Pro:
ausgezeichnete touristische Infrastruktur, schöne Strände, traumhaftes Klima
Kontra:
eine Hochburg des Massentourismus, teilweise laut und verdreckt, wenig inseltypisch
Empfehlung:
Ja
In meinem Bericht schreibe ich über Playa del Ingles, den größten Urlaubsort auf der kanarischen Insel Gran Canaria, auf der ich letztes Jahr einen erholsamen zweiwöchigen Urlaub verbracht habe.
+++++++++++++++++++ INHALT +++++++++++++++
1. Allgemeine Informationen zu Playa del Ingles
2. Übernachtungsmöglichkeiten
3. Literaturhinweis
4. Essen & Trinken
5. Shopping
6. Strände
7. Öffentliche Verkehrsmittel / Taxis
8. Ausflugsmöglichkeiten
9. Sicherheitshinweise
10. Meine abschließende Bewertung
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1. Allgemeine Informationen zu Playa del Ingles
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Playa del Ingles ist der größte und lebhafteste Urlaubsort auf Gran Canaria und bildet zusammen mit San Agustin und Maspalomas eine weitläufige Retortenstadt, die speziell auf die Bedürfnisse von Pauschaltouristen zugeschnitten ist. Angeblich gibt es in Playa del Ingles mehr als 400 Lokale und Restaurants, 300 Appartment- und Bungalow-Anlagen sowie rund zwei Dutzend Großhotels und in der Hochsaison drängeln sich 100.000 sonnenhungrige Touristen in den Straßen von Playa del Ingles, die sich wie ein Ei dem anderen ähneln. Ob es wirklich so viele Lokale und Hotels sind, habe ich persönlich nicht nachgeprüft, aber als wir mit unserem Transferbus, von der Autobahn GC-1 kommend, nach Playa del Ingles einbogen, erblickte ich eine unüberschaubare Anzahl von Hotelanlagen und Hochhäusern, die mir auf den ersten Blick nicht besonders gefielen. Mein erster Gedanke war: Das hier ist Mallorca hoch drei!
Playa del Ingles liegt rund 4,5 Flugstunden von Deutschland entfernt. Wenn man, wie ich, von München abfliegt, hat man eine einfache Wegstrecke von 3300 Kilometern zu bewältigen. Erfreulicherweise sind die Transferzeiten vom Flughafen Gando bis nach Playa del Ingles mit rund 30 Minuten recht kurz, so daß man nach einem längeren Flug nicht auch noch eine anstrengende Busfahrt vor sich hat. Das fand ich sehr angenehm.
Die günstigste Reisezeit ist angeblich der Spätherbst und Winter, wenn es bei uns in Deutschland teilweise unangenehm kalt ist. In den Wintermonaten beträgt die Durchschnittstemperatur immerhin 19 Grad, im Sommer rund 24 Grad (Wassertemperatur 19 bzw. 22 Grad). Im Süden von Gran Canaria, also auch in Playa del Ingles, regnet es höchstens zwei Tage im Monat. Während unseres zweiwöchigen Aufenthalts hat es einmal eine halbe Stunde lang leicht genieselt, ansonsten von Regen oder schlechtem Wetter keine Spur. Aus meiner Sicht ist das schon mal EIN Grund, um nach Gran Canaria zu fliegen.
2. Übernachtungsmöglichkeiten
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Ich hatte zusammen mit meinem Mann eine zweiwöchige Pauschalreise gebucht, so daß wir uns um die Unterkunft vor Ort keine Gedanken zu machen brauchten. Wir waren in einer 3,5 Sterne Bungalow-Anlage am Ortsrand von Playa del Ingles untergebracht, in der wir uns ingesamt recht wohl fühlten.
Individualreisende werden es auf Gran Canaria etwas schwerer haben, da nicht überall direkt vor Ort eine Unterkunft zu buchen ist. Unsere Bungalow-Anlage war z.B. vollständig vom Reiseveranstalter 1-2-fly belegt. Wer es trotzdem auf eigene Faust probieren möchte, wendet sich in Playa del Ingles am besten an das „Centro Insular de Turismo“ im „Centro Comercial Yumbo“ (Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 9 bis 21 Uhr, Tel. 928 76 25 91) oder zieht einen der zahlreichen Reiseführer zu Rate.
Was die Übernachtungsmöglichkeiten als solche angeht, so finden sich in Playa del Ingles einfache 2-Sterne-Appartmentanlagen genauso wie luxuriöse 5-Sterne-Hotelprachtbauten, die allerdings nur für den gut gefüllten Geldbeutel geeignet sind. Nach meiner Erfahrung (nicht nur auf Gran Canaria) ist man mit einem 3-Sterne-Hotel in der Regel gut bedient, da dieses ausreichenden Komfort, wenn auch keinen Luxus zu einem akzeptablen Preis bietet.
3. Literaturhinweis
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Zu Gran Canaria gibt es derart viele Reiseführer in unterschiedlichen Preisklassen, daß ich hier nur den von mir verwendeten kurz vorstellen möchte. Es ist der Reiseführer „Gran Canaria“ aus der Reihe „dumont Extra“ von den Autoren Michael Möbius/Mark Schmidt, erschienen im DuMont Reiseverlag, Köln 2002 (ISBN 3-7701-5745-1). Das sehr handliche Büchlein mit weniger als 100 Seiten hat mich 6,95 Euro gekostet und ist in jeder gut sortierten Buchhandlung erhältlich.
An diesem „Dumont“-Reiseführer gefällt mir vor allem, daß er eine große herausnehmbare Karte von Gran Canaria beinhaltet, so daß man sich vor Ort keinen teuren Plan mehr besorgen muß. Die Karte ist nach meiner Einschätzung sehr gut und enthält neben allen interessanten Stränden auch viele Hinweise für Ausflüge und besonders sehenswerte Ziele. Außerdem ist der Reiseführer so handlich und leicht, daß ich ihn in meiner Handtasche überall hin mitnehmen kann. Aus meiner Sicht ist das eine Empfehlung wert!
Direkt vor Ort in Playa del Ingles sollte man versuchen, das kostenlose, monatlich erscheinende Magazin „Hallo Gran Canaria“ zu ergattern, das in etlichen großen Supermärkten ausliegt und meistens schnell vergriffen ist. Herausgeber dieses Magazins ist die „Tourist Press“, Avd. de Tirajana s/n, 35100 Playa del Ingles, Tel. 928 73 01 27. Die Internetadresse lautet: www.hallograncanaria.com. Die Zeitschrift enthält einige hilfreiche Tipps für Ausflugsziele, allgemeine Informationen zu Klima und Stränden und einen Serviceteil „Wo finde ich was?“, der viele nützliche Adressen und Hinweise beinhaltet. Außerdem gibt es in jedem größeren Supermarkt für 2 Euro ein deutschsprachiges Magazin zu und über Gran Canaria, dessen Namen ich leider vergessen habe. Ich habe nur einen kurzen Blick hinein geworfen und die Zeitschrift dann doch nicht gekauft, halte sie aber für durchaus empfehlenswert.
4. Essen & Trinken
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In unserer Bungalow-Anlage hatten wir ohne Verpflegung gebucht, da wir uns im Urlaub meist selbst versorgen. Ich muß vorausschicken, daß wir in Playa del Ingles selbst nur einige Male im Cafe waren, um einen „Cafe solo (Espresso)“ bzw. einen „Cafe con leche (Milchkaffee)“ zu trinken. Die überaus zahlreichen Pizzerien, Kneipen und Pubs mußten auf unseren Besuch verzichten und nicht einmal dem japanischen Restaurants „Sakura III“ haben wir die Ehre gegeben.
Ehrlich gesagt war ich ziemlich enttäuscht darüber, daß wir in ganz Playa del Ingles kein einziges gutes und vor allem authentisches Tapas-Lokal entdeckt haben. In Spanien bzw. auf den Kanaren gehe ich persönlich nämlich am liebsten in spanische Lokale, wo einheimische Gerichte serviert werden. In der Retortenstadt Playa del Ingles gibt es dagegen zuhauf Lokale, die vor allem auf den deutschen Geschmack (die Hauptbesuchergruppe!) zugeschnitten sind. Wer will, kann sich im „Blauen Engel 2“ direkt an der Strandpromenade von Playa del Ingles bei Nicole, Pia & Peter oder im „Tiroler Stadl“ im „Centro Comercial Gran Chaparral“ amüsieren, wo es gegen Vorlage eines Gutscheins 1 Glas Sangria umsonst gibt. Mein Geschmack ist das nicht unbedingt.
In nächster Umgebung von unserer Bungalow-Anlage gab es in einem Umkreis von fünfzig Metern allein 7 ( ! ) irische Pubs (ich habe sie gezählt), die sich gegenseitig Konkurrenz machten. Auch das ist weniger nach meinem Geschmack, aber wem’s gefällt ...
Jedenfalls ist es nach meiner Erfahrung nicht ganz einfach, in Playa del Ingles ein authentisches spanisches Restaurant oder eine gute Tapas-Bar zu finden, in der kanarische Gerichte serviert werden. Wer Pizza, Döner und Hot Dog lieber mag, ist allerdings in dieser Touristenstadt genau am richtigen Ort.
TIPP VON MIR: Es empfiehlt sich, direkt nach der Ankunft in Playa del Ingles einen Supermarkt aufzusuchen, um Mineralwasser einzukaufen. Das aufbereitete Wasser aus der Leitung ist als Trinkwasser nämlich nicht zu empfehlen; Zähneputzen ist dagegen kein Problem. In jedem Supermarkt gibt es 5-Liter-Kanister, manchmal sogar 8-Liter-Kanister mit Trinkwasser zu einem sehr günstigen Preis.
5. Shopping
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In den meisten Reiseführern – so auch in meinem – werden die zahlreichen Einkaufszentren (= Centro Comercial bzw. CC) empfohlen, von denen es allein in Playa del Ingles mehr als zehn gibt. Das größte ist das „CC Yumbo“, außerdem findet man noch das „CC Kasbah“, „Metro“, „Cita“, „Plaza de Maspalomas“, „El Veril y El Aguila“, „Parque Tropical“ etc. etc. In diesen meist mehrstöckigen CCs gibt es zahllose Geschäfte, Supermärkte, Cafes, Bars, Spielhallen und Restaurants.
Leider klingt das besser als es in Wirklichkeit ist! Von den meisten CCs war ich persönlich eher enttäuscht, denn viele sind inzwischen mehr als 20 Jahre alt und machen teilweise schon einen heruntergekommenen und stark renovierungsbedürftigen Eindruck. Vor allem die maroden Sanitäranlagen lassen aus meiner Sicht einiges zu wünschen übrig. Besonders schlimm ist die Situation im größten „CC Yumbo“; wenn man dort die Toiletten benutzt, ekelt es einen fast. Wir waren einmal dort und sind anschließend nie wieder hin gegangen. Das „CC Yumbo“ kann ich also beim besten Willen nicht empfehlen!
Gut und günstig einkaufen kann man dagegen im nahegelegenen Stadtteil San Fernando, der größtenteils von Kanaren bewohnt wird und kaum touristisch ist. Es gibt dort einen überdachten Marktplatz („Mercadillo“), an dem jeweils mittwochs und samstags ein Markt stattfindet. Zu kaufen gibt es vor allem Lebensmittel wie Käse, Schinken, frischen Fisch etc., alles von recht guter Qualität. MEIN TIPP: Direkt am Haupteingang schräg rechts befindet sich eine deutsche Bäckerei und Konditorei, bei der man unbedingt vorbeischauen sollte!
Zum Einkaufen nicht schlecht ist auch das leicht zu findende „CC San Fernando“. Noch deutlich besser finde ich persönlich aber das etwas abgelegene „CC Bellavista“, in dem wir häufig und gern eingekauft haben. Dort gibt es einen großen und sehr gut sortierten Supermarkt namens „Hiperdino“, der u.a. eine große Fischtheke hat. Wer Meeresfrüchte mag, sollte unbedingt die frischen langostinos und gambas probieren, die bei uns wesentlich teurer und garantiert nicht so frisch sind. Außerdem empfehle ich kanarischen Kaffee der Firma „Tirma“, kanarischen „Arucas“-Rum (möglichst den 7 Jahre alten, der nur rund 8 Euro kostet und wirklich sehr gut ist), kanarische Bananen und Tomaten und für Süßmäuler den hauseigenen Flan (ein Dessert mit Caramelsoße) aus der Kühltheke, um – neben dem spanischen Schinken - nur die wichtigsten Leckereien zu nennen.
Kommt man nach einem längeren Einkauf wieder aus dem „Hiperdino“ heraus, findet man gleich schräg rechts die „Casa del pan“, die ungewöhnlich gute Brötchen, leckeres (Vollkorn-)Brot und sehr frisches Gebäck verkauft. An diesem kleinen Laden sollte man wirklich nicht vorbeilaufen. Das einzige Problem: Hat man erst einmal Brot aus diesem Laden gegessen, schmeckt einem das im Supermarkt gekaufte gar nicht mehr!
EIN WEITERER WICHTIGER EINKAUFSTIPP VON MIR: Dazu muß man Playa del Ingles verlassen und sich auf der Autobahn nach ca. 20minütiger Fahrt zur Ausfahrt „Vecindario“ begeben, wo das riesige und nicht zu übersehende moderne Einkaufszentrum „Centro Atlantico“ auf Besucher wartet. Mit einem Mietwagen kommt man natürlich am einfachsten hin; soweit ich weiß, gibt es aber auch Busse (evtl. im Hotel erkundigen). Allein im Untergeschoß gibt es 3 oder 4 sehr empfehlenswerte Schuhgeschäfte, die die Herzen aller Frauen höher schlagen lassen (Herrenschuhe gibt es natürlich auch). Daneben findet man Läden wie „Esprit“, „Zara“, „Springfield“, „Body Shop“, Parfümerien und vieles mehr. Sogar die von mir heiß geliebten tapas habe ich endlich dort gefunden und zwar im Erdgeschoß links hinten im „La Espumosa“, in dem u.a. Fischeintopf, Kaninchen nach kanarischer Art, Papas arrugadas con mojo (runzlige Salzkartoffeln mit Knoblauchsoße) und andere überaus schmackhafte Gerichte für günstiges Geld serviert werden. Unbedingt vorbeischauen! Im übrigen sind die sanitären Einrichtungen im „Atlantico“ vorbildlich; neben den sehr sauberen und modernen WC-Anlagen gibt es auch Baby-Wickeltische und andere Annehmlichkeiten.
Wer die Möglichkeit hat, sollte dem „Atlantico“ unter der Woche einen Besuch ausstatten, da am Wochenende die Spanier mit Kind und Kegel anrücken, um ihren Großeinkauf zu tätigen. Unter Umständen findet man dann gar keinen Parkplatz mehr. Unter der Woche ist es dagegen schön ruhig und man kann ganz entspannt shoppen.
6. Strände
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Die Strände sind meines Erachtens die eigentliche Sensation von Playa del Ingles und Umgebung. Der rund 3,7 km lange PLAYA DEL INGLES ist der Hausstrand und besticht durch seinen feinen hellen Sand, den guten Fernblick und die zahlreichen Wassersportmöglichkeiten, die hier angeboten werden (Bootsverleih etc.). Einziger Nachteil aus meiner Sicht: Der Zugang zum Strand ist nur über zahlreiche, teilweise recht steile Treppen und nicht direkt möglich. Ansonsten kann man dort nicht nur baden, sondern auch lange Strandspaziergänge unternehmen. Der Wind ist allerdings oft derart stürmisch, daß es einem fast die Sonnenmütze vom Kopf reißt. Ich habe mir manchmal sogar ein Kopftuch umgebunden, um mich gegen die Windböen zu schützen, weil ich leider etwa windempfindlich bin.
Der nördlich anschließende PLAYA DE SAN AGUSTIN hat mir wegen seines feinen dunklen Sandes und der schwarzen Felsen ebenfalls sehr gut gefallen und bietet ein hübsches Kontrastprogramm. Hier ist es wesentlich ruhiger und am Strand sonnen sich vor allem ältere Leute, was meines Erachtens mit den vielen Luxusherbergen zusammenhängt, die man in San Agustin findet (z.B. das „Don Gregory“). Der Strand wird oft als wind- und wellengeschützt und ideal zum Baden eingestuft – darüber kann ich nur lächeln, denn als wir dort waren, wehte eine sehr heftige Brise und die Strandflagge war „gelb“ gehißt, was „Vorsicht beim Baden!“ bedeutet und unbedingt ernst genommen werden sollte.
Der interessanteste Strand ist aus meiner Sicht der PLAYA DE MASPALOMAS, der sich im Süden anschließt. Am besten orientiert man sich am alten Leuchtturm („faro“) und versucht, sein Auto in einer der Seitenstraßen in der Nähe des neu erbauten Kongreßzentrums abzustellen. Ansonsten ist es mit Parkplätzen in Maspalomas sehr schlecht bestellt und wir mußten oft lange suchen, weil wir unser Auto nicht für teures Geld ins Parkhaus stellen wollten. Ein Besuch in Maspalomas ist aus meiner Sicht ein absolutes Muß, weil sich hier eine saharaähnliche Dünenlandschaft von rund 25 qkm ausdehnt, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Ich habe derartige Dünen in Europa noch nirgends gesehen und war schwer beeindruckt. Auch an diesem Strand kann man sehr gut baden (meistens flacher Einstieg!) und lange Strandspaziergänge unternehmen. Wer anschließend noch in Maspalomas einkaufen oder essen gehen möchte, ist mit dem spiralförmig angelegten „CC Faro 2“ ausnahmsweise gut beraten.
7. Öffentliche Verkehrsmittel / Taxis
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Da wir die ganze Zeit über einen Mietwagen zur Verfügung hatten, mußten wir nur ein einziges Mal auf ein Taxi zurückgreifen, um – unseren Mietwagen abzuholen. Taxis sind auf den Kanaren deutlich billiger als bei uns. So kostet z.B. die Fahrt von Playa del Ingles nach San Agustin oder Playa de Maspalomas mit der „Cooperativa Taxistas“ (Tel. 928 766 767) nur 3,70 Euro, zum Flughafen bezahlt man rund 27 Euro. Das finde ich wirklich günstig! Übrigens muß man nie lange auf ein Taxi warten; wie unsere Reiseleiterin meinte, genügt es, sich an den Straßenrand zu stellen und sich ansatzweise am Kopf zu kratzen, damit ein spanischer Taxifahrer unter Mißachtung sämtlicher Verkehrsregeln mit quietschenden Bremsen anhält. Wir haben’s ausprobiert – die Frau hatte recht!
Wer auf öffentliche Verkehrsmittel – auf Gran Canaria ist das der Bus, da es keine Schienenfahrzeuge gibt – angewiesen ist, hat in Playa del Ingles Glück: Es gibt 8 Buslinien, die in Abständen von 10 bis 15 Minuten alle wichtigen Sehenswürdigkeiten anfahren und ebenfalls sehr günstig sind. So zahlt man für einen Einzelfahrschein nur 0,85 Euro, die Strecke San Agustin – Maspalomas (Faro) kostet 0,95 Euro und selbst für die Fahrt in die Hauptstadt Las Palmas muß man einfach nur 4,05 Euro berappen. Wenn das nicht preiswert ist! Wer vorhat, alle Sehenswürdigkeiten mit dem Bus zu erkunden, legt sich am besten die „Tarjeta Insular“ zu, eine Magnetkarte, die Busfahrten auf allen Inselstrecken einschließlich der Hauptstadt stark verbilligt. Diese Karte gibt es an ausgewählten Verkaufsstellen; bei Interesse kann bestimmt die Touristen-Information oder das Hotel weiter helfen.
8. Ausflugsmöglichkeiten
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Ich möchte hier nur diejenigen aufzählen, die mir persönlich besonders gut gefallen haben. Weitere lohnenswerte Ziele bitte ich dem Reiseführer zu entnehmen.
PUERTO DE MOGAN: Der kleinste Ferienort der Insel liegt rund 20 Autominuten von Playa del Ingles entfernt, es gibt aber auch Busverbindungen. Wegen seiner Kanäle bezeichnet man Puerto de Mogan auch als „Klein-Venedig“. Das finde ich zwar etwas übertrieben, aber hübsch ist der kleine Ort mit seinem schönen Yacht-Hafen und der niedrigen Bebauung im kanarischen Stil allemal. Wer die Hochhäuser und gesichtslosen Straßenzüge in Playa del Ingles nicht mehr sehen kann, sollte hierher fahren, um sich zu erholen und einen Spaziergang in den liebevoll restaurierten Gassen mit ihrem üppigen Blumenschmuck zu machen.
LAS PALMAS mit seinen knapp 500.000 Einwohnern, dem historischen Viertel Vegueta, der Einkaufsgegend Triana und dem Kneipenviertel Santa Catalina ist eine sehenswerte Großstadt. Allerdings herrscht hier ein sehr reger Verkehr und wegen der vielen Einbahnstraßen ist es nicht leicht, sich als Ortsunkundiger zurechtzufinden. Wir haben uns einige Male verfahren, was uns normalerweise nicht passiert. Einige Stadtviertel sollte man außerdem meiden: Unsere Reiseleiterin klärte uns darüber auf, daß es in Las Palmas viele Drogenabhängige gibt und Überfälle, Autoaufbrüche und Diebstähle an der Tagesordnung sind.
JARDIN CANARIO: Dieser wunderhübsche Garten liegt an der Schnellstraße C 811 Richtung Las Palmas und ist leider schlecht ausgeschildert, so daß wir ihn nur mit viel Glück gefunden haben. In der Gartenanlage (kein Eintritt!) gibt es eine einzigartige Kakteensammlung, schattige Wege, Alleen, Feuchtbiotope mit Schildkröten und viele exotische Pflanzen, die einen Besuch lohnend machen. Das angeschlossene, leider etwas teure „Restaurant Jardin Botanico“ ist ebenfalls einen Besuch wert und bietet original kanarische Küche.
Übrigens habe ich die Feststellung gemacht, daß die meisten Ausflugsziele auf Gran Canaria schlecht ausgeschildert sind. Ich war erst vor einem halben Jahr auf Lanzarote und habe dort wegen der guten Beschilderung auf Anhieb alles gefunden. Auf Gran Canaria muß man als Ortsfremder gezwungenermaßen den einen oder anderen Umweg in Kauf nehmen, weil man sich wieder einmal verfahren hat.
9. Sicherheitshinweise
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Ich sag’s nicht gern, aber Sicherheitshinweise sind auf Gran Canaria bzw. in Playa del Ingles leider nötig. Nicht nur mein Reiseführer hat ein eigenes Kapitel zu diesem Thema, sondern auch unsere Reiseleiterin wies uns auf einige Regeln hin, die man in der Touristenhochburg Playa del Ingles im eigenen Interesse besser beachten sollte.
Autoaufbrüche und Handtaschendiebstähle sind keine Seltenheit, so daß man seine Wertgegenstände besser im Hotelsafe aufbewahren sollte. Frauen sollten darauf achten, ihre Handtasche nicht locker in der Hand und womöglich noch der Straße zugewandt zu tragen, da vorbeifahrende Mopedfahrer dies ausnutzen könnten.
In den Straßen von Playa del Ingles wurden wir sehr häufig von Leuten in neongelben Westen mit der Aufschrift „Info Maspalomas“ angesprochen. Bei diesen handelt es sich nicht, wie man als Tourist vielleicht denken könnte, um städtisches Personal, sondern um privat angeheuerte Werber, die Urlauber zu Restaurantbesuchen, „Seeräuberfahrten“ und ähnlichem „einladen“ sollen. Diese Fahrten sind zwar kostenlos, es wird aber nicht darauf hingewiesen, daß es sich um reine Verkaufsfahrten handelt, bei denen teure Rheumadecken, wirkungslose Magnetarmbänder u.ä. an den Mann bzw. die Frau gebracht werden. Angeblich unterschreiben drei Viertel aller Teilnehmer einen Kaufvertrag. Das ist für mich kaum zu glauben, andererseits sind die „Verkäufer“ psychologisch geschult und üben entsprechenden Druck aus. Kann man sich nicht zu einem Kauf entschließen, ist unter Umständen die Rückfahrt nicht mehr gesichert, d.h. man wird irgendwo in der Pampa ausgesetzt und kann dann zusehen, wie man wieder nach Hause kommt.
Unter keinen Umständen sollte man sich an „Hütchen-Spielen“ am Strand oder an fragwürdigen „Time-Sharing-Modellen“ beteiligen, aus denen man nur sehr schwer wieder herauskommt. Am besten ist es, sich erst gar nicht auf ein Gespräch einzulassen – ignorieren ist aus meiner Sicht die wirksamste Methode, um aufdringliche Menschen loszuwerden! Das ist in diesem Fall nicht unhöflich, sondern reine Notwehr.
In der Strandpromenade von Playa del Ingles, der „Paseo Maritimo“, gibt es Gruppen von Afrikanerinnen, die einem scheinbar freundlich die Hand entgegenstrecken (wir haben gleich mehrfach ihre Bekanntschaft gemacht). Wer diese dann ergreift, bekommt flugs ein sehr stramm sitzendes Plastikarmband verpaßt, das man nur gegen Zahlung einer entsprechenden Summe wieder los wird. Man sollte also nie jemandem die Hand geben, den man nicht bereits kennt! Sieht man wenig vertrauenswürdige Personen oder Gruppen auf sich zukommen, ist es nach meiner Erfahrung am besten, ein strenges Gesicht zu machen und jeden Blickkontakt zu vermeiden. Ich habe mich immer bei meinem Mann eingehakt und zu zweit hat man sowieso bessere Chancen, einer unerwünschten Kontaktaufnahme zu entgehen bzw. diese gleich im Keim zu ersticken.
10. Meine abschließende Bewertung
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Playa del Ingles hat aus meiner Sicht Vor- und Nachteile. Die touristische Infrastruktur ist ausgezeichnet und läßt kaum Wünsche offen. Sonne, Strand und Meer sind wie fast überall auf den Kanarischen Inseln überwältigend und haben mir sehr gut gefallen, die zweifellos vorhandenen Auswüchse des Massentourismus wie Hotelburgen und Werber dagegen nicht. Wer es weniger touristisch mag, sollte meines Erachtens besser auf die ruhigeren Nachbarorte San Agustin oder Maspalomas ausweichen; wer dagegen am prallen Urlaubsleben interessiert ist und auch in seinen Ferien nicht auf deutsches Weißbier und Schweinebraten verzichten will, dem wird Playa del Ingles sicher gut gefallen. Ich persönlich war – mit Ausnahme der erwähnten Einschränkungen – mit diesem Urlaubsort ganz zufrieden, aber ich muß auch sagen, daß ich mich an diese Art des touristischen Massen-Daseins erst gewöhnen mußte. Insgesamt kann ich aber eine Empfehlung für die Urlaubsstadt aus der Retorte aussprechen. ©Dr.Claudia13/5/2004ciao.com/Februar2005yopi.de weiterlesen schließen
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