Pro:
Preisleistungsverhältnis stimmt | weites Gesichtsfeld
Kontra:
Windgeräusche
Empfehlung:
Ja
Nach über vier Jahren war mal wieder ein neuer Motorradhelm (über)fällig. Ich machte es mir nicht einfach und fuhr zu sämtlichen Motorrad-Zubehör-Geschäften in 50 km Umkreis. Schon letztes Jahr war mir ein Helm der Firma Arai aufgefallen, doch über 400.- EUR waren mir definitiv zu viel. Dieses Jahr fuhr ich - nachdem mein Visier am alten Helm schon zu einem Sicherheitsrisiko geworden war - zu "Polo", mit der Überzeugung: "Egal, was passiert. Ich verlasse den Laden nicht, bevor ich einen Helm gefunden habe."
| Kaufgrund
Der Hauptgrund, warum ich mich schließlich für den Shark S800 entschied, ist schnell erklärt: er passt und er ist "billig". Ich war eineinhalb Stunden in diesem Motorrad-Zubehör-Geschäft und probierte alle Helme in meiner Größe durch. Das war durchaus nicht einfach, denn mir passt - je nach Modell - nicht nur die Größe M, sondern teilweise auch Größe L. Ungefähr 30 Helme und 60 Anproben später hätte ich aus lauter Verzweiflung sogar einen 550-Euro-Helm von Shoei gekauft, doch das blieb mir glücklicherweise erspart. Ich fand den Shark S800, den ich nach mehrmaligem Probieren als den "Best-Sitzenden" empfand. Mit einem Preis von 209.- EUR, auf die nochmals 15 Prozent gewährt wurden, war ich durchaus zufrieden.
| Passform
Die Passform eines Helms ist natürlich - neben seiner Sicherheit - das wichtigste Auswahlkriterium. Mein Motto: Passkomfort = Fahrkomfort. Ob ein Helm passt, kann nur der Helmträger entscheiden, weshalb man mit seiner Kaufentscheidung immer allein da stehen wird. Der Verkäufer, der mich beriet, konnte nur ein paar Tipps geben, war aber schlussendlich machtlos, ein Urteil zu fällen. Während ich den Helm auf hatte, hielt er ihn fest und bat mich, mit dem Kopf hin und her zu wackeln. Seiner Meinung nach saß der Helm fest. Auch der Abstand zwischen meinem Kinn und dem Riemen war in Ordnung, so der Fachmann.
Ich selbst tu' mir immer schwer damit. Ein Helm soll nicht unangenehm drücken, soll aber andererseits auch nicht zu locker sitzen. Doch wo liegt die Grenze zwischen normalem Druck und unangenehmem Drücken? Ich habe grundsätzlich - egal welche Helme ich trage - eine Druckstelle an der Stirn. Hier verspüre ich immer nach längerer Fahrt einen leichten Schmerz. Auch bei meinem neuen Shark S800 ist das leider der Fall.
Etwas irritiert war ich, weil meine Ohren frei in einer tiefen Ausbuchtung lagen. Mein alter UVEX umschloss die Ohren fast vollständig. Ich befürchtete eine erhöhte Geräuschbelastung. Doch darauf möchte ich später näher eingehen...
| Design
Ich hatte mir einen Helm mit hellen Farben vorgestellt - idealerweise mit der Signalfarbe "Gelb". Diese Farbe scheint aber im Moment nicht modern zu sein. Deshalb fixierte ich mich auf meine Lieblingsfarbe "Blau". Doch dieser Helm passte mir leider nicht, obwohl ich beide Größen (M und L) probierte. Also blieb mir nur noch das Rot-Silber-Schwarze-Design, das auch meinen alten Helm dominierte und deshalb für mich keine neue Optik bietet. Schade, auch wenn der Schwung der Lackierung etwas dezenter und formschöner ist, gefällt mir die Farbe nicht. Ich habe mich im Laufe der Jahre daran satt gesehen.
Auffallend ist die Lüftungsklappe an der Stirnseite des Helmes, die einen optischen Blickfang bildet und - wie ich finde - gut zum Gesamteindruck des Designs passt. Die stromlinienförmige Lackierung soll wohl "Geschwindigkeit" und "Aerodynamik" darstellen, was ich durchaus gelungen finde.
| Visier
Das Visier hat mich bei meiner ersten Fahrt überrascht. Mein alter Helm war ein Uvex, der eine Doppelverglasung und - so musste ich jetzt einsehen - ein sehr kleines Gesichtsfeld besaß. Der Shark S800 besitzt ein schönes breites und auch recht hohes Visier, so dass man einen weiten Blickwinkel hat. Das gefällt mir hervorragend!
Es klingt jetzt vielleicht seltsam, aber seitdem ich den neuen Helm habe, fahre ich wesentlich sicherer (und dadurch auch mutiger) Motorrad. Ich habe das Gefühl, ich würde mehr sehen, dadurch dass ich vor allem in der Breite einige Zentimeter mehr Verglasung habe.
Das Visier ist kratzfest, was ich natürlich nicht freiwillig ausprobieren möchte, und angeblich auch beschlagfrei, was ich weitestgehend bestätigen kann. Bei herbstlichen Temperaturen habe ich den Helm jedoch noch nicht getragen, werde aber meine Erfahrungen spätestens im Oktober an euch weitergeben. Ein Ersatzvisier würde heute 29.- EUR kosten. Beim Uvex wären es knapp 60.- EUR. Ich habe überlegt, ob ich mir sicherheitshalber schon heute eines kaufen sollte. Doch eigentlich ist das Unsinn, denn wenn es mal soweit ist, ist vielleicht auch schon wieder ein neuer Helm fällig.
| Verschluss
Ein Grund, warum ich mein Leben lang UVEX-Helme gefahren habe, ist das tolle Verschlusssystem, dass es leider nur bei dieser Firma gibt. Wer UVEX-Helme kennt, weiß wovon ich rede. Ein ähnliches System bietet leider kein anderer Hersteller, weshalb ich hier immer wieder Probleme hatte, einen Helm zu finden, der mir gefällt. Der Shark S800 hat einen Schnappverschluss mit einer deutlich abgesetzten Schnalle für die Entriegelung. So können auch große Männerhände diesen Verschluss leicht öffnen. Nur mit Handschuhen habe ich auch hier meine Probleme, was aber natürlich ist.
Das Schließen ist etwas schwieriger. Hier tue ich mir wirklich schwer, weil ich oft die beiden Enden des Verschlusses verkante. Dann bekomme ich ihn entweder nicht geschlossen oder klemme mir die Fingerkuppen ein.
| Ausstattung/Material
Der Shark S800 wiegt 1380 g und liegt damit im mittleren Bereich.
Informationen zum Material kann ich euch leider nur die geben, die ich auf der Homepage unter www.shark-helmets.com gefunden habe. Ich hoffe, ihr seid des Englischen besser mächtig als ich:
- Shell made from injected thermoplastic resin.
- Multi-element internal shock-absorber with differentiated density.
- Airflow directed by integrated ducts.
- External anti-UV lacquer finish.
- Dual treated (anti-scratch/anti-fog) "Total Vision" 2.2 mm visor.
Der Helm besitzt einen Windschutz im Nasen-Mund-Bereich, der zwar den Luftzug, nicht aber die Windgeräusche abhält. Apropos Geräusche...
| Fahr-/Windgeräusche
Bei meiner ersten Fahrt überraschten mich die lauten Windgeräusche, die ich von meinem alten UVEX nicht kannte. Ich erklärte mir das damals so, dass der Helm Richtung Kinn nicht so tief hinunter reicht - also kürzer als mein alter Helm ist. Ich nahm an, dass dann auch die Fahrgeräusche lauter sein müssten, was aber nicht der Fall ist. Inzwischen glaube ich jedoch, dass der Helm selbst - dadurch das er kürzer ist - diese Windgeräusche verursacht. Es entsteht eine Art Wirbel unter meinem Kinn, den ich vor allem dann bermerke, wenn ich kein Halstuch trage. Das ist die einfachste Erklärung, die ich zu bieten habe. Der Helm ist kürzer, ein Wirbel unter dem Kinn verursacht Windgeräusche und die Fahrgeräusche werden dank guter Isolierung trotzdem von meinen Ohren fern gehalten.
| Sicherheit
Die Sicherheit ist das Wichtigste an einem Motorradhelm. Dazu tragen vor allem die Qualität des Materials und die Passgenauigkeit bei. Mir persönlich ist die Passgenauigkeit nur deshalb wichtig, weil dadurch der Fahrspaß erhöht wird. Dazu muss ich etwas erklären. Ich habe bereits einen mittelschweren Motorradunfall gehabt und weiß deshalb, dass die richtige Kleidung entweder alles oder nichts bedeutet. Sprich: Ist der Unfall schwerwiegend, nützt auch die beste Schutzkleidung nichts. Ist der Unfall harmlos (was selten der Fall ist), dann schützt ein 200-Euro-Helm genauso gut wie ein 500-Euro-Helm. Der Unterschied zwischen diesen beiden Helmen ist (außer im Preis) der Komfort. Belüftungsschlitze, niedriges Gewicht, evtl. ein Airbrush-Design verteuern den Helm, dienen aber nicht unbedingt der Sicherheit.
Die Materialqualität des Shark S800 entsprechen durchaus den Anforderungen, die aus verkehrstechnischen Gründen gefordert werden und die ich persönlich an einen Helm stelle. Wie bereits beschrieben, besteht der Motorradhelm aus sehr gutem Material, einem kratzfesten Visier und einem sicheren, aber leicht zu öffnenden Verschluss. Er entspricht der vorgeschriebenen DIN-Norm (E2) und ich zweifle seine Sicherheit nicht an. Und was wichtig ist: ich vertraue meinem Helm!
| Fazit
Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Shark S800 stimmt. Für 178.- kann ich keine Luxusausführung erwarten und die Sicherheit kommt trotz des geringen Preises nicht zu kurz. Ich würde mir durchaus einen Helm wünschen, der leiser ist und evtl. eine andere Farbe hat. Da ich dafür aber nicht mehr bezahlen möchte/kann, muss ich mich damit zufrieden geben.
In diesem Sinne... alles bleibt anders... eure Dotti
P.S. Das Produktbild ist von mir, weshalb ich es mir spare, weitere Bilder einzustellen. weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben