Patan Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- Wenn man sich erst mal an die Lebensart gewöhnt hat, ist es spannend.
Nachteile / Kritik
- Man muss sich erst an die Lebensart gewöhnen!
Tests und Erfahrungsberichte
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Namaste - ein Reise in eine andere Welt (final part)
5Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Herzlich willkommen zum vierten und letzten Teil meiner Erlebnisse in Nepal. Der Besuch dort fand im März diesen Jahres statt, so das die Erinnerungen noch ziemlich frisch sind.
Nachdem der erste Teil im Allgemeinen über Nepal handelte, stellte ich Euch im zweiten Teil die Hauptstadt Kathmandu vor. Der dritte Teil führte uns in die alte Königsstadt Bhaktapur und in etwas höher gelegene Regionen. Nun also nähern wir uns dem Ende der Reise und in diesem Teil soll es um den Tempel von Pashupatinat und die historische Stadt Patan gehen.
16. März
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Heute Morgen hieß es wieder zeitig aufstehen. Wir wollten noch mal versuchen, ob wir nicht vom Club Himalaja aus doch noch einen tollen Sonnenaufgang mit Blick auf das Himalaja- Gebirge erhaschen konnten.
Also klopfte es 05.15 Uhr erbarmungslos an unsere Tür, dass sichere Zeichen, dass wir aufstehen mussten. Schnell warf ich einen Blick nach draußen, aber es war noch dunkel. Irgendwie konnte man aber erahnen, dass der Himmel nicht unbedingt klar war. Viertel vor Sechs trafen wir uns dann am Bus und da es mittlerweile hell geworden war, sah man auch, dass es ziemlich wolkig war. Die erste Enttäuschung war natürlich riesengroß, nichts desto trotz fuhren wir trotzdem los. Kurz vor Sechs erreichten wir die Besucherterrasse und sahen ein Wolkenband auf Höhe der Berge, aber darüber war es einigermaßen klar. Und dann stieg die Sonne über der Wolkenschicht auf. Es war ein absolut tolles Bild. Stellenweise konnte man sogar die Berge erahnen. Auf jeden Fall hatte sich das zeitige Aufstehen gelohnt, auch wenn die Hauptattraktion, der Himalaja, nicht sichtbar war.
Nachdem wir das Schauspiel ein wenig genossen hatten, hieß es Abschied nehmen. Wir fuhren zu unserer Cottage zurück und packten erst mal unsere Sachen zusammen. Danach trafen wir uns zum Frühstück, während unser Gepäck vom Zimmer abgeholt und im Auto verstaut wurde.
Nach dem Essen verabschiedeten wir uns herzlich vom Besitzer unserer Cottage und bedankten uns mit einem Trinkgeld. Danach hieß es: „Zurück nach Kathmandu“
Der Weg führte uns wieder an Bhaktapur vorbei und gegen 09.30 Uhr erreichten wir wieder das Hyatt-Hotel in Kathmandu. Dort erwartete uns schon unsere deutschsprachige Reiseführerin, die auch sofort mit uns aufbrechen wollte. Dies rief aber einen allgemeinen Proteststurm hervor. Nach 3 Tagen Katzenwäsche und maximal lauwarmen Wasser sehnte sich jeder nach einer Dusche bzw. einem Vollbad. So einigten wir uns auf eine Pause und alles stürmte auf die Zimmer. Selten habe ich eine heiße Dusche und das anschließende Bad so sehr genossen wie dort.
Nach einer Stunde standen wir dann alle frisch gewaschen und mit luftigeren Sachen – schließlich war es in Kathmandu wesentlich wärmer als auf 2000 m Höhe – bereit, um zu neuen Abenteuern aufzubrechen.
Als erstes ging nach Pashupatinath. Dies ist das größte Heiligtum in Nepal und Touristen dürfen nur einen Teil dieses großen Geländes besuchen. Der Tempelhof mit dem Pashupatinatha-Tempel sowie die Arya-Ghats dürfen nur von Hindus betreten werden. Überall findet man große Hinweisschilder (auch auf Deutsch) und Polizisten achten streng darauf, dass dies auch befolgt wird.
Wie überall im Nepal, gibt es auch hier eine wunderschöne Legende zur Entstehung dieses Heiligtums. Shiva wollte sich vor seinen Begleitern Vishnu und Brahma verbergen und nahm die Gestalt einer Gazelle an. In dieser Gestalt vergnügte er sich mit seiner Frau Parvati als Gazellenweibchen. Seine Gefährten fanden ihn schließlich eben in der Gazellengestalt und erinnerten ihn an seine himmlischen Pflichten. Da Shiva sich aber weigerte, seine ursprüngliche Gestalt anzunehmen, packten sie ihn an seinem Horn. Dieses zerbrach jedoch und ermöglichte ihm die Flucht an das andere Flussufer.
Da es Shiva an diesem Platze so gut gefallen hatte, verfügte er, dass jeder, der nach seinem Tode hier verbrannt wurde, auf jeden Fall als Mensch und nicht als Tier wiedergeboren werden würde.
Das abgebrochene Horn verwandelte sich in eine Linga, ein Phallus- Symbol, welche verehrt und angebetet wurde. Schließlich ging er aber verloren, bis einige Jahrhunderte später ein Bauer beobachtete, wie eine seiner Kühe ihr Euter über einem Stein entleerte. Als man an der Stelle grub, fand man den Linga, einen ca. 1m hohen schwarzen Stein, dem seither Opfergaben gebracht werden.
Das Gründungsdatum des Tempels ist unbekannt, soll der Legende nach aber auf das Jahr 365 zurückgehen, als an dieser Stelle ein erstes Heiligtum errichtet wurde. Seither pilgern die Menschen selbst aus Indien zu dieser alten Gedenkstätte für Shiva, der hier als Pashupati, „der Herr der Tiere“ verehrt wird, eine weit in vorhinduistische Zeit zurückreichenden Verbindung von göttlicher Herrschaft über die Kreatur.
Die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörende Anlage liegt ca. 5 km östlich vom Zentrum der Hauptstadt. Auf dem Parkplatz angekommen, verliessen wir unseren Kleinbus und machten uns auf den Weg zum Tempelgelände. Dieser Weg führte an unzähligen Händlern vorbei, die uns alles mögliche verkaufen wollten. Erstaunlich war, dass wir auch von einem jungen Mädchen angesprochen wurden, die perfekt Deutsch sprach – wenn auch nur, um uns zu vermitteln, dass sie die besten Waren und Preise hätte.
Am Haupttor angekommen, versuchten wir einen Blick in das Innere zu werfen, denn das Betreten des Innenhofes war uns ja strengstens verboten, aber besonders viel konnte man nicht erkennen. Also wandten wir uns nach Rechts in Richtung des Flusses. Über eine Steinbrücke kamen wir auf das andere terrassenförmige Ufer. Da diese etwas höher liegen, kann man von hier aus einen Blick in das Innere des Hofes werfen. Man kann den vergoldeten Tempel mit seinem dreigeschossigen Dach erkennen. Von hier hat man natürlich auch einen Blick auf die Ghats. Die Arya-Ghats erwähnte ich ja bereits. Dies sind die Verbrennungsstätten für die königliche Familie. Diese dürfen von Nichthindus ebenfalls nicht betreten werden. Südlich davon befinden sich die sogenannten Surya-Ghats, die für jedermann betreten darf. Diese dienen der ärmeren Bevölkerung als Verbrennungsstätte. Die Ghats liegen direkt an dem Flüsschen Bagmati, der das Gelände teilt. Die Überreste der verbrannten Leichen werden in den Fluß geworfen, welcher in Indien in den heiligen Fluß Ganges mündet.
Hier verbrannt zu werden ist der Wunsch vieler Hindus. Das Feuer bewirkt die große Reinigung und erlaubt es der Seele, den Körper zu verlassen. Dadurch ist sie bereit für die Wiedergeburt.
Die Leiche wird auf einer Bambusstange und mit Soff bedeckt zur Verbrennungsstelle gebracht. Der Leichnam wird nur von den männlichen Familienangehörigen begleitet; die Frauen trauern zu Hause. Die Männer nehmen ein Bad im Fluß, werden kahl geschoren und ziehen weiße Kleidung an, welche ein Jahr lang getragen werden muß. Die Leiche selbst wird unter dem Tuch entkleidet. Alles, was der Tote bei seinem Tod an sich trug, wird dem Fluß übergeben.
Derweil haben Helfer das Holz aufgeschichtet und die Leiche wird darauf gebettet. Danach wird der Scheiterhaufen angezündet. Dazu zündet man mit Butter getränktes Stroh an, welches dem Leichnam in den Mund gesteckt wurde und deckt die Leiche mit Stroh ab. Bei Männern tut der älteste Sohn, bei Frauen der jüngste Sohn das Feuer entfachen, nachdem er die Leiche dreimal im Uhrzeigersinn umkreist hat.
Die eigentliche Verbrennung dauert mehrere Stunden, die Familie verlässt den Ort aber schon nach dem Anzünden. Gegen ein wenig Geld kümmern sich Helfer vor Ort darum, dass die Leiche vollständig verbrennt und die Asche in den Fluß geworfen wird.
Um eine menschliche Leiche komplett zu verbrennen, braucht man ca. 400 kg Holz. Dies ist ein großes Unheil für die umliegenden Wälder. Mittlerweile muß das Holz schon über weite Strecken heran geschafft werden.
Fasziniert schauten wir vom anderen Ufer zu. Während auf einem Ghat ein Feuer vor sich hin loderte und penetrant stinkenden Qualm absonderte, wurden auf der nächsten Plattform der nächste Scheiterhaufen und der nächste Tote vorbereitet. Für uns war es einfach unbeschreiblich, zuzuschauen, wie 10 m weiter gerade ein Mensch verbrannte und wir schauten zu, wie er sich auflöste.
Aber nicht nur Verbrennungen finden an den Ghats statt. Es werden Blumen geopfert und die Menschen nehmen ein heiliges Bad. Ich konnte mir aber nicht vorstellen, freiwillig einen Zeh in diesen Fluss zusetzen, nachdem ich gesehen hatte, wie verschmutzt er ist.
Das Tempelufer zieren noch zahlreiche Tempel und Herbergen. Diese sind während der großen Feste mit den Pilgern belegt und dienen ansonsten armen Familien als Unterkunft. Diese leben davon, Überreste aus dem Fluß zu fischen.
Auch gibt es hier eine Art Altenheim. Alte Menschen kommen hierher, um zu sterben und verbringen dann teilweise Monate in diesem Heim. Sie leben dann nur von Spenden und unter katastrophalen Zuständen.
Am östlichen Ufer findet man die sogenannten Sadhus, die heiligen Männer. Dies können verkappte Bettler, aber auch hochgelehrte Männer auf dem Weg zur Erleuchtung bzw. Berater sein, die den Gläubigen Hilfe bieten. Man erkennt sie an ihren langen verfilzten Haaren und ihrer Gesichtsbemalung.
Böse Zungen behaupten, sie sitzen nur des Geldes wegen hier. Aber einige haben von den Spenden, die sie erhalten, Sozialstationen und Schulen für mittellose Kindergegründet bzw. verteilen Lebensmittel an die Armen.
Vorsicht sollte man übrigens vor den Affen haben, die hier frei herumlaufen. Diese sind sehr diebisch und aggressiv, wenn man ihnen zu nahe kommt.
Von den Brücken über den Fluß führen Treppen vorbei an zahllosen kleinen Tempeln zu einer Terrasse mit Bänken, von wo man einen guten Überblick über den ganzen Tempelbezirk hat. Auch hier findet man zahlreiche kleine Tempel. An einem fiel mir ein Schild auf: „only the milk drinker“. Ich sprach unsere Begleitung darauf hin an und sie erzählte uns von einem sehr alten Mann, der sich seit über 20 Jahren nur von Milch ernährt und seit über 40 Jahren die Haare nicht mehr geschnitten hat - der längste der verfilzten Zöpfe ist über 2 m lang.
Nach ca. 2 Stunden Besichtigung, diese Zeit sollte man sich auch unbedingt nehmen, ging es dann nach Patan. Patan ist die dritte der 3 Königsstädte. Auch sie zählt zum Weltkulturerbe.
Patan ist heute mit ca. 160.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Tal und wächst langsam mit Kathmandu zusammen. Dabei ist die Stadt eine der ältesten Siedlungen im Tal und war ab dem 15. Jahrhundert die Hauptstadt eines der drei nebeneinander existierenden Königreiche. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts verlor Patan seine politische Bedeutung, als die 3 Königreiche gewaltsam vereint und Katmandu als Hauptstadt ausgerufen wurde.
Patan, auch Lalitpur, „Stadt der Schönheit“ genannt, ist nur durch den Fluß Bagmati von Kathmandu getrennt und befindet sich ca. 5 km südöstlich von der Hauptstadt. Die Stadt ist voll von hinduistischen und buddhistischen Tempeln und Denkmälern, die von den Handwerkern dieser Stadt geschaffen wurden. Die Stadt ist die Stadt der Künstler und ist berühmt für seine Schnitzarbeiten und Metallarbeiten.
Beginnen sollte man die Besichtigung von Patan am Durbar Square. Hier muß man auch wieder einmal Eintritt zahlen. Wie viel, kann ich nicht sagen, da diesen Part wieder einmal unsere deutschsprachige Führerin übernahm. Dieses Geld wird aber ausschließlich für die Instandhaltung und Restauration verwendet. Deswegen sollte es auch für jeden Ehrensache sein, diesen Eintritt, der nicht sehr sein sollte, zu zahlen, damit die einmaligen Kunstwerke dieser Stadt für die Menschheit erhalten bleiben.
Der Durbar Square von Patan lebt nach der Devise: Klein, aber fein. Während die Hauptplätze von Kathmandu und Bhaktapur sehr weiträumig angelegt sind, drängt sich hier alles ziemlich eng aneinander, aber nicht zu eng!
Als erstes statteten wir dem alten Königspalast einen Besuch ab. Dieser Palast ist dreigeteilt. Im Norden befindet sich ein kleiner Hof, der so genannte Sundari Chowk. Hier befindet sich das ehemalige königliche Bad, welches um 1646 in der Mitte des Hofes in die Erde eingelassen wurde. Die Wände der Brunnenanlage sind mit mehr als 70 fein gemeißelten tantrischen Gottheiten bedeckt und die Treppe wird am oberen Rand von einem Schlangenpaar bewacht. Auf dem vergoldeten Wasserspeier sitzen Vishnu und seine Gemahlin Lakshmi, getragen von Garuda.
An den Sundari Chowk schließt sich ein weiterer Hof, der Mul Chowk, an. In der Mitte dieses großen Hofes steht ein vergoldeter Schrein. Wenn man den Hof an der anderen Seite wieder verlässt, kommt man in einen Garten, wo sich ein hervorragendes Restaurant befindet. Das Essen war zwar für die Verhältnisse nicht billig (pro Person zahlten wir 10 US$), aber es war unheimlich lecker. Hier sollte man auch unbedingt die Toiletten nutzen, da sie sehr sauber waren und westlichen Standart besaßen. Man findet in Nepal auch genug Toiletten, wo man sich über ein Loch hockt und an zwei in die Erde gerammte Pfähle festhält.
In diesem Garten findet man neben Ruhe und Erholung noch den Eingang zum Patan Archäologisches Museum, einen hervorragenden Museum, welches ca. 900 Statuen und andere Exponate enthält. Dieses Museum befindet sich im dritten und wahrscheinlich ältesten Teil des Königspalastes, dem Manikeshar Chowk. Besonderes Interesse verdient hier vor allem die Fassade, die dem Hauptplatz zugewandt ist. Im oberen Stockwerk existieren 3 Fenster, von denen das mittlere durch eine Platte verschlossen ist, auf der die buddhistische Gottheit Lokeswar abgebildet ist. Die Platte wurde immer dann entfernt, wenn sich der König seinem Volk zeigen wollte. Er stand dann über einem Thron, welcher die Unterkante des Fensters ziert, für die Buddhisten an der Stelle ihrer verehrten Gottheit und für die Hindus zwischen Garuda und vielköpfigen Kobra, welche den oberen Fensterabschluss bildet – und erschien ihnen so als Vishnu. Als dessen Inkarnation ja die Könige Nepals angesehen werden.
Das eindrucksvollste Bauwerk des Durbar Square ist aber nicht der alte Palast, sondern der achteckige Krishna Mandir Tempel. Dieser ist komplett aus Stein errichtet und wirkt doch unwahrscheinlich fein und ist ein hervorragendes Beispiel für die Steinmetzkunst der alten Nepali. Das Heiligtum im ersten Stock ist für Nichthindus tabu, aber auch von außen kann man die feinen Verzierungen und detailgetreuen Reliefs sehr gut erkennen.
Neben dem steinernen Tempel befindet sich auf einer Säule die vergoldete Statue eines Malla- Königs.
Rund um den Platz stehen zahlreiche weitere Tempel und Pagoden. Erwähnenswert wären noch der Tempel des Bhimsen, dem Gott des Handels, wo sich logischerweise auch Unmengen von Händlern aufhalten, die ununterbrochen versuchen, einem ihre Waren zu verkaufen und der älteste Tempel des Platzes, der Car-Narayana-Tempel, dessen wunderschön geschnitzte Dachstreben unterschiedliche Erscheinungsformen Vishnus zeigen.
Wenn man Zeit hat, kann man noch einen Zwischenstopp im Cafe du Temple einlegen, dem Touristenlokal schlechthin in Patan. Von der Dachterrasse aus hat man einen tollen Blick über den Platz und das darauf herrschende Gewimmel. Schon allein deshalb lohnt sich der Aufstieg. Da wir aber schon gegessen hatten, verzichteten wir auf selbiges, obwohl vor allem die Momos hier sehr lecker sein sollen. Unterhalb des Cafes findet man eine lizenzierte Geldwechselstube. Solche Wechselstuben sollte man unbedingt nutzen, da das Schwarztauschen verboten ist – mal ganz davon abgesehen kennt man sich mit den Geldscheinen eh nicht aus. Zum Tauschen wird der Reisepass zwingend benötigt und die ausgestellte Bescheinigung sollte unbedingt aufgehoben werden, will man am Flughafen Restbestände in Euros oder US$ zurücktauschen. Ohne diese geht in dieser Beziehung nichts!
Die Altstadt von Patan umfasst eine Fläche von nur ca. 3 km², Die Straßen sind für den Verkehr gesperrt, so dass man bequem zu Fuss auf Entdeckungstour gehen kann. Und diese führt uns an zahlreichen interessanten Geschäften 8in einem decken wir uns ausgiebig mit Tee und Gewürzen ein) und kleinen Werkstätten vorbei zum „Goldenen Tempel“.
Zwei Steinlöwen bewachen den Eingang zum bekanntesten und schönsten Kloster der Stadt, dessen ursprünglicher Name Kwa Bahal oder auch Hyraniaka Varna Mahavihar lautet, was soviel bedeutet wie „Das große goldfarbene Kloster“.
Schon der Vorhof mit den erwähnten Statuen ist ein kleines Museum. Hier muß man auch den Eintritt bezahlen – die 25 Rupien pro Person (ca. 30 Cent) lohnen sich auf jeden Fall. In unserem Fall übernahm dies aber wieder unsere Führerin, da wir sämtliche Eintrittspreise in unserer Rundreise enthalten hatten. Da im eigentlichen Kloster kein Leder erlaubt ist, kann man hier Gürtel, Lederschuhe, Handtaschen etc. ablegen. Ein Wachdienst achtet sowohl auf diese Sachen als auch darauf, dass kein Leder in den Tempelhof kommt. Sobald man diesen betreten hat, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Seinen Namen erhielt der Tempel durch die zahlreichen vergoldeten Statuen und vergoldeten Kupferdächer des Tempels. Diesen Reichtum verdankt das Kloster dem früheren Handel mit Tibet, worauf auch das tibetanische Kloster zurückzuführen ist, welches sich im Obergeschoss befindet.
Das Hauptheiligtum des Tempels ist eine riesige Buddhafigur, die aber nicht fotografiert werden darf.
Der Tempel wird nicht von einem Mönchsorden geleitet, sondern unterliegt der Sorge von Familien. Monatlich wechselt die Familie, die für Sorge und Sauberkeit verantwortlich ist. Ein Junge aus dieser Familie verbringt dann den ganzen Monat bei der Buddhastatue und darf den Raum nur zum Essen verlassen.
In der Mitte des Hofes steht ein vergoldeter Schrein, in dem ein heiliges, in goldener Schrift geschriebenes Buch aufbewahrt wird. Wie üblich, rankt sich darum eine Legende. In Patan existierte ein Teich mit immer gleich bleibendem Wasserspiegel. Genau in der Mitte auf einer Insel stand eine Stupa mit diesem Buch. Die Ratte Hiranyaka mit goldfarbenem Fell badete hier und verehrte dieses Buch. Als der Tempel dann gebaut wurde, war die Ratte Namensgeberin. Damit entstand auch die Verfügung, dass innerhalb des Tempels keine Ratten getötet werden durften, was zum Beinamen Rattentempel führte. Und richtig, überall im Halbdunkel konnten wir Ratten rumsitzen sehen, teils mit Wunden, die so aussahen, als versuchten sich diese Tiere selbst zu fressen. Meine Schwiegermutter konnte gar nicht hinschauen und hätte den Tempel am liebsten auf dem schnellsten Wege verlassen.
Vorher stiegen wir aber über eine schmale Treppe in den oberen Teil des Klosters, o sich eine tibetanische Gebetshalle befindet. Da gerade eine Gebetsstunde ablief, konnten wir diese Zeremonie ein wenig mitverfolgen. Man sollte aber beachten, vorher zu fragen (auch wenn man Fotos machen möchte) – die Erlaubnis erfolgt in Form einer Getse und eines freundlichen Lächelns - und dass man sich ansonsten absolut ruhig verhalten sollte. Beim Verlassen kann man eine kleine Spende hinterlegen – diese wird zwar nicht erwartet, aber dankbar angenommen.
Damit war der Besuch der Altstadt abgeschlossen. Wir gingen zu unserem Bus zurück und dieser brachte uns in einen anderen Teil der Stadt – zu Fuss wäre es sicherlich auch gegangen und bei dem Verkehrschaos vermutlich auch schneller gegangen. Aber es war schon faszinierend zuzuschauen, wie unser Fahrer den Kleinbus durch die unheimlich engen Gassen mit seinen Gewimmel steuerte.
Nach dem Aussteigen konnten wir erstmal beobachten, wie einheimische Männer in metallverarbeitenden Werkstätten mit kleinen Hämmerchen und Meißelchen wahre Kunstwerke herstellten. Ob es nun Vasen oder Statuen waren, die Arbeiten waren unheimlich filigran und präzise.
Der letzte Tempel, den wir besuchten, war der turmartige Mahabuddha Tempel, welcher über und über mit Terrakottafiguren und –ornamentendbedeckt ist. Dieser Tempel befindet sich in einem sehr engen Innenhof, so dass man den Kopf sehr weit in den Nacken legen muß, um die Spitze des Tempels zu sehen. Wenn man einigen angebrachten Schildern folgt, so kommt man auf das Dach eines Hauses, von wo man einen guten Überblick über den Hof und den Tempel hat.
Damit waren wir am Ende unseres Besuches in Patan angelangt. Unsere Führerin wollte noch einen kleinen Bummel durch Tamel, das Vergnügungsviertel Kathmandus, mit uns unternehmen. Es war aber schon nach 18.00 Uhr und die älteren Herrschaften waren jetzt doch etwas k.o. Die Anstrengungen der letzten Tage machten sich dann doch bemerkbar. So beschlossen wir, zum Hotel zurück zu kehren, um den letzten Abend dort zu verbringen. Schade eigentlich, denn meine Frau und ich, wir hätten gerne noch einen Bummel unternommen – wir wollten meine Schwiegereltern und deren Schwester aber doch nicht allein lassen.
Im Hotel angekommen, bedankten und verabschiedeten wir uns von unserer Führerin, denn diese sollten wir nicht wieder sehen. Desweiteren gaben wir ihr ein großzügiges Trinkgeld, worüber sie sich sehr freute. Adressen wurden ausgetauscht und die Tante meiner Frau steht noch heute mit ihr in Verbindung.
Den Abend ließen wir bei hervorragendem indischen Essen ausklingen, ehe wir uns noch einen Absacker in der Bar gönnten. Den einheimischen Wiskey kann ich nur empfehlen!
17. März
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Heute hieß es zeitig aufstehen und Abschied nehmen von Kathmandu. Nach einem reichlichen Frühstück holte uns Anil, unser eigentlicher Tour- Guide, vom Hotel ab und brachte uns zum Flughafen. Während der Fahrt überreichte er uns noch eine Sitzplatzbestätigung für Fensterplätze auf der rechten Seite – denn dort sollte man sitzen, da man nach dem Start noch mal einen gigantischen Blick auf den Himalaja und den Mt. Everest hat.
Am Flughafen bedankten wir uns auch von ihm und unserem Fahrer (auch in Form eines reichlichen Trinkgeldes) und verabschiedeten uns. Unser Freund vom Flughafen, der sich schon bei der Ankunft um unser Gepäck gekümmert hatte, erschien wie aus dem Nichts und kümmerte sich um unser Gepäck und alle weiteren Formalitäten. Das war sehr angenehm und zeigte uns, dass das Trinkgeld, welches er damals erhalten hatte, ausreichend war.
So, nun bin ich am Ende meines Berichtes über ein faszinierendes Land angekommen. Es war eine unwahrscheinliche Erfahrung und eine sehr interessante Reise, welche ich auf jeden Fall wiederholen würde. Sollten in diesem Teil Fragen aufgekommen sein (z.B. nach Begriffen), dann beachtet bitte, dass vor diesem Bericht schon 3 Teile erschienen und ich wahrscheinlich dort schon darauf eingegangen bin. Alles kann man nicht in jedem Teil wiederholen, dass würde den Rahmen sprengen.
Ansonsten bedanke ich mich bei allen, die den Bericht gelesen haben und besonders bei meinen treuen Lesern, die alle 4 Teile „erdulden mussten“ Ich hoffe, dass Lesen hat Euch nur halb so viel Spaß gemacht, wie mir das Schreiben – bei all den Erinnerungen, die da wieder hochgekommen sind.
Vielen Dank für Euer Interesse und Eure Bewertungen, Kommentare, Anregungen und Kritiken. Die werden von mir immer gerne gelesen.
Bis bald in diesem Theater
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