Pro:
So viele tolle Shows und interessante Entdeckungen sind...
Kontra:
...an einem Tag kaum zu schaffen
Empfehlung:
Ja
In diesem Urlaub wollten wir mal Disney und Universal links liegen lassen. Die hatten wir immerhin die letzten beiden Male schon abgehakt (was nicht heißt, dass man da nicht mehrmals hingehen kann). Als die Große Alternative bot sich natürlich Sea World an.
Und so orientierten wir uns auch schon bei der Hotelwahl.
Das Red Roof Inn (siehe Bericht) befindet sich keine 15min vom Park entfernt. Allerdings wird kein Shuttle angeboten. Man muß mit dem eigenen Auto fahren.
Man fährt einfach nur auf die nahliegende I-4 Richtung Downtown Orlando und nimmt die Abfahrt 27a oder 28.
Fürs Parken muß man 7$ hinblättern. Der Eintritt kostet 50$. Wer einen AAA-Pass (bekommt man zu Hause beim ADAC) oder Kupon vorlegt, bekommt 5$ Nachlass.
Das ist an sich eine Menge Geld. Aber Sea World ist nicht irgendein Park mit mechanischen Fahrgeschäften. Hier handelt es sich um den ersten Marine Park, der viele Tiere für seine Besucher bereit hält und bei aller Unterhaltung auch Aufklärung betreibt.
Als Hauptaufgabe der 3 Parks in Orlando, San Antonio und San Diego sieht man die Erforschung und die Rettung der Unterwasserwelt.
So richtig bekannt wurden die Parks durch Keiko – den Wal aus dem Film "Free Willy", der von sogenannten Tierschützern frei gekauft wurde und dann elendig und einsam eingegangen ist in Norwegen.
Über eins muß man sich aber im Klaren sein. Sea World ist nichts für Adrenalin Junkies. Es geht um Tiere! Entsprechend wenige Fahrattraktion findet man in diesem Park - dafür aber viele geniale Shows.
Ich fand die Abwechslung zu Disney und Co sehr angenehm. Zumal ich sowieso nur wenige Attraktionen fahren kann, ohne die ein oder andere Tüte zücken zu müssen.
Noch ein gravierender Unterschied ist mir bei Sea World aufgefallen. Das Gelände an sich ist viel urtümlicher – es gibt deutlich mehr Bäume und damit auch genug Schatten für heiße Sommertage. Dafür ist das gesamte Gelände aber auch unübersichtlicher und man muss sich deutlich öfter auf der Karte orientieren.
Was mich sehr enttäuscht hat, waren die vielen Extras, die man auch extra bezahlen muß. So kostete eine halbe Stunde im Paddelboot 6$, Die Auffahrt zum Aussichtsturm 3$ und die "Behind the Scenes Tour" 9$ (für die muß man sich gleich nach dem Eintritt anmelden).
Als Angebot gab es zu Zeiten unseres Urlaubs den zweiten Besuch innerhalb von 7 Tagen frei. Das musste man nur auf seinem Ticket vermerken lassen.
Wenn die Zeit vorhanden ist und das Angebot noch gilt, sollte sich das jeder überlegen. Wir haben nur die Shows besucht und einen wirklich gepackten Tag gehabt.
Wer es relaxter mag, muß selektieren, was bei den tollen Shows echt schwer ist, oder ein zweites Mal wieder kommen.
Die Aussage, wir hätten keine Rides mit gemacht, ist nicht ganz korrekt. Im Gebiet "Wild Arctic" (ich geh mal rechts rum mit Euch) gibt es einen Flugsimulator, der einen auf das Erlebnis Arctic einstimmt. Denn anschließend kann man sich das Tierleben der Arktis live anschauen: Belugawale, Walrösser und Eisbären sind durch Glasscheiben sowohl von oberhalb als auch von unterhalb der Wasseroberfläche zu besichtigen. Insbesondere die Eisbären im Wasser sind eine wahre Kreisch-Attraktion für Kinder. Hübsch fand ich das ganze Drumherum, dass einem suggerieren sollte, sich in einer Forschungsstation zu befinden.
Der nächste Bereich dreht sich nur noch um Shamu, den neuen Star im Walbecken.
In der „Shamu Adventure Show" wird neben den kleinen Kunststücken, auch einiges Interessantes über das Leben der Meeressäugetiere erzählt. Ich fand die Show sehr ansprechend, nicht zu billig nur auf Tricks ausgerichtet.
Später kann man den riesigen Killerwal noch in einem Glasbecken betrachten.
Ausgesprochen gut und extrem witzig war die „Clyde and Seamore TakePirate Island"-Show. In der Clyde und Seamore - zwei hervorragend dressierte Seehunde auftreten. Im Gegensatz zu den meisten anderen dieser Shows zeigen die beiden ihre Kunststücke nicht einfach so, sondern das Ganze wird als zusammenhängende, durchgehende Story erzählt. Und die diversen kleinen (gewollten) Patzer führen natürlich zu herzhaften Lachern.
Danach geht’s etwas ruhiger zu und man muß mal wieder selbst etwas machen. Na ja, an den Pinguinen wird man dann doch auf einem Fahrband vorbei gefahren. Vermutlich würden sich die Massen sonst vor den Scheiben stauen.
Doch im Manatee Information Center ist es dann ganz ruhig. Leider liegt diese "Attraktion" über die massigen und scheinbar unbeweglichen "Ureinwohner" der Florida Keys etwas abseits und wird wohl auch aufgrund der unspektakulären Tiere nur wenig besucht. Interessant ist es alle Mal und auch geeignet, vom Trubel etwas runter zu kommen und einige Minuten zu verschnaufen.
Das „Key West Dolphin Fest" ist ausgesprochen super. Die Show war lustig, hatte viele Tiere und die Zuschauer wurden einbezogen.
Die Show selbst gehört zu einem ganzen Komplex, wie auch schon der Killerwalbereich. Bei den Delphinen gibt es Streichelbecken (eine sehr interessante Erfahrung!) und die Kinderstation. Hier werden die werdenden Mütter von der Gruppe abgesondert, um ihre Kinder zu bekommen und diese eine Weile selbst zu betreuen.
Bei unserem Besuch, fanden wir 3 schwangere Delphine vor, die vor Langeweile sehr, sehr neugierig und zutraulich waren.
Die Hauptdarsteller der "Pets Ahoi" Show sind gewöhnliche Haustiere wie Hunde, Katzen, aber auch Mäuse, Enten, Tauben. Wenn mich nicht alles täuscht, wurde erzählt, dass die Tiere aus Tierheimen kommen.
Die Show ist irgendwie einfach nur niedlich, süß und komisch. Man staunt wirklich, zu was unsere häuslichen Begleiter alles fähig sind.
Im Folgenden gibt es wieder was zu Besichtigen: Die Rochen Lagune (man darf sie anfassen – huh), ein tropisches Riff und das Schildkrötenbecken.
Der Rundgang wird mit der „Intensity Water Ski Show" beendet (oder gestartet). An der Waterfront wird den Zuschauern eine 35-minütige Show zum Thema Wasserski gezeigt. Einige der (angeblich) besten Wasserski-Künstler der USA zeigen hier mehrmals täglich ihre Tricks. Ich fand es von den Stunts teilweise sehr beeindruckend, aber insgesamt zu patriotisch und auf Dramatik getrimmt.
Unser Rundgang war jetzt so gut wie chronologisch. Das geht in Wirklichkeit natürlich nicht. Wer nicht viel Zeit hat, sollte sich an den Startzeiten der Shows orientieren und seinen Weg darauf abstimmen. Man kann es sich bei einem Besuchstag in Sea World nicht erlauben, Zeit zu verplempern. Und ich muß wirklich lobend hervorheben, dass die Anfangszeiten der Shows exzellent auf einander abgestimmt sind.
Die Verpflegungspreise sind meines Erachtens minimal günstiger als bei Disney. Trotzdem kann man auch hier noch gutes Geld lassen und eine Familie sollte ruhig ein wenig Proviant und Getränke mitnehmen. Die Kids kann man ja auch mit einem Eis oder anderen Kleinigkeiten verwöhnen.
Insgesamt muß ich jedoch sagen, war der Park nicht ganz so klinisch rein wie Disney und auch das Personal war nicht so überfreundlich. Ist fraglich, ob wir Deutschen das als Minuspunkt sehen. Für mich wirkt in Disney so vieles zu übertrieben und aufgesetzt. Aber das kann auch an der Gewöhnung an den deutschen Nicht-Service meinerseits liegen.
Fazit
Sea World ist meiner Meinung nach der ideale Park für alle Menschen, die sich nicht den Tag über die Seele aus dem Leib schreien wollen und für diejenigen, die vielleicht mit ihren kleineren Kindern unterwegs sind.
Es gibt lustige Shows, viele Tiere und für Kinder einiges zu lernen und zu erleben.
Die Preise sind hoch aber fair.
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