Pro:
Ein Zuhause in dem Kinder sicher und geborgen aufwachsen können.
Kontra:
Nur Nachteile für alle Beteiligten, da keinerlei Gleichstellung zu "ehelichen" Familien.
Empfehlung:
Nein
Was sind "Patchwork-Familien"?
Beispiel: Alleinerziehende Mama von einem Sohn lernt einen neuen Mann kennen. Dieser bringt eventuell auch noch ein Kind mit in die neue Beziehung...und Voila...die "Patchwork-Familie" ist perfeckt.
In meinem Fall bringt nur die Mama ein Kind mit, der Partner nicht. Egal...
Der neue Partner nimmt das "nichteigene" Kind wie sein Eigenes an. Tröstet es, wenn es traurig ist. Lernt mit ihm für die Schule. Sitzt am Krankenbett, wenn dem Kind etwas passiert ist. Hilft dem Kleinen auf seinem Weg ins Leben. Gibt ihn seine Werte, Erfahrungen mit.
Da er dies bedingungslos und verantwortungsvoll macht, sieht alle Welt in ihm den Papa. Das Kind, die Mutter, die Familie und die Freunde.
Aber wenn dieser Mann dann wirklich wie ein Vater handelt und behandelt werden will, dann wird ihm das verwehrt!
Bestes Beispiel hierfür ist ein privates Ereignis, das bei uns vor einigen Tagen passierte.
Mein Sohn wurde im August eingeschult. Sein leiblicher Vater hatte kein Interesse anwesend zusein...(war klar)...wir gingen also zusammen mit meinem Verlobten und der Familie zur Einschulung.
Kurze Zeit danach stand der erste Elternabend ins Haus. Es war für meinen Partner selbstverständlich dorthin mitzukommen, schließlich interessierte er sich für seinen Sohn und seine Schule. Im Laufe des Abends wurden die Elternsprecher gewählt und mein Partner meldetet sich für den Posten und wurde auch prompt gewählt. Bis hierhin war alles ganz klasse. Die anderen Eltern waren begeistert über die Vorschläge zur Verschönerung des Klassenzimmers, die mein Partner in Eigenarbeit ausführen wollte. Man bot ihm sogar Mithilfe an.
Nur 3 Tage später sprach mich der Klassenlehrer meines Sohnes an. Es hätten sich einige der Eltern darüber beschwert, das mein Partner Elternsprecher sei, obwohl er doch noch nicht mal der leibliche Vater sei. Das stieß bei denen sehr sauer auf...und sie seien der Meinung, das mein Partner noch nicht mal das Recht, hätte bei den Elternabenden anwesend zu sein!
Und überhaupt, sei doch die ganze Wahl nichtig aus diesem Grund...
Mir verschlug es erstmal nur die Sprache...und das hat einiges zu sagen.
Egal, mein Partner lächelte nur über diese Geschichte, hat sein Amt niedergelegt und wird keinen Finger für die Umgestaltung des Klassenraumes rühren.
Aber das ist ja noch nicht alles...
Als Patchwork-Papa darf er keine steuerlichen Vorteile geltend machen, mein Ex-Mann schon, obwohl er nichts mehr mit seinem Sohn zutun haben will und auch den Kontakt zu ihm abgebrochen hat vor langer Zeit.
ER darf auch keine, für unsere Familie, wichtigen Entscheidungen treffen in Bezug auf unser Kind.
Aber er darf (muß) für uns mit aufkommen, sobald es um Unterstützung durch den Staat geht. Sprich, sollten wir mal zusammen ziehen und wirklich mal in die Lage kommen, Wohngeld, oder so einzureichen, dann würde sein Einkommen voll mit angerechnet werden. Oder wenn ich Arbeitslosenhilfe bekommen würde, wie eine Freundin neulichst...dann müßte der Partner sein Einkommen auch voll mit angeben. Erst danach würde man entscheiden, von Amtswegen, ob man "Bedürftig" ist!
Irgendwie ist das doch sehr unfair und (Patchwork)Familenunfreundlich!
Anstatt das der Staat Unterstützung anbietet, denn immerhin ermöglicht man seinem Kind in einer ordentlichen Familie groß zu werden.
Und warum "bestraft" man die wenigen Männer, die bereit sind, ein fremdes Kind aufzuziehen/anzunehmen noch mit finanziellen Nachteilen???
Und belohnt auf der anderen Seite biologische Väter, die sich einen Sch... um ihre Kinder kümmern. Warum können die Rechte dieser "Väter" nicht auf die neuen Papa´s übertragen werden???
Wird das irgendwann mal überdacht? Ich hoffe sehr...
Liebe Grüße, die Nenja weiterlesen schließen
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