wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.
P.S.: Trotz der ganzen Atomversuche der französischen Regierung in dem Gebiet sind mir keine Monster – wie man sie immer wieder in japanischen Filmen sieht – begegnet! weiterlesen schließen
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