Pro:
Architektur, künstlerische Gestaltung, Ansicht, Größe
Kontra:
Baukräne die auf den Fotos schon stören - aber nur als kleines Manko!
Empfehlung:
Ja
Hallo
Nun also will ich mich mal einem Bericht widmen über die wohl schönste, atemberaubendste Baustelle der Welt – der Sagrada Familia in Barcelona.
Nun werden sich einige fragen – was findet man an einer Baustelle schön. Ich kann nur empfehlen – lest meinen Bericht – ich möchte versuchen euch genau das näher zu bringen.
Vielleicht hab ich damit Erfolg – es würde mich freuen.
***Was ist die Sagrada Familia? Was bedeutet der Name
Die Sagrada Família ist das Wahrzeichen Barcelonas!!! Eine Kathedrale wie man sie so in dieser Bauart, Baustil kein zweites mal findet. In der Zwischenzeit wurde die Kathedrale zur Basilika geweiht. Diese Ehre muss man schon sagen, wurde nach der Fertigstellung des Innenraums, Papst Benedikt zu Teil. Gerne wäre ich – auch als Atheist, anwesend gewesen, denn schon immer hat mich dieses Bauwerk fasziniert. Für mich gehört es bei jedem Barcelona Besuch dazu.Der vollständige Name lautet "Temple Expiatorio de la Sagrada Família". Ins Deutsche Übersetzt so viel wie:
‘‘‘Ein Tempel der Sühne für die Heilige Familie‘‘‘
***Aber wie ist diese Kirche entstanden
Ich hab mich in vielen Besuchen der Sagrada Familia mit der Geschichte auseinander gesetzt. Für mich gehört es auch dazu, denn ohne ein gewisses Backgroundwissen kann man sich meiner Meinung nach auch kein Urteil erlauben.
Also werde ich versuchen in kurzen, knappen Äußerungen euch die Geschichte etwas näher zu bringen.
Ursprünglich war geplant, diese Kirche nicht im Baustil der Modernisme zu errichten, sondern im Neugotischen Stil. Der Grundstein hierfür wurde bereits 1882 gelegt. Also schon vor einer gefühlten Ewigkeit.
Ziel oder besser Sinn und Zweck dieses Baus war es – so wird erzählt – die immer sittenloser werdenden Einwohner Barcelonas wieder zum Glauben zu bewegen.Nur 2 Jahre nach der Grundsteinlegung, welche durch Francesc de Paula del Villar erfolgte, übernahm Antoni Gaudí das Projekt. Für Ihn stand relativ schnell fest – das wird sein Lebenswerk werden. Bis 1911 arbeitet Gaudí an mehreren Aufträgen – beispielsweise am Parc Güell! Doch ab diesem Jahr lehnte er alle weiteren Aufträge und Angebote ab um sich ganz „seiner“ Kirche zu widmen.
Man sagt sogar – er sei später auf die Baustelle gezogen und hätte da für eine Weile gelebt. Vorstellen kann ich mir das nicht.
Wer Gaudí kennt und seine Architektur, weiß, dass er sich viel von der Natur hat inspirieren lassen. Das wird auch an den Fassaden, im Innenraum mehr als deutlich und sichtbar.
Bis zu seinem Tod 1926, als Gaudí von einer Strassenbahn erfasst wurde, arbeitete er eifrigst an diesem Bauwerk. Ausnahmslos und ohne wirkliche Pläne wie dieses Gebäude einmal aussehen soll, erfand er immer neue Elemente die er einbrachte.Nach seinem Tod allerdings geriet der Bau erst einmal ins Stocken. Zudem gab es nicht wirklich Pläne und Modelle – und auch heute noch gibt es Verfechter, die den Weiterbau kritisieren. Es wäre eine Verfälschung
Nichts desto trotz hat man 1952 begonnen, die Arbeiten an der Kirche fortzusetzen – und diese dauern bis heute an. Finanziert wird das ganze – und das finde ich bemerkenswert – nur durch Spenden und Eintrittsgelder.
***Wie soll Sie denn mal aussehen, wenn Sie fertig ist
Nach Ihrer Fertigstellung soll die Sagrada Familia 95 Meter lang, 60 Meter breit und mit insgesamt 18 Türmen bestückt sein. Der Zentrale Turm mit einer Höhe von 170 Metern soll dann Christus darstellen.
Damit würde die Sagrada Familia zu den höchsten Kirchbauten Weltweit zählen.
Aufgrund Ihrer Größe sollen dann aber auch rund 13 000 bis 15 000 Menschen für Gottesdienste Platz finden.
Aber schon jetzt erkennt man die Kirche von weiten. Mir erging es jedesmal so, wenn ich mir die Stadt von einem der zahlreichen Anhöhen von oben angesehen habe – als erstes stachen mir die Türme in die Augen. So unverkennbar ist diese Kirche.Insgesamt soll die Sagrada Familie 18 Türme haben, wenn der Bau denn mal vollendet ist. 4 Türme für jede Fassade stellen die Apostel da, ein etwas höherer Turm der diese überragen soll, symbolisiert die Jungfrau Maria – nur der 18. Turm – welcher mit 170 m der höchste werden soll überthront alle anderen. Er soll – wie soll es auch anders sein – Jesus Christus darstellen.
Wie schon im Parc Güell verwendet Gaudí zur Verzierung hier farbige Porzellanscherben. Aber auch die Fenster sind aus solchen gestaltet. In diesen findet man dann – wenn man genauer hinsieht auch die Insignien der bischöflichen Macht. Dargestellt und symbolisiert durch das Kreuz, Ring, Mitra und Krummstab.Bei einem äußerlichen Rundgang, ist mir schon beim ersten mal aufgefallen – dass keine Fassade der anderen gleicht. Somit sind alle 4 Außenfassaden anders gestaltet. Natürlich hat Gaudí sich auch hierbei was gedacht. Für jede hat er ein eigenes Thema gewählt und die Fassade auch danach gestaltet. Die einzige Fassade die Gaudí selbst noch fertiggestellt hat ist die Weihnachtsfassade. Hier findet man 3 Torbogen vor – welche für Glaube, Hoffnung und Barmherzigkeit stehen sollen. Das zentrale Portal ist dabei geschmückt mit den Figuren der Heiligen Familie. Kleine Engel die man erkennt, sollen die Geburt des Kindes verkünden. Und wie es zu einer Krippe gehört findet man auch Tiere vor. Da sie eben noch unter Gaudí fertiggestellt wurde, gilt diese Fassade auch als Hauptwerk.
Eine weitere Fassade ist die Passionsfassade. Sie stellt die letzten beiden Tage im Leben Christi dar. Hier findet man dann doch etwas mehr Ecken und Kanten vor. Eher untypisch für Gaudí. In einem Reiseführer hab ich gelesen, dass diese Ecken aber die Trauer verdeutlichen soll – ich hab bis heute nich nachvollziehen können, wie Ecken metaphorisch für Trauer stehen sollen bzw können.Vor dem Hauptportal kann man hier die Geißelung Christi sehen.
Zu Guter letzt die Glorienfassade – mit Ihrem Bau hat man aber erst vor einigen Jahren begonnen. Diese Fassade soll die Schöpfung, Tugenden, den vom jüngsten Gericht verkündeten Engel und der Dreieinigkeit (Vater, Sohn, Heiliger Geist) darstellen. Über alledem der thronende Gottvater selbst. Am Außenbau sind bis dato 2 Fassaden fertiggestellt und gerade einmal 8 der 18 Türme – eben je 4 pro fertiger Fassade – da gibt es also noch eine Menge zu tun. Nun bin ich bereits von der Außenansicht immer überwältigt gewesen. Und bei meinem letzten Barcelona Besuch – der nur wenige Tage zurück liegt, hab ich mir meinen Traum erfüllt – ich schaue mir den Innenraum an. Immer wieder hatte ich mir das vorgenommen, aber immer wieder hatte es eben nicht sollen sein.
Nun ja – also ging es ab nach Innen – das bedeutet natürlich erst einmal anstellen. Bereits Früh 10 Uhr stehen hier Menschenschlangen an – das ist der reinste Wahnsinn. Man brauchte also Geduld. Nervig fand ich die Blumenfrauen, Uhrenverkäufer etc die einen dauernd was versuchten aufzuschwatzen. Ich will euch hier aber auch echt warnen – passt auf eure Wertgegenstände auf – diese Menschen versuchen euch auszutricksen, abzulenken und euch dann zu beklauen.Wenn man dann nach einer gefühlten Ewigkeit mal am Kassenhäuschen ist – kann man der netten Dame aber ruhig vertrauen.
Man bezahlt seinen Eintritt und darf die Kirche betreten. Meine Güte – ich war sprachlos, überwältigt!!! Eine Kirche von so einer Ausstrahlung hatte ich bisher nie gesehen.
Fasziniert hatte mich nicht nur der Innenausbau – sondern eben auch diese Größe. Ich hatte das Gefühl, man kann es nicht fassen, begreifen – wie man so etwas großes nur schaffen kann.Aber zum Aussehen … unzählige Säulen erheben sich im Innenraum. Diese erinnerten mich eher an Bäume, Äste – denn sie sind oben hin verzweigt, haben Löcher – man fühlt sich also, als wenn man in einem steinernen Wald stehen würde. Blickt man nun an die Decke – kann man den Himmel erahnen. Viele kleine Details sind hier bereits zu erkennen, wie Ornamente etc … man kann das alles auch in einem einzigen Besuch gar nicht für sich auffassen. Dazu ist die Kirche zu überwältigend und raubte mir schier den Atem.
Man muss aber sagen, dass man mit dem Innenbau bereits fertig ist – eben aus diesem Anlass hatte Papst Benedikt die Kirche im Jahr 2010 geweiht und zur Basilika erhoben.
Zur Zeit wird an den beiden höchsten Türmen gebaut sowie an der Kuppel.
***Die Türme***
Hier oben existiert eine Aussichtsplattform. Unvorstellbar aber wahr - und man genießt einen Wahnsinns Rundumblick. Der Aufstieg ist im Eintrittspreis mit enthalten – jedenfalls musste ich nichts extra zahlen, daher würde ich das jetzt so interpretieren. Ich habe hier in einigen Berichten anderslautende Aussagen gelesen und war da schon sehr verwundert.Wir nutzen die Türme an der Westseite der Kirche. Diese sind etwas höher und man blickt auf die Altstadt von Barcelona. Wunderbar! =) Aber festes Schuhwerk und Hosen eignen sich besser – wir hatten Frauen gesehen mit Röcken – die hatten da oben weniger Spass – denn der Rock flatterte nur so im Wind :D
***Was kostet mich das alles eigentlich
Werden sich sicher viele Fragen. Also wie bereits erwähnt, zahlt man Eintritt. Für Erwachsene werden hier 13,50 € verlangt. Ermäßigte zahlen 11,50 € und Kinder bis 10 Jahre kommen sogar Kostenlos hinein. Und ich muss sagen, der Preis ist mehr als gerechtfertigt.
***Wo befindet sich diese Kirche
Calle Mallorca 401
08013 Barcelona
So lautet die offizielle Adresse.
Ich empfehle euch hier mit der Metro anzureisen. Da die Sagrada Familia doch nicht ganz im Zentrum liegt, ist es zu Fuß sicher zu aufwendig.
Nutzt hier einfach die Metro bis zur Station Sagrada Familia mit der Linie L5 (Blaue Linie) oder L2 (Lila Linie)
Ihr kommt hier direkt an der Westfassade wo sich derzeit auch der Haupteingang befindet heraus. Also Ideal meiner Meinung nach!
In den Wintermonaten (die Spanne geht vom 01. Oktober bis 31. März) hat die Kirche täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet und in den Sommermonaten (vom 1. April bis 30. September) von 9 Uhr bis 20 Uhr. Das reicht auch vollkommen aus.
***Das Museum und die Krypta***
Im Inneren der Kirche und in ihrer Krypta gibt es verschiedene Ausstellungen. Eine der Austellungen erzählt die Geschichte der Sagrada Familia. Hier kann man kann viele alte Bilder sehen. Das fand ich besonders interessant, weil man darauf noch einmal besonders erkennt, was für ein Mammutprojet diese Kirche eigentlich ist. Übrigens ist auch ein Modell der fertigen Kirche ausgestellt. Daran kann man die nächsten Bauabschnitte bis zur Fertigstellung sehen. In der Krypta befindet sich Antoni Gaudís Grab. Ob er sich hier wohlgefühlt hätte, wird man aber nie erfahren. Eines wird aber erzählt – hält man hier kurze Zeit inne – so sollen einem seine Sünden vergeben werden. Naja probiert hab ich es – ob es was gebracht hat – ich weiß nicht :D
Auch die Ausstellung über die verschiedenen Materialien die beim Bau benutzt werden ist sehenswert. Hier gibt es jeweils eine Steinprobe, die der Besucher in Ruhe angucken/anfassen/beschnuppern oder was auch sonst kann.
***Meine Meinung / Schlussfazit***
ich will nun langsam auch mal zum Ende kommen – glaube ich habe schon wieder viel zu viel geschrieben, aber Ihr merkt daran, dass man hier zu viel erzählen kann. :D
Für mich ist diese Kirche ein Bauwerk das weltweit seines gleichen sucht! Die Einblicke die ich bisher bei meinen Besuchen bekommen habe, haben mich derart fasziniert, dass ich hoffe, diese Kirche noch zu meinen Lebzeiten in vollendeter Pracht besichtigen zu können. Denn erst dann kann man den ganzen Glanz des Gebäudes sehen und bestaunen. Schon allein die Mischung der einzelnen Baustile finde ich sehr interessant – wie sich sich vermischen und daraus „eins“ wird.Besonders schön finde ich, dass hier auch an Menschen gedacht wurden ist, die nicht „gesund“ sind – denn es gibt einen Behindertenzugang und der Innenraum ist auch für Rollstuhlfahrer ausgebaut. Schön wenn solche Menschen auch die Möglichkeit bekommen, sich so etwas anzusehen.
Ein kleines Manko – die vielen Baukräne! Mich hatten diese schon immer etwas gestört – gerade wenn man Fotos machen möchte! Aber es lässt sich eben nicht vermeiden und man kann schon fast sagen – sie gehören ja fast schon mit dazu.Ich kann nur jedem empfehlen sich die Sagrada Familia anzusehen. Nehmt euch die Zeit wenn Ihr in Barcelona oder der Nähe seid. Man könnte sogar sagen – nur deswegen lohnt sich ein Besuch in dieser Stadt – aber dazu hat Barcelona einfach viel zu viel zu bieten.
Ich vergebe hier volle 5 Punkte – mehr geht leider nicht. Aber Fotos / Bilder sagen auch mehr wie Tausend Worte.
Eines steht für mich fest – ich werde Sie wieder besuchen – spätestens zu Ihrer Fertigstellung.
Muss also sagen - wer dies nicht gesehen hat, der hat Barcelona nicht gesehen!!!Damit wird übrigens im Jahr 2026 gerechnet. Der 100. Todestag Antoni Gaudís – das wäre doch mal etwas – also drücken wir die Daumen, dass es klappt.
Ich Danke euch nun wie immer für's Lesen, Bewerten und Kommentieren.Euer Marko! Vielen lieben Dank! weiterlesen schließen
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