Pro:
Sympathische Hauptdarstellerin. Interessante story.
Kontra:
Seichter Unterhaltungsroman mit faden SciFi - Aspekten.
Empfehlung:
Ja
Ich kann es einfach nicht bleiben lassen und versuche mich schon wieder an einem Bericht über ein Buch. Dieses Mal geht es um >>Rendezvous mit einem Mörder<< von J. D. Robb – oder auch besser bekannt als Nora Roberts.
Dieser Roman soll eine Mischung aus Science Fiction und Krimi sein, obwohl SciFi ein bisschen zu hoch gestochen für dieses Buch klingt. Bereits auf den ersten Seiten merkt man, dass dieser Roman in der Zukunft spielt, weil ein paar Begriffe dazugemischt wurden, die man einfach nicht kennt.
So werden Revolver als antike Waffen bezeichnet, weil inzwischen ein Handlaser, genannt ‚Stunner’, verwendet wird. Allerdings nur von der Polizei, Zivilisten dürfen keine Waffen tragen.
Dann können Autos fliegen, es gibt Luftbretter mit denen die Menschen sich fortbewegen können, fleißige Drohnen erledigen diverse Arbeiten, Nutten werden „lizenzierte Gesellschafterinnen“ genannt und so weiter... Na ja, meine Meinung dazu könnt Ihr am Ende der Zusammenfassung lesen; aber erst mal zum
>========< Inhalt: >========<
Sharon DeBlass wird erschossen aufgefunden.
„Es war kein hübscher Anblick. Dieser Tod war regelrecht schockierend, als hätte jemand ihn absichtlich derart inszeniert, um andere zu beleidigen. Das riesige Bett war mit offenbar echtem Satin in der Farbe reifer Pfirsiche bezogen, und kleine, sanfte Strahler waren auf die nackte Frau gerichtet, die in einer kleinen Mulde auf dem schimmernden Laken lag.
Sie war immer noch eine Schönheit mit ihrem Kameengesicht, den langen, dichten, flammend roten Haaren, den smaragdgrünen Augen, die glasig unter die verspiegelte Decke des Schlafzimmers starrten, und den langen, milchig weißen, sanft schaukelnden Gliedern, bei deren Anblick man unwillkürlich an Schwanensee dachte.
Allerdings waren Arme und Beine der Toten nicht gerade künstlerisch drapiert, sondern dergestalt lüstern ausgestreckt, dass die Tote genau in der Mitte des Bettes ein X formte.
Sie hatte ein Loch in der Stirn, ein zweites in der Brust und ein drittes, das grässlich zwischen ihren offenen Schenkeln klaffte. Blut war auf das schimmernde Laken gespritzt, an ihr heruntergelaufen, hatte regelrechte Pfützen gebildet und überall widerliche Flecken hinterlassen.“
Sie hat als lizenzierte Gesellschafterin, sprich Prostituierte, gearbeitet.
Ihr Großvater, Senator Gerald DeBlass, übt immensen Druck auf die Polizei aus, weil er nicht möchte, dass die Öffentlichkeit auf diese Art und Weise von seiner Nichte erfährt. Es würde seiner politischen Laufbahn schaden, denn er wird als Präsidentschaftskandidat gehandelt.
Lieutnant Eve Dallas, 30 Jahre alt, bekommt den Fall zugeteilt: Code Five, höchste Geheimhaltungsstufe. Zusammen mit ihrem Kollegen Feeney macht sie sich an die Arbeit. Am Tatort findet sie einen Zettel unter der Leiche, auf dem steht: EINE VON SECHS.
Sharon hat in einem luxuriösen Apartment gearbeitet. Die Polizei überprüft auch das Band der Überwachungskamera in diesem exklusiven Gebäude, und es fehlen zwei Stunden von der Aufzeichnung. Also muss es jemand sein, der sich mit Technik gut auskennt und Sicherheitsbänder manipulieren kann.
Eve erfährt im Laufe der Ermittlungen, dass Sharon’s Eltern, Richard und Elizabeth Barrister, keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter haben seit sie als lizenzierte Gesellschafterin arbeitet. Auch ihr Großvater, ihre Großmutter und ihre Tante konnten sich mit dieser Berufswahl nicht abfinden und wollten sie auf den Pfad der Tugend zurückbringen. Beziehungsweise mieden den Kontakt zu ihr.
Lieutnant Eve Dallas fährt erschöpft nach Hause, denn sie braucht eine Mütze voll Schlaf. Doch kaum in ihrer Wohnung angekommen, fällt ihr ein Päckchen auf, das eine Diskette enthält, auf dem der komplette Mord aufgezeichnet ist! Sie ist geschockt über den brutalen Film, und darüber, dass der Mörder wohl Zugang zu ihrer Wohnung hat.
Sie berichtet ihrem Vorgesetzten, Commander Whitney, davon. Da dieser Fall höchste Geheimhaltungsstufe hat, soll niemand sonst von den Ermittlungen erfahren.
Aber auf Anweisung des Polizeipräsidenten, Edward Simpson, muss sie auch Senator DeBlass immer wieder Bericht erstatten. Denn Simpson und DeBlass sind politische wie private Freunde. Eve ist alles andere als begeistert über diese Einmischung. Zumal auch DeBlass’ aalglatter Adjutant Derrick Rockman jedes Mal dabei ist und zu alles seinen Senf dazugibt.
Auf Sharon’s Beerdigung stolpert sie über den attraktiven Millionär Roarke. Eve ist ganz hin und weg. Aber er gehört zu den Verdächtigen, weil sein Name im Adressbuch des Mordopfers gefunden wurde, und weil ihm das Gebäude, in dem Sharon’s Wohnung liegt, gehört!
Somit hatte er wohl keine Probleme, die Wohnung zu betreten, wann und wie oft er möchte. Außerdem besitzt er eine Waffensammlung, und da Sharon mit einem Revolver hingerichtet wurde, deutet vieles auf Roarke.
Obwohl Eve sich zu ihm hingezogen fühlt, weiß sie, dass sie ihm nicht blind vertrauen kann. Aber mit seiner Hilfe findet sie heraus, dass der Polizeipräsident Simpson von Sharon DeBlass erpresst wurde!
Ein zweiter Mord passiert. Dieses Mal trifft es die 18-jährige Lola Starr, ebenfalls eine Professionelle. ZWEI VON SECHS. Lieutnant Eve Dallas bekommt wieder eine Diskette mit dem Mord in die Finger. Alles läuft nach demselben Schema ab, nur das Opfer ist jemand anders.
Mittlerweile kennen Roarke und sie sich näher (grins) und Eve fürchtet sich vor der Erkenntnis, dass Roarke der Mörder sein könnte, denn sie ist gefühlsmäßig zu sehr in die Sache verstrickt.
DREI VON SECHS.
Ein drittes Mordopfer! Georgie Castle, 53 Jahre alt, ebenfalls Prostituierte. Die Waffe, die diesmal verwendet wurde, ist unter niemand geringerem als Roarke registriert!
Eve gerät in höchste Gefahr...
Wer hat all diese Frauen bestialisch abgeschlachtet? Und warum?
Wer diese Fragen beantwortet haben möchte, darf/muss das Buch lesen...
Hinweis: Sätze in Anführungsstrichen sind dem Buch entnommen worden.
==== Infos zum Buch: ====
Originaltitel: Naked in Death
Verlag: Blanvalet
ISBN 3-442-35450-1
Preis: 7,50 Euro
>======< Meine Meinung: >======<
Da dieser Roman wohl eine Mischung aus Krimi und Science Fiction sein soll, erwarte ich mir einen fantasievoll ausgefeilten Inhalt, dass einem vor Verblüffung die Augen rausquellen.
Doch weit gefehlt: Erwarten kann man sich lediglich ein paar erfundene Zukunftsvisionen, die einen nicht wirklich vom Sessel reißen.
Die eingestreuten Science Fiction - Beispiele müsste man gar nicht aufzählen, der Aufwand lohnt sich gar nicht. Ich mache es aber doch:
Da geht es um Luftbretter, mittels denen sich die Menschen fortbewegen können. Oder um Autos, die auch fliegen können. Um Drohnen, die alle möglichen Arbeiten erledigen. Oder dass es keinen echten Kaffee mehr gibt, weil die Regenwälder alle abgeholzt sind. Oder dass ein Revolver als ‚antikes Ding’ bezeichnet wird, weil inzwischen Waffen verboten sind. Nur die Polizei darf >Stunner< verwenden, sogenannte Handlaser.
Na ja. Etwas mehr Phantasie könnte man von einer Bestseller-Autorin schon erwarten!
Die Hauptperson, Lieutnant Eve Dallas, ist mir total sympathisch. Sie ist keine gestylte Superwoman, die wie ein Flitzebogen durch die Gegend rast, und alle Probleme mit links meistert. Ihre Ecken und Kanten machen sie liebenswert, und wenn man von ihrer Vergangenheit hört, ist man total geschockt und kann auch verstehen, dass sie in ihrem Beruf total aufgeht, und Männer bisher keine große Rolle gespielt haben. Denn sie wurde als Kind von ihrem Vater sexuell missbraucht und ist mit 8 Jahren ins Heim gekommen. Daran hat sie immer noch zu knabbern.
Über die anderen Hauptpersonen verrate ich nicht mehr als in der Zusammenfassung, denn sonst wisst Ihr womöglich sofort wer der Mörder war...
Von mir gibt es immerhin 4 von 5 Sternchen.
Ich erwarte mir einfach mehr Fantasie von einer Bestseller – Autorin, wenn sie Science Fiction ins Spiel bringt. Das war einfach zu lasch, denn die erfundenen Zukunftsvisionen sind auf Vorschulklasse-Niveau gehalten. Schon sehr enttäuschend.
Danke fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren, seatcity. weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben