Pro:
schöne Strände, schöne Natur
Kontra:
in der Hochsaison etwas überlaufen
Empfehlung:
Ja
Dieser Ort, an der malerischen Garden Route gelegen, wurde einstmals von portugiesischen Siedlern gegründet und schlichtweg "Baia Formosa" - "Schöne Bucht" getauft. Dass diese Siedler nicht ganz daneben lagen wird einem schon bewusst, wenn man das erste Mal aus Richtung Westen nach Plett, wie die Einheimischen den Ort nennen, kommt. Vorbei am obligatorischen Township Kwanokothule (bitte legt mich nicht auf die Schreibung fest), geht es die N2 entlang eine kleine Steigung hinauf. Hat man diese Kuppe allerdings erst einmal erklommen entschädigt einen der einmalige Ausblick auf 8km traumhaftesten Sandstrand und die schöne Bucht für so einiges. Allein dieser Moment sollte einem der Abstecher nach Plett wert sein.
Was tun, wenn einem langweilig wird?
Außer seinen Stränden hat Plett aber noch einiges mehr zu bieten. Wem in Hermanus zu viele Touristen sind, der kann auch hier auf seine Kosten kommen. Mehrere ortsansässige Unternehmen bieten mehrmals täglich Whalewatchingtouren an. Das ganze ist zwar nicht ganz billig, aber wenn man dann einige Wale aus nächster Nähe beobachten kann ist einem das Ganze das Geld doch wert.
Wer eher auf die Dickhäuter an Land steht, für den könnte der nur wenige Kilometer entfernte "Knysna Elephant Park" interessant sein. Hier kann man mit den Elefanten spazieren gehen, sie streicheln (kann man das bei Elefanten überhaupt so nennen?) und sie sogar füttern. Das ganze natürlich unter Aufsicht von erfahrenen Guides.
Eine besondere Attraktion, nicht nur für Kinder, erwartet einen in "Monkeyland". In einem etwa 12 ha großen umzäunten Waldstück wird versucht ehemals eingesperrte Affen, z. B. aus Haustier- und Zoohaltung, wieder an ein Leben in der Natur zu gewöhnen. Es werden ganztägig etwa einstündige von erfahrenen Guides geleitete Touren angeboten. Im offenen Restaurant kommen manche Affen sogar bis auf die Tische und versuchen den unaufmerksamen Besuchern das Essen vom Teller zu stehlen, was natürlich nicht ganz im Sinne der Sache ist. Ein einmaliges Erlebnis für die ganze Familie und für jedes Wetter geeignet.
Adrenalin oder doch eher Baldrian?
Für Leute die mehr auf Fun und Action aus sind hat Plett natürlich auch Angebote. Die vielen Strände laden zum Wakeboarden ein, eine Surfschule ist auch vorhanden. Etwa 40 km entfernt wartet eine ganz spezielle Attraktion auf diejenigen, die den extremen Nervenkitzel suchen. Von der Bloukransbridge, an der Grenze zum Eastern Cape, kann man den höchsten kommerziell genutzten Bungeesprung der Welt machen. 216 m in die Tiefe! Aussicht auf die Schlucht des Bloukrans Rivers zur einen und auf den Indischen Ozean zur anderen Seite inklusive. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen …. Einfach geil !
Es kann aber auch entspannter zugehen in Plett. Der Keurbooms River lädt zu einer gemütlichen Kanufahrt durch nahezu unberührte Natur ein. Sind an der Küste doch immer irgendwelche Spuren der Zivilisation sichtbar, kann man hier in aller Ruhe für eine Weile die Stille der Wildnis genießen.
Wer sich lieber auf den eigenen Füßen fortbewegt, für den gibt es auch einiges zu entdecken. Das Robberg Nature Reserve, eine Halbinsel die die Bucht zur einen Seite hin begrenzt, hält einige Wanderwege, von leicht begehbar bis sehr anspruchsvoll, bereit. Aber Vorsicht: Sonnencreme nicht vergessen! Auf Grund der hier wehenden Winde vergisst man all zu leicht wie stark die Sonne trotzdem scheint.
Und auch der Tsitsikamma Nationalpark ist nicht weit entfernt. Mehrere verschiedene Routen laden den geneigten Wanderliebhaber zu einem längeren Aufenthalt ein. Z. B. der weltberühmte Ottertrail hat hier seinen Ausgangspunkt. Übernachtungen sind auch möglich, entweder in rustikalen aber gut ausgestatteten Blockhütten oder Camping in unmittelbarer Nähe des Indischen Ozeans. Allein morgens aufzuwachen, aus dem Zelt zu schlüpfen und Delphine nur zehn Meter entfernt vorbeischwimmen zu sehen sollte einem das wert sein.
Wohin über Nacht?
Schlafen muss man natürlich auch irgendwo, daher ein paar Erfahrungen meinerseits zu diesen Möglichkeiten. Gästehäuser und B&Bs gibt es in Plett selbstverständlich auch wie Sand am Meer. Mit "The Plettenberg" steht hier eins der besten Hotels Südafrikas, allerdings auch eins der teuersten. Und noch dazu eines das durch seine exponierte Lage auf einem Felsvorsprung mitten in der Bucht die schöne Idylle, nicht nur meines Erachtens, empfindlich stört. Ich möchte deshalb nur auf zwei Unterkünfte genauer eingehen, die ich auch aus eigener Erfahrung kenne.
Beginnen werde ich mit "Albergos Backpackers". Günstig im Zentrum gelegen, in direkter Nähe zu Restaurants, Shops, Banken etc. und auch zum Strand ist es nicht weit. Diese Unterkunft ist vor Allem bei jüngeren Menschen sehr beliebt. Egal ob man nun ein eigenes Zimmer (Einzel- und Doppelzimmer) oder lieber die günstigere Variante im Schlafsaal mit bis zu 10 Personen sucht, hier wird man fündig. Auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz, jeden Abend wird im Garten ein Feuer angeschürt und auf südafrikanische Art ein Braai abgehalten. Hier macht man zwangsläufig die ein oder andere nette Bekanntschaft. Und sollte man mal nicht wissen, wie man seinen Tag verbringen soll, haben Leslie und Mirjam (die Inhaber) eine ganze Menge Tipps auf Lager und organisieren das ganze auch noch für einen.
Als zweites kann ich das "Stanley Island Backpackers" nur wärmstens empfehlen. Es liegt zwar etwas außerhalb von Plett, aber die außergewöhnliche Lage auf einer 20ha großen Insel in der Mündung des Keurbooms Rivers macht diesen Makel auf alle Fälle wett. Eine kostenlose Fährverbindung für Gäste ist bis etwa 22 Uhr eingerichtet. Natürlich gibt es auch hier Einzel- und Mehrbettzimmer, untergebracht in rustikalen, meist Reet gedeckten Häusern. Was den Reiz der Insel außerdem ausmacht ist die Ruhe die man hier hat. Weitläufige Wiesen laden außerdem an schönen Tagen zu einem ausgedehnten Sonnenbad ein. Und wen es interessiert: So weit ich weiß wird die Insel schon seit geraumer Zeit zum Verkauf angeboten. Wer mal eben 20 Mio. Rand (etwa 2.5 Mio. Euro) ausgeben will, bitteschön.
African Cuisine
Kulinarisch hat der Ort auch einiges zu bieten. Fast Food findet man in Hülle und Fülle, der Italiener darf natürlich auch nicht fehlen. In der Nähe von "Albergos" befindet sich der selbsternannte "beste Pieshop der Welt", im "Weldon Kaya" oder in "Rafikis", beide etwas außerhalb, gibt es echte afrikanische Gerichte zu kosten.
Besonders hinweisen möchte ich auf "Charlies" in der Main Street, ein kleines aber feines Lokal. Speisen aller Art und für jeden Geschmack, ob es nun ein Chicken Curry sein soll, oder doch eher ein Steak Roll, hier kann man alles bekommen. Auf keinen Fall verpassen sollte man allerdings die hausgemachte Pekanut-Pie als Nachtisch. Die ist einfach exquisit.
Ein Tipp für den geneigten Imbissbudenfan: Direkt neben der First National Bank in Main Street befindet sich ein Imbiss dessen Name mir kurzfristig entfallen ist. Im Angebot sind klassische Imbissgerichte wie etwa Hamburger, Pommes (allerdings nicht unbedingt die besten), Russians (eine Art grober Bratwurst) oder auch Calamari. Was ich interessant fand war, dass die Calamari oder auch die Pommes nicht nach Portionen bezahlt werden sondern nach Gewicht. Man bestellt hier also nicht z. B. einmal ´ne große Portion Calamari, sondern 200g Calamari, bzw. Calamari für 30 Rand.
Shopping
Wer eher als Selbstversorger unterwegs ist, interessiert sich wohl für die Einkaufsmöglichkeiten am Ort. Die sind selbstverständlich erstklassig, Es gibt zwei größere Einkaufspassgagen. "Market Square" am Stadtrand gelegen und "Mellvilles Corner" im Zentrum. In beiden sind ein Supermarkt und diverse andere Geschäfte angesiedelt. Mein besonderer Tipp: Coconut-Donut an der Frischetheke im Spar (Mellvilles Corner). Für so einen würde ich alles tun. Kleidung, Bücher und sonstiges bieten auch zahlreiche Shops in der Main Street an.
OK so far, ich hoffe mein Bericht ist einigermaßen hilfreich und verleitet den einen oder anderen diesem schönen Flecken Erde eine Besuch abzustatten. Ihr werdet es sicherlich nicht bereuen. weiterlesen schließen
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