Pro:
Idee zum Buch; spannend geschrieben
Kontra:
durchgehend wehmütig und deprimierend; erzeugt innerliche Wut; der Ausgang der Geschichte
Empfehlung:
Ja
Neben Linda Howard hat es mir zur Zeit James Patterson besonders angetan. Und so tauchte ich mal wieder ab in die gefährliche Welt von Alex Cross und begleitete ihn in dem Thriller:
"Wer hat Angst vorm Schattenmann"
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Der Autor
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James Patterson wurde 1949 in New York geboren. Er studierte Englische Literatur und arbeite anschließend als Werbetexter einer großen amerikanischen Werbeagentur, wo er schnell zum Leiter der Werbeabteilung aufstieg.
Er fing an, Kriminalromane zu schreiben, und 1976 war es dann soweit: sein erster Roman "Die Toten wissen gar nichts" erschien, für welchen James Patterson dann sogar mit dem "Edgar Allan Poe Award" ausgezeichnet wurde.
Über 40 Romane hat James Patterson bereits geschrieben, die meisten sind auch schon ins Deutsche übersetzt worden. Zu seinen Werken zählen etliche Einzelromane, aber auch Romanreihen, wie zum Beispiel die, mit der Hauptfigur Alex Cross als Polizeipsychologe.
James Patterson zählt zu den internationalen Bestsellerautoren.
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Allgemeine Fakten zum Buch
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"Wer hat Angst vorm Schattenmann" ist einer von elf Romanen, die zur Alex-Cross-Reihe gehören. Er erschien bereits 1999 unter dem Originaltitel Pop "Goes the Weazel" und 2001 in Deutschland beim Lübbe Verlag unter der ISBN 3-4041-4942-1. Der 350-seitige Thriller ist bei amazon.de für 8,45 € erhältlich.
Ich habe ein Buch gekauft, in dem sich dieser und ein weiterer Patterson-Roman befinden. Es ist eine spezielle Ausgabe vom Weltbildverlag, die mich nur 6,95 € kostete. Die ISBN für dieses Buch ist die 3-8289-8789-3. In diesem Exemplar mußten allerdings 417 Seiten bedruckt werden, damit der gesamte Thriller Platz findet.
Bei beiden Büchern handelt es sich um ein Taschenbuch.
Anbei die chronologische Auflistung aller Alex-Cross-Romane:
Morgen Kinder wird´s was geben, 1993 (verfilmt als Im Netz der Spinne, 2000)
...denn zum Küssen sind sie da, 1995 (verfilmt 1997)
Sonne, Mord und Sterne, 1996
Wenn die Mäuse Katzen jagen, 1997
Wer hat Angst vorm Schattenmann, 1999
Rosenrot, mausetot, 2000
Die Stunde der Rache, 2001
Mauer des Schweigens, 2002, ISBN 3-442-35988-0
Vor aller Augen, 2003
Und erlöse uns von dem Bösen, 2004
Ave Maria, 2005
Blood, 2008
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Klappentext
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Alex Cross ermittelt: In Washington treibt ein perverser Frauenmörder sein Unwesen. Seine diplomatische Immunität und das nach außen hin intakte Familienleben schützen den britischen Botschaftsangestellten und früheren Geheimagenten Geoffrey Shafer, für den das Leben nachts zum mörderischen Spiel wird. Shafer genießt das Töten, und er will sich sein Spiel von niemandem verderben lassen.
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Inhalt & Meinung
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Im 5. Patterson-Thriller mit der Hauptfigur Alex Cross, der in Washington als Polizeipsychologe tätig ist, steht dieser einem besonders hartnäckigen Widersacher gegenüber: Goeffrey Shafers Einerseits ist dieser ehemalige Agent des MI6 derzeit als Informationsanalytiker bei der britischen Botschaft in Washington tätig und genießt somit diplomatische Immunität, andererseits begeistert er sich seit Jahren für das Fantasyspiel "Die vier Reiter", bei dem er die Figur "Tod" darstellt.
Der Psychopath Geoffrey Shafers (von der Polizei "Das Wiesel" genannt) verliert sich in diesem Spiel. Er läßt die Würfel entscheiden, wann er wen, wie umbringt. Zahlreiche Morde an jungen Frauen gehen auf sein Konto, doch bisher sind diese Mordfälle ungelöst. Alex Cross ist an der Aufklärung dieser Mordfälle interessiert, doch es ist ihm untersagt, hier zu ermittelt. Somit beschäftigt er sich in seiner Freizeit damit und ahnt nicht, was dies für sein Privatleben bedeutet…
Gleich zum Anfang des Thrillers lernt der Leser Shafers als durchgeknallten und eiskalten Mörder kennen, dem es immensen Spaß bereitet, zu morden. Sympathie gibt es somit für diese Hauptfigur keine. Eher empfindet man abgrundtiefe Abscheu, welche sich verstärkt, sollte er mal in die Bredouille kommen, weil er sich stets mit seiner diplomatischen Immunität herauswinden kann.
Noch weiß Alex Cross nicht, wer hinter den so genannten Jane-namenlos-Morden steckt, die deswegen so betitelt werden, weil es sich bei den Opfern stets um Frauen handelt, die eher als unwichtig eingestuft werden, da sie meist schwarze Prostituierte sind. Verständlich, das Alex Cross sich ausgerechnet an diesen Fällen festbeißt. Hierbei finde ich es auch sehr wichtig, daß James Patterson dieses leider stets aktuelle Rassenproblem aufwirft, über welches man sich wirklich einmal tiefgründigere Gedanken machen sollte.
Und auch wenn Alex Cross nicht direkt in diesem Fall ermittelt, jäh wird er ins Geschehen mit einbezogen, da Shafers Alex´ Verlobte entführt. Hier wird der Fall persönlich.
Dieser Thriller, wenn auch in gewohnt fesselndem und spannendem Stil geschrieben, ist etwas anders, als ich erwartet hatte. Es sind mehrere Handlungsstränge, die parallel verlaufen, um letztendlich zu einem großen Ziel hinzuführen. Das ist teilweise verwirrend und somit recht anstrengend zu lesen, zumal der Personenkreis in diesem Roman recht groß ist. Ein besseres Zurechtfinden ist Dank der ausführlichen Charakterisierung der einzelnen Hauptfiguren möglich. Die kurzen Kapitel (insgesamt 124) kommen dem Lesespaß ebenfalls sehr entgegen, auch wenn man ständig die Schauplätze wechselt.
Insgesamt ist der Thriller sehr rasant. Ständig passiert etwas Neues und das Geschehen wandelt sich. Kaum hat man Zeit zum Verschnaufen. Interessant sind auch die Kapitel, in denen es um die Gerichtsverhandlung Shafers geht, der sich wegen Mordes an einer Polizistin zu verantworten hat. Doch wie soll es anders sein: es folgt unbefriedigender Weise ein Freispruch. Hier kam bei mir auch immer wieder die Wut auf die "diplomatische Immunität" auf, die die Ermittlungsarbeit der Polizei besonders erschwert, teilweise sogar unmöglich macht. Gespickt mit Shafers Arroganz macht einen dieser Thriller teilweise rasend.
Zum Ende des Buches hin erfährt man, daß Christine, Alex´ Verlobte bereits seit einem Jahr verschwunden ist. Das fand ich sehr erstaunlich, hat man doch beim Lesen nicht den Eindruck, daß so viel Zeit verflossen ist.
Das Finale bringt Alex Cross immerhin privat Glück, doch kann er Shafers dingfest machen?
Ich verrate nur so viel, daß mich das Ende des Buches sehr deprimiert hat, auch wenn einen das Auffinden von Christine glücklich machen sollte. Die aufgebaute und aufgestaute Wut, die sich während des Lesens dieses Thrillers regelrecht in einen hineinfrißt, verflüchtigt sich im letzten Kapitel leider nicht. Es gibt kein richtiges Happy End, das einen mit einem erleichterten Seufzer das Buch beiseite legen läßt. Der Thriller war somit zwar durchgehend nervenaufreibend und spannend, besonders auch, was das Spiel der vier apokalyptischen Reiter betrifft, jedoch hat er ein Ende, welches mir so gar nicht gefallen will. Ich stehe irgendwie hilflos da, bin traurig und weiß nicht weiter…
So gut die Story also auch war, mich enttäuscht das Ende des Buches. Und ebenfalls hätte ich mir mehr Aktivität von Alex Cross gewünscht, die ihm Dank seines Chefs leider verwehrt war. Irgendwie hatte es den Anschein, er war die ganze Zeit über nur ein Spielball für seinen Chef und ebenfalls auch für Shafers, der ihn in das Spiel mit einbezieht. Alex rannte den Ereignissen hinterher ohne Herr seiner selbst zu sein, gebeutelt von seiner Trauer und Angst um Christine. Durch und durch ein melancholisch stimmender Thriller, dem ich nur 3 Sterne gebe…
( Mein Bericht erschien bereits auf Ciao am 17. Juni 2007 ) weiterlesen schließen
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