Pro:
viel Hintergrundwissen
Kontra:
langatmig, wenig Krimi, unübersichtlich, Fachjargon, viele Abkürzungen, französisch, viel Hintergrundwissen
Empfehlung:
Nein
Zu meinem Geburtstag habe ich von einer Freundin zwei Bücher von Kathy Reichs geschenkt bekommen. Eines davon ist “Lasst Knochen sprechen”. Da mir bereits ein Werk von Kathy Reichs bekannt war (nämlich “Tote lügen nicht”), war ich gespannt darauf, was sie sich für diesen Roman wieder hat einfallen lassen.
Einband
Bei dem Buch handelt es sich um ein schwarzes Taschenbuch, auf dessen Vorderseite neben dem Namen der Autorin und den Titel des Buches ein gelber Totenschädel abgedruckt ist. Auf der Rückseite befindet sich eine kurze Inhaltsangabe und ein kurzes Zitat aus dem Focus.
Die Autorin
Kathy Reichs, geboren 1950 in Chicago/USA, arbeitet als forensische Anthropologin in Kanada und in den USA und ist Professorin für Anthropologie an der Universität von North Carolina. Sie ist verheiratet und hat mehrere Kinder.
„Tote lügen nicht“ war ihr erster Roman in der Reihe von Dr. Temperance Brennan-Romanen. Darauf folgte noch weitere dieser Romane. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen und ihre Bücher waren oftmals auf der Bestseller-Liste.
Inhalt
In Montreal bekriegen sich zwei rivalisierende Motorrad-Banden, die Heathens und die Vipers. Als zwei Mitglieder der Heathens auf dem Weg zu einem Clubhaus der Vipers sind, um dort eine Bombe explodieren zu lassen, werden sie von einem Mitglied der Vipers dabei erschossen und fliegen letztlich selbst in die Luft. Dr. Temperance (Tempe) Brennan, forensische Anthropologin am gerichtsmedizinischen Institut in Montreal, Kanada, wird damit beauftragt, die Überbleibsel der beiden Biker zu untersuchen und zu identifizieren. Der Viper, der die beiden Heathens erschossen hat, führt die Polizei zu zwei weiteren Leichen, die auf dem Gelände des Clubhauses der Vipers vergraben sind. Tempe identifiziert sie als zwei Mitglieder einer anderen Motorrad-Bande, nämlich der Tarantulas. Ein Mann und eine Frau, die schon seit einigen Jahren tot sind. Wenig später wird ein Mitglied der Vipers aus einem fahrenden Auto erschossen. Dabei kommt auch ein kleines neunjähriges Mädchen ums Leben, welches sich in der Nähe des erschossenen Bikers befand. Ein Zufallsopfer, wie die Polizei annimmt.
Tempe Brennan machte es sich zur Aufgabe, den Morden nachzugehen und will nicht eher Ruhe geben, bis sie den Mörder des kleinen Mädchens gefunden hat. Dabei gerät sie schnell selbst zwischen die Fronten der Motorrad-Banden und setzt sich einer erhöhten Gefahr aus. Zur selben Zeit besucht sie ihr 19jähriger Neffe Kit, der sich sehr für Motorräder interessiert und schon bald in der Szene verkehrt. Auch er gerät in tödliche Schwierigkeiten.
Meine Meinung zum Buch
Wenn man sich einen Krimi vornimmt, in dem es um verschiedene Morde gehen soll, so nimmt man nun einmal an, dass diese Morde im Vordergrund der Geschichte stehen. Bei Kathy Reichs Roman “Lasst Knochen sprechen” irrt man sich mit dieser Einstellung jedoch gewaltig. Während sie sehr detailliert auf den Krieg der rivalisierenden Motorrad-Banden eingeht, auf die Arbeit der Temperance Brennan und auf Montreal als Stadt, werden die eigentlichen Morde in dem Roman von Seite zu Seite immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Sie gibt einfach zuviele Informationen darüber und dies auf eine sehr ausschmückende Art und Weise, so dass der Leser an manchen Stellen meinen könnte, dass es sich bei dem Roman um keinen Krimi handelt, sondern entweder um einen Reiseführer über Kanada oder ein Sachbuch über Motorrad-Banden-Kriege. Eventuell wäre da auch noch ein Fachbuch über forensische Anthropologie in Betracht zu ziehen, aber nur an sehr wenigen Stellen eigentliche das, was es sein soll: nämlich ein Krimi.
Die Personen sind sehr gut und prägnant dargestellt, besonders die Hauptprotagonistin Tempe Brennan. Auch wählt Kathy Reichs die Ich-Erzählform und die der ganze Roman wird aus der Sicht von Dr. Brennan erzählt, was diese Fixierung auf die Hauptperson nur noch verstärkt.
Je weiter man in dem Roman vorankommt, um so mehr gehen einem die vielen Abkürzungen für die einzelnen Behörden und Untersuchungsmethoden auf die Nerven, die zwar zum Großteil erklärt werden, jedoch dies erfolgt meist in der französischen Benennung und dies ist jemanden, der kein französisch kann nicht unbedingt dienlich und macht es nicht begreiflicher.
Durch die vielen Erklärungen und Hintergrundinformationen wirkt der Roman recht langatmig und man neigt dazu, diese gewissen Seiten einfach zu überspringen, wobei man allerdings der Angst unterliegt, dass auf diesen Seiten eventuell doch etwas stehen könnte, was der Aufklärung des Falles den richtigen Hinweis geben könnte. Also bleibt einem kaum etwas anderes übrig, als diese Seiten über sich ergehen zu lassen.
Besonders spannend oder gar fesselnd fand ich den Roman auch nicht und zum Teil wirkt die Story auch etwas weithergeholt. Zum Beispiel dass ausgerechnet der Neffe von Dr. Brennan plötzlich mitten in dem Fall hängt und ähnliche Dinge. Der Roman wirkt außerdem sehr unübersichtlich und es ist schwer den Durchblick dabei zu behalten, wer jetzt schon wieder umgebracht wurde, wie er umgebracht wurde, welcher Bande er angehört und wer überhaupt wer ist. Wenn der Leser da nicht kontinuierlich am Ball bleibt, der kann das Buch gleich wieder zur Seite legen oder wieder von vorne anfangen.
Fazit
Das Buch ist nur für jemanden geeignet, der gerade tödliche Langeweile hat und kein Geld um sich ein gutes Buch leisten zu können. Ich war maßlos enttäuscht von dem Buch und kann es somit auch nicht weiterempfehlen.
Sonstiges
ISBN 3-442-36213-X
Preis: 7,95 EUR
www.blanvalet-verlag.de
Weitere Romane von Kathy Reichs:
Knochenarbeit
Tote lügen nicht
Durch Mark und Bein
Knochenlese
Mit Haut und Haaren weiterlesen schließen
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