Pro:
wesentlich mehr veröffentlichte Titel (zumindest bis ca. 1990), günstige Preise, attraktivere Titelzusammenstellung (Sampler, Singles, Maxis)
Kontra:
wenig aktuelles Musikangebot, Zustand gebrauchter LPs nicht immer gut, nur noch wenige haben einen Plattenspieler
Empfehlung:
Ja
In diesem Bericht geht es um eine Sammel-Leidenschaft, die bei etlichen Leuten gerade in den letzten Jahren wieder neu aufgekommen ist. Es geht um das Sammeln von Schallplatten. Damit sind keine CDs gemeint, sondern die großen, (meist) schwarzen analogen Schallplatten „von früher“.
ALLGEMEINES ZUR ENTWICKLUNG DER TONTRÄGERFORMATE
Die Schallplatte in ihrer heutigen Form war in den 50er, 60er, 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts das meistverbreitete Tonträgerformat überhaupt. Auch als ab Anfang der 70er Jahre die meisten Alben (Langspielplatten) parallel als Kassette (MusiCassette, MC) veröffentlicht wurden, blieb die Schallplatte das besser verkaufte Medium. Die Kassette war zwar kleiner und handlicher, klang dafür aber schlechter als die LP-Version (vorausgesetzt die LP ist gut erhalten). Ab Mitte der 80er Jahre wurden dann die meisten Alben auch zusätzlich als CD angeboten, welche als Nachfolger des LP-Formats gelten sollten. In den ersten Jahren (ca. 1983-87) wurden immer noch deutlich mehr LPs als CDs verkauft, denn das neue Format musste sich erst einmal langsam durchsetzen, und für sehr viele Leute (auch für mich) waren die frühen CD-Player noch unerschwinglich!
Was passierte dann aber? Ende der 80er Jahre, 1988 oder 89, wurden erstmals mehr CDs als LPs verkauft. Auch ich war mittlerweile auf die CD-Schiene aufgesprungen. Da ich aber noch Schüler war und nicht so viel Geld für ständig neue CD-Käufe hatte, spielte die Aufnahmekassette für mich die größte Rolle zu der Zeit. Damals war es üblich, dass man noch normale Musik-CDs in Videotheken leihen und auf Audio-Leerkassetten überspielen konnte. Besondere Titel oder auch irgendwelche Sonderangebote legte ich mir damals aber auch schon als Original-CD zu, und das Format Schallplatte war für mich erst mal nicht mehr interessant.
Genau so wie ich dachten auch die meisten anderen Musikfans! Jedermann kaufte sich einen CD-Player (ich war unter den echten Musikfans in meiner Schule einer der letzten, die noch keinen hatte, mein Erstgerät wurde Ende 1988 angeschafft). Und dann dauerte es nur noch ca. 2 Jahre, bis die Schallplatte fast vollständig aus den Verkaufsregalen verschwand. Ich selbst bekam es in den Jahren 1990 bis 1992 mit, dass die damaligen Plattengeschäfte nach und nach ihre LP-Bestände abbauten und komplett durch CDs (bis Mitte/Ende der 90er oft auch noch MCs) ersetzten.
WIE KAM ICH ZURÜCK ZUR SCHALLPLATTE?
Zuerst war ich vom „CD-Hype“ auch begeistert, und wenn mal etwas Taschengeld übrig war, wollte ich bestimmte Alben unbedingt auf CD haben. Ich verkaufte sogar den Großteil meiner Schallplatten, die ich in den 80er Jahren gekauft hatte. Mein Einstiegsklasse-Plattenspieler von damals war nicht mehr interessant für mich.
Aber ab 1991 hatte ich das Bedürfnis, jene Lieder wieder zu besitzen, die ich in den 70er und 80er Jahren mal auf Kassette hatte (die Aufnahmen entsorgte ich mal in meinem jugendlichen Leichtsinn, einige waren aber auch technisch unbrauchbar) und die unser CD-Verleih nicht führte. Ich stellte nach einiger Zeit der „CD-Euphorie“ fest, dass längst nicht jedes Lied, das es früher mal gegeben hat, auf CD neu veröffentlicht wurde.
Was also tun?
Ich erinnerte mich an die 80er, als ich über den damaligen „Disc-Center“ in Weikersheim (einige kennen ihn vielleicht noch) günstig Schallplatten einkaufte. Diese Idee nahm ich Mitte 1992 erstmals wieder auf. Ich dachte mir, wenn schon nicht auf CD, dann eben wieder auf Schallplatte, denn früher gefielen mir die Schallplatten ja auch gut.
Etwa ein halbes Jahr später kaufte ich auch erstmals gebrauchte Schallplatten. Zuerst über den Kess-Versand, später kam die monatliche Zeitschrift „Musik-Flohmarkt“ auf, das war wie der Name schon sagt ein An- und Verkaufs-Magazin für Musikfreunde (Schallplatten, CDs). Ich erstellte mir Suchlisten am PC, und nach und nach versuchte ich, die gesuchte Sammlung zu vervollständigen.
Ich war ganz erstaunt, wie gut so eine Schallplatte wieder klingen konnte. Noch viel mehr Freude bekam ich daran, als ich 1993 von meinen Eltern deren Dual-Plattenspieler übernehmen konnte, welcher klanglich doch in einer ganz anderen Liga spielt als mein Japan-Plastikbomber aus den 80ern. Seit dem Wechsel des Plattenspielers (Mitte der 90er und vor allem ab 2005 gab es noch weitere Optimierungen in der gesamten Anlagenkette) stieg ich richtig wieder in die Schallplatten-Materie ein und fand immer mehr Freude daran.
Das einzige, was mir nicht so gefiel war, dass manche Gebrauchtplatten in einem schlechten Zustand waren (dazu häufig noch überteuert). Ich achtete schon darauf, möglichst noch neue oder neuwertige Platten zu bekommen.
In Sachen „Musik-Flohmarkt“ war ich bis Mitte 1995 aktiv. Danach folgten einige Jahre, in denen ich durch berufliche Einspannung nur sehr wenig Zeit für Musik hatte. Ich bestellte nur noch gelegentlich beim Disc-Center, dieser schloss dann aber gegen Ende der 90er.
Als ich 1999 diese Arbeitsstelle verließ und wieder mehr Zeit hatte, entdeckte ich per Zufall einen Laden für gebrauchte Schallplatten, und das zu Tiefstpreisen. Seitdem habe ich eine neue Quelle für das begehrte Vinyl. Zu diesen niedrigen Preisen (oft unter 1 Euro pro Platte) kaufte ich auch oft schon welche, auf denen nicht alle Lieder für mich interessant waren und/oder die schlecht erhalten waren. Dank der digitalen Aufnahmetechnik, die ich seit Ende der 90er besitze, kann ich mir nun eigene CD-Sampler mit den guten alten Oldies aus diesen Platten zusammenstellen. Diese CDs besitzen somit natürlich auch den für mich angenehmen Vinylklang.
Zeitgleich lernte ich auch eBay kennen. Hier habe ich vor allem im Anfang (2000-03) oft gebrauchte Platten ersteigert, die nicht alle in so einem tollen Zustand waren. In der späteren Zeit erwarb ich auf diesem Wege eher nagelneue Platten von gewerblichen Anbietern. Leider ist das nicht mehr so oft möglich, da die Preise für neues Vinyl in der letzten Zeit gestiegen sind und eine neue LP preislich ein ganzes Stück oberhalb der CD liegt. Außerdem erscheint nur noch ein Bruchteil aktueller CD-Veröffentlichungen ebenfalls auf LP.
WAS KLINGT BESSER – CD ODER LP?
„CDs klingen besser als Schallplatten“ – dieses Argument muss man sich immer wieder anhören. So ganz stimmt das nicht immer. OK, CDs haben einen lupenreinen „digitalen“ Klang, aber eine gute Schallplatte hat oft eine viel bessere Dynamik (hängt von der Pressqualität ab). Und für den Schallplatten-Fan ist das gelegentliche Hintergrundknistern doch nicht störend, oder? Vielmehr gehört es doch beinahe dazu, zur analogen Musikwiedergabe.
Voraussetzungen, dass eine Schallplatte mindestens so gut klingen soll wie eine CD, ist zum einen eine gut erhaltene, also weder verkratzte noch abgenutzte Schallplatte, und vor allem sollte man schon einen relativ guten Plattenspieler besitzen. Der uralte Kofferplattenspieler von den Großeltern oder auch der eigene frühere Jugendplattenspieler mit Lautsprecher im Deckel („Mister Hit“) klingt sicherlich sehr schlecht. Auch sind diese Billig-Plastik-Komponenten von heute (Kaufhaus) nicht empfehlenswert für den echten Fan. Der Plattenspieler sollte schon ein hochwertiges Gerät sein, und sehr beliebt sind auch heute noch bestimmte alte Klassiker der 70er und 80er Jahre, die damals eine sehr gute Verarbeitung hatten und von denen sehr viele ins neue Jahrtausend ohne Probleme überlebt haben. Ich z.B. höre meine Vinylschätzchen immer noch mit diesem Dual-Plattenspieler, welcher jetzt genau 25 Jahre alt ist. Das Gerät (Modell: CS 650 RC) gehörte damals zur oberen Mittelklasse, „größer“ waren nur noch 2 Modelle, welche allerdings auch fast das Doppelte kosteten (ähnlich ist die Relation auch heute noch auf dem Gebrauchtmarkt). Insgesamt sind heute auf dem Gebrauchtmarkt allgemein die etwas besseren Dual-Modelle von Mitte der 60er bis Anfang der 80er Jahre neben Thorens am beliebtesten. Im DJ-Bereich ist Technics sehr angesagt. Allgemein wird dazu geraten, besser ein 20-30 Jahre altes Qualitätsgerät (z.B. Dual, Thorens) zu kaufen als einen nagelneuen Plattenspieler. Da letzteres nun ein Nischenprodukt ist, lassen Qualität, Verarbeitung und Ausstattung bei den meisten Neugeräten schon seit langer Zeit zu wünschen übrig (vgl. auch Kassettendecks, Videorecorder). Bei Auktionen z.B. werden oft deutlich höhere Preise für solch einen „Oldie“ erzielt als für heutige Plastikgeräte aus dem Kaufhaus. Bei diesen alten Gebrauchten ist natürlich zu beachten, dass sie evtl. Wartung benötigen wie z.B. Lager neu fetten, Justierung, (speziell bei Dual) Wiederherstellung einer defekten Tonarmautomatik, oft auch Austausch des kompletten Tonabnehmersystems, bevor man die Vinyl-Schätzchen wieder hören kann. Neue Plattenspieler in ähnlicher Güte gibt es auch noch vereinzelt, aber häufig liegen sie weit über dem Budget eines Otto Normalverbrauchers (vier- bis fünfstellige Preise, und deren Design ist Geschmackssache, z.B. Glas- oder Acryl-Plattenteller).
Die Nadel sollte nach ca. 300 bis 500 Betriebsstunden (siehe Angaben des Herstellers) ausgetauscht werden, da abgenutzte Nadelspitzen die Platte beschädigen können. Allgemein geht man davon aus, dass der Plattenspieler über ein Magnetsystem mit Diamantnadel verfügen sollte (die älteren und einfacheren Keramik- und Kristallsysteme, gab es auch noch bei Dual in der Einstiegsklasse bis ca. 1975, gelten als weniger schonend für die Platten und haben auch einen völlig anderen Klangcharakter).
Der Verstärker und die Lautsprecherboxen sollten natürlich auch hochwertig sein. Bei Verwendung der Plastikboxen einer Kompaktanlage nützt Dir der beste Plattenspieler nichts. Meine besten Erfahrungen habe ich gemacht, wenn der Verstärker ebenfalls in einem ähnlichen Alter ist wie der Plattenspieler. Geräten aus dieser Zeit wird nachgesagt, dass sie natürlicher, harmonischer klingen als moderne Verstärker/Receiver, und früher hatten die Verstärker meist auch noch bessere Phono-Vorstufen (die meisten Neugeräte haben erst gar keinen Phono-Eingang mehr, dazu müsste man einen separaten Phono-Vorverstärker zwischen Plattenspieler und Verstärker schalten).
WARUM HEUTE ÜBERHAUPT NOCH SCHALLPLATTEN?
Ich gehöre zu der Generation, die noch mit Schallplatten aufgewachsen ist. Ich war nämlich wie gesagt in den 80er Jahren Jugendlicher (und als Kind in den 70ern war mein Musikinteresse schon sehr groß). Dementsprechend kenne ich noch sehr viele Lieder und sogar teilweise auch komplette Alben, die bis heute nie auf CD erschienen sind. Wenn jetzt jemand sagt, es gibt doch so viele 80er-Jahre-CD-Sampler, dann hat er zwar einerseits Recht, aber andererseits werden hier immer nur wieder dieselben Songs veröffentlicht, und das ist nur ein Bruchteil der 80er-Titel, die ich früher gern gehört habe.
Dann gibt es den nostalgischen Aspekt. Vielen (und dazu zähle ich mich manchmal auch) macht das Musikhören erst richtig Spaß, wenn noch Hand angelegt wird und das Auge „mithört“. Damit meine ich, wenn man die Platte auflegt und sie sich während des Musikgenusses auf dem Plattenteller dreht. Hinzu kommt dann der „analoge Klang“ (siehe oben), der vielen Musikhörern sympathischer ist als der eher etwas sterile CD-Klang.
Und man denke an die vielen Musikfans, die dieses Musikhobby schon in den 80er Jahren und noch früher hatten. Sicher existiert hier oft noch eine große Plattensammlung, auf die man nicht verzichten will. Alle nach und nach als CD besorgen ist oft teurer als ein guter Plattenspieler (sofern nicht mehr vorhanden), und wie gesagt bekommt man nur einen Teil der damaligen Veröffentlichungen heute auf CD. Das Überspielen auf CD, MD oder in den Rechner ist eine aufwändige Sache. Somit ist es für Besitzer einer großen Plattensammlung empfehlenswert, weiterhin einen Plattenspieler zu besitzen.
WO BEKOMMT MAN HEUTE NOCH SCHALLPLATTEN?
Das ist schwierig, aber nicht unmöglich. Zum einen gibt es in vielen Großstädten regelmäßig Plattenbörsen. Häufig werden gebrauchte Schallplatten dort sogar zu sehr niedrigen Preisen verkauft. Ich selbst gehe eigentlich kaum auf solche Börsen, eher besuche ich mehrmals im Jahr diesen bestimmten Second-Hand-Shop, der mir sehr sympathisch ist und wo man auch günstig Vinyl bekommt. Leider ist das Geschäft für mich auch nicht gerade um die Ecke, sonst würde ich hier noch öfter hingehen. In der Kleinstadt, in der ich wohne (und auch in der näheren Umgebung), gibt es keine solcher Läden. Hier in der Region wurden 1992/93 die letzten neuen Schallplatten angeboten.
Sehr beliebt ist aber auch eBay, was den meisten bekannt sein dürfte. Hier kann man ständig jede Menge Schallplatten ersteigern, häufig auch sehr günstig, da viele Alben nicht mehr so populär und/oder als CD-Version gefragter sind. Nachteil ist hier allerdings, dass man meistens schon mindestens 4 Euro für den Versand einer LP zahlen muss, seit man keine LPs mehr als Warensendung verschicken kann (von diesen neuen LP-Versandkartons halte ich nichts, da zu instabil).
In Großstädten sowie bei einigen Internetversendern kann man auch noch einige (!) aktuelle Alben als Vinyl-LP kaufen. Ich habe es schon mehrmals ausprobiert und bin vom Klang sehr begeistert. Von einigen wenigen Interpreten, z.B. Madonna, Herbert Grönemeyer, Moby oder Alanis Morissette, erschienen aktuelle Alben der letzten Jahre oft parallel zur CD auch als LP, wobei man aber in der Regel mehr bezahlt als für die CD. Und natürlich nicht zu vergessen die unzähligen Dancefloor- und Techno-Maxis, die ganz besonders an die DJ-Szene gerichtet sind.
Apropos DJ und Techno, allgemein ist ein Trend zu beobachten, dass inzwischen auch immer mehr jüngere Leute sich für das Vinyl-Format begeistern konnten.
WAS IST BEIM SCHALLPLATTENKAUF ZU BEACHTEN?
Der Zustand! Die meisten heute erhältlichen Schallplatten sind natürlich nicht mehr neu und haben oft schon eine lange „Vergangenheit“. Nicht jeder ging so behutsam mit dem „schwarzen Gold“ um wie es eigentlich sein sollte, und es ist auch ein Unterschied, ob eine LP mit einem 50er-Jahre-Einbaulaufwerk oder einem hochwertigen moderneren Plattenspieler gespielt wurde. Auch einmal „nass gespielte“ Platten (war irgendwann mal „in“, das Nassabspielen mit einer speziellen Flüssigkeit sollte eine Reduzierung der Nebengeräusche bewirken) sind in der Regel nicht mehr normal abspielbar. Ich habe auch schon gebrauchte LPs gehabt, die optisch und auch akustisch absoluter Schrott waren. Wenn man sie billig kaufen kann, ist dieses Risiko noch eher zu verschmerzen. Teure Platten sollte man vor dem Kauf optisch begutachten oder sogar falls möglich (Second-Hand-Shop) Probe hören.
Bei Versendern gebrauchter Platten (und auch Privatauktionen) weiß man natürlich nicht, was man kauft. Hier habe ich auch schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht, aber die Mehrheit meiner Erfahrungen war gut!
Einigen Sammlern ist auch noch wichtig, dass das Cover (die Plattenhülle) noch in einem einwandfreien Zustand ist.
HAT DIE SCHALLPLATTE DER CD GEGENÜBER VORTEILE?
„Niemals“, werden viele sagen. Das lästige Plattenauflegen, das große Format, die Nebengeräusche, die Gefahr unbrauchbar zu werden (bei falscher Behandlung), die wenigen heute noch vorhandenen Abspielmöglichkeiten, etc.
Und ob es viele Vorteile gibt! Für mich größter Vorteil ist das viel breitere Musikangebot, wie ich schon am Anfang erwähnt habe. Besonders der Oldie-Fan kann (natürlich mit Glück) ganz andere Songs bekommen, die es nie auf CD geben wird.
Ich fand die Zusammenstellungen bzw. Formate auch sympathischer als heute CDs. Will man sich heute ein Lied kaufen, bekommt man eine Maxi-CD. Das Lied wird in 3 bis 7 Versionen hintereinander (!) aufs Neue verunstaltet (Bumm-Bumm-Bumm). Und das zu einem Preis, zu dem man früher schon fast eine LP bekam. Damals kaufte man sich „das Lied“ als Single, das war eine 17 cm große Scheibe, die mit 45rpm abgespielt wird. Neben dem Wunschlied konnte man sich „nur“ über die teils weniger gute B-Seite ärgern (anstatt heute über den kompletten „Anhang“ der Maxi-CD). Manchmal war auch mal ein gutes Lied auf der B-Seite, oder eine Instrumentalversion der A-Seite.
Wahlweise konnte man (vor allem in den 80ern) eine 30 cm große Maxi-Single bekommen, die eine bessere Dynamik hatte als die kleine Single (wegen der großen Rille). Meistens fand man eine längere Version des Titels. Und da gaben sich die Produzenten auch noch Mühe im Vergleich zu heute. Die Versionen wurden oft mit ganz neuen Elementen verlängert, teilweise wurden sogar extra neue Strophen für die Maxi getextet (z.B. Mike Oldfield „Moonlight Shadow“, Al Corley „Square Rooms“ oder auch einige NDW-Titel). Von den alten Maxi-Versionen gibt es heute leider nur die wenigsten auf CD.
Die Sampler (Compilations) wurden auch mit mehr Liebe als heute zusammengestellt. Heute gibt’s die nur noch als teure Doppel-CD, von 40 Titeln sind 35 oft Schrott. Sicher gab es damals auch mehr oder weniger gute Songs auf den Samplern, aber die meisten Sampler konnte man sich gern komplett anhören. Einige kennen sicher noch die Klassiker wie „High Life“ oder „Super 20“, oder auch die ganzen Sampler der Labels K-tel oder Arcade. Noch heute lege ich ganz gern mal einen Sampler von damals auf (viele sind jedoch inzwischen bei mir „nur noch“ auf CD-R vorhanden, klanglich restauriert; gerade Sampler findet man auf Flohmärkten etc. seltener im Top-Zustand), die gefallen mir besser als die 80er-Compilations, an denen man sich schon fast satt gehört hat.
Und natürlich die Preise. Schon damals befanden sich die Tonträger in einem bezahlbaren Rahmen im Gegensatz zu heute. Auf dem Gebrauchtmarkt sind die meisten LPs heute deutlich günstiger zu bekommen als sie damals neu gekostet haben. Bei Album-Klassikern ist das nun durchaus eine Alternative zum Kauf der (neuen oder auch gebrauchten) CD.
FAZIT
So, nun hoffe ich, es Euch etwas näher gebracht zu haben, dass die Vinyl-Schallplatte noch lange nicht „tot“ ist und es in manchen Fällen sogar sehr angebracht sein kann, Schallplatten zu kaufen. Und ich hoffe auch, dass das Vinyl noch lange eine „kleine aber feine“ Fangemeinde hat. Ich jedenfalls werde diesem Format weiterhin treu bleiben, und auf meinem HiFi-Rack wird sich auch weiterhin stets ein Plattenspieler befinden. weiterlesen schließen
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