Pro:
Spannende Geschichte, authentische Figuren
Kontra:
gar nichts
Empfehlung:
Ja
*** Angaben zum Buch ***
Autor: Schacht, Andrea
Titel: Der dunkle Spiegel
Originaltitel: -
Verlag: Blanvalet
Erschienen: 2005
ISBN-10: 3442362806
ISBN-13: 9783442362806
Seiten: 368
Einband: Taschenbuch
Serie: Band 1 der Beginen-Reihe
Preis: 8,50 €
*** Autorenportrait ***
Andrea Schacht war lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin tätig, hat dann jedoch ihren seit Jugendtagen gehegten Traum verwirklicht, Schriftstellerin zu werden. Ihre historischen Romane um die scharfzüngige Kölner Begine Almut Bossart gewannen auf Anhieb die Herzen von Lesern und Buchhändlern. Mit Die elfte Jungfrau kletterte Andrea Schacht erstmals auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, die sie seither mit schöner Regelmäßigkeit immer neu erobert. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Katzen in der Nähe von Bonn.
Quelle: Verlagsseite
*** Inhaltsangabe ***
Köln im Jahr des Herrn 1376. Sind die selbstbewussten Frauen des Beginen-Konvents am Eigelstein etwa Ketzerinnen und Giftmischerinnen? Die junge Begine Almut Bossart, Tochter eines angesehenen Kölner Baumeisters, macht sich beherzt an die Aufklärung eines mysteriösen Giftmordes im Haus des Weinhändler de Lipa. Nicht ganz freiwillig - denn sie selbst wird vom Inquisitor der Tat verdächtigt ...
Quelle: Klappentext
*** Mit meinen Worten ***
„Der dunkle Spiegel“ ist der erste Roman aus der Beginen-Reihe und spielt in Köln im Jahr 1376. Da vielleicht einige mit dem Begriff Begine wenig anfangen können, möchte ich zunächst noch ein paar erklärende Worte dazu schreiben. Beginen nannte man ab dem 13. Jahrhundert, kirchlich gesehen, gläubige Frauen, die keinen geistlichen Beruf ausübten. Diese lebten meistens in ordensähnlichen Gemeinschaften und führten ein eheloses und frommes Leben. Von der römisch-katholischen Kirche wurden sie oft geduldet, zum Teil aber auch durch die Inquisition verfolgt, weil ihr Leben für einige im Widerspruch zur Lehre einer christlichen Großkirche stand. Zu Beginn der frühen Neuzeit schloss sich der Rest dieser Glaubensgemeinschaft der Reformation an oder wurde kirchlich integriert.
In dem Roman von Andrea Schacht geht es um Almut Bossart, Tochter eines angesehenen Kölner Baumeisters. Nach einer sehr unglücklichen und vom Vater arrangierten Ehe schließt sich Almut nach dem Tod ihres Ehemannes dem Beginen-Konvent am Eigelstein an. Die junge und sehr eigenwillige Begine, die ihre spitze Zunge oftmals nicht in Griff hat, legt sich mehr als einmal mit einem Priester an, der der Meinung ist, Frauen hätten in der Kirche nichts verloren und hätten sich gefälligst unterzuordnen.
Als jedoch im Hause des Weinhändlers de Lipa der junge Gehilfe Jean unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, gerät Almut unter Verdacht, diesen vergiftet zu haben, als sie ihm ein paar Tage zuvor Medizin verabreicht hat. Die Phiole mit der restlichen Medizin ist nicht mehr aufzufinden, dafür aber fällt Almut ein Spiegel neben dem Bett des toten Jungen auf, der völlig schwarz ist, als sie hineinblickt.
Die Begine ist gezwungen, ihre Unschuld zu beweisen. Erschwert wird das Ganze durch den Inquisitor Deubelbeiß, der bereits durch Almuts ketzerischen Äußerungen auf sie aufmerksam geworden ist. Doch sie bekommt unerwartet Hilfe vom Benedektinerpater Ivo von Spiegel und der maurischen „Hure“ Aziza, die eigentlich gar keine ist …
Andrea Schacht hat mich mit ihrem sehr gut recherchierten Roman absolut überzeugen können. Ihre Charaktere sind authentisch und keineswegs übertrieben dargestellt. Sie hat ihren Figuren Leben eingehaucht und auch die örtlichen Gegebenheiten so realistisch geschildert, dass sie mir als Leserin das Gefühl gegeben hat, mitten im Geschehen zu sein.
Besonders gut gefallen haben mir die verbalen Auseinandersetzungen von Almut und Pater Ivo, die mich immer schmunzeln ließen. Ich konnte ich es förmlich knistern hören und es fiel mir gleich der Spruch ein „Was sich neckt, das liebt sich“. Beiden Figuren merkt man an, dass ihr „Beruf“ eigentlich nicht ihre Berufung ist, so wie es eigentlich sein sollte und somit hege ich schon leise Hoffnung, dass die Zwei sich irgendwann einmal näher kommen.
Es war auch sehr interessant etwas über die Herstellung von Arzneimitteln zu lesen oder wie rein zufällig das Kölnisch Wasser erfunden wurde (dass dieses tatsächlich erst im Jahr 1792 erfunden wurde, darüber sehen wir mal hinweg). Im Vorwort weist die Autorin darauf hin, dass die handelnden Personen frei erfunden sind, bis auf Friedrich III. von Saarweden und den Dombaumeister Michael.
Zu Beginn des Buches hat Andrea Schacht ein Personenregister aufgelistet, welches in diesem Fall, was mich betrifft, nicht notwendig gewesen wäre, weil die Geschichte mit all ihren Figuren sehr übersichtlich geschrieben ist.
Abschließend kann ich sagen, dass mir die Mischung aus Krimi und Historie mit einer Prise Humor sehr gut gefallen hat und ich gerne fünf Sterne vergebe.
*** Reihenfolge der Beginen-Bücher ***
1. Der dunkle Spiegel
2. Das Werk der Teufelin
3. Die Sünde aber gebiert den Tod
4. Die elfte Jungfrau
5. Das brennende Gewand
*** Rechtliches ***
© M. Schulte im März 2012 - Alle Rechte vorbehalten. Text unterliegt meinem Urheberrecht. Dieser von mir verfasste Bericht erscheint auch auf anderen Plattformen. weiterlesen schließen
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