Pro:
- Riesenauswahl
- attraktive Preise
- gute Erreichbarkeit durch innerstädtische Lage und gute Verkehrsanbindung (Auto, S-Bahn, U-Bahn)
Kontra:
- nüx.
Empfehlung:
Ja
Was haben der Saturn und Köln gemeinsam? Richtig: Natürlich Ringe. Die von ersterem bestehen aus Staub und Eis, die von zweiterem legen sich ums Zentrum von Kölle und sind quasi großzügig dimensionierte Kreisverkehre: Wer durchblickt hat, wie sie funktionieren, findet sie toll, wer die richtige Ausfahrt verpasst, den können sie ziemlich flott verzweifeln lassen.
Ringe gehören zum Saturn einfach dazu. Das ist in Köln nicht anders, denn auch hier schmiegt sich ein Ring an den Saturn. Im nämlichen Falle handelt es sich um eine Ringstraße, und das ist insofern verdammt praktisch, als die Mutter aller Saturn-Filialen gut erreichbar ist. Das gilt übrigens nicht nur für Automobilisten, sondern auch für S-Bahnfahrer, die einfach an der Haltestelle Hansaring aussteigen: Selbst wer nicht gut zu Fuß ist, dürfte keine Schwierigkeiten dabei haben, die wenigen Meter Wegstrecke zum weithin sichtbaren Saturn Music Dome zurückzulegen.
In dessen Innerem hat sich im Laufe langer Jahre, in denen ich Saturn kennen und schätzen gelernt habe, einiges getan. Früher, als der Standard-Tonträger noch LP hieß, regierte hier gewissermaßen noch das Prinzip der erweiterten Selbstbedienung. Das heißt, dass die geneigte Kundschaft auch dafür zuständig war, sich den gewünschten Tonträger aus dem Lagerbestand von Saturn zu beschaffen. In den Verkaufs-Displays standen zwar auch LPs, aber die hatten eher die Funktion von Mustern: Schau mal, so sieht die LP aus, die du dir gleich selbst aus einem der vielen Regale heraussuchen darfst, die sich hier überall an den Wänden entlang ziehen.
Das A & O dieser speziellen Art von Selbstbedienung war natürlich das Ordnungssystem, das sich an den Bestellnummern der LPs orientierte. Solche Nummern prangten – von Hand geschrieben, aber deutlich lesbar – auf Listen, die jeweils zwischen Scheiben aus transparentem Kunststoff klemmten. Diese speziellen Klemmbretter standen dann in LP-Displays, und wer auf der Suche nach einem bestimmten Titel war, fand ihn, wenn vielleicht auch nicht in Form der gesuchten LP im Display, in der Regel auf der Liste. Und musste sich nun nur noch die Bestellnummer merken, um sich den hoffentlich am Lager befindlichen Titel zu beschaffen. Mit Papier und Bleistift bewehrte Menschlein waren im „Saturn“ jener Tage kein ungewöhnlicher Anblick.
Das beschriebene Vorgehen sparte natürlich Personal, und die Ersparnis schlug sich auch in den Preisen nieder – deren Angabe übrigens in der Regel nicht in Mark und Pfennig geschah, sondern in Form eines alphabetischen Codes. Und all überall hingen natürlich Tafeln mit den entsprechenden „Umrechnungskursen“, die Aufschluss darüber gewährten, wie viel denn nun eine LP der Preiskategoie A, B, C oder auf F kostete. Mit den beschriebenen Eigenheiten zu arrangieren war einfacher, als die obigen Zeilen vermuten lassen könnten – zumal Musik-Fans, die zum Saturn reisten, ja genau wussten, warum sie das taten: Natürlich des guten Sortiments und der guten Preise wegen.
Beides konnte und kann sich sehen lassen: Das Saturn-Haus am Hansaring bietet eben nicht nur Titel, die sich aktuell gut verkaufen und die nach Ablauf der Saison bereits wieder vergessen sind, sondern das Sortiment besticht durch immense Breite und Tiefe. Saturn in Köln ist eines der wenigen Musikgeschäfte, zu denen mensch getrost auch gerade drauflos pilgern kann, wenn er auf der Suche nach einem bestimmten Titel ist: Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesuchte nicht erst bestellt werden muss, sondern vorrätig und abholbereit ist, ist so immens groß wie sonst wahrscheinlich wirklich nirgends sonst in ganz Deutschland. Oder ist Saturn gar wirklich „die größte Plattenschau der Welt“, wie das Unternehmen lange Jahre für sich warb? Sagen wir’s mal so: Die HMVs, Virgin Megastores und World of Music-Filialen dieser Welt, die ich kennengelernt habe, konnten dem kölschen Platten-Gestirn nie das Wasser reichen.
Gerade Fans, die Aufnahmen abseits allen radiotauglichen Mainstreams suchen, werden in dieses Loblied sicher einstimmen – auch Abteilungen wie Filmmusik und Folk sind hier ähnlich glänzend bestückt, wie es in anderen Läden nur die Umsatzbringer Pop und Rock sind. Die Leistung stimmt, und der Preis stimmt in der Regel auch: Die Sonderangbeote sind atraktiv, aber dank offensichtlich vernünftiger Mischkalkulation ist auch vergleichsweise Exotisches meist zu einem durchaus vertretbaren Preis zu haben. Die oben beschriebene Art der Lagerhaltung und Selbstbedienung ist übrigens längst passé. Heute sieht der Kaufakt bei Saturn so aus wie in einem jeden x-beliebigen CD-Laden in der Republik.
Was wäre sonst noch zu sagen? Ach ja: Die Saturnalien sind Festtage, die die Römer dem Gott Saturn widmeten. Und die Römer waren auch die Leutchen, die, lang ist's her, am Rhein eine Stadt gründeten und sie Colonia Agrippina nannten. Die heißt heute Köln. Nicht Düsseldorf. Womit auch der für linksrheinisch Geborene so wichtige obligatorische Seitenhieb gegen die Landeshauptstadt untergebracht wäre.
R e s ü m e e
Als der Standard-Tonträger noch die gute alte Schallplatte war, warb Saturn am Hansaring damit, "die größte Plattenschau" der Welt zu bieten. An der gewaltigen Auswahl hat sich mit den Jahren nichts geändert: Wer auf der Suche nach einer bestimmten CD ist, dessen Chancen, fündig zu werden, stehen hier besser als irgendwo sonst in der Republik. Die DVD-Abteilung kann sich ebenfalls sehen lassen, und die Preisgestaltung ist auch attraktiv. weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben