Pro:
Gute Hintergrundinformationen
Kontra:
für mich wars wirlich gähnend langweilig...
Empfehlung:
Nein
„Der Schwarm“ war klasse. Deshalb auch dieses Buch. Aber es ist ganz anders...
Umwas geht’s in dem Buch?
es geht um den Balkankrieg, um die Bombardierung Serbiens durch die NATO. Aber nur hintergründig.
Alles Machtgelüste und Kampf um Vorherrschaft. Deshalb planen die Serben auch Rache: den Kopf eines wichtigen Präsidenten. Ort des Attentats soll Köln sein, da dort der Krisengipfel bzw. Friedensgipfel stattfinden soll. Die beste Terroristin der Welt wird auserkoren – sie entwickelt eine perfide Idee um den Plan in die Tat umzusetzen.
Gleichzeitig reist Prof. Dr. Liam O´Connor, ein Ire, zu einer Lesung nach Köln. Er ist Wissenschaftler und Autor und für den Nobelpreis vorgeschlagen. Kika Wagner soll ihn von Verlagsseite her betreuen.
O´Connor ist extravagant. Er sieht gut aus , ist groß gewachsen und Alkoholiker. Also die positive Variante davon, die da heißt: er kann trinken was das Zeugs hält und wirkt in besoffener Unverschämtheit immer noch charmant.
Kika Wagner verliebt sich in ihn.
Dritter im Bunde ist Franz Maria Kuhn, ein Lektor. Er ist neben O´Connor eine männliche Katastrophe, linkisch, unappetitlich, unmännlich. Kika verachtet ihn... und doch wächst er über sich hinaus.
Da diese drei auch gerade in Köln weilen werden sie in den Ablauf des Geschehens hineingezogen, als O´Connor plötzlich einen alten Freund der IRA trifft, der aber vorgibt ein ganz anderer zu sein...
Es kommt dann zum ganz großen Mordanschlag – wie dieser ausgeht verrat ich natürlich nicht, denn davon leben ja Leser die die Action suchen...
Nach dem Anschlag gehts – mit vielem Denken hin und her und viel Diskussionen um Sinn und Unsinn von Terroranschlägen recht unspektakulär zur letzten Seite...
Ja, dann hat Schätzing noch einen Glossar angefügt – Hintergrundinformationen über den Kosovo- Konflikt, über die Situation in Amerika, über Terrorismus, über Lichtabbremsung ....und über Whisky.
Diesen Anhang hab ich zu spät gesehen, wenn ihr das Buch lest, informiert euch ab und zu über die Hintergründe. Lediglich beim Whisky-Teil hab ich mir wieder gedacht, ob sich hier der Autor nicht als O´Connor- Alki outet, denn wi er über Whisy – Sorten schwärmt erinnert stark an Jargons aus der Drogenszene... also ich tippe FS hat ein Alkproblem....
Ein Köln- Roman. Für Leute die dort wohnen muß es ein besonderes Vergnügen sein dieses Buch zu lesen, denn Schätzing beschreibt viel Lokalkolorit, auch viel geschichtliches, er beschreibt Plätze, Strassen, Hotels und den Flughafen immer und immer wieder.
Für Nicht- Kölner also manchmal etwas langweilig und zum quer-drüber-lesen.
Überhaupt: Längen hat das Buch ohne Ende. Bis es zum Show-down kommt erfahren wir auf 100en von Seiten was O´Connor über Frauen, die Liebe und Politiker denkt. Wir wissen um seine Whisy – Sorten (Glenfiddich verachtet er absolut) . Und wir erfahren viel über die Seelenqualen zweier Menschen die sich einander nähern und ihre aufkeimende Liebe im Zaum halten wollen, es aber nicht können.
Also zum Zentrum des Geschehens kommt Schätzing erst so um die vierhundertste Seite. Da bedarf es schon großer Geduld beim Leser. Nicht zu vergleichen mit der atemlosen Spannung im „Schwarm“, die ja von Anfang an das Buch beherrscht und durchgehalten wird.
Geduld und Fassung muß dann auch bewahrt bleiben wenn die Akteuer plötzlich mitten im Geschehen anfangen zu philosophieren. So wird über die Rolle Amerias im Serbienkonflikt seitenlang nachgedacht und diskutiert, wobei ein Diskutant grad eben eine Hand verloren hat und zu verbluten droht, und auch andere mit dem Tode ringen. (Das ist billig und nicht nachvollziehbar- lieber Frank Schätzing. )
Präsident Clinton sitzt übrigens zur gleichen Zeit in einem Kölner Restaurant und freut sich am deutschen Bier.Prost!
Meines Erachtens sollte der Autor aufpassen. Vorschußlorbeeren halten nicht lange - wenn er so weiterschreibt. Das Buch wird auch bei ebay um die zwei Euro gehandelt. Niemand wills wohl so recht.
Fazit: dieses Buch wird die Fan-Gemeinde von Schätzing spalten. Mein Buchhändler ist begeistert, ich bins nicht. Für mich ists ein langweiliges Buch. Zum gleichen Thema bietet „ Airforce One “ bedeutend mehr an Spannung. Und um den Kosovo-Konflikt zu bewerten und aufzuarbeiten gibt es sicher auch andere Bücher. Aber genau das wollte wohl Schätzing machen : uns aufzeigen welche Machenschaften und Interessenkonflikte die NATO damals dazu brachte im ehemaligen Jugoslawien anzugreifen und zu bombardieren.
Es ist ihm mißlungen. weiterlesen schließen
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