Pro:
sehr sympatische Hauptperson - nett und einfach geschrieben
Kontra:
nicht besonders anspruchsvoll - nicht besonders spannend - ziemlich viele Klischees
Empfehlung:
Ja
Heute möchte ich euch schon wieder ein Buch vorstellen - seit ich auf Buchticket gestoßen bin, habe ich so viele Bücher ertauscht, das ich nur noch lesen, lesen, lesen könnte. Tolle Sache! Aber kommen wir lieber gleich auf den Punkt:
** KIRSCHBLÜTEN UND COCA COLA von SIDNEY SHELDON **
Ungewöhnlicher Titel, oder?! Ich hätte das Buch auch sicher nicht gekauft, aber als Tauschbuch ist es schließlich doch bei mir gelandet und ich habe es letzte Woche gelesen.
So kann ich es euch heute vorstellen und fange gleich mit dem
** INHALT **
an.
Masao Matsumato ist ein 18jähriger Japaner. Sein Vater hat sich mit eigenen Händen ein großes Unternehmen aufgebaut, das Masao eines Tages erben soll.
Doch "eines Tages" kommt schneller als erwartet, als seine Eltern bei einem Flugzeugunglück in Amerika ums leben kommen. Masao ist wie betäubt durch den Verlust seiner Eltern und macht sich mit seinem Onkel auf den Weg um die Asche seiner Eltern von Amerika nach Japan zurückzuholen.
Und in Amerika hört er zufällig ein Gespräch seines Onkels mit, aus dem hervorgeht, das dieser Masaos Tod plant, um selbst an das Erbe der Matsumato-Unternehmen zu kommen. Masao fürchtet um sein Leben und flieht aus dem Haus seines Onkels zu einer kleinen amerikanischen Polizeistation.
Doch der Beamte glaubt ihm seine Geschichte nicht. Für ihn sieht es so aus, als sei Masao von zu Hause ausgerissen - und er verständigt seinen Onkel um ihn anzuholen.
Nun sitzt Masao in der Klemme. Schon in der Nacht bestätigt sich sein Verdacht: der Chauffeur seines Onkels kommt, um mit ihm "einen Ausflug auf den nahen See zu unternehmen". Für Masao steht es fest - sein Onkel wird einen Selbstmord durch Ertrinken vortäuschen.
Doch er hat Glück im Unglück - es gelingt ihm erneut zu fliehen - jedoch verunglückt der Chauffeur bei dem Versuch ihn aufzuhalten, tödlich. Am nächsten Tag muss Masao feststellen, das er nicht mehr nur durch seinen Onkel gesucht wird, sondern auch durch die amerikanische Polizei - denn nun gilt er als Mörder des Chauffeurs ....
So, das soll´s von der Story gewesen sein - jetzt möchte ich lieber zu den
** GEDANKEN **
kommen, die mich während des Lesens beschäftigt haben.
Gleich zu Anfang des Buchs habe ich festgestellt, das es sich Sheldon-typisch einfach lesen lässt. Sidney Sheldon macht in seinen Bücher keine großen Schlenker, er bringt immer alles auf den Punkt und schreibt genau das, was er meint. Trotzdem ist dieses Buch ein wenig anders als seine anderen Bücher - es ist schon spannend, aber doch nicht so sehr Thriller wie man es von ihm gewohnt ist.
Dazu ist es vielleicht ein wenig zu oberflächlich und vor allem zu kurz. Und zudem ein wenig unglaubwürdig!
Das heißt aber nicht, das es mir nicht gefallen hätte. Im Gegenteil, ich habe dieses Buch in einem Zug durchgelesen (was nicht so schwer ist, denn es hat nur 150 Seiten), irgendwie hat es mich also schon gepackt.. Wenn auch weniger wegen der Story, der sehr simpel gestrickt und eigentlich ziemlich vorhersehbar ist.
Was mir an dem Buch gefallen hat war vor allem die Person des Masao. Masao kommt sehr sympathisch rüber. Als Leser entwickelt man von Beginn an Sympathie mit dem Jungen, der mit 18 Jahren von hier auf jetzt sein ganzes bisheriges Leben hinter sich lassen muss. Er verliert seine Eltern und sieht sich plötzlich als Besitzer eines riesigen Unternehmens wieder. Nicht, das es Masao Angst machen wurde - dazu wurde er schließlich erzogen - und er ist stolz auf das Werk seines Vaters - er vertraut auf seine Fähigkeiten.
Als er sich von seinem Onkel bedroht sieht, ergreift er mutig die Flucht nach vorn - nicht, um sich zu verstecken, sondern um den Kampf gegen seinen Onkel aufzunehmen - denn für Masao ist eines klar: dieser Onkel darf das Unternehmen seines Vaters niemals in die Hände bekommen!
An dieser Stelle lernt man als Leser die andere Seite Masaos kennen, eine unsichere Seite. Zum ersten Mal ist in Amerika, er versteht die Leute dort nicht, obwohl er englisch sprechen kann. Das Land ist ihm fremd! Die Gewohnheiten der Menschen sind ihm unverständlich. Doch er stellt sich mit all seinem Mut dieser Situation und er geht seinen Weg ...
Als Leser hofft man mit Masao, obwohl seine Person - das muss ich zugeben - vielleicht unrealistisch gut und mutig ist. Mit den anderen Personen des Romans wird man nicht so schnell / gar nicht warm. Denn diese Personen bleiben doch sehr an der Oberfläche und sind einfach geprägt von Klischees. Der böse Onkel, der böse Detektiv, der böse Vorarbeiter - die gute Japanerin, die in einer Matsumoto Fabrik arbeitet, die Masao hilft und ihm vertraut, obwohl sie gar nicht kennt - der Polizeiinspektor, der Masao erst nicht glauben will und später voller Entsetzen seinen Fehler erkennt und sich nun schlagartig auf den Weg macht, um ihn vor all dem Bösen zu beschützen ....
Wie schon gesagt, wirklich spannend ist der Roman trotz der Story eigentlich nicht - unterhaltsam fand ich ihn trotzdem. Er ist recht leicht geschrieben, manchmal sogar ein wenig humorvoll - obwohl es mehr ein unterschwelliger Humor ist, der mich als Leser schmunzeln lässt. Das sind besonders die Stellen, in denen Masao sich staunend durch Amerika schlägt - wo all seine Bildung, die er ohne Frage besitzt, ihm nichts mehr nützt und er einfach nur staunend da steht.
Das Ende des Romans ist vorhersehbar - anders kann so ein leichter Unterhaltungsroman einfach nicht ausgehen, sonst würde er zum Ende hin einen Anspruch entwickeln, den er auf den ganzen 150 Seiten nie besessen hat.... Aber ich werde euch jetzt natürlich trotzdem mal raten lassen ....
... und wende mich jetzt den
** FAKTEN **
rund um das Buch zu.
Kirschblüten und Coca Cola von Sidney Sheldon
150 Seiten
6,-- Euro als Taschenbuch
Goldmann Verlag
Sidney Sheldon hat weitere Bestseller geschrieben:
Diamanten Dynastie
Blutspur
Wen die Götter strafen
Das Erbe
Schatten der Macht
und, und, und ...
** MEIN FAZIT **
Ein netter, kleiner Unterhaltungsroman, aber man sollte nicht die Spannung erwarten, die man in anderen Sidney Sheldon Romanen finden kann. Auch ist dieses Buch keinesfalls als anspruchsvoll zu bezeichnen - es ist einfach ein wenig klischeehaft und vorhersehbar.
Allerdings schildert es eine sehr sympathische Hauptperson (wenn sie auch stellenweise ein wenig unrealistisch rüberkommt) und das reist doch einiges wieder raus.
Die volle Punktzahl hat dieser Roman sicher nicht verdient, aber trotzdem eine Leseempfehlung und eine gute mittlere Wertung von mir.
@ Prisca - Februar 2005 - ich schriebe für Ciao und Yopi, manchmal auch für Dooyoo weiterlesen schließen
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